Heilige Landschaft Pfaffenwinkel: Unterwegs als Pilger (Teil 1)

16. November 2018 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

„Heilig“, „Pilgern“ – dreht er jetzt völlig durch? Einige erstaunte Kommentare fielen schon, als ich von meinen letzten Reiseplänen erzählte. Aber fangen wir einfach (wie immer) von vorne an, denn man muss schon das große Ganze sehen. Quasi wie in der Politik.
Also, die Region Pfaffenwinkel liegt in Oberbayern zwischen den beiden Flüssen Lech und Loisach. Eine herrlich hügelige Gegend und bei guter Wetterlage sind die Alpen zu sehen. Der Name Pfaffenwinkel stammt übrigens von der hohen Dichte an Kirchen und Klöstern. In kaum einer anderen Region Deutschlands befinden sich nämlich so viele davon – insgesamt sind es 159 Kirchen und jede Menge Klöster dazu. Die Kirchenoberhäupter wussten schon, wo es schön ist! Auch wenn der Begriff „Pfaffe“ in der heutigen Zeit eher negativ angehaucht ist, so war er vor einiger Zeit doch positiv angesehen. Und so war der Name „Pfaffenwinkel“ geboren.

Rumgekommen bin ich ja schon in einigen Ecken. An dieses Fleckchen Erde kann ich mich allerdings nicht erinnern. Meine Eltern bzw. Großeltern schon, ich war wahrscheinlich noch viel zu klein. Von daher war ich neugierig, als ich in den Zug ab München Richtung Weilheim stieg, was mich wohl erwarten würde. Gerade weil ich mich mit dem Thema „Pilgern“ ja auf etwas für mich Neues einlassen wollte. Aber da ich ja immer offen für alles bin und gerne in schöner Landschaft wandere, was sollte da schon schief gehen!? Die Zugstrecke ist übrigens echt toll, vorbei am Starnberger See immer Richtung Alpen. Alleine der Gedanke an die näherkommenden Berge zaubert mir ja immer ein Lächeln auf die Lippen. Auch wenn das Wetter sich (mal wieder) nicht gerade von der besten Seite zeigte. Die eingefleischten Leser wissen Bescheid – Stichwort: Kärnten, Pitztal oder auch Südtirol – der Wettergott war 2018 nicht auf meiner Seite.
Geplant war zum Start der Pressereise ein Rundflug mit einem (Motor-)Segelflieger, um einen Überblick über den Pfaffenwinkel zu bekommen. Dieser musste auf Grund der Wetterbedingungen aber verschoben werden. Als Alternative haben wir das Kloster Wessobrunn besucht. Ein Kloster mit sehr langer Geschichte, welche am besten auf der verlinkten Seite nachzulesen ist. Solche imposanten Gebäude sind natürlich nicht leicht zu unterhalten, von daher stand das Kloster irgendwann zum Verkauf. Was will man mit einem Kloster und gefühlt hunderten von Zimmern anfangen? Man macht einfach Büro- und Produktionsfläche daraus, ohne aber die Struktur selbst zu verändern. Gesagt, getan und so erwarb Unternehmerin Martina Gebhardt dieses prächtige Bauwerk für ihr Naturkosmetik-Unternehmen.

Ausblick vom Schloss Wessobrunn im Pfaffenwinkel

Stuckgang im Schloss Wessobrunn im Pfaffenwinkel

Stuck im Schloss Wessobrunn im Pfaffenwinkel

Selbstverständlich wurde der prachtvolle Stuck erhalten und einige Teile wieder restauriert. Martina Gebhardt hat dafür den richtigen Riecher und den passenden Background als Architektin. Früher wurden übrigens viele Kunsthandwerkern und Künstler (großteils Stuckateure) im Kloster ausgebildet. Die „Wessobrunner Schule“ hat(te) zu Recht einen sehr guten Ruf. Was man heute selbst als Laie noch erkennen kann.

Am nächsten Morgen ging es zum Start unserer Tour auf den Hohen Peißenberg. Die Region Pfaffenwinkel ist ein Paradies für Wanderer mit unterschiedlichen Themenwegen, von kleineren Rundtouren bis hin zu Mehrtageswanderungen. Im Rahmen unserer Pressereise begaben wir uns ein Stück auf den Pilgerwanderweg „Heilige Landschaft Pfaffenwinkel„, der in drei Schleifen aufgeteilt ist. Alle drei starten bzw. enden am Hohen Peißenberg, verlaufen durch wunderschöne Natur und beinhalten verschiedene „spirituelle“ Stationen auf dem Weg. Wir nahmen die Westschleife mit dem Namen „Wilde Flüsse“ durch die Ammerschlucht, insgesamt ausgelegt auf 7 Tagesetappen und 76 km.
Unsere erste Station war die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt, eine Doppelkirche, durch die wir eine interessante Führung erhielten. Eine Rarität befindet sich u.a. im Turm, denn hier gibt es noch eine Uhr, die täglich per Hand aufgezogen werden muss.

