Von Inspiration, Luxus und Wertanlagen

21. Januar 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , ,

Mittlerweile blogge ich seit mehr als 10 Jahren und das über eine ganze Bandbreite verschiedener Themen. Wer mich noch nicht so lange kennt oder „nur“ die letzten Beiträge auf der Startseite anschaut, wird sich vielleicht über die Themenvielfalt wundern.
Im Zusammenhang mit meinem Beitrag über „Julius“ bin ich gefragt worden, ob so ein Thema denn überhaupt zum Blog passt. In dem es sonst um Mode, Automobil und auch Luxusthemen geht, wie um mein Faible für schöne (italienische) Herrenmode z.B. von Zegna. Aber auch mal über eine Wanderung durch die lokalen Wiesen und Wälder, um Reisen und Outdoor – die Themenspannweite ist vielfältig. Richtig. Das liegt einfach daran, dass ich mich für viele Dinge interessiere. Und das gerne mit Euch teile, weil es vielen von Euch ähnlich geht.
Wie heißt es so schön: Man lernt ein Leben lang! Für mich persönlich gehört dazu natürlich auch mein Blog. Dadurch, dass ich mich mit vielen unterschiedlichen Themen beschäftige und immer wieder Recherchen nötig sind, kommt man automatisch vom Hölzchen zum berühmten Stöckchen. Für irgendetwas sind diese gewonnen Infos dann wiederum nützlich – und wenn es nur für mich persönlich ist. Man könnte es vielleicht auch mit dem Ehrenamt als Schöffe vergleichen, in dem man mal aus seiner eigenen Filter-Blase blickt und Neues erfährt. Und sei es nur ein Anstoß, sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen, was wiederum zum besseren Verständnis bzw. zur besseren Kommunikation führen kann. Also egal in welchem Bereich: Es gibt immer etwas zu entdecken! Von daher passen solche gesellschaftlichen Themen für mich sehr wohl hier zu meinem Blog.

Gerade bei Mode und Accessoires handelt es sich ja um Bereiche, die vor allem inspirieren sollen. Kaum jemand geht davon aus, dass die auf den Fashionweeks gezeigten Outfits 1:1 nachgekauft und so getragen werden. Wobei die Qualität hochwertiger Designermode natürlich sehr oft fantastisch ist. Daher kann einen ein teures und hochwertiges Teil ein Leben lang begleiten und ist quasi auch eine gute Geldanlage. Ich selber schaue mir gerne die neuen Kollektionen an und lasse mich inspirieren. So lassen sich langlebige Stücke aus dem Kleiderschrank super immer wieder kombinieren. Oder mal mit verschiedenen Accessoires „upgraden“. (Ich glaube, da mache ich irgendwann mal einen eigenen Blogpost zu.)

Das Thema Investition bzw. Wertanlage scheint übrigens gerade in der aktuellen Zeit verstärkt aufzuploppen. Mittlerweile ist es schon über ein Jahr her, dass Corona auftauchte. Anfänglich noch „weit weg“, kam es dann langsam immer näher. Kann mich noch gut erinnern, dass ich im Februar 2020 auf Skiern unterwegs war. Man hatte zwar von Corona gehört, aber so richtig bewusst wurde es erst, als Reisewarnungen ausgesprochen wurden oder Ansprachen der Regierung über die Bildschirme flimmerten.
Grundsätzlich wird in augenscheinlich schwierigen Zeiten immer besonders auf das persönliche Umfeld geachtet. Man will es sich zu Hause schön machen, wie die Umsätze von Einrichtungshäusern zeigen. Um nur ein Beispiel zu nennen. Auf der anderen Seite überlegt man, welche Wertanlagen krisensicher sind. Klar, da ist Gold immer ganz oben dabei. Als weitere gute Anlagemöglichkeit werden natürlich Immobilien oder auch klassische Oldtimer gehandelt. Aber wie oben schon erwähnt, können modische Accessoires ebenfalls gute Investitionen sein. Wer mit weniger Platz auskommen möchte und über das nötige Kleingeld verfügt, greift gerne auf Uhren zurück. Die bekannteste Uhrenmarke weltweit ist vermutlich Rolex, sowohl Accessoire als auch Statussymbol und Wertanlage zugleich. In einem Businessnetzwerk (in dem ich Mitglied bin), kam neulich die Frage nach einer Wertanlage auf, bzw. wurde in diesem Zusammenhang ganz konkret nach einer Rolex Day-Date Armbanduhr gesucht. Da kann man wohl definitiv von einer langfristigen Wertsteigerung ausgehen. Ich selbst finde ja auch Manschettenknöpfe toll, weil edel und wahrscheinlich in so ziemlich jeder Preisklasse zu haben, von günstig bis kaum bezahlbar (und damit wiederum gute Anlage). Nennt mich ruhig altmodisch, aber ich bin ein Fan solcher Klassiker!

