#AltesBlechAlteGrenze – die ersten Highlights im Fichtelgebirge

11. Juni 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , , , , ,

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Die erste Teilstrecke unseres Roadtrips #altesblechaltegrenze führte uns von Rüsselsheim mit Zwischenstopp in Partenstein im Spessart weiter in Richtung Osten. Am ersten Tag mussten wir einige Kilometer auf der Autobahn hinter uns bringen. Da ich zuerst mit dem Opel Corsa unterwegs war, musste sich mein Körper zunächst an den vorhandenen Platz gewöhnen, was im Umkehrschluss zu lustigen Anblicken beim bei Ausstieg geführt haben soll – aber das ist ein anderes Thema.

Das Wetter spielte mit, um die Reifen auch bei Regen zu testen. Diese hielten, was sie versprachen und auch die Fahrzeuge konnten keinen Wassereinbruch vermelden, bis auf leichte Wasseransammlungen in den Blinkern des Fords – quasi Blinkerflüssigkeit ;)
Wir fuhren auf der A70, bis wir an den Ausläufern des Fichtelgebirges ankamen. Von dort aus ging es auf Landstraßen weiter. Trotz des anhalten Regens genossen wir die kurvigen Straßen, die schöne Gegend und erreichten unser Etappenziel, den Ochsenkopf am Nachmittag. Zum Glück ließ der Regen nach und somit machten wir uns auf den Weg nach oben. Theoretisch ginge ein Lift, aber aus bekannten Gründen war dieser noch außer Betrieb. Wir nahmen den direkten Weg und wanderten in mystischer Stimmung auf den Gipfel.

Warum haben wir uns eigentlich das Fichtelgebirge, bzw. den Ochsenkopf als erstes Ziel unseres Trips um die deutsche Teilung ausgesucht? Bevor ich Euch diese Frage beantworte, muss ich Euch noch eine Info geben. Bereits vor unserer Tour kamen (wenige) Stimmen auf, dass wir „Wessis“ zwar in den Osten fahren, aber dann beispielsweise ohne Trabant/Wartburg unterwegs sind (was wir im Übrigen auch gern getan hätten, hat aber nicht funktioniert). Des Weiteren könnten wir doch gar nicht neutral und unvoreingenommen über die DDR berichten. Mag sein, aber das war auch nicht unser Ziel, denn als „Wessi“ können wir überhaupt keine Eindrücke aus dem damaligen Osten vermitteln – woher auch?! Als Kind bekam ich nicht viel mit von Teilung und Grenze. Wir hatten keine direkte Verwandtschaft in der DDR und soweit ich mich erinnern kann, wurde auch während der Schulzeit nicht sonderlich viel über die Teilung/Grenze/DDR gesprochen. Im Nachhinein sehr schade, aber umso mehr versuchten wir, Eindrücke und Erfahrungen bei unserem Roadtrip zu sammeln. Ich sehe es eh positiv, denn ich kann unvoreingenommen an unseren Trip herangehen. Übrigens ist Marcel, unser Fotograf, in der Pfefferkuchenstadt Pulsnitz aufgewachsen. Somit hatten wir auch einen „Ossi“ mit on Board.

Aber zurück zum Ochsenkopf. Dieser spielte zu Zeiten der deutschen Teilung eine wichtige Rolle, um über den 191,5 Meter hohen Fernsehturm ab 1958 Westfernsehen in den Osten zu senden. Überwiegend wurde das Programm der ARD gesendet und erreichte weite Teile der ehemaligen DDR. In den Anfangszeiten soll der Empfang von Westfernsehen offiziell noch komplett untersagt gewesen sein, später dann geduldet. Allerdings zeigt eine Studie („Opium for the Masses: How Foreign Media Can Stabilize Authoritarian Regimes“ oder „Leben ohne Westfernsehen: Studien zur Medienwirkung und Mediennutzung in der Region Dresden in den 80er Jahren“), dass dies gar nicht so fruchtete, wie angenommen. Ursprünglich sollte durch die Übertragung die Hinterfragung des Regimes verstärkt werden. Aber im sogenannten „Tal der Ahnungslosen“ (wo immerhin 15% der gesamten Bevölkerung lebten, dort aber kein West-Fernsehen verfügbar war) waren die Bewohner unzufriedener mit dem Regime als in der restlichen Bevölkerung. In erster Linie war das Westfernsehen also vorrangig Unterhaltungsprogramm, wie für alle anderen auch. Der Sendeturm steht nach wie vor und ist aktuell im Besitz des Bayerischen Rundfunks. Ansonsten bietet der Ochsenkopf mit seinen 1024m Höhe zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten, von Skipisten über Trails bis hin zu Sommerrodelbahn und Klettergarten.


Neben dem Ochsenkopf spielte sein Nachbar, der „Schneeberg“, eine wichtige Rolle in der Geschichte der deutschen Teilung. Seit Jahrhunderten bestand hier eine Signalwarte und im letzten Jahrhundert wurde er zum Militärstützpunkt. Ein Aufklärungsturm wurde errichtet, um über die Streitkräfte des Ostblocks aufzuklären. Man befand sich schließlich im kalten Krieg, der jederzeit hätte eskalieren können. Was zum Glück nicht passiert ist! 1992/1993 wurden die Umzäunungen abgebaut und die Bevölkerung hatte nach Jahrzehnten wieder die Möglichkeit, den Gipfel zu besuchen.
Übrigens ist der Schneeberg mit seinen 1053 Metern der höchste Berg der Franken. Leider hatten wir Pech mit dem Wetter und der Gipfel war nicht zu sehen. Was aber auf jeden Fall genial ist, also nicht nur im Rahmen eines Roadtrips, ist die Umgebung des Fichtelgebirges zum Wandern bzw. Natur genießen. Reflektierend betrachtet frage ich mich, warum ich die Region noch kaum auf dem Schirm hatte. Das muss sich in Zukunft ändern! Eine Gegend mit vielfältiger Landschaft inklusive über 1000km2 Naturpark, Europas größtem Felsenlabyrinth und Gipfeln bis zu 1000m Höhe. Um nur ein paar der Highlights zu nennen.
Übernachtet haben wir im Hotel SOIBELMANNS Bad Alexandersbad im gleichnamigen Ort, ein 4-Sterne-Hotel inklusive Wellnessbereich, den wir leider nicht nutzen konnten.

