Milano Moda Uomo – Neuigkeiten von PHILIPP PLEIN

20. Januar 2022 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Januar ist der Modemonat für die Herren und auch in Zeiten der Pandemie geprägt von Fashion Weeks, Schauen, Präsentationen und Neuigkeiten aus der Modewelt. Viel wird online gezeigt und falls doch Events offline stattfinden, natürlich unter strengen Regelungen. Die Mailänder Männermodewoche – die „Milano Moda Uomo“ – gibt jährlich den Startschuss für die Saison Herbst/Winter 2022 und zeigte in den letzten Tagen erste Trends auf.

Ein Label, das bei der Mailänder Fashion Week seit Jahren erfolgreich und meist mit spektakulären Events vertreten ist, ist PHILIPP PLEIN.
„Art has always been a great inspiring source for me and today I’m proud to celebrate and share this Art Gallery to open a new design chapter, where fashion meets art“ so beschreibt Philipp Plein seine Vision. Dass Kunst in seiner Mode eine große Rolle spielt, ist nicht zu übersehen. Unter dem Motto „The Turnaround Year – the evolution of creativity“ zeigten sich die Models in sehr farbenfrohen und einzigartigen Kreationen. Hierzu schuf Philipp individuelle Fantasy-Charaktere, die „Lil Monsters“.

Die „Lil Monsters“ haben, falls ihr es Euch auch schon gedacht habt, sogar eigene Namen wie Lilboo, Lilcyclops, Lildiabolo, Lilgozilla, Lilshark oder Lilscull. Mein erster Gedanke war „Oh, wie aus einem Videospiel!“. Eine äußerst spielerische Verbindung von Mode mit Kunst. Bunt, kreativ und mit einem Augenzwinkern.

Zusätzlich zur Präsentation der kommenden Herbst-Winter-Kollektion gibt es noch weitere Neuigkeiten von PHILIPP PLEIN. Im neuen Showroom in Mailand sind die PHILIPP PLEIN Unique Pieces in einer Pop-up-Kunstgalerie zu sehen. Zukünftig werden die Kunstwerke dann auch in verschiedenen Stores weltweit ausgestellt, von denen 2022 übrigens einige neue dazu kommen werden. Plein plant außerdem, die Unique Pieces im Dezember zur Art Basel auszustellen.
Vermutlich wird die Fusion aus Kunst und Mode ebenfalls erfolgreich – wir dürfen gespannt sein! Die Vorstellung der Pop-up-Kunstgalerie fand im Rahmen der Fashion Week statt – hier war/ist wieder deutlich zu erkennen, dass Mode und Kunst zusammenspielen und Kreativität keine Grenzen kennt.

(Bilder/Video von PHILIPP PLEIN)

Frohe und gesunde Weihnachten!

23. Dezember 2021 | Keine Kommentare |

Edit: Und ois Gude für 2022!

Fröhliche Weihnachten und ein gutes und gesundes neues Jahr wünsche ich Euch!

Feiert mit Euren Freunden und/oder Eurer Familie (vergesst dabei aber nicht die Pandemie bzw. passt auf Euch auf), genießt die Zeit und bleibt gesund!

Ötztal Tipp für 2022 – Friedl mit der leeren Tasche

17. Dezember 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , ,

Im Winter ist das Ötztal bekannt für Schnee, gute Pisten, Skigebiete für alle Anforderungen und natürlich das leckere Tiroler Essen. Das kann man selbstverständlich auch im Sommer genießen, zum Beispiel nach einer von zahlreichen möglichen Aktivitäten, wie Biken, Bergsteigen und/oder Wandern. Egal ob im vorderen oder im hinteren Ötztal, Touren gibt es en masse und es ist für jeden etwas dabei. Mich persönlich verschlägt es schon eher Richtung hinteres Tal, wo auch die 3000er Gipfel zu finden sind. Wie bei meinem letzten Besuch, wo ich u.a. an der „Ötzi-Fundstelle“ war. Schneebedeckte Gipfel, herrliche Ausblicke – es ist einfach eine sehr beeindruckende Kulisse!

