Von Inspiration, Luxus und Wertanlagen

21. Januar 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , ,

Mittlerweile blogge ich seit mehr als 10 Jahren und das über eine ganze Bandbreite verschiedener Themen. Wer mich noch nicht so lange kennt oder „nur“ die letzten Beiträge auf der Startseite anschaut, wird sich vielleicht über die Themenvielfalt wundern.
Im Zusammenhang mit meinem Beitrag über „Julius“ bin ich gefragt worden, ob so ein Thema denn überhaupt zum Blog passt. In dem es sonst um Mode, Automobil und auch Luxusthemen geht, wie um mein Faible für schöne (italienische) Herrenmode z.B. von Zegna. Aber auch mal über eine Wanderung durch die lokalen Wiesen und Wälder, um Reisen und Outdoor – die Themenspannweite ist vielfältig. Richtig. Das liegt einfach daran, dass ich mich für viele Dinge interessiere. Und das gerne mit Euch teile, weil es vielen von Euch ähnlich geht.
Wie heißt es so schön: Man lernt ein Leben lang! Für mich persönlich gehört dazu natürlich auch mein Blog. Dadurch, dass ich mich mit vielen unterschiedlichen Themen beschäftige und immer wieder Recherchen nötig sind, kommt man automatisch vom Hölzchen zum berühmten Stöckchen. Für irgendetwas sind diese gewonnen Infos dann wiederum nützlich – und wenn es nur für mich persönlich ist. Man könnte es vielleicht auch mit dem Ehrenamt als Schöffe vergleichen, in dem man mal aus seiner eigenen Filter-Blase blickt und Neues erfährt. Und sei es nur ein Anstoß, sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen, was wiederum zum besseren Verständnis bzw. zur besseren Kommunikation führen kann. Also egal in welchem Bereich: Es gibt immer etwas zu entdecken! Von daher passen solche gesellschaftlichen Themen für mich sehr wohl hier zu meinem Blog.

Gerade bei Mode und Accessoires handelt es sich ja um Bereiche, die vor allem inspirieren sollen. Kaum jemand geht davon aus, dass die auf den Fashionweeks gezeigten Outfits 1:1 nachgekauft und so getragen werden. Wobei die Qualität hochwertiger Designermode natürlich sehr oft fantastisch ist. Daher kann einen ein teures und hochwertiges Teil ein Leben lang begleiten und ist quasi auch eine gute Geldanlage. Ich selber schaue mir gerne die neuen Kollektionen an und lasse mich inspirieren. So lassen sich langlebige Stücke aus dem Kleiderschrank super immer wieder kombinieren. Oder mal mit verschiedenen Accessoires „upgraden“. (Ich glaube, da mache ich irgendwann mal einen eigenen Blogpost zu.)

Das Thema Investition bzw. Wertanlage scheint übrigens gerade in der aktuellen Zeit verstärkt aufzuploppen. Mittlerweile ist es schon über ein Jahr her, dass Corona auftauchte. Anfänglich noch „weit weg“, kam es dann langsam immer näher. Kann mich noch gut erinnern, dass ich im Februar 2020 auf Skiern unterwegs war. Man hatte zwar von Corona gehört, aber so richtig bewusst wurde es erst, als Reisewarnungen ausgesprochen wurden oder Ansprachen der Regierung über die Bildschirme flimmerten.
Grundsätzlich wird in augenscheinlich schwierigen Zeiten immer besonders auf das persönliche Umfeld geachtet. Man will es sich zu Hause schön machen, wie die Umsätze von Einrichtungshäusern zeigen. Um nur ein Beispiel zu nennen. Auf der anderen Seite überlegt man, welche Wertanlagen krisensicher sind. Klar, da ist Gold immer ganz oben dabei. Als weitere gute Anlagemöglichkeit werden natürlich Immobilien oder auch klassische Oldtimer gehandelt. Aber wie oben schon erwähnt, können modische Accessoires ebenfalls gute Investitionen sein. Wer mit weniger Platz auskommen möchte und über das nötige Kleingeld verfügt, greift gerne auf Uhren zurück. Die bekannteste Uhrenmarke weltweit ist vermutlich Rolex, sowohl Accessoire als auch Statussymbol und Wertanlage zugleich. In einem Businessnetzwerk (in dem ich Mitglied bin), kam neulich die Frage nach einer Wertanlage auf, bzw. wurde in diesem Zusammenhang ganz konkret nach einer Rolex Day-Date Armbanduhr gesucht. Da kann man wohl definitiv von einer langfristigen Wertsteigerung ausgehen. Ich selbst finde ja auch Manschettenknöpfe toll, weil edel und wahrscheinlich in so ziemlich jeder Preisklasse zu haben, von günstig bis kaum bezahlbar (und damit wiederum gute Anlage). Nennt mich ruhig altmodisch, aber ich bin ein Fan solcher Klassiker!

Um noch eine Möglichkeit der Wertanlage zu nennen: Bitcoins bzw. Investitionen in Kryptowährung. Soll angeblich auch jetzt noch gut möglich sein – don`t know. Das ist ein Bereich, in dem ich mich selbst kaum auskenne. Persönlich bin ich bei Geldgeschichten eher etwas konservativer unterwegs und würde (wenn ich das nötige Kleingeld hätte) in Immobilien und/oder Aktien investieren. Aber jeder, wie er möchte. Spannend ist dabei trotzdem zu sehen, wie sich alles entwickelt. Habt Ihr schon Erfahrungen damit gemacht? Was ist Euer Favorit?

Die Extratour Guckaisee in der Rhön – Wandern in der Region

17. November 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Wenn die Alpen zu weit weg sind für einen Tagesausflug, dann hilft nur, schöne Wanderungen in der Heimat zu unternehmen und die nahe bzw. nähere Umgebung (noch) besser zu erkunden. Nicht weit von Schweinfurt gibt es ein paar Mittelgebirge, welche perfekt zum Wandern einladen. Der Spessart und die Rhön sind den meisten von Euch wahrscheinlich ein Begriff, der Steigerwald und die Haßberge wohl eher noch Geheimtipps. Allesamt herrlich geeignet für Outdoor-Unternehmungen. Dabei die richtige Tour zu finden, ist nicht immer einfach. Für mich persönlich ist die Tagesform ausschlaggebend. Diese entscheidet in den meisten Fällen recht kurzfristig über die tatsächliche Route. Wie lang soll es sein? Eher eine Runde durch Wald, Wiesen oder in die Weinberge? Wie lautet die Wettervorhersage? Deshalb suche ich mir bereits im Vorfeld unterschiedliche Routen raus und passe diese gegebenenfalls an. Dabei greife ich zum einen auf die verschiedenen Outdoor-Tracking-Apps (wie Komoot, Outdooractive etc.) zurück, aber auch auf Offline-Karten/Infos von den verschiedenen Tourismusgebieten. In meinen Augen könnten die unterschiedlichen Apps in Sachen Benutzerfreundlichkeit ja verbessert werden, aber das ist ein anderes Thema.

