Genuss und Wandern im Nürnberger Land

19. Oktober 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Der Herbst hat begonnen und für mich ist er jedes Jahr unter den Top 4 der beliebtesten Jahreszeiten! Das Spiel der Farben, das morgendliche Licht, die frische Luft und die Stimmung sind einfach herrlich. Was liegt da näher, als einen schönen Ausflug zu unternehmen?
Vor zwei Jahren habe ich mir das Nürnberger Land bereits von oben und von unten angesehen und war begeistert. Man muss dazu sagen, dass ich lange Zeit in der Metropolregion Nürnberg gewohnt habe, aber mir damals das Nürnberger Land gar nicht genauer angeschaut habe. Was ich jetzt natürlich bereue, aber es ist ja nie zu spät. Vor Kurzem stand für mich also ein erneuter Besuch in der mittelfränkischen Region auf dem Programm. Im Rahmen einer Pressereise ging es um das Thema Genuss und Wandern – eine perfekte Kombi!

Es dürften mehr als 2000 Kilometer Wanderwege sein, die es im Nürnberger Land gibt, mit dichten Wäldern, Felsformationen, Höhlen und Schluchten, Flusstälern sowie Burgen und Schlössern. Also genau das Richtige für ein verlängertes Wochenende und/oder ein paar (Urlaubs-)Tage, um den Kopf frei zu bekommen und mal wieder abzuschalten.
Was zum Outdoor-Erlebnis im Nürnberger Land dazu kommt, ist die typisch mittelfränkische
(Essens-)Kultur. A draum! Von beidem werde ich Euch im Folgenden berichten. Aber halt, auch der Durst muss zwischendurch gestillt werden. Und zu diesem Genuss ging es erst einmal nach Neuhaus an der Pegnitz, genauer gesagt in die Kommunbrauerei Hombauer. Dabei handelt es sich um keine „normale“ Gaststätte mit Ausschank, sondern im Grunde genommen um eine historische Brautradition. In Neuhaus wurde schon lange im Brauhaus gebraut – wie vermutlich in sehr vielen Städten/Gemeinden. Doch im 16. Jahrhundert wurde der Markt Eigentümer von genau diesem Brauhaus und der damalige Herrscher – Bischof Weigand von Redwitz – verschenkte das Brauhaus an seine Bürger. Damit durfte jeder Einwohner (damals waren es um die 85 Bürger) Bier brauen und dieses im eigenen Haus verkaufen. Kommunbrauhäuser gibt es wohl nur noch in Teilen Frankens und der Oberpfalz. Natürlich übten nicht alle Einwohner von Neuhaus das Recht aus, aber das Braurecht blieb über die Jahrhunderte erhalten und so waren es 1972 noch fünf aktiv-brauende Einwohner. Diese wechselten sich mit dem Verkauf ab, und sollte ein Stern sichtbar an einer Stange zu sehen sein, so wussten Einheimische und Fremde sofort, wer gerade „Kommune“ hat.

Aktuell wird das Recht nur noch von zwei Einwohnern (mit Gaststätte) ausgeübt. Aktuell von der Familie Hombauer mit dem Wirt „Pauli“ (so sein Spitzname). Er wird aber in naher Zukunft ein Haus weiterziehen und die Tradition dort weiterführen. Es wäre auch sehr schade, wenn dieses alte Recht bzw. die Tradition verschwinden würde. Grundsätzlich handelt es sich beim (Kommun-)bier um ein ungespundenes Bier aus offener Gärung. Bedeutet: Weniger Kohlensäure, kürzere Haltbarkeit, aber dafür einmalig im Geschmack! Und so ganz unter uns gesagt: Es schmeckt richtig, richtig gut!

Übrigens führt eine Bahnstrecke nach Neuhaus an der Pegnitz, welche sehr zu empfehlen ist. Sie führt durch das schöne Pegnitztal (Für die Bahnfahrer: orientiert Euch Richtung Hersbruck rechts der Pegnitz), immer wieder über Brücken und durch Tunnel. Man kommt sich teilweise vor wie in einem anderen Land, wenn sich unten im Tal die Pegnitz im einfallenden Herbstlicht spiegelt. Schön! Und so lässt sich dann natürlich auch das ein oder andere Glas Bier besser genießen.
Da wir schon beim Thema Genuss sind, kann ich Euch den Gasthof Restaurant Cafe Bauer empfehlen, mitten in Hersbruck gelegen. Unter anderem wegen dem fränkischen Nationalgericht „Schäufele“ (also die Schweineschulter). Wie die eingefleischten Schäufele-Esser wissen, werden Schäufele in Mittelfranken normalerweise mit Klößen und Salat serviert. Im Gasthof Bauer wird das klassische Schäufele jedoch ganz neu interpretiert und als Burger serviert.

Wer jetzt aber an einen klassischen Burger denkt, der liegt auch nicht richtig. Vom Brötchen bis hin zur Schäufele-Kruste – an alles wurde gedacht für ein optimales Genusserlebnis! Küchenchef Michi ist außerdem Mitglied bei „Heimat aufm Teller“. Dazu gehören 14 Gastwirte und 34 Landwirte, Teichwirte, Hühnerhalter, Gänsezüchter, Schafhirten, Ziegenhalter, Metzger, Käseproduzenten, Kräutersammler, Brotbäcker, Nudelmacher, Gemüsebauern, Spargelstecher, Streuobstwiesenbesitzer, Imker, Safthersteller und Marmeladenerfinder aus der umliegenden Gegend, die sich zu einem Verein zusammengeschlossen haben. Kurze Wege, Stärkung heimischer Betriebe, regionale und saisonale Produkte – das schmeckt man! Natürlich gibt es in der Umgebung noch weitere gute Restaurants und Gastwirte– einfach mal Augen und Ohren offenhalten.