Aussicht im Nebel am Hohenpeißenberg - Pfaffenwinkel

Schleifen in der heiligen Landschaft Pfaffenwinkel

Um sich beim Pilgern entspannen zu können bzw. voll darauf einzulassen, sich nur auf sich selbst und das Laufen zu konzentrieren, macht es Sinn, sich mit erfahrenen Pilgerbegleitern auf den Weg zu machen. Bei uns war das Gabriele Hoss-Reinhard, die uns gleich zu Beginn ein paar Tipps und Tricks sowie einen Stempelpass für die kommenden Tage mit auf den Weg gab. Das Wetter war zwar noch immer nicht besser, aber davon ließen wir uns nicht abhalten. Nieselregen, dichte Wolken und ein kalter Herbstwind konnten uns nicht stoppen. Vom Hohen Peißenberg ging es in der ersten Etappe durch die Ammerschlucht bis zum Kloster Rottenbuch.
In der herrlichen Herbstlandschaft mit leichten Auf- und Abstiegen war es einfach nur schön und das Wetter wurde auch zunehmend besser, so konnten wir sogar zwischendurch in Ruhe picknicken.

Wandern in der heiligen Landschaft Pfaffenwinkel

Wandern in der heiligen Landschaft Pfaffenwinkel

Wandern in der heiligen Landschaft Pfaffenwinkel

Wandern in der heiligen Landschaft Pfaffenwinkel

Wandern in der heiligen Landschaft Pfaffenwinkel

Wandern in der heiligen Landschaft Pfaffenwinkel

Wandern in der heiligen Landschaft Pfaffenwinkel

Am Ziel angekommen, holten wir uns unseren Stempel in der Kirche, welche zum Kloster Rottenbuch gehört. Bevor wir dieses genauer unter die Lupe nehmen konnten, musste aber erst gemeinsam gespeist werden. So schauts nämlich aus, ohne kulinarische Stärkung geht es natürlich nicht! Das Kunstcafé Rottenbuch ist definitiv eine Empfehlung wert. Und wenn ihr schon vor Ort seid, dann probiert unbedingt den „Almburger“! Sehr gut gestärkt ging es wieder zurück zur Pfarrkirche Mariä Geburt. Dort wurden wir sehr herzlich von Pfarrer Josef Fegg in Empfang genommen. Er erklärte uns alles rund um das Gebäude und was zur Kulturgeschichte dazu gehört. Spannend und wirklich sehr interessant. Noch dazu konnten wir Fragen stellen, die man vielleicht noch nicht unbedingt in einer Kirche stellt, er beantwortete alles ganz geduldig.

Almburger im Kunstcafe Rottenbuch - Pfaffenwinkel

Führung in der Pfarrkirche Mariä Geburt im Paffenwinkel

Führung in der Pfarrkirche Mariä Geburt im Paffenwinkel

Die Zeit rannte und die müden Knochen verlangten nach einer Ruhepause. Schließlich waren es laut Plan 13,9km, 343hm und 4,5h reine Gehzeit auf der ersten Etappe. Fühlte sich sogar etwas mehr an. Aber zu anspruchsvoll bzw. schwer fand ich die Etappe nicht, sie hat halt den ein oder anderen Auf- bzw. Abstieg, ist aber durchaus mit mittlerer Kondition machbar. Verdient ging es also zu unseren Schlafquartieren, wo wir, da wir schon pilgertechnisch unterwegs waren, entsprechend auf verschiedene Pilgerunterkünfte aufgeteilt wurden. Richtig gemütlich war es bei Familie Keller. Eine schnuckelige Ferienwohnung mit super Gastgebern. Nochmals vielen Dank für den selbstgemachten Holundersirup! Für Pilgertag Nummer 1 hieß es also: Gute Nacht!

 

In Kooperation mit der Region Pfaffenwinkel – Herzlichen Dank!

Der Weg ist das Ziel – die Verpeilspitze im Pitztal (Teil 2)

6. November 2018 | 2 Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Also weiter im Text mit der Bergtour zur Verpeilspitze. Im ersten Post zur Pressereise ins Pitztal hatte ich Euch bereits vom Cottbuser Höhenweg berichtet. Ziel war die Kaunergrathütte, wo eine Übernachtung geplant war, bevor es dann weiter auf die Verpeilspitze gehen sollte. Wir hatten die Hütte jedoch noch nicht erreicht, als es passierte.
Stellt es Euch so vor: Die Hütte fast schon in Sichtweite, das weitläufige Kar, der schmale Weg, das Hochgebirge. Und zack, von (fast) einem Meter auf den nächsten herrschte bei mir akuter Sauerstoffmangel. Was war das denn? Warum fiel die Atmung so derart schwer? Nicht, dass ich mitreden kann (zum Glück), aber es fühlte sich so an, als hätte ein Lungenflügel die Arbeit komplett eingestellt und der zweite arbeitete nur noch zu 50%. Ich drosselte das Tempo, doch die Atmung wurde nicht besser. So dass nur noch eine Rast helfen konnte. Gesagt getan und ein paar Minuten ruhig durchgeatmet. Dabei habe ich etwas Flüssigkeit zu mir genommen und den Kreislauf versucht mit Traubenzucker in Schwung zu bringen. Quasi als Notfallmaßnahme. Doch auch das half nur äußerst kurzfristig. Das Atmen fiel weiterhin sehr schwer und dann machten sich auch noch leichte Kopfschmerzen breit. Erster Gedanke „F*ck, was soll diese Kacke – noch nicht einmal ganz die 3000m erreicht“. Doch mein Körper schien in eine andere Richtung zu wollen. Fredl, einer unserer Bergführer, und Matthias vom Wanderkurier blieben an meiner Seite. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön für die Unterstützung!