Wir sind oft spontan, was bei einer Wanderung von Vorteil ist. Wie auch letztens, als wir uns für eine längere Tour entschieden. Wetterbedingungen und örtliche Begebenheiten wurden abgeschätzt und schon stand die Planung für die „Extratour Guckaisee“ in der Rhön.
Man muss wissen, dass wir bereits ein paar „Extratouren“ in der Rhön gemacht haben, die uns alle richtig gut gefallen haben. Die Tour zum Guckaisee hatten wir aber bisher immer etwas hintenangestellt. Warum? Die Tour startet entweder an der Wasserkuppe oder führt (je nach Einstieg) zumindest an der Wasserkuppe vorbei. Jetzt könnte man meinen „ja und?“. Zum Hintergrund: Die Wasserkuppe ist der höchste Berg der Rhön (und in Hessen), bietet zahlreiche Attraktionen (Sommerrodelbahn, Klettergarten usw.) und ist als „Berg der Flieger“ bekannt. Entsprechend viel los ist hier meistens, so auch auf den umgebenden Wanderwegen. Auch die insgesamt ca. 7 Großparkplätze deuten auf regen Betrieb hin. Was wir ja grundsätzlich eher meiden (nicht erst seit Corona).
An einem der letzten Samstage entschieden wir uns dann aber für diese Tour unter der Annahme, dass Ende Oktober weniger los sein wird als im Sommer, außerdem sind samstags ein paar weniger Leute unterwegs als sonntags usw. Die vorherigen Tage waren typisch für die Jahreszeit: Immer wieder abwechselnd Regen, trüb und nass-kalt. Dies sollte sich am besagten Tag ändern. Der Wetterbericht sprach von Sonne und noch einmal bis zu 20 Grad. Top! Perfekt also für eine Herbstwanderung.

Der Rucksack war selbstverständlich mit allen nötigen Dingen gepackt und los ging es. Wir wählten als Startpunkt die Wasserkuppe und wollten erst Richtung Guckaisee laufen, um dann ca. 20km später wieder am Ausgangspunkt anzukommen. So ähnlich, wie es im Rhönführer beschrieben ist. Die Extratouren lassen sich übrigens immer gut in beide Richtungen laufen.
Früh morgens sah es in der Rhön wettertechnisch noch etwas anders aus als gemeldet. Nebel soweit das Auge reichte. Also so richtiger Nebel. Mit Sichtweite unter 50m und die Temperatur auch noch nicht sonderlich hoch. Vorteil daran: tatsächlich sehr wenig Menschen unterwegs! Auto abgestellt, Schnürsenkel nochmals nachgezogen und los ging es. Den richtigen Einstieg zu finden, ist auf Grund des großen Geländes an der Wasserkuppe etwas kniffelig. Wir gingen ca. 1km erst einmal in die falsche Richtung. Aber sobald man das „G“ auf weißem Grund entdeckt hat, wird es eindeutig.

Vermutlich hat man von der Wasserkuppe eine sehr gute Aussicht. Uns blieb diese allerdings aus besagten Gründen verwehrt. Unser Weg führte uns vom Hochplateau vorbei am Fliegerdenkmal und der ehemaligen Radarstation. Beides nur schemenhaft zu erkennen. Hauptsache die Richtung stimmte und schön mystisch war es ja ohnehin. Noch recht gemächlich führte uns der Pfad vorbei an einer Herde Ziegen zum Pferdskopf mit (vermutlich) ebenfalls schönem Blick auf die umliegende Gegend. Geologisch gesehen wanderten wir auf einem Vulkan. Genauer gesagt handelt es sich beim Pferdskopf um eine „Staukuppe“, wir bewegten uns also mitten im Krater umher. Gut, schon vor sehr langer Zeit erloschen, aber dennoch ein Vulkan. Etwas unterhalb befindet sich das zugehörige Gipfelkreuz. Der Weg führt an dieser Stelle (von der Wasserkuppe kommend) links weiter. Allerdings befindet sich geradeaus noch ein schöner Ausblick („Klippe vor dem Pferdskopf“ genannt), die wir uns natürlich nicht entgehen ließen.

Danach also links den schmalen Weg entlang Richtung Wald. Der Weg war bedeckt von Blättern und aufgrund des Regens in den Tagen vorher ziemlich matschig. Unter den Blättern lagen wiederum kleine und größere Basaltsteine. An dieser Stelle war es auch etwas steiler, so dass man ein bisschen aufpassen musste. Aber wie ich immer sage: Auf gute Wanderschuhe kommt es an! Nach kurzem Stück erreichten wir den „Goldborn“. Eine Quelle, aus der aber leider kein Gold sprudelte. Als alter Spessarter weiß man natürlich, dass „Born“ eine Bezeichnung für eine Quelle und/oder Brunnen ist. Ab diesem Zeitpunkt ging es (vorerst) nur noch bergab. Immer weiter durch den schönen Herbstwald. Auch ein Reh zeigte sich – zumindest kurz, um dann wieder in den Tiefen des Waldes zu verschwinden. Nach weiteren ca. 1,5 Kilometern erscheint schließlich der Namensgeber der Runde, der Guckaisee. Eigentlich sind es zwei Seen. Ein Badesee und daneben (oberhalb) der Angelsee. Im Sommer sicherlich ein schöner Ausflugssee, als wir vorbeikamen, wurde der vordere See gerade abgelassen. Am Guckaisee treffen sich verschiedene Rhön-Wanderwege und hier befindet sich auch ein Wanderparkplatz, den man als alternativen Einstieg in die Extratour nutzen kann. Kurz nach dem See führte uns der Weg wieder nach oben, teilweise am Waldrand entlang, teilweise durch den Wald hindurch. Vorbei an Kühen und Pistenraupen (!) ging es Richtung Obernhausen, ein kleines Dorf mit etwas mehr als 90 Einwohnern. Diese waren am Samstag entweder zu Hause tätig oder saßen auf den Liftstützen, um diesen für die kommende Saison vorzubereiten. Evtl. sitzen manche vielleicht auch noch heute da oben?! ;) Übrigens hat man auch in Obernhausen die Möglichkeit, in die Extratour Guckaisee einzusteigen. Gleichzeitig erreichten wir hier den niedrigsten Punkt der gesamten Strecke. Ab jetzt hieß es wieder bergauf wandern.

