Ötztal Tipp für 2022 – Friedl mit der leeren Tasche

17. Dezember 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , ,

Im Winter ist das Ötztal bekannt für Schnee, gute Pisten, Skigebiete für alle Anforderungen und natürlich das leckere Tiroler Essen. Das kann man selbstverständlich auch im Sommer genießen, zum Beispiel nach einer von zahlreichen möglichen Aktivitäten, wie Biken, Bergsteigen und/oder Wandern. Egal ob im vorderen oder im hinteren Ötztal, Touren gibt es en masse und es ist für jeden etwas dabei. Mich persönlich verschlägt es schon eher Richtung hinteres Tal, wo auch die 3000er Gipfel zu finden sind. Wie bei meinem letzten Besuch, wo ich u.a. an der „Ötzi-Fundstelle“ war. Schneebedeckte Gipfel, herrliche Ausblicke – es ist einfach eine sehr beeindruckende Kulisse!

Genau in dieser wunderbaren Kulisse spielt das Wandertheater „Friedl mit der leeren Tasche“. Die Idee dazu hatte Hubert Lepka, der bereits „Hannibal“ am Rettenbachferner in Sölden (mit)entwickelte. Startpunkt für den Friedl ist das Bergsteigerdorf Vent mit seiner prägnanten Talleitspitze (3406m). Von dort aus startete unsere Gruppe ausgestattet mit Funk-Kopfhörern und folgte den Darstellern in ihren historischen Kostümen. Der Weg führte uns ein kleines Stück entlang der Rofenache und anschließend Richtung Martin-Busch Hütte. Die Spiel- und Gehzeit ist mit 6 Stunden angegeben, doch ich kann Euch versichern, dass es so abwechslungsreich ist, dass es einem viel kürzer vorkommt! Inklusive Rückweg ist es ein toller Tagesausflug, man kommt auf ca. 8 Stunden und 800hm. So die groben Eckdaten. Aber nicht davon abhalten lassen, denn es lohnt sich sehr – versprochen! Natürlich sollte die Ausrüstung der Höhe und dem Wetter entsprechen, aber das versteht sich von selbst. Die Martin-Busch Hütte wird gestreift, doch findet während des Theaters keine Einkehr statt. Also auch an den Proviant denken!

Geschichtlich gehen wir um die 600 Jahre zurück. Erzherzog Friedrich von Tirol flüchtet in ärmlicher Verkleidung von seinem Erzfeind Siegmund von Luxemburg von Konstanz nach Meran. Er musste somit genau den Weg nehmen, den wir quasi heute auch nehmen. Vorbei an Pferden (vielleicht waren es damals auch Haflinger), Bergziegen, Murmeltieren und Schafen führte uns der Weg. Wie vor besagten 600 Jahren. Von Erzherzog Friedrich blieb vorerst nicht viel übrig, denn in Vent, genauer gesagt in den Rofenhöfen, schlüpfte er in die Rolle des Knechtes „Friedl“ und tauchte unter. Alleine war es in der Umgebung recht schwer zurechtzukommen, doch mit Hilfe der Magd Anna konnte er fliehen. Anna war (fast) immer an seiner Seite, doch wer ist die fremde Frau, welche wir zwischendurch immer wieder zu Gesicht bekommen?
Die einzelnen Szenen werden immer wieder durch Wanderabschnitte unterbrochen, was die Spannung hebt. Was passiert als nächstes? Wohin führt uns der Weg? In welcher eindrucksvollen Kulisse spielt die nächste Szene? Fragen über Fragen! Manchmal befindet sich der Spielplatz nah an den Zuschauern, manchmal aber auch weiter entfernt. Keine Bange, durch Kopfhörer und spezielle Funkübertragung sind die Zuschauer immer direkt dabei! An dieser Stelle ein dickes Kompliment an den Tontechniker! Um zu erfahren, was weiter passierte, mussten wir einige Höhenmeter hinter uns lassen – nahe den Gletscherzungen sollten wir es erfahren.