Um noch eine Möglichkeit der Wertanlage zu nennen: Bitcoins bzw. Investitionen in Kryptowährung. Soll angeblich auch jetzt noch gut möglich sein – don`t know. Das ist ein Bereich, in dem ich mich selbst kaum auskenne. Persönlich bin ich bei Geldgeschichten eher etwas konservativer unterwegs und würde (wenn ich das nötige Kleingeld hätte) in Immobilien und/oder Aktien investieren. Aber jeder, wie er möchte. Spannend ist dabei trotzdem zu sehen, wie sich alles entwickelt. Habt Ihr schon Erfahrungen damit gemacht? Was ist Euer Favorit?

Frohe Weihnachten!

24. Dezember 2020 | Keine Kommentare |

Frohe und gesunde Weihnachten!

Der Fall Julius – need help!

11. Dezember 2020 | 2 Kommentare | Schlagwörter: ,

Das Thema Obdachlosigkeit ist in Schweinfurt nicht so offensichtlich, wie es in den deutschen Großstädten ist. Aber ein, zwei Personen, die eindeutig auf der Straße leben, sieht man doch immer wieder mal bei uns. Und in diesem Zusammenhang brauche ich heute Eure Unterstützung!

Aber zuerst einmal, worum geht es überhaupt? Vor ein paar Jahren, ich vermute so ca. drei, fiel mir ein Mann mittleren Alters auf, der regelmäßig in der Fußgängerzone Geld sammelte. Manchmal überließen wir ihm etwas Kleingeld, er bedankte sich und wir gingen weiter. Ohne viele Worte auszutauschen. Ein Jahr später trafen wir ihn wieder. Er lebte augenscheinlich noch immer auf der Straße. Wir gaben ihm wieder etwas Kleingeld. Normalerweise gingen wir dann getrennte Wege, doch an einem kalten Tag im Winter kam mir spontan die Idee zu fragen, ob wir noch etwas für ihn tun können. Ich dachte an ein warmes Getränk, evtl. einen Kaffee. Er wiegelte ab. Ok, dachte ich mir. Ein paar Tage sah ich ihn wieder an „seinem“ Platz sitzen. Wir grüßten uns und ich fragte wieder: „Kann ich etwas Gutes für Dich tun? Brauchst Du evtl. eine Decke?“ Und er antwortete „Eine Decke wäre gut.“ Ab nach Hause und schauen, was wir noch im Haus haben. Eine Decke haben wir sicherlich übrig! Nur wenig später übergaben wir ihm eine Decke. Er bedankte sich, wir unterhielten uns kurz und gingen weiter.

Dann war er längere Zeit verschwunden. Ich kannte weder seinen Namen, noch wusste ich, wo er herkam, noch irgendeine Kleinigkeit. So ist das Leben. Doch dann kam Corona – die Obdachlosenunterkünfte mussten schließen. Und auch die Essensausgabestellen waren nicht mehr zu erreichen. Für uns alles kein Problem, denn die meisten von uns sind zum Glück gut versorgt – sogar mit Toilettenpapier und Hefe! Was man aus dieser Kombination basteln möchte? Keine Ahnung!
Zwischendurch dachte ich schon mal „Was macht er jetzt wohl?“. Da meine Gedanken raus mussten, unterhielt ich mich (via Chat) mit Heiko Kuschel. Wir kennen uns schon länger, hatten aber auch keine richtige Idee bzw. Lösung für die Frage „Was machen eigentlich Obdachlose in Zeiten von Corona?“