Am nächsten Tag ging es für uns weiter nach Mödlareuth. Dort besuchten wir das Deutsch-Deutsche Freilichtmuseum Mödlareuth. Ein weiterer historischer Ort, der von den Amerikanern gerne „Little Berlin“ genannt wurde. Das geteilte Dorf. Die Grenze verlief genau auf dem Tannbach (ein kleiner Bach, der mitten durch das Dorf führt). Zu Beginn wurde die Grenze „nur“ mit einem Zaun abgegrenzt. Später dann jedoch weiter befestigt und mit Grenzsperranlagen wie Mauer, Stacheldraht und Türmen versehen. Diese wurden erhalten und die 700m lange Anlage bzw. Gedenkstätte kann (aktuell unter Berücksichtigung der Corona-Auflagen) besichtigt werden. Zusätzlich befindet sich neben der Grenzanlage ein Museum inkl. Fahrzeughalle. Darin sind verschiedene Modelle sowohl aus dem Westen als auch aus dem Osten zu sehen. Unter anderem ein SK-1 (mit der Aufschrift R28), welcher damals zur Grenzabsicherung z. B. beim Bau der Berliner Mauer eingesetzt wurden. Das Sonder-Kfz-1 war übrigens das einzige in der DDR serienmäßig gebaute Panzerfahrzeug.

Wir hatten eine interessante (coronakonforme) Führung vor Ort und es ist wirklich spannend, weil man hier Geschichte so nah erleben kann. Und einfach unvorstellbar, wie eine Grenze einfach mal ein kleines Dorf teilt, das kann man wahrscheinlich auch mit Führung und Infotafeln nicht mal ansatzweise erahnen.

Wie immer verging die Zeit zu schnell und wir mussten uns ja noch um den Corsa kümmern. Denn ein Roadtrip wäre kein Roadtrip, wenn alles reibungslos verlaufen würde. Doch was genau passierte, das erfahrt ihr in den nächsten Blogposts…

Mehr zum Roadtrip #altesblechaltegrenze findet Ihr natürlich auch auf den Blogs von Sebastian und Daniel.


Zwecks Transparenz: Ohne grandiose Partner wäre so ein Roadtrip nicht möglich gewesen. Deshalb ein dickes Dankeschön an: Dunlop, Opel, Volkswagen, Ford Deutschland, Tourismusregion Sachsen, Tourismusregion Fichtelgebirge, Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth, August Horch Museum in Zwickau, Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn und Gedenkstätte Point Alpha.
Bilder von Marcel Langer und mir.

Sieben auf einen Streich – der Naturparkweg in Mecklenburg-Vorpommern

15. April 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Reisen ist aktuell ja noch schwierig, aber auch das wird sich wieder ändern und wir freuen uns schon alle darauf!
Letztes Jahr war ich noch in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs. Natürlich war Corona ein Thema, doch die Lage lag damals noch etwas anders. Wir konnten unter dem Thema „30 Jahre Schutzgebiete“ die Nationalparks kennenlernen und die Besuche dort sind mir sehr gut in Erinnerung geblieben. Grundsätzlich gefällt mir die Ecke von Deutschland immer besser und ja, auf meiner imaginären Top-Urlaubs-Liste wandert die Region immer weiter nach oben. Das liegt für mich vor allem an der (unberührten) Natur, an den freundlichen und direkten Menschen, aber auch an der herrlichen Umgebung. Grundsätzlich bin ich immer neugierig, wenn es um für mich neue und unentdeckte Landschaften geht.

Zu Fuß bzw. mit dem Fahrrad waren wir in den Schutzgebieten unterwegs. Dass es mir so gut gefiel, lag vielleicht auch mit daran, dass ich bekanntermaßen gerne auf Wanderschaft gehe. Wenn ich könnte, würde ich am liebsten eine Berghütte pachten und von dort aus immer selbst Touren unternehmen. Da dies nun mal nicht realistisch ist, nutze ich einfach viele andere Möglichkeiten zum Wandern. Egal, ob es „nur“ eine 10km Tour ist, oder wie mit Marco eine Etappe über 30km. Mich entspannt es einfach und zudem gibt es immer etwas Neues zu entdecken. Ob es Pilze (Stichwort: Ästiger Stachelbart) sind, Tiere oder Begegnungen mit anderen Wanderern (Stichwort: Kniffelrunde), Highlights gibt es auf (fast) jeder Tour. Oder Erlebnisse wie den Sonnenaufgang auf dem Fluchtkogel – wenn ein Traum in Erfüllung geht. Sorry, ich schweife ab.

