Die Extratour Strahlungen in der Rhön – Wandern in der Region

9. August 2022 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Das mit dem Wandern klappt dieses Jahr noch nicht so, wie es sollte. Denn leider mussten schon zwei mehrtägige Wandertouren gestrichen werden. Einmal aus familiären Gründen und einmal wegen meiner Corona-Infektion. Beides braucht man nicht. Normalerweise bekomme ich kein Fieber und eine Erkältung geht auch relativ schnell vorbei. Bei Covid war es etwas anders. Fieber und zwei Nächte ohne wirklichen Schlaf. Und die Luft machte auch Probleme, deswegen hatte ich schon mit dem Gedanken gespielt „Wenn das nicht besser wird, musst du dir etwas einfallen lassen“. Gott sei Dank muss das auch gleichzeitig der Höhepunkt gewesen sein, denn danach ging es langsam wieder aufwärts. Eigentlich hätte es zu dem Zeitpunkt mit Marco auf Tour gehen sollen, aber es war doch besser noch Schonung angesagt. Was im Nachhinein eine sehr gute Entscheidung war. Aufgeschoben ist außerdem nicht aufgehoben, ein neuer Termin ist schon anvisiert.

Mittlerweile bin ich wieder beim Radeln und auch wieder laufen. Gut, die 10km sind noch nicht dabei, kommen mit Sicherheit aber auch wieder Auf jeden Fall hätte ich nicht damit gerechnet, dass die Infektion sich tatsächlich so auf die Kondition auswirkt. Möchte nicht wissen, wie es ohne Impfung gewesen wäre. Anyway, weiter geht’s, am Wochenende ging es endlich mal wieder zu einer Wanderung in der näheren Umgebung. Wir machten uns auf zur Extratour Strahlungen. Grundsätzlich keine schwere oder lange Tour, aber trotzdem sehenswert. Sie ist dementsprechend als „leicht“ gekennzeichnet.

Startpunkt war das kleine Örtchen Strahlungen im Landkreis Rhön-Grabfeld. Eine Parkmöglichkeit gibt es direkt an der Kirche. Es sei denn, die Straße ist wegen festlicher Aktivitäten gesperrt. So war es bei uns der Fall. Trotzdem fanden wir einen Parkplatz im Dorf. Empfohlen wird die Route entgegen dem Uhrzeigersinn, wir entschieden uns allerdings für das Gegenteil und wanderten mit dem Uhrzeigersinn. Dies stellte sich für uns auch als die bessere Variante heraus.
Um Strahlungen zu durchqueren, ging es gleich einmal durch den beginnenden Festbetrieb, wo wir freudig empfangen wurden. „Nein, das Bier müssen wir uns erst verdienen!“ Und zack waren wir aus dem Dorf heraus. Der Weg führt vorbei an schönen Hängen und Ausblicken in die Rhön bis nach ca. 2,3km die Marienkapelle erscheint. Diese ist nicht zu übersehen, versprochen. Nicht weil sie besonders hoch/groß ist, sondern…ach, ihr werdet sehen. Bei Kilometer 5 erscheint ein Turm. Dabei handelt es sich um die „Schlegelwarte“. Dieser Aussichtsturm bietet einen schönen Rundumblick. Kleiner Tipp: Den Rucksack (oder was ihr sonst noch so dabeihabt) unten lassen. Es führt eine Wendeltreppe nach oben und am letzten Stück geht diese in eine Leiter über. Durch eine kleine Öffnung gelangt man auf den Turm. Die Öffnung ist wirklich klein und eng! Dafür wird man, wie bereits erwähnt, mit einer schönen Aussicht belohnt.
Weiter geht’s. Immer am Waldrand entlang und dann ein Stückchen durch den Wald zum sogenannten Michaelisblick. Kurze Zeit später erreicht man auch den Panoramapunkt Lautertalblick. Bei beiden bieten sich auch wieder herrliche Ausblicke auf die umgebenden Dörfer und Hänge. Streckentechnisch gesehen befanden wir uns da bereits in der zweiten Hälfte. Auf dem Weg deuteten verschiedene Schilder mit „Achtung Sprengarbeiten“ auf einen weiteren Punkt der Route hin. Den Steinbruch kurz vor Strahlungen (bei Kilometer 13). Von der dazugehörigen Aussichtsplattform hat man einen guten Blick direkt in den Steinbruch und gleichzeitig auf die dahinterliegende Rhönkette. Wir waren am Wochenende vor Ort und dementsprechend herrschte Ruhe. Vermutlich sieht es an einem Werktag anders aus und evtl. kann man eine Sprengung aus sicherer Entfernung beobachten.