Genau in dieser wunderbaren Kulisse spielt das Wandertheater „Friedl mit der leeren Tasche“. Die Idee dazu hatte Hubert Lepka, der bereits „Hannibal“ am Rettenbachferner in Sölden (mit)entwickelte. Startpunkt für den Friedl ist das Bergsteigerdorf Vent mit seiner prägnanten Talleitspitze (3406m). Von dort aus startete unsere Gruppe ausgestattet mit Funk-Kopfhörern und folgte den Darstellern in ihren historischen Kostümen. Der Weg führte uns ein kleines Stück entlang der Rofenache und anschließend Richtung Martin-Busch Hütte. Die Spiel- und Gehzeit ist mit 6 Stunden angegeben, doch ich kann Euch versichern, dass es so abwechslungsreich ist, dass es einem viel kürzer vorkommt! Inklusive Rückweg ist es ein toller Tagesausflug, man kommt auf ca. 8 Stunden und 800hm. So die groben Eckdaten. Aber nicht davon abhalten lassen, denn es lohnt sich sehr – versprochen! Natürlich sollte die Ausrüstung der Höhe und dem Wetter entsprechen, aber das versteht sich von selbst. Die Martin-Busch Hütte wird gestreift, doch findet während des Theaters keine Einkehr statt. Also auch an den Proviant denken!

Geschichtlich gehen wir um die 600 Jahre zurück. Erzherzog Friedrich von Tirol flüchtet in ärmlicher Verkleidung von seinem Erzfeind Siegmund von Luxemburg von Konstanz nach Meran. Er musste somit genau den Weg nehmen, den wir quasi heute auch nehmen. Vorbei an Pferden (vielleicht waren es damals auch Haflinger), Bergziegen, Murmeltieren und Schafen führte uns der Weg. Wie vor besagten 600 Jahren. Von Erzherzog Friedrich blieb vorerst nicht viel übrig, denn in Vent, genauer gesagt in den Rofenhöfen, schlüpfte er in die Rolle des Knechtes „Friedl“ und tauchte unter. Alleine war es in der Umgebung recht schwer zurechtzukommen, doch mit Hilfe der Magd Anna konnte er fliehen. Anna war (fast) immer an seiner Seite, doch wer ist die fremde Frau, welche wir zwischendurch immer wieder zu Gesicht bekommen?
Die einzelnen Szenen werden immer wieder durch Wanderabschnitte unterbrochen, was die Spannung hebt. Was passiert als nächstes? Wohin führt uns der Weg? In welcher eindrucksvollen Kulisse spielt die nächste Szene? Fragen über Fragen! Manchmal befindet sich der Spielplatz nah an den Zuschauern, manchmal aber auch weiter entfernt. Keine Bange, durch Kopfhörer und spezielle Funkübertragung sind die Zuschauer immer direkt dabei! An dieser Stelle ein dickes Kompliment an den Tontechniker! Um zu erfahren, was weiter passierte, mussten wir einige Höhenmeter hinter uns lassen – nahe den Gletscherzungen sollten wir es erfahren.

Während des Theaters fühlt man sich in die damalige Zeit zurückversetzt. Die Umgebung, die Kostüme und die Musik– es fühlt sich an, als steckt man mittendrin. Sprachlich ist es ein Mix aus Deutsch und dem Ötztaler Dialekt, der übrigens von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe ernannt wurde! Ich gebe zu, das ein oder andere mal muss man etwas konzentrierter zuhören… aber das macht die Authentizität aus.
Im Winter macht das Wandertheater eine Pause. Die neuen Spieltermine (vermutlich wieder im September) sind aktuell noch nicht veröffentlich, kommen aber in den nächsten Monaten und sind dann hier zu finden. Wäre doch auch ein tolles Weihnachtsgeschenk!?

Mein persönliches Fazit: Die Schauspieler sind top, die Geschichte spannend (zu viel wird hier natürlich nicht verraten), die technische Umsetzung ist super und die Kulisse ist einfach der Hammer! Meine beiden Daumen gehen eindeutig nach oben!

