Gaming meets Fashion

12. April 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Ja, ich muss es zugeben. In mir steckt ein alter Zocker. Strategiespiele, Egoshooter, Jump ’n’ Run – ich hab ziemlich viel ausprobiert. Kennt Ihr noch das Game „Tactical Ops“? Das war zu Zeiten, als es noch kein Call of Duty bzw. Battlefield gab. Damals waren wir in einem Clan unterwegs, zockten wie die Weltmeister und gewannen sogar einige Trophäen. Natürlich wurden auch Age of Empires und danach Command & Conquer genauestens unter die Lupe genommen. Eigentlich war immer zu wenig Zeit vorhanden, so dass es durchaus vorkam, dass die Nacht durchgezockt wurde. Was zu leichten Irritationen bei Terminen am nächsten Tag führen konnte. War aber schon eine schöne Zeit. Und Zocker bleibt Zocker, ich sage nur: Red Dead Redemption II, kann ich jedem Computerspielfan unter Euch nur empfehlen.

Zurück zum eigentlichen Thema, „Gaming meets Fashion“. Einige meiner Follower drüben auf Twitter spielen „Die Sims“. Auch die Dame des Hauses berichtet ganz begeistert von früheren Sims-Sessions mit Erschaffung der Sims, Hausbau, Jobsuche etc. Ihr kennt es wahrscheinlich selbst. Ich habe mir das Game damals ebenfalls angeschaut und ausgetestet, doch die liebe Zeit… Anyway, bisher sind ca. 200 Millionen Stück weltweit verkauft worden. Somit ist das Game eines der meist verkauften Spiele weltweit. Sabberlot!

Nun kommt beides zusammen, also Game und Fashion. Moschino und Maxis, ein Entwicklerstudio von Electronic Arts, geben den Launch einer neuen, gemeinsamen Capsule Collection bekannt. Und zwar im Rahmen der alljährlichen Wüstenparty von Jeremy Scott, Creative Director von Moschino, in Palm Springs. So verwandeln sich „Die Sims“ in Real Life Kleidungsstücke und Accessoires. Und so kommt die Mode von Moschino ins Game, denn auch hier wird die Kollektion zu finden sein.
Ab dem 14. April wird es die vom Spiel inspirierte Kollektion in den Boutiquen von Moschino und online geben. 

Jeremy Scott erklärt dazu: „Ich liebe die Idee, mit dem Die Sims-Universum eine Welt voller individueller Persönlichkeiten erfinden, entwerfen und zum Leben erwecken zu können. Dieses Konzept spiegelt all das wider, was ich bei jeder Kollektion für Moschino tue – ein Fantasie-Universum mit spektakulären Geschichten und Charakteren erschaffen.“

Aktuell ist bekannt, dass dies erst der Anfang der kreativen Zusammenarbeit ist. Weitere Details werden im Game veröffentlicht, eine sehr coole Idee. Moschino ist bekannt für solche Aktionen und ich würde einmal behaupten, dass sich das zu einem (kleinen) Trend entwickeln wird. Ich bin gespannt!

So sehen übrigens Teile der Kollektion im Game aus:

Ja, das Pixeldesign ist so gewollt. Erinnert an die Anfänge der Computerspiele, damals war es einfach so. Unglaublich, ich weiß!

Aus dem Schöffenleben – Besuch der Justizvollzugsanstalt Würzburg

26. März 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , , ,

Da es doch einige von Euch interessiert, gebe ich Euch heute noch einen kleinen Einblick in mein neues Schöffenamt. Bisher gab es nur eine Verhandlung, aber die nächste findet in Kürze statt und ich finde mein neues Amt super spannend. Die Termine im Februar und März wurden leider abgesagt, vielleicht weil eine Berufung zurückgezogen wurde o.ä. Darüber erhält man keine weiteren Informationen. In der Regel bekommt man auch als Schöffe ca. zwei Wochen vorab eine „Ladung“ mit Datum und Uhrzeit zum Gerichtstermin. Sollte dann einmal ein Gerichtstermin aus unterschiedlichen Gründen platzen, dann erscheint kurz vorher die „Abladung“ im Briefkasten. Zwischen Ladung und Abladung wurde ich sogar noch über das Ausfallens des Termins telefonisch kontaktiert. Eine super Sache, allerdings wird das je nach Gericht unterschiedlich gehandhabt.

