Die Latemar Ronda im Eggental

2. Februar 2023 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Ein Geheimtipp unter den Südtiroler Skirunden ist die Latemar Ronda im Südtiroler Eggental. Wer Fan des Wintersports ist, kommt hier voll auf seine Kosten! Skifahren bzw. Wintersport sind heutzutage ein zwiegespaltenes Thema, keine Frage. Doch gibt es hier – wie in (fast) allen Bereichen – nicht nur Schwarz/Weiß. Es gilt die alte Gerichtsweisheit „es kommt darauf an“.
Bereits vor der Pandemie konnte ich einen Blick „hinter die Kulissen des Eggentals“ werfen und habe das „Klimaneutral Skifahren im Eggental“ kennengelernt. Damals ging es bereits um den Beitritt zum Klimaneutralitätsbündnis 2025, nachhaltige Ansätze und verschiedene Energieeinsparmöglichkeiten. Einiges wurde bereits umgesetzt, einiges war in Planung. Grundsätzlich war ich optimistisch, dass weitere Schritte in Richtung Nachhaltigkeit getan werden. Im Januar war ich wieder im Eggental unterwegs, um im Rahmen einer Pressereise die „Latemar Ronda“ zu erkunden, selbstverständlich kam das Thema „Klima“ nicht zu kurz. Dazu später mehr.

Zunächst für diejenigen, die es noch nicht kennen: Das Eggental liegt in Südtirol, keine 20km von Bozen entfernt mitten in den Dolomiten. Ein Kleinod umgeben von Latemar und Rosengarten. Mit den beiden Skigebieten Obereggen und Carezza bietet es insgesamt rund 90 Pistenkilometer, 80 km Langlaufloipen, 160 km gespurte Winterwanderwege, 150 km Schneeschuhtouren, 3 Rodelbahnen und 2 Snowparks. Also alles, was die Herzen der Wintersportfreunde höherschlagen lässt. Vom Genuss, z.B. auf den Hütten mit ihrem leckeren Essen, ganz zu schweigen.

Fahrt ins Eggental mit Blick auf den Latemar

Bereits bezüglich der Anreise habe ich mir Gedanken zur Nachhaltigkeit gemacht. Hintergrund: Wir waren mit einem Elektrofahrzeug – genauer gesagt einem Audi Q4 50 e-tron Quattro – unterwegs (Bericht dazu folgt). Entsprechend habe ich mich vorab über die Lademöglichkeiten vor Ort informiert. Im Hotel – wir waren im schönen Cristal Obereggen untergebracht – gibt es für die Gäste Lademöglichkeiten. Doch mich interessierten auch die öffentlichen Punkte. Das Gute vor Ort ist, dass es Ladestationen direkt an den Talstationen der Lifte gibt. Also bestens geeignet auch für Tagestouristen z.B. aus Bozen. Natürlich ist die Menge an Ladesäulen ausbaufähig, aber das kennen wir schließlich aus unseren Breitengraden genauso.
Wie dem auch sei, ich persönlich war positiv überrascht. Und sind wir mal ehrlich, wer mit dem Auto – egal ob elektrisch oder klassisch – als Tourist vor Ort ist, lässt dieses während des Winterurlaubs normalerweise sowieso stehen und fährt mit dem Skibus und/oder geht zu Fuß zur Piste. Im Eggental gar kein Problem, denn man kann mit dem Guestpass sieben Tage die Busse und Regionalzüge in der ganzen Region kostenlos nutzen, inklusive Direktverbindung nach Bozen.

Die Gemeinde Welschnofen empfing uns mit herrlichem Wetter, einem super Blick auf den Latemar und Schnee. Kurz vor unserer Pressereise hatte es frisch geschneit. Es war also alles herrlich weiß und ausreichend Schnee auf der Piste. Im Laufe der Tage erfuhren wir, dass die Skigebiete mit der künstlichen Beschneiung in dieser Wintersaison höchstwahrscheinlich schon Mitte Januar abgeschlossen haben. „Höchstwahrscheinlich“ deshalb, weil niemand in die Zukunft schauen kann. Wie beim ersten Besuch beschrieben, wird auch in diesem Bereich viel Wert auf Energieeinsparung gelegt, so z.B. durch genaues Monitoring, u.a. werden Doppelfahrten von Pistenraupen dank GPS-genauer Berechnung vermieden. An bestimmten Positionen werden Schneedepots angelegt, auf welche im Bedarfsfall zurückgegriffen werden kann. Und noch mehr nachhaltige Bestrebungen, wie Ihr im Laufe des Blogposts lesen könnt.

Am Anreisetag ging es zunächst zum Skiverleih Siegfried in Obereggen, um unsere Skiausrüstung zu holen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass ich im Eggental bisher immer Glück bei den Ausrüstern hatte oder sie vor Ort einfach sehr gut präparieren können. Auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht! Glücklicherweise hatten wir den Service, dass die Ausrüstung ins Hotel geliefert wurde. So konnten wir am nächsten Tag direkt starten. Die „Latemar Ronda“ wollte erkundet werden. Beim Angebot „Latemar Ronda“ zeigen kundige Skiguides die schönsten Hotspots der beiden Skigebiete inklusive der längsten Talabfahrt (7,6km), der steilsten Piste (58% Gefälle) und dem besten Aussichtspunkt (Laurins Lounge auf 2337m). Und es umfasst nicht „nur“ Skifahren! Inklusive ist außerdem das Mittagessen auf einer Skihütte, der Skiguide und der Shuttlebus. Das für aktuell nur 30 Euro pro Person, ein super Preis! Die genauen Details zur Latemar Ronda findet Ihr nach dem Klick. Persönlich bin ich von solchen Angeboten begeistert. Gerade wenn man in einem neuen Skigebiet unterwegs ist, helfen die lokalen Guides immer super weiter. So kann man den Kopf (etwas) ausschalten und sich auf das Skifahren/den Genuss konzentrieren.
Hier erst einmal ein paar Bilder:

Das Panorama ist einfach Hammer. Egal ob Latemar und/oder Rosengarten – einfach immer schön anzusehen! Nicht zu vergessen, wir sind in Südtirol unterwegs, hier wird Genuss großgeschrieben! Zwischendurch ein Kaffee an der Bar geht hier immer. So viel Zeit muss sein! Bei uns gab es diesen an der neuen Franzin Alm.  Und zum Mittagessen trafen wir uns auf der Gardoné. Nur eine kleine Auswahl an Möglichkeiten. Die Skiguides kennen die Highlights, bei denen man die besten heimischen Spezialitäten am Berg findet. Wie bereits vermutet, ist das Essen einfach genial.
Dank der zügigen Guides und der guten Planung konnten wir an diesem Tag die Latemar Ronda erkunden und sogar noch ein paar extra Kilometer fahren. So kamen wir insgesamt auf 55,66km laut meiner Suunto Uhr.

Am nächsten Tag ging es dann für uns früh raus auf die Piste. Warum? Die Piste Oberholz (direkt vor unserem Hotel Cristal) öffnet jeden Samstag und Sonntag bereits um 7:30 Uhr. So früh sind die Pisten einfach perfekt! Ganz frisch präpariert, fast keine Menschen unterwegs und die Sonne geht erst noch richtig auf. Traumhaft! Als erster auf der Piste – da darf das Frühstück zunächst noch ein bisschen warten. Und was würde sich dazu besser eignen als die schicke Berghütte Oberholz?! Das Programm „Be the first“ kann es definitiv sehr (!) empfehlen.

Noch ein paar interessante Details zur Berghütte Oberholz auf 2.096m. Diese wurde von den Architekten Peter Pichler und Pavol Mikolajcak geplant und umgesetzt. Viel Licht, Holz und Sichtbeton und die drei „Ausblicke“ auf die drei Berggruppen oder auch die Sonnenterrasse machen die Hütte einzigartig und auf jeden Fall zum architektonischen Highlight. Auch hier wurde auf Nachhaltigkeit geachtet. Die Hütte wird nämlich mit einer Geothermie-Heizungsanlage versorgt und für die Stromversorgung rein Ökostrom verwendet (überwiegend aus Wasserkraft).

