Das Schloss Mespelbrunn mitten im Spessart

Vor langer, langer Zeit herrschten Räuber im Spessart und manchmal wird gemunkelt, dass noch heute ab und an welche zu finden sind. Aber keine Angst, auf echte Spessarträuber trifft man in der Gegend nur noch ganz selten. 😉 Vor Kurzem ging es für mich in die Region Spessart-Mainland, nach Churfranken und in das Räuberland, um die Region (noch) besser kennenzulernen. Wer es noch nicht wusste, ursprünglich komme ich aus der Nähe. Aber wie es immer so ist, obwohl man gar nicht so weit entfernt aufgewachsen ist, sind einige Ecken dennoch völlig unbekannt. So ging es mir auch.

Wer die Region kennt, kann die über die nachfolgenden Absätze scrollen. Wer etwas mehr zur Einordnung erfahren möchte, here we go:

Das Spessart-Mainland:

Der Main schlängelt sich quasi um den Spessart herum und bildet das sogenannte Mainviereck mit den Eck-Städten Lohr am Main (mit Top-Handball-Mannschaft), Wertheim, Miltenberg und Aschaffenburg. Aber auch oberhalb des Vierecks dehnt sich der Spessart noch bis nach Hessen aus und ist das größte zusammenhängende Gebiet aus Laubmischwäldern in Deutschland. Somit u. a. sehr gut als Wander- und/oder Raddestination geeignet. Touristisch eher noch ein Geheimtipp, aber mit sehr vielen Highlights.

Churfranken:

Geografisch süd-westlich in Unterfranken gelegen, handelt es sich bei Churfranken um einen Zusammenschluss von 25 Städten, Märkten und Gemeinden an der Nahtstelle zwischen Spessart und Odenwald entlang des Mains. In der Vergangenheit war ich bereits ab und an beruflich und privat in Churfranken unterwegs und konnte die dortige Gastfreundschaft genießen.

Das Räuberland:

Mitten im Spessart gelegen und quasi eine „Unterregion“ des Spessart-Mainlands. (Wenn man es unbedingt auf Regionen herunterbrechen möchte). Genauer gesagt handelt es sich beim Räuberland um einen touristischen Zusammenschluss von aktuell sechs bayerischen Mitgliedsgemeinden -Dammbach, Eschau, Heimbuchenthal, Leidersbach, Mespelbrunn und Rothenbuch. Und es ist ausgezeichnet als „Qualitätsregion Wanderbares Deutschland“ – zertifiziert durch den Deutschen Wanderverband.

Dies zur groben regionalen Einordnung. Persönlich bin ich sehr froh, dass übergeordnet gedacht wird und touristische Gemeinsamkeiten im Fokus stehen. Schließlich gibt es in allen Regionen etwas zu erleben, zu sehen und natürlich auch zu genießen. Apropos sehen – einigen von Euch wird sicherlich der Film „Das Wirtshaus im Spessart“ ein Begriff sein? Falls nicht: Sucht einfach mal online. Ein Drehort des Films war das mitten im Wald gelegene Wasserschloss Mespelbrunn.

Für mich persönlich ist das Schloss Mespelbrunn eines der schönsten Schlösser in ganz Deutschland. Relativ klein und mitten im Wald gelegen. Der genaue Baubeginn wurde nicht überliefert, dürfte aber so um 1422 liegen. In Familienbesitz ist es seit dem frühen 15. Jahrhundert – übrigens bis heute. Ab und zu trifft man die Besitzerin, Gräfin Marie Antoinette von Ingelheim genannt Echter von und zu Mespelbrunn, vor Ort. Das Schloss blieb glücklicherweise von sämtlichen Kriegen verschont und steht daher heute genauso schön da wie vor Jahrhunderten. Um hineinzukommen, ist eine gebuchte Führung zwingend notwendig. Diese ist sehr lohnend, denn man erfährt viel zur Geschichte und hat die Möglichkeit, verschiedene Räume zu besichtigen.

Nicht weit davon entfernt befindet sich das Dorf Heimbuchenthal. Der Ort dient als Ausgangspunkt für Wanderungen, Fahrradtouren und natürlich für einen Besuch im Schloss oder auch der Pedalwelt von Ulrich Teige. Der Sammler stellt auf ca. 300qm über 150 verschiedene Fahrräder aus. Wer jetzt denkt „ach, kenne ich schon!“ irrt gewaltig. Keines davon ist ein „normales“ Serienmodell! Viele davon waren bereits in Fernsehsendungen zu sehen, weil sie so besonders sind.  Fahrt z.B. mal mit einem Rad mit entgegengesetzter Lenkung, Ihr lenkt nach links und das Rad fährt nach rechts – der Kopf will das nur schwer verarbeiten. 😉 (Fast) jedes Rad kann vor Ort ausprobiert werden. Wer in der Nähe ist, sollte unbedingt eine Führung mit Uli buchen – er hat wirklich zu jedem einzelnen Rad eine ganz persönliche Geschichte. Und selbstverständlich ist die Pedalwelt auch mit dem Fahrrad gut zu erreichen.

Heimbuchenthal selbst bietet verschiedene Möglichkeiten zur Übernachtung. Auf unserer Pressereise waren wir im Restaurant Hotel Christel untergebracht. Urig mit eigenem Naturbadesee und eigener Forellenzucht (unabhängig voneinander). Somit kommen hier Entspannung und der kulinarische Genuss nicht zu kurz.

