Die Krise als Chance

6. Mai 2020 | 2 Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Seit dem 21.3. gelten in Bayern (und ziemlich zeitgleich auch in allen anderen Bundesländern) per Allgemeinverfügung grundlegende Ausgangsbeschränkungen. Keine unnötigen Wege, keine Besuche, keine Tätigkeiten draußen ohne triftigen Grund etc. Abstand ist das Wort der Stunde. Das dient natürlich dem Schutz der Bevölkerung, für den sich eine Regierung bzw. ein Staat einsetzen muss. Punkt! Das Allgemeinwohl geht vor. Das sollten sich alle Verschwörungstheoretiker oder sonstigen Verschwurbler, alle „Autoindustriefirst-“ und „ichlassemirnichtsverbieten“-Kritiker doch nochmal genauer durch den Kopf gehen lassen.

Mittlerweile sind wir also in Woche 7 dieser Ausgangsbeschränkungen. Selbstverständlich dürfen die Einschränkungen nicht zur Gewohnheit werden, müssen kontinuierlich geprüft und angepasst werden. Eine Einschränkung der Grundrechte ist nicht ohne, dem sind sich aber glaube ich auch alle Entscheidungsträger bewusst. Eine leichte Lockerung trat letzte Woche in Kraft und die nächsten Lockerungen wurden gerade angekündigt. Ob das zu früh ist, wird wiederum erst in ein paar Tagen bzw. Wochen zu erkennen sein. Kritik wird jedenfalls zur Genüge geübt. Und wisst Ihr was? Es nervt! Egal, ob pro Coronaparty oder contra Maskenschutz. Ich persönlich möchte keine dieser Entscheidungen fällen müssen und ein bisschen Vertrauen in unsere Politik und die medizinischen Experten wäre wünschenswert.

Mir persönlich ist es aktuell auch (fast) schnuppe, welche (demokratische) Partei an der Spitze steht – es geht um die Sache und wie es scheint, versuchten da bisher fast alle einen möglichst guten Job machen.  So mein Eindruck. Als Unternehmer war ich sehr froh, dass Bayern als eines der ersten Bundesländer Sofortmaßnahmen zur Unterstützung auf den Weg gebracht hat. Und dies noch dazu ohne großen Bürokratieaufwand und in unserem Fall ziemlich fix. Selbstverständlich gibt es auch hier wieder einige Kritiker, man kann es nicht jedem (sofort) Recht machen und klar, die Situation ist für viele schwer. Aber ich bin von der Schnelligkeit und Abwicklung der Sofortmaßnahmen begeistert. Das kennt man durchaus anders. Allein, was Deutschland im Vergleich zu anderen Staaten an Finanzhilfen zur Verfügung stellt, ist erwähnenswert:

Infografik: Der deutsche Corona-Schutzschirm im Vergleich | Statista

Irgendwann in naher bzw. ferner Zukunft wird es einen Impfstoff und/oder eine geeignete Therapie geben. Es wird mutmaßlich noch ein paar Monate dauern, bis dies der Fall sein wird. In dieser Zeit werden wir uns an die außergewöhnliche Situation gewöhnen müssen und das bestimmt auch meistern. Bevor es zurück zur „Normalität“ geht. Doch was überhaupt ist „Normalität“?

Ist es: „Aufstehen, zur Arbeit fahren, 8-9 Stunden arbeiten, nach Hause fahren, etwas Zeit mit Freunden/ Familie/Sport/TV verbringen, schlafen“ (verkürzt dargestellt).

Oder: „Heute haben wir unser wöchentliches Meeting in XY und der Flug geht schon um 07:00.“

Oder auch: „Der Dienstwagen gehört für uns als Arbeitgeber/-nehmer selbstverständlich dazu…“

Oder vielleicht auch: „ich bestelle mal schnell beim asiatischen Billiganbieter ein paar Klamotten (…)  und brauche noch dringend Erdbeeren zum Kuchen“ (im Dezember)?

Nur ein paar Beispiele, an die wir uns mittlerweile gewöhnt haben. Man könnte noch unzählige aufführen. Da nehme ich mich selbst überhaupt nicht aus.
Ist es aber nicht gerade jetzt an der Zeit, einmal über seine eigenen Einstellungen und Gewohnheiten nachzudenken? Sowohl persönlich als auch als Unternehmen?
Müssen Meetings immer Face-to-Face in einem Gebäude stattfinden? Muss der Arbeitnehmer im Bürojob immer vor Ort an seinem Schreibtisch sitzen oder kann er nicht genauso gut auch mal von zu Hause arbeiten? Muss es immer ein schnelles Dienstfahrzeug sein? Wöchentliche Flüge (möglichst noch innerdeutsch)? Und vieles mehr….