Weg auf der Extratour Strahlungen in der Rhön
Aussicht auf der Extratour Strahlungen in der Rhön
Die Marienkapelle auf der Extratour Strahlungen in der Rhön
Die Schlegelwarte auf der Extratour Strahlungen in der Rhön
Aufstieg zur Schlegelwarte auf der Extratour Strahlungen in der Rhön
Lucke auf der Schlegelwarte auf der Tour Extratour Strahlungen in der Rhön
Weg auf der Extratour Strahlungen in der Rhön
Aussicht Lauertalblick auf der Extratour Strahlungen in der Rhön
Aussichtsplattformit Blick in den Steinbruch auf der Extratour Strahlungen in der Rhön
Sonnenblumen auf der Tour Extratour Strahlungen in der Rhön

Einen weiteren Abzweig von der Extratour erreicht man kurz vor Strahlungen, den Strahlunger Weinberg. Und kurze Zeit später kamen wir dann wieder am Ausgangspunkt an.

Insgesamt waren es 14,3 km mit 300 Höhenmetern. Hier der Link zu meiner Komoot-Aufzeichnung. Ich würde sie vor allem im Frühjahr/Herbst empfehlen, im Hochsommer kann es doch auf den freien Strecken ordentlich warm werden.

Nun hatten wir uns das Bier auf dem Strahlunger Birkenfest redlich verdient und als Zusatz gab es noch leckeren (selbstgebacken – wie auf dem Dorf üblich) Kuchen bzw. Torte! A draum!

Für mich persönlich war die Tour gar nicht ganz so leicht, denn ich hatte meinen Rucksack vollgepackt und dementsprechend „etwas“ Gewicht mit dabei. Es hätte locker für eine 4-5 Tageswanderung gereicht. Hintergrund ist, dass sich mein Körper wieder an die Last gewöhnt, zum anderen, dass ich noch für eine längere Tour packen kann. Denn wie heißt es so schön: Die nächste Tour kommt bestimmt. Und wenn alles gut geht, dann schon in den kommenden Tagen mit fast 4000 Höhenmetern und 50 Kilometer. Daumen drücken!

Das weltweit erste Solar-Elektroauto: Der Sion von Sono Motors

29. Juli 2022 | Ein Kommentar | Schlagwörter: , , ,

Gleich zwei Weltpremieren präsentierte Sono Motors in München im Rahmen einer Veranstaltung. Zum einen das langersehnte Solar-Elektroauto „Sion“ und des Weiteren das neue „Solar Bus Kit“. Theoretisch ist der Sion unter den E-Automobil-Fans schon bekannt, bereits 2016 wurden erste Entwürfe vorgestellt. Bis es allerdings zum endgültigen Produkt kommt, dauert es für gewöhnlich immer etwas, so dass der Prototyp in 2021 erschienen ist. Und nun war es so weit, das finale Design wurde präsentiert:

Der Sion von Sono Motors
Der Sion von Sono Motors

Der Sion ist kein gewöhnliches Elektroauto, wie wir es aktuell von unseren Straßen kennen. Der Unterschied zu bisherigen Elektrofahrzeugen besteht darin, dass fast die komplette Karosserie mit Photovoltaikzellen (sogenannten Halbzellen) bestückt ist. Diese Halbzellen haben im Gegensatz zu herkömmlichen Photovoltaikzellen (wie sie auf den meisten Dächern zu finden sind) einen höheren Wirkungsgrad und könnten in Zukunft auch auf dem Dach eine Rolle spielen. Beim Sion sind diese Zellen nahtlos eingearbeitet und bieten so eine durchschnittliche (Zusatz-) Reichweite von durchschnittlich 112 km (bis zu 245 km) pro Woche, abhängig von Faktoren wie z.B. den Wetterbedingungen.  Die „normale“ Reichweite der Batterie beträgt 305 km. Durch die autonome Energieversorgung auf kurzen Strecken ist der Sion gerade für Pendler und Pendlerinnen ideal. Laut Sono Motors müssen diese bis zu viermal weniger Laden als herkömmliche Elektroautos der gleichen Fahrzeugklasse mit einer ähnlichen Batteriegröße.

