Erdbeeren ohne Ende – Vorratshaltung mit Marmelade, Sirup und Schnaps

23. April 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Erdbeeren? Was hat er denn jetzt? Erdbeeren sind ja nicht so das typische Thema hier auf dem Blog. Aber als Erdbeerfan gehören sie irgendwie auch zu meinem Leben. Und ich kann ja hier schreiben, worüber ich möchte. Und das ganz unabhängig von der Erdbeer-Saison. Da müsst Ihr durch. ;)

Schon im gemeinsamen Garten mit meiner Oma wurden bei uns zu Hause verschiedenste Obst- und Gemüsesorten angebaut. Bohnen, Gurken, was auch immer. Diese wurden dann nach der Ernte zusammen verarbeitet, wir saßen draußen auf der roten Bank, etwas vor Sonne/Regen geschützt und haben gequatscht. Manchmal hasste ich als Kind diese Arbeit, manchmal eben auch nicht. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, war es wirklich schön und ich würde gerne noch mit meiner Oma auf der ausgeblichenen Bank sitzen und Bohnen schnibbeln. Anyway, also Gartenarbeit war schon von klein auf normaler Bestandteil bei uns zu Hause. Unser Keller war immer voll mit selbst eingemachten Gläsern, genauso wie die Tiefkühltruhe – Vorratshaltung wie man sie sich aktuell zu Corona-Zeiten wieder wünscht. Was nie fehlen durfte: ein Regal mit selbst eingekochten Marmeladen. Kirsche, Himbeere, Apfel und vor allem Erdbeeren waren zu finden. Bzw. sind es heute auch noch, denn mein Vater kocht weiterhin selbst ein und testet sogar verschiedene, leckere Mischungen. Ein paar Erdbeerpflanzen hatten wir selbst im Garten, aber manchmal waren wir zusätzlich auf einem Feld zum selbst pflücken. Als Kind eine wundervolle Beschäftigung! Eine Erdbeere in den Eimer, zwei in den Mund. O-Ton von meinem Papa: „Du kannst so viele essen, wie Du magst – müssen wir die schon nicht zahlen.“ Wer kennt’s nicht?!

Persönlich fand ich es einfach nur super. Und was damals schon klasse war, ist ein paar Jahre später natürlich noch genauso klasse. Das haben wir im letzten Jahr ausprobiert. Wir haben uns nach nahegelegenen Feldern umgeschaut und sind schnell fündig geworden. Wir waren auf einem Erdbeerfeld vom Obsthof Müller, kann ich allen, die aus der Region kommen, nur empfehlen. So viele Erdbeeren wollten wir eigentlich nicht pflücken, ein paar zum gleich essen, ein bisschen Marmelade – reicht! Sicherheitshalber haben wir aber ein noch ein paar Eimer bzw. Schüsseln mitgenommen. Getreu dem Motto: Lieber etwas mehr, als zu wenig.
Es war schon eher gegen Ende der Erdbeersaison und auf dem Feld gar nicht mehr so viel los. Vor Ort bekamen wir gleich den Tipp vom Erdbeerbauern „Geht am besten ganz da hinter. Da sind noch viele zu finden!“ und los ging die Ernte. Es gab wirklich noch zahlreiche, richtig schöne und dicke Prachtexemplare der roten Beere (die im botanischen Sinne gar keine Beere ist). Ruck zuck waren die ersten Eimer gefüllt und das Feld immer noch voller Erdbeeren. Haben wir genug gepflückt? Reicht uns das? Da hängen überall noch so viele schöne Erdbeeren! So unsere Gedanken. Da wir noch ein paar Gefäße hatten, haben wir die also auch noch gefüllt. Ich meine, wenn wir schon einmal vor Ort waren!? Außerdem kommt man quasi wie in einen „Ernte-Strudel“ und muss alles befüllen, was möglich ist. Ihr kennt das vielleicht… ;)
Am Ende hatten  wir knapp über 12kg Erdbeeren gepflückt. Die im Mund bzw. Magen natürlich nicht mitgezählt. Wir waren glücklich und zufrieden. Gut, früher als Kind meckerte der Rücken ein bisschen weniger, aber es hat trotzdem Spaß gemacht!

Stellt sich nur die Frage: Was machen wir mit 12 Kilo Erdbeeren? Neben Erdbeermarmelade fiel uns Erdbeerlimes sowie -Sirup ein.
Also ab nach Hause und erst einmal etwas mehr Gelierzucker kaufen. Wir haben uns für den 2:1 entschieden. D. h. auf 1kg Erdbeeren kommt eine 500g Packung Gelierzucker. Es gibt auch noch Gelierzucker im Verhältnis 1:1 oder auch 3:1, könnt Ihr ganz nach Belieben ausprobieren.
Marmeladekochen ist ja kein Hexenwerk und geht eigentlich ganz einfach. Die Erdbeeren säubern und in einem großen (!) Topf mit dem Gelierzucker aufkochen lassen (schäumt nämlich). Wir haben noch eine Zitrone und ein paar unserer Kumquats (Eigenanbau) mit dazu getan. So Pi mal Daumen. Alles schön aufkochen lassen und dann abfüllen. Rezepte für Erdbeermarmelade gibt es im Netz genug, einfach mal googlen. Da Stückchen meiner Meinung nach völlig unnötig sind, wird die fertige Masse selbstverständlich noch püriert. Und um zu gucken, ob die Marmelade fest wird, macht Ihr den Geliertest, einfach einen kleinen Löffel voll auf einen kleinen Teller geben und wenn das nach ca. einer Minute fest wird, wird Eure Marmelade nach dem Abkühlen auch fest. Dann kann die Erdbeermarmelade in Gläser abgefüllt werden. Die sollten vorher sterilisiert werden. Wir haben sie dazu in den Backofen bei ca. 200 Grad für ca. 10min erhitzt und die Deckel ergänzend im Wasserbad gekocht. Obacht beim Einfüllen der Marmelade, die Deckel/Gläser sind ziemlich heiß! Gesagt, getan, so verarbeiteten wir so ca. 3kg unserer gepflückten Erdbeeren. Bleiben nach Adam Riese noch immer 9kg an Erdbeeren übrig.