Wer Essen kann, kann auch wandern. So ein altes Sprichwort (also vielleicht ist es ein Sprichwort und vielleicht ist es alt). Für alle 2000 km Wanderwege war die Zeit einfach zu kurz, daher entschied ich mich für einen Teil des Frankenalb Panoramaweges. Dieser hat insgesamt zwischen 50 und 60km und ist gekennzeichnet durch einen besonders hohen Anteil an naturbelassenen Wegen, die u.a. an einigen Ruinen vorbeiführen. Persönlich bin ich von Hersbruck (links der Pegnitz) nach Hartmannshof, meinem Ausgangspunkt, mit der S-Bahn gefahren und dort dann in den Panoramaweg eingestiegen. Mein Weg führte mich Richtung Haunritz (grobe Richtung entlang des Högenbaches) und war zu Beginn noch recht unspektakulär. Als kleines Highlight und völlig unerwartet erschien dann im Wald eine kleine Quelle. Aber das war nicht das einzige Highlight. Kurz darauf führte der Weg vorbei an Felspyramiden, durch Dschungelpfade schlussendlich zur Burgruine Lichtenegg, einer hochmittelalterlichen Adelsburg. Erbaut vermutlich um 1200, aber Ausgrabungsspuren etwas außerhalb der Ruine deuten auf eine deutlich ältere Siedlung zurück. Scherben weisen auf eine Zeit um 3000 v. Chr. hin. An der Ruine sind Schaukästen mit verschiedenen Utensilien aufgebaut, die dort gefunden wurden. Das Wetter spielte nur semi mit, dafür hatte ich die Ruine für mich allein.

Da es sich von Hartmannshof um einen Zustieg zum eigentlichen Frankenalb Panoramaweg handelt, am besten zunächst immer dem Zeichen des „Erzweges“ (rotes Kreuz auf weißem Untergrund) folgen. Irgendwann wird daraus dann eine rote Linie auf gelbem Untergrund und man durchquert schöne auf Felsen gelegene Buchenwälder. Eine tolle und gleichzeitig auch mystische Kulisse. Ein weiterer Wanderhöhepunkt bietet sich schon fast gegen Ende der Wanderung – der „Hohle Fels“ bei Happurg. Eine Höhle, aber auf einem Hochplateau gelegen. Geht man ein paar Meter weiter, so hat man einen super Ausblick auf den Happurger Stausee und die angrenzende Umgebung. Es soll sich dabei auch um ein sehr schönes Klettergebiet handeln, so für die Kletterer unter Euch.

Von dort auf geht es dann nur noch bergab Richtung Happurg und wieder zurück nach Hersbruck mit der S-Bahn. Insgesamt war ich fast 20km mit ca. 550hm unterwegs. Die Dauer der Wanderung betrug 5 Stunden und 30 Minuten (reine Gehzeit lag bei 4h und 18min) – mit einigen Pausen, Fotostopps und Aussichtspunkten dazwischen. Die Tour habe ich auf Komoot getrackt.
Mein persönliches Fazit: Eine schöne Wanderung, mit vielen Highlights und schönen Wegen. Macht auf jeden Fall Lust auf weitere Strecken des Frankenalb-Panoramawegs!

Zurück in Hersbruck wollte ich ursprünglich noch das deutsche Hirtenmuseum besuchen, was auf Grund der vorangeschrittenen Zeit auf den nächsten Tag verschoben werden musste. Das Hirtenmuseum ist einmalig in Deutschland und veranschaulicht nicht nur die fränkische bzw. deutsche Hirtenkultur, sondern gibt Einblicke in das weltweite Hirtentum. Exponate aus Sardinien, Afrika oder auch Nepal kann man hier finden. In der Region selbst wurden bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Hirten von den Gemeinden angestellt, um das Vieh der einzelnen Dorf-, Markt- und Stadtbewohner zu hüten. Im Nürnberger Land gab es solche angestellten Hirten noch bis in die 60er Jahre. Und neben der Hirtenkultur wird auch die Kultur der Glocken und Schellen betrachtet, was ja irgendwie dazu gehört. Sehr interessant!

Natürlich ist von dieser Tradition in unserer Gegend heute nicht mehr viel übriggeblieben, doch gerade im Alpenraum ist sie noch ein fester Bestandteil – siehe u.a. die Almauf – und -abtriebe. Als weitere Punkte der Dauerausstellung sind u.a. das historische Feuer-Löschwesen und weitere Ausstellungsstücke (Biedermeierzimmer) zu sehen. Auch hier verweilte ich länger als ursprünglich geplant bzw. die Zeit verging einfach zu schnell.
Nach einem kurzen Rundgang durch das schöne Hersbruck ging es für mich wieder Richtung Heimat. Aber, ich komme definitiv bald wieder – es gibt noch viel zu entdecken!

Ein Dankeschön geht an das ganze Team vom Nürnberger Land Tourismus, die dieses Erlebnis ermöglicht haben.

