Die neue Corvette Stingray mit Mittelmotor

8. August 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Manchmal darf es bei mir auch schneller, weiter und höher gehen. Da kommt die Begeisterung durch, die ein schnelles Auto weckt. Wie zum Beispiel bei unserem Roadtrip mit dem Camaro. Fährt sich einfach wie ein Träumchen. Vom Spritverbrauch reden wir jetzt nicht, aber ab und an ist so ein Sportwagen schon ein Erlebnis.

Nun gibt es Neuigkeiten von Corvette (die ich irgendwann auch nochmal austesten muss): Ein komplett neues Konzept erstmals mit Mittelmotor, die neue Corvette Stingray.
Corvette steht bei GM für Innovationen und das Ausloten des Machbaren. „Nachdem das konventionelle Fahrzeugkonzept mit Frontmotor an seine Leistungsgrenzen stieß, wurde das neue Layout erforderlich“, erklärt GM Präsident Mark Reuss. „In puncto Komfort und Fahrspaß sieht das neue Modell nach wie vor aus wie eine Corvette und fühlt sich auch so an. Die Fahrleistungen übertreffen jedoch die aller Vorgängermodelle in der bisherigen Geschichte der Corvette.“

Technisch gesehen gibt es so einige Neuerungen. Neben dem Mittelmotor an sich hat die neue Corvette Stingray durch die Platzierung des Motors eine bessere Gewichtsverteilung. Diese wirkt sich natürlich auf das Fahrgefühl aus. Durch die neue Positionierung des Motors ist es möglich, die Haube etwas tiefer zu setzen und somit die Sicht auf die Fahrbahn zu verbessern. Ähnlich einem Rennwagen. Aber nicht nur Rennstreckenpotential hat sie, sondern bietet sie in zwei Laderäumen 357 Liter. Das hatte mich damals auch schon beim Camaro überrascht.
Was hat sich am Design verändert? Nun, große Lufteinlässe an den Seiten, verbesserte A-Säulenform, doppelte LED-Rückleuchten mit animierten Blinkern und vierfach-Endrohre an den Seiten, um nur ein paar Änderungen zu nennen. Dazu runden die verborgenen Tür-, Hauben- und Heckklappenentriegelungen das Bild ab. Trotzdem nach wie vor deutlich Corvette!

Herzstück der neuen Stingray ist aber natürlich die nächste Generation von Chevys 6,2-Liter-Small-Block-V8-LT2-Motor. In der Ausstattungsvariante mit Performance-Auspuffanlage leistet er 495 PS (369 kW) und gibt ein Drehmoment von 637 Nm ab.
„Obwohl nun hinter dem Fahrer platziert, verursacht das LT2-Aggregat nach wie vor das gleiche Kribbeln im Bauch, das man von einer Corvette erwartet“, sagt Jordan Lee, GM’s globaler Chefingenieur für Small-Block-Motoren. „Der LT2 wurde auf exzellente Drehmomentabgabe im unteren Drehzahlband und hohe Leistung im oberen Bereich ausgelegt und sorgt damit für ein faszinierendes Ansprechen des Gaspedals in allen Drehzahlbereichen“. Mit diesem Modell stehen sechs verschiedene Fahrmodi zur Verfügung. „Weather“, „Tour“, „Sport“ und „Track“ sind bekannt, neu dazu kommen „MyMode“ und „Z Mode“, konfigurierbare Einstellungen für den bevorzugten Fahrstil. Der „Z Mode“, der durch einen „Z“-Knopf am Lenkrad aktiviert wird, führt die MyMode-Konfigurierungen noch einen Schritt weiter und ermöglicht dem Fahrer die jeweils spezifische Veränderung von Motor- und Getriebeeinstellungen.

Auf den europäischen Markt wird die neue Corvette Stingray vermutlich erst 2020 kommen, von daher dürfen wir noch ein bisschen gespannt bleiben.