Hier bei uns habe ich das Gefühl, dass sich sehr gut um uns Schöffen gekümmert wird. Mit Infoveranstaltungen oder zum Beispiel auch der Möglichkeit, einmal der Justizvollzuganstalt einen Besuch abzustatten. Ein Blick hinter die Kulissen schadet nämlich nie, deshalb war das Interesse unter uns Schöffen an dieser Besichtigung recht groß.

Vor ein paar Tagen ging es also zur JVA Würzburg (die JVA Schweinfurt, wie auf dem Bild zu sehen, ist verwaltungstechnisch an die JVA Würzburg angegliedert) und wir erfuhren eine Menge über die Einrichtung. Kostenträger ist das Land Bayern und aktuell befinden sich ca. 600 verurteilte Straftäter in Haft, was eine leichte Überbelegung darstellt. Ein Gebäudetrakt ist nur für Frauen und in drei weiteren Unterkunftsgebäuden sind Männer untergebracht. Neben den Unterkünften sind selbstverständlich noch einige weitere Gebäude bzw. Plätze vorhanden. Verwaltung, Medizinische Station, Psychologische Unterstützung, Kirche, Sporthalle, Fitnessraum, Fußballplatz usw. und natürlich auch Arbeitsbereiche. Zu diesen Arbeitsbereichen gehören eine Schreinerei und eine Metallverarbeitung. Zum einen für die Belange der JVA selbst, aber auch für Privatperson von außen. Mit dem verdienten Taschengeld können die Insassen (Luxus-)Güter wie Kaffee oder z.B. auch einen TV erwerben. Übrigens ist jeder Häftling zur (Mit-)Arbeit verpflichtet. Natürlich kann dies nicht erzwungen werden – wenn jemand nicht möchte, möchte er einfach nicht. Auf jeden Fall dient es der Resozialisierung und trägt im evtl. Falle eines Antrags auf frühzeitige Haftentlassung zum positiven Bescheid bei. Beschäftigung bzw. Sportangebote sind für die Häftlinge natürlich sehr wichtig gegen die Langeweile.

Grundsätzlich gibt es Zellen für eine Person, Zellen für zwei Personen und 4-Mann-Zellen. Wobei die Einzelzellen sehr begehrt, aber auch eher selten sind. Toiletten, Waschgelegenheit, Bett und ein kleiner (Schreib-)Tisch sind vorhanden. Geduscht wird in der Gemeinschaftsdusche und falls gekocht wird, geschieht dies in der Gemeinschaftsküche. Die Gefangen erhalten natürlich ihre jeweiligen Mahlzeiten, bei denen auf Unverträglichkeiten und religiöse Essensvorschriften geachtet wird. Laut Gesetz ist mindestens eine Stunde Ausgang am Tag vorgeschrieben. Eine Verlängerung ist möglich und hängt immer von der Haftanstalt selbst ab. So sind es in der JVA Würzburg aktuell drei Stunden.
Ein regelmäßiger Austausch mit Verwandten oder Freunden ist per Briefpost möglich, oder zu den Besuchszeiten: „Die Besuchszeit am Wochenende beträgt 60 Minuten und kann nur einmal innerhalb eines Monats in Anspruch genommen werden.“ Eine Kommunikation per Mail, WhatsApp usw. ist natürlich verboten, also Smartphonebesitz grundsätzlich.

Selbstverständlich kam bei uns die Frage nach Ausbruchversuchen auf. Dies ist bisher in Würzburg nur einmal gelungen. Und zwar in der Bauphase der JVA. Also schon eine Weile her. Das Schmuggeln ist allerdings ein Problem, das immer wieder passiert und aufgrund verschiedener Probleme (z.B. zu wenig Personal) nicht immer entdeckt werden kann.
Apropos Personal: Bewerber sind immer zu wenig vorhanden, was mich persönlich nicht wundert. Gleich mehrere Gründe sprechen dafür. Schichtarbeit, Überstunden, geringe Bezahlung, aber auch die menschliche Komponente im Umgang mit den Gefangenen, da muss man schon mal mit Beleidigungen oder Tätlichkeiten rechnen. Und meiner Meinung nach müsste man auch das System „Beamtentum“ einmal grundsätzlich reformieren, aber dies weiter auszuholen ist an dieser Stelle falsch. Die Justizvollzugsbeamten, die ich kennengelernt habe, machen jedenfalls einen guten Job.