Klassisch (wenn man bei E-Autos schon von „klassisch“ sprechen kann) wird das Fahrzeug ja via Stecker geladen. Entweder per AC und/oder alternativ per DC (zum Schnellladen). Einige E-Fahrzeuge könnten sogar als Batteriespeicher dienen und ggf. dem (Haushalts-)Stromnetz auf diese Weise dienlich sein. Ganz grob und vielleicht auch etwas überspitzt gesagt, bedeutet das: Wird mein Fahrzeug gerade nicht benötigt und ich möchte einen Kaffee zubereiten– wird dafür dessen Batteriespeicher genutzt. Beim neuen Sion ist diese Nutzungsmöglichkeit grundsätzlich vorhanden. Laut Hersteller soll das eigene Zuhause bis maximal fünf Tage lang autark versorgt werden können rein über den Batteriespeicher vom Auto. Hängt natürlich von vielen Faktoren ab, wie z.B. Bedienhäufigkeit der Elektrogeräte usw. Eine passende bidirektionale (= in beiden Richtungen) Wallbox soll das möglich machen. Noch dazu kann der Sion an jeder öffentlichen Ladestation, an einer Haushaltssteckdose und sogar an einem anderen Sion geladen werden. (nämlich dadurch, dass er quasi selbst als Speicher fungiert).

Wie sieht es innen aus? Es soll nur eine Ausstattungsvariante geben, denn der Fokus liegt in diesem Fall auf dem Punkt „Gebrauchsgegenstand“. Meiner Meinung nach genau der richtige Ansatz! Aber gut, vielleicht oder höchstwahrscheinlich sehen das einige anders. Von elektrischen Fensterhebern, umklappbarer Rücksitzbank, Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer bis hin zu einem integrierten Infotainmentsystem mit Ambientelicht ist quasi alles Nützliche vorhanden. Zukunftsweisend ist bei Sonos die hauseigene App. Auch hier wird das Fahrzeug nicht als „klassisches“ Fahrzeug gesehen, sondern eher als Gemeinschaftsauto. Und zwar kann der Fahrzeugbesitzer individuell entscheiden, wer und wann das Auto nutzen kann. Wie heißt es so schön „sharing is caring“. Um nur einen Vorteil zu nennen: Das Fahrzeug kann unter Familienmitgliedern und/oder Freunden via Freigabe auf der App aufgeteilt werden und ist somit effizienter. Des Weiteren werden Fahrzeugdaten auf die App übertragen. Und noch ein Vorteil: Über die App lässt sich regeln, wieviel Strom in der Speicherfunktion weitergegeben wird (die Leistung liegt hier bei 11kW) und noch dazu zu welchem Preis. Wie ich finde, eine super Sache!

Bisher befindet sich der Sion noch in der Testphase, soll aber ab 2023 auf den Markt kommen. Der geschätzte Nettoverkaufspreis wird voraussichtlich bei etwas über 25.000 Euro liegen.

Das „Solar Bus Kit“ für ÖPNV

Als weitere Weltpremiere stellte Sono Motors eine Nachrüstlösung für den gewerblichen Bereich vor. Dabei handelt es sich um eine Anwendung für die gängigsten 12-Meter-Bustypen auf dem europäischen Markt. Wie beim Sion auch, wird die Karosserie mit Photovoltaikmodulen ausgestattet. Laut Hersteller werden dadurch bis zu 4 Tonnen CO2 und dementsprechend auch bis zu 1500 Liter Diesel pro Jahr eingespart. Ein guter Beitrag zum Klimaschutz. Das Nachrüstset ist für herkömmliche Diesel-Busse gedacht, kann vermutlich aber in Zukunft auch auf E-Busse (als Ergänzung) montiert werden. Das Kit soll als Unterstützung wie z.B. für den Betrieb einer Klimaanlage und/oder eine Verlängerung der Reichweite dienen.

Das Sono Motors "Solar Bus Kit"
Das Sono Motors "Solar Bus Kit" Future

Je nach Betriebszeiten und Kraftstoffpreisen können Betreiber von Busflotten nach drei bis vier Jahren mit Rentabilität rechnen. So zumindest die grobe Schätzung bzw. Berechnung von Sono Motors. Weitere Details werden im September bekannt gegeben während der IAA Transportation.

Persönlich halte ich den Ansatz für eine super Idee und wünsche mir, dass sie damit Erfolg haben. Denn die Karosserieflächen der Fahrzeuge bieten genügend Platz, um zumindest Unterstützung zu bieten. Warum man nicht schon früher auf die Idee gekommen ist, auf solarbetriebene Mobilität zu setzen, ist mir ein Rätsel.

Unterwegs auf der Wandertrilogie Allgäu – einfach tierisch

12. Juli 2022 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Immer wenn es Richtung Berge geht, wird die Freude groß. Besonders, wenn es die erste Reise der Saison ist. In den Alpen herrschen etwas andere Saisonzeiten als in anderen Regionen. Zwischen Winter und (Berg-)sommer ist es hier ruhig und erst im Juni beginnt langsam die Bergzeit. Je nach Höhen- und Wetterlage, versteht sich. Die Hütten öffnen und die Natur startet – später als in niedrigeren Gefilden – in den Frühsommer. Um ein Beispiel zu nennen: Im Höfchen war mein Enzian schon lange verblüht und auf der letzten Tour in den Allgäuer Bergen war dieser erst in voller Blüte.