Hoch hinaus und tief hinab im Nürnberger Land (Teil 1)

5. August 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Egal ob Unter-, Ober- oder Mittelfranken, Franken ist einfach ein schönes Fleckchen Erde! Und zudem sind wir Franken ein liebenswertes Völkchen. Auch wenn uns dieser Ruf vielleicht nicht immer vorauseilt. Von West (zum Beispiel im schönen Churfranken nach Ost, von Nord bis Süd – es gibt hier einiges zu entdecken!
Daher konnte ich natürlich gar nicht anders, als zuzusagen, als ich vor kurzem zu einer Pressereise in das Nürnberger Land eingeladen war! Das Nürnberger Land liegt im Osten von Nürnberg…also so zur groben Orientierung. Lauf an der Pegnitz, Hersbruck oder Altdorf bei Nürnberg sind vielleicht manchem von Euch ein Begriff. Diese Städte liegen nämlich genau im besagten Nürnberger Land. Und da ich in der Gegend selbst noch nicht viel kannte, freute mich auf ein paar Insidertipps.

Fränkische Bratwürste im Nürnberger Land

Das Nürnberger Land ist eine ideale Outdoor- und Genussregion (ich sage nur Wandern, Slow Food und Co.) Was es aber auch ist, eine Region der Burgen und Höhlen. Als Franke kennt man natürlich einige Burgen bzw. weiß, dass es in manchen Ecken Frankens von ihnen (fast schon) wimmelt. Höhlen hätte ich eher etwas nördlich des Nürnberger Landes der fränkischen Schweiz zugeordnet. Aber im Lauf der Pressereise wurde ich schnell eines Besseren belehrt. Mehr als 100 Burgen und Herrensitze prägen den östlichsten Landkreis Mittelfrankens und wahrscheinlich mindestens genauso viele Höhlen. Viele davon können besichtigt werden, von daher ging es auch für uns „hoch hinaus und tief hinab“.
Wir starteten auf der Burg Hohenstein in der fränkischen Alb. Mit 634 Hm ist dies übrigens auch der höchste bewohnte Punkt Mittelfrankens. Die mittelalterliche Burganlage ragt sehr markant in der Gemeinde Kirchensittenbach in die Höhe und geht zurück auf das 11. Jahrhundert. Wie es immer so war, wechselten zwischenzeitlich die Besitzer und irgendwann nahm der Verfall seinen Anfang. Das war so ab 1806. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts erwarb der Verschönerungsverein Hohenstein e. V. erste Teile der Burg, um sie zu restaurieren. Mittlerweile ist der Verein Besitzer und auch Bauherr. Ich möchte nicht wissen, wie viele Planungen, Arbeitsstunden und Geld alles gekostet hat – aber es hat sich wirklich sehr gelohnt! Kritisch war es im Februar 2000, die Finanzierung war gesichert und es sollte ein Teil der Sanierungen starten, als ca. 40qm Wand einstürzten. 65 Tonnen Mauerwerk verteilten sich auf der Anlage. Aber davon ließ sich der Verein zum Glück nicht abbringen und das Ergebnis ist sehenswert. Eine Ferienwohnung gibt es in der Burganlage übrigens auch, für diejenigen unter Euch, die gerne einmal eine Nacht Burgherr bzw. Burgfräulein sein möchten.

Viele heimische (Heil-)Pflanzen und Kräuter sind im Kräutergarten der Burg zu entdecken. Und wer es sportlich mag, kann zur Burg wandern. Zahlreiche markierte Wanderwege führen rundherum und natürlich durch die schöne Landschaft. Oder auch zur nächsten Gastwirtschaft bzw. zum nächsten Café! So haben wir es auch gemacht und kehrten im nahe gelegenen Hofcafè Braun mit der „beschden Pizza“ der Region ein.

Typisch fränkische Verpflegung mit Flammkuchen, Brotkuchen und besagter Pizza, damit wir den nächsten, sportlichen Programmpunkt abhaken konnten. Denn gut gestärkt, ist die halbe Miete. Und dies war gerade für die nächsten ca. vier Stunden wichtig.
Von unserer ersten Burg ging es nämlich weiter in die erste Höhle. Die Bismarckgrotte wartete auf die Gruppe „sportlich“. Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn etwas unsicher war. Was wir vorher wussten, war, dass man sich zu Beginn ein Stück abseilen muss und es an manchen Stellen ganz schön eng werden konnte. Was erwartete mich also? Habe ich evtl. Platzangst? Abseilen habe ich vor ewigen Zeiten schon einmal gemacht, das dürfte eigentlich nicht so schwer sein. Aber ansonsten – keine Ahnung! Ich wollte es auf jeden Fall versuchen, wer nicht wagt, der nicht gewinnt…!