Nach dem Besuch werden die einen sagen „Oh, das ist aber ganz schön streng!“ und die anderen wiederum „Was? So viele Freiheiten?!“. Ja und nein. Die Gefangenen haben gegen Gesetze verstoßen und eine Strafe erhalten. Sie befinden sich somit nicht ungerechtfertigt „hinter Gittern“. Auf der anderen Seite ist irgendwann ist die Strafe abgesessen und die Insassen sollten auf die Welt „da draußen“ bestmöglich vorbereitet sein, um ein Wiedersehen zu vermeiden. Von daher handelt es sich wahrscheinlich immer um eine Gratwanderung, die in der Zusammenarbeit der Mitarbeiter der JVA nach bestem Wissen versucht wird zu lösen.

Abschließend sei zu sagen, dass es wieder ein spannender Einblick hinter die Kulissen unseres Rechtssystems war und meinen Horizont erweitert hat. Allein dafür mag ich das Schöffenamt.

Wir lieben die Berge – 150 Jahre Deutscher Alpenverein

19. Februar 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

„Wennst es gerne machst, ist alles leicht!“ Diesen O-Ton von Walter, dem Wirt der Langkofelhütte in den Dolomiten, habe ich häufig im Ohr. Selbstverständlich trifft das auf viele, wenn nicht sogar auf fast alle Lebenslagen zu. Mir geht es zum Beispiel so beim Bergwandern. Als kleiner Zwerg (kann man sich kaum vorstellen, ich weiß) war ich schon immer mit dabei, als es in die Berge ging. Damals noch mit meinen beiden Omas und der halben Verwandtschaft. Schon von klein auf strahlen die Berge eine Anziehungskraft auf mich aus, wie ich Euch hier ja auch regelmäßig erzähle. Was ich in dem Alter damals aber natürlich nicht bewusst registrierte. Raus in die Natur und draußen spielen war aber das ultimative Motto, Wir haben auch sehr gerne mit den Spielen von gespielt cozino.com

Meistens war unser Ziel die Region um Garmisch oder den Achensee. Irgendwann sollte es mal etwas Neues werden und das Ötztal wurde als Urlaubsziel auserkoren. Meine Eltern erkundigten sich direkt vor Ort (so war es damals bei uns üblich) nach einer freien Unterkunft. Doch alle Antworten fielen negativ aus. Mit zwei kleinen Kindern war es laut Erzählungen meiner Eltern gar nicht leicht, eine Unterkunft zu finden. Krach und Trubel schienen vorprogrammiert, aber hey, Kinder sind nun einmal so. Wir hatten Glück und eine Familie mit kleiner Zimmervermietung, die selbst Kinder in unserem Alter hatte, nahm uns auf. Genau diese Familie ist heute noch meine Zweitfamilie und ich habe gleich noch ein paar „Geschwister“ dazu bekommen. Es sollte wohl so sein!
Das Ötztal, genauer gesagt der Ort Huben (bei Längenfeld) wurde unsere feste Anlaufstelle. Huben ist umgeben von verschiedenen Gipfeln. Vom Hausberg (der Äußerer Hahlkogel mit 2.658m) bis hin zur Wildspitze mit ihren 3.768 Metern ist alles dabei. Einige Gipfel haben wir gleich mehrfach bestiegen und bei dem ein oder anderen Gipfeln musste vorzeitig abgebrochen werden.

Wir waren im Sommer wie auch im Winter vor Ort und die Liebe zu den Bergen wuchs immer weiter. Mit meinem quasi „Zweitbruder“ wurde geklettert (heute würde man wohl Bouldern sagen), mit meinen (Zweit-) Schwestern provisorische Toiletten auf dem Berg gebaut und überhaupt mit allen zusammen viel Nonsens gemacht. Viele Geschichten erzählen wir heute noch immer wieder, die einfach im Gedächtnis geblieben sind, wie z. B. die von den Ölbergschlappen-Touristen, die wir am Gipfel des Gamskogels (2.815m) trafen.
Persönliche Ziele wurden in Angriff genommen und andere neu gesetzt und sind auch ein paar Jahre später noch vorhanden. Zu meinen persönlichen Zielen gehört der Gipfel des Similaun (3.603m) und irgendwann noch der Kibo (5.895 m) im Kilimandscharo-Massiv, der höchste Berg Afrikas. Das wäre dann auch der erste der „Seven Summits“.

