Städte & Kultur im Allgäu (Teil 1)

5. Dezember 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , , ,

Wer an das Allgäu denkt, der hat erst einmal schöne Landschaft, Berge, Wald, Wiesen und Kühe vor Augen. Vielleicht noch ein paar Hütten und Schafe. Aber Städte und Kultur? Das ist nicht unbedingt der erste Gedanke, der einem in den Sinn kommt. Obwohl es auch davon eine ganze Reihe gibt im Allgäu. Hiervon konnte ich mich vor kurzem im Rahmen einer Pressereise selbst überzeugen. Bereits im Sommer habe ich ja einen Teil des Allgäus auf unserer Grenzgänger-Tour kennengelernt und war begeistert! Daher freute ich mich auf meinen erneuten Besuch. Diesmal ging es also darum, eine andere Seite des Allgäus zu entdecken.
In den größeren Städten – wie Kempten, Sonthofen und Füssen – aber auch in den kleineren Gemeinden der Region hat die Handwerkskultur eine lange historische Bedeutung. Wir hatten an den 3 Tagen die Möglichkeit, die Geschichte der Allgäuer Städte quasi durch das Handwerk zu erleben und altes Handwerk selbst aufzugreifen. Ihr wisst, dass ich – selbst Holzwurm – immer ein Faible für die Handwerkskunst habe. Einmal Handwerk – immer Handwerk!

Los ging unsere Tour in Lindenberg im Westallgäu. Lindenberg liegt auf einer natürlichen Sonnenterrasse oberhalb des Bodensees und zu Füßen der Hochalpen. Der Luftkurort nennt sich daher selbst auch „Sonnenstadt“ und konnte beispielsweise 2018 mit 2332 Sonnenstunden aufwarten (zum Vergleich, der deutsche Durchschnitt lag bei 2000 Sonnenstunden).
In dieser hübschen kleinen Stadt befindet sich u. a. das Deutsche Hutmuseum, das in einem sehr sehenswerten Gebäude liegt. Lindenberg war um 1900/1910 herum die „Hut-Hauptstadt Europas“. Es wurden Hüte in die ganze Welt exportiert, überall trug man Hüte aus dem Westallgäu, quasi das „Klein-Paris“ oder –Mailand der Hutmode. Die Hutmachertradition geht aber bis weit in das 16. Jahrhundert zurück. Eine der größten Hutfabriken zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Hutfabrik Ottmar Reich, in der sich jetzt das Museum befindet. Allein das ehemalige Kesselhaus der Hutfabrik (jetzt ein Café) ist sehenswert. Aber natürlich auch die komplette Ausstellung mit Mitmachstationen und zahlreichen Exponaten aus 300 Jahren Hutmode.

Ich sage nur INDY!!! (also für die Noobs unter Euch: hier findet Ihr sogar den Hut von Indiana-Jones ;) ). Es gibt Rohlinge aus Guss und/oder aus Holz, Hutpressen zum selbst ausprobieren, viele spannende Geschichten rund um die Handwerkskunst (hier spielten mal wieder die Italiener eine bedeutende Rolle, wie so häufig in der Mode, aber inwiefern, das müsst Ihr selbst herausfinden) und man kann nach Herzenslust Hüte aufprobieren. Wirklich ein Muss für jeden Hut- bzw. Modeliebhaber!

Wir trafen uns hier mit Marita Prestel, ehemalige Deutsche Hutkönigin. Diese wird alle 2 Jahre neu gewählt und darf sich dann die Krone bzw. den Hut aufsetzen. Marita ist gelernte Modistin und eine Meisterin in ihrem Beruf und der Liebe wegen im schönen Allgäu geblieben. In einem kleinen Workshop konnten wir sie zum einen näher kennenlernen, zum anderen unseren eigenen Hut herstellen. Modistin ist übrigens ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, den es leider heute kaum noch gibt. Übersetzen könnte man den Begriff vielleicht in etwa mit „Hutmacher“, wobei es mehr als „nur“ Hutmacher bedeutet. Theoretisch hätten wir nun einen Hut komplett herstellen können. In Anbetracht der Zeit haben wir aber „nur“ einen Hutrohling garniert.