Das Wetter war toll, das Panorama sowieso und so ging es nach dem sehr leckeren Frühstück wieder auf die Piste und noch ein paar Schwünge genießen. Mit dabei waren wieder unsere Skiguides von der Ski&Snowboard School Obereggen – eine von insgesamt drei Skischulen in der Umgebung. Von ihnen erhielten wir, wer wollte, noch einige Tipps zum eigenen Fahren. Und ich glaube jeder Skilehrer oder jede Skilehrerin muss früher zwingend selbst Rennen gefahren sein. ;) I like!

Vor Beginn der Corona Pandemie hatte ich das Vergnügen, schon einmal mit Florian Eisath Ski zu fahren. Auch diesmal nahm er sich die Zeit und gab uns einen Einblick in die Neuerungen im Skigebiet. So erzählte Florian, Geschäftsführer von Carezza Dolomites, uns die Neuigkeiten u.a. zur neuen Bergstation bzw. Modernisierung der „König Laurin“-Bahn hinauf zur Laurins Lounge. Damals ging es noch mit einem 3er bzw. 2er Sessellift hoch, nun führt eine 10er-Kabinenbahn die Wintersportbegeisterten nach oben. Bevor wir allerdings ganz nach oben fuhren, besichtigten wir die neue Cabrio-Seilbahn mit Aussichtsbalkon. Diese führt von der Gemeinde Tiers zur Frommeralm im Skigebiet Carezza und verbindet so die beiden Täler. Früher gab es einen starken Verkehrsfluss zwischen den Tälern. Dieser wird nun durch die neue Bahn reduziert und mit der Cabrio-Bahn mit dem Namen „Tierser Seilbahn“ hat man zudem noch ein zusätzliches Highlight gewonnen. Dabei handelt es sich um eine Pendelbahn mit einem Zug- und zwei Tragseilen von Doppelmayr. „Oben ohne“ könnt Ihr mit dem ganz normalen Skipass-Ticket fahren. Wir hatten das Glück und konnten dank Florian sogar noch etwas hinter die Kulissen schauen.

Im Anschluss ging es ganz nach oben zur Bergstation „König Laurin“. Darauf war ich sehr gespannt, denn ich hatte die Station noch nie live und in Farbe gesehen. Der Architekt Werner Tscholl – Italiens Architekt des Jahres 2016 – hat die Station geplant und umgesetzt. Von außen minimalistisch verschwinden die Gondeln im Berg und der Skifahrer kommt ein paar Meter weiter direkt auf der Piste wieder aus dem Berg heraus. So wurde möglichst wenig vom Panorama verdeckt. Wer es noch etwas höher und gleichzeitig auch gemütlicher mag, der nimmt die Rolltreppe nach oben und in wenigen Minuten öffnen sich die Türen der Laurins Lounge mit ihrem unglaublichem Panoramablick. Mit 2337m Südtirols höchste Panoramalounge.

Wir haben dort oben zu Abend gegessen und im Anschluss zeigte uns Astronomie-Expertin Stephanie Wolters den Sternenhimmel. Das Eggental ist bekannt für seine geringe Lichtverschmutzung und den daraus resultierenden guten Blick in die Weiten unseres Universums. Wir blickten in die Milchstraße und entdeckten unzählige Sterne. Auf die spannende Frage „Gibt es da draußen Leben?“ antworte Stephanie „Ja natürlich! Vielleicht nicht so wie wir es kennen, aber es gibt definitiv Leben! Wo Wasser ist, ist auch Leben.“ und weiter mit Blick in den Himmel bzw. zum Jupiter: „Europa ist ein Mond von Jupiter. Von Eis bedeckt, aber unter der Eisschicht befindet sich Wasser. Persönlich finde ich den viel spannender als z.B. den Mars.“ Hätten wir nicht die Milchstraße beobachten „müssen“, wären wir mit Sicherheit noch länger ins Gespräch vertieft. Sie brennt für ihren Job, megainteressant und toll!

Die Verantwortlichen im Eggental bleiben dran und setzen sich mit zahlreichen Maßnahmen und Projekten immer weiter dafür ein, die Natur zu erhalten und den Tourismus möglichst nachhaltig zu gestalten. Sei es im Bereich Mobilität, Abfall- und Plastikvermeidung oder Wassersparen. Im Rahmen der Ziele für das gesamte Eggental wurde Stephanie Völser als Nachhaltigkeitsmanagerin beauftragt, weitere Konzepte zu erstellen, bzw. die Menschen vor Ort zu unterstützen. Hintergrund: Die Region wurde mit der internationalen Global Sustainable Tourism Council (GSTC)-Zertifizierung als eine der ersten in Italien ausgezeichnet. Konkret vor Ort heißt es zum Beispiel auch, regionale Kreisläufe zu unterstützen und die lokale Rohstoffkette vom Bauern bis zur (Hotel-)Küche zu unterstützen. Dies geschieht in der Regel über den kurzen Dienstweg z.B. per Whatsapp-Gruppe: „Ich habe xy kg Kartoffeln“ – „Top, nehme ich. Danke.“ Und zack, schon erledigt! Auch das macht das Eggental und seine Menschen sehr sympathisch! Zusätzlich ist das Eggental Partner des Projekts „Achtsam am Berg“. In diesem Rahmen leitet man – gemeinsam mit den Südtiroler Dolomiten UNESCO Gebieten – dazu an, verantwortlich mit der alpinen Natur umzugehen. Und das trifft nicht nur die Unternehmen vor Ort, sondern auch uns Touristen!

Ein ganz dickes Dankeschön geht an das Team von Eggental Tourismus und alle Beteiligten, die dieses Erlebnis ermöglicht haben.

Ein sportlicher Rückblick inklusive Aussicht auf 2023

10. Januar 2023 | 2 Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Erst einmal wünsche ich Euch ein frohes und gesundes Jahr 2023! Und wie jedes Jahr haben sich wahrscheinlich einige von Euch ein paar Vorsätze vorgenommen. Neues Jahr, neue Vorsätze, könnte man wohl sagen. Persönlich mache ich mir nie bzw. selten Vorsätze für das neue Jahr. Dann setze ich mir schon lieber Ziele – die natürlich auch erreichbar sein müssen. Versteht sich eh von selbst.
Das hat im letzten Jahr im Hinblick auf meine sportliche Betätigung auch ganz gut geklappt. Deshalb möchte ich an dieser Stelle einen sportlichen Rückblick auf die letzten Jahre werfen. Warum die letzten Jahre und nicht nur auf 2022? Weil ich ab ca. 2019 angefangen habe, meine sportliche Betätigung mit einer Fitnessuhr zu tracken. Somit kann ich relativ genau ablesen, was ich gemacht habe, ob es eine Steigerung gab, wo noch Potential ist oder was auch immer.
2019 war das Jahr, in dem ich den Sonnenaufgang auf 3500m (dem Fluchtkogel) erleben durfte. Einen Sonnenaufgang auf einem Gipfel zu sehen, war schon immer ein/mein Traum. Diesen konnte ich mir in gewisser Weise auch dank Training erfüllen. So sahen also meine Aufzeichnungen im Jahr 2019 aus:

Suunto Aufzeichnung aus 2019

Legende:
Grün = Wandern/Bergsteigen
Gelb = Laufen
Rot = Radfahren
Blau = Alpinski

Insgesamt waren es in dem Jahr 63 Aktivitäten mit ca. 150 Stunden in Bewegung, einer Distanz von 542km, 16.000m im Aufstieg und 18.599 kcal verbrannt. Anmerkung der Redaktion: Die alte Suunto Ambit3 Peak hatte noch keine genaue Aufzeichnung zur Verbrennung.

Lustigerweise war nach dem Fluchtkogel erst einmal Schluss mit Bewegung. Im Oktober ging es noch einmal wandern und im Dezember zum Skifahren. Sonst keine weiteren Aufzeichnungen. Was mich wundert – so mit etwas Abstand betrachtet – bis zur Fluchtkogel-Tour machte ich relativ wenig Training und bin trotzdem auf den Fluchtkogel gekommen.