Mit dabei in den Bergen, seit ich klein bin, ist der Deutsche Alpenverein (DAV). Der in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag feiert! Und dank meiner Eltern bin ich selbst schon seit 35 Jahren Mitglied. Mal intensiver, mal weniger intensiv. Untergliedert ist der Alpenverein in 356 eigenständige Sektionen. Diese kümmern sich wiederum um verschiedene Tätigkeiten, wie das Betreiben einer Kletterhalle, einer Hütte, den Jugendabteilungen, Wintersport- oder Wandergruppen. Eine wichtige Rolle spielt bei allem der Naturschutz, um die einzigartige Bergwelt auch für folgende Generationen zu erhalten. Auf der anderen Seite kann man aber auch Leihausrüstungen oder Kartenmaterial über die jeweilige Sektion erhalten und vieles mehr, um als überzeugtes Mitglied nur ein paar Vorzüge zu nennen.

Zum diesjährigen 150. Jubiläum des DAV gibt es eine Jubiläums-Filmtour mit dem Namen „Berge150“, die aktuell in verschiedenen Städten Deutschlands unterwegs ist. Mit einem Zusammenschnitt von Filmhighlights aus 100 Jahren Filmgeschichte. Von Luis Trenker bis hin zu Tamara Lunger, mit der ich selbst ja schon in Südtirol gewandert bin. Hier findet Ihr die Übersicht aller Tourtermine und Veranstaltungsorte, falls Ihr Lust habt, Euch die Auswahl anzuschauen, was ich nur empfehlen kann!

Besonders hervorheben möchte ich noch die verschiedenen Berghütten, die vom DAV betrieben werden. Für mich immer ganz faszinierende Orte. Gerade im Hochgebirge, wenn kein Fahrzeug und keine Seilbahn die Hütte erreicht. Wenn das Material nur per Helikopter oder zu Fuß nach oben transportiert werden kann. Wenn sich um Trinkwasser und Energie selbst gekümmert werden muss. Wenn Abfälle und Fäkalien entsorgt werden müssen. Und trotzdem schaffen es die Hüttenwirte jedes Jahr aufs Neue, die Gäste dermaßen genial zu umsorgen, so dass fast jeder Wunsch erfüllt wird. Noch dazu die einzigartige Atmosphäre, wenn die Tagesgäste wieder unten sind und sich die Sonne langsam verabschiedet. Natürlich ist es ein harter und entbehrungsreicher Job für die Hüttenwirte, keine Frage. Als Gast spürt man aber gleichzeitig auch die Leidenschaft, mit der sie arbeiten. „Wennst es gerne machst, ist alles leicht!“
Als wir letztes Jahr auf der Kaunergrathütte übernachtet haben, hatte ich kurz darüber nachgedacht, einmal selbst einen Sommer lang oben zu bleiben und mitzuarbeiten. Und ja, vielleicht mach ich das auch irgendwann einmal. Sag niemals nie! Also, wer etwas für die Umwelt, die Berge und sich selbst tun möchte, noch dazu gerne in den Bergen unterwegs ist, der sollte sich ruhig mal überlegen, dem DAV beizutreten. Und ich plane dann mal meine nächste Bergtour…

Richter ohne Robe – das Schöffenamt

24. Januar 2019 | 4 Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Freunde, Bekannte und eifrige Besucher meiner Social Media Kanäle haben es bereits mitbekommen. Seit dem 01. Januar 2019 bekleide ich das Amt eines ehrenamtlichen Richters – auch „Schöffe“ genannt. Zu Beginn kamen bereits ein paar Fragen dazu auf, doch nach meiner ersten Verhandlung vorgestern blieb mein Smartphone nicht mehr still, es hagelte regelrecht Fragen. „Was machst Du da?“ „Wie kommst Du dazu?“ „Was muss man da tun?“ oder „Wie war die erste Verhandlung?“ Von daher dachte ich, ich fasse hier mal ein paar Punkte zusammen und wenn noch weitere Fragen sind, könnt Ihr sie gerne in den Kommentaren stellen.