Super spannend, was Marita alles erzählte und welche Kniffe sie uns zeigen konnte. Man spürte einfach, wieviel Leidenschaft für ihr Handwerk vorhanden ist und dass es einen Haufen Spaß macht.
Dieser äußerst informative und produktive Tag ging kulinarisch im historischen Hotel Waldsee zu Ende, wo wir auch übernachteten. Ebenfalls ein Haus mit langer Tradition, zweitens aber auch mit einer äußerst leckeren Küche und drittens einer tollen Lage, nämlich sehr malerisch an Deutschlands höchstem Moorbadesee. Das Hotel ist sehr stilvoll eingerichtet und Bodo Hartmann (der Chef des Hauses) ist gleichzeitig für die Küche zuständig, also Chef de Cuisine. Seine Spezialitäten sind Fischgerichte und Meeresfrüchte. Bodo stammt ursprünglich aus Sylt und nahm diese Vorliebe mit ins Allgäu. Im hauseigenen Restaurant interpretiert der Koch Fischgerichte ganz neu und auf seine Weise. Warum auch nicht – der Geschmack spricht für sich!

Ein Ort, um die Seele baumeln zu lassen! Mit Sicherheit gibt es in Lindenberg noch einiges mehr zu entdecken. Wir machten uns allerdings am nächsten Tag auf den Weg nach Kempten. Kempten ist sicherlich den meisten von Euch ein Begriff, und wenn nur von der Reise in den Süden. So ging es mir zumindest. Viel mehr wusste ich allerdings nicht über die Stadt im Allgäu. Und das obwohl Kempten eine der ältesten Städte Deutschlands ist! Bzw. sogar die älteste schriftlich erwähnte Stadt. Auch das war mir neu. Und wer war schuld? Genau, die Römer! Diese errichteten eine Siedlung oberhalb der heutigen Stadt mit Blick über die Iller.

Noch heute sind die Ausgrabungen, bzw. Nachbauten von verschiedenen Gebäuden, wie z. B. Tempeln zu sehen. Des Weiteren befindet sich vor Ort in dem archäologischen Park “Cambodunum” auch ein Freilichtmuseum. Am besten bucht Ihr eine Führung, denn die unzähligen Geschichten und Entdeckungen sind wirklich spannend. Alle zwei Jahre findet hier oben auch ein Römerfest statt mit Theateraufführungen und allem Drum und Dran. Natürlich im Sommer bei wärmeren Temperaturen. Oder man bucht einen Brotbackkurs, besonders für den Nachwuchs mit Sicherheit ein Highlight. Wobei ich persönlich da auch gerne einmal dabei sein würde. Man ist ja quasi nie zu alt. ;)

Von der „Gründungsstätte“ Kemptens ging es für uns direkt in die Stadt hinein. Und was wir dort erlebten, berichte ich Euch die nächsten Tage an dieser Stelle.

Ein dickes Dankeschön geht an das ganze Team der Allgäu GmbH, die diese Erlebnisse überhaupt erst ermöglicht haben.

Genuss und Entschleunigung – das ist Juist (Teil 1)

2. Dezember 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Wenn der Kopf voll ist, gibt es nichts Besseres als eine kleine Auszeit. Für mich, wie Ihr wisst, meist in den Bergen. Aber auch ein paar Tage am Meer sind ideal zum Abschalten, Entspannen und Genießen. Ganz besonders gut geht das, wie wir feststellen konnten, auf Juist. Entschleunigung vom Feinsten! Juist, die kleine Nordseeinsel „da oben“. Für uns im Süden ist ja quasi alles nördlich des Mains „da oben“, ja ich weiß, „typisch Bayern“ bzw. „typisch Franken“! Aber überhaupt nicht negativ gemeint, ganz im Gegenteil. Als Kind war ich einmal auf der Nachbarsinsel, aber ganz genau erinnern kann ich mich nicht. Somit war es an der Zeit, die Erinnerung aufzufrischen und Juist zu besuchen.