In Zeiten von Corona merken wir, dass ganz andere Dinge wichtig sind bzw. wie unwichtig manche Gewohnheiten auf der anderen Seite werden. Ansichten ändern sich und es sind plötzlich Sachen möglich (und nötig), die vorher nie und nimmer in Betracht gezogen wurden. Videokonferenzen, Homeoffice, neue Arbeitszeitmodelle, Online-Anträge und Zulassungen bei Behörden, etc. pp.
Wagen wir einen Blick über den Tellerrand und schauen in die Modebranche. Diese Branche ist immer wieder Wiege von Innovationsprozessen. Livestreams von den großen Fashion Shows sind keine Seltenheit und gehören bereits seit einigen Jahren zum Repertoire. Ebenso wie Interviews und Diskussionsrunden online, schon 2013 war ich Teil eines Interviews initiiert von Ermenegildo Zegna über Google Hangout (damals noch Google+) mit Designer Paul Surridge, damit war EZ der Zeit voraus und erreichte eine große Zielgruppe.

Das ist mittlerweile 7 Jahre her und es stimmt mich nachdenklich, dass viele Unternehmen erst JETZT auf „neue“ Ideen kommen. Positiv gesehen: Endlich passiert etwas. Aber warum muss es immer erst eine Krise geben, damit sich etwas ändert? Und vor allem, wie lange bleiben aktuelle Änderungen bestehen?
Auch im privaten Umfeld fallen gerne die Worte „…wir haben jetzt alle mehr Zeit…“ Da stellt sich mir wiederum die Frage: Hat der Tag nun plötzlich mehr als 24 Stunden? Liegt das an Kurzarbeit, ist es sicherlich keine entspannte Zeit. Vielleicht liegt es bei manchen aber auch an der nicht-verschwendeten Wegezeit zwischen zu Hause und Arbeit? Vielleicht besinnen wir uns auf die „wichtige“ Zeit mit der Familie?

Ein weiteres Beispiel ist der Lieferservice – für einige Unternehmen vor Corona fast undenkbar – jetzt für manche einzig verbleibende Möglichkeit, ihre Arbeit, wenn auch in begrenztem Umfang, fortzuführen. Kartenzahlung – vor Corona immer noch in einigen Bereichen unmöglich, mittlerweile (aus hygienischen Gründen) erwünscht. Durch die Pandemie wird sich die Akzeptanz der Bezahlung durch Geldkarten bestimmt erhöhen.

Kommen wir zurück – irgendwann wird Corona kein Thema mehr sein und die Ausgangsbeschränkungen werden wieder aufgehoben. Fallen wir dann zurück in unsere alten Muster VOR Corona? Oder nutzen wir jetzt die Chance und überdenken unser (Arbeits)leben mit daraus resultierenden Vorteilen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber?  Diesen Denkprozess sollten wir angehen und Möglichkeiten diskutieren. Einige sind dazu bereit, andere (leider) nicht. Als Unternehmer habe ich zwar mein Kerngeschäft, aber ich muss (nein, ich möchte) mich parallel mit neuen Innovationen und Gedanken beschäftigen und über den eigenen Tellerrand schauen.  Nicht dauerhaft „höher-schneller-weiter-mehr“. Mit (positiven) Auswirkungen auf das Arbeitsleben und unsere Freizeit, aber auch gesamtgesellschaftlich gesehen und auf das Klima.

Eigentlich haben wir aktuell auch einige Chancen – nutzen wir sie!

Fazit: Nicht meckern, sondern mit einem Blick in die Zukunft handeln! Das ist die Devise!

Canali Spring/Summer 2020

21. Juni 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , , , ,

“Yet, one day through an open gate among the green luxuriance of a yard, the yellow lemons fire.” Was Eugenio Montale in seinen Zeilen schreibt, stelle ich mir gerade bildlich vor… An einem schönen, warmen Sommertag in Italien (vielleicht sogar in Mailand) durch die Straßen schlendern, von vorne denkt man vielleicht erst noch „…ach, ein typisches Stadthaus…“. Aber wenn man um die Ecke schaut, kommt der grandiose Innenhof zum Vorschein mit viel Grün, der ein oder anderen Palme und natürlich Zitrusfrüchten. Die perfekte Einladung für einen gemütlichen Tag draußen, mit Freunden. Alternativ natürlich auf dem Land, mit viel Platz und Ruhe zum Spazieren, Picknicken und sich erholen.
So oder zumindest so ähnlich sieht die Geschichte der neuen Kollektion von Canali für Frühling/Sommer 2020 aus. Leichte, sommerliche Outfits sind das Thema, perfekt für solch einen Tag. Schließlich benötigt man für so einen Anlass auch die richtige Kleidung.