Die Zeit verging, die Zahlen sanken wieder und alles war augenscheinlich etwas besser. Aber der Herbst bzw. Winter kam und bei einem gewohnten Spaziergang sah ich ihn wieder. Auf der einen Seite war ich froh, dass er sich optisch nicht verändert hatte, auf der anderen ist es natürlich doof, dass er noch immer auf der Straße leben muss. Selbstverständlich begrüßten wir uns (er kannte mich auch noch) und wir unterhielten uns etwas länger. Auch seinen Namen verriet er mir „Julius“. Ich durfte ihn Julius nennen. Ja, das freute mich irgendwie. Keine Ahnung warum. Doch etwas bedrückte ihn. Wir unterhielten uns und er zeigte mir einen Zettel. Einen Mahnbescheid, ausgestellt von der Stadt Schweinfurt, der ihm in die Hand gedrückt worden war.

Ein Bußgeldbescheid wegen einmaligem „Urinierens in der Öffentlichkeit“ mit anhängendem Mahnverfahren, da der ursprüngliche Bescheid unbeantwortet blieb. Was sich daher auf insgesamt 108,50 Euro summiert. Julius soll nun insgesamt 108,50 Euro zahlen!? Es stellte sich natürlich heraus, dass er den Betrag einfach nicht zahlen kann. Er lebt ausschließlich von dem, was er von Passanten erhält und das sind definitiv keine großen Summen. Was von Rechtswegen dazu führt, dass bei Nicht-Zahlung einige Tage Haft drohen. Und davor hat er große Angst, sehr große Angst! Weil er sich ja eigentlich nicht viel zu Schulden kommen hat lassen. Natürlich könnte man jetzt sagen, es gibt öffentliche Toiletten, die auch jederzeit zugänglich sind. Andererseits war es im Corona-Frühjahr und ich kenne die genauen Umstände nicht und eigentlich ist es mir auch egal. Es ist passiert, er hat kein Geld und hat sehr große Angst, ins Gefängnis zu gehen.

Was tun, um zu helfen? Die Einspruchszeit war leider schon vergangen. Mein erster Gedanke war eine Ratenzahlung. Aber hey, wie soll das unter den Umständen gehen? Keine Chance! Also erst einmal bei den zuständigen Behörden anrufen. Die Stadtkasse selbst kann nichts machen, da es sich bereits um einen rechtskräftigen Bußgeldbescheid handelt. Ist auch verständlich, denn sie sind „nur“ für den Geldeingang zuständig. An dieser Stelle ein großes Lob an die Mitarbeiter der Stadtkasse, die wirklich helfen wollten und mit mir gemeinsam überlegt haben, welche Möglichkeiten es noch geben könnte! Nächster Schritt war das Ordnungsamt, das den Bescheid ausgestellt hat. Endlich bei der richtigen Ansprechpartnerin angekommen schilderte ich den Fall, doch ohne Erfolg.
Ich bekam nur Aussagen wie „In Deutschland muss schließlich niemand auf der Straße leben“ und an eine Lösung war nicht zu denken. Theoretisch kann sie von mir aus recht haben, praktisch sieht die Welt nun einfach mal anders aus und leider gibt es in unserem Land Menschen, die durch das Raster fallen. Menschlich gesehen sollte sie solche Aussagen vielleicht lieber lassen und mir platzte innerlich fast die Hutschnur. Anyway, eine Lösung gab es nicht. Diese hätte auf unbürokratischem Weg erfolgen können, nach Rücksprache mit dem Vorgesetzten hätte man sich auf ein Entgegenkommen einigen können, aber so ist es halt leider nicht. Als ich Julius sagte, dass es keine Chance gibt, war er den Tränen nahe. Doch so leicht geben wir nicht auf. Ich erfuhr, dass er am Vortag sowieso einen Termin bei einem Arzt der Diakonie hatte und dieser ihm sogar ein Attest ausgestellt hatte. Ein Lichtschimmer am Horizont, vielleicht konnte der Bußgeldbescheid auf dieser Basis doch noch zurückgezogen werden?