Das war sie also, diese Höhenkrankheit. Zumindest die ersten Anzeichen davon. Auch wenn wir uns „nur“ auf ca. 2600m befanden, so hat es mich doch das erste Mal überhaupt in den Bergen zerrissen. Eine sehr ungewohnte Erfahrung, aber das kann unter verschiedenen Voraussetzungen vorkommen. Zum Beispiel auch, wenn man früher in den Bergen war und dann einige Jahre pausiert hat, zu schnell aufsteigt und nicht ausreichend akklimatisiert ist.
Einmal ist immer das erste Mal. Das brauche ich zwar nicht nochmal, aber lieber im Beisein der erfahrenen Bergführer, als alleine auf dem Weg zum Similaun. Der ja übrigens auch noch auf mich wartet. Anyway, der Point of no Return war überschritten, die Hütte in Sichtweite, der Weg nach unten zu lang. Also weiter nach oben, ganz langsam und mit zahlreichen Pausen bis zur Kaunergrathütte. Ab diesem Zeitpunkt war von Genuss der schönen Landschaft leider nicht mehr viel übrig, denn das einzige Ziel war Ankommen an der Hütte. „Und wenn ich auf allen vieren da oben eintreffe…“ war mein Gedanke, denn jeder Schritt war Quälerei. Zum Glück war es dann irgendwann auch geschafft!

Weg zur Kaunergrathütte im Pitztal

Kaunergrathütte im Pitztal

Erst einmal ankommen, Schuhe aus und den Zuckerhaushalt auf Vordermann bringen. Später noch das Lager beziehen und in der Runde lecker esse. Mein Körper war doch relativ schnell wieder auf halbwegs normalem Level. Daher hatte ich auch die Muße, den Sonnenuntergang zu genießen.

Sonnenuntergang auf der Kaunergrathütte im Pitztal

Schon im Vorfeld hatte ich mich gefreut, endlich mal wieder auf einer Hütte zu schlafen. Es ist schon etwas ganz Besonderes in den Bergen zu übernachten. Und es hat sich gegenüber früher einiges getan an Komfort. Die Betten- bzw. Matratzenlager haben ein besonderes Flair und sind für Übernachtungen im Rahmen einer Bergtour super und mehr als ausreichend. Die Mahlzeiten auf der Hütte sind ein Gedicht! Und das sage ich jetzt nicht nur aufgrund meiner körperlichen Verfassung. Wenn man zudem noch beachtet, dass das ganze Material per Helikopter oder (notfalls) zu Fuß auf diese Höhe gebracht werden muss, wird einem erst einmal so richtig bewusst, was es für eine Leistung ist, so eine Hütte zu managen. Das Schöne ist, dass die überwiegende Anzahl an Gästen das auch zu schätzen weiß und gerade deswegen vermutlich auch gerne auf Hochgebirgshütten nächtigt bzw. speist.
Ich werde Euch demnächst mal einen Blogpost dazu verfassen, was man für eine Hochgebirgstour mit Hüttenübernachtung braucht. Gut Ding will aber schließlich Weile haben.
Kommen wir erstmal zurück zur Kaunergrathütte und der Verpeilspitze. Am nächsten Morgen wartete vor dem leckeren Frühstück noch ein schöner Sonnenaufgang auf uns. So, wie man ihn nur nach eine Hüttenübernachtung genießen kann.

Sonnenaufgang auf der Kaunergrathütte im Pitztal

Sonnenaufgang auf der Kaunergrathütte im Pitztal

Aufstieg zur Verpeilspitze im Pitztal

Aussicht auf dem Weg zur Verpeilspitze im Pitztal

Die Kaunergrathütte im Pitztal von oben

Zwar war die Nacht gut und mein Körper fühlte sich wieder fitter an, doch nach dem gestrigen Tag und der milden Höhenkrankheit schraubte ich mein persönliches Ziel runter. Ich entschied mich, nicht bis ganz oben auf die Verpeilspitze mit zu gehen, wollte aber auf jeden Fall noch die 3000m Marke erreichen. Das waren von der Hütte aus noch 200 Höhenmeter, aber trotzdem anstrengend, und ich war froh, als ich es geschafft hatte. Die Entscheidung, anschließend umzudrehen, war definitiv die richtige. Der weitere Weg zur Verpeilspitze wäre in meiner Verfassung schlichtweg unmöglich bzw. nur sehr schwierig gewesen. Auf den letzten Metern zur Spitze geht es über ausgesetzte Passagen, viel Geröll, Steige und Kletterei bis Stufe II+. Für mich hieß es daher zurück zur Hütte und auf die anderen warten. Vielen Dank auch, lieber Körper!
Nach einer Weile kam Wolfgang, unser Naturparkführer, mit einem weiteren Teilnehmer unserer Runde ebenfalls zurück und wir machten uns gemeinsam an den Abstieg. Wolfgang lief wieder zur Höchstform auf, er sammelte Blumen und Kräuter, um diese bei einer kleinen Rast zu beschreiben und erklärte und zeigte alles, was uns interessierte. Das Wetter war mittlerweile auch nur noch traumhaft und der Körper spielte wieder mit. Somit ging eine herrliche Hochgebirgstour im Pitztal gut zu Ende. Und das trotz der „kleinen“ Lappalie.