Wie gewohnt an dieser Stelle ein paar Hardfacts: Juist gehört zu den Ostfriesischen Inseln und liegt grob gesagt zwischen Borkum und Norderney. Die Insel ist ca. 17 km lang und zwischen 500 und 900 Metern breit. Die geringste Entfernung zum Festland liegt bei rund 7 Kilometern. Auf der nördlichen Seite ist die See und Richtung Festland befindet sich das ruhigere Wattenmeer, das zum UNESCO Weltnaturerbe gehört. Die Einheimischen nennen ihre Insel liebevoll „Töwerland“, was auf plattdeutsch so viel wie „Zauberland“ bedeutet. Vermutlich weil die Besucher von der Insel „verzaubert“ werden. Auf die ca. 1500 Einwohner kommen jährlich knapp 132.000 Übernachtungsgäste (Stand 2018), davon viele als Stammgäste immer wieder.
Ein großes Thema für Juist ist die Nachhaltigkeit. Logisch, eine Insel spürt die Notwendigkeit noch direkter, als wir es auf dem Festland tun. Juist strebt an, bis zum Jahr 2030 klimaneutral zu werden. Und ist damit eine ganze Ecke weiter, als so manch andere Kommune! Auf der Insel sind an sich schon keine Autos zugelassen (mit Ausnahme von Inselarzt und Feuerwehr) und somit ist man dem ehrgeizigen Ziel bereits einen gewaltigen Schritt näher. Die Autofreiheit ist ein Alleinstellungsmerkmal, das übrigens wesentlich zur Entschleunigung beiträgt. Aber auch sonst tut Juist viel, um sein fragiles Ökosystem in Takt zu halten und als kleine Insel einen großen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Schon 2015 gab es den Deutschen Nachhaltigkeitspreis für das Töwerland in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Kleinstädte und Gemeinden“ und trotzdem sehen die Inselbewohner noch Luft nach oben. Toll, wie hier überall nachhaltige Werte vertreten werden und sicherlich auch für manche ein Anreiz, auf der Insel Urlaub zu machen.

Warum wir auf dem Töwerland waren? Wir waren u.a. für die Genusstage vor Ort, von denen ich noch erzählen werde. Die Anreise nach Juist gestaltete sich total problemlos. Mit der Bahn ging es bis „Norddeich Mole“ und dank einer Freifahrt kosteten mich Hin- und Rückfahrt nur 26,90 Euro. Bereits 37% der Gäste reisen mit der Bahn an und nutzen die super Anbindung. Der Bahnhof befindet sich nämlich keine 5 Minuten Fußweg vom Fähranleger entfernt. Da die Fähre nach wie vor abhängig ist von den Gezeiten, fährt sie nur 1-2mal am Tag bei Hochwasser. Am besten vorher informieren, sonst bleibt nur noch der Flieger oder das Warten auf die nächste Fähre (oder schwimmen ;)). Wenn man seine Hausaufgaben (sprich vorab informieren plus Puffer einplanen) gemacht hat und rechtzeitig am Bahnhof Norddeich Mole angekommen ist, dann empfehle ich das Gepäck schon mal abzugeben und auf ein Fischbrötchen beim Fischrestaurant de Beer vorbei zu schauen. Der Laden ist meist gut besucht, aber das Warten lohnt sich, denn erstens ist die Auswahl (für uns Landeier) richtig gut und zweitens sind die Brötchen super lecker.

Persönlich waren wir somit gestärkt und konnten die Überfahrt beginnen. Normalerweise sind ca. 90 Minuten dafür eingeplant. Je nach Tide, Windrichtung und Windstärke kann es manchmal kürzer sein oder auch länger. An diesem späten Nachmittag hatten wir ablandigen Wind und somit war wenig Wasser vorhanden. Dadurch benötigte die Frisia II um einiges länger und zwischendurch konnte man sogar manchmal ein kurzes Auflaufen auf Sand feststellen.
Nach ca. 2 Stunden, erst an Oberdeck und später im Inneren (es wurde frisch), kamen wir bereits entschleunigt im Hafen von Juist an. Trotz einsetzender Dunkelheit war der nicht vorhandene Lärm erstmal ungewohnt. Besonders, als wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft „Düne 38“ machten. Eine schöne, gut ausgestattete Ferienwohnung, die äußerst liebevoll und gemütlich eingerichtet ist. Ich hätte übrigens nicht gedacht, dass man sich so schnell an eine Ferienwohnung gewöhnen kann. Denn auch mein letztes Ferienwohnungserlebnis ist schon eine Weile her. Aber in der „Düne 38“ fühlten wir uns gleich wie zu Hause.