Was definitiv noch auf meiner Liste steht, ist ein Fernwanderweg. Es hat nämlich schon etwas meditatives, von Etappe zu Etappe zu wandern. Man kann nachdenken und sollte man zwischendurch auf Menschen treffen, tauscht man sich aus, hört verschiedene Geschichten, welche im Anschluss dann wieder „verarbeitet“ werden können. So wurde es mir zumindest immer von denen mitgeteilt, die bereits mehrere Tage am Stück ohne Unterbrechung unterwegs waren. Egal ob auf einem Klassiker, wie dem Jakobsweg, oder dem E5 über die Alpen – grundsätzlich ähneln sich die Erfahrungen.
Persönlich reizen mich eher die weniger frequentierten Wege. Aber jeder, wie er mag. Was ich daher sehr spannend finde: Ende Mai soll ein neuer Fernwanderweg eröffnet werden, der Naturparkweg Mecklenburg-Vorpommern. Dieser liegt (wie der Name schon sagt) in Mecklenburg-Vorpommern und hat eine Gesamtlänge von 907 Kilometern quer durch das Binnenland. Der Naturparkweg führt durch alle sieben Naturparks, durch das UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee sowie den Nationalpark Müritz. Ca. 700 Kilometer (77 Prozent) des Wegeverlaufes liegen innerhalb dieser o.g. Nationalen Naturlandschaften. Ziel ist es, den Naturparkweg nach Ausweisung durch den Deutschen Wanderverband als Inlandsvariante E9a des Europäischen Fernwanderweges E9 auszuweisen. Der E9a führt auch in Deutschland an der Küste entlang und verbindet hier Travemünde (im Westen) mit Swinemünde (im Osten).

Auf Gewässer muss man aber beim Naturparkweg trotzdem nicht verzichten. Als wahrscheinlich bekannteste sind der „Schweriner See“ und die „Müritz“ zu nennen. An diesen und noch vielen weiteren Wasserflächen führt der Weg vorbei. Übrigens ist er mit ca. 1500 Schildern gekennzeichnet und somit wird ein „Verlaufen“ fast unmöglich sein. Zusätzlich wird es eine mobile Anwendung geben inklusive zoomfähiger Karten. Und ich behaupte mal, jeder, der einen Fernwanderweg läuft, wird sich auch entsprechend vorbereiten.

Der Naturparkweg Mecklenburg-Vorpommern führt natürlich an zahlreichen Highlights und Besonderheiten vorbei, wie dem Schaalsee, dem Stettiner Haff und vielen weiteren. Diese bieten dann wieder die Möglichkeit, den Wissensdurst zu stillen. Nach der Eröffnung Ende Mai werden sicherlich noch weitere Informationen zum Wanderweg folgen. Für mich klingt der Naturparkweg jedenfalls sehr spannend mit seinem Fokus auf Natur, Nachhaltigkeit und regionalen Besonderheiten. Ich freue mich schon, wenn irgendwann ein paar, oder vielleicht auch die ganze Strecke, erwandert wird.

Nach der offiziellen Eröffnung gibt es hier alle Detailinfos zum Weg.

Traditionelle Handwerkskünste – vom Spessart bis nach Japan

3. Februar 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Es war einmal vor (mittlerweile) langer Zeit, als ich noch im Spessart lebte. Ein kleiner Ort, jeder kennt jeden und den Dialekt verstehen fast nur die Einheimischen. Denn in einem Dorf weiter wird bereits ein etwas anderer Dialekt gesprochen. Die Fenster konnte man getrost gekippt lassen, denn Nachbarn hatten immer ein Auge auf die Umgebung. So ist es (vermutlich) heute auch noch in „meinem“ kleinen Dorf. Und was gibt es im Spessart zuhauf? Holz! Holz war uns schon immer heilig. Also heilig ist vielleicht etwas übertrieben, aber im Spessart gelten beispielsweise noch uralte Holzrechte, das „Spessartrecht“, und viele Bürger besitzen sogar ein eigenes Stückchen Wald. Als Jugendlicher war ich natürlich mit im Wald und half, wenn Holz gemacht wurde. Das passierte immer erst im Winter, um die Natur bzw. die Tiere zu schonen. Und so kam ich bereits früh in Kontakt mit Holz. Bis heute bin ich begeistert von diesem Werkstoff. So begeistert, dass ich damals eine Ausbildung zum Schreiner (norddeutsch: Tischler) gemacht habe und mich seither Schreinergeselle schimpfen darf.
Was mich damals dazu bewogen hat, war die Liebe zum Werkstoff Holz, aber auch die Möglichkeit, meine Kreativität auszuleben. Holz ist ein relativ leicht zu bearbeitender Werkstoff und ich bin heute noch dankbar, dass mir die Vorgesetzten und Berufschullehrern viele Freiheiten ließen. Ob es an der CNC-Fräse war oder beim Fertigen des Gesellenstücks – ich durfte quasi alles machen, was mir in den Sinn kam. Woran ich mich noch gut erinnere, ist ein Auftrag unserer Firma für den Bau eines Messestandes, der anschließend nach Japan übersendet wurde. An die Details kann ich mich nicht mehr genau erinnern, aber es war eine Einzelanfertigung und sehr detailliert ausgearbeitet. Tetris-Fähigkeiten zahlten sich damals schon aus, denn der 40 Fuß (12,192m) große Überseecontainer bzw. Schiffscontainer wurde bis unter die Decke beladen. Ein paar Wochen später ging es auf die Reise nach Japan, das war schon eine Ehre für mich als Azubi.