Wie sah es denn 2020 aus? Mehr? Weniger? Auf Grund der Pandemie habe ich – ohne nachzuschauen – auf weniger Sport getippt. Ursprünglich waren einige Touren in den Bergen mit Hüttenübernachtungen geplant, die dann abgesagt werden mussten. Damals wusste schließlich zunächst niemand, wie sich Corona entwickeln würde. Im Januar/Februar ging es zum Skifahren, als es noch möglich war, und ab März war dann erst einmal Feierabend. Hier zunächst die Übersicht:

Legende: siehe oben

Im April „wagten wir uns raus“ und im Mai begann ich zu laufen. Das waren eigentlich die sportlichen (Wieder-)anfänge – natürlich nicht vergleichbar mit den heutigen Laufstrecken. Schön war, dass wir unsere nähere Umgebung wandertechnisch gesehen noch besser kennenlernten. Da haben wir einige schöne Touren gemacht. Im September ging es mit leichtem Bauchweh (Coronabedingt) nach Texel/Niederlande. Man wusste schließlich nicht, wie sich die Lage entwickelte. Doch wir hatten Glück, der Urlaub war klasse und im Nachhinein betrachtet war unser ungutes Gefühl unbegründet, weil wenig los, viel Abstand, gute Sicherheitskonzepte. Auf Texel selbst war das Fahrrad unser Fortbewegungsmittel Nummer 1. Ansonsten war das Jahr überwiegend von Wanderungen geprägt. Es waren insgesamt 59 Aktivitäten mit ca. 147 Stunden in Bewegung, einer Distanz von 831km, 9.626m im Aufstieg und 33.451 kcal verbrannt. Anmerkung: Auch hier noch keine genaue Aufzeichnung zur Verbrennung.

Kommen wir zum Jahr 2021. In diesem Jahr standen wieder einige Wanderungen im Fokus. Sowohl im Flachland, aber ein paar auch in den Bergen. Gelaufen wurde in unregelmäßigen Abständen auch wieder, ebenso wie Radfahren in den Niederlanden. Also der „gewohnte“ Bewegungsmix.

Suunto Aufzeichnung aus 2021

Die Legende (siehe oben) hat sich nicht verändert. ;) Somit kommen wir in diesem Jahr auf insgesamt 85 Aktivitäten mit ca. 184 Stunden in Bewegung, einer Distanz von 852km, 14.621m im Aufstieg und 48.837 kcal verbrannt. Auch hier wurde mit der Suunto Ambit3 Peak aufgezeichnet.

Eine deutliche Steigerung erfolgte im Jahr 2022. Es lag vermutlich daran, dass ich gleich zu Beginn des Jahres regelmäßig (!) zu Laufen begann. Am 05. Januar waren es (aus heutiger Sicht betrachtet) noch lächerliche 2,5km in einer Durchschnittszeit von 6 Minuten und 41 Sekunden pro Kilometer. Zum Vergleich: Ende 2022 waren es 10km in einer Durchschnittszeit von 5 Minuten und 57 Sekunden. Wobei man auch sagen muss, dass uns im Juli 2022 dann Corona doch noch erwischt hatte. Somit war in diesem Zeitraum erst einmal eine Pause angesagt, die sich fast 6 Wochen hinzog. Auf der anderen Seite war 2022 geprägt von Laufen, Wandern/Bergsteigen UND Radfahren! Im März wurde nämlich ein Fahrrad – ohne elektrische Unterstützung – gekauft. Und vor allem im Frühjahr/Sommer rege genutzt. Zudem ging es noch auf eine Hüttentour in die Ötztaler Alpen und die obligatorische Wanderung mit Marco durfte auch nicht fehlen.

Suunto Aufzeichnung aus 2022

Die Gesamtstatistik zeigt für 2022 somit 148 Aktivitäten mit ca. 210 Stunden in Bewegung, einer Distanz von 1358km, 13.808m im Aufstieg und 98.099 kcal verbrannt. Was sicherlich vor allem am regelmäßigen Laufen liegt. Disziplin ist alles! ;)
Apropos Steigerung, im April gab es auch eine neue Fitnessuhr: die Suunto 9 Peak. Diese misst nun u.a. auch den Puls und ist generell gesehen einiges genauer als ihr Vorgänger.

Ich bin mit dem Jahr super zufrieden und auch etwas stolz auf die Leistung – man wird schließlich nicht jünger. Was das Thema älter werden und Sport angeht, habe ich übrigens die Tage bei Quarks eine super Übersicht mit dem Titel „Das passiert, wenn du Sport treibst“ gefunden. Faszinierend finde ich, dass sich beispielsweise die Telomere (Telomere, die am Ende aller Chromosomen liegen) innerhalb von sechs Monaten bei regelmäßiger Bewegung im Schnitt um sechs Prozent verlängern. Mit jeder Zellteilung werden sie kürzer, bis irgendwann eine kritische Größe unterschritten ist und die Zelle sich nicht mehr teilen kann. Kurze Telomere sind nicht nur ein Grund fürs Altern, sondern auch ein Risikofaktor für Krebs. Nur einer von vielen Vorteilen durch regelmäßige Bewegung.

Aber auch persönlich spüre ich den Unterschied zu „vorher“. Mein Rücken schmerzt nicht mehr und der Allgemeinzustand fühlt sich fit(ter) an. Somit sind meine Ziele für 2023 auch gesteckt: Mindestens auf dem Stand von 2022 bleiben. Wünschenswert sind allerdings eine Distanz von 1500km, 15.000m im Aufstieg und über 100k kcal zu verbrennen. Übrigens wurden die ersten 20km schon in der ersten Januarwoche erlaufen. Und der Trainingsplan sagt vor: Mindestens 2x die Woche 10km Laufen und wenn möglich zusätzlich noch eine andere sportliche Tätigkeit wie Wandern/Radfahren usw. durchführen. Schauen wir mal, wie es Ende 2023 bzw. Anfang 2024 aussieht – der Plan steht!

Unser traditionelles Adventsessen: Das Reh-Menü

21. Dezember 2022 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , ,

Zur Vorweihnachtszeit gibt es verschiedene Traditionen, die sich meist über Jahre in einer Familie einschleichen. Sei es der obligatorische Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, ein adventlicher Geschenkebummel durch die Stadt oder der Besuch eines Weihnachtskonzertes. Im besten Fall vielleicht sogar alles davon!
Wenn Wochenenden prall gefüllt sind mit Terminen und to-Dos, freut man sich vor allem über Zeit, die man mehr oder weniger ungeplant daheim verbringen kann. Was wir seit mittlerweile ein paar Jahren daher immer in der Vorweihnachtszeit machen – ein Wochenende freischaufeln und unser traditionelles Reh-Menü kochen. Und da einige von Euch auf den verschiedenen Netzwerken und Plattformen gefragt haben (bzw. vielleicht etwas hungrig meine Bilder anschauten), teile ich heute meine persönliche Menü-Zusammenstellung. Nachdem wir im ersten Jahr leckeres Reh gemacht haben, kristallisierte sich das als Must-Have-Hauptgang heraus. Wie auch sonst, wenn es schon in der Überschrift „Reh-Menü“ heißt. In diesem Jahr ist es folgende Zusammenstellung geworden:

Vorspeise:
leichte Kartoffelsuppe mit Speck nach Omas Art

Hauptgang:
Rehrücken mit Spätzle und Rotkohl sowie Feldsalat

Nachspeise:
Walnussparfait

Unser traditionelles Adventsessen Rehrücken

Ein Koch kann allerdings nur so gut sein, wie seine Zutaten. Etwas, das uns besonders wichtig ist, die Qualität der Lebensmittel. Somit ging es zum Metzger meines Vertrauens, der Metzgerei Arnold. Auch bekannt unter „Rhönmetzgerei Arnold“. Glücklicherweise war Chef André vor Ort in der Filiale. Wir unterhielten uns kurz (wie wir es immer so machen) und ich erkundigte mich nach Reh. „Sollte ich bald wieder rein bekommen!“ war Andrés Antwort. Ein paar Tage später klingelte das Telefon mit „Ich habe deinen Rehrücken hier“. Meine Augen strahlten. <- konnte zu diesem Zeitpunkt nur niemand sehen. Anyway, bei André weiß ich, dass die Qualität stimmt! Am vereinbarten Abholtermin quatschten wir wieder etwas (wie immer) und André beinte das schöne Stück noch aus und samt Knochen ging es nach Hause. Die restlichen Zutaten wurden eingekauft und die Zubereitung konnte losgehen. Mein persönliches Highlight liegt dabei immer auf der Soße. Gut, der Rest ist auch nicht zu verachten. Sowohl Soße als auch Vorspeise und Dessert lassen sich beim diesjährigen Menü sehr gut am Vortag zubereiten, was das ganze zeitlich entzerrt. Und schließlich schmeckt die Suppe am nächsten Tag immer noch etwas besser. Da der Aufwand meistens eh gleich ist, wird in der Regel für 4 Personen eingekauft und auch gekocht, so bleibt noch etwas für den nächsten Tag oder man friert Übriges ein.

Die Kartoffelsuppe:

Zutaten Kartoffelsuppe mit Speck:

½ kg mehligkochende Kartoffeln
1 Bund Suppengrün
2 Esslöffel Butter
¾ l Gemüsebrühe
1 Bund Petersilie
1/8 l Sahne
1/8 kg magerer Speck
1 Zwiebel
Salz und Pfeffer

Aus den Zutaten wird ganz klassisch eine Suppe zubereitet. Die Kartoffeln schälen und klein schnippeln. Das Suppengrün waschen und ebenso klein schneiden. Beides in Butter kurz andünsten und anschließend mit der Brühe auffüllen. Falls es zu wenig Flüssigkeit sein sollte, einfach etwas mehr hinzufügen. Wer möchte, kann gerne noch ein Lorbeerblatt, Wacholderbeeren o.ä. ergänzen. Alles zusammen ca. 20min garen und im Anschluss mit einem Kartoffelstampfer stampfen oder pürieren. Persönlich bin ich Team Pürierstab, denn Stückchen müssen nicht unbedingt sein. Die Sahne dazu und mit Gewürzen abschmecken. So lassen wir die Suppe nun bis zum nächsten Tag stehen. Dann kann sie noch final abgeschmeckt werden bzw. nach Omas Art wird noch Zwiebel(n) mit Speck angebraten und hinzugegeben, sorgt für das gewisse Etwas. Zum Abschluss noch mit etwas Petersilie garnieren und schon ist die Kartoffelsuppe fertig. Kleiner Tipp: Croûtons als Topic!

Kartoffelsuppe mit Speck zu unserem Rehrücken

Die Soße:

Zu wenig Soße bei einem Essen? Für einen Franken ein Drama! Deshalb kümmern wir uns um ausreichend Soße. Eine gute Soße ist Liebe und ich möchte zudem, ohne zu übertreiben behaupten, dass meine Rehsoße durchaus mit so manchem Spitzenkoch mithalten kann.
Der Metzger des Vertrauens hatte den Rücken ausgebeint und die mitgegebenen Reste inkl. Knochen werden nun in einem großen Topf angebraten. Mit dabei sind wieder Suppengemüse, ein paar Zwiebeln, Knoblauch und Tomatenmark. Wichtig: Es müssen Röstaromen entstehen! Röstaroma ist aber nicht gleichzusetzen mit verbrennen, gell. Das Ganze löschen wir dann mit einem schönen dunklen Bier ab. Alternativ ginge natürlich auch klassisch Rotwein, in unserem Fall aber ist es lieber das dunkle Bier. Auch hier kommt es auf die Qualität an. „Plörre“ von einer Großbrauerei kommt mir da nicht ins Haus! Ich persönlich habe auch hier noch Lorbeerblatt und Wacholderbeeren hinzugefügt. Nun lassen wir alles auf kleiner Stufe vor sich hin köcheln. Ab und zu rühren und ggf. Bier nachschütten. Zwischendurch darf es auch einmal Wasser sein. Persönlich habe ich ca. 1 Liter Bier und mindestens 0,5 Liter Wasser verkocht. Ihr könnt es jetzt schon etwas salzen/pfeffern, muss aber nicht sein. Wichtig beim leicht köcheln lassen: Der Deckel sollte mit einem Spalt auf dem Topf liegen. So dass Flüssigkeit verdunsten kann, aber gleichzeitig auch nicht zu viel. Hintergrund: Die Aromen sollen sich im Topf entfalten können. Richtig einreduziert wird eh erst am nächsten Tag.

An diesem „Vorbereitungs-Tag“ sind wir noch nicht fertig. Die Nachspeise, das Walnussparfait lässt sich nämlich ebenfalls sehr gut vorbereiten. Walnüsse hatten wir vor ein paar Wochen per Hand und mit viel Liebe „in der Hölle“ aufgelesen und ich knackte schon einen Abend vorher. Rezepttechnisch haben wir beim Parfait für ca. 6 Personen gerechnet. Da es eh eingefroren wird, spielt die Gesamtmenge (fast) keine Rolle, so ein Parfait kann man ja immer essen.

Zutaten Walnussparfait:

75 g Walnusskerne
½ Vanilleschote
2 Eigelb
100 g griechischer Joghurt
100 g Saure Sahne
1 TL Honig
200 g Sahne
50 g Zucker

Die Walnusskerne hacken. Je feiner, desto besser. Was bei mir grundsätzlich für alle Zutaten gilt. Denn nur so kommen die Aromen zur Geltung. Und mir persönlich schmeckt es ohne Stückchen besser. Bei der Vanilleschote das Mark auskratzen und mit den restlichen Zutaten (Eigelbe, Honig, griechischer Joghurt und saure Sahne) in einer Schüssel vermengen. Die Sahne wird noch steif geschlagen, wobei man den Zucker dabei langsam einrieseln lassen sollte. Die Schlagsahne dann unter die fertige Joghurtmasse heben, die gehackten Walnusskerne dazu und in einer Kastenform o.ä. in den Gefrierschrank. Kleiner Tipp: Vor dem Befüllen, die Form mit Frischhaltefolie glatt (!) auslegen. Am nächsten Tag dann aus dem Gefrierschrank holen, im Wasserbad Schokolade zum Schmelzen bringen, das Parfait aus der Form stürzen, in Scheiben schneiden, auf einem Teller mit der noch flüssigen Schokolade dekorieren – fertig!

Walnussparfait für unser Rehmenü

Sodala, Vor- und Nachspeise sind fertig. Die Soße lassen wir über Nacht natürlich nicht weiter köcheln – nicht, dass noch etwas passiert. Der nächste Tag kann kommen und das ganze Haus duftet nach leckerer Soße. So war es zumindest bei uns der Fall. Was ist noch zu tun? Die Soße lassen wir nun ohne Deckel köcheln, damit sie schön reduziert. Gut, wir mussten nicht mehr viel daran machen/verändern, denn sie war bereits so gut wie perfekt und schmeckte vorzüglich! Tipp: Sollte sie zu „fest“ sein, noch etwas Flüssigkeit nachfüllen und mit Salz und Pfeffer (mehr braucht es nicht) würzen. Um ehrlich zu sein, die Soße hat Sterneküchenniveau. Ohne zu übertreiben!