Wir hatten noch eine ältere Flasche Doppelkorn, die bei uns eh nicht getrunken wird. Kam nur die Frage auf: Doppelkorn plus Erdbeeren = Erdbeerlimes? Nach kurzer Recherchearbeit kamen wir zu dem Entschluss, dass Doppelkorn ganz gut funktionieren müsste. Wie auch bei der Marmelade werden die Erdbeeren gesäubert und püriert. Wir haben uns anschließend so grob an das Rezept gehalten. Wie bereits erwähnt, funktioniert es auch mit Doppelkorn statt Wodka. Die Menge Zitronensaft schätzten wir wieder Pi mal Daumen. Auch hier wurden die Flaschen mit Hilfe des Backofens sterilisiert. Nach dem Abfüllen den Limes kalt werden lassen und im Anschluss kühl (am besten im Kühlschrank) lagern, da hält er sich ein paar Wochen. Probieren natürlich nicht vergessen!

Wir zählen mal wieder: 9kg minus 1,5kg für den Erdbeerlimes macht noch einen Rest von 7,5kg Erdbeeren. So 500g mussten zwischendurch für einen Smoothie herhalten. Also noch 7kg. Was ich schon immer einmal machen wollte, ist Erdbeersirup. Allerdings hatte ich keinen Plan, wie das funktionieren sollte. Man muss ich nur zu helfen wissen und bei einer sehr zuverlässigen Quelle (meinem Dad) nach einem Rezept gefragt. Zack, schon kam es per WhatsApp.
Zutaten für einen Liter Erdbeersirup: 1kg Erdbeeren, 500ml Wasser, 750g Zucker und 2 Zitronen.
Wir hatten gleich die doppelte Menge an Zutaten genommen. Erdbeeren waren schließlich genug vorhanden. Wie immer: Erdbeeren säubern und vierteln. Ab damit in einen Topf und mit dem Wasser erhitzen. Ca. 15min köcheln lassen, bis sie zerfallen und anschließend den Zitronensaft hinzugeben und unterrühren. Nach dem Kochen wird die Erdbeermasse durch ein Tuch gedrückt. Wir haben ein ganz normales Küchentuch genommen, über ein Sieb gelegt und mit einem Löffel durchgequetscht. Tipp: Etwas Zeit mitbringen, denn das dauert etwas. Zum so ausgepressten Saft wird im Anschluss der Zucker gegeben, das Ganze nochmal aufköcheln lassen, damit der Zucker sich auflöst. Und wie gehabt, den Sirup dann in saubere/sterile Falschen abfüllen und natürlich auch wieder sofort verschließen.

Wir waren somit das ganze Wochenende im Erdbeer-Verarbeitungs-Modus und haben die restlichen 5kg eingefroren. Schadet ja auch nichts, denn auch im Winter freut man sich über (frische) Erdbeeren für einen Smoothie, Milchshake o.ä. Marmeladentechnisch haben wir jetzt noch genau ein Glas im Keller, das ein oder andere haben wir verschenkt, Sirup ist auch noch eine Flasche vorhanden (den bekommen nur ausgewählte Gäste!) nur der Limes war schnell weg, hält sich aber auch am Kürzesten.

Von daher freue ich mich schon, wenn die Erdbeersaison bald wieder losgeht (vermutlich Mitte Mai) und wenn das Feld ruft!

Ein Blick hinter die Kulissen der Felbertauernstraße

11. Februar 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Wenn man Richtung Alpen fährt, freut man sich ja immer schon beim ersten Anblick der Berge. Für mich ist es dieses schöne Gefühl, „nach Hause“ zu kommen. Das kann ich auch gar nicht oft genug wiederholen. Verbunden mit einem gewissen Respekt vor diesen Gipfeln. Genauso wie vor den Leistungen der Menschen, die rundherum zu Hause sind. Wer mit dem Auto unterwegs Richtung Süden ist, nutzt wahrscheinlich ab und an die Felbertauernstraße. Daher passte es für mich ideal, als die Felbertauernstraße zur Pressereise lud, um einmal hinter die Kulissen zu schauen.