Während des Theaters fühlt man sich in die damalige Zeit zurückversetzt. Die Umgebung, die Kostüme und die Musik– es fühlt sich an, als steckt man mittendrin. Sprachlich ist es ein Mix aus Deutsch und dem Ötztaler Dialekt, der übrigens von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe ernannt wurde! Ich gebe zu, das ein oder andere mal muss man etwas konzentrierter zuhören… aber das macht die Authentizität aus.
Im Winter macht das Wandertheater eine Pause. Die neuen Spieltermine (vermutlich wieder im September) sind aktuell noch nicht veröffentlich, kommen aber in den nächsten Monaten und sind dann hier zu finden. Wäre doch auch ein tolles Weihnachtsgeschenk!?

Mein persönliches Fazit: Die Schauspieler sind top, die Geschichte spannend (zu viel wird hier natürlich nicht verraten), die technische Umsetzung ist super und die Kulisse ist einfach der Hammer! Meine beiden Daumen gehen eindeutig nach oben!

Genächtigt habe ich im Hotel Macun. Direkt in Vent gelegen, mit Blick zum Rofental, extrem netten Gastgebern und mit einer unglaublich guten Küche. Apropos Küche, hier kocht der Chef (Pirmin) noch selbst. Seine Leidenschaft fürs Kochen und regionale Produkte schmeckt man und ich durfte ihm über die Schulter schauen, vor allem aber im Anschluss im hauseigenen Restaurant „Das Siebzehn“ das Ergebnis genießen.

Genau diese Unkompliziertheit und Offenheit („Ich würde dir gerne einmal über die Schulter schauen, ist das möglich? – „Ja, klar – wann passt es dir?“) mag ich persönlich sehr. Dies ist nicht nur in Vent bzw. im Hotel Macun so, sondern im ganzen Ötztal. Da fühlt man sich einfach wohl!

Ein Dankeschön geht an das ganze Team vom Ötztal Tourismus, die dieses Erlebnis erst ermöglicht haben.

Die zwei Abenteurer zu Fuß am Rhein

10. Dezember 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , ,

Traditionen soll mal pflegen. Und so trafen sich auch in diesem Jahr zwei Abenteurer für eine gemeinsame Wandertour. Dieses Mal ging es nicht in die Alpen und auch nicht ins fränkische Mittelgebirge. Es sollte die Gegend am Rhein werden – nahe der Heimat von einem der beiden Abenteurer. Bereits einige Wochen vorher wurde der Termin vereinbart, Zugtickets gebucht und schon erste Planungen angestellt.

Am ausgesuchten Sommerwochenende herrschten beste (Wetter-)Bedingungen. Ja, auch im Flachland wird darauf akribisch geachtet, um das richtige Zeitfenster zu erwischen. Ähnlich einer Expedition auf einen 8000er. ;) Das Basislager war mit einer Höhe von ca. 115m über dem Meeresspiegel die Stadt Wiesbaden, und somit entfiel glücklicherweise eine umfangreiche Akklimatisierung. Gut, ein kleiner Anstieg von Bahnhof zum Lager musste überwunden werden, aber wir wollen mal nicht so sein. Die zwei Expeditionsteilnehmer verzichteten im Vorfeld auf Unterstützung von Trägern, wie man es normalerweise bei solchen Expeditionen gewohnt ist. Auch das ist (vermutlich) einmalig in der Geschichte und selbst die Route wurde bis zum Vorabend noch streng geheim gehalten. Was bekannt war: Es handelte sich um eine klassische Route, die von einem der beiden Mitglieder bereits zuvor begangen wurde.

Der Tag brach an und die beiden mussten sich etwas beeilen, um einen der ersten Züge zum Ausgangspunkt „Rüdesheim“ zu nehmen. Am Zielbahnhof angekommen, folgten sie zielstrebig den Wegweisern „Rheinsteig Zustieg“ und damit kennt Ihr nun den ausgesuchten Wanderweg. Der übrigens zu Beginn steil bergauf führt. Immer durch Weinberge, mal war die Seilbahn zum Niederwalddenkmal zu sehen, mal ging es über Treppen nach oben. Oben am Niederwalddenkmal angekommen, wurde natürlich erst einmal das imposante Denkmal begutachtet. Dank der recht frühen Uhrzeit (die Seilbahn fuhr noch nicht) waren wir die einzigen vor Ort und konnten uns somit Zeit lassen. Hier kam auch zum ersten Mal das Zeichen „Fluss auf blauem Grund“ (offiziell: Stilisiertes R auf blauem Grund) für den Rheinsteig zum Vorschein.