Eine schöne Erinnerung. Was mir im Zusammenhang mit der Schreinertätigkeit besonders im Kopf geblieben ist, ist die japanische Handwerkskunst. Als Schreiner nutzen wir unterschiedlichste Werkzeuge, die natürlich nicht mit dem günstigen Handwerkszeug aus dem Baumarkt zu vergleichen sind. Ein Schreiner arbeitet im Bereich von Millimetern und somit wird gutes, scharfes und langlebiges Werkzeug benötigt. Als Beispiel nehmen wir eine Fingerzinkung. Die lässt sich auch maschinell fertigen …sieht aber auch dementsprechend aus. Im klassischen Stil wird eine Fingerzinkung mit einer scharfen „Japansäge“ und einem Stechbeitel durchgeführt. Die Form der Sägen ist unterschiedlich, aber meistens handelt es sich dabei um ein sehr dünnes Sägeblatt mit Zähnen in leichter Keilform. Diese sollten perfekt geschliffen sein und dementsprechend sehr scharf. Die Stechbeitel wurden übrigens immer per Hand geschärft und als Qualitätsmerkmal zur Schärfe mussten die Haare auf der Handoberfläche dran glauben.

Bei den ganz ursprünglichen Japansägen kommt die traditionelle, herausragende japanische Schmiedekunst zum Tragen. Die ihren Höhepunkt in der Fertigung von Samurai-Schwertern findet. In der japanischen Region Setouchi im Südwesten des Landes wird genau diese Tradition großgeschrieben.
Die Setouchi-Region formt das größte Binnenmeer in Japan, umgeben von den Präfekturen Hyogo, Okayama, Hiroshima, Yamaguchi, Tokushima, Kagawa und Ehime. Eine wunderschöne Seenlandschaft und äußerst vielfältige Gegend, in der man z.B. vier Weltkulturerben findet, 275 Sake-Brauereien (hehe) und mit 900.000 Hektar den ersten offiziell ausgewiesenen Nationalpark Japans, wobei bei der Größenordnung von einem „Park“ zu sprechen ja schon etwas untertrieben ist. Das Gebiet hat darüber hinaus einen jahrtausendalten Ruf für die Herstellung der besten Klingen Japans.

(Bild von Bizen Osafune)

Vor Ort, genauer gesagt in der Präfektur Okayama, befindet sich ein Schwertmuseum namens Bizen Osafune. Dort sind Schwerter (Katana) aus einem Zeitraum von über 1000 Jahren ausgestellt. Ein Katana war eigentlich immer schon eine Mischung aus Waffe und Kunstwerk. So kann man in den zugehörigen Werkstätten des Museums dem Schmiedeprozess beiwohnen, quasi von den Rohstoffen Eisenerz, Holzkohle (aus der regionalen Rotkiefer) und Wasser, die alle zur Genüge in Setouchi zu finden sind, bis hin zur Klinge. Alleine die Herstellung eines Katana dauert Tage, wenn nicht sogar Wochen. Außerdem können nur Handwerker, die eine Prüfung der Japanischen Agentur für kulturelle Angelegenheiten bestanden haben, in Japan zu Schwertschmieden werden – und selbst dann können Schwertschmiede höchstens 24 Schwerter pro Jahr herstellen, da die Vorschriften verlangen, dass jedes traditionelle Katana 15 Tage aktive Arbeit in Anspruch nimmt. Eine Handwerkskunst, die bis heute fortgeführt wird, die berühmten Bizen Katanas kann man nach wie vor käuflich erwerben.

Aber nicht nur die Herstellung gehört zum traditionellen Handwerk, sondern auch die Kunst des Schärfens. Da muss ich automatisch wieder an das Schärfen unserer Stechbeitel denken. Wobei Katanaklingen mit Sicherheit wieder ganz andere Bewegungen benötigen als der klassische Stechbeitel. Zum Vergleich: Unsere Stechbeitel waren maschinell bereits vorgeschliffen und wir mussten damals „nur“ noch den Feinschliff per Hand tätigen. Dies dauerte zwischen 30 Minuten und manchmal auch eine Stunde bis Zufriedenheit herrschte. Für eine (Katana)klinge wird hingegen eine Dauer von ca. 120 Stunden (!) gerechnet – von der Rohklinge inkl. Schärfens. Aber das ist noch nicht alles, denn die Klinge muss noch eingefasst werden. Traditionell geschieht das auch in Handarbeit. Magnolienholz hat dafür die richtigen Eigenschaften: Optisch zurückhaltend, dafür hart und gut zu verarbeiten. Neben der Härte spielt(e) die gute Verarbeitung eine wichtige Rolle. In der Regel werden die Griffe noch mit verschiedenen Verzierungen und Gravuren versehen, früher schon Symbole für Reichtum und Rang. So kommen in einem Katana verschiedene Handwerke zusammen.

Sollte es mich einmal nach Japan verschlagen – was ich sehr hoffe – dann ist ein Besuch in diesem Museum Pflicht!

Die Extratour Guckaisee in der Rhön – Wandern in der Region

17. November 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Wenn die Alpen zu weit weg sind für einen Tagesausflug, dann hilft nur, schöne Wanderungen in der Heimat zu unternehmen und die nahe bzw. nähere Umgebung (noch) besser zu erkunden. Nicht weit von Schweinfurt gibt es ein paar Mittelgebirge, welche perfekt zum Wandern einladen. Der Spessart und die Rhön sind den meisten von Euch wahrscheinlich ein Begriff, der Steigerwald und die Haßberge wohl eher noch Geheimtipps. Allesamt herrlich geeignet für Outdoor-Unternehmungen. Dabei die richtige Tour zu finden, ist nicht immer einfach. Für mich persönlich ist die Tagesform ausschlaggebend. Diese entscheidet in den meisten Fällen recht kurzfristig über die tatsächliche Route. Wie lang soll es sein? Eher eine Runde durch Wald, Wiesen oder in die Weinberge? Wie lautet die Wettervorhersage? Deshalb suche ich mir bereits im Vorfeld unterschiedliche Routen raus und passe diese gegebenenfalls an. Dabei greife ich zum einen auf die verschiedenen Outdoor-Tracking-Apps (wie Komoot, Outdooractive etc.) zurück, aber auch auf Offline-Karten/Infos von den verschiedenen Tourismusgebieten. In meinen Augen könnten die unterschiedlichen Apps in Sachen Benutzerfreundlichkeit ja verbessert werden, aber das ist ein anderes Thema.