Nach etwa der Hälfte der Strecke erreichten wir den Feldberg. Angeblich hat man von dort aus einen wunderbaren Blick Richtung Gersfeld. Wir sahen zwar die Stadt, aber es war weiterhin trüb und herbstlich grau. Immer noch eine mystische Stimmung, die man auch nicht alle Tage erlebt.
Weiter im Text, bzw. weiter ging es zurück in den Wald. Auch hier gab es vulkanische Ausläufer zu sehen. Und typisch für die Region: Basaltsteine bzw. auch Steinhaufen säumten den Weg. Diese waren sehr häufig von Moos bedeckt und sahen ziemlich gut aus. Nach ca. 16km und einer kleinen Steigung erreichten wir die Quelle der Fulda. Für die Hessen unter uns muss dies ein richtiges Highlight sein. Wobei man bereits vorher an der Fulda entlang läuft. Nämlich genau an dieser besagten Steigung durch den Nadelwald. Nach der Quelle sind wir schon fast auf der Zielgeraden zurück zur Wasserkuppe. Ein Wald-/Wiesenweg führt uns weiter nach oben, an einen weiteren Aussichtspunkt bzw. an eine Abzweigung. Hier könnte man theoretisch abkürzen und dem Weg direkt Richtung Wasserkuppe folgen, ODER man nimmt den Rundweg zum Schafstein, was auch der offiziellen Extratour-Route entspricht. Unbedingt zu empfehlen, denn das ist ein Highlight der Wanderung! Dieser kurze Rundweg liegt in der Kernzone des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. D.h. hier wird irgendwann auch wieder ein Urwald entstehen. Was gleichzeitig für uns Besucher bedeutet: Wir sind der Natur nur untergeordnet. Konkret heißt es, die Wege nicht verlassen, Hunde an die Leine, keinen Müll hinterlassen, möglichst leise sein und die Pflanzen stehen lassen bzw. Tiere nicht stören. Also eigentlich alles, was eh schon selbstverständlich sein sollte. Passend zu dem schönen Fleckchen Erde kam nun auch die Sonne heraus. Ich meine, Wald und Natur an sich ist schon sehr schön und ich bin gerne draußen, aber wenn die Strecke zudem noch durch eine ganz besondere Landschaft führt, muss ich schon etwas grinsen. Zumindest innerlich. Ihr wisst ja, der Franke an sich zeigt seine Gefühle nur spärlich.
Über den Schafstein führt ein kleiner Rundweg mit wunderbaren Aussichtspunkten, einer Stempelstelle und verschiedenen Besonderheiten. Zum einen ein sogenannter „fossiler Blockgletscher“. Dabei handelt es sich um Basaltgestein, welches zu Blöcken zerfallen ist und eine Dicke zwischen 25 und 40 Metern aufweisen kann. Früher (in einer Kaltzeit) waren die Zwischenräume der Blöcke vereist und somit bewegte sich die gesamte Struktur ähnlich eines heutigen Gletschers talabwärts. Mittlerweile sind die Blockzwischenräume mit Erde, Blättern und kleinen Steinchen verfüllt.

Mit etwas Glück findet man sogar wieder einen seltenen „ästigen Stachelbart“. Die 2-3 zusätzlichen Kilometer lohnen sich also wirklich. Auf den letzten Metern zurück zum Ausgangspunkt kam uns dann noch eine Familie entgegen, die sich nach dem Weg erkundigte. Soweit nichts Besonderes. Es war allerdings bereits ca. 16 Uhr und sie wollten noch einen Umweg zu ihrem 10km entfernten Ziel machen. Natürlich hatten sie nur die Handytaschenlampe dabei, mehr aber auch nicht. Auch im Mittelgebirge bitte daran denken, dass es in dieser Jahreszeit schon recht früh dunkel wird! Als kleiner Tipp: Frühzeitig mit der Wanderung starten, bei längeren Touren IMMER eine Taschenlampe (Smartphone zählt nicht dazu) oder Stirnlampe dabeihaben und die Route VORHER planen. Es kann eigentlich so einfach sein. Ich hoffe, dass sie es trotzdem noch rechtzeitig zu ihrem Ziel geschafft haben.

Laut Koomot waren wir 21,1km unterwegs, bei einer Höhendifferenz von 610m. Die reine Gehzeit betrug 4:42h. Meine Suunto Uhr, die vermutlich etwas genauer ist, sprach von 22,78km und einer Höhendifferenz von 685m. Aber egal ob ein paar Meter mehr oder weniger, es war so oder so eine sehr schöne Tour!

P.S.: Bei den „Extratouren“ handelt es sich um vom Wanderinstitut (ja, das gibt es wirklich) zertifizierte Rundtouren. Davon gibt es in der Rhön um die 30 und es kommen immer wieder neue Wanderwege hinzu, so erst in diesem Jahr mit der Extratour „Waldfenster“, die natürlich auch noch auf unserer „to-hike“-Liste steht.

Kurztrip ins Allgäu – vom Gipfel des Rubihorns, Kempten und dem Besuch des Schloss Neuschwansteins

29. September 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , , ,

Ende August waren wir nochmals im Allgäu. Dieses Mal allerdings für ein paar Tage privater Natur, nicht auf Pressereise, wie kurz zuvor bei der Wandertrilogie. Einfach um etwas abzuschalten, die Gegend in Ruhe zu erkunden und gleichzeitig ein paar schöne Stunden mit der Verwandtschaft zu verbringen. Nachdem unsere geplante Hochtour dieses Jahr ins Wasser gefallen ist, wollten mein Cousin und ich trotzdem etwas gemeinsam unternehmen. Und da meine Tante und er Ende August ein paar Tage frei hatten, bot sich dieser Zeitraum ideal an.
Also ab auf die A7 Richtung Süden (diesmal ohne Bahn, weil in dieser Konstellation vor Ort etwas flexibler) und mal schauen, was das Allgäu noch so zu bieten hat. Der Wetterbericht sprach leider im Vorfeld von Regen und schlechtem Wetter. Mensch, das war bzw. ist man als Schweinfurter gar nicht mehr gewohnt! Aber für ein verlängertes Wochenende fuhren wir natürlich trotzdem. Ganz nach dem Motto: Anzuschauen gibt es doch immer etwas! Und einfach mal ausspannen schadet schließlich auch nicht.