Zu Fuß und per E-Bike durch Churfranken – die Burgen-Tour (Teil 2)

5. Oktober 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , , , ,

Churfranken hat einiges zu bieten, nicht nur Burgen, Kapellen, Ruinen und historische Häuser. Das Motto bzw. die Einladung der Region ist „Leben sie langsam“ und das sollte bei einem Urlaub hier idealerweise verinnerlicht werden.Langsamkeit kann nämlich einen Gewinn an Genuss, Staunen, Intensität und Glückbedeuten, wie das Team von Churfranken-Tourismus erklärt. Und ja, es ist etwas dran. Wir alle haben doch im Alltag zu viel Stress: Dort noch schnell etwas organisieren, hier noch schnell zu einem Termin rennen. XY muss noch fertig werden und schon klingelt wieder das Telefon. Sobald der Urlaub da ist, wird Zeit benötigt, um runter zu fahren. Das geschieht nicht einfach so, sondern auch die Umgebung muss passen. Und genau DAS ist in Churfranken der Fall, hier kann man herrlich entschleunigen. Langsam ist nämlich eine (die eigene) Haltung. Was aber nicht heißt, dass man nicht die ein oder andere Aktivität angehen kann.

Was beim Thema Genuss in Franken nicht fehlen darf, ist das Thema Wein. Und zum Wein gibt es in Churfranken die ein oder andere Besonderheit. So zum Beispiel unterhalb der Clingenburg. Hier befinden sich Reben, die z.T. von der Familie Stritzinger bebaut werden. Sie bewirtschaften das sogenannte „Kirchenstück“, das direkt über der Kirche gelegen ist, um daraus Messwein zu produzieren. Nicht umsonst dürfen sie sich „vereidigter Messweinlieferant“ nennen. Und das schon seit 2001. Da wir bei der Clingenburg waren, ließen wir es uns nicht entgehen, im Weinberg einen Schluck des Weins zu probieren.

Insgesamt befinden sich die 2 Hektar des Kirchenstücks in Terassensteillagen und die Pflege erfolgt zu 100% in Handarbeit. Neben den Trockenmauern (ein Lebensraum für Eidechsen und Co.) befindet sich im Weinberg 100% Dauerbegrünung. Das hat mit dem Wein in erster Linie zwar nicht viel zu tun, aber die Natur freut sich. Ein Punkt für die Biodiversität. Mittlerweile arbeitet jeder 8. Betrieb nach ökologischen Vorgaben und die Zahlen werden, dank Förderungen, sicherlich weiter steigen. Soweit so gut, hier in Churfranken ist das seit Mitte der 80er Jahre schon der Fall. Und ganz unabhängig davon schmeckt der Wein auch sehr gut!  

Wenn wir schon beim Wein sind, kann ich Euch das Weingut Helmstetter mit zugehörigem Hotel „Main Vinotel“ empfehlen. Bei der Familie Helmstetter, die bereits in 4. Generation tätig ist, wird seit ca. 1900 Wein angebaut, seit 2009 am jetzigen Standort. Neben der Rebsorte Sauvignon Blanc findet man bei ihnen auch Grauburgunder, Weiß- und Rotwein werden zu je 50% angebaut. Wir hatten die Möglichkeit, im Rahmen der Pressereise die „heiligen Hallen“ anschauen. Wobei es zur Zeit meines Besuchs im August noch recht ruhig war, denn die Trauben mussten noch etwas reifen. Das dürfte aktuell, zur Hochsaison der Weinlese, sicherlich ganz anders aussehen.

Im Vinotel kann man Urlaub direkt beim Winzer machen und ich habe hier echt gut geschlafen. Das lag vielleicht mit daran, dass im Zimmer Spessarteiche verbaut wurde. Sowohl bei den Möbeln als auch beim Fußboden. Als alter Spessarter weiß man, dass es kaum besser geht und fühlt sich natürlich gleich wohl! Aber es sind auch die vielen Kleinigkeiten, auf die die Winzerfamilie Wert legt, und die den Wohlfühlcharakter ausmachen. Radfahrer sind hier selbstverständlich ebenfalls Willkommen – im Keller befinden sich Ladestationen für (mindestens) 15 E-Bikes.

Generell muss ich sagen, dass Churfranken sehr radfahrerfreundlich ist. Wir waren im Rahmen unserer Pressereise selbst mit dem Radl unterwegs, um die Burgen und Ruinen zu erkunden. Genauer gesagt sind wir von Freudenberg am Main (bereits in Baden-Württemberg gelegen) bis nach Klingenberg am Main gefahren und dann die halbe Strecke zurück nach Großheubach. Insgesamt ca. 35km und (fast) immer schön am Main entlang. Wer ohne Bike vor Ort ist, dem ist schnell geholfen. An verschiedenen Stationen, wie z.B. im Radlereck, kann man sich in Churfranken Räder ausleihen. Als kleine Info: Am Wochenende könnte es am Main recht voll werden. Wer also Zeit hat, ruhig einmal in der Woche herkommen und die schöne Gegend erkunden. Aber nicht nur die Genussradler kommen auf ihre Kosten, dank der Mittelgebirgslage mit Odenwald und Spessart können sich die MTBler auch ordentlich austoben. Und mit etwas Glück führt mancher Wege an einer der bereits erwähnten Burgen/Ruinen vorbei. Somit ist für jeden Radlertyp etwas geboten.