Wir sind oft spontan, was bei einer Wanderung von Vorteil ist. Wie auch letztens, als wir uns für eine längere Tour entschieden. Wetterbedingungen und örtliche Begebenheiten wurden abgeschätzt und schon stand die Planung für die „Extratour Guckaisee“ in der Rhön.
Man muss wissen, dass wir bereits ein paar „Extratouren“ in der Rhön gemacht haben, die uns alle richtig gut gefallen haben. Die Tour zum Guckaisee hatten wir aber bisher immer etwas hintenangestellt. Warum? Die Tour startet entweder an der Wasserkuppe oder führt (je nach Einstieg) zumindest an der Wasserkuppe vorbei. Jetzt könnte man meinen „ja und?“. Zum Hintergrund: Die Wasserkuppe ist der höchste Berg der Rhön (und in Hessen), bietet zahlreiche Attraktionen (Sommerrodelbahn, Klettergarten usw.) und ist als „Berg der Flieger“ bekannt. Entsprechend viel los ist hier meistens, so auch auf den umgebenden Wanderwegen. Auch die insgesamt ca. 7 Großparkplätze deuten auf regen Betrieb hin. Was wir ja grundsätzlich eher meiden (nicht erst seit Corona).
An einem der letzten Samstage entschieden wir uns dann aber für diese Tour unter der Annahme, dass Ende Oktober weniger los sein wird als im Sommer, außerdem sind samstags ein paar weniger Leute unterwegs als sonntags usw. Die vorherigen Tage waren typisch für die Jahreszeit: Immer wieder abwechselnd Regen, trüb und nass-kalt. Dies sollte sich am besagten Tag ändern. Der Wetterbericht sprach von Sonne und noch einmal bis zu 20 Grad. Top! Perfekt also für eine Herbstwanderung.

Der Rucksack war selbstverständlich mit allen nötigen Dingen gepackt und los ging es. Wir wählten als Startpunkt die Wasserkuppe und wollten erst Richtung Guckaisee laufen, um dann ca. 20km später wieder am Ausgangspunkt anzukommen. So ähnlich, wie es im Rhönführer beschrieben ist. Die Extratouren lassen sich übrigens immer gut in beide Richtungen laufen.
Früh morgens sah es in der Rhön wettertechnisch noch etwas anders aus als gemeldet. Nebel soweit das Auge reichte. Also so richtiger Nebel. Mit Sichtweite unter 50m und die Temperatur auch noch nicht sonderlich hoch. Vorteil daran: tatsächlich sehr wenig Menschen unterwegs! Auto abgestellt, Schnürsenkel nochmals nachgezogen und los ging es. Den richtigen Einstieg zu finden, ist auf Grund des großen Geländes an der Wasserkuppe etwas kniffelig. Wir gingen ca. 1km erst einmal in die falsche Richtung. Aber sobald man das „G“ auf weißem Grund entdeckt hat, wird es eindeutig.

Vermutlich hat man von der Wasserkuppe eine sehr gute Aussicht. Uns blieb diese allerdings aus besagten Gründen verwehrt. Unser Weg führte uns vom Hochplateau vorbei am Fliegerdenkmal und der ehemaligen Radarstation. Beides nur schemenhaft zu erkennen. Hauptsache die Richtung stimmte und schön mystisch war es ja ohnehin. Noch recht gemächlich führte uns der Pfad vorbei an einer Herde Ziegen zum Pferdskopf mit (vermutlich) ebenfalls schönem Blick auf die umliegende Gegend. Geologisch gesehen wanderten wir auf einem Vulkan. Genauer gesagt handelt es sich beim Pferdskopf um eine „Staukuppe“, wir bewegten uns also mitten im Krater umher. Gut, schon vor sehr langer Zeit erloschen, aber dennoch ein Vulkan. Etwas unterhalb befindet sich das zugehörige Gipfelkreuz. Der Weg führt an dieser Stelle (von der Wasserkuppe kommend) links weiter. Allerdings befindet sich geradeaus noch ein schöner Ausblick („Klippe vor dem Pferdskopf“ genannt), die wir uns natürlich nicht entgehen ließen.

Danach also links den schmalen Weg entlang Richtung Wald. Der Weg war bedeckt von Blättern und aufgrund des Regens in den Tagen vorher ziemlich matschig. Unter den Blättern lagen wiederum kleine und größere Basaltsteine. An dieser Stelle war es auch etwas steiler, so dass man ein bisschen aufpassen musste. Aber wie ich immer sage: Auf gute Wanderschuhe kommt es an! Nach kurzem Stück erreichten wir den „Goldborn“. Eine Quelle, aus der aber leider kein Gold sprudelte. Als alter Spessarter weiß man natürlich, dass „Born“ eine Bezeichnung für eine Quelle und/oder Brunnen ist. Ab diesem Zeitpunkt ging es (vorerst) nur noch bergab. Immer weiter durch den schönen Herbstwald. Auch ein Reh zeigte sich – zumindest kurz, um dann wieder in den Tiefen des Waldes zu verschwinden. Nach weiteren ca. 1,5 Kilometern erscheint schließlich der Namensgeber der Runde, der Guckaisee. Eigentlich sind es zwei Seen. Ein Badesee und daneben (oberhalb) der Angelsee. Im Sommer sicherlich ein schöner Ausflugssee, als wir vorbeikamen, wurde der vordere See gerade abgelassen. Am Guckaisee treffen sich verschiedene Rhön-Wanderwege und hier befindet sich auch ein Wanderparkplatz, den man als alternativen Einstieg in die Extratour nutzen kann. Kurz nach dem See führte uns der Weg wieder nach oben, teilweise am Waldrand entlang, teilweise durch den Wald hindurch. Vorbei an Kühen und Pistenraupen (!) ging es Richtung Obernhausen, ein kleines Dorf mit etwas mehr als 90 Einwohnern. Diese waren am Samstag entweder zu Hause tätig oder saßen auf den Liftstützen, um diesen für die kommende Saison vorzubereiten. Evtl. sitzen manche vielleicht auch noch heute da oben?! ;) Übrigens hat man auch in Obernhausen die Möglichkeit, in die Extratour Guckaisee einzusteigen. Gleichzeitig erreichten wir hier den niedrigsten Punkt der gesamten Strecke. Ab jetzt hieß es wieder bergauf wandern.