Abstieg von der Verpeilspitze im Pitztal

Abstieg von der Verpeilspitze im Pitztal

Kräuterkunde mit Wolfgang Schranz im Pitztal

Der Rest der Truppe hat noch das obligatorische Gipfelfoto auf der Verpeilspitze geschossen und kam dann geschafft, aber begeistert, zurück. Zum Schluss bin ich Euch noch eine Erklärung schuldig, warum die Verpeilspitze eigentlich Verpeilspitze heißt. Es hat nicht mit „Verpeiltheit“ zu tun. Sondern kommt aus dem rätoromanischen und bedeutet soviel wie „verborgenes Tal“ und „schwer erreichbar“.

Alles in allem eine toll organisierte Tour, eine herrliche Gegend und der ein oder andere Gipfel im Pitztal, dem „Dach Tirols“, wartet halt nun noch ein bisschen länger auf mich.

 

In Kooperation mit dem Pitztal – Danke!

Der Weg ist das Ziel – die Verpeilspitze im Pitztal (Teil 1)

22. Oktober 2018 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Endlich wieder in die Berge! Endlich wieder ins Hochgebirge! Endlich mal wieder auf über 3.000 Höhenmeter! Das war der Plan für ein paar Tage wandern in Tirol.
Wie Ihr wisst, sind die Berge für mich etwas ganz Besonderes. Quasi zum Teil aufgewachsen im Ötztal, habe ich damals meinen ersten Steinbock auf dem Weg zur Hohen Geige gesehen. Daran kann ich mich noch sehr gut erinnern, denn er stand auf einem Felsvorsprung und war mehr als deutlich zu sehen. Es war ein imposantes Männchen und strotzte nur so vor Stolz, als wolle er sagen „Das sind meine Berge und ich bin hier der König!“.

Die Hohe Geige liegt zwar in den Ötztaler Alpen, ist aber vom Pitztal aus zu besteigen. Pitztal? Das Pitztal liegt zwischen dem Ötz- und dem Kaunertal in den Ostalpen. Schon bei der Einfahrt ins Tal bietet es einen Blick auf steil aufragende Felsen und geniale Wasserfälle. Nicht zu überlaufen, gleichzeitig eng, aber doch nicht zu eng. Je weiter man ins Tal fährt, desto näher rückt der Talabschluss. Vergleichbares zu finden ist mir (Stand jetzt) nicht leicht. Für mich hat es ziemlich Eindruck hinterlassen. Und das trotz schlechterem Wetter. I like.
Apropos Wetter – dieses Jahr hatte ich einfach kein Glück, was die Kombination aus Alpen und gutem Wetter angeht. In Südtirol kam ein heftiges Gewitter dazwischen und im Ötztal anschließend der Regen, der mich von der Wanderung zum Similaun abhielt. In Kärnten war es dann vor allem der Nebel, der uns einen Strich durch die herrlichen Aussichten machte. Nun also schon wieder. So dachte ich zumindest noch. Wie wir später feststellen konnten und man ja weiß, ändert sich das Wetter in den Bergen super schnell. Außerdem ist das Pitztal insgesamt sehr niederschlagsarm. Das wusste ich vorher noch nicht. Nur eine von vielen interessanten Facts, die wir von unseren Begleitern erhielten. Aber dazu später mehr.

Das Ziel unserer Pressereise war die 3.425m hohe Verpeilspitze. Das bedeutet Aufstieg ins Hochgebirge und eine Übernachtung auf der 2.817m hohen Kaunergrathütte. Diese befindet sich auf dem Weg zur Verpeilspitze und ist entweder zu Fuß oder alternativ mit dem Hubschrauber zu erreichen. Bekanntlich ist aber der Weg das Ziel. Und so startete Tag 1 unserer Pressereise mit einem ausgedehnten Frühstück. Schließlich sollte man nie mit leerem Magen loslegen!
Alfred (Alfi) Dworak von der Bergführervereinigung Pitztal gesellte sich schon am Vorabend zu uns und zum Frühstück ebenfalls. Er sprach mit uns die Route durch und die Checkliste zur Tour wurde abgehakt. Erstes Ziel war die Rifflseebahn, um anschließend auf 2.232 m eine Floßfahrt zu unternehmen. Das ist doch mal etwas! Naja, fast. Wir waren zwar am Rifflsee und auch auf dem Floß, aber das Wetter war für eine Ausfahrt einfach zu schlecht. Leider. Dafür war Zeit für zahlreiche Fragen. Gleich zwei Superlative treffen hier aufeinander. Zum einen ist der Rifflsee der höchstgelegene
(Berg-)See in Österreich und zum zweiten ist die Fahrt auf dem See die höchstgelegene Floßfahrt in ganz Europa!