Wer sportelt, muss die verlorenen Kalorien natürlich wieder auffüllen! Nur mit Wein allein ist dies etwas schwierig(er). Ein leckeres Essen dazu ist sinnvoll. Und das ist an sehr vielen Ecken in Churfranken möglich. Zu empfehlen sind auf jeden Fall die Häckerwirtshäuser. Wer diese noch nicht kennt, hier handelt es sich um lokale Weinhändler, die Essen und Trinken nur zu bestimmten Zeiten im Jahr anbieten und dann ihren Hof, ihren Ausschank oder ihr Weingut öffnen. Die Winzer sprechen und wechseln sich mit ihren Öffnungszeiten ab, für einen guten Überblick sorgt hier der Häcker-Kalender. Regionaler und authentischer geht es kaum.

Eine weitere Empfehlung, welche ich uneingeschränkt aussprechen kann, ist das Gasthaus zur Krone in Großheubach. Die Inhaber Ralf und Niki Restel sind einfach super und ergänzen sich wunderbar. Ralf steht in der Küche und zaubert aus regionalen und saisonalen Zutaten leckere Speisen. Niki serviert dazu den richtigen Wein und/oder das richtige Bier. Ein Traum! Als wir in die Küche schauen durften, stand für den nächsten Tag Reh auf dem Programm. Das wäre ein besonderer Genuss gewesen, doch leider ging es für mich an dem Tag schon wieder nach Hause. Aber auch ohne das Reh hatten wir ein sehr leckeres Menü mit den passenden Weinen und als Abschluss einen Eisbock aus der Brauerei Faust.

Besagte Brauerei schauten wir uns am letzten Tag der Pressereise an. Für uns ging es in die Innenstadt des schönen Städtchens Miltenberg. Hier lohnt sich eine Stadtführung definitiv, u.a. durch das „Schnatterloch“ auf den historischen Marktplatz. Der umgeben ist von schönen Fachwerkhäusern und dem Marktbrunnen aus dem Jahr 1583 aus rotem Sandstein. Und wenn Ihr in Miltenberg seid, macht auch eine Führung durch die Brauerei Faust mit. Diese befindet sich quasi im Herzen von Miltenberg und braut sehr leckeres Bier. Es hat sich einiges getan seit meinem letzten Besuch. So wurde in neue Tanks investiert, die sich sehr gut integrieren und auf denen der Gast (im Rahmen einer Brauereiführung und/oder beim selbst Brauen) „sein“ Bier verköstigen kann. Noch dazu mit einem tollen Blick auf die Altstadt. Also top gemacht! Selbstverständlich ist das Bier wirklich zu empfehlen, aber das versteht sich eh von selbst, sonst würde ich es gar nicht hier erwähnen.

Kommen wir noch einmal zurück zu den Burgen in Churfranken. Diese wurden in der Regel an strategischen Punkten errichtet. Entweder an Handelswegen, beliebten Straßen oder Wasserlinien. Denn zur damaligen Zeit bestand das heutige Deutschland bekanntermaßen aus vielen kleinen Staaten bzw. Fürstentümern (ähnlich der heutigen Tarifzonen im öffentlichen Nahverkehr) und so mussten Händler immer Abgaben/Zoll zahlen. Um den Forderungen Nachdruck zu geben und um sich selbst zu schützen, wurden an strategischen Punkten Burgen errichtet. Und auch früher war die Aufklärung das A und O der Kriegsführung – man musste schließlich wissen, wann, aus welcher Richtung und mit welcher Stärke der Feind anrückt. Und sobald eine Gefahr eintraf, musste man seinen Nachbarn (mit dem man hoffentlich befreundet war) informieren. Was per Feuer und/oder Reiter passierte. So zumindest die Kurzform der Geschichte. Von daher liegen entsprechend einige Burgen wie an einer Schnur aufgereiht. Um dies deutlich zu sehen, ging es zum Flugplatz Mainbullau. Mit Peter Duffeck, seines Zeichens Fluglehrer und Pilot, ging es in die Luft. Und von oben betrachtet sieht man sofort die strategischen Lagen der Burgen.

Ein Flug über Churfranken ist sicherlich ein besonderes Urlaubshighlight. Also nicht nur wegen der Burgen bzw. der tollen Übersicht, sondern weil es einfach ein richtig schönes Erlebnis ist. Noch dazu ist Peter ein sehr (!) erfahrener Pilot. Wer es etwas abenteuerlicher mag, es sollen auch Fallschirmsprünge möglich sein. Aber da bin ich der falsche Ansprechpartner – (aus Gründen).

Es war eine sehr schöne Reise nach Churfranken. Herrliche Landschaft, vielfältige Aktivitäten und Genuss, der nicht zu kurz kommt. Trotz Pressereise kam es mir fast wie Urlaub vor. Was vielleicht auch am Motto liegt: Leben sie langsam.

Ein dickes Dankeschön geht an das ganze Team von Churfranken und allen Beteiligten, die diese Erlebnisse ermöglicht haben.

Touren im Ötztal – Der Mann aus dem Eis wird 30!