Am nächsten Morgen um 7:50 Uhr wurden wir durch Hufgetrappel geweckt. Wie wir feststellten, muss das die Verbindung Richtung Osten der Insel sein. Evtl. zum Flughafen, denn jeden Morgen um diese Zeit waren Hufe zu hören. „Ah, die 7:50 Uhr Kutsche ist wieder unterwegs!“
Nun denn, die Insel wartete auf uns! Und was ist quasi Pflicht? Fahrräder natürlich! Also ab zum Fahrradverleih Germania und die passenden Fahrzeuge (mit Korb auf dem Gepäckträger) ausleihen. Selten so eine große Auswahl an Rädern gesehen und es ging zu wie im Ameisenhaufen. Kann vielleicht auch daran liegen, dass die Fähre am Abend ankam und der Laden schon geschlossen hatte. Anyway, wir hatten unser Gefährt und damit ging es auch gleich ins Dorfzentrum, um die Vorräte aufzufüllen. Macht schon Spaß einfach mit dem Rad durch die Gegend zu tuckern so ganz ohne Autos!

Auf Juist lässt man alles etwas langsamer angehen und genießt die Zeit. Ich gebe zu, dass das zu Beginn für mich etwas gewöhnungsbedürftig war. Aber man wird quasi zur Entschleunigung gezwungen – was super toll ist. Uns zog es zuallererst einmal an den Strand. Dieser zieht sich vom Billriff im Westen bis zum Kalfamer im Osten. Mit seinen 17 Kilometern und maximal einer Handvoll Menschen unterwegs (da lob ich mir die Nebensaison!) wirkt er fast endlos.

Also Strand muss einfach immer! So nach dem Motto „Was können wir heute machen?“ – „Ach, lass uns doch eine Runde am Strand drehen.“ Glaube das würde ich auch machen, wenn ich vor Ort leben würde. Ein Strandspaziergang (also so richtig zum Kopf freipusten und Wellenrauschen genießen) funktioniert am besten auf der Nordseite zur offenen See hin. Was natürlich nicht heißt, dass es im Süden nicht schön ist. Ganz im Gegenteil! Wir konnten es bei der Überfahrt schon deutlich erkennen, das Wattenmeer ist etwas ganz Besonderes. Aber so richtig den Wind um die Nase pusten lassen, das Wellenrauschen hören und feinen Sand unter den Füßen genießen geht am besten an der Seeseite.

Das Watt, Teil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer, mussten wir uns aber natürlich auch aus der Nähe anschauen. Auf der Insel gibt es verschiedene Möglichkeiten für eine Wattwanderung. Um uns einen kleinen Überblick zu verschaffen, waren wir auf „Schnupperwattwanderung“ unterwegs. Diese dauert ca. 1,5 Stunden und ist leicht über das Nationalpark-Haus zu buchen, bzw. einfach vor Ort nachfragen. Zudem empfiehlt sich ein Blick IN das Nationalpark-Haus. Ihr werdet überrascht sein, was es alles zu sehen gibt. Ein paar Wattenmeerbewohner, interaktive Stationen und so manche Überraschung ist hier zu finden.

Ob Wattwurm, Schnecken, Krebse, Muscheln oder Blasenloser Blasentang – die Wattwanderung bringt eine Menge Entdeckungen, Infos und Spaß und ist auch super für Familien geeignet. Falls Ihr es noch nicht wusstet, im Gegensatz zum Blasentang kommt der Blasenlose Blasentang nur im Wattenmeer vor! Kreativ waren sie schon immer, die Seebären, auch bei der Namensvergabe. Am besten geht es barfuß ins Watt und mit einem Guide. Die Zeit verging fast zu schnell und evtl. planen wir das nächste Mal eine Wanderung mit Heino für ein paar Stunden hinaus ins Watt. Das soll nämlich ein ganz besonderes Erlebnis sein.  Aber man muss sich ja auch noch Pläne aufheben.