Die Diakonie Schweinfurt verschickte dieses Attest nun an die zuständige Behörde (sprich das Ordnungsamt). Ein paar Tage später (wir wissen, wie langsam die behördlichen Mühlen mahlen) klingelte ich im Namen von Julius nochmal durch und erkundigte mich nach dem Stand der Dinge.
„Ja, das Attest ist eingegangen, aber wir können nichts machen, da der Beschluss rechtskräftig ist. Möglich wäre ein Antrag auf Wiederaufnahme mit anschließendem Einspruch usw. Beides muss aber schlüssig begründet sein, da reicht nicht nur ein Attest“. Ja, ich war dann etwas rat- und sprachlos. Natürlich kann man nach wie vor auf das Recht bestehen, dann ist man menschlich gesehen halt ein Ar****. Wie soll Julius denn bitte schön DAS machen? Er ist obdachlos, hat kein Geld und benötigt einfach nur unbürokratisch Hilfe. Natürlich sieht die Stadt (bzw. die zuständige Dame) das nicht so und beharrte kontinuierlich auf ihr Recht. „Es hat jeder die Möglichkeit sich in einer Obdachlosenunterkunft zu melden…“. Es macht mich wütend und traurig zu gleich.

Rechtliche Schritte kann und wird Julius natürlich nicht einreichen. Bezahlen kann er leider auch nicht die ganze Summe. Somit wird er leider ohne unsere Hilfe in Haft gehen müssen. DAS möchte ich aber vermeiden. Auf Twitter hatte ich den Fall schon kurz geschildert und bekam bereits einige Anfragen zur Unterstützung. Deshalb habe ich jetzt ein Paypalkonto für Julius eingerichtet:

paypal.me/juliusSW

Er wird sich über jeden übrigen Euro/Cent freuen und sobald ich ihn wiedersehe, werde ich ihm sagen, dass Ihr toll seid! Vorab ganz herzlichen Dank!

P.S. Sollten es mehr als die benötigten 108,50 Euro werden, wird das übrige Geld an die Bahnhofsmission gespendet.

DANKE Euch!

Update: Ihr seid echt der Hammer! Das Ziel ist mehr als erreicht! Das Paypal-Spendenkonto lasse ich noch bis morgen offen. Falls noch jemand für die Bahnhofsmission spenden möchte, aber Julius ist definitiv geholfen. DANKE!

Update 2: Insgesamt sind 314,00 Euro eingegangen. Der Betrag (108,50 Euro) für Julius wurde an die Stadtkasse Schweinfurt überwiesen, damit das endlich erledigt ist. An dieser Stelle vielen Dank! Der restliche Betrag wird die nächsten Tage an die Bahnhofsmission gespendet. Wir geben natürlich auch noch unseren Teil dazu.

Update 3: Kurz vor Weihnachten haben wir den restlichen (+ unsere Aufstockung) an die Bahnhofsmission gespendet. Nochmals vielen lieben Dank an Euch! <3

Die Krise als Chance

6. Mai 2020 | 2 Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Seit dem 21.3. gelten in Bayern (und ziemlich zeitgleich auch in allen anderen Bundesländern) per Allgemeinverfügung grundlegende Ausgangsbeschränkungen. Keine unnötigen Wege, keine Besuche, keine Tätigkeiten draußen ohne triftigen Grund etc. Abstand ist das Wort der Stunde. Das dient natürlich dem Schutz der Bevölkerung, für den sich eine Regierung bzw. ein Staat einsetzen muss. Punkt! Das Allgemeinwohl geht vor. Das sollten sich alle Verschwörungstheoretiker oder sonstigen Verschwurbler, alle „Autoindustriefirst-“ und „ichlassemirnichtsverbieten“-Kritiker doch nochmal genauer durch den Kopf gehen lassen.