19. September 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , , ,

Genau 30 Jahre ist es her, dass der Mann aus dem Eis, besser bekannt als „Ötzi“, gefunden wurde. Am 19. September 1991 machte das Ehepaar Simon (die übrigens auch aus Franken kamen) beim Wandern am Niederjochferner diesen historischen Fund. Als Kind war ich bereits einmal vor Ort, allerdings kann ich mich selbst kaum noch daran erinnern. Und so war es jetzt einmal an der Zeit bei einem Besuch im wunderschönen Ötztal, die Fundstelle bzw. den markierenden Obelisken auf dem 3210m hohen Tisenjoch zu besichtigen.

Fast jeder wird mit dem Namen „Ötzi“ etwas anfangen können und mittlerweile haben zahlreiche Forscher ziemlich viel über die Mumie aus dem Eis herausgefunden. Wie mittlerweile festgestellt wurde, starb er vor über 5000 Jahren und dank der tiefen Temperaturen des Gletschers wurde er mumifiziert. Er gehört zu den ältesten und am besten konservierten Mumien der Welt. Ötzi starb am Tisenjoch in den Ötztaler Alpen. Dass es sich bei dem Fund um eine Besonderheit handelte, war zuerst gar nicht unbedingt absehbar. Man dachte zunächst, dass es sich um eine „neuere“ Gletscherleiche handelte, jemand, der in den vergangenen Jahrzehnten in den Bergen umkam und erst jetzt gefunden wurde. Was durchaus passierte, dass eine vermisste Person erst ein paar Tage/Wochen/Monate später gefunden wurde.
Das Ehepaar Simon war auf dem Rückweg von der Fineilspitze (3516m) zur Similaunhütte (3016m) und entdeckte in einer Mulde einen Oberkörper. Daraufhin gingen sie zur Hütte und meldeten den Fund. Der Hüttenwirt Markus Pirpamer stieg zur Stelle auf (die ca. 200hm oberhalb der Hütte liegt) und verständigte im Anschluss die Polizei. Übrigens ist Markus noch immer der Betreiber der Similaunhütte und könnte sicherlich so einiges dazu erzählen.

Am Folgetag erschien die Polizei, um den Fund zu dokumentieren, konnte aber aufgrund der Höhe nicht sofort die Bergung einleiten. Zwei Tage nach dem eigentlichen Fund kamen auch Reinhold Messner und Hans Kammerlander mehr oder weniger zufällig an der Fundstelle vorbei. Begleitet wurden sie von Hans Haid, einem Dichter/Schriftsteller aus dem Ötztal, der später in mehreren Büchern der Gletscherleiche eigene Kapitel widmete. Auch sie diskutierten den Fund, gingen zunächst aber von einer seit einigen Jahrhunderten verstorbenen Person aus. Die Bergung erfolgte nicht extrem vorsichtig und so wurde erst einige Zeit später, als die Mumie von Experten untersucht wurde, die eigentliche Sensation erkannt.

Der Name „Ötzi“ war auf Grund seines Fundortes in den Ötztaler Alpen schnell geboren. Gut, wenn man es ganz genau nimmt, ist er ein Südtiroler. Unter anderem ist er auch noch unter dem Namen „Mann vom Hauslabjoch“ bekannt, wobei das Hauslabjoch ca. 80m entfernt liegt. Gestorben ist er vermutlich durch einen Pfeil (die Spitze wurde im Körper gefunden). Allerdings könnte auch ein Schädel-Hirn-Trauma zu seinem Tod geführt haben – zahlreiche Experten rätselten viele Jahre über die Todesursache. Vielleicht war er auf der Flucht, und aus heutiger Sicht muss man sagen, dass er glücklicherweise auf über 3000m unterwegs gewesen ist, denn sonst wäre Ötzi nicht in so einem gut erhaltenen Zustand aufgefunden worden. Nach langem Hin- und Her ist die Gletscherleiche heute im Archäologiemuseum in Bozen zu finden und wird dort weiterhin untersucht. Man findet dort aber auch Rekonstruktionen des Steinzeitmanns.
Wer mit der Familie im Ötztal unterwegs ist, dem lege ich das Ötzi-Dorf in Umhausen ans Herz. Hier können sich die Besucher auf Ötzis Spuren begeben und u.a. erleben, wie Steinzeitmenschen lebten. Und wer selbst wandern gehen möchte, der sollte sich den „Ötzi-Trek“ anschauen, der auch zur Fundstelle führt.

In der vergangenen Woche ging es für mich hinauf zur Fundstelle. Meine Begleitung war die Wanderführerin Barbara Haid, die gleichzeitig auch die Tochter von Hans Haid ist. Das passte natürlich super zu unserer Tour zur Ötzi-Fundstelle! Von dem schönen Bergsteigerdorf Vent führte unsere Route zunächst zur Martin-Busch Hütte auf 2501m. Dort kamen wir ins Gespräch mit Elmar, seines Zeichens DER Schafshirte für den Schaftrieb über den Ötztaler Alpenhauptkamm. Die Schafe werden aus dem ganzen Tal zusammengetrieben, an der Martin-Busch Hütte „gesammelt“ und anschließend über das Niederjoch nach Südtirol getrieben. Diese grenzüberschreitende „Transhumanz“ oder Wanderweidewirtschaft wurde 2011 in Österreich als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt. Es ist einer der ältesten und spektakulärsten Schafübertriebe im ganzen Alpenraum. Elmar ist ein super Typ und gerne würde ich einmal eine Saison helfen und mitwandern. Für Barbara und mich ging es allerdings weiter zur Similaunhütte. Dies sollte mein Schlafplatz für die Nacht sein. Auf 3019m gelegen und quasi auf der Grenze zwischen Österreich und Italien (ja, ganz genau liegt die Hütte bereits in Südtirol). Wie es so üblich ist, Bergschuhe ausziehen, sich anmelden, Schlafplatz einrichten und anschließend gesellig zusammensitzen, das Abendessen genießen und sich anschließend in seine Koje verziehen. Immer wieder schön, so ein Hüttenabend!