Für uns ging es nun erstmal zum Genießen, wo genau und was wir auf Juist noch erlebt haben, das erfahrt Ihr in Teil 2.

Der liebe Hubert hat übrigens auch über die schöne Insel bzw. die Anreise gebloggt. Er hatte Glück bei der Überfahrt…aber lest am besten selbst.

Ein dickes Dankeschön geht an das ganze Team der Insel Juist, die dieses Erlebnis überhaupt erst ermöglicht haben.

Das Training beginnt!

7. Juni 2017 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , , ,

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Antwort: Weil es das ultimative (Reise-) Gesetz so will. Oder die persönliche Bucket-List. Es gibt so viele schöne Ecken auf der Welt, die erkundet werden wollen. Also nicht jetzt und sofort, eher immer eins nach dem anderen.

Heißt? Der nächste Roadtrip ist in Planung, und die Vorbereitungen beziehen sich diesmal nicht nur auf die optimale Route und die tollsten Übernachtungsmöglichkeiten.
Wie bereits in dem ein oder anderen Blogpost erwähnt, ist das Ötztal meine zweite Heimat. Ob Hahlkogel, Gamskogel, Kreuzspitze oder Wildspitze – es ist einfach eine sehr schöne Region mit vielen tollen Gipfeln. Die Besteigung des Similauns steht übrigens noch aus. Zwar wurde der Berg schon mehrfach ins Visier genommen, aber jedes Mal machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Richtig, es gibt eigentlich kein schlechtes Wetter…, nur ist es in den Bergen vielleicht doch etwas anders. Wenn es „schlecht“ ist, dann ist es leider wirklich schlecht und bei über 3000 Höhenmetern vielleicht doch ganz sinnvoll umzudrehen – auch wenn es noch so bitter sein mag. Sicherheit geht vor! Von daher steht der Similaun nach wie vor auf meiner persönlichen To-Do-Liste. Wie übrigens auch der Kibo im Kilimandscharo-Massiv, aber das ist wieder ein anderes Thema. Anyway, im September geht es nun also unter anderem für ein paar Tage ins schöne Ötztal und ich freue mich schon sehr darauf! Unterwegs werden wir mit einem sehr schicken Auto sein, welches gut durch die Serpentinen getrieben werden kann. Mehr möchte ich aber an dieser Stelle noch nicht verraten.

Ausblick auf den Gamskogel von Huben aus

Neben dem Fahrspaß steht vor allem Erholung auf dem Programm. Und Erholung geht in den Bergen einfach super. Die Ruhe der Natur genießen und dabei den Körper anstrengen. Will heißen: Wanderschuhe anziehen, Rucksack packen und ab in die Höhe. Zwar wird es sicherlich nicht gleich der Similaun werden, aber dafür gibt es noch andere schöne Gipfel, Almen und Hütten, die es zu erreichen gilt. Man soll es ja nicht gleich übertreiben, vor allem wenn man die letzten Jahre so gut wie gar nicht in der Höhe unterwegs war. Daher wird aktuell schon ein bisschen im schönen Franken trainiert und die Wanderschuhe eingelaufen.

Weinberge in Franken

Aussicht auf Mainberg

Auf der Burgruine Stollberg

Super schöne Wanderwege gibt es auch in Franken, die zwar nicht auf über 2000m liegen, aber dennoch einiges zu bieten haben. Inklusive Steigungen und Gefälle, Forststraßen und Pfade, Wälder und Weinberge. Wie schön, dass es mittlerweile verschiedene Apps gibt, die dabei nützlich sind und z.B. den Verlauf der Route aufnehmen. Ich nutze besonders gerne die App „bergfex/Touren“. Auswertungen nach Distanz, Durchschnittsgeschwindigkeit, Tempo, Auf- und Abstieg… lassen sich im Anschluss detailliert anzeigen. So kann man auch leicht einen individuellen Trainingsplan erstellen. <- also wer das möchte.
Was ich zudem noch empfehlen kann, wenn man häufiger in den Bergen unterwegs ist, ist der DAV (Deutscher Alpenverein). Ich selbst bin schon seit über 25 Jahren Mitglied. Alle Vorteile aufzuzählen würde den Rahmen sprengen, aber auch hier erhält man zahlreiche Infos zu Touren, Vorbereitung etc. Am besten einfach mal selbst ein Bild machen.