Rotkohl/Rotkraut köchelte ebenfalls vor sich hin und Spätzle sind auch easy zu machen. Für den Teig braucht Ihr:

Zutaten Spätzle:

400g Mehl
4 Eier
4 Prisen Salz
200ml Wasser

Die Zutaten in eine Rührschüssel geben, nach und nach Wasser dazu. 15min ruhen lassen und danach ist er fertig. Der Teig sollte zähflüssig sein und auch ein paar Bläschen werfen, dann ist er top! Wir benutzen immer einen Spätzlehobel. Damit werden es von der Form eher Knöpfle als Spätzle, aber so mögen wir es. Kochendes Wasser, fertigen Teig in den Hobel, warten, abschöpfen und gut ist es. Also total easy, finde ich zumindest.
Kommen wir nun zum Rehrücken. Neben der Soße mein persönliches Highlight. Gleich vorab sei gesagt: Der Rehrücken verlangt vom Koch die volle Aufmerksamkeit. Einmal zu viel „ich muss noch nach etwas anderem schauen“ ist nicht, sonst verpasst man den perfekten Punkt. Wichtig auch: 1-2 Stunden vor dem Zubereiten das Fleisch aus dem Kühlschrank nehmen, auf Zimmertemperatur bringen und vor dem Anbraten trocken tupfen. Dann schaue ich es mir nochmals genau an, ob alle Sehnen usw. entfernt sind. Notfalls wird nochmals das Messer bemüht. Salz und Pfeffer drauf (von beiden Seiten) und sich über das schöne Stück freuen. Den Ofen heizen wir auf 140 Grad vor (Ober-, Unterhitze). Anschließend in einer Pfanne Öl (kein Butterschmalz) erhitzen und für ganz wenige Minuten von beiden Seiten anbraten. Pro Seite waren es maximal 2 Minuten. Das Fleisch sollte keine „dunklen Röststellen“ aufweisen. Anschließend in eine Auflaufform geben und ab damit in den Ofen. Wir freuen uns weiterhin, schauen hoffnungsvoll durch das Glas und grinsen. So war es zumindest bei mir. Für ca. 5min lassen wir die Türe zu, um dann das Fleisch einmal zu wenden. Weitere 5min im Ofen lassen. Ihr könnt es schon riechen! Aber noch nicht aufschneiden, sondern den Ofen aus machen, das Fleisch in Alufolie packen und nochmals ca. 8min (je nach Dicke) auf die offene Ofentüre legen und in Ruhe lassen. Fast geschafft! Aufschneiden und für gut befinden. Kleiner Tipp: Den ausgetretenen Fleischsaft mit in die Soße geben.

Das wars auch schon. Nun das Fleisch noch in Schneiben schneiden, anrichten und genießen. Ein Traum! Wir wünschen guten Appetit!

Unser traditionelles Adventsessen Rehrücken

So, nun habt ihr „mein“ Rezept zum Reh-Menü. Vor- und Nachspeise können je nach Lust und Laune variieren, versteht sich aber eh von selbst. Mal schauen, was es nächstes Jahr bei uns dazu gibt.

Mit dieser Inspiration wünschen wir Euch ein schönes Weihnachtsfest, entspannte Tage mit leckerem Essen, kleinen Geschenken und vor allem Zeit mit Euren Lieben! Lasst es Euch gut gehen und HoHoHo!

Frohe und gesunde Weihnachten!

Das Tölzer Land – ein „B’sondres Fleckerl Erde“ entdecken

2. Dezember 2022 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Egal ob mit dem Zug oder mit dem Auto, wenn es für mich Richtung Süden geht, steigt sogleich die Freude. So auch vor Kurzem, als es in das Tölzer Land ging. Wenn man aus Richtung Norden kommt, liegt das Tölzer Land kurz hinter München und erstreckt sich vom Starnberger See bis hin zur Grenze nach Österreich/Tirol. Hier in der Voralpenregion hat man bereits einen herrlichen Blick auf die Alpen. Die bekannteste Stadt des Tölzer Landes dürfte wohl die Kurstadt Bad Tölz sein.

Im Rahmen einer Pressereise konnten wir das Tölzer Land und Bad Tölz erkunden. Wir nutzten den Anreisetag, um durch die Stadt zu bummeln und einen ersten Überblick zu bekommen. Was sofort ins Auge sticht, sind die wunderschönen Häuser in der Marktstraße. Diese sind mit Fassadenmalereien verziert und stammen aus dem späten Mittelalter und der Barockzeit. Die Marktstraße wird auch „der schönste Festsaal des Oberlands“ genannt. Einige von Euch kennen den Anblick vielleicht aus der Serie „Der Bulle von Tölz“ mit Ottfried Fischer. Apropos – wer sich für die Serie interessiert, sollte einmal das dazugehörige Museum besuchen, das sehr zentral in der Stadt liegt. In der Fußgängerzone kann man auch gleich lokale Einkaufsmöglichkeiten ausloten, denn es gibt viele schöne Geschäfte u.a. mit regionalen Schmankerl. Am späten Nachmittag ging es an der Isar entlang, über den Isarsteig (eine Brücke) hinauf auf den Kalvarienberg. Eine Anhöhe auf 700hm mit tollem Blick über die ganze Stadt. Aber man hat dort nicht nur herrliche Aussicht über die Stadt, sondern kann auch bis in das Karwendelgebirge blicken. Auf dem Kalvarienberg befindet sich eine kleine Kapelle, die Leonhardikapelle, sowie die Kalvarienbergkirche, eine Doppelkirche aus dem Jahr 1726. Dahingehend spannend, weil es zwei Kirchen quasi unter einem Dach sind. Im zweiten Kirchraum befindet sich die bekannte „Heilige Stiege“. Der Kalvarienberg ist seit Mitte des 18. Jahrhunderts Ziel von Wallfahrten und wird jedes Jahr Anfang November mit zahlreichen Pferdegespannen im Rahmen der Tölzer Leonhardifahrt umfahren.

Von der Innenstadt sind es (an der Isar entlang und über die Brücke) ca. 2km zu Fuß, also wirklich gut machbar. Wer mehr Zeit hat, kann vom Kalvarienberg auch noch weitere Routen erwandern. Oder man folgt dem Thomas-Mann-Weg. Denn gleich hinter der Kirche befindet sich eine Station des Weges. Genauer gesagt der Schlittenberg, auf dem sich Familie Mann gerne im Winter aufhielt. „Statt der Sonne jedoch gab es Schnee, so kolossal viel Schnee, wie Hans Castorp in seinem Leben noch nie gesehen“ nimmt Thomas Mann in „Der Zauberberg“ Bezug. Der Thomas-Mann-Weg hat eine Länge von ca. 3km und insgesamt 8 Stationen. Der Schriftsteller war nach einem Urlaub in Bad Tölz so begeistert von der Stadt, dass er sich dort ein eigenes Landhaus bauen ließ.  Auch an diesem führt der Weg vorbei und man kann die Villa im Originalzustand von außen betrachten. Sie ist im Besitz des Ordens der Armen Schulschwestern und kann leider nicht besichtigt werden. Im Gegensatz zum Thomas-Mann-Zimmer in der Stadtbibliothek. Diese Nachbildung seines Arbeitszimmers kann (im Rahmen der Öffnungszeiten der Bibliothek) kostenlos angeschaut werden und ist wirklich sehenswert.
Der Nobelpreisträger nutzte sein Landhaus überwiegend im Sommer. Trotz der Größe reichte der Platz nicht immer aus, um all seine Gäste unterzubringen. Sie buchten sich daher im nahe gelegenen Café am Wald ein. Früher ein Café mit Pension, heute ein Hotel. Es wurde 1958 umgebaut und ist noch in Besitz der Familie Fritz. Vom Charme konnten wir uns selbst überzeugen, denn das Hotel war unsere Unterkunft während unseres Aufenthalts. Die „Heimatliebe“-Zimmer sind frisch renoviert und auch sonst wurde in der letzten Zeit viel investiert. Man spürt, dass liebevolle Details nicht zu kurz kommen und das Wort „Heimatliebe“ nicht nur bei den Zimmern großgeschrieben wird. Was aber ein besonderes Highlight ist, ist das Essen! Die Speisekarte bietet alles, was das Herz begehrt. Typisch für die Region und saulecker! Wenn ich jetzt so nochmals über die Speisekarte schaue, könnte ich gleich wieder los. Auch Schwimmbad und Sauna gibt es im Café am Wald, zum Entspannen nach einem schönen Urlaubstag.