Für mich persönlich ist es immer wieder ein Erlebnis, nach einer Winterpause wandern zu gehen. Die Natur zu genießen und den Körper auf die neuen (alten) Gegebenheiten einzustimmen. Die Füße müssen sich schließlich auch wieder an die Steine gewöhnen. ;)
In diesem Jahr startete ich meine Bergsommersaison mit einer Pressereise im schönen Allgäu. Dort war ich auf den Wegen der Wandertrilogie unterwegs, genauer gesagt rund um die Himmelsstürmer-Routen. Ich hatte bereits im September 2020 hier einen ersten Einblick in die Wandertrilogie gegeben. Damals lag der Fokus auf der „Wasserläufer“ – Strecke und einigen spannenden Unternehmungen in der Umgebung der Route. Dieses Mal stand die Tour unter dem Motto „Einfach tierisch: Steinadler, Flusswasserläufer und Fledermaus“. Unser Ausgangspunkt war die Marktgemeinde Bad Hindelang. Bad Hindelang war auch schon unser Ausgangspunkt beim Grenzgänger. Am ersten bzw. Anreisetag (gut erreichbar mit der Bahn) ging es auf eine kleine Wanderung über den Trilogie-Rundgang. Hier gab es einen ersten Überblick, was es Neues gibt. Was wirklich super in der Region ist, ist die „PLUS Karte“ (Gästekarte) mit gefühlt unendlich vielen gratis Möglichkeiten wie z.B. Bergbahnfahrten, Eintritt in Bäder und/oder verschiedene Freizeiteinrichtungen. Im Winter ist sogar der Skipass inkludiert. Zudem wird die Gästekarte immer wieder angepasst und ausgebaut. Eine so große Auswahl an „Zusatzmöglichkeiten“, wie in der Region Hindelang, ist mir persönlich noch nicht bekannt und entsprechend begeistert war ich. Den Ausgangspunkt der kleinen Wanderung erreichten wir mit dem EMMI-MOBIL. Dabei handelt es sich um einen Shuttle quasi von der Haustüre zum jeweiligen (Wunsch-)ziel oder zum nächsten Busanschluss. Ohne feste Route und ohne festen Fahrplan, aber nicht zu verwechseln mit einem Taxiunternehmen, denn EMMI ist für die letzte Meile konzipiert. Zwei elektrische Kleinbusse sind im Gebiet Hindelang, Bad Oberdorf, Vorderhindelang und Hinterstein sowie Oberjoch und Unterjoch flexibel und mit der Gästekarte kostenfrei unterwegs und können via App geordert werden. Und die nette Fahrerin erzählte: „Mir macht es Spaß. Einmal das Auto und auch die Kunden“.

Blick auf Bad Hindelang - Wandertrilogie Allgäu Himmelsstürmer Route
Das EMMI-MOBIL in Bad Hindelang - Wandertrilogie Allgäu Himmelsstürmer Route
Aussicht über Bad Hindelang - Wandertrilogie Allgäu Himmelsstürmer Route
Bank auf der Wandertrilogie Allgäu Himmelsstürmer Route
Veganer Zwiebelrostbraten im Restaurant & Café Schlosskeller in Bad Hindelang

Am Abend ging es in das Restaurant & Café Schlosskeller. Falls ihr einmal in der Gegend seid, bitte unbedingt auch die vegetarischen Gerichte ins Visier nehmen. Ich kann Euch den veganen Zwiebelrostbraten empfehlen. Wirklich super lecker! <- ohne zu übertreiben! Allein der ist ein Grund für einen erneuten Besuch.

Was im Rahmen der Wandertrilogie „Himmelsstürmer“ unter anderem möglich ist, erfuhren wir dann die nächsten Tage. Ein ganz besonderes Erlebnis war die Wanderung am Folgetag. Und zwar ging es im Rahmen der Himmelsstürmer-Route auf die Suche nach Steinadlern mit Felix Steinmeyer vom LBV (Landesbund für Vogelschutz e.V). Seines Zeichens Gebietsbetreuer im Oberallgäu. Mit dem Wanderbus ging es von Hinterstein (dem Bergsteigerdorf, das zu Bad Hindelang gehört) zum Giebelhaus. Das Giebelhaus ist Ausgangspunkt für viele Wanderungen rund um das Hintersteiner Tal. Gleich nebenan befindet sich die „Adlerhütte“ vom LBV, wo Felix uns einiges Wissenswerte zu den Steinadlern erzählte und sein Spektiv aufbaute. Der gegenüberliegende Giebelberg ist schwer zugänglich und aus diesem Grund beliebtes Brutgebiet der Steinadler. Bei uns war ein Adler noch etwas schüchtern und zeigte sich nur relativ kurz. Steinadler (wie auch andere Vögel) mögen es schließlich nicht, wenn sie gestört werden und somit sind sie nur aus der Entfernung zu sehen. Aber kein Thema, denn nicht nur Adler wurden entdeckt, sondern auch ein paar Hirsche.