Genächtigt habe ich im Hotel Macun. Direkt in Vent gelegen, mit Blick zum Rofental, extrem netten Gastgebern und mit einer unglaublich guten Küche. Apropos Küche, hier kocht der Chef (Pirmin) noch selbst. Seine Leidenschaft fürs Kochen und regionale Produkte schmeckt man und ich durfte ihm über die Schulter schauen, vor allem aber im Anschluss im hauseigenen Restaurant „Das Siebzehn“ das Ergebnis genießen.

Genau diese Unkompliziertheit und Offenheit („Ich würde dir gerne einmal über die Schulter schauen, ist das möglich? – „Ja, klar – wann passt es dir?“) mag ich persönlich sehr. Dies ist nicht nur in Vent bzw. im Hotel Macun so, sondern im ganzen Ötztal. Da fühlt man sich einfach wohl!

Ein Dankeschön geht an das ganze Team vom Ötztal Tourismus, die dieses Erlebnis erst ermöglicht haben.

Die zwei Abenteurer zu Fuß am Rhein

10. Dezember 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , ,

Traditionen soll mal pflegen. Und so trafen sich auch in diesem Jahr zwei Abenteurer für eine gemeinsame Wandertour. Dieses Mal ging es nicht in die Alpen und auch nicht ins fränkische Mittelgebirge. Es sollte die Gegend am Rhein werden – nahe der Heimat von einem der beiden Abenteurer. Bereits einige Wochen vorher wurde der Termin vereinbart, Zugtickets gebucht und schon erste Planungen angestellt.

Am ausgesuchten Sommerwochenende herrschten beste (Wetter-)Bedingungen. Ja, auch im Flachland wird darauf akribisch geachtet, um das richtige Zeitfenster zu erwischen. Ähnlich einer Expedition auf einen 8000er. ;) Das Basislager war mit einer Höhe von ca. 115m über dem Meeresspiegel die Stadt Wiesbaden, und somit entfiel glücklicherweise eine umfangreiche Akklimatisierung. Gut, ein kleiner Anstieg von Bahnhof zum Lager musste überwunden werden, aber wir wollen mal nicht so sein. Die zwei Expeditionsteilnehmer verzichteten im Vorfeld auf Unterstützung von Trägern, wie man es normalerweise bei solchen Expeditionen gewohnt ist. Auch das ist (vermutlich) einmalig in der Geschichte und selbst die Route wurde bis zum Vorabend noch streng geheim gehalten. Was bekannt war: Es handelte sich um eine klassische Route, die von einem der beiden Mitglieder bereits zuvor begangen wurde.

Der Tag brach an und die beiden mussten sich etwas beeilen, um einen der ersten Züge zum Ausgangspunkt „Rüdesheim“ zu nehmen. Am Zielbahnhof angekommen, folgten sie zielstrebig den Wegweisern „Rheinsteig Zustieg“ und damit kennt Ihr nun den ausgesuchten Wanderweg. Der übrigens zu Beginn steil bergauf führt. Immer durch Weinberge, mal war die Seilbahn zum Niederwalddenkmal zu sehen, mal ging es über Treppen nach oben. Oben am Niederwalddenkmal angekommen, wurde natürlich erst einmal das imposante Denkmal begutachtet. Dank der recht frühen Uhrzeit (die Seilbahn fuhr noch nicht) waren wir die einzigen vor Ort und konnten uns somit Zeit lassen. Hier kam auch zum ersten Mal das Zeichen „Fluss auf blauem Grund“ (offiziell: Stilisiertes R auf blauem Grund) für den Rheinsteig zum Vorschein.