Eine Pressereise rund um eine Straße? Ungewöhnlich! Doch genau das machte mich neugierig. Und die Chance, hinter die Kulissen zu schauen, nutze ich ja sowieso immer sehr gerne.
Bei der Felbertauernstraße handelt sich um die Lebensader zwischen Großvenediger und Großglockner. Und den schnellen Weg Richtung Osttirol, Kärnten und Italien. Die Strecke ist insgesamt 63 Kilometer lang und führt durch den Nationalpark Hohe Tauern und den Felbertauerntunnel. In diesem Tunnel befindet sich auch der Scheitelpunkt der Alpenstraße mit einer Seehöhe von 1650m. Die Strecke ist zu mehr als der Hälfte 3-spurig ausgebaut und je nach Fahrzeug wird eine geringe Maut erhoben. Ja, es handelt sich um eine geringe Maut, wie mir nach unserem Blick hinter die Kulissen erst richtig bewusst wurde. Für PKW und Wohnmobile werden aktuell 11 Euro fällig, für ein Motorrad sind es 10 Euro. Der Unterschied zwischen zwei und vier Rädern ist übrigens deshalb nicht sonderlich groß, weil ein Motorrad normalerweise deutlich länger bei der Bezahlung benötigt als ein PKW.
Eine Durchfahrt vom Tunnel mit dem Fahrrad ist nicht erlaubt, aber ein Shuttle kann zu jeder Tages- und Nachtzeit gebucht werden. Um nur ein paar Details zu nennen, die ich im Rahmen der Pressereise lernte. Die meisten Fahrzeuge kommen erwartungsgemäß aus Österreich. Dicht gefolgt von Deutschland (60% aller ausländischen Fahrzeuge). Und wer an Mariä Himmelfahrt (15. August) unterwegs ist, kann sich auf Wartezeiten einstellen. Das ist nämlich der Tag mit der höchsten Frequenz.

Die Felbertauernstraße ist – im Gegensatz zu einigen anderen Alpenstraßen – ganzjährig befahrbar.  Und wie das funktionieren kann, schauten wir uns mit dem Betriebsleiter der Felbertauern AG und seinen Mitarbeitern genauer an. Früh um 6:00 Uhr ging es für uns los ins Kontrollzentrum, für das Team vor Ort je nach Witterung natürlich schon einiges früher bzw. rund um die Uhr.
Die Felbertauernstraße wird „Schwarz“ geräumt. Das bedeutet natürlich nicht, dass für die Mitarbeiter (von denen es ca. 50 gibt) keine Sozialabgaben gezahlt werden. Schwarz-Räumung heißt, dass bis auf den Asphalt geräumt wird. Also weder Schnee noch Eis zu sehen sind. Eine besondere Herausforderung für Mensch und Material. Die Arbeit findet im Schichtsystem statt und bei schlechter Witterung stehen die insgesamt vier Streu- und Räumfahrzeuge nie still. Apropos Räumfahrzeuge: Wir durften sogar selbst Platz nehmen und eine Tour mitfahren. Der Schneepflug hat ca. 500PS und soweit möglich fahren sie ohne Schneeketten. Denn diese haben verschiedene Nachteile. Was allerdings super wichtig ist, sind gute Reifen. Daher werden diese in regelmäßigen Abständen überprüft.
Das Gesamtgewicht eines Schneepflugs liegt bei ca. 22 Tonnen und er kostet  (inkl. Streuer und Schaufel) so um die 250.000 Euro. Also falls jemand von Euch mit dem Gedanken spielen sollte, seinen Fuhrpark zu erweitern, es wird nicht ganz so günstig. Vielleicht hat aber auch nicht jeder eine Ein- bzw. Ausfahrt von 4 Metern zu Hause. Denn so breit ist das Fahrzeug und seine Räumbreite beträgt 3,5m.
Alternativ kann es vielleicht auch gerne eine Schneefräse sein? Dazu benötigt man nur einen passenden LKW (Unimog o.ä.), die Fräse und schon kann es losgehen.

Mega interessant! Um noch eine Zahl in den Raum zu werfen: Insgesamt werden ca. 100.000 Euro pro Saison für Salz ausgegeben. Das entspricht ca. 500-700 Tonnen. Jedes Jahr. Um die Sicherheit für den Verkehr zu gewährleisten. Und die Räumflotte legt in einem durchschnittlichen Winter 55.000 km zurück.
In den meisten Fällen nimmt man ja vor allem die Mitarbeiter vor Ort, also direkt auf der Straße, wahr. Selbstverständlich stecken noch viel mehr dahinter. Ein Blick in die Leitzentrale (die am Südportal des Felbertauerntunnels liegt) verrät deutlich, was alles zu tun ist. Der Tunnel spielt dabei eine zentrale Rolle. Auch hier heißt es „Savety first“. So befindet sich im Tunnel neben den üblichen Sicherheitsmaßnahmen, wie Notwege und Beleuchtung, auch eine Hochdrucknebelanlage. Ebenso sind Sensoren angebracht, die ein langsam fahrendes Fahrzeug bzw. einen Stillstand erkennen. Die Zentrale ist ständig besetzt und redundant ausgelegt. Sollte also irgendetwas schief gehen (was wir natürlich nicht hoffen), muss vorher schon ziemlich viel passiert sein. Vor Ort ist zusätzlich ein Löschfahrzeug vorhanden und einige Mitarbeiter (oder waren es sogar alle?) besitzen eine spezielle (Feuerwehr-)Ausbildung.
Natürlich dürfen kuriose Geschichten nicht fehlen: Einmal musste z.B. jemand im Tunnel auf die Toilette und konnte scheinbar überhaupt nicht mehr warten, jemand anderes stoppte und breitete seinen Gebetsteppich aus, weil gerade Gebetszeit war. Der nächste fröstelte anscheinend etwas und machte deshalb ein kleines Feuer im Tunnel. Da sind die Radfahrer, die trotz Verbot durch den Tunnel wollen, noch recht harmlos. Also langweilig wird es dem Team vor Ort sicherlich nicht!