Egal ob Erholungssuchende oder Wanderfreunde, im Tölzer Land kommt niemand zu kurz. Für alle Ansprüche gibt es Wandermöglichkeiten. Was wir uns natürlich nicht entgehen ließen. Wir starteten im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, genauer gesagt in Jachenau-Bäcker. Eine kleine Gemeinde, eine sogenannte Streusiedlung. Perfekter Ausgangspunkt für eine Wanderung auf den Staffel, den Hausberg der Gemeinde. Es stehen zwei Aufstiegsmöglichkeiten zur Verfügung, ideal geeignet also für eine Rundtour. Also Auto am Wanderparkplatz parken (gebührenpflichtig und der Automat nimmt nur Münzen!), Wanderschuhe nochmals schnüren und los geht’s Richtung Westflanke. Wobei „Westflanke“ wie eine Route auf einen 8.000er klingt. ;) Ein kurzes Stück im Tal entlang und dann führte der Weg in den herbstlichen Wald. Ab jetzt ging es immer weiter nach oben. Ab und zu auf Forstwegen, um anschließend wieder auf schönen schmalen Pfaden zu laufen. Zwischendurch entweder an den (z.T. handgeschriebenen) Wegweisern oder an den roten Punkten orientieren. Manchmal muss man etwas suchen, aber das dürfte für die meisten Wanderer kein Problem sein. Kurz vor dem Gipfel des Staffels erreicht man eine wunderschöne Hochebene mit der (unbewirtschafteten) Staffelalm. Vor dort hat man bereits einen schönen Blick auf die umliegenden Berge und ins Tal mit seinen Seen. Nur noch wenige Meter bis zum Gipfel mit seinen 1.532m. Und nach ein paar Minuten steht man oben, kann sich ins Gipfelbuch eintragen und die Aussicht genießen. Nach einer kleinen Genuss-Pause geht es zunächst auf dem gleichen Weg wieder zurück bis zur Alm. Dort muss man sich dann eher links halten Richtung „Niggeln“ und „Höfen“, um der Ostflanke nach unten zu folgen. Der Weg führt wieder in den Wald, vorbei an kleinen Bachläufen und Wasserfällen zurück ins Tal.

Insgesamt eine schöne (Herbst-)wanderung mit ca. 11,8km und 790 Höhenmetern – laut meiner Aufzeichnung bei Komoot. Allerdings gibt es auf der Tour selbst keine Möglichkeit zur Einkehr, man muss sich also Verpflegung einpacken. Dafür kann ich euch zurück im Tal den Staffelwirt empfehlen. Hier kehrten wir nach unserer Wanderung ein, um die verbrannten Kalorien wieder aufzufüllen. Im Hochsommer bzw. in der Hauptsaison sollte man evtl. vorher anrufen und einen Tisch reservieren oder man versucht es im großen Biergarten.  

Sollte das Wetter für eine längere Wanderung vielleicht nicht so mitspielen oder es winterlicher sein, dem empfehle ich einen Besuch in der Flößerstadt Wolfratshausen. Wolfratshausen liegt idyllisch an den Alpenflüssen Isar und Loisach.  Die 3-Flüsse-Rundtour verbindet die Wasserstraßen, also neben den Flüssen noch den Kanal auf einer entspannten Wandertour. Wie ihr auf Komoot erkennen könnt, haben wir die offizielle Tour etwas abgeändert, denn wir wollten nicht direkt an der Bundesstraße entlanglaufen. Startpunkt war der Parkplatz Loisachufer in der Nähe vom japanischen Garten der Freundschaft, um anschließend entlang der ruhigen Loisach zu starten. Bei Gelting ging es über eine Brücke zum Loisach-Isar-Kanal. Zwischendurch gab es schönes Bergpanorama. Angekommen im Naturschutzgebiet, welches etwas nördlich der Stadt liegt, fließt der Kanal in die schnelle Isar. Wir gingen noch ein Stück durch den Wald (Pupplinger Au), bis wir am Floßplatz herauskamen. Aktuell waren keine Flöße zu sehen, aber in der Hochsaison starten diese hier, um sich nach München treiben zu lassen. Bestimmt spannend mit anzusehen bzw. mitzufahren. Next time! Für uns ging es wieder zurück, vorbei am Bahnhof, zum Ausgangspunkt und wir genossen noch ein Stück Kuchen im Landhaus Café Restaurant. Insgesamt war die Tour fast 10km lang und wir konnten alle Gewässer bei schönem Wetter entdecken.
Noch ein Tipp für Wolfratshausen: Die BERNHOFER Chocoladenmanufaktur & Genusswerkstatt mit verschiedenen, handgefertigten Köstlichkeiten. Ein Muss für alle Schokoladenfans. Georg Bernhofer hat sich einen Traum in der historischen Altstadt erfüllt und stellt sowohl klassische als auch extravagante Kreationen her. Natürlich mussten wir uns mit etwas außergewöhnlichen Sorten wie „Ananas & Muskat“ oder „Choco & Rosmarin“ eindecken. Lecker!

Zurück in Bad Tölz. Hier hat das Bierbrauen eine lange Tradition. Wusstet Ihr, dass es bis zum
18. Jahrhundert in der Isarstadt ganze 22 Brauereien gab? Wie leider überall gingen die Zahlen mit den Jahren zurück und nur wenige blieben erhalten. Doch mittlerweile knüpfen ein paar Brauer an die alten Traditionen an und erwecken die ein oder andere Brauerei zu neuem Leben. So auch das Tölzer Binderbräu mitten in der Kurstadt. Super urig mit echter Wirtshausromantik (<- wenn man das so sagen kann/darf) und Blick auf die Kupferkessel. Nicht nur das Essen ist lecker, sondern selbstverständlich auch das Gerstenkaltgetränk! Nach dem Hauptgang kann ich den hauseigener Bierlikör noch empfehlen. Man könnte sicherlich im Binderbräu sehr lange verweilen. Um nicht zu sagen „versumpfen“. ;)

Für uns ging es am letzten Tag nochmals hinaus in die Natur. Im Rahmen der #andersOutdoorWochen des Tölzer Lands ging es für uns mit Ranger Bernhard März zu einer Exkursion in die Isarauen bei Geretsried. Der Ranger führte uns durch Auwälder über schmale Pfade bis hin zur Isar. Die Isarauen sind schon lange ein Naturschutzgebiet und dementsprechend reich an Arten. In den 70er Jahren sah das noch anders aus, wie in vielen anderen Gebieten auch. Doch das hat sich zum Glück geändert und man hat gelernt, mit dem Fluss zu leben. Orchideen, Heuschrecken und andere Tiere/Pflanzen siedeln sich wieder an. Dazu bieten die Isarauen verschiedene Lebensräume und die Isar gilt als einer der letzten Wildflüsse in Europa. Terrassenförmig aufgebaut siedeln sich in den unterschiedlichen Lagen sukzessive immer wieder andere Lebewesen und Pflanzen an, was uns Bernhard März äußerst anschaulich erklärte. Auch als Laie sehr gut erkennbar. Bei der Renaturierung muss der Mensch teilweise eingreifen und die damaligen Bebauungen entfernen. In der Natur übernimmt dies teilweise der Biber. Nein, er entfernt keine unliebsamen Bebauungen, sondern erschafft durch seine Dämme und Stauungen wieder neue (Feucht-)Gebiete. Um nur einige Beispiele zu nennen, was wir im Rahmen der Exkursion erfuhren.

Das Motto des Tölzer Landes #NaturschutzBeginntMitDir ist als Hinweis für Groß und Klein zu sehen, denn die Kampagne wirbt für einen respektvollen Umgang mit der Natur. Auch das Programm der #andersOutdoorwochen ist für Kinder und für Erwachsene gestrickt, da findet sicher jeder etwas, das ihn interessiert. Im Frühjahr 2023 finden die nächsten #andersOutdoorwochen statt, das Programm mit Exkursionen, Führungen, Filmen und vielem mehr ist dann beim Tölzer Land zu finden.