Beim Rheinsteig handelt es sich um einen 320km langen Fernwanderweg, der überwiegend auf schmalen Wegen durch das Rheintal führt. Man kann ihn an einem Stück laufen, aber einzelne Etappen zu gehen ist überhaupt kein Problem. Insgesamt überwindet man dabei ca. 11.700 Höhenmeter – also schon einiges. So die groben Details. Aus zeitlichen Gründen entschieden wir uns von Rüdesheim bis nach Lorch zu wandern (Etappe 5) – laut Marco eine der schönsten Ecken auf dem ganzen Steig. Nicht weit entfernt vom Niederwalddenkmal erreichten wir den nächsten Aussichtspunkt, „Rossel“. Von dort aus führt der Weg immer wieder durch Wald und mit wunderbaren Ausblicken auf den im Tal fließenden Rhein. An einer Stelle mussten wir erstmal das zweite Frühstück und natürlich die Aussicht genießen.

Nachdem wir gefühlt hoch oben über dem Rhein unterwegs waren, führte uns der Weg vorbei am Jagdschloss Niederwald (heute ein Hotel) „nach unten“ in den kleinen Ort Assmannshausen. Alle (also wir beide) Expeditionsteilnehmer wurden von den Einheimischen mit kurzen Blicken gewürdigt, um anschließend wieder ihrer eigentlichen Tätigkeit nachzugehen. Die Einheimischen erkennen erfahrene Wanderer vermutlich bereits aus mehreren Kilometern Entfernung. Einmal durch das kleine Örtchen durch und schon ging es wieder bergauf. Der Weg führte uns, teilweise mit Fixseilen und Steighilfen über Abgründe und gefährliche Passagen – fast wie im/am Khumbu-Gletscher (nur ohne Gletscher…).
Wir befanden uns bereits auf der Zielgeraden und erreichten Lorch nach ca. 7h und 30min (in Bewegung: 5h 45min) und insgesamt 25,8km. Die zwei Wanderer überlegten noch kurz, ob sie noch einen Ort weiterlaufen sollten, entschieden sich aber dagegen, traten die Rückreise in das Basislager an und genossen das herrliche Wetter noch bei einem abendlichen Aufenthalt am Rhein.

Die zwei Abenteurer sprachen noch lange über ihre Tour, das Leben und überhaupt, bevor sie ins Bett gingen und sich für die Tour am nächsten Tag erholten.
An Tag 2 war noch eine weitere (kleine) Tour geplant. Genauer gesagt der Wisper Trail „Naurother Grubengold„. Bei den Wisper Trails (davon gibt es mehrere) handelt es sich um sogenannte Premiumwanderwege durch das Wispertal im Rheingau. Auf unserer ausgewählten Tour führte uns der Weg durch Schiefergruben, an Wald und Wiesenstücken und schlussendlich auch am Wispersee vorbei. Im Gegensatz zur vorherigen „Expedition“ (Stichwort: Fixseile), war der Weg einfach. Allerdings mussten wir uns zwischendurch vor wilden Tieren schützen und wären beinahe um unser Leben gerannt. Also natürlich nur beinahe.

Auch hier wurde das optimale Wetterfenster genutzt, um die insgesamt 14,9 km und ca. 350hm zu erwandern. Laut Komoot waren wir 3 Stunden und 19 Minuten unterwegs. Also ganz entspannt. Nach einer kurzen Abschlussbesprechung trennten sich die Wege der beiden Expeditionsmitglieder wieder, doch es dürfte kein Geheimnis mehr sein, dass noch in diesem Jahr weitere Routen mit evtl. weiteren (Gast-)Teilnehmern geplant sind und waren.
Wo es die beiden hinziehen wird, bleibt allerdings noch ein Geheimnis…

<Bilder sind von Marco und mir>

Der Audi e-tron S Sportback im Test

25. November 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , , ,

Nicht kleckern, sondern klotzen! So könnte man meinen, wenn man sich manche Modelle aus Ingolstadt anschaut. Das gilt besonders beim e-tron S Sportback aus dem Hause Audi, ein vollelektrischer SUV. Diesen konnte ich vor kurzem über zwei Wochen ausgiebig testen.