Nach etwa der Hälfte der Strecke erreichten wir den Feldberg. Angeblich hat man von dort aus einen wunderbaren Blick Richtung Gersfeld. Wir sahen zwar die Stadt, aber es war weiterhin trüb und herbstlich grau. Immer noch eine mystische Stimmung, die man auch nicht alle Tage erlebt.
Weiter im Text, bzw. weiter ging es zurück in den Wald. Auch hier gab es vulkanische Ausläufer zu sehen. Und typisch für die Region: Basaltsteine bzw. auch Steinhaufen säumten den Weg. Diese waren sehr häufig von Moos bedeckt und sahen ziemlich gut aus. Nach ca. 16km und einer kleinen Steigung erreichten wir die Quelle der Fulda. Für die Hessen unter uns muss dies ein richtiges Highlight sein. Wobei man bereits vorher an der Fulda entlang läuft. Nämlich genau an dieser besagten Steigung durch den Nadelwald. Nach der Quelle sind wir schon fast auf der Zielgeraden zurück zur Wasserkuppe. Ein Wald-/Wiesenweg führt uns weiter nach oben, an einen weiteren Aussichtspunkt bzw. an eine Abzweigung. Hier könnte man theoretisch abkürzen und dem Weg direkt Richtung Wasserkuppe folgen, ODER man nimmt den Rundweg zum Schafstein, was auch der offiziellen Extratour-Route entspricht. Unbedingt zu empfehlen, denn das ist ein Highlight der Wanderung! Dieser kurze Rundweg liegt in der Kernzone des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. D.h. hier wird irgendwann auch wieder ein Urwald entstehen. Was gleichzeitig für uns Besucher bedeutet: Wir sind der Natur nur untergeordnet. Konkret heißt es, die Wege nicht verlassen, Hunde an die Leine, keinen Müll hinterlassen, möglichst leise sein und die Pflanzen stehen lassen bzw. Tiere nicht stören. Also eigentlich alles, was eh schon selbstverständlich sein sollte. Passend zu dem schönen Fleckchen Erde kam nun auch die Sonne heraus. Ich meine, Wald und Natur an sich ist schon sehr schön und ich bin gerne draußen, aber wenn die Strecke zudem noch durch eine ganz besondere Landschaft führt, muss ich schon etwas grinsen. Zumindest innerlich. Ihr wisst ja, der Franke an sich zeigt seine Gefühle nur spärlich.
Über den Schafstein führt ein kleiner Rundweg mit wunderbaren Aussichtspunkten, einer Stempelstelle und verschiedenen Besonderheiten. Zum einen ein sogenannter „fossiler Blockgletscher“. Dabei handelt es sich um Basaltgestein, welches zu Blöcken zerfallen ist und eine Dicke zwischen 25 und 40 Metern aufweisen kann. Früher (in einer Kaltzeit) waren die Zwischenräume der Blöcke vereist und somit bewegte sich die gesamte Struktur ähnlich eines heutigen Gletschers talabwärts. Mittlerweile sind die Blockzwischenräume mit Erde, Blättern und kleinen Steinchen verfüllt.

Mit etwas Glück findet man sogar wieder einen seltenen „ästigen Stachelbart“. Die 2-3 zusätzlichen Kilometer lohnen sich also wirklich. Auf den letzten Metern zurück zum Ausgangspunkt kam uns dann noch eine Familie entgegen, die sich nach dem Weg erkundigte. Soweit nichts Besonderes. Es war allerdings bereits ca. 16 Uhr und sie wollten noch einen Umweg zu ihrem 10km entfernten Ziel machen. Natürlich hatten sie nur die Handytaschenlampe dabei, mehr aber auch nicht. Auch im Mittelgebirge bitte daran denken, dass es in dieser Jahreszeit schon recht früh dunkel wird! Als kleiner Tipp: Frühzeitig mit der Wanderung starten, bei längeren Touren IMMER eine Taschenlampe (Smartphone zählt nicht dazu) oder Stirnlampe dabeihaben und die Route VORHER planen. Es kann eigentlich so einfach sein. Ich hoffe, dass sie es trotzdem noch rechtzeitig zu ihrem Ziel geschafft haben.

Laut Koomot waren wir 21,1km unterwegs, bei einer Höhendifferenz von 610m. Die reine Gehzeit betrug 4:42h. Meine Suunto Uhr, die vermutlich etwas genauer ist, sprach von 22,78km und einer Höhendifferenz von 685m. Aber egal ob ein paar Meter mehr oder weniger, es war so oder so eine sehr schöne Tour!