Im Rahmen unseres Kurztrips konnten wir natürlich nur einen ersten Überblick über die Region gewinnen. Insgesamt ist das Tölzer Land eine sehr schöne Gegend und es gibt noch viel mehr zu entdecken, Seen, Berge und kleine Orte mit vielen Geheimtipps – da lohnen sich definitiv weitere Besuche!

Ein dickes Dankeschön geht an das ganze Team von Tölzer Land Tourismus und allen Beteiligten, die diese Erlebnisse ermöglicht haben.

Das Rhinluch zwischen Linum und Kremmen in Brandenburg – Vom Ankommen und Aufbrechen

11. November 2022 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Besondere Orte zu entdecken ist immer wieder etwas Großartiges. Noch dazu, wenn diese Orte zunächst nicht unbedingt auf der „musst-du-unbedingt-einmal-besuchen“-Liste stehen. So ist es mir vor Kurzem erst wieder passiert. Es ging auf Pressereise ins schöne Bundesland Brandenburg. Wobei man dazu sagen muss, dass es sich natürlich nicht um das ganze Bundesland handelte, sondern ein – im Vergleich – kleines Fleckchen darin: Das Rhinluch zwischen Linum und Kremmen im Ruppiner Seenland, einem der größten zusammenhängenden Wasserreviere Deutschlands.

Touristisch gesehen ist Brandenburg grundsätzlich für seinen Wassersport und die vielen Nationalparks bekannt. Spreewald und Havel sind wahrscheinlich jedem ein Begriff. Und auch kulturell hat das Bundesland einiges zu bieten. Allein die Stadt Potsdam ist immer eine Reise wert. Doch wir schauten uns diesmal etwas nördlicher um. Genauer gesagt war das Städtchen Kremmen im Landkreis Oberhavel unser Ausgangspunkt. Dank des Bahnhofs ist es von Berlin aus super schnell zu erreichen. Grundsätzlich also genial gelegen für einen Wochenendausflug <- also beispielsweise für die Berliner unter uns. Aber selbst aus Schweinfurt bzw. aus dem Süden ist man in ein paar Stunden entspannter Bahnfahrt am Ziel und mitten in einer landschaftlich herrlichen Region, die beste Erholungsmöglichkeiten bietet.
Kremmen selbst liegt im sogenannten „Rhinluch“, früher ein Niedermoorgebiet, welches vom namensgebenden Fluss Rhin durchflossen wird. Es entstand in der letzten Eiszeit und wurde später trocken gelegt und abgebaut. So entstand auch der sogenannte Kremmer Damm, früher die einzige Furt durch das Moor (heute eine Landesstraße). Wie immer, wo eine Straße bzw. eine Siedlung/Stadt ist und man nicht ausweichen konnte, wurden zur damaligen Zeit Zölle erhoben. So auch in Kremmen und die Stadt wuchs, bereits seit 1298 hat sie das Stadtrecht. Dass die Gegend sehr moorig war, ist heute noch zu spüren, wenn man etwas abseits der Straßen geht. Der Boden fühlt sich ganz weich an und einige Wiesen stehen auch heute noch unter Wasser. Genau deshalb ist die Gegend auch berühmtes Vogelgebiet, u.a. für Störche und Kraniche. Dazu kommen wir später noch.

Eine Besonderheit für die Stadt und wohl einzigartig in Deutschland ist das sogenannte „Scheunenviertel“. Bei dem Wahrzeichen Kremmens handelt es sich um ein Stadtviertel mit Scheunen aus dem 17. Jahrhundert. Insgesamt sind es aktuell 54 Scheunen, heute denkmalgeschützt, überwiegend in privater Hand und entweder mit einem Lädchen darin oder von Gastronomie, Künstlern oder Projekten genutzt. Die Besonderheit vom Scheunenvierteil ist, dass diese so geballt in einem Quartier errichtet wurden. Warum ist dies so? Dies lag zum einen an einem Erlass, der aus Sicherheitsgründen (Brandgefahr) das Lagern von Stroh im Wohnhaus verbot, aber auch an den Gegebenheiten. Denn zu Beginn der Trockenlegung war dies der erste freie Platz um/in Kremmen. Lagerplatz wurde benötigt und so wurde damals ganz pragmatisch gehandelt.

Da wir schon Mitten in Kremmen waren, machten wir einen kulinarischen Abstecher. Der Hunger sollte schließlich auch gestillt werden. Eine eindeutige Empfehlung ist hier die „Alte Lebkuchenfabrik“. Ein kleines Café mit einer angeschlossenen Pension in einer, wie der Name schon sagt, alten Lebkuchenfabrik. Und wie kann es anders sein, die Inhaberin Katharina Neumann bietet sehr leckere Honigkuchen bzw. Lebkuchen an. Übrigens ist es möglich, Lebkuchen zu jeder Jahreszeit zu essen, nicht nur zu Weihnachten – wie wir bei unserem Roadtrip „AltesBlechAlteGrenze“ in Pulsnitz schon gelernt haben. Solltet ihr einmal in der alten Lebkuchenfabrik sein, dann schaut euch nicht nur draußen um, sondern werft einen Blick in das Innere und bestaunt den alten, freigelegten Lebkuchenofen und die schöne Deko.

Kremmen ist eine relativ weitläufige Stadt und dementsprechend sind die verschiedenen Spots auch etwas auseinander gelegen. Einen kleinen Spaziergang weiter gelangt man zu Kunst & Beeren. Aktuell noch in der Umgestaltung zum landwirtschaftlichen Betrieb und gleichzeitig Kultur-Begegnungsstätte gibt es bei „Kunst&Beeren“ neben dem hauseigenen Öko- Lehr- und Schaugarten mit alten Obstsorten und Co. einen kleinen (aber feinen) Hofladen und ein Wiesencafé direkt auf den Luchwiesen. Perfekt, um die Seele baumeln zu lassen!  Die tolle Naturkulisse wird zudem regelmäßig für Lesungen, Konzerte oder Filmabende genutzt. Ach und noch eine Info: Kunst & Beeren liegt direkt am Rhinluch-Radweg. Ein schönes Ausflugsziel!
Wir haben mit Geschäftsführer Jan-Gerd Kühling einen Blick in die Zukunft geworfen: Er entwickelt seinen Betrieb zu einem sogenannten „Dritten (Kultur-)Ort“ weiter. Grob gesagt: Was früher die Dorf-Gaststätte (mit Geselligkeit, Auftritten usw.) war, soll in Zukunft Kunst & Beeren übernehmen. Dank eines Förderprogrammes des Bundes soll so ein Platzes des Zusammentreffens mit Kultur im ländlichen Raum geschaffen werden. Geplant sind viele Events, Auftritte verschiedener Künstler und und und.

Des Weiteren gibt es in Kremmen selbst natürlich noch einiges zu entdecken. Von der Kirche angefangen über alte Fachwerkhäuser im historischen Stadtkern und schöne Landschaft drumherum.
Zum Abschluss des ersten Tages besuchte unsere kleine Gruppe den Spargelhof Kremmen. Landwirtschaft zum Erleben, so würde ich den Hof nennen. Der Hof liegt etwas abseits von Kremmen und bietet im Herbst eine riesige Auswahl an Kürbissen. Diese hatten bei unserem Besuch gerade Hochsaison. Ansonsten liegt der Fokus auf Spargel und Heidelbeeren, also zu jeder Jahreszeit gibt es kulinarische Highlights. Die Kremmer Spezialitäten können beim Einkauf im Hofladen erworben, aber auch im eigenen Restaurant „Stangenwirt“ genossen werden. Den Abend ließen wir hier bei einem guten Essen ausklingen.