Beim Essen am Vorabend konnte ich bereits ein paar Worte mit Stefan von „Be Free“ wechseln. Er ist ausgebildeter Berg- UND Höhlenretter, betreibt neben Höhlentouren auch Kletter-, Kanu/Kajaktouren und Bogenschießen in der Region. Langweilig muss es also auf keinen Fall werden im Nürnberger Land! Stefan konnte mir sofort einige Bedenken nehmen, von daher war jetzt Praxis angesagt. Wir fuhren zum nördlichen Höhleneingang, legten die Sitzgurte und den Helm mit Stirnlampe an. Nach kurzen Instruktionen ging es los, ca. 10m hinunter in die Dunkelheit. Alleine das war schon etwas anderes, als sich „normal“ abseilen zu lassen. Aber überhaupt nicht schlimm! Unten angekommen erwartete uns ein großer Raum und Stefan erläuterte uns nochmals die Route und gab ein paar Anweisungen. 800m ging es zunächst weiter in die eingeschlagene Richtung (er zeigte auf den Felsen vor uns) und nur nicht springen! Weiter durch recht enge Stellen und wichtig bei solch einer Tour: immer im Team bleiben! Manchmal war der Vordermann bzw. die Vorderfrau einfach hinter einem Abzweig verschwunden und tauchten erst kurz darauf wieder auf. An einer Kletterstelle kam es bei zehn Personen sogar zum kleinen Stau, denn jeder musste wieder angeseilt werden und im Anschluss einzeln 10 Meter nach oben klettern, um anschließend weiter über eine Balustrade zu steigen. Auch nicht so ganz ohne, denn in einer Höhle sind meistens keine geraden Wände vorhanden. Zudem war Licht Mangelware. Apropos Licht: Es ist wirklich sehr, sehr dunkel in so einer Höhle. Also ohne Lampen sieht man nichts – kein Restlicht, nichts, einfach nur schwarz! Nach ein paar weiteren Engstellen und leichten Kletterpassagen erreichten wir wieder einen Halt. Wir wurden auf den Ausstieg vorbereitet: Ein Kamin mit insgesamt ca. 15m Höhe musste erklettert werden, um keine 10 Meter weiter wieder das Tageslicht zu sehen.

Wer jetzt „Oh, das ist nichts für mich“ sagt, den kann ich beruhigen. Erstens strahlt Stefan eine Ruhe und Professionalität aus, so dass man sich auf jeden Fall gut aufgehoben fühlt, und zweitens sieht es enger aus, als es ist. Eine gewisse Trittsicherheit ist nötig, da man auf unbefestigten Wegen unterwegs ist. Platzangst sollte man auch keine haben, aber ansonsten auf jeden Fall gut machbar. Und bitte die Wechselklamotten nicht vergessen, denn man kann durchaus etwas dreckig werden. Apropos Klamotten: Für die Höhle lieber etwas mehr mitnehmen, denn „da unten“ hat es eine Temperatur von konstanten 8 Grad. Abschließendes Fazit: Eine tolle Erfahrung und der Daumen geht ganz klar nach oben!