Bis September ist ja noch ein bisschen Zeit, da wird sicherlich noch die ein oder andere Tour gelaufen, bevor es in die Alpen geht! Man kann schließlich nicht früh genug mit der Vorbereitung anfangen.

Einmal Akkus aufladen bitte – Relax-Modus 100%

27. Mai 2016 | Ein Kommentar | Schlagwörter: , , ,

Anfang des Monats sind wir eingezogen ins neue Haus, aber selbstverständlich ist noch nicht alles fertig. Jeder, der gebaut hat bzw. umgezogen ist, wird es kennen. An jeder Ecke steht ein Karton und/ oder anderes Zeug, welches noch verräumt werden muss. Außerdem ist noch einiges Handwerkliche zu erledigen. Irgendwann kann man aber die Baustelle bzw. das Chaos nicht mehr sehen. Auch hier werdet Ihr mir sicherlich zustimmen. Gerade nach Bauphase und Umzug sind die Akkus leer. Der Körper denkt sich nur „WTF“ und der Kopf möchte auch mal wieder Entspannung vom Planen und Schaffen. Also, ab ins Auto und einfach mal ein paar Tage weg! Ans Meer oder in die Berge oder an irgendeinen anderen (ruhigen) Lieblingsort – das beste Mittel, um die Akkus aufzutanken. Gesagt, getan –den Telefonhörer in die Hand genommen, die Zweitfamilie im Ötztal angerufen, Leihwagen geschnappt und ab auf die Autobahn gen Süden. Spontanität ist schließlich alles!

Warum Zweitfamilie? Weil ich dieses Jahr genau vor 30 Jahren (!) das erste Mal bei Familie Kasper im schönen Huben genächtigt habe und mit meinen Eltern jedes Jahr (oft sogar im Sommer und Winter) dort war. Der kleinsten Tochter des Hauses habe ich quasi das Laufen beigebracht, mit der Mittleren immer irgendwelchen Blödsinn gemacht und mit dem Größten bin ich auf den Bergen herumgesprungen oder habe Bäche gestaut (bzw. fast den örtlichen Campingplatz unter Wasser gesetzt, ähm ja, das ist eine andere Geschichte…). Wir haben immer viel Zeit miteinander verbracht und so habe ich das Ötztal auch von einer ganz anderen Seite kennengelernt. Damals begann es erst langsam mit dem Tourismus und es dachte noch niemand an einen Ski-Weltcup in Sölden oder James Bond.
Die Zeiten ändern sich, Huben wächst, aber „meine“ Familie Kasper bleibt so, wie sie damals schon war. Herzlich, offen und supernette Gastgeber. Das konnte ich wieder einmal sehen, als wir vorfuhren und die Haustüre geöffnet wurde. Schön, nach einiger Zeit wieder „daheim“ zu sein.

Das Wetter konnte nicht schöner sein – strahlender Sonnenschein und sommerliche Temperaturen – wie bestellt. Perfekt, um das schöne Ötztal zu erkunden! Wären wir noch länger geblieben und das Wetter hätte mitgespielt, wäre sicherlich der ein oder andere 3000er bezwungen worden. So blieb es bei kleineren Runden. Auf über 2000 Höhenmeter ging es mit dem Auto (wir waren übrigens mit dem neuen Renault Captur unterwegs, nicht schlecht, aber sicherlich steigerbar für die Höhenrouten mit den schönen Kehren). Es ging rauf aufs Timmelsjoch. Im Hochsommer bzw. mitten in der Skisaison ist dort die Hölle los, nicht so Mitte Mai. Es ist Nebensaison und außer einem weiteren Auto war kein Touri zu sehen. Die Sonne schien, kein Lärm, keine Autos, keine Motorräder, kein Fahrrad, einfach nichts – nur das Rauschen des Wassers, die Vögel und Ruhe.

