Es war einmal in den Karawanken – der Panoramaweg Südalpen (Teil 1)

28. Juni 2019 | Schlagwörter: , , , , , ,

Vor kurzem ging es für mich wieder einmal nach Kärnten. Im südlichsten Bundesland Österreichs war ich bereits in den vergangenen Jahren zu Besuch. Habe dort einen Teil der Slow Trails erkundet und konnte den Hüttenkult genießen, der aktuell übrigens auch wieder läuft.

Diesmal lockten die Region Villach und die Region Carnica-Rosental in die Karawanken. Die Karawanken (falls noch unbekannt) sind ein Grenzgebirge zwischen Österreich und Slowenien mit einer Höhe von knapp über 2000m. Hier verläuft der Panoramaweg Südalpen, ein Weitwanderweg, der hüben und drüben der Grenze entlang geht. An dieser Stelle kann ich Euch schon mal verraten, dass wir in diesem Jahr noch einen weiteren „Grenzgänger“, nämlich im Allgäu, erkunden werden. Diese grenzüberschreitenden Projekte, sowohl im Allgäu wie auch hier in den Karawanken, werden von der Europäischen Union gefördert und stärken den Austausch zwischen den Ländern. (Wer mehr über das Programm mit dem Namen „Interreg“ erfahren möchte, gerne hier entlang.)
Gerade in den grenznahen Regionen ist eine Zusammenarbeit wichtig, denn z.B. die Natur macht auch keinen Halt, nur weil irgendwo ein Schlagbaum steht. Man könnte jetzt unglaublich viele Beispiele nennen, in meinen Augen gehören Grenzen der Vergangenheit an!
Aber kommen wir zurück zum „Panoramaweg Südalpen“. Ziel unserer Pressereise war, einen Teil des Weges und die Umgebung auszukundschaften. Landschaften, Aktivitäten und kulinarische Genüsse – da gibt es einiges zu entdecken!

Zu Beginn erst einmal ein paar Hardfacts. Der Weitwanderweg ist insgesamt 230km lang und in 17 Tagesetappen unterteilt. Er führt über Almen, kleine Kuppen aber auch über schroffe Gipfel. Jeder kommt somit auf seine Kosten und grandiose Aussichten sind garantiert. Und hey, man muss nicht alle 17 Etappen an einem Stück gehen. 4-5 Tagesetappen reichen manchmal völlig aus.

Übersichtskarte:

Unser Ausgangspunkt für die ersten Tage war der Faaker See in der Region Villach. Eine herrliche Gegend! See und Berge, was will man mehr? Der Mittagskogel ist immer im Blickfeld und wartet nur darauf, bestiegen zu werden. Er liegt übrigens auch auf einer Etappe des Panoramawegs.
Wir waren im Hotel „Das Moser“ untergebracht. Gemütlich, inhabergeführt und mit direktem Zugang zum See. Wer sich für Kunst interessiert, ist hier auch genau richtig. Denn im Hotelgebäude befinden sich einige Gemälde und auch außerhalb sind Kunstwerke zu bestaunen. Aktuell werden leckeres Frühstück und Kaffee + Kuchen angeboten, aber vielleicht wird das kulinarische Angebot demnächst wieder ausgeweitet. Apropos Essen: Bitte unbedingt die verschiedenen Eissorten testen!

Nach einem leckeren Mittagessen mit Produkten aus der Region ging es für uns auf eine kleine, gemütliche Wandertour. Zuerst via Sessellift Richtung Dreiländereck, um anschließend – immer an der Grenze entlang – zum Wurzenpass zu wandern.
Am Wurzenpass, in waldreicher Umgebung, erwartete uns der nächste Programmpunkt. Wir wechselten von zwei Beinen auf einen 6×6 Steyr-Puch Pinzgauer vom nahegelegenen Bunkermuseum. Mit diesem ging es dann auch direkt zum Museum. Über Stock und Stein versteht sich. Oben angekommen und nach einer kurzen Einführungsrunde durch einen Bunker hieß es wieder „aufsitzen“, dieses Mal in einen Schützenpanzer Saurer/Steyr-SPzA1. Der Betreiber des Museums, Mag. Dr. Andreas Scherer, war selbst zu Zeiten des kalten Kriegs Kommandant und kennt somit quasi jeden Stein in der Gegend. Wer jetzt allerdings denkt „Geil, Panzer und Geballer!“ ist hier fehl am Platz. Das Museum ist gedacht als Mahnmal gegen Krieg und für ein friedliches, vereintes Europa. Etwas, was Andreas sehr gut vermittelt, genau wie die Zeitgeschichte am Originalschauplatz im Dreiländereck.