In der Vergangenheit bin ich bereits Elektroautos verschiedener Hersteller gefahren, allerdings immer eher Kurzstrecke bzw. „mal um den Block“. Umso mehr freute ich mich auf die Gelegenheit, mir ein umfassendes Bild vom e-tron S Sportback zu machen. Nachdem ich ein bisschen recherchiert hatte, war die Vorfreude noch größer. Wenige Tage später stand er dann vor der Tür in einem schönen, knalligen Rot, bei Audi heißt die Farbe „Catalunyarot Metallic“. Da hat mal jemand mitgedacht, denn Weiß, Grau oder Schwarz sind im Herbst/Winter tödlich zu fotografieren.
Was auf den ersten Blick auffällt? Seine Größe, seine Form und die virtuellen Außenspiegel (!). Das Heck wirkt ohne Endrohre wie beim Verbrenner sehr elegant mit dezentem Spoiler, die Seiten sind relativ klassisch gehalten. Ein besonderes Merkmal des Testmodells: Ladeklappen rechts UND links. Was sich im Alltag als sehr praktisch erweist, vor allem, wenn man auf öffentliche Ladesäulen angewiesen ist. Und auch die Verbreiterungen an den Radkästen fallen optisch ins Auge. Insgesamt tragen sie dazu bei, dass der Audi noch sportlicher um die Ecke kommt als ohnehin schon. Die Front: Dezente „e-tron“ Prägung in der Mitte oberhalb der Schürze und Lufteinlässe zu den Bremsen. Der Grill ist geschlossen und insgesamt hat die Front eine schöne abgerundete Form.

Designtechnisch gesehen schon ziemlich schick. Was ich mir allerdings für die Zukunft wünschen würde – das gilt für alle Hersteller – (noch) mehr Mut beim Design! Audi kann es ja, man muss sich nur den Audi RS Q e-tron Dakar anschauen. Was ich allerdings in den zwei Test-Wochen gemerkt habe: der e-tron S Sportback fällt auf! Noch nie bin ich so häufig auf ein Fahrzeug angesprochen worden, noch nie haben so viele Leute auf dem Parkplatz geschaut bzw. beim Fahren hinterhergeguckt.

Kommen wir aber erst einmal zu den reinen Hardfacts:

– 370 kW (503 PS) im Boost – ohne Boost sind es 320 KW (435 PS)

– max. Drehmoment bei 973 Nm im Boost – ohne Boost sind es 808

– permanenter Allradantrieb quattro

– Höchstgeschwindigkeit 210 km/h (abgeriegelt)

– 2-stufig übersetztes Planetenradgetriebe mit einer Gangstufe

– Leergewicht: 2620kg (ohne Fahrer)

– Maße: 4,902m (Länge) x 2,189m (Breite mit Spiegel) x 1,615m (Höhe)

– Batterie: 95kWh (Lithium-Ionen)

– Stromverbrauch (kombiniert in kWh/100 km): 26,0 – 24,6 (NEFZ); 28,1 – 25,8 (WLTP)

– Preis des Testwagens: 126.525,00 Euro

So die Daten. Wie es in der Realität aussieht, ist natürlich immer noch eine andere Frage. Man muss nicht dazu sagen, dass das Gewicht des Ingolstädters natürlich ein Einflussfaktor ist. Am Rande sei erwähnt, dass die Batterie bereits knapp 700kg wiegt. Wobei das ganz normal ist und nicht sonderlich von anderen Herstellern abweicht. Aber die insgesamt 2620kg liegen schon ziemlich weit im oberen Bereich der Fahrzeug-Gewichtsklassen. Dafür sind im e-tron auch gleich drei Elektromotoren verbaut. Zwei befinden sich auf der Hinterachse, einer auf der Vorderachse. Bereits oben erwähnte ich den sogenannten „Boost“. Dieser steht nur in ausgewählten Fahrmodi wie z.B. in der Ausprägung „Dynamisch“ zur Verfügung und schaltet (elektronisch) extra Leistung zu. Gleiches gilt (natürlich) für den Drehmoment. Wobei man hierzu sagen muss, dass es beim jeweiligen Beifahrer nur zwei Emotionen gibt, sobald das Fahrzeug aus dem Stand heraus maximal beschleunigt wird: entweder ein „JAAAA!“ (inkl. Grinsen) oder „OMG“ (und irgendwo Festhalten).
Von 0 auf 100 km/h werden die 2,6 Tonnen in 4,5 Sekunden (im Boost) beschleunigt – das ist schon eine Hausnummer!
Insgesamt kann der Fahrer zwischen sieben Profilen bzw. Modi wählen: auto, comfort, dynamic, efficiency, individual, allroad und offroad. Was dann, je nach gewähltem Modus, dazu kommt: Das Fahrwerk bzw. die adaptive Luftfederung passt sich automatisch an. Übrigens für jedes Rad einzeln! Somit hat der Fahrer einen Spielraum von 76 Millimetern. Dahin cruisen oder auch im Gelände fahren – alles kein Problem!