Mittlerweile sind wir also in Woche 7 dieser Ausgangsbeschränkungen. Selbstverständlich dürfen die Einschränkungen nicht zur Gewohnheit werden, müssen kontinuierlich geprüft und angepasst werden. Eine Einschränkung der Grundrechte ist nicht ohne, dem sind sich aber glaube ich auch alle Entscheidungsträger bewusst. Eine leichte Lockerung trat letzte Woche in Kraft und die nächsten Lockerungen wurden gerade angekündigt. Ob das zu früh ist, wird wiederum erst in ein paar Tagen bzw. Wochen zu erkennen sein. Kritik wird jedenfalls zur Genüge geübt. Und wisst Ihr was? Es nervt! Egal, ob pro Coronaparty oder contra Maskenschutz. Ich persönlich möchte keine dieser Entscheidungen fällen müssen und ein bisschen Vertrauen in unsere Politik und die medizinischen Experten wäre wünschenswert.

Mir persönlich ist es aktuell auch (fast) schnuppe, welche (demokratische) Partei an der Spitze steht – es geht um die Sache und wie es scheint, versuchten da bisher fast alle einen möglichst guten Job machen.  So mein Eindruck. Als Unternehmer war ich sehr froh, dass Bayern als eines der ersten Bundesländer Sofortmaßnahmen zur Unterstützung auf den Weg gebracht hat. Und dies noch dazu ohne großen Bürokratieaufwand und in unserem Fall ziemlich fix. Selbstverständlich gibt es auch hier wieder einige Kritiker, man kann es nicht jedem (sofort) Recht machen und klar, die Situation ist für viele schwer. Aber ich bin von der Schnelligkeit und Abwicklung der Sofortmaßnahmen begeistert. Das kennt man durchaus anders. Allein, was Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten an Finanzhilfen zur Verfügung stellt, ist erwähnenswert:

Infografik: Der deutsche Corona-Schutzschirm im Vergleich | Statista

Irgendwann in naher bzw. ferner Zukunft wird es einen Impfstoff und/oder eine geeignete Therapie geben. Es wird mutmaßlich noch ein paar Monate dauern, bis dies der Fall sein wird. In dieser Zeit werden wir uns an die außergewöhnliche Situation gewöhnen müssen und das bestimmt auch meistern. Bevor es zurück zur „Normalität“ geht. Doch was überhaupt ist „Normalität“?

Ist es: „Aufstehen, zur Arbeit fahren, 8-9 Stunden arbeiten, nach Hause fahren, etwas Zeit mit Freunden/ Familie/Sport/TV verbringen, schlafen“ (verkürzt dargestellt).

Oder: „Heute haben wir unser wöchentliches Meeting in XY und der Flug geht schon um 07:00.“

Oder auch: „Der Dienstwagen gehört für uns als Arbeitgeber/-nehmer selbstverständlich dazu…“

Oder vielleicht auch: „ich bestelle mal schnell beim asiatischen Billiganbieter ein paar Klamotten (…)  und brauche noch dringend Erdbeeren zum Kuchen“ (im Dezember)?

Nur ein paar Beispiele, an die wir uns mittlerweile gewöhnt haben. Man könnte noch unzählige aufführen. Da nehme ich mich selbst überhaupt nicht aus.
Ist es aber nicht gerade jetzt an der Zeit, einmal über seine eigenen Einstellungen und Gewohnheiten nachzudenken? Sowohl persönlich als auch als Unternehmen?
Müssen Meetings immer Face-to-Face in einem Gebäude stattfinden? Muss der Arbeitnehmer im Bürojob immer vor Ort an seinem Schreibtisch sitzen oder kann er nicht genauso gut auch mal von zu Hause arbeiten? Muss es immer ein schnelles Dienstfahrzeug sein? Wöchentliche Flüge (möglichst noch innerdeutsch)? Und vieles mehr….

In Zeiten von Corona merken wir, dass ganz andere Dinge wichtig sind bzw. wie unwichtig manche Gewohnheiten auf der anderen Seite werden. Ansichten ändern sich und es sind plötzlich Sachen möglich (und nötig), die vorher nie und nimmer in Betracht gezogen wurden. Videokonferenzen, Homeoffice, neue Arbeitszeitmodelle, Online-Anträge und Zulassungen bei Behörden, etc. pp.
Wagen wir einen Blick über den Tellerrand und schauen in die Modebranche. Diese Branche ist immer wieder Wiege von Innovationsprozessen. Livestreams von den großen Fashion Shows sind keine Seltenheit und gehören bereits seit einigen Jahren zum Repertoire. Ebenso wie Interviews und Diskussionsrunden online, schon 2013 war ich Teil eines Interviews initiiert von Ermenegildo Zegna über Google Hangout (damals noch Google+) mit Designer Paul Surridge, damit war EZ der Zeit voraus und erreichte eine große Zielgruppe.