Wir hatten eine kleine, schnuckelige Pension in Bad Hindelang und meine Tante und Cousin waren mit ihrem Wohnwagen auf einem Stellplatz in Oberstdorf untergebracht. Sie blieben noch etwas länger vor Ort, das Wetter sollte auch im Laufe der Woche schöner werden, damit rentierte sich der Trip mit dem Wohnwagen. Am ersten Nachmittag trafen wir uns in Oberstdorf und bummelten durch die Gegend. Auf den ersten Blick ein schönes Örtchen mit einigen Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Jetzt im Spätsommer ganz gemütlich. Man kann sich aber auch gut vorstellen, wie voll es in den Gassen zur Skisaison werden kann!
Für den nächsten Tag war durchgängig Regen gemeldet, daher entschieden wir uns für einen Ausflug nach Kempten. Vergangenes Jahr war ich im Rahmen einer Pressereise in Kempten, einer der ältesten Städte Deutschlands, und habe einige schöne Ecken kennengelernt. Aber natürlich längst nicht alle. Diesmal hatten wir uns das Alpin-Museum ausgeguckt, in dem es um die Alpen als Lebensraum geht, um Bergsteigen, Skisport, Expeditionen und mehr. So gibt es z.B. einen Raum rund um die Tierwelt und Bäume der Region, in anderen gibt es zahlreiche Skimodelle quer über alle Jahrzehnte, Expeditionskarten und –materialien oder Infos über Gesteinsarten. Interessant!
Da des Wetter leider nicht besser wurde, besuchten wir spontan auch noch die Prunkräume der Residenz Kempten. Dies war wegen Corona nur mit Führung möglich und wir hatten Glück und ergatterten spontan noch Plätze. Eine gute Idee, denn die original erhaltenen Prunkräume sind schon sehr beeindruckend und in ihrer Rokoko-Ausstattung sollen sie einmalig im süddeutschen Raum sein. Ohne die Führung hätten wir die vielen dahinterstehenden Geschichten und Hinweise nie entdeckt. Im Anschluss waren unsere Köpfe allerdings mit viel Kultur gefüllt und zum Abschluss wurde diese bei einem leckeren Essen verarbeitet.

Der kommende Tag war ein Montag und das Wetter sollte besser werden. Naja, sagen wir mal so: Es sollte nicht mehr dauerhaft regnen. Somit entschieden wir uns für eine Tour zum Unteren Gaisalpsee und je nach Bedingungen vor Ort sollte es evtl. noch auf das Rubihorn gehen. Die Tour zum Unteren Gaisalpsee entpuppte sich als wirklich sehr schöne Wandertour. Als Startpunkt wählten wir den (kostenpflichtigen) Parkplatz Reichenbach aus. Bitte ausreichend Kleingeld mitbringen – der Automat gibt kein Wechselgeld heraus und Kartenzahlung funktioniert leider auch nicht. Auf Grund des Wetters war der Parkplatz noch recht leer, aber allein aufgrund der Größe kann man sich vorstellen, wie viele Leute die Tour an einem sonnigen Sommerwochenende gehen. Daher der Tipp: falls möglich lieber unter der Woche loswandern.
Wir entschieden uns für den „Tobelweg“, der kurz hinter dem Parkplatz beginnt und uns immer entlang des Gaisalpbachs nach oben führte. Alternativ könnte man auch den Fahrweg gehen, der ist natürlich nicht so naturbelassen, aber falls jemand mit Kinderwagen o.ä. unterwegs ist bis zur Alpe, geht das auch. Der Tobelweg ist super zu laufen, kann je nach Wetter aber etwas matschig sein. Vorbei an naturbelassenen Staustufen und Steintreppen, über Brücken und unter den Bäumen erreichten wir nach ca. 45min die Gaisalpkapelle bzw. kurz darauf dann die Gaisalpe (montags ist allerdings Ruhetag). Schon fast in Sichtweite befindet sich eine zweite Hütte, die Untere Richteralpe, welche auch montags geöffnet hat. Wir merkten sie schon mal vor für den Rückweg. Unser Weg schlängelt sich weiter, durch Kiefernwald und Latschenkiefer nach oben. Ab und zu sind ein paar Stahlseile zur Sicherung eingeschlagen oder ein paar engere Passagen, aber wenn man ein bisschen Bergerfahren ist, eigentlich nicht der Rede wert. Wettertechnisch war es zwar trocken, aber Nebel- und Wolkenschwaden zogen immer wieder umher und versperrten die Sicht.

Nach einem weiteren kurzen Anstieg erblickten wir dann den unteren Gaisalpsee, der auf ca. 1500m Höhe liegt. Im Hochsommer und bei richtig schönem Wetter tummeln sich vermutlich sehr viele Wanderer vor Ort. Wir hatten allerdings Glück und waren fast die einzigen, die den malerischen See genießen konnten. Ok, ein Entenpärchen drehte noch seine Runde, das wars aber fast schon wieder. Eine Herde Ziegen zog noch von oben herunter, schenkte uns aber keine Beachtung und ging einfach vorbei. Vom See aus konnten wir dann zum ersten Mal das Rubihorn erblicken. Die umliegenden Gipfel, wie das Nebelhorn, lagen allerdings weiterhin in den Wolken.

Nach einer kurzen Rast am See schauten wir uns den Wetterbericht nochmals an und mein Cousin und ich entschieden uns für den Aufstieg zum Rubihorn. Die Mädels machten sich parallel auf den Rückweg zur Hütte, wo wir uns später wieder treffen wollten. Wir lagen noch gut in der Zeit und das Wetter sollte sogar noch etwas aufklaren und erst wieder am frühen Abend beginnen zu regnen. Also, nichts wie rauf auf das Rubihorn, damit wir in 2020 wenigsten einen Gipfel zusammen machen. Und was passierte zwischendurch? Genau, die Wolken kamen zurück und dementsprechend war die Sicht begrenzt. Wenigstens blieb es trocken und so ging es für uns weiter nach oben. Der Pfad war ok, zwischendurch ein paar engere Stellen und Drahtseilgesicherte Passagen, aber insgesamt locker machbar. Muss ich an dieser Stelle nochmals auf die Wanderschuhe/Packliste und Trittsicherheit hinweisen? Nein, das sollte mittlerweile (eigentlich) auch der letzte kapiert haben. Aber gerade bei solchen schmierigen und feuchten Bedienungen sind feste Wanderschuhe Pflicht.
Wir wanderten weiter und nach einer Weile tauchte auf einmal das Gipfelkreuz vor uns auf. Ganz ehrlich und unter uns: Damit hatten wir noch nicht gerechnet. Denn unsere Füße waren noch fit und von Müdigkeit war weit und breit nichts zu spüren. Kurze Zeit später standen wir also schon auf dem Rubihorn mit seinen 1957m. Angeblich ein Gipfel mit super Sicht hinein in das Voralpenland. Gut, wir sahen außer Wolken nicht gerade viel. Ein paar Wanderer, die von der anderen Seite hochkamen und einen Alpensalamander. Auch wenn er, auf Grund der niedrigen Temperaturen, etwas behäbig war, war er (oder sie) doch nett anzuschauen. Bei so einem Wetter zeigen sich (Alpen-)Salamander übrigens besonders gerne.