Wer in den Bergen unterwegs ist, dem ist die Lawinengefahr nicht unbekannt. Auch hier gibt es viel zu beachten. Wusstet Ihr z.B., dass es bei den Galerien sogenannte Rückfangvorrichtungen gibt? Hintergrund ist, dass die Lawine bei einem Rückstau nicht in den Tunnel drückt. Soweit soll es allerdings erst gar nicht kommen. Um dies zu verhindern, wird (bei Neuschnee) immer ein Schneeprofil erstellt, mit den weiteren Wetterdaten abgeglichen und mit der hauseigenen Lawinenkommission besprochen. Bekanntermaßen ist Schnee aber nicht gleich Schnee. Was so viel heißt, dass dieser unten im Tal eine ganz andere Beschaffenheit haben kann, als oben auf dem Berg. Zur Beurteilung der Lawinengefahr werden die Hänge rund um die Felbertauernstraße per Helikopter abgeflogen und notfalls wird gesprengt. Also die potenziellen Lawinen. Auch das durften wir uns live und in Farbe anschauen. So flogen wir mit einem Mitglied der Lawinenkommission einmal über den Pass und schauten uns die Gegebenheiten von oben an.

Die Perspektive zu wechseln schadet nie. Was nämlich von unten so einfach und groß aussieht, sieht mit etwas Abstand betrachtet noch ganz anders aus. Und es ist schon bemerkenswert, was der Mensch leisten kann. Der Tunnel hat „nur“ eine Länge von knapp 5,5km. Doch durch welches Bergmassiv er gebaut wurde, erkennt man erst so richtig von oben.  Sollte es einmal einen Bergsturz geben (wie im Jahr 2013) werden sofort die Landesgeologen mit ins Boot geholt, um die weitere Vorgehensweise abzustimmen.
Ihr seht, es steckt ziemlich viel Arbeit dahinter, um auf solch einer Alpenstraße die Verkehrssicherheit zu jeder Jahreszeit zu gewährleisten. Es geht nicht nur um „räumen“ und „Geld kassieren“.
So wie ich die Jungs und Mädels nun kennenlernen durfte, ist es bestimmt auch für eine Gruppe möglich, einmal hinter die Kulissen zu schauen. Fragen kostet nichts!

Aber auch abseits der Straße gibt es einiges zu entdecken. Zum Beispiel das Gschlößtal mit herrlichem Blick auf die Venedigergruppe bzw. den Aufstieg (Ostanstieg) zum Großvenediger.
Das abgeschiedene Defereggental in Mitte der Hohen Tauern ist vermutlich manchen von Euch ein Begriff. Das Tal liegt unweit von der Felbertauernstraße, also ein Urlaubsziel, das super von dort zu erreichen ist. Das Hochgebirgstal gilt besonders im Winter als Kältepol. Trotz nicht so viel Schnee bekamen wir dies auf einem Spaziergang durch die winterliche Landschaft zu spüren. Ziel unserer Wanderung war das Heilwasserhaus in St. Jakob, wo aus ca. 1850m Tiefe äußerst mineralien- und jodhaltiges Heilwasser mit einem Alter von ca. 1 Million Jahren kommt. Damit ist das Deferegger Heilwasser eines der ältesten der Welt. Damals wurde es dort durch Plattenverschiebung eingeschlossen und heute werden ca. 400 Liter des Salzwassers pro Tag gefördert.

Trinken ist nicht zu empfehlen, das Wasser wird gesprüht, gewickelt oder als Badezusatz verwendet. Es ist absolut keimfrei, desinfiziert, regt die Zellerneuerung an und soll besonders gut bei Hautproblemen sein. Wie gut, dass ich keine habe. Aber auch bei Atemwegserkrankungen oder zur Entspannung für die Gelenke. Zur Vorsorge ging es im Anschluss in die Badewanne. Mit einem „Schuss“ Heilwasser. Vorbeugung ist alles und etwas Genuss schadet ja auch nicht.
Apropos Genuss. Wenn Ihr einmal im Defereggental seid und Euch äußerlich mit dem Heilwasser verwöhnt habt, solltet ihr unbedingt in der Schnapsbrennerei von Heimo Macher in St. Jakob vorbeischauen. Insgesamt ist Heimo schon seit 25 Jahren am Brennen. Erst als Hobby und später wurde daraus mehr. Er ist der einzige Brenner im ganzen Tal und verarbeitet ca. 20 Tonnen Früchte im Jahr. Die Qualität steht bei ihm ganz oben und genau das schmeckt man in seinen Bränden. Neben den Edelbränden setzt er verschiedene Liköre an, so dass für jede Geschmacksrichtung etwas dabei ist. Und zudem kommen noch immer neue Geschmacksrichtungen dazu, da Heimo gerne etwas Neues ausprobiert. Da konnte ich mir gleich ein paar Ideen holen! In Macher‘s Landhotel kann man übrigens auch lecker essen, so hat man gleich den kompletten Genuss.