So fängt der Start in die Wanderung schon sehr gut an! Mit diesen ersten Eindrücken ging es anschließend erst einmal bergauf. Felix blieb unterwegs immer wieder stehen und erklärte uns Fauna und Flora. Ich liebe das ja, mit Experten unterwegs in der Natur zu sein und viel Neues zu entdecken bzw. erfahren. Mit etwas Glück konnten wir sogar einen Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (ein Schmetterling) entdecken. Oder auf dem Weg ein paar gewöhnliche/bekannte und auch eher unbekannte Vögel sehen oder zumindest hören. Wir folgten der Etappe 20 der Himmelsstürmer Route und erreichten den Engeratsgundsee als unser Ziel. Ein herrliches Fleckchen, an dem wir die Ruhe und die Aussicht genossen. Felix packte nochmals sein Spektiv aus und so konnten auch die etwas entfernten Gipfel wie z.B. der Hochvogel beobachtet werden. Nach einer Weile – wobei man in Bergen IMMER länger bleiben könnte – ging es wieder zurück Richtung Tal. Unterwegs kamen noch ein paar Murmeltiere und Gämsen zum Vorschein. Also quasi alles, was das Wanderherz höherschlagen lässt. Hier ein paar Impressionen der Tour:

Auf der Wandertrilogie Allgäu - Himmelsstürmer Route – vom Giebelhaus zum Engeratsgrundsee und zurück nach Hinterstein
Auf der Wandertrilogie Allgäu - Himmelsstürmer Route – vom Giebelhaus zum Engeratsgrundsee und zurück nach Hinterstein
Auf der Wandertrilogie Allgäu - Himmelsstürmer Route – vom Giebelhaus zum Engeratsgrundsee und zurück nach Hinterstein
Auf der Wandertrilogie Allgäu - Himmelsstürmer Route – vom Giebelhaus zum Engeratsgrundsee und zurück nach Hinterstein
Auf der Wandertrilogie Allgäu - Himmelsstürmer Route – vom Giebelhaus zum Engeratsgrundsee und zurück nach Hinterstein
Auf der Wandertrilogie Allgäu - Himmelsstürmer Route – vom Giebelhaus zum Engeratsgrundsee und zurück nach Hinterstein
Auf der Wandertrilogie Allgäu - Himmelsstürmer Route – vom Giebelhaus zum Engeratsgrundsee und zurück nach Hinterstein
Auf der Wandertrilogie Allgäu - Himmelsstürmer Route – vom Giebelhaus zum Engeratsgrundsee und zurück nach Hinterstein

Unsere Wanderung hatte eine Länge von 14km, 870m im Aufstieg und 1110m im Abstieg (Die Links zu den Routen findet ihr ganz unten). Selbstverständlich ist eine gute Kondition und Trittsicherheit nötig. Außerdem passende Wanderschuhe – sollte sich aber eh von allein verstehen. Fazit: Eine richtig, richtig schöne Tour! Und wenn Ihr das auch gerne einmal mit einem Experten erleben wollt, Felix ist über den LBV „buchbar“. Dabei handelt es sich zwar um eine leicht abgewandelte Tour, die mit Sicherheit trotzdem superspannend ist!

Spontanität ist in den Alpen alles. Am nächsten Tag war eine Etappe der Wandertrilogie zum Illersprung und entlang der Iller geplant, um die „Flussuferläufer“ zu entdecken. Doch erstens zogen die Flussuferläufer laut LBV in diesem Jahr eine andere (Brut-)region vor und zweitens rollte eine Gewitterfront auf uns zu. So haben wir im örtlichen Dorfladen von Bolsterlang den Regen abgewartet und gleichzeitig umdisponiert. Die neue Route war schnell gefunden, wir entschieden uns, ein Stück der Etappe 15 (Obermaiselstein/Grasgehren – Ofterschwang) zu wandern. Unser Start war Grasgehren und über das Riedener Horn ging es zurück nach Bolsterlang. Beim Aufstieg zum Riedener Horn durchquerten wir Waldränder und etwas später sanfte Grasebenen. Wobei es im letzten Stück auf einem sehr breiten Grat hinauf bis zum Gipfel ging. Wir starteten relativ spät, um das Schönwetterfenster optimal zu nutzen. Es war bewölkt, trocken und trotzdem war ein sanftes Gewittergrummeln in der Entfernung zu hören. Nach dem Riedener Horn führte der Weg uns durch eine schöne Naturlandschaft immer auf einem Grat entlang. Auf der einen Seite schöne Alpenrosen und sobald der Blick sich nach oben richtete, kamen die umliegenden Berge zum Vorschein.