Wer es etwas gemütlicher angehen möchte, für den gibt es natürlich auch ein schönes Höhlenprogramm. Zum Beispiel in der Maximiliansgrotte, mit dem größten Tropfstein Deutschlands. In der Maximiliansgrotte gibt es mehrmals im Jahr die Möglichkeit, zu meditieren. Auch ein Erlebnis, was man nicht jeden Tag erfahren kann! Mit Lutz Mahn ging es für die andere Hälfte unserer Gruppe zur Entspannung und um sich zu besinnen in einen schönen Bereich der Höhle, der nur mit Teelichtern erhellt war. Hier wurden verschiedene Textpassagen gelesen und zur Entspannung getrommelt. Auch in der Maximiliansgrotte gilt: lieber eine Schicht mehr anziehen! Eine weitere Besonderheit der Höhle ist der „Grottenkäse“, den es im Anschluss im benachbarten Grottenhof zu probieren gab. Es handelt sich dabei um einen Hartkäse aus Kuhmilch, handgekäst und mindestens 10 -12 Wochen in der Maximiliansgrotte gereift. Eine Rarität, die im Grottenhof probiert werden kann. Dazu das selbstgemachte Brot aus dem eigenen Holzofen – ein Gedicht!

Nach der Tour durch die beiden Höhlen trafen sich alle wieder zum Abendessen auf der Burg Hartenstein. Auch die Burg Hartenstein hat bewegte Zeiten hinter sich und so sind nur noch einige Bauten erhalten und restauriert. Es gibt zwei schöne Säle, die sich für diverse Festivitäten eignen und eine Ausstellung zur Geschichte des Rittertums in Franken, ideal für Klein und Groß. An diesem herrlichen Tag konnten wir im schönen Biergarten sitzen und wurden mit einem schönen Sonnenuntergang auf der Burg belohnt. Müde und glücklich erwartete uns das Bett, um am nächsten Morgen wieder frisch „hoch hinaus und tief hinab“ in den Tag zu stürmen.

Teil 2 folgt in Kürze, vorab schon ein Dankeschön an alle Beteiligten vom Nürnberger Land für die tollen und erlebnisreichen Tage.

Aus dem Schöffenleben – das erste Urteil

23. Juli 2019 | 2 Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Wieder einmal stand eine Gerichtsverhandlung für mich als Schöffe auf dem Programm. Die übliche Ladung flatterte rechtzeitig ins Haus. Eine kleine Änderung bzw. ein Zusatz machte mich kurz stutzig, statt einem Termin, wie in der Vergangenheit üblich, waren gleich zwei Termine vermerkt. Allerdings beide am gleichen Tag, von daher kein großer zusätzlicher Aufwand. Als Schöffe muss man einkalkulieren, dass ein Fall länger dauern kann und sollte den Gerichtstag sowieso nicht anderweitig verplanen.

Früh beim ersten Fall ging es wieder einmal um eine Berufung, was am Landgericht ziemlich häufig ist. Dieses Mal kam die Berufung „nur“ von Seiten der Staatsanwaltschaft. In den Fällen, in denen ich bisher beteiligt war, hatte immer die Verteidigung Berufung eingelegt und die Staatsanwaltschaft direkt im Anschluss reagiert und nachgezogen. Die Verteidigung, um eine geringere Strafe zu verhandeln, die Staatsanwaltschaft, um mindestens die selbst Strafe aus erster Instanz zu halten oder sogar eine höhere einzufordern.
Der Angeklagte hatte insgesamt vier Straftaten begangen. Zwei unter Alkoholeinfluss (ein Unfall ohne Personenschaden und mit Alkohol auf dem Fahrrad erwischt worden) und zwei weitere kleinere Dinge. Aus den vier Einzelstrafen wurde eine Gesamtstrafe gebildet. Es handelte sich um eine Geldstrafe, welche nicht unerheblich war. Soweit in Ordnung. Allerdings hat der Richter im Amtsgericht damals nicht bedacht, dass die Gesamtstrafe höher sein muss, als die höchste Einzelstrafe. In unserem konkreten Fall war sie allerdings genau gleich hoch, was so nicht sein darf, wie ich an diesem Tag gelernt habe. Theoretisch hätte es gereicht, wenn sie nur einen Euro höher gewesen wäre, war sie aber nicht. Daher die Berufung der Staatsanwaltschaft. Nach kurzer Verhandlung zogen wir uns zurück, einigten uns schnell und unser Urteil wurde anschließend durch den Vorsitzenden verkündet. Insgesamt eine etwas höhere Gesamtgeldstrafe. Da war es also – „mein“ erstes Urteil!