Auch in der Beschleunigung jenseits der 100 km/h ziehen die Elektromotoren sehr gut. Und selbst bei der maximalen Geschwindigkeit von 210 km/h sind nur die Wind- und Reifengeräusche zu hören. Im Innenraum ist eine Unterhaltung auf normaler Lautstärke möglich, was durch die Akustikverglasung für die Tür- und Seitenscheiben noch unterstütz wird. Ein weiterer Pluspunkt. Und durch die zentrale Lage der Batterie (zwischen den Achsen) liegt der Schwerpunkt vom Fahrzeug weit unten. Was sich wiederum positiv auf die Fahrstabilität auswirkt.

Kommen wir zur Beleuchtung. Grundsätzlich sei gesagt, dass der Audi e-tron S Sportback mit digitalen Matrix LED-Scheinwerfern und LED-Heckleuchten ausgestattet ist. Laut Ausstattungsliste von Audi hat diese Ausführung einen Wert von 4.500 Euro. Im ersten Moment kommt da der Gedanke nach „WTF“ auf, aber man muss einmal damit gefahren sein. Von außen betrachtet sind die Scheinwerfer und Heckleuchten schon ein eyecatcher. Auf einer Nachtfahrt kommt die Lichttechnik erst richtig zur Geltung. Und ich kann Euch sagen: Top! Also richtig gut! Die proaktive Ausleuchtung nach rechts bzw. links ist einfach genial. Die Sensoren regeln alles automatisch und sehr schnell. Bei einem Spurwechsel wird das Licht dynamisch angepasst oder auf Autobahnen ein „Spurlicht“ erzeugt. Dies zeigt (mit Hilfe von optischen Winkeln) an, wo sich das Fahrzeug auf der Fahrbahn befindet. Wer etwas mehr darüber erfahren möchte, Audi hat es hier sehr gut erklärt bzw. dargestellt.

Selbst bei Regen kam mir die Umgebung heller vor und auf Landstraßen zu fahren fühlt sich sicherer an. Unter uns gesagt: Eigentlich will ich in Zukunft nur noch solche Beleuchtungen sehen. Ebenso wie die virtuellen Außenspiegel! Von außen fallen sie gleich ins Auge und ich wurde (fast) täglich darauf angesprochen. Von Skepsis bis hin zur Neugierde war fast alles dabei. Meiner Meinung nach könnte man auch das sofort in allen Fahrzeugen umsetzen. Die Qualität ist der Hammer! Selbst in der Nacht und bei Regen auf der Autobahn finde ich sie besser als die klassischen Spiegel. Die Hard- und Software arbeitet super, passt sich der jeweiligen Situation (z.B. abbiegen) an und bietet (gefühlt) eine bessere Übersicht. Nach ca. einem Tag hatte ich mich an die etwas tiefer liegenden Monitore gewöhnt und der Blick führt automatisch hin. Die Kameras sind per Touch und ganz intuitiv auf der Fahrerseite verstellbar. Ein weiterer Vorteil der virtuellen Außenspiegel (da viel flacher) ist der niedrige cw-Wert im Vergleich zu normalen Spiegeln.