Im Winter gehört zum Thema Genuss ja auch der Wintersport. Ausgehend von der Felbertauernstraße hat man ideale Möglichkeiten zum Skifahren, Schneeschuhwandern und mehr. Ebenfalls im Defereggental, genauer gesagt im Skizentrum St. Jakob. Ein kleines, aber sehr feines Skigebiet mit 7 Liften und 23,7km Pisten. Perfekt für Familien, denn von den Pisten her ist alles Nötige vorhanden, ob Blau, Rot oder Schwarz. Abseits vom Trubel ein echter Geheimtipp für alle, die es ruhiger und natürlich mögen. Skifahren kann ich ja nie genug, so war es ein schöner Abschluss meiner Reise um die Felbertrauernstraße.

Was ich gehört und gesehen habe, muss es in der Gegend auch im Sommer richtig schön sein. Zum „normalen“ wandern oder auch für Hochgebirgstouren. Dies gilt es das nächste Mal auszutesten. Und evtl. gibt es auch eine Baustelle auf der Straße, die es zu besichtigen gibt?!
Falls Ihr nach einer schönen Übernachtungsmöglichkeit im Tal sucht, kann ich euch das Alpinhotel Jesacherhof empfehlen. Direkt an der Piste, hübsche Zimmer, leckeres Essen, zudem noch ein schicker Wellnessbereich und die Gastgeber sind einfach nur klasse. Gastgeber aus Leidenschaft- so wie es sein sollte!

Ein ganz dickes Dankeschön geht an das Team der Felbertauernstraße und alle Beteiligten, die dieses Erlebnis ermöglicht haben. Die Jungs und Mädels sind einfach klasse und mit Herzblut bei ihrer Arbeit!

Genuss und Entschleunigung – das ist Juist (Teil 2)

20. Dezember 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , , , ,

Juist steht nicht nur für Strandurlaub, Entschleunigung und Meer, sondern auch für Genuss. Was gutes Essen (und Trinken) angeht, wird hier, glaube ich, jeder fündig. Und das nicht nur mit leckerem, extrafrischen Fisch in allen Variationen.
Ich hatte ja bereits erwähnt, dass wir u.a. aufgrund der Genusstage auf Juist waren. Diese fanden bereits zum 2. Mal in Kooperation mit dem Slow Food Convivium Ostfriesland statt. Einige Restaurants der Insel nehmen daran Teil und bieten in diesem Zeitraum eine spezielle Speisekarte mit regionalen Gerichten an. Zusätzlich gibt es im Rahmen der Genusstage Vorträge und Infostände zum Thema. Wie Ihr wahrscheinlich mittlerweile wisst, bin ich ein Fan der Slow Food Bewegung und des regionalen Ernährungshandwerks. Qualität und Wertschätzung von Lebensmitteln gehören für mich beim Thema Genuss einfach dazu. Und das passt ideal zum Nachhaltigkeitskonzept der Insel.

Deshalb stand für uns ein Essen in der Hubertusklause auf der „to-do-Liste“. Das Restaurant gehört zum Nordseehotel Freese und ist Unterstützer von Slow Food Deutschland.

Natürlich gab es eines der speziellen Genusstage-Menüs im gemütlichen, rustikal eingerichteten Restaurant. Außerdem noch Live-Hintergrundmusik und meganette Bedienung, das konnte nur ein schöner Abend werden!

Aber auch am Folgeabend ging es mit einem Highlight weiter. Auf uns wartete ein Genusstage-Menü im „Danzer’s Feines Achter’n Diek“ im Hotel Achterdiek, ebenfalls Unterstützer der Slow Food-Bewegung. Hier gibt es „kreative Slow-Food Feinschmeckerküche“, wie der Chef des Hauses selbst zusammenfasst. Stephan Danzer, gemeinsam mit seiner Frau Gaby Eigentümer und außerdem Küchenmeister, kommt gebürtig aus dem unterfränkischen Haßfurt, das konnte ja nur gut werden!  Die Küche erhält regelmäßig Auszeichnungen, u.a.  vom Guide Michelin oder dem Feinschmecker. „Wo die Liebe den Tisch deckt, schmeckt das Essen am Besten“, dieses Motto der Familie Danzer fasst den Abend super zusammen. Toll zusammengestellte Gerichte, dazu leckere Weinempfehlungen und ein schönes Ambiente, was will man mehr?

Beide Restaurants kann ich Euch bei einem Besuch des Töwerlands wirklich nur ans Herz legen! Und die Genusstage finden auch 2020 wieder statt, nämlich am 4. und 5. September.

Für einen Kaffee, Kakao oder Ostfriesentee zwischendurch gibt es natürlich auch einige Möglichkeiten auf Juist. Was man sich nicht entgehen lassen darf, ist ein Besuch des Lütje Teehuus. Hier einen „Kaffee, wie Oma ihn trank“ (mit Sahne und Kaffeelikör) bestellen und genießen. Eine perfekte Anlaufstelle, um die Reserven aufzufüllen und Spezialitäten aus Oma Miele’s Küche zu probieren. Gerade bei Schmuddelwetter einfach nur traumhaft. Falls noch ein Plätzchen frei ist. Die Waffeln sind ebenfalls ein Gedicht, und wenn dann noch das Kaminfeuer flackert, gibt’s wahrscheinlich nichts Gemütlicheres.  