Beim Rheinsteig handelt es sich um einen 320km langen Fernwanderweg, der überwiegend auf schmalen Wegen durch das Rheintal führt. Man kann ihn an einem Stück laufen, aber einzelne Etappen zu gehen ist überhaupt kein Problem. Insgesamt überwindet man dabei ca. 11.700 Höhenmeter – also schon einiges. So die groben Details. Aus zeitlichen Gründen entschieden wir uns von Rüdesheim bis nach Lorch zu wandern (Etappe 5) – laut Marco eine der schönsten Ecken auf dem ganzen Steig. Nicht weit entfernt vom Niederwalddenkmal erreichten wir den nächsten Aussichtspunkt, „Rossel“. Von dort aus führt der Weg immer wieder durch Wald und mit wunderbaren Ausblicken auf den im Tal fließenden Rhein. An einer Stelle mussten wir erstmal das zweite Frühstück und natürlich die Aussicht genießen.

Nachdem wir gefühlt hoch oben über dem Rhein unterwegs waren, führte uns der Weg vorbei am Jagdschloss Niederwald (heute ein Hotel) „nach unten“ in den kleinen Ort Assmannshausen. Alle (also wir beide) Expeditionsteilnehmer wurden von den Einheimischen mit kurzen Blicken gewürdigt, um anschließend wieder ihrer eigentlichen Tätigkeit nachzugehen. Die Einheimischen erkennen erfahrene Wanderer vermutlich bereits aus mehreren Kilometern Entfernung. Einmal durch das kleine Örtchen durch und schon ging es wieder bergauf. Der Weg führte uns, teilweise mit Fixseilen und Steighilfen über Abgründe und gefährliche Passagen – fast wie im/am Khumbu-Gletscher (nur ohne Gletscher…).
Wir befanden uns bereits auf der Zielgeraden und erreichten Lorch nach ca. 7h und 30min (in Bewegung: 5h 45min) und insgesamt 25,8km. Die zwei Wanderer überlegten noch kurz, ob sie noch einen Ort weiterlaufen sollten, entschieden sich aber dagegen, traten die Rückreise in das Basislager an und genossen das herrliche Wetter noch bei einem abendlichen Aufenthalt am Rhein.

Die zwei Abenteurer sprachen noch lange über ihre Tour, das Leben und überhaupt, bevor sie ins Bett gingen und sich für die Tour am nächsten Tag erholten.
An Tag 2 war noch eine weitere (kleine) Tour geplant. Genauer gesagt der Wisper Trail „Naurother Grubengold„. Bei den Wisper Trails (davon gibt es mehrere) handelt es sich um sogenannte Premiumwanderwege durch das Wispertal im Rheingau. Auf unserer ausgewählten Tour führte uns der Weg durch Schiefergruben, an Wald und Wiesenstücken und schlussendlich auch am Wispersee vorbei. Im Gegensatz zur vorherigen „Expedition“ (Stichwort: Fixseile), war der Weg einfach. Allerdings mussten wir uns zwischendurch vor wilden Tieren schützen und wären beinahe um unser Leben gerannt. Also natürlich nur beinahe.

Auch hier wurde das optimale Wetterfenster genutzt, um die insgesamt 14,9 km und ca. 350hm zu erwandern. Laut Komoot waren wir 3 Stunden und 19 Minuten unterwegs. Also ganz entspannt. Nach einer kurzen Abschlussbesprechung trennten sich die Wege der beiden Expeditionsmitglieder wieder, doch es dürfte kein Geheimnis mehr sein, dass noch in diesem Jahr weitere Routen mit evtl. weiteren (Gast-)Teilnehmern geplant sind und waren.
Wo es die beiden hinziehen wird, bleibt allerdings noch ein Geheimnis…