Entsprechend luftig-leicht und entspannt ist die Kollektion, die einen Bogen zwischen formellen Looks und Sportswear schlägt. Die Safarijacken und Cargohosen erinnern an eine Vintage-Ära, die von der Natur inspiriert war. Sakkos mit hochgekrempelten Ärmeln in Kombination mit sportlichen Tunnelzughosen oder Bermudashorts ergeben einen perfekt-sommerlichen Look.
Warme Rottöne, Haselnussbraun, satte Grüntöne und erdige Neutraltöne erinnern an die italienische Landschaft. Aber auch sommerliche Abendstimmung wird mit verschiedenen Grau- und Blautönen aufgegriffen. Die Materialien sind entsprechend natürlich, Leinen, Wolle, Seide, Baumwolle und Wildleder, umgesetzt in softe und elegante Silhouetten. Muster und Strukturen verstärken die sommerliche Stimmung und sorgen für das Tüpfelchen auf dem „i“.

Eine sehr relaxte Kollektion für einen schönen Tag, aktuell zumindest in Gedanken und im nächsten Jahr dann für den Canali-Mann.

Salvatore Ferragamo “Homecoming” Spring/Summer 2020 der Männer

17. Juni 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Es ist Juni und das heißt bekanntermaßen Hochsaison der Männermode, beginnend mit der Pitti in Florenz und den Schauen in London. In Florenz war Salvatore Ferragamo mit der Kollektion für das kommende Frühjahr bzw. den Sommer mit dabei.
Unter dem Motto „Homecoming“ rückt das italienische Traditionshaus seine Geburtsstätte in den Mittelpunkt. Florenz, eine Stadt der Kunst und Kultur, gleichzeitig aber auch geprägt von Ökonomie und Technologie, was Kreativdirektor Paul Andrew in seiner ersten Show für Ferragamo aufgreift. Und zwar am Piazza della Signoria direkt unter Michelangelos David. Wer den Platz kennt, weiß, welche Bedeutung er für die Kunst/Mode und Italien hat und passt daher bestens zu Salvatore Ferragamo.

Paul Andrew stellt die traditionsreiche Handwerkskunst – Ursprung und Herzschlag des Hauses – mit klassischen Menswear-Codes in den Mittelpunkt, setzt diese aber gleichzeitig sehr modern und zeitgenössisch um. Farbtechnisch trugen die männlichen und weiblichen Models eine breite Palette an Natur- und Erdtönen, dazu kräftigere Farben, wie Pink, leuchtendes Grün sowie dunkles Blau als Akzent. Bei den Materialien gab es einen Mix aus Baumwolle, Mohair, Leinen und Nappaleder zu sehen. Oder, wer das Glück hat, auch zu fühlen.

Inspiriert wurde Paul Andrew u. a. von Schuhmodellen aus dem Archiv und von lokalen, toskanischen Schuhmachern. Seine Vision ist multikulturell, generationenübergreifend und fernab unflexibler Geschlechternormen, die Verbindung von hochwertigem Handwerk mit High-Tech macht sein Konzept aus. 
In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch für die gelungene Kollektion!

Gaming meets Fashion

12. April 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Ja, ich muss es zugeben. In mir steckt ein alter Zocker. Strategiespiele, Egoshooter, Jump ’n’ Run – ich hab ziemlich viel ausprobiert. Kennt Ihr noch das Game „Tactical Ops“? Das war zu Zeiten, als es noch kein Call of Duty bzw. Battlefield gab. Damals waren wir in einem Clan unterwegs, zockten wie die Weltmeister und gewannen sogar einige Trophäen. Natürlich wurden auch Age of Empires und danach Command & Conquer genauestens unter die Lupe genommen. Eigentlich war immer zu wenig Zeit vorhanden, so dass es durchaus vorkam, dass die Nacht durchgezockt wurde. Was zu leichten Irritationen bei Terminen am nächsten Tag führen konnte. War aber schon eine schöne Zeit. Und Zocker bleibt Zocker, ich sage nur: Red Dead Redemption II, kann ich jedem Computerspielfan unter Euch nur empfehlen.