Timmelsjoch - Hochgurgl - Panorama

Timmelsjoch Ausblick ins Ötztal

Timmelsjoch Wintersperre

Schnee Mitte Mai am Timmelsjoch

Weg Richtung Kühtai

Straße nach Burgstein

Kühe Richtung Kühtai im Ötztal

So etwas gibt es normalerweise nur nach einem 4-stündigen Fußmarsch oben auf dem Gipfel. Apropos Gipfel – es wurde gleich beschlossen, dass es das nächste Mal auf den 3600m hohen Similaun gehen muss. Dieser steht nämlich noch auf meinem persönlichen Programm, weil ich es bisher – trotz mehreren Anläufen – noch nicht geschafft habe, ihn zu besteigen. Ich werde berichten, wenn es soweit ist.

Auch eine Runde durch das benachbarte Kühtai durfte nicht fehlen. Und natürlich einmal quer durch das Ötztal. In den letzten Jahren hat sich einiges verändert, Hütten, die ich von früher kannte, gibt es nicht mehr. Dafür sind neue entstanden und so ging es einmal nach Burgstein (leider hatte die Jausenstation Siggi noch geschlossen) und einmal durch den „Sagenweg“ zur Feuersteinhütte. Falls Ihr mal vor Ort seid, unbedingt den Weinkeller anschauen – so etwas habe ich vorher noch nie gesehen! Quasi um die Felsen gebaut und eine perfekte Mischung aus Tradition und Moderne.

Auch das schöne Gries wurde besucht. Ruhig, gemütlich und sehr erholsam beim Wandern mit Ausblick auf die Gletscher. Trotz der Ruhe im Tal hatte ich das Verlangen, loszulaufen und einen Gipfel zu erklimmen. Vorbei an den Kühen und Schafen, die Vegetation hinter sich lassen, später die Steigeisen anzulegen, den Gipfel erklimmen und danach erschöpft, aber glücklich, einzukehren. Beim nächsten Mal wieder!

Ausblick auf den Gamskogl von Huben aus

Auf dem Weg zur Feuersteinalm mit Blick auf Huben und Burgstein - Ötztal

Panorama bei Gries im Ötztal

Blick auf die Gletscher in Gries im Ötztal

Blick auf die Gletscher in Gries im Ötztal

Ortseingang Huben im Ötztal

Hallo?! Neugierige Kälber in Gries im Ötztal

Apfelstrudel im Ötztal

Das verlängerte Wochenende war natürlich viel zu kurz und irgendwann musste (leider) die Heimreise angetreten werden. Auf dem Rückweg noch ein kleiner Spaziergang zum Stuibenfall mit Einkehr und leckerem Kaiserschmarrn bzw. Apfelstrudel MIT Vanilleeis UND Sahne! Das darf in Tirol nicht fehlen. Ein schöner Abschluss.

Das Ziel wurde nicht verfehlt, die Akkus sind wieder voll. Eigentlich kann man nur hoffen, dass sie bald wieder leer sind, um einen Vorwand zu haben, wieder nach Huben zu fahren. ;)
Apropos fahren – es gibt im Ötztal noch weitaus bessere Strecken, als das Timmelsjoch – falls Ihr Fragen habt, gerne her damit!

 

English:
Probably all of us might know that, after renovating and/or moving into a new house, the time has come, when your own batteries have to be recharged. Then it is time to travel to the sea or the mountains or another favorite (and quiet) place. For me it was time to go to Huben in the beautiful Ötztal in Austria again. My first visit there was 30 (!) years ago and since that time I’ve been there many, many times with my parents. We have always visited Family Kasper, who are really nice and perfect hosts. I can call them my second family, as I’ve grown up together with their children so to say. And again I have been welcomed cordially.
The weather was perfect, so we have made a tour up to the Timmelsjoch by car (if you might know some more routes for a really good driving experience, I can tell you some even better streets in Ötztal). As it was only a short trip this time, we haven’t climbed up the mountains, but we made some smaller walks e.g. to Burgstein, the Feuerstein alp or Gries. It is low-season at the moment, so it was very quiet and peaceful all over. The batteries have been recharged and we will come back soon – I just have to climb some mountains again!
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