Mittlerweile gehört für mich ein Head-Up Display schon fast zum Standard und es gehört für mich in solch einer Preisklasse einfach dazu. Es erleichtert das Fahren, denn der Blick bleibt auf der Straße.
Das e-tron Testmodell war zudem mit Sportsitzen inkl. Sitzheizung ausgestattet. Und Sitzheizung befand sich auch auf den Rücksitzen. Sie kann (sowie Klima/ Lüftung) hinten ebenfalls per Touch separat gesteuert werden. Was ich mir als Fahrer wünschen würde: Falls niemand hinten sitzt, eine Anzeige o.ä. zur Kontrolle der Instrumente. I know…diese sind bei Nicht-Benutzung nicht aktiv, aber trotzdem. Und noch ein kleiner Kritikpunkt: Das beim Testmodell zugehörige Lenkrad besitzt keine Lenkradheizung. Ja, jammern auf hohem Niveau, ich weiß.
Aus den Bang & Olufsen Boxen ertönten die Klänge wie erwartet sehr gut. WLAN ist im Audi vorhanden und somit kann Online Radio gehört werden. Die Bedienelemente sind intuitiv und die Haptik fühlt sich gut an. Vielleicht liegt es auch daran, dass diese aus dem schönen Franken kommen und beim Zulieferer Preh (in Bad Neustadt) gefertigt werden. Insgesamt vermittelt der Innenraum einen sehr guten Eindruck und selbst hinten ist ausreichend Platz in alle Richtungen (auch nach oben).

Zu den Assistenzsystemen. Teilweise (über kurze Distanz) ist quasi „autonomes“ Fahren (Teilautonom auf Level 2) möglich. Autonomes Fahren ist natürlich falsch, denn dies ist laut aktuellem Stand in Deutschland/Europa ja nur auf ausgewählten Teststrecken erlaubt. Aber der e-tron hält die Spur auf Autobahn und Landstraße ohne Eingreifen. Selbstverständlich wird man nach kurzer Zeit mit optischen und akustischen Warnmeldungen darauf aufmerksam gemacht, das Lenkrad wieder anzufassen. Sollte dies nicht passieren, wird angeblich eine Notbremsung durchgeführt – das wollte ich natürlich nicht ausprobieren. Grundsätzlich arbeitet das adaptive Fahrassistenzsystem mit eingebauten Radarsensoren, Laserscanner, der Front-Kamera und Ultraschallsensoren, alles sehr gut abgestimmt. Manchmal fehlte mir persönlich etwas das Feingefühl z.B. beim Spurhalten („Active lane assist“ ab 65 km/h). Auch hier: Meckern auf sehr hohem Niveau. Bisher war ich nämlich noch mit keinem System (unabhängig vom Fahrzeughersteller) zu 100% zufrieden. Verkehrszeichen werden automatisch erkannt – auch logisch. Man bekommt einen Eindruck, in welche Richtung autonomes Fahren zukünftig gehen kann.
Was auch automatisch geregelt wird, ist die Rekuperation des Fahrzeugs. D.h. vor einer Stadt/Baustelle whatever geht die Elektronik automatisch vom Gas und rekuperiert, um bei Beginn des Tempolimits auf der erforderlichen Geschwindigkeit zu sein. Top! Die jeweiligen Rekuperationsstufen können durch den Fahrer aber auch ganz individuell über Schaltwippen angepasst werden.