Das ist mittlerweile 7 Jahre her und es stimmt mich nachdenklich, dass viele Unternehmen erst JETZT auf „neue“ Ideen kommen. Positiv gesehen: Endlich passiert etwas. Aber warum muss es immer erst eine Krise geben, damit sich etwas ändert? Und vor allem, wie lange bleiben aktuelle Änderungen bestehen?
Auch im privaten Umfeld fallen gerne die Worte „…wir haben jetzt alle mehr Zeit…“ Da stellt sich mir wiederum die Frage: Hat der Tag nun plötzlich mehr als 24 Stunden? Liegt das an Kurzarbeit, ist es sicherlich keine entspannte Zeit. Vielleicht liegt es bei manchen aber auch an der nicht-verschwendeten Wegezeit zwischen zu Hause und Arbeit? Vielleicht besinnen wir uns auf die „wichtige“ Zeit mit der Familie?

Ein weiteres Beispiel ist der Lieferservice – für einige Unternehmen vor Corona fast undenkbar – jetzt für manche einzig verbleibende Möglichkeit, ihre Arbeit, wenn auch in begrenztem Umfang, fortzuführen. Kartenzahlung – vor Corona immer noch in einigen Bereichen unmöglich, mittlerweile (aus hygienischen Gründen) erwünscht. Durch die Pandemie wird sich die Akzeptanz der Bezahlung durch Geldkarten bestimmt erhöhen.

Kommen wir zurück – irgendwann wird Corona kein Thema mehr sein und die Ausgangsbeschränkungen werden wieder aufgehoben. Fallen wir dann zurück in unsere alten Muster VOR Corona? Oder nutzen wir jetzt die Chance und überdenken unser (Arbeits)leben mit daraus resultierenden Vorteilen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber?  Diesen Denkprozess sollten wir angehen und Möglichkeiten diskutieren. Einige sind dazu bereit, andere (leider) nicht. Als Unternehmer habe ich zwar mein Kerngeschäft, aber ich muss (nein, ich möchte) mich parallel mit neuen Innovationen und Gedanken beschäftigen und über den eigenen Tellerrand schauen.  Nicht dauerhaft „höher-schneller-weiter-mehr“. Mit (positiven) Auswirkungen auf das Arbeitsleben und unsere Freizeit, aber auch gesamtgesellschaftlich gesehen und auf das Klima.

Eigentlich haben wir aktuell auch einige Chancen – nutzen wir sie!

Fazit: Nicht meckern, sondern mit einem Blick in die Zukunft handeln! Das ist die Devise!

Erdbeeren ohne Ende – Vorratshaltung mit Marmelade, Sirup und Schnaps

23. April 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Erdbeeren? Was hat er denn jetzt? Erdbeeren sind ja nicht so das typische Thema hier auf dem Blog. Aber als Erdbeerfan gehören sie irgendwie auch zu meinem Leben. Und ich kann ja hier schreiben, worüber ich möchte. Und das ganz unabhängig von der Erdbeer-Saison. Da müsst Ihr durch. ;)