Wo ein Aufstieg, ist auch ein Abstieg (Altes tibetanisches Sprichwort)! Nach einer kurzen Rast machten wir uns auf den Rückweg. Zwei einzelne Wanderer, die von der anderen Seite kamen, schlossen sich uns auf den ersten Metern durch die Wolken an. Wie bereits erwähnt, muss das Rubihorn ein guter Aussichtsberg sein, der häufig für Tagestouren empfohlen wird. Denn beim Abstieg kamen uns noch einige Wanderer (u. a. in Turnschuhen und wenig trittsicher) entgegen. Einige kehrten an den etwas schwierigeren Passagen wieder um <- definitiv besser so! Unsere zwei Begleiter hatten wir mittlerweile zurückgelassen, ließen den unteren Gaisalpsee hinter uns und liefen flotten Fußes zur Hütte. Unterwegs hatte es nämlich wieder angefangen zu regnen. Auf den Wetterbericht ist auch keinerlei Verlass mehr… Anyway, abwärts ging es schneller und zack waren wir an der Untere Richteralpe angekommen. Darauf ein Zötler Bier und eine warme Suppe!
Die letzten Meter zurück zum Ausgangspunkt (übrigens auf nicht ganz 900m) waren im Anschluss auch schnell geschafft und somit war es ein erfolgreicher (Gipfel-)Tag!


Details zur Tour (Suunto Ambit3 Peak):
Länge: 13,33km
Dauer: 6 Stunden und 10 Minuten (die reine Gehzeit lag bei ca. 4 Stunden und 54 Minuten)
Aufstieg: 1142m
Temperatur: lag bei 22 Grad <- so als Zusatzinfo
Meine Aufzeichnung bei Koomot findet Ihr hier: „Parkplatz Reichenbach – Gaisalpsee – Rubihorn und zurück

Am nächsten Tag hieß es für uns wieder Abschied nehmen vom Allgäu. Allerdings nicht ohne einen weiteren Programmpunkt: Das Schloss Neuschwanstein in Hohenschwangau bei Füssen.
„Ja, das Touriding…“ denkt Ihr. Ja genau! Als Kind war ich schon mal drin, kann mich aber überhaupt nicht mehr erinnern. Unsere Überlegung im Vorfeld war: Aktuell sind kaum asiatische oder amerikanische Touristen vor Ort und somit könnte es weniger überlaufen sein, als zu normalen Zeiten. Allerdings werden Coronabedingt auch weniger Touristen in das Schloss gelassen bzw. ist eine Besichtigung nur in Kombination mit einer Führung möglich. Was wiederum bedeutet, dass pro Tag nur ein gewisser Prozentsatz der bisher zulässigen Besucher das Schloss besichtigen kann. Gut, soweit kein Problem. Es ist möglich, im Vorfeld Tickets im Online-Shop zu kaufen. Da in Bayern Ende August noch Sommerferien waren, waren Wochen vorher aber schon alle Führungen ausgebucht.
„Was tun?“, sprach Zeus. Anschreiben und lieb nachfragen (manchmal kann ich das auch), ob vielleicht noch etwas geht. Daraufhin kam die Antwort, dass wir es an der Tageskasse versuchen sollten. Ein gewisses Kontingent an Tickets pro Tag wird nämlich vor Ort an der Tageskasse ausgestellt.
Unser Plan war also so kurz vor 9 Uhr an der Tageskasse zu sein und Tickets zu ergattern. Wir kamen etwas später, kurz nach 9 Uhr an und lösten ein Ticket an einem der vielen Parkplätze (für 8 Euro, alle Tickets sind Tagestickets). Um ca. 9:30 Uhr waren wir an der (noch leeren) Tageskasse und konnten Tickets inkl. Führung für 13:05 Uhr kaufen. Doch was macht man in der Zwischenzeit? Nach kurzer Rücksprache mit dem Parkplatzwärter „Ja, ihr könnt später (ausnahmsweise) auch wieder mit dem Ticket hier parken“ fuhren wir zurück nach Füssen. Dort bummelten wir etwas umher und genossen Kaffee und Kuchen. Muss ja auch sein. ;)
Gegen 12 Uhr ging es wieder zurück auf den Parkplatz, um von dort aus hoch zum Schloss zu laufen. Das Schloss liegt nämlich ca. 1,5km entfernt und ist nur per Fuß oder mit der Pferdekutsche zu erreichen. Nach ca. 35min kamen wir oben an und warteten auf unseren Einlass. Am Eingang selbst warteten einige Menschen und schauten sich um, mehr als wir zu Corona-Zeiten erwartet hätten. Aber insgesamt verlief sich alles gut und es war genügend Platz für alle vorhanden.
Führungen finden alle 10 Minuten in kleinen Gruppen von ca. 10 Personen statt. In den Räumen im Schloss selbst sind „Corona-Punkte“ mit ausreichend Abstand aufgeklebt, von denen man dem Guide gut lauschen kann. Schon spannend, wenn man durch ein nicht fertiges Schloss geht, die besonderen Ideen Ludwigs II. anschaut und alles irgendwie surreal erscheint. Besonders beeindruckend finde ich die damalige Technik, die König Ludwig II. in „sein“ Märchenschloss (wie es auch sehr oft genannt wird) einbauen ließ, wie z.B. die Zentralheizung oder eine sehr durchdachte und für die damalige Zeit sehr moderne Küche.

Nun kann das Schloss Neuschwanstein auch von der imaginären Bucket-Liste gestrichen werden. Wer Zeit und Lust hat, dem kann ich einen Besuch empfehlen – gerade jetzt zu Zeiten von Corona eine gute Möglichkeit, es sicherlich etwas leerer zu erleben. Für uns ging es von dort aus zurück nach Hause und zurückblickend war es, trotz schlechten Wetters, ein schöner Kurzurlaub.