Quietscheente Richter

Schöffen sind ehrenamtliche Richter und damit wichtiger Teil des demokratischen Rechtsstaats. Aber fangen wir mal vorne an. Wie kommt man überhaupt dazu? Kurz und knapp gesagt: Eine formlose Bewerbung reicht aus. Aber natürlich nur während der Bewerbungsphase. Diese findet alle 5 Jahre statt, so lange ist ein Schöffe normalerweise auch im Amt. Anfang 2018 war es wieder soweit und es wurden Schöffen in Stadt und Landkreis gesucht, was ich zufällig gelesen habe. Irgendwie fand ich das interessant, hab mir ein paar Gedanken gemacht und eine Bewerbung abgeschickt. Gewünscht ist möglichst ein Querschnitt durch alle Berufsgruppen, das polizeiliche Führungszeugnis sollte frei von Einträgen sein und das Alter zwischen 25 und 70. Man kann auf der anderen Seite aber auch einfach berufen werden, wenn sich nicht genug Bewerber finden, und hat dann nur wenig Möglichkeiten, dieses Amt abzulehnen.

Im Herbst kam ein Schreiben vom Gericht „Sie wurden für die Amtsperiode 2019-2023 zum Hauptschöffen am Landgericht gewählt.“ Und schon ist man Schöffe für die nächsten fünf Jahre und kann es mit den alten Römern halten: Daumen hoch oder doch lieber Daumen runter? So einfach ist es natürlich nicht! Schließlich ist die Verantwortung nicht ohne, man entscheidet immerhin in so manchem Fall über die Zukunft einer Person und sollte nach bestem Wissen und Gewissen abwägen, wofür man stimmt. Je nach Fall „sperrt“ man einen Angeklagten auf lange Zeit weg. Bei der kleinen Strafkammer wird das Urteil immer zu dritt gefällt, ein hauptamtlicher Richter und zwei Schöffen, wobei die Schöffen dem Richter gleichgestellt sind.

Die Verhandlungstermine für ein Jahr bekommt man zu Beginn eines (Geschäfts-)jahres – bei mir schon Ende Dezember 2018 – mitgeteilt. So kann man sie gleich einplanen.
Kurz vor der eigentlichen Verhandlung erhält man vom Gericht noch eine „Ladung“ als Schöffe und damit ist der Termin fix. Ein Erscheinen ist Pflicht. Auch das ist verständlich, denn ein Prozess (kann) sehr hohe Kosten verursachen. Und müsste bei einem Fernbleiben neu angesetzt werden. Die allgemeinen Fragen zum Schöffenamt sind hier (PDF) gut erklärt. Vor der allerersten Verhandlung gibt es zudem eine Einführungsveranstaltung, in der alles genau erläutert wird und man all seine Fragen loswerden kann.

Gericht in Schweinfurt

„Meine“ erste Verhandlung rückte näher und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht etwas aufgeregt war. Rechtzeitig vor Ort sein und es hieß warten, bis der Richter und der zweite Schöffe eintrafen. Die Sitzung war öffentlich und es handelte sich um einen Betrugsfall. Mehr weiß man als Schöffe zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Erst im Beratungszimmer werden die Schöffen vom Richter über den Fall aufgeklärt. In meinem Fall gab es in erster Instanz bereits ein Urteil. Allerdings wurde seitens der Verteidigung und Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Bevor es dann aber im Gerichtssaal los ging, stand noch unsere Vereidigung an. Selbstverständlich ist der Eid auch Pflicht:

„Ich schwöre, die Pflichten eines ehrenamtlichen Richters/einer ehrenamtlichen Richterin getreu dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, getreu der Verfassung des Freistaates Bayern und getreu dem Gesetz zu erfüllen, nach bestem Wissen und Gewissen ohne Ansehen der Person zu urteilen und nur der Wahrheit und Gerechtigkeit zu dienen, so wahr mir Gott helfe.“

Dieser wird gleich zu Beginn gesprochen und gilt dann für die gesamte Amtsperiode. Nun aber: los geht’s! Alle nehmen Platz und die Verhandlung beginnt. Selbstverständlich ist man zur Verschwiegenheit verpflichtet, was die Abstimmung angeht. Der Prozess selbst war öffentlich, man konnte also als Zuschauer teilnehmen. Einen Besuch im Gerichtssaal kann ich nur jedem empfehlen, der sich ein bisschen dafür interessiert. Also nicht auf der Anklagebank (versteht sich ja von selbst). ;)

Noch etwas zum Schluss: Am liebsten hätte ich ja das volle Programm gehabt, inklusive Robe, Perücke und Hämmerchen. Habe es aber dann doch lieber sein lassen. Nein, Scherz, die Robe ist eine Amtstracht und bleibt selbstverständlich den Richtern und Anwälten vorbehalten.