Apropos Grenze – diese wurde im Anschluss zum ersten Mal (fast unbemerkt) überquert. Von Österreich nach Slowenien ging es in das Bergsteigermuseum in Mojstrana. Persönlich war es mein allererster Besuch in Slowenien und mein allererster Besuch in einem Bergsteigermuseum. Wer sich für die Geschichte der Berge interessiert, sollte sich einen Besuch nicht entgehen lassen! Und wer noch nicht genug vom Bergsteigen hat, leiht sich eine Kletterausrüstung (im Museum erhältlich) und begeht den Klettersteig ganz in der Nähe.

Was in Slowenien nicht fehlen darf: Die Gastfreundlichkeit, das gehaltvolle und super leckere Essen und im Anschluss vielleicht noch ein Schnaps. Nach einem langen Tag müssen die Gelenke schließlich ordentlich geschmiert werden. Wir waren im Gasthaus Psnak, und mit hervorragenden Spezialitäten und spannenden Eindrücken endete der erste Tag unserer Pressereise.

Am nächsten Tag ließ sich die Sonne wieder blicken und mit einem ausgedehnten Frühstück auf der Terrasse des Hotels begann der Tag mehr als vielversprechend – immer mit dem Faaker See im Blickfeld.

Dieses Bild entstand auf der Taborhöhe direkt über dem Faaker See und der Burgarena Finkenstein. Was wiederum selbstverständlich am Panoramaweg liegt. Zum einen ist die Aussicht grandios, des Weiteren bietet ein Hochseilgarten mit unterschiedlichen Routen und Schwierigkeitsgraden jedem etwas zum Auspowern. Höhe ist ja nicht so meins und deshalb testete ich lieber den Bogenschützen-Parcours. Eine weitere Premiere für mich, das erste Mal einen Sportbogen auszuprobieren. Aber hey, das macht riesigen Spaß! Was soll ich sagen, das Abendessen hätte ich erlegt. Auf der Taborhöhe hat die ganze Familie ihren Spaß, bin ich mir zu 100% sicher!

Wer es nicht so sportlich mag, der sollte unbedingt den Zitrusgarten direkt in Faak am See besuchen. Michael Ceron hat seinen Garten mittlerweile so ausgebaut, dass er über 280 Arten von Zitrusgewächsen aus aller Welt beheimatet. Aber nicht nur das, sondern diese pflegt, hegt und züchtet er OHNE Chemie! Es handelt sich um dem ersten und einzigen biozertifizierten Zitrusgarten Österreichs. Und vielleicht sogar Europas!

Als Kumquat-Fan (ein kleines Exemplar steht ja bei uns im Höfchen) geht mir das Herz auf. Eins ist sicher, irgendwann kommt mir ein Baum (vielleicht sogar ein Exemplar von „Buddhas Hand“) ins Haus.

Die Burgarena Finkenstein ist als Ausflugsziel ebenfalls sehr zu empfehlen. Sowohl kulturell gesehen mit vielfältigen Veranstaltungen, aber auch als Tagesziel mit grandioser Aussicht über die Region am Faaker See.

Unser Tag war allerdings noch nicht zu Ende, sportlich ging es weiter. Am Baumgartnerhof bzw. der Baumgartnerhöhe auf 919 m Seehöhe wurden zwei neue Flow- und Naturtrails eröffnet. Für die Radler unter uns: Bestens präparierte Mountainbike-Strecken mit garantiertem Spaßfaktor. Trotz etwas Respekt vor der Strecke wurde sie getestet. Mit dem E-Mountainbike ging es bis ganz nach oben (ein Traum) und anschließend natürlich auch wieder (ohne „E“) nach unten.

Insgesamt gibt es zwei neue Strecken: Eine für Anfänger und eine für Fortgeschrittene. Und beide machen enorm viel Spaß! Auch wenn Oberschenkel und Handgelenke anschließend etwas „meckern“, am liebsten wäre ich nochmals gefahren. Übrigens: An diesem Projekt ist deutlich zu erkennen, wie klasse vor Ort zusammengearbeitet wird, um Lösungen zu finden. I like!
Nach einem leckeren Abendessen (natürlich wieder mit Schnaps) war auch dieser wundervolle Tag viel zu schnell vorbei.

Danke auch an die Region Villach und die Region Carnica-Rosental für die Einladung!

4 Kommentare

  1. Perfekt die Gegend gesehen und erkannt.
    Sehr schön geschrieben…

    liebe Grüsse aus dem Zitrusgarten

  2. Hach, erinnert mich an meine Kindheit, als ich mit meinen Eltern alljährlich in Latschach weilte. Baumgartnerhöhe (damals noch mit Sommerrodelbahn), Burgruine Finkenstein (die kenne ich noch bevor es da Events gab), Faaker See und Mittagskogel, da will ich ganz unbedingt mal wieder hin…

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