Der Herzogstand in Kochel am See

18. September 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Bayern ist ein wirklich schönes Bundesland! Auch ein Franke kann und darf dies sagen. (Natürlich nicht offiziell, aber wir sind hier ja quasi unter uns.)
Wie ihr wisst, habe ich eine Leidenschaft für schöne Gegenden, Landschaften und insbesondere die Alpen. Wobei ich zwischendurch auch gerne einmal an der Nordsee vorbei schaue. Beide Regionen haben ihren ganz eigenen Charme und die Mentalität der ansässigen Menschen sind meiner Meinung nach sehr ähnlich: Direkt, aber immer auch für einen Spaß zu haben. Durch meinen Blog durfte ich in den letzten Jahren immer wieder neue Regionen kennenlernen, an die ich vorher selbst gar nicht unbedingt gedacht hätte. Man ist ja leider häufig etwas eingefahren, dabei ist es doch viel schöner, mal neue Regionen zu entdecken und zu erfahren, wie schön und vielfältig unser Land bzw. Europa ist!
So ähnlich ging es mir auch mit dem „Zwei-Seen-Land“ im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Eine herrliche Gegend südlich von München zwischen den beiden Seen Kochelsee und Walchensee (übrigens mit 200m Bayerns tiefster Alpensee) mit wunderbarem Bergpanorama. Eventuell war ich bereits als Kind einmal mit meinen Eltern vor Ort, daran erinnern kann ich mich allerdings nicht mehr. Was noch im Hinterkopf geblieben ist, ist das Walchenseekraftwerk – ein Hochdruck-Speicherkraftwerk das bis heute eines der größten seiner Art in Deutschland ist. Etwas, das ich wohl in der Schule aufgeschnappt und mir gemerkt habe – verwunderlich, da das ja schon ein paar Tage her ist.

Da ich, wie Ihr wisst, ja sehr gerne wandere, sind regionale Wandermöglichkeiten für mich immer auch ein Kriterium, wenn ich im Voraus eine Region näher betrachte. Es muss nicht immer gleich ein 3000er sein, aber Bewegung in der Natur mit schöner Aussicht ist doch immer ein Highlight. Im Zwei-Seen-Land springt da besonders der „Herzogstand“ mit seinen 1731 Metern ins Auge, der Hausberg von Kochel. Ein Klassiker in den Voralpen und zudem auch relativ leicht zu erwandern bzw. sogar per Seilbahn (fast mühelos) zu erreichen. Letztes kommt für mich natürlich nicht in Betracht.
Auf Komoot habe ich eine schöne Wanderung gefunden, die zunächst auf den Gipfel Heimgarten und dann weiter zum Herzogstand führt, insgesamt ca. 6,5 Stunden. Hier die Route „Gipfeltour zum Heimgarten und zum Herzogstand – wandern im Tölzer Land“. Trittsicherheit und festes Schuhwerk versteht sich ja von selbst – und aus gegebenem Anlass nochmal der Hinweis: normale Turnschuhe sind KEIN festes Schuhwerk für das Gebirge!

Auf direktem Weg (also ohne „Umweg“ über den Heimgarten) sind es zum Herzogstand so um die 900hm von der Talstation der Herzogstandbahn aus und die Route misst insgesamt 15,37 km.
Oben angekommen dürfte die Aussicht mit Sicherheit grandios sein. Zum einen in das Tal bzw. zu den beiden türkis bzw. tiefblau leuchtenden Seen, zum anderen aber auch auf die umliegenden Gipfel bis zum Alpenhauptkamm. Vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass es jetzt (also Mitte September bis Mitte Oktober) sowieso die beste Jahreszeit für eine Wanderung ist. Die Temperaturen passen noch und außerdem ist das Licht nahezu perfekt. Ein weiterer Pluspunkt für eine Wanderung ist die aktuell Schulferienfreie Zeit, dadurch sind vermutlich weniger Menschen unterwegs.

Schon König Ludwig II. schätzte diesen „Bilderbuchberg“. Gefühlt begegnen wir uns dieses Jahr des Öfteren bzw. trieb er sich wahrscheinlich einfach ebenso gerne in den Bergen umher wie ich. König Ludwig II. war schließlich auch schon am Kenzenwasserfall im Allgäu, hat das Schloss Neuschwanstein erbaut (dort waren wir im August ja auch) und nun auf dem Herzogstand. Er ließ damals gleich drei Pavillons dort erbauen um das (Alpen)panorama zu genießen. Man erzählt, er habe sich sogar sein Essen vom Königshaus zum Gipfelpavillon bringen lassen, um es dort in aller Stille zu genießen. Mittlerweile glaube ich ja an solche Geschichten. Schließlich hatte er einen ausgefallenen Geschmack bzw. einfach ganz besondere Vorstellungen/Wünsche. Es scheint, als habe man es als König nicht gerade leicht. ;) Wie dem auch sei, von seinen ursprünglich drei Pavillons ist heute nur noch einer vorhanden, insbesondere aufgrund der häufigen Blitzeinschläge dort in der exponierten Lage. Dafür findet man eine Bronzestatue von ihm auf dem Herzogstand.

Die Südseite des Kocheler Hausbergs gehört bereits zum Vogelschutzgebiet Estergebirge, in dem u.a. Auerhahn, Sperlingskauz, Uhu und sogar Steinadler Rückzugsräume finden. Und neben dem Herzogstand sind sicherlich auch die Nachbargipfel durchaus interessant zu erwandern, also der Jochberg, der Sonnenspitz oder auch der Rabenkopf. Die Touristeninfo vor Ort bietet geführte Touren an, für diejenigen von Euch, die lieber nicht auf eigene Faust loswandern möchten.

Ganz ehrlich und unter uns gesagt: Schauen wir mal, ob mein Kalender noch ein freies Wochenende zu bieten hat, um ein paar Tage vor Ort zu erleben. Ihr entschuldigt mich – danke!

<Die Bilder wurden mir von Tourist Information Kochel a. See, Tourismus Tölzer Land und Kunz PR zur Verfügung gestellt>

Wandern auf Texel – Eine Insel mit vielen Facetten – Gastartikel / Werbung

18. September 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , ,

Gastartikel/Werbung

Noch einmal den Sommer genießen und eine schöne Runde wandern gehen. Aber wo? Nach kurzer Überlegung bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass es diesmal nach Texel gehen soll. Kurzerhand haben wir einen schönen Campingplatz gebucht und das Auto ist gepackt.