Kommen wir zum Verbrauch, zum Laden und der Reichweite. Ich hatte mir vorher schon verschiedene Apps runtergeladen und mir eine Ladekarte der örtlichen Stadtwerke besorgt.
Audi hatte aber auch hier mitgedacht und eine Ladekarte im Fahrzeug hinterlegt. Der Testwagen hatte zwei Ladeanschlüsse (AC) rechts und links vorne. Wobei einer davon AC und zusätzlich für das sogenannte Schnellladen (DC) vorgesehen ist. Der e-tron kann DC laden – was aktuell noch nicht immer Standard ist. Zwecks Laden war ich positiv überrascht. Stecker in das Fahrzeug, per RFID die Säule entriegeln, Stecker in die Säule, kurz warten und los geht’s. Sobald der Ladevorgang fertig ist, Stecker ziehen, verräumen und wegfahren. Nicht mehr zur Kasse gehen, nicht mehr mit Menschen sprechen „Nein, ich möchte keinen Schokoriegel/Kaffee whatever haben, danke“, einfach losfahren. In den zwei Wochen hatte ich nur einmal Probleme mit einer Ladesäule, aber nach einem Anruf bei der Störungshotline wurde das Problem (Ladesäule hat sich, ähnlich eines Computers, aufgehängt). Das Fach für das Kabel ist vorne (also unter der Motorhaube) angebracht. Diese Tatsache stört mich etwas, denn ich habe keine Lust bei jedem Ladevorgang das Kabel aus dem „Motorraum“ zu holen. Wäre es meiner, würde ich aus Bequemlichkeit das Kabel einfach in den Kofferraum (Heck) legen und gut ist. Der Ladevorgang selbst, bzw. die Dauer hängt natürlich von der jeweiligen Leistung der Ladesäule ab. Dieser dauerte bei mir zwischen 35min (DC-Laden) und 7,5h (AC mit maximal 11KW) von ca. 10% auf 90% Akku. Dies muss man halt einplanen. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich mit dem Testwagen jeweils lange Strecken, aber auch kurze Stadtfahrten unternommen habe und es niemals zu längeren „nutzlosen“ Wartezeiten kam. Auto abstellen, laden und etwas anderes erledigen – so das Motto.

Gedanklich muss man sich natürlich erst etwas umstellen, aber das ist meiner Meinung nach reine Gewöhnungssache und nur am Anfang eine kleine Umstellung. Audi gibt die Reichweite mit 347km an und den Verbrauch mit 28,1–26,4 (WLTP) kWh/100 km. Zwecks Reichweite bin ich so um die 270km bis 310km gekommen – je nach Fahrweise/Komfortstatus/Zuladung usw. Allerdings habe ich ihn nicht unter 27 kWh/100 km gedrückt bekommen. Und das war überwiegend Autobahn mit maximal 130km/h, Modus „efficiency“. In den zwei Wochen hatte ich bei normaler Fahrweise durchschnittlich einen Verbrauch von 31,7 kWh/100. Im reinen E-Auto Vergleich eine ordentliche Hausnummer. ABER im Vergleich zu einem (vergleichbaren) Verbrenner könnte der e-tron günstiger wegkommen. Dies ist nur eine Vermutung, denn der Vergleich zwischen E-Auto und Verbrenner hinkt meiner Meinung nach und ist von sehr vielen Faktoren abhängig, wie der individuellen Fahrweise, dem Ladeort, den Benzinpreisen etc. Ihr seht also, so ein direkter Vergleich ist (fast) nicht möglich und von den jeweiligen Umständen abhängig. Was ich sagen kann: Unsere Ausgaben lagen bei 15,53 Euro pro 100km.

Welche Features hat der Audi e-tron S Sportback noch so, bzw. welche sind optional erhältlich? Servoschließung für die Türen (Türe ins Schloss fallen lassen, der Rest passiert von ganz allein), Assistenzpaket (um die Sicherheit- und den Fahrkomfort zu erhöhen) für die Stadt und für die Langstrecke, Nachtsichtassistent (elektronische Visualisierung des Fahrbahnumfelds), mobile Kaffeemaschine, Anhängerkupplung (!) mit einer zul. Anhängerlast von 1800kg. Nur um noch eine kleine zusätzliche Auswahl zu nennen.

Fazit: Begeistert war ich von der Lichttechnik, den visuellen Spiegeln, dem Komfort, den Assistenzsystemen und dem Antrieb. Minuspunkte gab es für den hohen Verbrauch und den Preis.

Der liebe Johannes Bräutigam begleitete mich für einen Tag und drückte dabei auf seinen Auslöser. Herzlichen Dank! Ein weiteres Danke geht an Kai Vedder der TRANSLOG Transport + Logistik GmbH für den Shootingplatz.

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