Schon im gemeinsamen Garten mit meiner Oma wurden bei uns zu Hause verschiedenste Obst- und Gemüsesorten angebaut. Bohnen, Gurken, was auch immer. Diese wurden dann nach der Ernte zusammen verarbeitet, wir saßen draußen auf der roten Bank, etwas vor Sonne/Regen geschützt und haben gequatscht. Manchmal hasste ich als Kind diese Arbeit, manchmal eben auch nicht. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, war es wirklich schön und ich würde gerne noch mit meiner Oma auf der ausgeblichenen Bank sitzen und Bohnen schnibbeln. Anyway, also Gartenarbeit war schon von klein auf normaler Bestandteil bei uns zu Hause. Unser Keller war immer voll mit selbst eingemachten Gläsern, genauso wie die Tiefkühltruhe – Vorratshaltung wie man sie sich aktuell zu Corona-Zeiten wieder wünscht. Was nie fehlen durfte: ein Regal mit selbst eingekochten Marmeladen. Kirsche, Himbeere, Apfel und vor allem Erdbeeren waren zu finden. Bzw. sind es heute auch noch, denn mein Vater kocht weiterhin selbst ein und testet sogar verschiedene, leckere Mischungen. Ein paar Erdbeerpflanzen hatten wir selbst im Garten, aber manchmal waren wir zusätzlich auf einem Feld zum selbst pflücken. Als Kind eine wundervolle Beschäftigung! Eine Erdbeere in den Eimer, zwei in den Mund. O-Ton von meinem Papa: „Du kannst so viele essen, wie Du magst – müssen wir die schon nicht zahlen.“ Wer kennt’s nicht?!

Persönlich fand ich es einfach nur super. Und was damals schon klasse war, ist ein paar Jahre später natürlich noch genauso klasse. Das haben wir im letzten Jahr ausprobiert. Wir haben uns nach nahegelegenen Feldern umgeschaut und sind schnell fündig geworden. Wir waren auf einem Erdbeerfeld vom Obsthof Müller, kann ich allen, die aus der Region kommen, nur empfehlen. So viele Erdbeeren wollten wir eigentlich nicht pflücken, ein paar zum gleich essen, ein bisschen Marmelade – reicht! Sicherheitshalber haben wir aber ein noch ein paar Eimer bzw. Schüsseln mitgenommen. Getreu dem Motto: Lieber etwas mehr, als zu wenig.
Es war schon eher gegen Ende der Erdbeersaison und auf dem Feld gar nicht mehr so viel los. Vor Ort bekamen wir gleich den Tipp vom Erdbeerbauern „Geht am besten ganz da hinter. Da sind noch viele zu finden!“ und los ging die Ernte. Es gab wirklich noch zahlreiche, richtig schöne und dicke Prachtexemplare der roten Beere (die im botanischen Sinne gar keine Beere ist). Ruck zuck waren die ersten Eimer gefüllt und das Feld immer noch voller Erdbeeren. Haben wir genug gepflückt? Reicht uns das? Da hängen überall noch so viele schöne Erdbeeren! So unsere Gedanken. Da wir noch ein paar Gefäße hatten, haben wir die also auch noch gefüllt. Ich meine, wenn wir schon einmal vor Ort waren!? Außerdem kommt man quasi wie in einen „Ernte-Strudel“ und muss alles befüllen, was möglich ist. Ihr kennt das vielleicht… ;)
Am Ende hatten  wir knapp über 12kg Erdbeeren gepflückt. Die im Mund bzw. Magen natürlich nicht mitgezählt. Wir waren glücklich und zufrieden. Gut, früher als Kind meckerte der Rücken ein bisschen weniger, aber es hat trotzdem Spaß gemacht!

Stellt sich nur die Frage: Was machen wir mit 12 Kilo Erdbeeren? Neben Erdbeermarmelade fiel uns Erdbeerlimes sowie -Sirup ein.
Also ab nach Hause und erst einmal etwas mehr Gelierzucker kaufen. Wir haben uns für den 2:1 entschieden. D. h. auf 1kg Erdbeeren kommt eine 500g Packung Gelierzucker. Es gibt auch noch Gelierzucker im Verhältnis 1:1 oder auch 3:1, könnt Ihr ganz nach Belieben ausprobieren.
Marmeladekochen ist ja kein Hexenwerk und geht eigentlich ganz einfach. Die Erdbeeren säubern und in einem großen (!) Topf mit dem Gelierzucker aufkochen lassen (schäumt nämlich). Wir haben noch eine Zitrone und ein paar unserer Kumquats (Eigenanbau) mit dazu getan. So Pi mal Daumen. Alles schön aufkochen lassen und dann abfüllen. Rezepte für Erdbeermarmelade gibt es im Netz genug, einfach mal googlen. Da Stückchen meiner Meinung nach völlig unnötig sind, wird die fertige Masse selbstverständlich noch püriert. Und um zu gucken, ob die Marmelade fest wird, macht Ihr den Geliertest, einfach einen kleinen Löffel voll auf einen kleinen Teller geben und wenn das nach ca. einer Minute fest wird, wird Eure Marmelade nach dem Abkühlen auch fest. Dann kann die Erdbeermarmelade in Gläser abgefüllt werden. Die sollten vorher sterilisiert werden. Wir haben sie dazu in den Backofen bei ca. 200 Grad für ca. 10min erhitzt und die Deckel ergänzend im Wasserbad gekocht. Obacht beim Einfüllen der Marmelade, die Deckel/Gläser sind ziemlich heiß! Gesagt, getan, so verarbeiteten wir so ca. 3kg unserer gepflückten Erdbeeren. Bleiben nach Adam Riese noch immer 9kg an Erdbeeren übrig.