<Bilder sind von Marco und mir>

Klimaneutral Skifahren im Eggental

18. November 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Um das Thema Klimaschutz kommt man in keinem Bereich mehr herum. Verträgt sich Klimaschutz aber mit Skifahren? Auf den ersten Blick nicht wirklich. Denn Wintersport bzw. Skifahren steht nicht gerade für Nachhaltigkeit und gute Ökobilanz. So war auch mein erster Gedanke, als ich kurz vor Beginn der Corona-Pandemie die Einladung zu einer Pressereise bekam.
Dass es aber auch anders gehen kann (und muss), erfuhren wir im Rahmen unseres Besuchs in Südtirol unter dem Motto „Carezza macht Ernst: Südtiroler Skigebiet tritt Klimaneutralitätsbündnis 2025 bei“. Wie das funktioniert, schaute ich mir gerne an.
Das Skigebiet im Eggental liegt zwischen Rosengarten und Latemar und nur ca. 20km von Bozen entfernt, von wo aus es übrigens auch mit dem Linienbus gut erreichbar ist. Mitten im wunderschönen UNESCO Weltnaturerbe Dolomiten. Im Eggental befinden sich zwei Skigebiete, einmal Obereggen und einmal Carezza. Beide gehören zum Dolomiti-Superski-Verbund, was insgesamt unglaubliche 1200 Pistenkilometer bedeutet.
Obereggen besuchte ich bereits 2019 und war ziemlich begeistert. Dieses Mal ging es nach Carezza, vor allem um uns über die anvisierten Klimaziele zu informieren. Carezza gehört zu den Sonnenskigebieten, liegt zwischen 1170m und 2337m Höhe und ist mit seinen 40 Pistenkilometern u. a. ideal für Familien geeignet. Das Skigebiet besteht überwiegend aus blauen und roten Pisten. Wobei auch einige schwarze Abfahrten nicht fehlen dürfen. Team „Anfänger“, Team „Genuss“ und auch Team „Sportler“ kommen hier auf ihre Kosten, keine Frage.

Als Highlight für die Kleinen gibt es sogar einen Skikindergarten, welcher ab einem Alter von 2 Jahren besucht werden kann. Jetzt wissen wir also, woher die zukünftigen Spitzen-Rennläufer so kommen. Apropos Rennläufer: Wir trafen den ehemaligen Profi-Skifahrer und Geschäftsführer von Carrezza Dolomiti, Florian Eisath auf der Piste und konnten mit ihm den ein oder anderen Schwung machen. Man spürt, dass er, trotz Beendigung seiner Profi-Karriere, ein Herzblut-Skifahrer ist. Bis zur Mittagspause hatten wir bereits über 6000hm zurückgelegt und nutzen die Liftfahrten als kleine Pause und für Gespräche rund um das Skigebiet. Da fehlte nur ein Kaffee-Ski-Drive-Through für den schnellen Koffeinschub zwischendurch, aber bei den vielen Ideen, die Florian so hat, kommt das vielleicht auch noch irgendwann. ;)

Zu den Ideen bzw. Visionen gehört das Thema Klimaschutz. Darüber erfuhren wir im Rahmen einer Präsentation mehr. Carrezza ist das erste italienische Skigebiet, das dem „Klimaneutralitätsbündnis 2025“ beigetreten ist. Damit soll der Fußabdruck von Carezza Dolomites innerhalb von maximal drei Jahren klimaneutral werden. Dem Projekt „Alpine Klimaskigebiete“ ist die Region schon 2011 beigetreten und hat seitdem bereits bis zu 30 Prozent Treibstoff bei der Pistenpräparierung und bis zu 25 Prozent an Strom für die Beschneiung eingespart. „Wir tun alles, um unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden“, erklärte uns Florian. Dazu gehört auch die Erneuerung verschiedener Lifte und Bahnen. Dadurch wird zwar die Kapazität erhöht, aber gleichzeitig auch die laufenden Energiekosten gedrosselt. Außerdem werden die Lifte so in die Natur integriert, dass das Gesamtbild wieder passt. Besonderes Augenmerk liegt auf der Reduktion und Kompensation des CO2 Ausstoßes. Möglich macht dies u. a. eine verbesserte Pistenpräparierung durch Routenplanung der Pistenraupen per GPS. Diese haben vorgegebene Routen und werden getrackt, um Doppelfahrten (und dadurch Treibstoff) zu sparen. Diese (und weitere) Maßnahmen führten zu einer Reduzierung des Treibstoffverbrauchs von ca. 10 Litern pro Stunde. Der Gedanke kam übrigens auch bei den Fahrern an, die sich nun gegenseitig sogar im Spritverbrauch unterbieten wollen. Transparenz spielt insgesamt eine große Rolle genauso wie der Punkt, die Mitarbeiter des Skigebiets einzubeziehen. So entstanden z.B. neue Fahrgemeinschaften bzw. wurde im Sommer aufs Fahrrad umgestiegen. Oder es wurden Plastik-Wasserflaschen in Glasflaschen umgetauscht, es gilt insgesamt die Vermeidung von Plastik auf den Skihütten und alle Papierprodukte sind aus Recyclingpapier. Viele einzelne Punkte, die zusammengenommen aber schon einiges ausmachen – jeder Schritt zählt, so auch das Motto von Florian und seinem Team.