P.S.: Bei den „Extratouren“ handelt es sich um vom Wanderinstitut (ja, das gibt es wirklich) zertifizierte Rundtouren. Davon gibt es in der Rhön um die 30 und es kommen immer wieder neue Wanderwege hinzu, so erst in diesem Jahr mit der Extratour „Waldfenster“, die natürlich auch noch auf unserer „to-hike“-Liste steht.

Skifahren in Zeiten von Corona?

30. Oktober 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Corona – das Thema bestimmt dieses Jahr wie kein anderes. Verständlich, dass es die Nerven anspannt und manch einer gar nicht mehr darüber sprechen möchte. Leider ist das, was WIR wollen, dem Virus völlig egal. Und zudem ist diese Pandemie für fast alle die erste in ihrem Leben und somit für jeden von uns eine Herausforderung. Ob die daraus resultierenden Entscheidungen immer die zu 100% richtigen sind, kann leider niemand voraussagen. Persönlich vertraue ich da vor allem auf die medizinischen Experten und auf meinen gesunden Menschenverstand. Dieser sagt: Menschenansammlungen meiden, wo es nur geht – das übrigens nicht erst seit Corona. ;)

Wie kann unter diesen Gegebenheiten Wintersport funktionieren? Diese Frage stellt sich gerade jetzt kurz vor der beginnenden Wintersaison, aber auch kurz vor den nächsten Verschärfungen.
Natürlich ist es immer eine schmale Gradwanderung zwischen: „Wir wollen das Leben trotzdem genießen!“ (selbstverständlich unter Beachtung der gängigen Maßnahmen bzw. Einschränkungen). Und auf der anderen Seite den Überlegungen, ob Urlaub bei den aktuell rasant steigenden Zahlen überhaupt sein muss. Das muss natürlich im Prinzip jeder für sich selbst abwägen, also sofern Urlaubsreisen überhaupt möglich sind, die Hotels geöffnet haben, etc. pp.
Hoffen wir mal ganz optimistisch, dass sich die Lage die nächste Zeit etwas entspannt, das Gesundheitssystem nicht zu sehr überlastet wird und langfristige, gute Konzepte für alle Bereiche auf den Weg gebracht werden. Dann könnte ich mir „Wintersport light“ evtl. schon vorstellen. Zum Beispiel mit Übernachtungen in Ferienwohnungen oder Pensionen und Hotels, die ja meist sehr gute Hygienekonzepte erarbeitet haben. Und dann vielleicht ein Fokus auf Winterwanderungen, Skitouren oder Langlauf?

Aber wie sieht es mit Skifahren aus? In den letzten Tagen habe ich mir einmal verschiedene Skigebiete angeschaut. Genauer gesagt deren Vorkehrungen und Planungen, um Skifahren auch zu Zeiten von Corona möglich zu machen.

Die Schweiz:

Der Verband der Seilbahnen Schweiz hatte bereits im Mai 2020 ein Schutzkonzept erstellt, welches nun um einige winterspezifische Punkte ergänzt wurde. Dies dient als Richtschnur für die jeweiligen Seilbahnen vor Ort, die wiederum immer in engem Kontakt mit den örtlichen Behörden stehen.

  • In geschlossenen Seilbahnkabinen ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) Pflicht.
  • Für Skilifte (z.B. Schlepplifte) und Sesselbahnen besteht (aktuell noch) keine Mund-Nasen-Schutz Pflicht.
  • Halsschläuche sind grundsätzlich als alternativer MNS erlaubt.
  • Eine Begrenzung der Kapazitäten von Seilbahnen ist (aktuell noch) nicht vorgesehen.
  • Online-Ticketkauf wird empfohlen.
  • Im Anstehbereich nach dem Drehkreuz (bis zum Einstieg) ist das Tragen eines MNS empfohlen – KEINE Pflicht.
  • In den Gebäuden selbst sollen die Gäste so gelenkt werden, dass Ballungen vermieden werden.
  • Bei Regelverstößen kann das jeweilige Ticket seine Gültigkeit verlieren.
  • Geltende Abstandsregelung von mindestens 1,5m (2m Aufkleber sind keine Seltenheit).

Einige Hersteller von Halsschläuchen fertigen diese übrigens bereits mit einem extra Gewebe, welches zusätzlichen Schutz bieten soll. Des Weiteren wurde ein neues Label bzw. eine neue Kampagne „Clean & Safe“ entwickelt, um zu verdeutlichen, dass das Unternehmen den Schutz der Gäste und Mitarbeitenden besonders ernst nimmt.

Quellen Schweiz:
https://www.seilbahnen.org/de/Service/Corona-Virus
https://www.myswitzerland.com/de-ch/planung/ueber-die-schweiz/clean-safe/

Österreich:

Werfen wir einen Blick nach Österreich. Die politischen Geschehnisse rund um Ischgl lassen wir jetzt einmal außen vor. Wir schauen auf den aktuellen Stand bzw. die aktuellen Schutzmaßnahmen (hier aufgeführt aus Sölden):

  • In geschlossenen Seilbahnkabinen ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) Pflicht.
  • Auch für Skilifte (z.B. Schlepplifte) und Sesselbahnen besteht die Pflicht des Tragens von Mund-Nasen-Schutz.
  • Halsschläuche sind grundsätzlich als MNS-Alternative erlaubt.
  • Auch im Zugangs-/Anstehbereich der Lifte besteht MNS-Pflicht.
  • Eine Begrenzung der Kapazitäten von Seilbahnen ist auch in Österreich (aktuell) nicht vorgesehen
  • Online-Ticketkauf wird empfohlen.
  • Auch in den Restaurants und in den Skibussen besteht MNS-Pflicht.
  • Die geltende Abstandsregelung betragen mindestens 1 Meter.