Das Umland von Kremmen hat einiges zu bieten. Auch wenn wir aufgrund der Zeit nur eine kleine Auswahl zu Gesicht bekamen, konnten wir an Tag 2 auf unserer ca. 35km langen Radtour einen guten Eindruck vom Ruppiner Seenland gewinnen. Ausgangspunkt hierfür war unser Hotel, das Hotel Sommerfeld. Dazu später noch ein paar Worte.
Erstmal ab auf die Räder und durch den herbstlichen Morgen radeln war das Motto! Mich erinnert die Gegend bzw. auch die Radtour etwas an die Niederlande. Zum einen, weil es ein sehr gut ausgebautes Radwegenetz gibt (nicht so wie hier in Bayern) und zum anderen gibt es das Knotenpunktsystem. Durch diese Knotenpunkte weiß der geneigte Radler sofort, wo er ist und in welche Richtung es weiter geht. Des Weiteren lässt sich die Route damit im Vorfeld sehr gut planen von Knotenpunkt zu Knotenpunkt. Weiterer Pluspunkt für spontane Radler: An den meisten Knotenpunkten befindet sich eine Übersichtskarte mit weiteren Hinweisen.

Vorbei an herrlicher Herbstlandschaft und bei strahlend blauem Himmel erreichten wir kurze Zeit später unser erstes Ziel. Die Bockwindmühle Vehlefanz mit dem Namen „Schön Kathrein“ aus dem Jahr 1815. Ein paar Jahre später, genauer ab 1991, wurde sie dann ein Mühlenmuseum und kann nun besichtigt werden. Der Name Bockwindmühle kam daher, dass die ganze Windmühle quasi auf einem Bock steht und durch Drehen ausgerichtet werden kann. Auch innen bietet sie einen einmaligen Einblick mit dicken Holzbalken, dem großem Mahlstein etc. Die Bockwindmühle Vehlefanz ist die einzige funktionierende und original erhaltene Mühle im Landkreis Oberhavel. Ein tolles Denkmal alter Handwerkskunst!

Wieder zurück aufs Fahrrad und weiter zum barocken Schlossgut Schwante und dem dazugehörigen Skulpturenpark. Beim Schloss handelt es sich um eine Wasserburg (bzw. -schloss) aus den Jahren 1741-1743, das sich aktuell in Privatbesitz befindet. Der englische Landschaftsgarten (Schlossgarten) kann besichtigt werden und noch heute sind die alten Bäume in Kreisform um das Schloss herum zu sehen. Herzstück ist der 10 ha große Skulpturenpark, der mit Hängematten, Liegestühlen und Wasserrondell zum Verweilen einlädt. Die verschiedenen Kunstwerke namhafter Künstler lassen die Gedanken spielen. Persönlich finde ich es sehr faszinierend, an welchen Plätzen die Kunstwerke aufgestellt wurden. Denn irgendwie reihen sie sich perfekt in die umgebende Natur ein und sind somit super stimmig im Landschaftsgarten angeordnet. Vor einigen Werken könnte man sicherlich stundenlang sitzen. Eine faszinierende Verbindung zwischen Natur und Kunst.

Im Anschluss gab es für uns einen kleinen Imbiss bei der lokalen Bäckerei Plentz, die seit 1877 besteht und bereits in 5. Generation geführt.  Sie bietet einen hervorragenden Kutschertopf an (= Suppe im Brot) nach altem Familienrezept. Ein Zwischenstopp zum Frühstück oder Kaffee bietet sich perfekt an, das Highlight ist immer freitags und samstags das Backen im historischen Holzofen.
Frisch gestärkt ging es zurück zum Hotel, bevor uns der nächste Programmpunkt erwartete. Linum, auch bekannt als „Storchendorf Linum“ war das Ziel. Falls ihr einmal in der Ecke seid – was ich Euch empfehle- dann schaut unbedingt bei Rixmanns Hof vorbei! Also nicht irgendwann, sondern am besten in der Kürbiszeit. Warum? So eine große Auswahl an Kürbissen habe ich noch nie gesehen, Hammer! Auf gut 15ha Land werden u.a. über 100 Kürbissorten angebaut. Was Michael Ceron in Sachen Zitrusfrüchte ist, ist Georg Rixmann für Kürbisse. Als Laie würde ich sagen, er weiß wirklich alles über Kürbisgewächse. Die Kürbisse werden in der Hofküche verarbeitet zu Marmeladen, Chutneys und vielem mehr.

Nach so vielen (Kürbis-)Eindrücken kam der kleine Spaziergang zur benachbarten Storchenschmiede Linum genau richtig. Die Storchenschmiede ist ein Umweltbildungs- und Naturschutzzentrum in Linum. Besucher können sich hier über Tiere, Pflanzen und den Naturschutz im Gebiet informieren.  Da Linum bekannt für die vielen Störche ist, ist der Name Programm. Jährlich nisten im kleinen Ort bis zu 10 Storchenpaare. Doch wir waren auf einer anderen Mission unterwegs. Stichwort: Kraniche! In der Nähe der Storchenschmiede befindet sich einer der größten Rastplätze für Kraniche in ganz Europa! Vor zwei Jahren auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst war ich in den frühen Morgenstunden unterwegs, um die Vögel zu beobachten. Damals flogen sie von ihren Schlafplätzen zu den Futterplätzen. Heute war es umgekehrt, die Vögel kehrten von ihren Futterplätzen zurück und landeten unweit von unserem Beobachtungsposten auf einer feuchten Wiese. Unsere Begleitung Lisa Hörig von der Storchenschmiede erzählte uns noch viel Informatives zu den Kranichen und deren Verhalten. Aber nicht nur dazu, sondern auch zu allgemeinen (Natur-)Themen. in atemberaubendes Naturschauspiel! Faszinierend dabei, wie die einzelnen Tiere untereinander kommunizieren und sich in der Masse wieder finden. Dieses Jahr sollen es so um die 50-60.000 Kraniche vor Ort sein! Wer es selbst einmal erleben möchte, es werden Führungen angeboten (inkl. Verleih eines Fernglases). Diese kann ich nur empfehlen, denn man bekommt sehr viele Informationen mit auf den Weg!

Mit diesen schönen Eindrücken neigte sich der Tag dem Ende und so ging es glücklich und zufrieden wieder zurück zum Hotel. Was mir persönlich im Hotel und Spa Sommerfeld sehr gut gefallen hat, war der freundliche Service und das leckere Essen! Es gab Buffet, aber zwischen Buffet und Buffet können himmelweite Unterschiede sein! Das Essen war super lecker, die Auswahl toll und somit kam der Genuss nicht zu kurz. Bei Durchschauen meiner Bilder musste ich feststellen, dass ich gar kein Bild gemacht habe. Lag wohl auch daran, WEIL es so lecker war. Das Hotel liegt am idyllischen Beetzer See umgeben von viel Wald. Ein Wellness-Bereich ist vorhanden (leider nicht auspobiert) und man ist schnell in der Natur. Ideal also zum Erholen!

Was kann man im Ruppiner Seenland noch erleben? Zum einen die SeeLodge besuchen und sich dort vielleicht ein Boot für eine Woche mieten. Die SeeLodge ist eine tolle Loction, ebenfalls direkt an einem See, wie der Name schon sagt. Per Boot lässt sich die Natur bestimmt sehr gut erkunden. Einige können auch ohne Führerschein gefahren werden. Nur so als Tipp! Oder man bleibt auf dem Land und lässt sich die Natur bei einem Kräuter-Spaziergang mit den WaldWeibern näherbringen.

Wer bis hierhin gelesen hat, bekommt noch ein persönliches Fazit von mir. Die Region Ruppiner Seenland hatte ich bisher noch gar nicht auf dem Schirm. Um ehrlich zu sein, so überhaupt nicht. Und ich muss sagen, es gefiel mir sehr (!!!) gut. An vielen Ecken wurde ich an einen Urlaub in den Niederlanden erinnert. Ob es die Landschaft ist, oder die ehrlichen Menschen, das Radfahren oder die Brandenburger Gastlichkeit … ich kann es nicht genau sagen. Vielleicht ist es aber auch die Kombination aus allem? Wie dem auch sei, ich komme sehr gerne wieder – versprochen!

Ein dickes Dankeschön geht an das ganze Team von Brandenburg Tourismus und allen Beteiligten, die diese Erlebnisse ermöglicht haben.

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