Schnee am Rifflsee im Pitztal 2018

Aussicht am Rifflsee im Pitztal

Seekogel Floß auf dem Rifflsee im Pitztal

Seekogel Floß auf dem Rifflsee im Pitztal

Schneemann auf dem Floß am Rifflsee - Pitztal

Aber nicht nur die Infos um den See sind spannend, sondern auch das Floß bzw. der Bau selbst. Erfahrungen waren zu Beginn nämlich keine vorhanden, man wusste sich aber zu helfen. Holzstämme zusammenbinden, Podest mit ein paar Bänken drauf, Motor dran und schon war die Idee umgesetzt. Was so leicht und schnell klingt, ist in Wirklichkeit natürlich sehr viel Handarbeit, verbunden mit Geduld bzw. Zeit und Tüftelei. Auch beim Antrieb wurde lange überlegt, denn die Nachhaltigkeit sollte nicht zu kurz kommen. Die Lösung: Ein Elektro-Außenborder. Leise und somit perfekt für eine Floßfahrt, umweltschonend und langlebig. Wie ich finde, eine super Idee!
Vom Ufer aus gesehen ist das Panorama bereits atemberaubend, wie wird es dann erst auf dem See sein? Noch dazu mit einer leckeren Brotzeit und Getränken. Stelle ich mir genial vor. Saisonbedingt wird es zwar dieses Jahr mit der Floßfahrt nichts mehr, dafür heißt es 2019 wieder: Floß ahoi! An dieser Stelle habe ich einen Wunsch an Euch. Falls jemand diese Floßfahrt am Rifflsee schon mal getätigt hat oder gerade plant, sagt mir bitte Bescheid, wie es Euch gefallen hat. Entweder in den Kommentaren, per Mail, Brieftaube oder wie auch immer. Danke!

Am Rifflsee ging unsere Tour los, der Aufstieg zur Kaunergrathütte stand bevor. Dieser erfolgte über den Cottbuser Höhenweg. Neben Alfi begleiteten uns Fredl (Alfred Schrott) ebenfalls von der Bergführervereinigung Pitztal und Wolfgang Schranz. Wolfang ist mittlerweile 70 Jahre jung, war bereits auf allen 84 Dreitausendern (!) und ist Naturparkführer in der Region Kaunergrat. Mehr geballte Erfahrung ist echt nicht möglich. Mit diesen drei ultimativen Guides machten wir uns auf den Weg zur Hütte.
Ein schöner Weg zunächst durch die grünen Hänge und fast immer mit einem herrlichen Blick ins Tal. Zwischendurch ein kurzer mit Drahtseil gesicherter Steig. Hört sich schlimmer an, als es ist. Gut, Trittsicherheit ist natürlich das A und O und bei Touren ins Hochgebirge Pflichtsache. Am besten gepaart mit Schwindelfreiheit und natürlich der richtigen Ausrüstung. Aber eigentlich verstehen sich diese Punkte von selbst, wenn man in Richtung 3000 Höhenmeter unterwegs ist.
Eine kleine Anekdote dazu: In meinen jüngeren Jahren ging es auf den im Nachbartal gelegenen 2813m hohen Gamskogel. Man muss dazu wissen, dass verschiedene Wege auf den Gipfel führen, aber dennoch jeder seine Eigenheiten hat. Schon fast am Gipfel trauten wir unseren Augen nicht, als ein Pärchen mit Sandalen den Weg kreuzte. Richtig, mit Sandalen! Es muss schon jeder selbst wissen, was er tut, aber so etwas muss doch nicht sein. Man bringt ja nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern auch (im Falle des Falles) seine Retter. Bei Unsicherheiten zur Ausrüstung kann man bei der Bergführervereinigung nachfragen. Safety first! Ich werde Euch demnächst auch mal ein paar Tipps hier auf dem Blog zusammenstellen, denn was ich so mitkriege, ist Wandern doch bei einigen von Euch ein Thema.
Kommen wir aber zurück zum Cottbuser Höhenweg:

Einstieg zum Cottbuser-Höhenweg vom Rifflsee im Pitztal

Der Cottbuser-Höhenweg im Pitztal

Steig am Cottbuser-Höhenweg im Pitztal

Kletterpassage-Cottbuser-Höhenweg im Pitztal

Rast mit Aussicht auf dem Cottbuser-Höhenweg im Pitztal

Alfred (Alfi) Dworak von der Bergführervereinigung Pitztal

Alfi und Fredl standen mit zahlreichen Tipps und Tricks rund um die Berge und allem, was dazu gehört (Gipfelkunde/Eisklettern/Ausbildung zum Bergführer usw.), zur Verfügung. Wolfgang hingegen mir seiner unglaublichen Erfahrung in Sachen Flora und Fauna. Vermutlich kennt er jeden Stein und jede Pflanze im Pitztal persönlich – mit Vor- und Nachnamen sowie Familienstammbaum. Oder so. Zum Beispiel wächst eine Flechte in dieser Region nur sehr langsam. So grob gesagt hat in diesen Höhen 1 Quadratzentimeter Flechte ca. 60 Jahre auf dem Buckel. Faszinierend, oder? Auch Gletscherkunde gehört zu seinem Repertoire. Ob Hängegletscher, verschiedene Moränen oder der Gletscherfloh, zu allem weiß er interessante Geschichten. Nicht zu vergessen die verschiedenen essbaren Pflanzen und ihre jeweiligen Erkennungsmerkmale. Wir wollen ja schließlich nicht die falschen Pflanzen zu uns nehmen. Also ich kann Euch eine Tour mit einem Bergführer aus der Region nur mehr als ans Herz legen, man nimmt unglaublich viel mit und wird so eine Tour so schnell nicht vergessen!
So machten wir uns gemeinsam auf den ca. 7,4 km langen Weg mit geplanten 3,5 Stunden Gehzeit zur Kaunergrathütte. Es waren 863 hm im Anstieg und 340 hm im Abstieg. Wie bereits erwähnt mit einem kleinen Stück mit Gurt und Sicherung am Drahtseil. War vielleicht nicht immer nötig, doch wir waren schließlich in einer Gruppe unterwegs und da liegt die ganze Verantwortung bei den Bergführern. Außerdem hatte es in der Nacht geschneit und einige Reste der weißen Pracht waren noch vorhanden. Deshalb galt auch hier die Devise „Safety first!“. Sobald diese Passage geschafft ist, führt der Weg immer weiter Richtung Hütte. Über Blöcke, eine leichte Umleitung (der ursprüngliche Weg ist wegen Steinschlag gesperrt) in ein weitläufiges Kar. Die Hütte ist dann auch nicht mehr so weit. Aber dann passierte es….!