Zurück ging es dann aber doch etwas zügiger, denn das Donnergrollen kam näher und bei einem Gewitter auf einem Grat zu stehen, ist nicht sonderlich von Vorteil. Gerade rechtzeitig fanden wir einen Unterschlupf in der Alpe Bolgen und ließen den Gewitterschauer bei einem leckeren Stück Kuchen vorüberziehen. Timing ist alles! Übernachtungen werden in der Alpe zwar nicht angeboten, wer aber eine Rast einlegen möchte, ist hier genau richtig! Den restlichen Weg zurück ins Tal konnten wir trocken fortsetzen und kamen wieder gut an. Fazit: Eine richtig schöne Tour – gerade weil diese sehr lange auf dem Grat entlangführt und somit immer eine schöne Aussicht bietet (Route findet Ihr wieder unten verlinkt).

Auch das war wieder ein besonderes Erlebnis. Der Tag war aber noch nicht zu Ende. Wir trafen uns abends noch mit Brigitte Kraft von der Geschäftsstelle Schwaben des Landesbunds für Naturschutz, um gemeinsam auf Fledermaus-Safari zu gehen! Das war meine erste Fledermaus-Safari überhaupt und dementsprechend gespannt war ich. Als Einstieg erfuhren wir enorm viel Wissenswertes über die Fledermäuse– es war schließlich noch etwas hell. Ohne, dass wir bisher überhaupt welche gesehen oder „gehört“ hatten, war es bereits jetzt schon super interessant. Die Dämmerung begann, es wurde dunkler und wir bekamen kleine Fledermausdetektoren. Die Ultraschallwellen der kleinen Säugetiere werden damit hörbar gemacht. Diese stoßen sie immerwährend des Fluges und während der Jagd aus und können ihre Beute so genau orten. Auch während sie schnell umherfliegen. Brigitte führte uns an einen kleinen Bach und zack, schon waren die ersten Töne zu hören. Es mussten also Fledermäuse ganz in der Nähe sein. Im Lichtkegel der Taschenlampen konnten schließlich auch einige jagende Wasserfledermäuse entdeckt werden.

Von den insgesamt 25 unterschiedlichen Fledermausarten in Deutschland konnten wir drei mit Sicherheit hören und davon bekamen wir die Wasserfledermaus zu sehen. Was bei den nicht optimalen Wetterverhältnissen (Fledermäuse können Gewitter/Regen spüren) sehr gut war. Der Hunger trieb sie vermutlich aus ihrem Quartier. Und wie sagte Brigitte so schön „Auf die Wasserfledermaus ist Verlass!“ Mit diesen Eindrücken konnte ich zufrieden schlafen gehen.

Als dritte Kennenlern-Route der Wandertrilogie Himmelsstürmer waren wir noch auf der Etappe 08 (Rettenberg – Burgberg) unterwegs. Ein Teilstück durch die sehenswerte Starzlachklamm und anschließend wieder zurück. Für mehr war leider keine Zeit.

Drei Tage Allgäu, drei unterschiedliche Touren und noch viel mehr schöne Eindrücke. So macht es richtig Spaß! Und irgendwann werde ich die Himmelsstürmer-Route mit ihren 358km und 24 Etappen vielleicht einmal durchgehend laufen.

Routen auf Komoot:
https://www.komoot.de/tour/808327687 (Vom Giebelhaus zum Engeratsgrundsee und zurück nach Hinterstein.)
https://www.komoot.de/tour/809714610 (Grasgehren über das Riedener Horn zurück nach Bolsterlang)
https://www.komoot.de/tour/810684486 (Einmal durch die Starzlachklamm und zurück)

Ein dickes Dankeschön geht an das ganze Team der Allgäu GmbH, die diese Erlebnisse ermöglicht haben.

Das Projekt „The Wheelchair-Garment“

10. Juni 2022 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Mode ist vielseitig, regt zur Diskussion an, ist eine Ausdrucksform und manchmal auch Kunst. Außerdem, mal ganz praktisch gesehen: Kleidung wärmt, schützt und idealerweise passen die Kleidungsstücke einfach. Oder halt nicht. Wir alle kennen das Problem. Egal ob beim Einkaufen online und/oder offline, Größen sind von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich. Ein Vergleich ist oft nicht möglich und das leidige Thema „anprobieren“ kann nerven. Aus Bequemlichkeit kauft der geneigte Nutzer das gleiche Produkt in „seiner“ Größe gerne ein zweites Mal, durchaus ein Vorteil für die Hersteller. Ja, auch ich habe mich dabei schon erwischt und einfach Produkte in der gleichen Größe der selben Modemarke gekauft.