Am nächsten Tag (ich hatte dank Ohrstöpsel sehr gut geschlafen), ging es frühstücken. Ich liebe den Morgen auf einer Berghütte. Für mich hat es etwas ganz Besonderes: Die Berge sind klar (natürlich nicht immer), die Luft dünn, frisch und ebenfalls klar. Dazu das morgendliche Gewusel/Gebrummel der Bergsteiger, die zwar noch nicht richtig wach sind, sich aber trotzdem schon auf ihre Tour freuen. Im Vorraum, beim Anziehen der Bergschuhe wird sich verabschiedet „Kommt gut wieder runter“ und jeder geht in seine Richtung. Barbara und ich machten uns auf den Weg zur Fundstelle. Diese war mit 1 Stunde und 15 Minuten von der Hütte aus angeschrieben. Nach ein paar kleinen ausgesetzten Stellen erreichten wir diese in der angegebenen Zeit und standen nun auf 3210m beim besagten Obelisken.

Nach einer kurzen Pause ging es wieder an den Abstieg. Dieser führte uns nicht wieder zurück zur Similaunhütte, sondern direkten Weges zur Martin-Busch Hütte. Nach einer kurzen Rast mit leckerem Kaiserschmarrn ging es von dort zurück nach Vent.

Wichtig: Es handelt sich dabei um eine Wanderung im Hochgebirge, also an die entsprechende Ausrüstung denken – aber das sollte sich eh von selbst verstehen. Auf der Hütte ist aktuell eine Anmeldung Pflicht, wie auch das Mitbringen eines Schlafsacks (kein Hüttenschlafsack). Insgesamt ist es eine sehr schöne und lohnenswerte Tour, inkl. Hüttenübernachtung auf über 3000m und es ist auf jeden Fall etwas Besonderes dort oben an der Ötzi-Fundstelle zu stehen!

Ein Dankeschön geht auch an das ganze Team vom Ötztal Tourismus, die dieses Erlebnis überhaupt erst ermöglicht haben.

Zu Fuß und per E-Bike durch Churfranken – die Burgen-Tour (Teil 1)

27. August 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Wie die Zeit vergeht! So ist es nun schon drei Jahre her, dass ich in Churfranken gewesen bin. Auch wenn ich in der Nähe aufwuchs, ist die Region doch noch einmal anders als meine Heimat – landschaftlich gesehen wird die Umgebung vom roten Mainsandstein geprägt und der Main schlängelt sich hier gemütlich entlang. Auf der einen Seite liegt der Spessart, auf der anderen der Odenwald. Und wenn man zurück ins Mittelalter blickt, weiß man, dass Flüsse und Mittelgebirgshänge sich ideal für Burgen, Schlösser, Wehrkirchen, Klöster, Ringwallanlagen usw. eigneten. Das gilt natürlich genauso im schönen Churfranken. Entsprechend gibt es hier einiges zu entdecken!

Da wäre zum Beispiel die Gotthardsruine zwischen Amorbach und Weilbach. Diese liegt ca. 1 Kilometer oberhalb von Amorbach und ist ideal zu Fuß zu erreichen. Es dürften so maximal 3km vom Ort aus sein und der Weg ist gut ausgeschildert. Sobald man oben auf dem Gotthard (so nennt sich der Berg) ankommt, sieht man bereits die große romanische Kirche. Früher hieß der Berg übrigens „Frankenberg“ und hat eine lange Geschichte hinter sich. Bereits im 8. Jahrhundert soll dort eine Burg gestanden haben. Später, ca. im 12. Jahrhundert, wurde dann ein Benediktinerkloster errichtet. Wie üblich änderten sich die Besitzansprüche immer wieder und ein paar Kriege (Bauernkriege) kamen auch noch dazwischen. So war es nun mal damals. Im Laufe der Zeit kam ein Turm hinzu, der einen schönen Überblick über die verschiedenen Täler bietet. Insgesamt sind es sieben, daher wird es auch der „7-Täler-Blick“ genannt. 1956 erhielt die Kirche ein neues Dach (das vorherige wurde durch einen Blitzeinschlag vernichtet) und im Grunde hat sich seither nicht mehr viel geändert.