 

In Kooperation mit dem Pitztal – Herzlichen Dank!

Urlaub am See. Kärnten und seine Slow Trails (Teil 2)

9. Juli 2018 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

…ausgeschlafen und gut gestärkt ging es in den nächsten Tag der Pressereise. Das Programm hörte sich wieder sehr vielversprechend an und es galt, einen weiteren Slow Trail zu erkunden. Apropos, wer erst jetzt eingestiegen ist, einfach hier klicken und zack, erscheint Teil 1 aus Kärnten. Wettertechnisch hätte es noch etwas schöner sein können, aber wir wollen ja nicht meckern. Denn ursprünglich wurde sogar Regen vorhergesagt, was später zum Glück nicht, bzw. nur ganz kurz eintraf.

Wie Ihr ja gelesen habt, bestehen die Slow Trails immer aus der Kombination von See und Bergen. Vom Millstätter See ging es also für uns zum Ossiacher See und dort zunächst zum Domenig Steinhaus. Der Name lässt es bereits erahnen. Das Haus wurde von Günther Domenig entworfen und über einen Zeitraum von fast 20 Jahren nach und nach vervollständigt. Wer in der Region ist, sollte einen Blick in das Haus werfen. Am besten mit Führung, denn es gibt so viel zu sehen und zu entdecken.

Steinhaus von Günther Domenig am Ossiacher See in Kärnten

Steinhaus von Günther Domenig am Ossiacher See in Kärnten

Steinhaus von Günther Domenig am Ossiacher See in Kärnten

Steinhaus von Günther Domenig am Ossiacher See in Kärnten

Persönlich würde ich am liebsten einmal in den Kopf von Günther Domenig schauen. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie man überhaupt auf so viele kreative Gedanken kommt. Und diese im Anschluss umsetzt. Plus viele Hindernisse, die einem in den Weg gelegt werden (wie Genehmigungen und Co.), aus dem Weg räumt. Einfach spannend!
Nach der beeindruckenden Führung durch das Haus wartete die nächste Wanderung auf uns. Es ging auf den Slow Trail „Bleistätter Moor“. Der Startpunkt liegt nur gefühlte 50 Meter weg vom Domenig Steinhaus. Ein leicht begehbarer Weg von ca. 7 Kilometern führt mitten durch eine beeindruckende Naturlandschaft, quer durch das Moor. Ideal für Eltern mit (neugierigen) Kindern. Und immer wieder tolle Ausblicke auf den bewaldeten Bergzug der Ossiacher Tauern und die Gerlitzen Alpe. Dort oben muss ich übrigens unbedingt auch mal hin, denn man soll einen fantastischen Blick über halb Kärtnen haben bis nach Italien und Slowenien. Hört sich äußerst gut an!
Zwischendurch machte unsere Wandergruppe einen Zwischenstopp an der Forellenstation Prefelnigteich.

Slow Trail Bleistätter Moor in Kärnten

Slow Trail Bleistätter Moor in Kärnten

Essen im Forellenstation Prefelnigteich

Ihr müsst dort unbedingt Forellen essen! Wer Hunger und weniger Geduld hat, der überspringt das selbst Angeln und begibt sich gleich zu Tisch. Ihr habt richtig gelesen. Wer nämlich selbst Hand an die Angel legen möchte, der kann seine „eigene“ Forelle aus dem Teich fischen. Oberlecker!
Im Anschluss ging es zurück nach Ossiach, unserem Ausgangspunkt. Hier machten wir noch einen Abstecher in die Stiftsschmiede von Gerhard Satran. Auch ein Highlight, denn hier wird auf dem Platz vom alten Schmiedeofen gekocht. Und zwar nur Produkte aus der Region, denn das Thema Regionalität und Qualität spielt wie so häufig in dieser Gegend eine sehr große Rolle. Und ja, so etwas schmeckt man einfach!
Am Abend ging es natürlich kulinarisch weiter, nämlich auf dem Kleinsasserhof. Kennt ihr das Gefühl: Ihr seid zum ersten Mal irgendwohin eingeladen und fühlt Euch gleich wie im Wohnzimmer? Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter, man fühlt sich nicht nur wie im Wohnzimmer, sondern sogar wie bei guten Freunden. Genauso ging es mir im Kleinsasserhof. Und nein, ich übertriebe nicht! Eigentlich ist es ein Restaurant. Aber es ist nicht irgendein Restaurant. Sondern eines mit sehr viel Kunst und allerlei „Krempel“. Auf den ersten Blick wirkt es fast wahllos zusammengewürfelt. Auf den zweiten Blick erkennt man allerdings, dass es einfach super passend ausgewählt ist, so dass man sich einfach nur wohl fühlt.