Aber warum habe ich mir ausgerechnet die Niederlande zum Wandern ausgesucht? Da gibt es doch streckenmäßig gar keine Herausforderungen, oder? Das war auch mein erster Gedanke, doch als ich mir die Wanderrouten für den Urlaub herausgesucht habe, wurde ich eines Besseren belehrt! Texel ist eine sehr vielseitige Insel mit vielen einzigartigen Streckenabschnitten, die sich hervorragend zum Wandern eignen.

Für uns war es schon bei der Planung wichtig viel von der Insel zu sehen aber auch Ruhetage mit einzuplanen. Zu einem perfekten Urlaub gehört für mich auch faulenzen und einfach mal ein Buch lesen. Aber die Neugier war dann doch größer und es wurde schon für den ersten Tag eine lange Strandwanderung geplant. Der 30 Kilometer lange Nordseestrand befindet sich auf der Westseite der Insel und ist weitläufig und lädt zu herrlichen Wanderungen ein.

Die Insel

Die westfriesische Insel ist ganze 23,7 KM lang und 9,6 KM breit. Im ersten Moment klingt das nach recht wenig für einen ganzen Wanderurlaub, aber auf der Insel selbst gibt es viel zu entdecken. Die Landschaft auf Texel ist sehr vielfältig und kann in drei grobe Zonen unterteilt werden. Auf meiner Tour wollte ich also unbedingt alle dieser drei Zonen bewandern und erkunden.

Ankunft in De Koog

Wir haben uns früh am Morgen auf den Weg in unseren Wanderurlaub gemacht. Mir war es wichtig, dass wir nicht so spät auf Texel ankommen, damit wir die Gegend noch etwas erkunden können und auch prüfen können, ob unsere Wanderpläne so umsetzbar sind oder nicht. Also ging es um 7 Uhr morgens los. Ein paar Stunden später sind wir auch schon in Den Helder ankommen, von wo aus wir die Fähre nach Texel nehmen konnten.

Der Urlaub begann mit dem Einchecken auf unserem Campingplatz in De Koog. Das Zelt wurde aufgebaut und wir haben es uns gemütlich gemacht. Ein Glas Wein und so wurden Pläne für die nächsten Tage kontrolliert und verbessert. Mit unserem iPhone haben wir via Google Maps nochmal die Strecken verglichen und etwas angepasst. Da wir kein GPS-Gerät haben, haben wir unser Smartphone direkt gut aufgeladen, damit wir diese dann bei der Wanderung als Navigationsgerät nutzen können. Weil ich ein kleiner Angsthase bin, habe ich mir vor dem Urlaub noch passende iPhone 12 Hüllen gekauft. Jetzt habe ich eine stabile Hülle, mit der mein Handy nicht kaputtgehen sollte. Ich habe aber eine Hülle gefunden, die eine praktische Kordel hat. Die konnte ich mir während der Touren dann immer gut um die Schulter hängen. Mein Handy war so immer greifbar und trotzdem hatte ich die Hände frei.

Aber schon am ersten Abend mussten wir uns Sorgen um die anstehenden Wanderungen machen. Der Wetterbericht hatte sich plötzlich für die nächsten Tage geändert. Auf einmal hieß es, dass es eine Woche regnen wird. Noch am selben Abend fing das Unwetter an. Da ich aber manchmal auch ein extremer Glückspilz bin, hat sich das schlechte Wetter tagsüber für die Wanderungen verzogen und die Sonne kam raus.

Zone 1 – Die Westküste:

Dieser Abschnitt der Insel zeichnet sich durch einen extrem langen Strand aus, an dem ich einen mehrkettigen Dünengürtel bewundern konnte. Da das Wetter in den Niederlanden etwas wechselhaft ist, musste ich meine Kleidung entsprechend anpassen. Bei unserer Strandwanderung hatten wir Glück mit dem Wetter, da wir viel Sonne hatten. Durch den Wind habe ich gar nicht gemerkt, wie warm es war. Deswegen ist es immer ratsam, sich gut mit Sonnencreme einzucremen. Obwohl ich mich mehrmals eingecremt habe, hatte ich am Ende der Wanderung einen ordentlichen Sonnenbrand. Ich kann euch deshalb nur raten, viel Sonnencreme mitzunehmen und ggf. auch längere Kleidung und einen Hut zu tragen. So vermeidet ihr einen Hitzeschock und könnt den ganzen Tag weiter wandern.

Da eine lange Wanderung am Strand sehr anstrengend sein kann, war es mir wichtig, nicht nur die richtigen Schuhe mitzunehmen, sondern auch passende Socken. Damit ich mir keine Blasen durch den feinen Sand laufe, der zwangsläufig in die Schuhe gerät, habe ich auf herkömmliche Laufsocken gesetzt und nicht auf die etwas robusteren Wandersocken. Entgegen aller Zweifel hat das sogar sehr gut geholfen. Ich hatte zur Vorsicht aber natürlich auch Blasenpflaster dabei, die bei einer Wanderung niemals fehlen dürfen.

Für die erste Wanderung haben wir beschlossen, an der Südspitze der Insel zu starten, die auch De Hors genannt wird. An den niederländischen Stränden gibt es viele nette Cafés, Bars und Restaurants, die zu einer Pause einladen. Trotzdem habe ich ausreichend Wasser mitgenommen. Bei einer so langen Wanderung bei ungefähr 25 Grad sollte man mindestens 2 Liter Wasser pro Person dabei haben. Das klingt viel, aber es ist wichtig immer ausreichend zu trinken. Das hilft den Körper aktiv zu halten und man kann seine Wanderung viel besser genießen. Wir hatten uns dazu entschieden, jeden Kilometer einen guten Schluck Wasser zu trinken. Um das auch einzuhalten, waren die Pfähle am Strand sehr hilfreich. Diese gibt es über den ganzen Strand verteilt und stehen immer in einem Abstand von einem Kilometer zueinander.

An diesem Tag war der rote Leuchtturm im Norden von Texel unser Ziel. Der Leuchtturm ist ganze 150 Jahre alt und besitzt eine Aussichtsplattform, von der man einen wunderschönen Blick über Texel hat. Hier entstanden auch die Pläne für die folgenden Wanderungen. Zusammen haben wir uns dann dafür entschlossen eine Dünenwanderung zu machen und die Naturschutzgebiete, sowie den Wald und Dörfer von Texel etwas weiter zu erforschen.