Vom Räuberland ging es am nächsten Tag für uns weiter Richtung Churfranken. Genauer gesagt zum Zwischenziel „Henneburg“ bei Stadtprozelten. Diese Burgruine war mir z.B. gänzlich unbekannt. Da auch Churfranken eine Region für Radfahrer ist, ging es standesgemäß via E-Bike von Heimbuchenthal nach Stadtprozelten. Grundsätzlich ist die Region wirklich sehr gut via E-Bike zu erkunden. Und ehrlichweise möchte man doch ab und an auch etwas abseits der „Hauptverkehrsadern“ fahren. Genau deshalb wurde das Projekt „Wald erFahren“ ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um das umfangreichste und größte Ladeinfrastrukurprojekt Deutschlands. Ein flächendeckendes Netz an E-Bike-Ladestationen wurde über den ganzen Spessart verteilt aufgebaut. Insgesamt wurden 98 Ladestationen in 49 Gemeinden an Standorten mit hoher Aufenthaltsqualität installiert und entweder bringt man sein eigenes Ladekabel mit oder kann dieses ausleihen. Und (aktuell) ist der Strom kostenlos.

Ich finde das Konzept super! So ist man mobil, aktiv und gleichzeitig werden neue Orte entdeckt. Selbstverständlich sind verschiedene Routen vorhanden und/oder man stellt sich selbst welche auf den unterschiedlichsten Plattformen (wie z.B. Komoot) zusammen.
Wie bereits erwähnt, war unser Zwischenziel die imposante Henneburg. Entstanden 1127 diente sie ein paar Jahrhunderte dem Deutschen Orden als Sitz. Und falls man Glück hat, wird man auch heute noch von einem Ritter empfangen. Von 2017 bis 2022 wurde die Burg saniert und ist seit Juli 2022 wieder geöffnet. Grundsätzlich ist eine Besichtigung ganzjährig möglich, aber die beiden Bergfriede sind nur in den Sommermonaten zugänglich. Die Aussicht von dort oben ist sehr (!) zu empfehlen. Des Weiteren empfehle ich eine Führung zu buchen, denn neben den Bergfrieden darf man einen geführten Blick in die Kasematten werfen. Imposant, was damals gebaut wurde!
Sportlich kann es auf der Henneburg weitergehen. Der „Bogenparcours Henneburg“ ist der neueste 3D-Bogenparcours am Untermain. Insgesamt 30 Stationen mit ca. 90 Zielen befinden sich auf dem Rundweg. Eingeschossen wird im Burggraben und auch das Ziel befindet sich auf der Henneburg. Wer es einmal ausprobieren will, der Preis liegt bei 12,00 Euro für Erwachsene, Kinder 6,00 Euro. Und wer am Wochenende dort oben verweilt, kann seine Erfolge auf der Burgschänke feiern. Diese hat nur am Wochenende geöffnet, wohingegen der Bogenparcours ganzjährig durchgehend geöffnet ist.

Mit dem Rad ging es anschließend auf dem Mainradweg (wie der Name schon sagt: schön entlang des Mains) weiter bis nach Bürgstadt, ebenfalls im schönen Churfranken. Kulinarisch darf/kann/muss ich das Gasthaus zur Krone in Großheubach empfehlen (erneut – ich war 2018 schon einmal vor Ort). Auch dieses Mal zauberte die Küche um Ralf Restel ein großartiges Menü begleitet von leckeren regionalen Weinen. Ein Traum! Noch dazu finde ich es schön, dass sich hier alle treffen, Wanderer/Touristen, aber auch Einheimische – jeder ist herzlich willkommen und man fühlt sich schnell sehr wohl!

Als Übernachtungstipp in Bürgstadt kann ich Euch das Landhotel Adler ans Herz legen. Zentral gelegen, schöne Zimmer – einfach alles, was man in einem unvergesslichen Urlaub braucht.

Und wenn man schon in der Nähe von Miltenberg ist, sollte man unbedingt die Stadt näher anschauen. Auch wenn ich schon häufiger vor Ort war, es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken. Das berühmte Schnatterloch oder eines der ältesten Gasthäuser Deutschlands „Zum Riesen“ kennt vielleicht der ein oder andere. Bei einer Stadtführung erfährt man aber noch einiges mehr. Dieses Mal gab es wieder eine Neuigkeit zu entdecken. Der Stadtpark – etwas oberhalb der Stadt gelegen – lädt zum Verweilen, aber auch zum Spielen ein. Stichwort:  die 170m lange Holz-Murmelbahn. Seit Nov. 2022 ist sie in Betrieb und wird sehr gerne genutzt.
Zum Thema Essen bzw. Genuss waren Marco und ich auf unserer Wandertour zufällig im Wein- und Gasthof Zipf, welchen wir als Abschluss der Pressereise ebenfalls besuchten. Auf jeden Fall auch eine Empfehlung!

Ich bin froh, dass die Destinationen übergreifend zusammenarbeiten und meine Herzensheimat so gemeinsam noch besser vertreten. Und ihr könnt es sicherlich herauslesen, dass sich eine Reise in die Regionen Spessart-Mainland, Churfranken und das Räuberland total lohnt. Falls Ihr weitere Tipps braucht, meldet Euch sehr gerne – mein Angebot steht!

Ein ganz dickes Dankeschön geht an das Team hinter den Regionen Spessart-Mainland, Churfranken, das Räuberland und alle Beteiligten, die dieses Erlebnis ermöglicht haben.

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