Kleinsasserhof in Kärnten

Innen im Kleinsasserhof in Kärnten

Innen im Kleinsasserhof in Kärnten

Kunst soweit das Auge reicht. Noch dazu wird immer wieder umdekoriert. Schließlich stehen noch weitere drei Scheunen voll mit Kunstobjekten und Dekoration von Künstlern, Freunden oder Trödelmärkten aus aller Welt. Und es kommen immer wieder neue dazu. Nicht umsonst wurde das Lokal von Falstaff zum „Originellsten Gasthaus Österreichs“ gekürt. Ich hätte ja noch Stunden gucken können! Und essen, denn regionale Produkte sind auch hier der Schwerpunkt auf dem Teller.
Olschi-Prädikat: mehr als empfehlenswert!

Der nächste Tag führte uns an den Wörthersee. Genauer gesagt nach Velden. Vorweg sei gleich erwähnt, dass Velden mehr zu bieten hat, als Roy Black. Gut, den passenden Ohrwurm dürft Ihr nun gerne behalten – den hatte ich schließlich auch! Anyway, der nächste Slow Trail „Römerschlucht“ rund um den schönen Wörthersee stand auf dem Programm. Dieser Slow Trail stellte sich als kleine Wanderung heraus. Mit super schönen Ecken und Blick auf den Forstsee (ein kleiner See oberhalb des Wörthersees). Die Wanderfreunde werden hier auf ihre Kosten kommen, versprochen.

Slow Trail Römerschlucht in Kärnten

Slow Trail Römerschlucht in Kärnten

Slow Trail Römerschlucht in Kärnten

Slow Trail Römerschlucht in Kärnten mit Blick auf den Wörthersee

Genächtigt wurde übrigens im Beach House bzw. im Ogris am See. Beides großartige Gastgeber direkt am See, neu gestaltet, aber mit dem gewissen Retroflair. Und nach der schönen Tour ließen wir den Abend mit einem leckeren Essen im Restaurant am Beach House ausklingen. Blick auf den Wörthersee inklusive, versteht sich ja von selbst.

Essen im Beach House in Velden - Kärnten

Essen im Beach House in Velden - Kärnten

Also ich bin begeistert, sowohl von der schönen Gegend, als auch von den vielfältigen Slow Trails, die ihrem Namen alle Ehre machen und auf denen man wirklich abschalten kann. Bis Ende des Jahres sollen insgesamt 16 Slow Trails eröffnet sein und es ist wirklich für jeden etwas dabei. Egal, ob mit Kindern, allein, zu zweit oder mit dem Hund (bzw. irgendeinem anderen Lieblingshaustier) eine Begehung ist für fast jedermann möglich. Tipp: Vorher über die unterschiedlichen Routen informieren, denn jeder hat schließlich ein anderes Gefühl von „wandern“ und „Entschleunigung“ bzw. sind die Wege unterschiedlich schwierig zu begehen, aber sehr gut erläutert. Und zur idealen Kombination lässt sich immer auch ein Bad im See ergänzen. Wie in Teil 1 schon erwähnt, war ich zum ersten Mal in Kärnten… und ja, es stimmt, es ist schon ein sympathischer, südländische Einfluss vorhanden. Gefällt mir, ich komme gerne wieder!

Sonnenaufgang am Wörthersee in Kärnten

 

Pressereise in Kooperation mit Kärnten – Lust am Leben

Urlaub am See. Kärnten und seine Slow Trails (Teil 1)

29. Juni 2018 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Mittlerweile war ich ja schon sehr oft in den Alpen. Ob in Österreich, in Italien oder auch mal in der Schweiz, die Alpen sind eine Region, in der ich mich einfach richtig wohl fühle. Seit Jahren bzw. Jahrzehnten ist es vor allem Österreich – und dort vor allem Tirol und das Salzburger Land – wo es mich immer wieder (gerne) hin verschlägt. Natürlich war ich auch schon mal in Wien, mit einem kurzen Abstecher an den Neusiedler See im Burgenland. Aber so viel mehr von Österreich kenne ich dann doch noch nicht. Für eine neugierige Person, wie ich es bin, reicht das natürlich nicht aus, schließlich gibt es überall Neues zu entdecken.
Als vor ein paar Wochen die Einladung zur Pressereise nach Kärnten eintrudelte, musste ich also nicht lange überlegen. Kärnten kannte ich bis dato kaum und das Thema „Urlaub am See – Slow Trails“ hörte sich äußerst vielversprechend an! Ein neues Bundesland entdecken, Seen und Entschleunigung – was will man mehr! Und so ging es in Richtung Süden, auf die Tauernautobahn mit dem Ziel Millstätter See. Allein über die Tauernautobahn zu fahren macht mich schon glücklich. Erstens Auto fahren, zweitens die Berge und drittens angenehme Geschwindigkeitsbegrenzung. Gut, vielleicht trägt auch der Gedanke an „Urlaub“ und die Aussicht auf Erholung ihren Teil dazu bei.