Gemütlich ist es aber auch im Meeresleuchten, einem kleinen Café und Weinbar, in dem fast alles hausgemacht wird. Jeden Tag mehrere Kuchen, Suppe oder Brot und Aufstriche. Ich hatte eine megaleckere heiße Schokolade, eher zum Löffeln als zum Trinken und wahrscheinlich Ersatz für MINDESTENS eine ganze Mahlzeit. Aber wir waren ja nicht zum Kalorienzählen auf Juist!

Falls zwischen dem kulinarischen Angebot noch etwas Platz ist, hat Juist auch einiges in Richtung Wellness zu bieten. Wer dem eigenen Körper etwas Gutes tun möchte, dem kann ich das Biohotel AnNatur empfehlen. Hier gab es eine richtig geniale Massage. Ich weiß, es hagelt heut quasi Empfehlungen, aber wenn es halt auch so gut war – kann ja ich nichts für. ;)
Im Biohotel soll man auch sehr gut vegetarisch essen können, aber leider hat das mit unserer Reservierung nicht geklappt, also müssen wir uns das für den nächsten Inselbesuch aufheben.

Am nächsten Tag schwangen wir uns auf die Räder, um weiter die Insel zu erkunden. Geplant war Richtung Westen, also Richtung Domäne Bill und Billriff, zu fahren. Es ging ziemlich gegen den Wind – wie soll es auch anders sein. Murphy’s Law. Wir fuhren vorbei am Hammersee und legten dort einen kurzen Stopp ein, aber es sollte ja noch weiter gehen. Der Hammersee, der größte Süßwassersee auf einer Nordseeinsel (der eigentlich durch eine Teilung der Insel nach einer Sturmflut entstanden ist, so ganz kurz gesagt), Salzwiesen, auf denen die Pferde zu finden sind oder die Dünenlandschaft – Juist ist einfach schön! Wir parkten unsere Räder und dann ging es zu Fuß weiter. Warm und windfest eingepackt zum Strand. Von der Domäne Bill aus kann man einmal um das Billriff wandern. Hier treffen sich Nordsee und Wattenmeer und wer Glück hat, kann sogar Seehunde entdecken.

Den Kopf frei pusten lassen, ist genau das Richtige. Nur wenige Leute waren unterwegs, herrlicher Sand,  schöner Wind = traumhaft! Auf Grund des Wasserstandes konnten bzw. durften wir nicht weiter auf die Bill laufen, wäre zwar theoretisch möglich gewesen, aber wir möchten ungern vom Wasser eingeschlossen werden. Wie auch in den Bergen gilt: Safety first!
Auf dem Rückweg wurde noch etwas Müll eingesammelt, super, dass es dafür extra Boxen gibt. Zurück an der Domäne Bill, einem ehemaligen Bauernhof,  stärkten wir uns nach unserem Spaziergang. Die Gaststube bietet alles, was man sich als Franke „im hohen Norden“ wünscht: Tee in allen erdenklichen Variationen, warme Suppe und der hausgemachte Rosinenstuten ist mittlerweile schon legendär. Gut, wer Rosinen mag… für mich dann doch lieber ein leckerer Milchreis!  

Gott sei Dank hatte sich der Wind nicht gedreht und somit ging es mit Rückenwind wieder zurück ins Dorf.
Das Wetter sollte am nächsten Tag leider schlechter werden und es war Sturm gemeldet. Auf der Insel nichts Außergewöhnliches, denn hier wird auch bei stürmischem Wetter fleißig geradelt. Obenrum mit Regenjacke, untenrum mit Regenhose und barfuß – die Jungs und Mädels sind abgehärtet. Uns hielt das Wetter auch nicht davon ab, den letzten Nachmittag zu nutzen und noch einmal am Strand zu spazieren. Eine kurze Trockenphase abgewartet, raus aus der Ferienwohnung, über die Düne und schon waren wir am Wasser. Mit dabei natürlich Regenjacke und -hose. Regen, Wind und (fast) keine Menschen, so etwas macht man einfach viel zu wenig.

Zu schnell war unser Besuch schon wieder vorbei. Und obwohl die Insel nicht riesig ist, gibt es noch einiges mehr zu entdecken, was wir beim ersten Besuch nicht geschafft haben bzw. uns für das nächste Mal aufheben. Vom Naturlehrpfad bis zum östlichen Teil der Insel oder bei schlechtem Wetter ein Besuch im Meerwasser-Erlebnisbad und abends mal ins kultige Inselkino gehen. Aber das größte Highlight ist einfach die Natur und die Ruhe zu genießen.
Für „Süßmäuler“ wie mich oder als Mitbringsel für die Daheimgebliebenen gibt es noch etwas Juister Nougatbruch vom „Süßen Günter“ bzw. seiner Tochter Ela,  ein perfekter Süßwarenladen, von dem man als Kind immer geträumt hat.

Die Rückfahrt mit der Fähre ging schneller als gedacht. Durch den Sturm und den auflandigen Wind war genug Wasser vorhanden und wir konnten etwas mehr „querfeldein“ fahren als auf dem Hinweg. Selbstverständlich mit ordentlichem Wellengang, damit der Spaß auch nicht zu kurz kam.
Juist hat schon etwas ganz Besonderes. Ob es die fehlenden Autos sind, die Pferde, die Fahrräder oder einfach nur die Gastfreundschaft der Einwohner – es gefiel uns und wir kommen definitiv wieder, nicht nur so daher gesagt! Wir sind verzaubert!