Noch schwerer muss dies natürlich für Menschen mit einer körperlichen Beeinträchtigung sein. Bzw. wie ist es in dem Fall mit notwendigen Funktionen der Kleidungsstücke?
Die italienische Modemarke OUTHERE mit den Mitgründern und Designern Graziano Moro und Renato Pigatti, hat gemeinsam mit dem Paralympics-Athleten Simone de Maggi ein Projekt mit dem Namen „The Wheelchair-Garment“ ins Leben gerufen. Simone spielt im italienischen Rollstuhlbasketball-Nationalteam und setzt sich immer wieder neue Ziele. Auch um etwas zu verändern. So entstand gemeinsam die Vision einer Kollektion. Bzw. ist es (noch) keine Kollektion, sondern zunächst eine Jacke.

Die technisch ausgereifte Jacke bietet einige Besonderheiten. Sie ist wasserdicht, hat eine Öffnung am Rücken und eine Decke für die Beine. Die Jacke ist extra für Menschen mit motorischen Einschränkungen designt und bietet zusätzliche Funktionalität durch verschiedene Taschen. Eine Antwort auf die erschwerten Anforderungen eines Lebens im Rollstuhl.

„Mit OUTHERE zusammengearbeitet zu haben, bedeutet dazu beigetragen zu haben, das Leben vieler Menschen zu verbessern, die wie ich im Rollstuhl sitzen. Die Möglichkeit für kreative Menschen, ihren Gedanken Gestalt zu geben, sollte zu einer Möglichkeit für andere werden, sich verschiedenen Realitäten zu nähern und wichtige Botschaften zu senden, die einen unschätzbaren Wert haben“, so Simone zu dem Projekt.

Eine solche Kooperation ist etwas Besonderes, denn sicherlich handelt es sich um ein Nischenprodukt. Aber gerade deshalb ist es der italienischen Menswear-Marke wichtig, ein Statement zu setzen. Mode kennt schließlich keine Grenzen. Meine Daumen zeigen definitiv nach oben! Ich persönlich bin ja sowieso ein Fan des para(olympischen) Sports, richtig genial. Besonders gut gefallen mir die Mannschaftssportarten wie Para-Eishockey oder (natürlich) Para-Handball oder Rollstuhlbasketball.

<Alle Bilder von OUTHERE>

Der People Mover (Group Rapid Transport) von ZF Friedrichshafen

2. Juni 2022 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Wenn man in Schweinfurt zu Hause ist, kommt man an den Industriebauten einiger Weltkonzerne nicht vorbei. Die Stadt selbst gilt als wichtigste Industriestadt Nordbayerns. Und wer Schweinfurt hört, denkt zunächst an Großunternehmen im Bereich Automobilzulieferung. Selbstverständlich macht die Zukunft um Schweinfurt keinen Bogen und die Industrie spürt den Wandel; es entstehen neue Bereiche bzw. neue Geschäftsfelder. Manche sehen es kritisch, andere nehmen es als Chance war. Persönlich sind mir die Chancen lieber! Zu diesen Zukunftsperspektiven gehört auf jeden Fall der Bereich der Mobilität.
In diesem Zusammenhang stellte ZF Friedrichshafen (kurz: ZF), einer der oben erwähnten Schweinfurter Weltkonzerne, vor ein paar Tagen den „People Mover“ der Öffentlichkeit vor. Dies konnte ich mir nicht entgehen lassen.

Beim People Mover handelt es sich um einen autonomen Shuttle-Bus. Mit diesem wurde das übergeordnete Ziel verfolgt, ein flexibles und individualisiertes Transportkonzept zu schaffen, das beispielsweise die letzte Meile (= als letzte Meile wird in der Transportbranche der letzte Teil eines Transportes bezeichnet, also Haustür – (Bus-)Bahnhof oder (Bus-)Bahnhof – Haustür) ergänzt und so an bestehende öffentliche Verkehrsmittel andockt. Und das ganz unabhängig, ob im städtischen und/oder ländlichen Raum. So die Vision bzw. der Anspruch von ZF.

Versionen:

Den People Mover wird es zukünftig in verschiedenen Versionen geben und er kann sogar untereinander gekoppelt werden. D.h. am Bahnhof XY stehen mehrere Fahrzeuge und ähnlich der Bahn fahren diese eine Teilstrecke zusammen, um sich zwischendurch zu trennen, um in verschiedene Richtungen zu fahren. Denn auch auf weniger ausgelasteten Strecken kann er eine Option sein und das 24 Stunden und 7 Tage die Woche.