Wir hatten noch eine ältere Flasche Doppelkorn, die bei uns eh nicht getrunken wird. Kam nur die Frage auf: Doppelkorn plus Erdbeeren = Erdbeerlimes? Nach kurzer Recherchearbeit kamen wir zu dem Entschluss, dass Doppelkorn ganz gut funktionieren müsste. Wie auch bei der Marmelade werden die Erdbeeren gesäubert und püriert. Wir haben uns anschließend so grob an das Rezept gehalten. Wie bereits erwähnt, funktioniert es auch mit Doppelkorn statt Wodka. Die Menge Zitronensaft schätzten wir wieder Pi mal Daumen. Auch hier wurden die Flaschen mit Hilfe des Backofens sterilisiert. Nach dem Abfüllen den Limes kalt werden lassen und im Anschluss kühl (am besten im Kühlschrank) lagern, da hält er sich ein paar Wochen. Probieren natürlich nicht vergessen!

Wir zählen mal wieder: 9kg minus 1,5kg für den Erdbeerlimes macht noch einen Rest von 7,5kg Erdbeeren. So 500g mussten zwischendurch für einen Smoothie herhalten. Also noch 7kg. Was ich schon immer einmal machen wollte, ist Erdbeersirup. Allerdings hatte ich keinen Plan, wie das funktionieren sollte. Man muss ich nur zu helfen wissen und bei einer sehr zuverlässigen Quelle (meinem Dad) nach einem Rezept gefragt. Zack, schon kam es per WhatsApp.
Zutaten für einen Liter Erdbeersirup: 1kg Erdbeeren, 500ml Wasser, 750g Zucker und 2 Zitronen.
Wir hatten gleich die doppelte Menge an Zutaten genommen. Erdbeeren waren schließlich genug vorhanden. Wie immer: Erdbeeren säubern und vierteln. Ab damit in einen Topf und mit dem Wasser erhitzen. Ca. 15min köcheln lassen, bis sie zerfallen und anschließend den Zitronensaft hinzugeben und unterrühren. Nach dem Kochen wird die Erdbeermasse durch ein Tuch gedrückt. Wir haben ein ganz normales Küchentuch genommen, über ein Sieb gelegt und mit einem Löffel durchgequetscht. Tipp: Etwas Zeit mitbringen, denn das dauert etwas. Zum so ausgepressten Saft wird im Anschluss der Zucker gegeben, das Ganze nochmal aufköcheln lassen, damit der Zucker sich auflöst. Und wie gehabt, den Sirup dann in saubere/sterile Falschen abfüllen und natürlich auch wieder sofort verschließen.

Wir waren somit das ganze Wochenende im Erdbeer-Verarbeitungs-Modus und haben die restlichen 5kg eingefroren. Schadet ja auch nichts, denn auch im Winter freut man sich über (frische) Erdbeeren für einen Smoothie, Milchshake o.ä. Marmeladentechnisch haben wir jetzt noch genau ein Glas im Keller, das ein oder andere haben wir verschenkt, Sirup ist auch noch eine Flasche vorhanden (den bekommen nur ausgewählte Gäste!) nur der Limes war schnell weg, hält sich aber auch am Kürzesten.

Von daher freue ich mich schon, wenn die Erdbeersaison bald wieder losgeht (vermutlich Mitte Mai) und wenn das Feld ruft!

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