Der Tag war noch nicht zu Ende, eine weitere Verhandlung wartete kurz darauf. Erfahrungsgemäß ging ich wieder von einer Berufung aus. Und so war es dann auch. Konkret ging es um eine Körperverletzung. Ein Mann hatte im Streit seine Ehefrau in der Öffentlichkeit geschlagen und ein Zeuge hatte dies mitbekommen (so die Kurzform).
In erster Instanz hatte der Angeklagte eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung erhalten und fand diese ungerechtfertigt. Deshalb auch die Berufung der Verteidigung. Aus taktischen Gründen ging die Staatsanwaltschaft ebenso in Berufung. Aus der Vorinstanz war bekannt, dass der Angeklagte ein eher aufbrausender Typ sein sollte, auch während der Verhandlung. Vielleicht war deshalb ein Justizbeamter auf dem Gang postiert. Bei unserem Termin war er jedenfalls deutlich ruhiger. Es lief alles auf eine erneute Verurteilung hinaus. Wobei man der Fairness halber sagen muss, dass es ohne den Zeugen (der sehr glaubhaft war) sicherlich zu einem Freispruch gekommen wäre. Stichwort: Aussage gegen Aussage. Keine der Parteien (Verteidigung/Staatsanwaltschaft) wollte/konnte die Berufung zurückziehen und somit wurde das zweite Urteil an diesem Tag gefällt, es blieb bei der Verurteilung des Angeklagten.

Persönliches Fazit: Als Laie empfand ich die zwei Verhandlungen anstrengend. Weniger vom Inhalt, sondern eher konzentrationsbedingt. Das Abwägen von zig unterschiedlichen Aussagen und Beweisen, hineindenken und gedanklich umschalten etc. Aber trotzdem wieder sehr interessant, Schöffe zu sein macht mir enorm viel Spaß und ich freue mich auf den nächsten Termin, der schon in 2 Wochen wieder ansteht.

Es war einmal in den Karawanken – der Panoramaweg Südalpen (Teil 2)

14. Juli 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , , , ,

Nach vielen herrlichen ersten Eindrücken rund um den Panoramaweg Südalpen ging es für uns weiter in das Herz der Karawanken. Zunächst waren wir vorwiegend in der Region Villach unterwegs, nun wechselten wir in die Region Carnica Rosental. Als erstes Ziel stand die Tscheppaschlucht südlich von Ferlach auf dem Programm. Tiefe Schluchten, steile Felsen, Wasserfälle und außergewöhnliche Pflanzen, alles was das Wanderherz begehrt. Und richtig angenehm zu begehen bei hochsommerlichen Temperaturen.
Unser Begleiter, Herbert Jesenko, kennt die Schlucht in- und auswendig, denn er war quasi der Initiator der Schlucht als Touristenattraktion. Er kennt die Tragkraft der „Brücke der Freundschaft“, seltene in der Schlucht wachsende Pflanzen und weiß, wo noch ein verlassenes Fahrzeug aus dem 2. Weltkrieg zu finden ist. Außerdem hat er zahlreiche Geschichten (u. a. auch aus dem Himalaya) auf Lager.

In der Schlucht gibt es ein ausgeklügeltes Rettungssystem. Sie ist in verschiedene Abschnitte unterteilt, die unterschiedlich farblich gekennzeichnet sind. So weiß ein Rettungsteam sofort, wo sich der Verletzte befindet, falls einmal etwas passieren sollte. Kleinigkeiten die einem Besucher vielleicht nicht sofort ins Auge fallen, die aber äußerst hilfreich sind. Durch die Tscheppaschlucht verlaufen verschiedene Wege mit Brücken, Stegen und der ein oder anderen Leiter. Alles super gesichert, aber festes Schuhwerk ist auf jeden Fall empfehlenswert.
Persönlich liebe ich ja Geschichten über solch regionale „Urgesteine“ wie Herbert. Er kennt sich nicht nur in den Karawanken aus, sondern war auch schon in Nepal unterwegs. Und das zu einer Zeit, wo nur wenige an Höhenbergsteigen gedacht haben und Expeditionen nicht mit heutigen vergleichbar waren. Der Annapurna I und Nanga Parbat waren seine zwei Achttausender. Kleiner Tipp: Vielleicht könnt Ihr ihn in der Schlucht einmal selbst kennenlernen, ansonsten in sein Buch „Bergerlebnisse – in den Karawanken und anderswo“ schauen.