Mit Florian flitzten wir in unserer kleinen 6er-Gruppe nur so über die Pisten und (fast) kein Gelände war vor uns sicher. Auch die 1,7km lange Talabfahrt wurde zügig genommen. Vielleicht waren die Oberschenkel froh, als es im Anschluss in die Gondel ging? Wer weiß das schon. Was aber zu 100% sicher ist, wir hatten perfekte Bedingungen! Ich war schon auf einigen Pisten unterwegs, aber so gut präparierte Pisten hatte ich bisher noch nie erlebt. Klar ist der Schnee in anderen Regionen auch super, keine Frage. Aber man merkt doch die kleinen, feinen Unterschiede. Selbst am Nachmittag bei Plusgraden war der Schnee noch unglaublich gut.
Verantwortlich hierfür ist u.a. Georg Eisath, der Vater von Florian. Georg war Mitgründer von TechnoAlpin (dem Weltmarktführer in der Produktion von Beschneiungsanlagen), quasi der Schneepionier. Er verkaufte seine Anteile und investiert in das heimische Skigebiet mit seinem ganzen Wissen und seiner Erfahrung. Das spürt man, der Schnee in Carrezza ist perfekt! Im Liftgespräch mit Georg berichtete er von seinen Erfahrungen. Ein praktisches Beispiel: Sobald die Temperaturen steigen, wird der Schnee schwerer. Und somit werden die Schneehügel auf der Piste ebenfalls schwerer und das Skifahren kraftaufwendiger. Das ist bei Naturschnee, aber auch bei Kunstschnee der Fall. Kunstschnee lässt sich bekanntermaßen beeinflussen. Georg im Lift „Das predige ich schon immer – nehmt einfach weniger Wasser, dann wird der Schnee auch nicht so schwer! Viele denken aber noch „Viel hilft viel – was Quatsch ist!“ Ein Punkt, der natürlich auch mit Ressourcenschonung zu tun hat.
In Carezza wird der Schnee vorproduziert. Sobald zu Beginn der Saison ein Kältefenster (ca. -10 Grad) vorhanden ist, wird mit der Schneeproduktion begonnen. Innerhalb von 80 Stunden kann der Schnee für die ganze Saison hergestellt werden. Das Kältefenster ist auch in der Energiebilanz wichtig, denn bei niedrigeren Temperaturen kann mehr Schnee produziert werden. Somit wird Energie eingespart. Die Schneekanone benötigt immer die gleiche Energiemenge – ob jetzt viel oder wenig Wasser zum Einsatz kommt.

Die heutigen Beschneiungsanlagen sind so modern, dass sie vollautomatisch agieren. Natürlich wird zur Produktion von Schnee Wasser benötigt und das nicht gerade wenig. Ein weiterer Punkt, über den sie sich im Eggental viele Gedanken gemacht haben, um auch dies möglichst Ressourcenschonend zu bewerkstelligen. Die Speicherseen liegen so, dass sie im Frühling das Schmelzwasser und im Sommer Regenwasser auffangen. Das wird dann wieder dorthin gepumpt, wo es benötigt wird. Und was den Strombedarf angeht, bezieht das Skigebiet überwiegend grünen Strom.
Durch den Beitritt zum Klimaneutralitätsbündnis 2025 werden zudem noch viele unterschiedliche Projekte gefördert. Man merkt, dass alle Beteiligten mit Leidenschaft bei der Sache sind und versuchen, die Themen Klimaschutz und Wintersport zu verknüpfen und voranzubringen. Skifahren ist ein tolles Freizeitvergnügen bzw. eine super Sportart und trotzdem sollte man dabei die Zukunft nicht außer Acht lassen. Der Beitritt zum Klimaneutralitätsbündnis ist sicherlich ein Anfang, in Zukunft wird bestimmt noch mehr getan werden müssen. Aber hier sieht man schon, dass sich die Komponenten Wintersport und Klimaschutz nicht generell widersprechen müssen.