Zurück zum eigentlichen Thema, „Gaming meets Fashion“. Einige meiner Follower drüben auf Twitter spielen „Die Sims“. Auch die Dame des Hauses berichtet ganz begeistert von früheren Sims-Sessions mit Erschaffung der Sims, Hausbau, Jobsuche etc. Ihr kennt es wahrscheinlich selbst. Ich habe mir das Game damals ebenfalls angeschaut und ausgetestet, doch die liebe Zeit… Anyway, bisher sind ca. 200 Millionen Stück weltweit verkauft worden. Somit ist das Game eines der meist verkauften Spiele weltweit. Sabberlot!

Nun kommt beides zusammen, also Game und Fashion. Moschino und Maxis, ein Entwicklerstudio von Electronic Arts, geben den Launch einer neuen, gemeinsamen Capsule Collection bekannt. Und zwar im Rahmen der alljährlichen Wüstenparty von Jeremy Scott, Creative Director von Moschino, in Palm Springs. So verwandeln sich „Die Sims“ in Real Life Kleidungsstücke und Accessoires. Und so kommt die Mode von Moschino ins Game, denn auch hier wird die Kollektion zu finden sein.
Ab dem 14. April wird es die vom Spiel inspirierte Kollektion in den Boutiquen von Moschino und online geben. 

Jeremy Scott erklärt dazu: „Ich liebe die Idee, mit dem Die Sims-Universum eine Welt voller individueller Persönlichkeiten erfinden, entwerfen und zum Leben erwecken zu können. Dieses Konzept spiegelt all das wider, was ich bei jeder Kollektion für Moschino tue – ein Fantasie-Universum mit spektakulären Geschichten und Charakteren erschaffen.“

Aktuell ist bekannt, dass dies erst der Anfang der kreativen Zusammenarbeit ist. Weitere Details werden im Game veröffentlicht, eine sehr coole Idee. Moschino ist bekannt für solche Aktionen und ich würde einmal behaupten, dass sich das zu einem (kleinen) Trend entwickeln wird. Ich bin gespannt!

So sehen übrigens Teile der Kollektion im Game aus:

Ja, das Pixeldesign ist so gewollt. Erinnert an die Anfänge der Computerspiele, damals war es einfach so. Unglaublich, ich weiß!

„A free ride“ – Matchless London auf der Fashion Week in Mailand

21. Februar 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Wie Ihr wisst, befinden wir uns aktuell mitten im „Fashion Month“, dem Monat voller Fashionweeks rund um den Globus. Im Februar dreht sich zwar alles um die Damen, bekanntermaßen vermischen sich in den letzten Jahren aber die Kollektionen, und verschiedene Labels zeigen die Damen- und die Herrenlinien gemeinsam.
Das gilt auch für das Label Matchless London, das gerade seine Herbst-/Winter 2020 Kollektion auf der Mailänder Fashionweek vorführte. Wie heißt es so schön „Britische Bikertradition trifft auf italienisches Design“ Genauso könnte man es zusammenfassen.

Anlässlich des 120-jährigen Firmenjubiläums präsentierte Matchless zum Auftakt der Fashion Week in Milano eine innovative Street-Show. Allerdings nicht in Form einer traditionellen Modenschau, sondern – passend zur Marke – eine E-Scooter-Fashionshow. Matchless London ist nämlich die älteste britische Marke für Motorräder und die erste Marke, die selbst eine eigene Kollektion mit passender Bekleidung herausbrachte.

Matchless Street Show - Februar 2019 in Mailand

In den Straßen Mailands zeigten die Models die neuen Kreationen statt auf dem klassischen Catwalk auf smarten Elektrorollern. Dazu passen ideal die Kleidungsstücke aus ökologischen Materialien, die dennoch den ursprünglichen Look von Matchless beibehalten.

Schon 2016 habe ich selbst einen E-Roller getestet und war begeistert. Genau so etwas ist Teil der Mobilität von Morgen (bzw. schon heute). Wenn die Behörden mit den Genehmigungen schneller werden würden… aber das ist wieder ein anderes Thema. In Mailand spendiert Matchless jedenfalls allen Interessierten während der Fashionweek einen „free ride“ auf dem Elektro-Roller, dazu braucht man nur die passende App.

Und mit der Kollektion ist man dann nicht nur auf dem E-Scooter gut angezogen, es spricht natürlich auch nichts gegen eine Ausfahrt mit einer „großen“ Maschine. Je nach Lust und Laune!

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