Wenn man schon in der Gegend ist, darf ein Blick ins schöne Bodental nicht fehlen. Ein kleines, aber sehr feines Hochtal. Ein Highlight dort ist das bekannte Meerauge. Wissenschaftlich gesehen handelt es sich um ein sogenanntes „Toteisloch“, in der Eiszeit durch einen Gletscher entstanden, doch vielleicht ist es auch eine Verbindung zu einem anderen See? So soll (vor langer Zeit) ein Ochsengespann hineingefallen und an einer ganz anderen Stelle wieder zu Tage gekommen sein.

„Einst sanken zwei Ochsen mit Wagen und Heu
– in die Tiefe – es war in Sekunden vorbei.
Nichts zeugte vom Unglück, vom finsteren Grauen.
Nicht die Welle, die kleinste konnt’ das Auge erschauen.
Erst Wochen danach und jenseits der Höh’
trieb das Ochsenjoch drüben im Veldeser See!“

So erzählt man sich die Sage vom Meerauge. Man weiß es nicht…

Durch die türkisblaue Wasserfarbe und die aufsteigenden Blasen hat das Meerauge eine sehr beruhigende Wirkung und ist ein idealer Ort, um die Gedanken schweifen zu lassen. Selbst ausprobiert und für sehr gut befunden! Früher lebten die Einwohner im Bodental fast ausschließlich von Land- und Forstwirtschaft, heute noch zum Teil erkennbar an den vielen wasserbetriebenen Hausmühlen. Heutzutage ist das Bodental touristisch erschlossen und bietet zahlreiche Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und leckeres Essen! Wir kehrten im Gasthaus Bodenbauer ein und genossen einen sehr leckeren Schweinsbraten!

Bekanntermaßen führt der Panoramaweg Südalpen an der Grenze zwischen Österreich und Slowenien entlang. Daher ging es für uns auch im Anschluss wieder in das Nachbarland Slowenien. Ursprünglich geplant war eine Tour mit dem E-Bike in das nahegelegene Tržič, doch die Wetterlage war etwas angespannt. Somit ging es per Bus über den Loiblpass. Was mir gerade einfällt: Man (= ich) sollte vielleicht einmal mit einem passenden Fahrzeug (= Sportwagen) über die verschiedenen (= alle) Pässe in der Region fahren. Wäre eine Überlegung wert, denn die Gegend ist äußerst verlockend!
In Tržič selbst erwartet uns bereits Schuhmacher Matej Slapar in seinem Unternehmen ProAlp (die deutsche Seite ist aktuell noch in Arbeit). In seinem Betrieb werden (Wander-)Schuhe noch in Handarbeit und ganz individuell bzw. auch nach Maß angefertigt. Neben Wanderschuhen werden neuerdings auch Barfußschuhe hergestellt. Selbstverständlich ebenfalls ganz individuell nach Kundenwunsch. Bei Matej bzw. seinem Unternehmen gibt es keine Probleme, sondern nur Lösungen. Und das zu einem fairen Preis. Die Produktionsdauer eines maßgefertigten Schuhs beträgt ca. eine Woche. Allerdings kann es sein, dass ihr ein bisschen warten müsst, denn erst einmal sind meine zukünftigen Schuhe an der Reihe.

Tržič hat übrigens eine sehr lange Schuhmacher-Tradition. Diese waren früher fast in jedem Haus zu finden, es galt als die Schuhmetropole Ex-Jugoslawiens. Ein paar Handwerker vor Ort gibt es noch, die die Tradition hoffentlich weiter fortführen. Informationen zum Schusterhandwerk (und zu weiteren Handwerkern aus der Region) findet Ihr im örtlichen Museum. Im Übrigen die umfangreichste Ausstellung des Schusterhandwerks in ganz Slowenien, aber auch eine Skiausstellung ist hier zu finden.