Auch was die Ausstattung anging, herrschten auf dieser Pressereise sehr gute Bedingungen. Mittlerweile bin ich schon ab und an mit dem Atomic Redster X9 gefahren und war immer zufrieden, ein echt guter Ski. Das stimmt auch, aber der Ski an sich ist nur die halbe Miete. Die Skipflege, also das Wachsen und das Schleifen der Kanten macht die andere Hälfte aus. Wenn ihr im Eggental seid und Euch überlegt, Ski auszuleihen oder Eure Ski machen zu lassen, dann geht unbedingt zu Anna (selbst Skirennläuferin) von Sport Laurin. Sie weiß genau auf was es ankommt – die Kanten geschliffen, dass der Ski griffig ist, aber zugleich auch wieder im richtigen Moment „aufmacht“. Da merkt man, wieviel gutes Präparieren aus einem guten Ski noch rausholen kann!

Wenn schon solch gute Bedingungen vorherrschten, sollten diese natürlich genutzt werden. Wir entschieden uns am letzten Tag für einen der ersten Lifte nach oben, um die noch leeren Pisten genießen zu können. Allerdings gingen wir es etwas langsamer an als zusammen mit Florian. Wir sind bzw. waren schließlich keine Rennläufer. ;) Zwischenzeitlich stärkten wir uns im Restaurant Alpenrose direkt an der Skipiste mit leckeren regionalen Spezialitäten. In Südtirol einfach Pflichtprogramm und unschlagbar!

Wir übernachteten im schönen Posthotel Weißes Rössl in Welschnofen. Keine 5 Minuten von der Talstation „Laurin I“ entfernt. Wem der Fußweg trotzdem zu weit ist, der nimmt den Hoteleigenen Shuttle oder nachmittags den Skibus zurück. Alles kein Problem!

Aktuell geplant ist die Eröffnung der Wintersaison kommende Woche, am 27. November (verschoben auf den) 03. Dezember. In diesem Zuge steht nun auch die neue Kabinenbahn „König Laurin“ zur Verfügung, ein nachhaltiges Mobilitätskonzept unter dem Rosengarten mit fast unsichtbarer Bergstation. Wir drücken die Daumen für eine gute Saison!

Ein ganz dickes Dankeschön geht an das Team von Eggental Tourismus und alle Beteiligten, die dieses Erlebnis ermöglicht haben.

(Bilder u.a von @Carezza Dolomites)

Der Wanderherbst in Lenggries

26. Oktober 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Im Hochgebirge haben die Hütten schon geschlossen, der erste Schneefall erreicht die Ortschaften in höheren Lagen und die ruhige Zeit in den Bergregionen beginnt. Bevor es in die Wintersaison geht. Aber das heißt nicht, dass das Wandern damit abgeschlossen sein muss. Besonders in tieferen Lagen, wie z. B. in Lenggries im Tölzer Land, bietet gerade der Herbst eine wunderbare Kulisse für eine schöne Wanderung. Die Gemeinde Lenggries liegt im Süden Deutschlands, genauer gesagt ca. 60km südlich von München im Alpenvorland. Die Isar durchfließt die Landschaft und bildet immer wieder typische Schuttablagerungen im Flussbett. Daher kommt auch der Name „Lenngengrieze“ (langer Gries), womit ein langes Geröllfeld in der Isar gemeint ist.