(Technische) Daten:

Das Fahrzeug kann in beide Richtungen fahren und benötigt daher keinen „Wendehammer“. Bei dem Group Rapid Transport (GTR) der dritten Generation – wie auf dem Bild oben zu sehen – ist in den technischen Daten ein Wendekreis von 15m angegeben. Dieser kann, muss aber nicht genutzt werden. Zudem können alle Räder gelenkt werden. So werden sehr präzise Fahrmanöver auf engstem Raum ermöglicht.
Der People Mover wird elektrisch angetrieben und hat aktuell eine Batteriekapazität von 36,8 kW/h. Mir wurde gesagt, dass die Reichweite bei 70km liegen soll. Das Shuttle gibt es in unterschiedlichen Varianten und zu dem GTR ist dazu noch nichts weiter bekannt bezüglich der tatsächlichen Reichweite. Was aber bekannt ist, dass insgesamt 22 Passagiere (davon sind 14 Stehplätze und 8 Sitzplätze) in dieser Version mitfahren können. Auch ein rollstuhlgerechter Zugang ist gewährleistet, ebenso wie eine Arretierung während der Fahrt. Dies ist notwendig, da Geschwindigkeiten bis zu 40 km/h möglich sind. Andere Versionen sollen sogar bis zu 70 km/h schnell fahren können.
Geladen wird der People Mover entweder an den Haltestellen und/oder extra vorhandenen Schnellladesystemen abseits der gewöhnlichen Route. Ähnlich einem aktuellen Bus-Depot. Das Laden an sich erfolgt induktiv und/oder per CCS2-Stecker. Je nach Strecke und Dauer wird dies (vermutlich) ganz individuell angepasst. Ausgestattet mit verschiedenen Sensoren wie z.B. Radar, Kameras usw. inkl. Echtzeitübertragung zum Operator. Wobei für größere Datenmengen nicht das (5G-)Funknetz genutzt werden soll, laut Aussage des Herstellers. Dafür verbindet sich das Fahrzeug via Wlan am nächsten Haltepunkt mit dem Netz, wie die Übersichtsskizze zeigt.

Autonomes Fahren:

Übrigens ist autonomes Fahren nicht gleich autonomes Fahren. Es wird in verschiedene Level von 0 bis 5 unterschieden. So fährt der Fahrer bei Level 0 das Fahrzeug selbst. Auf diese klassische Version folgt Level 1 mit z.B. einem Abstandsregelautomatismus. Wobei hier nur ganz bestimme Assistenzsysteme unterstützen. Bei Level 2 ist dagegen eine Teilautomatisierung vorhanden, bei der mehrere Systeme gleichzeitig agieren können (so ganz grob gesagt), wie z.B. automatisiertes Einparken, Spur halten und und und. Bisher musste der Fahrer immer bereit zum Eingreifen sein. Bei Level 3 ändert sich dies. Der Fahrer muss nicht dauerhaft das System übernehmen und wird ggf. dazu aufgefordert einzugreifen. Bei Level 4 wird die Führung des Fahrzeugs dauerhaft vom System übernommen. Sollte das System hochkomplexe Aufgaben nicht mehr leisten können, kann (kein Zwang) der Fahrer aufgefordert werden zu übernehmen. Bis hierhin ist ein Fahrer immer zwingend notwendig. Das ändert sich bei Level 5. Hier ist ein Fahrer nicht mehr nötig bzw. wird nicht mehr gefordert. Start und Ziel (und/oder Route) wird festgelegt und der Rest macht das Fahrzeug allein. Beim People Mover liegt der Grad bei Level 4. Es ist kein Fahrer vorhanden, allerdings ein Operator. Dieser kann notfalls in das System eingreifen, außerdem sind auf der Fahrstrecke Magnete mit Lokalisierungstechnologie eingelassen.

Wie schon erwähnt, ist der People Mover vorrangig für die letzte Meile gedacht und als Ergänzung zum bereits bestehenden ÖPNV. Von einer längeren Strecke ist noch nicht die Rede. In einigen europäischen Städten wird er allerdings demnächst schon zu sehen bzw. nutzen sein, wie uns vor Ort erklärt wurde.
Dies wäre ein sehr schönes Vorzeige- und Prestigeobjekt für Schweinfurt, allerdings ist dies momentan noch nicht gewünscht bzw. mahlen die politischen Mühlen hier sehr (!) langsam. Schade – das hätte eine Chance sein können! Die Zukunft wird so oder so kommen und ich persönlich finde es superspannend!

Weitere Infos gibt es direkt bei FZ und zwar hier.

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