Pünktlich zur Abenddämmerung waren wir dann wieder zurück auf dem Campingplatz. Ich liebe wandern sehr, aber noch mehr liebe ich es die Schuhe und die Strümpfe nach einem solchen Tag auszuziehen und die Füße hochzulegen. Jetzt konnten wir in aller Ruhe die nächsten Tagestouren planen. Aber erstmal war Ausruhen angesagt!

Zone 2 – Das Binnenland

Neben den atemberaubenden Stränden hat Texel noch vieles mehr zu bieten. Die sieben kleinen Orte auf Texel wollten natürlich auch entdeckt werden! Ich hatte mich dazu entschieden, die zwei wohl bekanntesten Orte der Insel zu Fuß zu erkunden. Von unserem Campingplatz ging es in die kleine Innenstadt von De Koog. In den kleinen Gassen gibt es viele gemütliche Restaurants und Cafés, in denen wir immer eine kleine Pause einlegen konnten. Da es gerade Ferienzeit war, war das Wandern in der Stadt selbst nicht so geeignet und hat auch nicht so einen riesigen Spaß gemacht. Der Weg von De Koog nach Den Burg war dann aber umso schöner. Die Route ist zwar nur ca. 8 KM lang, war aber trotzdem sehr schön. Wir hatten uns dazu entschieden, nicht die vorgeschlagene Route zu nehmen.

Ich habe eine Route rausgesucht, die uns bereits für einige Kilometer an einem Naturschutzgebiet entlanggeführt hat. Hier habe ich wieder mal gemerkt, warum ich wandern so liebe. Die Stille und die Umgebung waren einfach nur atemberaubend schön! Am Ende waren wir wieder gute 6 Stunden unterwegs und konnten wirklich schöne Ecken der kleinen Städtchen sehen.

Zone 3 – Nationalpark Duinen van Texel

Die nächste geplante Wanderung war einige Tage später im Nationalpark Duinen van Texel. So eine Wanderung kann ich sehr empfehlen! Nichts ist schöner als in hier zu spazieren und dabei die leicht salzige Seeluft zu genießen. Im Nationalpark Duinen van Texel haben wir viele weitere Wanderwege gefunden, die mit Pfählen markiert sind. Der Plan für die eigentliche Wanderung war also schnell verworfen und wir haben uns ganz spontan für eine andere Route entschieden. Bei unserer Wanderung durch die Wälder trafen wir auf behaarte Inselbewohner, Wildpferde und schottische Hochlandrinder. Zuerst habe ich mich ziemlich erschreckt, als plötzlich so ein großes Tier vor mir stand, aber dann war es einfach nur noch schön.

Später haben wir dann leider gemerkt, wie gut es ist einen gut gepackten Rucksack mit allen wichtigen Dingen für eine lange Wanderung dabei zu haben. Ich habe mich schon öfter gefragt, warum ich immer so viel „Zeug“ mitnehme, obwohl ich es nie brauche. Neben den üblichen Dingen habe ich zum Beispiel immer Feuchttücher und sehr viele Pflaster dabei. Diesmal war ich aber sehr froh, dass ich diese Sachen nicht zu Hause gelassen habe und mit etwas Wasser, Feuchttüchern und Pflastern weiterhelfen konnte. Denn nach ungefähr 3 Stunden haben wir einen verunglückten Fahrradfahrer mit seiner Frau gefunden. Er war auf dem sandigen Stieg ausgerutscht und ist ziemlich schlimm gefallen. Da weder er noch seine Frau etwas zum Reinigen der vielen blutigen Stellen dabei hatten, kam mein gut gepackter Rucksack sehr gut an. Mit den Feuchttüchern konnten wir die offenen Stellen reinigen und ihn im Anschluss mit Pflastern versorgen. Er war natürlich dankbar und ich war froh, dass ich ihm helfen konnte. Nachdem wir ihn etwas aufgepäppelt hatten, konnte er mit seiner Frau zum Arzt fahren, um sich einmal durchchecken zu lassen. Dieser Unfall hat mir gezeigt, wie wichtig es ist einen Rucksack mit diesen Dingen dabei zu haben, nicht nur für mich, sondern auch für andere! Ich werde meinen gepackten Rucksack also auch in Zukunft immer dabei haben!

Nach diesem Zwischenfall haben wir uns dann auf den weiteren Weg in ein weiteres Waldgebiet gemacht. Natürlich wollte ich auch die zwei Gebiete „Dennenbos“ und „Krimbos“ sehen. Wir sind stundenlang über verschiedene Wanderwege gelaufen. Überall haben wir Hochstände gesehen. Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, mir das Panorama von einem der Hochsitze anzusehen. Für unseren “Waldtag” haben wir uns einen ziemlich warmen und sonnigen Tag ausgesucht. Der Wald hat aber eine sehr willkommene Abkühlung geboten.

Neben den Wäldern laden aber auch die Naturschutzgebiete zu ausführlichen Wanderungen ein. Das Naturgebiet „De Slufter“ war besonders schön, da es das einzige Naturgebiet in den Niederlanden ist, das von der Nordsee unbegrenzt ist. Nach einer Sturmflut kann es passieren, dass die komplette Lagune überschwemmt ist. Einen kleinen Eindruck davon konnten wir sogar erhaschen, da es in den Nächten immer sehr viel geregnet hat und auch sehr stürmisch war. So hat sich über die Jahre in De Slufter ein Naturgebiet mit Prielen und Salzwiesen voller lila blühendem Strandflieder entwickelt. Wunderschön und absolut sehenswert!

Durch die vielseitige Landschaft und die tollen und auch teilweise extra ausgebauten Wanderwege kam mir die Wanderung gar nicht so lang vor. Am Ende des Tages waren wir fast 10 Stunden unterwegs und hatten ungefähr 35 Kilometer auf der Uhr. Erschöpft und glücklich sind wir wieder zu unserem Zeltplatz zurückgelaufen und haben die vielen tollen Eindrücke Revue passieren lassen.

Mein Fazit:

Insgesamt waren wir 9 Tage auf Texel und wir haben diese Zeit wirklich gut genutzt, um sehr viel zu sehen und zu erleben. Durch die sehr abwechslungsreiche Umgebung und die tollen Landschaften kann ich einen Urlaub auf Texel nur empfehlen!

Texel bietet tolle Möglichkeiten für Wanderungen am Strand, in Wäldern, in den Dünen und in Naturgebieten. Obwohl ich ein richtiger Strand Fan bin und mich vorab eigentlich nur auf die Strandwanderungen gefreut habe, muss ich zugeben, dass mich die vielfältigen Landschaften auf Texel auch sehr beeindruckt haben.

<Text und Bilder von huellendirekt.de>

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