Ein imposantes Bauwerk, wenn man bedenkt, dass es schon ein paar Jahrhunderte an diesem Platz steht. Und noch dazu das ganze Material erst hin transportiert werden musste. Aktuell finden vor Ort archäologische Ausgrabungen statt. Bereits in der Vergangenheit wurden solche Grabungen durchgeführt und so manches Interessante kam zum Vorschein. Die Ausgrabungen werden von ehrenamtlichen Helfern (unter Anleitung eines Archäologen) durchgeführt. Wer also Interesse an Archäologie hat – bis Oktober kann hier mitgeholfen werden. In den unterschiedlichen Erdschichten kann man einiges entdecken – von Ziegeln über Asche (es brannte also irgendwann einmal), Tonstückchen, Mauern und/oder auch Knochen. Jede Erdschicht bringt (vielleicht) etwas ans Tageslicht. Das „vielleicht“ streichen wir einfach, denn in so einer Umgebung kommt mit großer Sicherheit etwas Altes ans Tageslicht. Spannend! Erkenntnisse zeigen, dass um 1809 Touristen vor Ort waren. Sie wussten schon, wo es ist schön ist! Alle bisher gewonnen Daten und Funde werden aufbereitet und in den kommenden Jahren innerhalb der Gotthardsruine in einem modernen Informationssystem für Touristen präsentiert. Hinter dem Projekt steckt der Verein Burgenlandschaft e.V., der noch einige weitere Burgen, Klöster, Ruinen etc… betreut.

Zurück nach Amorbach ging es wieder zu Fuß und wenn man schon einmal dort ist, sich für Burgen, Ruinen und alte Gemäuer interessiert, sollte man unbedingt einen Blick in das Templerhaus werfen. Relativ unscheinbar steht das Haus inmitten einiger anderer Häuser – etwas abseits der Straße. Man würde glatt vorbeilaufen, aber das Templerhaus ist das älteste Fachwerkhaus in Bayern und eines der ältesten in ganz Deutschland. Dies kann man übrigens sehr gut über das Holz (grob gesagt: Abstand der Jahresringe) feststellen. 1291 erfolge der Bau des Fachwerkobergeschosses fast in seiner heutigen Form. Die Fenster in der heutigen Ansicht wurden später hinzugefügt und auch innen wurden Putz- und Malerarbeiten immer wieder angepasst bzw. erneuert. Wird in den eigenen vier Wänden heute schließlich auch so gemacht – ab und zu streichen bzw. etwas erneuern. Der steinerne Unterbau dürfte noch ca.100 Jahre älter sein.

Innen wurde teilweise das Fachwerk freigelegt und die damaligen Zimmereiarbeiten sind zu bestaunen. Auch verschiedene Maler- und Putzschichten sind zu entdecken. Überhaupt finde ich es spannend zu überlegen „Hier haben zahlreiche Generationen gelebt – was werden sie wohl alles gesehen und erlebt haben?“. Erbaut wurde das Gebäude (vermutlich) von der Adelsfamilie Rüdt von Collenberg, es wechselte mehrfach seinen Besitzer und ging 1981 in den Besitz der Stadt Amorbach über. Man vermutet, dass das Geschlecht der Rüdt eine Beziehung zum Templerorden hatte. Zeitlich passt das Gebäude dazu. Aktuell ist ein Anbau vorhanden, indem die Geschichte und weitere Details erzählt werden. Wenn ihr in der Ecke sein solltet – das Templerhaus ist unbedingt einen Besuch wert!

In Churfranken wimmelt es quasi nur so von Burgen. Das mag daran liegen, dass es hier so schön ist, dass sich viele Burgherren in der Gegend niederlassen wollten, kann aber auch den verschiedenen Gebietsansprüchen geschuldet sein. Ich tippe mal auf die schöne Gegend! ;)
Die nächste Burg, die wir uns anschauten, steht im Ausgangsort Miltenberg. Es handelt sich dabei um die Mildenburg. Die Burg dürfte Ende des 12. Jahrhunderts erbaut worden sein und die Namensgebung aus dieser Zeit leitet sich von einer mittelalterlichen Tugend ab: Milde (milte): Freigiebigkeit, Barmherzigkeit, Großzügigkeit. Das (jetzt wieder) weiß verputzte Hauptgebäude stammt im Kern aus den 1390er Jahren. Noch älter dürfte die Ringmauer sein. Auf dieser führt ein kleiner Weg entlang, um den mächtigen Bergfried zu erreichen. Der ist ca. 30m hoch und lässt einen genial über die Stadt blicken.

Aktuell ist in der Burg ein Museum beheimatet, welches eine Dauer- und eine Wechselausstellung mit dem Namen „Orthodoxe Ikonen und moderne Kunst“ beinhaltet. Nachdem 1979 die Burg in den Besitz der Stadt überging, wurde sie umfangreich saniert und 2011 öffnete das Museum seine Pforten.

Mit Superlativen geht es in Churfranken weiter: Die Martinskapelle in Bürgstadt am Main darf da nicht fehlen.  Die Kapelle ist eine der ältesten Kapellen in ganz Franken. Sie wurde um 950 erbaut und beinhaltet eine Besonderheit, welche in ganz Deutschland fast nicht mehr zu finden ist. Es handelt sich dabei um die sogenannte „Armenbibel“ aus dem 16. Jahrhundert. Eine bildhafte Darstellung mit mindestens einer Szene aus dem neuen Testament und auch Texten/Szenen aus dem alten Testament.

Besonders in den Blick fällt der Heilige St. Martin, der zwar seinen Mantel teilt, aber gleichzeitig nicht sonderlich begeistert schaut. Was es zu bedeuten hat? Man weiß es nicht genau…
Am besten ist die Martinskapelle per Fahrrad zu entdecken, das bietet sich entlang des Mains sowieso an, aber dazu erzähle ich Euch noch mehr.