Erster Anlaufpunkt der Reise war Seeboden am Millstätter See, ein gesetzlich anerkannter Luftkurort. Dort ging es ins Hotel Moserhof, das übrigens in diesem Jahr sein 50jähriges Jubiläum feiert.
Aber erst einmal musste der Hunger gestillt werden. Und dazu ging es mit allen Beteiligten zum Lindenhof in Millstatt. Leckere Kärntner Küche in einem schönen Gasthof, dessen Geschichte bis ins 12. Jahrhundert reicht, der aber erst in diesem Jahr wieder so richtig zu neuem Leben erweckt wurde. Herz (bzw. Magen), was willst Du mehr?!
Gut gestärkt wartete dann der erste Slow Trail auf uns. Bei den Slow Trails handelt es sich um kürzere Wanderwege in Nähe der schönsten Kärntener Seen. Kurz bedeutet in diesem Fall mit maximal 10 Kilometern Länge bzw. 300 Höhenmetern. In einer tollen Atmosphäre – ich sage nur: Wasser und Berge – ideal zum Entspannen, Genießen, runter kommen und der Natur mal wieder etwas näher zu sein bzw. den Kopf frei zu kriegen vom Alltagsstress. Die Slow Trails sind ein Gemeinschaftsprojekt, für das sich fünf Kärntener Seedestinationen zusammengetan haben. Insgesamt soll es bis Ende diesen Jahres 16 Stück geben. Wir waren also mit die ersten, die auf den Spuren des Wellensymbols entlang der Seen wanderten. Und unsere erste Runde führte uns auf den Slow Trail Zwergsee.

Slow Trail - Zwergsee in Kärnten

Wald im Slow Trail Zwergsee in Kärnten

Auf dem Slow Trail mit Blick auf den Millstätter See - Kärnten

Gemächlich führte uns der Weg durch den Wald und um den See. Von der Landschaft hat es fast ein bisschen was vom Spessart. Also mit mehr Nadelbäumen und natürlich mit Blick auf den Millstätter See. Eine schöne Tour für den Einstieg bzw. zum Kennenlernen der Slow Trails. Apropos Millstätter See – dieser wurde im Anschluss per Motorboot erkundet. Wer das einmal machen möchte, dem kann ich nur die Firma Motorboot Peter Strobl empfehlen. Hätten wir nicht minimal Zeitdruck gehabt, hätten wir vermutlich noch viel länger über den See fahren und den spannenden Geschichten dazu lauschen können.

Bootsfahrt mit Motorboot Peter Strobl auf dem Millstätter See in Kärnten

Bootsfahrt mit Motorboot Peter Strobl auf dem Millstätter See in Kärnten

Bootsfahrt mit Motorboot Peter Strobl auf dem Millstätter See in Kärnten

Ziel war aber nicht sofort der nächste Slow Trail, sondern ein Biwak. Und zwar nicht irgendein Biwak, sondern ein „Biwak unter den Sternen“. Passend zum Motto: Natur, Genuss, Zeit zu zweit und Auftanken kann man hier wahrscheinlich eine herrliche Nacht am See verbringen.

Biwak unter den Sternen in Kärnten

Ich stelle es mir ein bisschen vor wie zelten. Also so in der Art. Nur mit mehr Komfort und herrlichem Blick auf den Sternenhimmel bzw. das Tal und/oder den See. Je nach Wunsch, denn aktuell gibt es sieben verschiedene Biwaks mit unterschiedlichen Ausrichtungen. Auch der Moserhof besitzt ein solches Biwak inmitten einer Blumenwiese und mit Aussicht auf den Millstätter See.

Biwak unter den Sternen vom Moserhof in Kärnten

Wir übernachteten allerdings nicht hier, sondern fuhren mit dem Boot weiter nach Döbriach, um den zweiten Slow Trail zu testen. Richtig, es war ein volles Programm, was allerdings überhaupt nicht in Stress ausartete. Muss vermutlich an den Slow Trails und der dazugehörigen Entschleunigung liegen. Anyway, zum Abschluss des Tages wanderten wir also auf dem sagenumwobenen Slow Trail „Mirnock“. Am besten sollte man versuchen, gegen Abend oben am Mirnock anzukommen, dann kann man bei toller Abendstimmung den Blick über den See schweifen lassen. Bei unserer Tour hat das Wetter mitgespielt:

Auf dem Slow Trail Mirnock mit Blick auf den Millstätter See bei Sonnenuntergang - Kärnten

Leider verging die Zeit zu schnell, irgendwann kam das Hungergefühl zum Vorschein und überwog die herrliche Aussicht. Aber Österreich wäre nicht Österreich, wenn es keine ordentlichen Brotzeitplatten mit besten Produkten aus der Region gäbe. Ihr entschuldigt…

Brotzeit in Kärnten

(Teil 2 folgt schon bald und ich erzähle Euch, welche Seen noch dabei sind)

 

Pressereise in Kooperation mit Kärnten – Lust am Leben

Aufwärts