Ein dickes Dankeschön geht an das Team der Kurverwaltung Juist, die dieses Erlebnis überhaupt erst ermöglicht haben.

Schmackofatz-Tour durch Ostwestfalen-Lippe und das Bergische Land – Teil 2

23. Mai 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , , , , ,

Weiter geht es mit dem Bericht unserer „Schmackofatz-Tour“ durch Nordrhein-Westfalen – Neuer Tag, neuer Ort! Von Detmold ging es ins Bergische Land, nach Altenberg, einem Ortsteil von Odenthal. Insgesamt eine Fahrt von ca. 2 Stunden, aber wir wollten schließlich noch mehr Ecken von NRW entdecken. Altenberg ist unter anderem bekannt für den Altenberger Dom, welchen wir natürlich besichtigten. 1259 wurde mit dem Bau begonnen, was sich dann – wie bei so einem Dombau üblich – eine Weile hinzog. Ich finde es ja immer total faszinierend, wie grandios damals schon gebaut wurde, so ganz ohne heutige Technik und Möglichkeiten. Das Westfenster ist übrigens das größte gotische Bleiglasfenster nördlich der Alpen und wahrscheinlich auch eines der schönsten.

Altenberg war übrigens quasi die „Wiege“ des Bergischen Landes, denn dort hatten die Grafen von Berg ihren Stammsitz. Auf ihr „Herzogtum Berg“ geht die heutige Bezeichnung „Bergisches Land“ zurück. Nach einer Stärkung im Hotel-Restaurant Wisskirchen ging es auf unserer Pressereise wandertechnisch weiter. Apropos Stärkung – wenn Ihr im Bergischen Land unterwegs seid, probiert unbedingt einmal die original Bergische Kaffeetafel! Etwas ungewohnt (weil gleichzeitig süß und deftig), aber sehr lecker! Neben Rosinenbrot gehört Pumpernickel dazu und diverse Aufstriche, quasi Kaffeetrinken mit allem Drum und Dran. Den Kaffee gibt es aus der „Dröppelmina“ und ein Schnaps zum Schluss darf natürlich auch nicht fehlen.

Falls Ihr als Startpunkt Eurer Wanderung den Dom wählt, empfehle ich die Route Richtung „Burg Berge“ und weiter Richtung „Schloss Strauweiler“. Wenn Ihr auf der Höhe des Schlosses die Straße überquert und den Mühlenweg entlang geht, trefft Ihr nach ein paar Metern ein paar größere Modellbauexemplare. Und mit etwas Glück taucht auch der Erbauer der Stücke auf und erklärt etwas zu seiner Arbeit. Günter Blömer ist 86 Jahre jung und konnte sich schon immer für den Modellbau begeistern. Aber Ihr müsst ihn einfach live erleben -mit so viel Detailliebe, Handwerkskunst und einer riesen Portion Humor! Einfach nur genial!

Der Tag war allerdings noch nicht zu Ende. Nach einer kleinen Erholungspause durften wir uns im Sternerestaurant Zur Post verwöhnen lassen. Carpaccio vom Kalb mit Belper Knolle, Atlantik Hummer, Filet vom bergischen Weiderind mit Morcheln – um nur einige leckere Varianten zu erwähnen. Warum mir jetzt das Wasser im Mund zusammenläuft, ist mir auch unschlüssig. ;)

Geschmacklich ein Traum und nur zu empfehlen! Die Kombination der verschiedenen regionalen Zutaten ist einfach genial und im Gespräch mit Christopher bzw. Alejandro spürt man die Leidenschaft, mit der die beiden Köche ihrem Beruf nachgehen. Also falls Ihr in der Nähe seid, rechtzeitig reservieren, bringt etwas Zeit mit und genießt es!

Den Abschluss unserer Pressereise machte am Folgetag noch ein Abstecher in die Landeshauptstadt Düsseldorf. Das Wetter war herrlich. Glaube es war sogar der erste schöne Frühlingstag in diesem Jahr. Ob Königsallee, Rheinuferpromenade oder am Rathaus, die Menschen waren auf den Straßen unterwegs und genossen die Sonne. Auch bei uns ging es wieder um Genuss. Eine Stadtführung der besonderen Art stand auf dem Programm, bei der geheime Plätze und verschiedene Köstlichkeiten entdeckt wurden.

Den Ausklang machte am späten Nachmittag noch ein Besuch der Kochschule Düsseldorf, bei dem ich allerdings nicht mehr ganz bis zum Ende bleiben konnte. Für mich ging es nämlich mit dem Zug Richtung Heimat und somit verpasste ich das Ergebnis. Schade, denn erstens koche ich sehr gerne und zweitens sah das Essen bei meinen Kollegen sehr lecker aus.
Aber dann muss ich wohl einfach wieder einmal in das schöne Nordrhein-Westfalen fahren zum Genießen!

In Kooperation mit Nordrhein-Westfalen Tourismus – Vielen lieben Dank!