Eine einheitliche Regelung für die Skigebiete gibt es nicht und politisch gesehen kann in Österreich auch jedes Bundesland seine eigenen Regelungen treffen. Ähnlich wie in Deutschland. Allerdings haben sich jetzt insgesamt 11 Ferienregionen aus Tirol und Salzburg zusammengetan und ein gemeinsames Konzept entwickelt.
Zum Saisonbeginn starten sie u.a. mit einem „Digitalen Corona Gästebuch“. Egal ob in der Berggaststätte, im Sportgeschäft, in der Skischule oder im Supermarkt: Urlauber scannen am Eingang den angebrachten QR-Code, bekommen dann eine Nachricht aufs Handy, die sie durch antippen bestätigen, und schon sind sie mit Mobilfunknummer, (Nick-)Name und Uhrzeit registriert. Geräte vor Ort ermöglichen zudem auch eine Registrierung – es könnte ja durchaus sein, dass jemand ohne Smartphone unterwegs ist. Also vielleicht…eventuell. ;) Nach 28 Tagen werden die Daten automatisch gelöscht und vorher sowieso nur im Notfall an die Gesundheitsbehörden zur Kontaktverfolgung weitergeleitet. Hierbei mit von der Partie sind die Regionen: Ferienregionen Alpbachtal, Wildschönau, Hohe Salve, Brixental, Kitzbühel, St. Johann in Tirol, Pillerseetal, Wilder Kaiser und Kufsteinerland, im Salzburger Land sind es Saalbach Hinterglemm und Saalfelden-Leogang.

Quelle Österreich:
https://www.soelden.com/de/winter/covid-19-schutzmassnahmen.html
https://www.tirol.at/informationen-coronavirus

Italien/Südtirol:

Auch in Italien gibt es keine einheitliche Regelung, da die Autonomen Provinzen – also die Landesbehörden – zuständig sind. Hier die Vorgaben für den Seilbahnbetrieb in Südtirol:  

  • Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) ist Pflicht auch unter freiem Himmel.
  • Auch in den Restaurants und in den Skibussen besteht MNS-Pflicht.
  • Bei Sesselliften mit Hauben bleiben die Hauben geöffnet.
  • Fahrgästen mit einer Körpertemperatur von über 37,5° wird kein Zutritt zu den Aufstiegsanlagen gewährt.
  • Online-Ticketkauf wird empfohlen.
  • Mindestabstand zwischen einem und zwei Metern (je nach Provinz).
  • (teilweise) gibt es Reservierungssysteme in den Skihütten.

Je mehr man sich an der frischen Luft aufhält, desto besser ist es natürlich. Im Eggental fahren z. B. überwiegend Sessellifte, die dann ihre Hauben geöffnet lassen müssen. Bzw. die Aufstiegsanlagen (wie Gondeln) haben kurze Fahrzeiten. Zudem werden alle Aufstiegsanlagen regelmäßig desinfiziert. Auf den Hütten wird das Konzept so angepasst, dass nicht alle gleichzeitig ankommen und sich der Betrieb so etwas verteilt.

Quellen Italien:
https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/italiensicherheit/211322
https://www.suedtirol.info/de/informationen/coronavirus/sicherheitsmassnahmen
https://eggental.com/de/Urlaub-planen/Sicherer-Urlaub-im-Eggental

Deutschland:

Und wie sieht es bei uns in Deutschland aus? Gerade 2020 denken ja viele über „Urlaub daheim“ nach, einen Wochenendtrip in den Schnee oder (wenn man aus dem Süden kommt) evtl. einfach mal einen Tag Ski fahren, sofern es denn genug Schnee gibt. Bei uns gelten die ohnehin bekannten AHA-Regeln natürlich auch im Umfeld des Skifahrens. In den Kabinen herrscht ebenfalls MNS-Pflicht. Obwohl nach behördlichen Vorgaben die Aufstiegsanlagen zu 100% ausgelastet werden dürften, begrenzen z.B. viele Skigebiete von sich aus die Beförderungskapazitäten auf weniger, wie beispielsweise in der Oberstdorfer Region, wo eine maximale Auslastung von 80% vorgesehen ist.

Quellen Deutschland:
https://www.ok-bergbahnen.com/sorgsam-sicher-sanft/

Après-Ski wird es in dieser Wintersaison in keinem Land geben. Zumindest ist aktuell nichts in diese Richtung geplant und allein mit gesundem Menschenverstand auch nicht vorstellbar. Mich persönlich stört das nicht, da ich noch nie der große Après-Ski Fan war und lieber auf der Piste zu finden bin. Anyway, zwischendurch dachte ich mir „Skifahren in dieser Saison kannste einfach vergessen!“ Doch mittlerweile könnte ich mir schon vorstellen, dass es möglich ist. Gute Konzepte sind vorhanden, welche bestimmt noch weiter ausgefeilt werden. Die Betreiber wollen sich mit Sicherheit nicht ins eigene Fleisch schneiden und freuen sich auf Gäste.
Nun hängt es an uns selbst, die Vorgaben einzuhalten – #flattenthecurve – und dann vielleicht auch in dieser Saison etwas Winterurlaub genießen zu können. Plant am besten antizyklisch, also zeitlich flexibel, falls das bei Euch möglich ist, außerhalb von Ferienzeiten, vielleicht früher aufstehen und auf die Piste, wenn die anderen noch frühstücken etc.

Hier im Blogpost greife ich den Stand von Ende Oktober 2020 auf. Dieser kann sich natürlich jederzeit wieder ändern, von daher schaut nochmal in Eurem jeweiligen Skigebiet nach, bevor Ihr Euch auf die Piste macht.

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