Zu Tržič gibt es ebenfalls eine Sage. Und zwar handelt sie von einem Drachen, der in den Bergen geboren wurde. Als er ausgewachsen war, teilte er den Berg Košuta und die ansässigen Bewohner flüchteten ins Tal. Als sie nicht mehr weiter konnten, ließen sie sich nieder und zack – das heutige Tržič war geboren.

Zu angebrochener Stunde musste etwas zu Essen her. Also ging es zum nahe gelegenen Gasthof Karavla, wo uns ein erstens (wieder) sehr leckeres und zweitens (wieder) sehr üppiges Essen erwartete. Allerdings dürft ihr mich jetzt nicht nach dem Namen der Gerichte fragen. Was sicher ist: Es handelte sich um eine regionale Spezialität. Und wichtig nach dem Essen: Den Schnaps nicht vergessen!

Zum Abschluss unserer Pressereise warfen wir nochmals einen Blick auf den Panoramaweg Südalpen. Am Ufer der Drau (übrigens ein Radfernweg) hat man einen genialen Blick auf die Karawanken und den Verlauf des Panoramawegs.

Und als letztes Highlight bzw. eine weitere Unternehmung am Rande des Panoramawegs stand ein Besuch im Technikmuseum Historama Ferlach auf dem Programm. Auf den ersten Blick ein kleines Museum, sobald man allerdings die Räumlichkeiten betritt, wendet sich das Blatt um 180 Grad. Das Verkehrsmuseum – übrigens das zweitgrößte seiner Art in ganz Österreich- zeigt die unterschiedlichsten Fortbewegungsmittel. Eine Flugmaschine aus dem Jahr 1913 ist ebenso dabei, wie verschiedene Züge, Straßenbahnen und Autos aus vergangenen Tagen.

Wie Ihr seht, rund um den Panoramaweg Südalpen gibt es unzählige Möglichkeiten und Aktivitäten zu entdecken. Wir konnten einen kleinen Auszug davon genießen und waren alle sehr begeistert. Was vermutlich daran liegt, dass für jeden etwas geboten ist.

Der Dank gilt allen Partnern vor Ort, der Region Villach und der Region Carnica-Rosental für die Einladung! Und auch der Europäischen Union, welche solche Projekte ins Leben ruft. Bis 2020, auf mich warten ja noch einige Etappen…

Die Outdoor by ISPO

4. Juli 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Vielleicht kennt ihr bereits die ISPO? Falls nein: Es handelt sich um eine der größten Messen für den Bereich Sportartikel und Sportmode, die u.a. im Januar in München stattfindet. Zusätzlich gibt es noch die „OutDoor by ISPO“, die, wie der Name schon vermuten lässt, eine Plattform für die Outdoor-Branche darstellt. Vom 30. Juni bis 3. Juli fand Europas größte Outdoormesse mit einem ganz neuen Konzept nun zum ersten Mal in München statt.

Da mich ja sowohl das Thema Reisen als auch das Thema Outdoor beschäftigen und auch auf dem Blog eine größere Rolle spielen, konnte ich mir den Besuch der Messe natürlich nicht entgehen lassen. Aktuell sind für dieses Jahr noch ein paar Gipfel eingeplant, also wenn Wetter und Körper mitspielen. Man weiß ja nie. Daher wird trainiert und ich schaue auch noch nach ein paar Teilen für die optimale Ausrüstung. Wie ich meinen Körper fit mache, erzähle ich Euch gerne demnächst mal in einem separaten Blogpost.

Insgesamt waren über 1000 Aussteller aus 35 Ländern vor Ort und verteilten sich auf neun Messehallen. Die OutDoor by ISPO stand unter dem Motto „There’s a perfect outdoor for everyone“. Das passt genau, denn gefühlt zieht es immer mehr Leute in diesen Bereich mit ganz unterschiedlichen Vorlieben und Ansprüchen. Persönlich habe ich den Boom erfahren, als ich einen Schlafplatz für zwei Personen auf einer Berghütte buchen wollte, ein paar Monate im Voraus. Es war schon schwierig, überhaupt noch ein Plätzchen zu finden und das sogar noch VOR dem Sommerstart der Hütte. Auch im näheren Umfeld steigt das Interesse an Outdoor-Aktivitäten – Stand-Up-Paddeling, Wandern, Bouldern, Laufen, Bergsteigen… um nur ein paar zu nennen.