Wandert und/oder fährt man am Main entlang ein Städtchen weiter, kommt man nach Klingenberg am Main. Dort liegt die Burgruine Clingenburg, direkt oberhalb der Altstadt, inmitten von Weinbergen. Zwar wurde die Burg im Jahr 1100 schon genannt, aber vermutlich wurde sie an dem jetzigen Standort erst ein paar Jahre später errichtet. Erbaut wurde sie vom Mundschenk des Kaisers Friedrich Barbarossa: Conradus Colbo. Am Weinberg unterhalb der Burgruine wird schon sehr lange Rotwein angebaut und wer einmal den Fränkischen Rotwein Wanderweg (der übrigens 79 Kilometer lang ist) laufen möchte, der kommt auch an der Clingenburg vorbei.  

Touristisch wird die Burg auch schon eine Weile genutzt. Bereits seit 1891 wurden (unregelmäßig) Burgspiele und Theateraufführungen durchgeführt. Diese waren damals so berühmt, dass sogar vornehme Gäste – unter anderem der bayerische König – erschienen. Auch Festspiele fanden in unregelmäßigen Abständen statt. Seit 1994 gibt es die Clingenburg-Festspiele. Acht Wochen im Sommer wird gespielt, „bis die Steine glühen“ (mit Ausnahme der Corona-Zeit). Ob Musicals, Opern, Schauspiele oder Konzerte – alles äußerst hochprofessionell! Auch mir sagt der Begriff „Clingenburg-Festspiele“ etwas, obwohl ich mich in meiner Jugend noch nicht so sehr dafür interessiert habe.
Wer sich für das Mittelalter interessiert, ist hier auch genau richtig. Um den 01. Mai herum findet ein historisches Weinfest auf der Clingenburg statt. Gaukler, Feuerschlucker, Minnesänger, Puppenspieler, Fakire und viele mehr sorgen für Unterhaltung. Mit Sicherheit ein tolles Ereignis! Übrigens war Klingenberg um 1870 auf Grund des Tonvorkommens und den dazugehörigen Bergwerken eine sehr reiche Stadt.

Die Burgen, Kapellen, Ruinen und historischen Häuser sind natürlich nur ein kleiner Teil von dem, was Churfranken zu bieten hat. Hier wimmelt es sozusagen von bedeutenden Bauten und Denkmälern. Der Verein Burgenlandschaft e.V. hat in einer Broschüre um die 60 verschiedene erwähnenswerte Bauten aufgezählt. Wer also möchte, kann seine historischen Interessen in einem relativ übersichtlichen Gebiet nachgehen.

Und was es noch so zu entdecken gibt, erfahrt Ihr in Kürze hier!

Ein Dankeschön geht auch an das ganze Team vom Churfranken, die dieses Erlebnis überhaupt erst ermöglicht haben.

#AltesBlechAlteGrenze – Die Outtakes zu unserem Roadtrip

4. August 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , ,

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Nach dem Roadtrip ist vor dem Roadtrip. Die Planungen für den nächsten Trip laufen bereits auf Hochtouren. Hier findet Ihr noch einmal gebündelt die Blogposts von #AltesBlechAlteGrenze:

Der Opel Corsa A Cup

Die ersten Highlights im Fichtelgebirge

Der VW Golf II GTI

Die nächsten Ereignisse auf unserer Strecke

Der Ford Scorpio MK1

Auf den Spuren der (Renn-)Geschichte in Sachsen

Highlights auf der Rückreise

Insgesamt hatten wir eine Planungsdauer von über einem Jahr – von der Idee bis zur eigentlichen Umsetzung. Wir mussten mehrmals alles über den Haufen werfen, neu planen und schlussendlich doch wieder alles ändern. Wir hatten unzählige Google-Meet-Sitzungen, waren zwischendurch am Verzweifeln, bauten uns gegenseitig auf, führten viele Telefongespräche, tippten uns die Finger in den Mails und Messangern wund und fieberten schließlich dem Abfahrtstag entgegen. Wir fuhren ca. 2000km, hatten einige Tankstopps, viele Mädmonks, 6 Bundesländer besucht bzw. durchquert (ohne An- und Abreise), eine Lichtmaschine (für den Opel) neu organisiert, über 3400 Bilder geschossen und unzählige Eindrücke mitgenommen. Selbstverständlich waren wir zwischendurch auch stilecht unterwegs und verwandelten uns selbst zurück in die späten 80er bzw. frühen 90er. Was zum Teil sehr zur Erheiterung des Umfelds beitrug:

Wenn die Planungen für den neuen Roadtrip soweit stehen, erfahrt Ihr es natürlich wieder. Was meint Ihr, wohin könnte es diesmal gehen? Oder habt Ihr Vorschläge, wohin wir Eurer Meinung nach unbedingt mal fahren sollten?  

Mehr zum Roadtrip #altesblechaltegrenze findet Ihr natürlich auch auf den Blogs von Sebastian und Daniel und im heise.de Podcast „Die Hupe„.


Zwecks Transparenz: Ohne grandiose Partner wäre so ein Roadtrip nicht möglich gewesen. Deshalb ein dickes Dankeschön an: Dunlop, Opel, Volkswagen, Ford Deutschland, Tourismusregion Sachsen, Tourismusregion Fichtelgebirge, Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth, August Horch Museum in Zwickau, Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn und Gedenkstätte Point Alpha.
Bilder von Marcel Langer, Daniel, Sebastian und mir.

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