Schmackofatz-Tour durch Ostwestfalen-Lippe und das Bergische Land (Teil 1)

7. Mai 2019 | 2 Kommentare | Schlagwörter: , , , , , ,

Nordrhein-Westfalen, unser bevölkerungsreichstes Bundesland, ist immer eine Reise wert. Egal ob zum Städtetrip, einem Kulturevent oder z.B. zum Relaxen und Wandern auf dem Land.
Nachdem ich aus dem schönen Altenmarkt-Zauchensee zurück war, ging es – nach ein paar Tagen im Büro – direkt weiter nach Nordrhein-Westfalen auf die Schmackofatz-Tour, eine Pressereise mit kleinen Wanderungen und viel Genuss. Meistens natürlich erst nach den Wanderungen, denn wir mussten uns das leckere Essen schließlich verdienen. Ohne Fleiß kein Preis! Und vielleicht musste auch wieder Bier „gerettet“ werden – so wie bei meinem damaligen Besuch. Man weiß es ja nie…

Also ab nach Detmold. Wohin? Genau, es ging für mich mit dem Zug über Hannover und Bielefeld (Ihr wisst schon) in die 73.000 Einwohnerstadt nach Ostwestfalen-Lippe. Soweit ich mich erinnern kann, war ich in meinem Leben noch nie in Detmold (bzw. in Ostwestfalen-Lippe). Dementsprechend war ich sehr gespannt, was mich erwarten würde.

Nun, Detmold begrüßte mich mit schönen Fachwerkhäusern und einem Residenzschloss aus dem 16. Jahrhundert. Da der Stadtkern von den Weltkriegen zum Glück weitgehend verschont geblieben ist, prägen über 700 Baudenkmäler das Stadtbild. Der erste Eindruck war wirklich sehr hübsch – und das trotz Nieselregens! Spricht für ein ausgiebigeres Wiedersehen. Unser offizielles Programm war nämlich vollgepackt und startete am nächsten Tag, wie angekündigt, mit einer kleinen Wanderung. Ausgangspunkt war das Hermannsdenkmal im mystischen Teutoburger Wald.

Der „Hermann“, das Wahrzeichen der Region, ist ein imposantes Denkmal, welches an die historische Schlacht im Teutoburger Wald erinnert. Übrigens ist dies die höchste Statue Deutschlands und bis ca. zur Hälfte begehbar, was wir natürlich ausprobieren mussten. Neben der (normalerweise) herrlichen Aussicht, dient das Hermannsdenkmal auch als Forschungsobjekt, denn dort ist eine Messstation für Blitzeinschläge installiert. Mit seiner exponierten Lage und dem in die Luft gestreckten Schwert ist der “Hermann” wie geschaffen, um Blitze anzuziehen.

Viele Wanderwege führen an der Statue vorbei oder beginnen hier. So kann man ganz gemütlich durch den Wald zu nächsten Einkehrmöglichkeit laufen. Unser Ziel war das Landhaus Hirschsprung. Hier bekommt man leckere saisonale und regionale Gerichte serviert und Wildgerichte sind – wie der Name schon vermuten lässt – eine Spezialität des Hauses. Bei uns kam aber eine andere Spezialität der Region auf den Tisch, nämlich „Lippischer Pickert“. Bestehend aus Hefe, Milch, Mehl, Eiern und geriebenen Kartoffeln: sehr lecker! Das Pfannkuchenartige Gericht galt früher als „Arme-Leute-Essen“. Dazu entweder süßer (Marmelade, Kompott oder Rübenkraut) oder herzhafter (Leberwurst) Belag – je nach Geschmack. Am besten natürlich ohne Rosinen – versteht sich ja von selbst!

Apropos Wanderwege: Wer unterwegs ist und unserer Route folgen möchte, dem ist ein Besuch im Vogelpark Heiligenkirchen und/oder in der Adlerwarte Berlebeck sehr zu empfehlen. Bei der Adlerwarte Berlebeck handelt es sich übrigens um die älteste und artenreichste Greifvogelwarte Europas. Von Papageien oder dem kleinsten Huhn der Welt bis hin zum Andenkondor findet in den beiden Parks sicherlich jeder seinen Lieblingsvogel. Ideal für Familien mit Kindern, wobei ich aber sagen muss, dass ein Besuch auch für Erwachsene äußerst interessant und informativ ist. Ich selbst hätte vor Ort wahrscheinlich noch ein paar Stunden mehr verbringen können.

Aber wie es auf einer Pressereise immer so ist, wartete auf uns schon der nächste Programmpunkt. Nun ging es wieder um Genuss. Und da wir ja immer noch in Ostwestfalen-Lippe sind, einer Region mit eigener Brauereilandschaft, kommen wir nicht um den Besuch einer Brauerei herum. Genauer gesagt ging es in die Privat-Brauerei Strate. Die Brauerei ist in privater Hand und hier ist Bierbrauen Frauensache. Gegründet im Jahr 1863 braut mittlerweile die 5. Generation, Tochter Friederike war sogar Deutschlands jüngste Braumeisterin. Das Bier gibt es in Flaschen mit Bügelverschluss und es wird viel Wert auf hochwertige Rohstoffe gelegt. Ein super erster Eindruck. Und dieser zählt für gewöhnlich. Nach einer Führung durch die heiligen Hallen durfte das gute Bier verköstigt werden. Dazu eine frische Haxe aus der Region – was gibt es Besseres?

So endet ein schöner erster Tag unserer Pressereise. Fazit vom ersten Tag in NRW: Leckeres Essen, leckeres Bier und tolle Umgebung. Als Franke schmeckten sowohl Haxe als auch das Bier aus Detmold sehr gut. Und das muss schon was heißen! Definitiv einen Wiederholungsbesuch wert!

In Kooperation mit Nordrhein-Westfalen Tourismus – Vielen lieben Dank!

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