Genau das spiegelt sich auch auf der Messe wider. Die Themen reichten von den klassischen Outdoor-Aktivitäten über Trailrunning, Wassersport und Co. bis hin zu Adventure Travel und Bike.
Über alle Segmente hinweg war ein Thema allgegenwärtig: Nachhaltigkeit. Diese ist längst zu einem absoluten Muss für die gesamte Outdoor-Branche geworden bzw. war ja in vielen Bereichen auch schon immer großes Thema.
Neben den bekannten Branchengrößen wie z.B. Thule waren kleinere Aussteller ebenso vertreten wie verschiedene Gemeinschaftsstände. So haben sich z.B. Unternehmen aus Oregon (im Westen der USA) zusammen getan, dem „Outdoor-Mutterland Nordamerikas“, wie sie selbst sagen. Da hätten wir z. B. FixnZip, die sich auf defekte Reißverschlüsse spezialisiert hat. Eine Nähmaschine schleppen die wenigsten mit auf Reisen, von daher ist dieses Tool eine perfekte kleine und handliche Lösung! Auch Six Moon Designs war am Oregon-Stand vertreten, ein Unternehmen, welches ultraleichte Zelte auf den Markt bringt. Egal ob in Form eines Ponchos, der anschließend zum Zelt „umgebaut“ wird, oder ein „normales“ Zelt – alles super leicht. Das hätte ich bei unserem Jungs-Trip zur Wanderung des Kungsleden brauchen können. Keine Menschen weit und breit, einfach zelten – ein Traum!

Neuartige Sensoren und Technologien finden ebenfalls immer breiteren Einsatz im Outdoor-Bereich, u.a. bietet Recco Sensoren an, die beispielsweise im Rahmen eines Lawinenunglücks Leben retten können. Trackingsysteme bzw. -Sensoren bleiben ein großes Thema für ganz unterschiedliche Einsätze. Ich bin ziemlich begeistert von meiner Suunto Uhr und finde es ein sehr spannendes Feld, das sicherlich noch viel mehr Möglichkeiten bietet.

Aber auch die „Klassiker“ dürfen nicht fehlen. Dazu zähle ich Ausrüstungsgegenstände wie Helme, Schuhe oder Regenhosen und -jacken. Ein Anbieter ist Dachstein, die früher bereits ziemlich bekannt waren, dann aber etwas vom Markt verschwunden sind. Nun ist Dachstein wieder stärker im Fokus und bringt langjährige Expertise mit, aber auch neue innovative Ansätze.
Ein weiteres Highlight für mich war Direct Alpine, die Outdoor-Bekleidung herstellen. Und zwar nicht irgendwelche, sondern mit super vielen Details, die gerade im Hochgebirge sehr hilfreich sein können. Mega durchdacht bzw. selbst erprobt. Ein Reißverschluss, der im Hals- bzw. Mundbereich nicht mittig angeordnet ist, sondern etwas versetzt. Warum? Weil es im Hochgebirge schnell sehr kalt werden kann und der Reißverschluss somit nicht durch den Atem festfrieren kann. Um nur ein Beispiel zu nennen.

Persönliches Fazit von der Outdoor by ISPO: neben Herstellern, die mit viel Liebe und Leidenschaft hinter ihren Produkten stehen, findet man immer wieder Neuigkeiten und Verbesserungen. Zusätzlich gab es ein interessantes Rahmenprogramm mit „Erlebnis-Faktor“. Und nicht nur das Fachpublikum wird angesprochen, mit den OutDays gab es im Rahmen der OutDoor ISPO 33 Events und Aktionen in München und dem Münchner Umland bis in die Alpen hinein für Jedermann.

Die nächste Outdoor by ISPO findet vom 28. Juni bis 1. Juli 2020 statt – wir sehen uns!

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