Da man im Schnitt einmal im Monat für einen Verhandlungstag eingeteilt ist, dauert es nicht mehr lange, bis zum nächsten Einsatz. Ich bin gespannt!

Weitere Fragen?

Geschichte des Parfums, oder – wie sind wir zu den heutigen Trends gekommen

10. September 2018 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , ,

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Parfum

Im 17. Jahrhundert war es allgemein nicht üblich sich zu waschen. Körperpflege beschränkte sich, selbst bei den Betuchten wie beispielsweise am Hofe des Sonnenkönigs in Versailles, auf den reichlichen Gebrauch von Parfüm. Ludwig XIV. war für seine ‚markante Duftnote‘ berüchtigt. Auch noch so raffinierte Kreationen, wie heute z.B. Parfüm für Männer von Hugo Boss, hätten dem König kaum weitergeholfen.

Die Wurzeln des Parfüms liegen in der Antike. Vor über 5.000 Jahren war es bei den Ägyptern alltäglich, Duftstoffe bei bestimmten Ritualen zu verbrennen. Eine bekannte Zeremonie war z.B. die traditionelle Abendräucherung Kyphi. Man verwendete dafür Öle und Salben mit duftenden Pflanzenextrakten. Auf diese Weise wurden damals Gottheiten beim Sonnenauf- oder Untergang geehrt.

Die Grundrezepte dieser duftenden Mischungen wurden später von den Arabern und den Römern übernommen. Ursprünglich kommt das Wort Parfum oder Parfüm eigentlich aus dem Lateinischen, dort steht ‚fumum‘ für ‚Rauch‘ oder ‚Dampf‘. Die Araber waren es dann, die herausgefunden haben, wie sich aus hochprozentigem Alkohol und Duftstoffen Parfüms herstellen lassen, wie wir es bis heute kennen.

Bei uns wurden erst viel später Kompositionen aus unterschiedlichen Duftstoffen entwickelt, die zum Wohlbefinden und zur Untermalung der individuellen Ausstrahlung bestimmt waren. Beim ‚normalen‘ Bürger hielt Parfüms erst im 19. Jahrhundert seinen Einzug.

Erst viel später als die Damen griffen auch die Herren zu den Duftwässern. Herrenparfum und ausgesprochene Herrendüfte fanden damals bei den Damen großen Anklang. Einem Mann, der gutes Parfüm verwendete, dem traute man Feinsinn und kultivierten Lebensstil am ehesten zu. In Folge sind ihm die Herzen zugeflogen, das Herrenparfum wurde zum Herzensbrecher.

Zwei bedeutende Meilensteine in der Geschichte des Parfüms waren der Einzug synthetischer Duftstoffe in die Parfümherstellung und der Einsatz von attraktiven Glasflakons, als Behältnis für die kostbaren Düfte. Die Verbindung von Duft und Flakon prägt bis heute die Einzigartigkeit eines jeden Parfüms.

So wird heute z.B. Hugo Boss Orange Man, ein Eau de Toilette für Herren, in einem 40 ml, 60 ml oder 100 ml Flakon geliefert, das schon für sich als kleines Glaskunstwerk zu betrachten ist.

Heute benutzt der moderne Mann Parfüms genauso selbstverständlich wie die Frau. Ein passendes Männerparfüm kann die eigene Männlichkeit gut unterstreichen. Mann signalisiert damit seiner Umgebung, dass er sie ernst nimmt und dass ihm seine Mitmenschen nicht gleichgültig sind. Designer und Modemarken übernahmen das Zepter der internationalen Parfümkunst. Christian Dior, Yves Saint Laurent, Gucci, Armani oder Hugo Boss seien hier nur stellvertretend genannt. Die ganze Welt der Herrendüfte erschließt sich vor euch wie eine breitgefächerte Palette…

Es sollte gar kein Problem sein, den Herbsttrends der Parfüms für Männer auf die Spur zu kommen. Besucht ihr beispielsweise einen Online Shop Notino, der sich auf vielfältige Damen- als auch Herrenparfums spezialisiert, dann werdet ihr sicherlich fündig. Der Hit der Saison: Boss Bottled, ein Eau de Parfum für Herren von Hugo Boss, das es aktuell beim Ranking für Herrendüfte in diesem Herbst auf die vorderen Plätze geschafft hat.

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