In Lenggries war ich selbst bisher noch nicht, somit wurde es höchste Zeit, der Region einen Besuch abzustatten. Und die Idee passte super mit einer Pressereise im Rahmen des Lenggrieser „Wanderherbst“ zusammen. Im Rahmen des Wanderherbst werden zahlreiche Wanderungen angeboten, so dass man in einer (kleinen) Gruppe mit Wanderführer die Berge und Gipfel in der Umgebung erleben kann. Ursprünglich war das Angebot für nur eine Woche angedacht, dank der großen Nachfrage wurden daraus schnell zwei Wochen. Für Inhaber der Lenggrieser Gästekarte ist die Teilnahme übrigens kostenlos, ansonsten fallen aber auch nur 5 Euro an.
Diese zwei Wochen sind unterteilt in eine Bergsportwoche und in eine Genusswanderwoche. Grundsätzlich beinhaltet die erste Woche, die Bergsportwoche, Touren mit bis zu acht Stunden Gehzeit und mehr als 1000 Höhenmetern. Trittsicherheit und Bergerfahrung sind hier von Vorteil. Dafür geht es in der zweiten Woche etwas gemütlicher voran: hier sind eher gemütliche Einsteigerrunden und mittelschwere Wanderungen angesagt und auch der Genuss kommt nicht zu kurz. Zeitlich klappte es bei mir „nur“ an zwei Tagen in der Genusswoche, wobei ich irgendwann einmal die Bergsportwoche austesten muss – die Touren klingen ebenfalls ziemlich interessant. Denn ich kann Euch jetzt schon verraten, dass es auch im kommenden Jahr wieder einen Wanderherbst in Lenggries geben wird (vermutlich in den letzten zwei Wochen im September). Gleich mal vormerken!

Die erste Tour mit dem vielversprechenden Namen „Die Almentour“ begann an der Tourismus-Info direkt in Lenggries. Von dort brachte uns ein Taxibus zur Röhrlmoosalm und ab hier ging es dann zu Fuß weiter zu den Siebenhütten (oder Rosssteinalmen) am Sattel vor Ross und Buchstein auf 1481m. Angeschrieben waren 1,5h Gehzeit, was auch ganz gut hinkommt.

Die Siebenhütten gehören sieben Bauern aus dem Tal. Eine Besonderheit ist, dass jeder Bauer im Wechsel von einem Jahr quasi „Oberbauer“ ist und die Verantwortung für die Hütten bzw. das Vieh hier hat. Die Hütten wurden bereits um 1500 errichtet, also haben eine lange Tradition.
Mit der schönen und nicht sehr schweren Bergtour zu der Almwirtschaft Siebenhütten hatten wir eigentlich unser geplantes Ziel erreicht, aber gemeinsam entschied sich die Wandertruppe (sie bestand aus neun Personen – inkl. Wanderführer Blasi) für eine Fortsetzung der Tour zur Tegernseer Hütte. Das Wetter war herrlich und wir wollten gerne noch weiterlaufen und die Bergwelt genießen. Von den Siebenhütten führt ein schöner Weg, erst parallel unterhalb des Roßsteins entlang, um dann in Serpentinen hinauf zur Tegernseer Hütte zu gelangen. Dort angekommen genossen wir bei einer kleinen Stärkung die herrliche Aussicht. Angeblich sollen Sonnenuntergänge hier besonders schön sein, was mich wiederum auf den Plan bringt, dort einmal zu übernachten. Vielleicht mit anschließender Tour zur nächsten Hütte. Da die Hütte direkt im Sattel zwischen Ross und Buchstein liegt und der Gipfel des Roßstein nicht mehr als 10 Minuten Gehzeit aufweist, ging es für uns auch dort noch schnell hinauf.

Eine grandiose Aussicht! Abwärts ging es wieder den gleichen Weg zurück zum Ausgangspunkt Röhrlmoosalm. Laut Komoot waren es insgesamt 4h 36min in Bewegung, 9,36km und 620hm. An dieser Stelle noch ein dickes Danke an den Wanderführer Blasi, der auch unsere Zusatzwünsche unkompliziert mit machte! Eigentlich wollte ich am Nachmittag noch (mit der Bergbahn) auf den Hausberg von Lenggries, Brauneck, und oben ein Stück des „Großer Höhenweg“ machen, aber (wie es oft so ist) reichte die Zeit nicht mehr aus. Next time dann.

Neuer Tag, neue Wanderung. Schließlich muss man schönes Herbstwetter einfach nutzen. Gleichzeitig war es der letzte Tag vom Wanderherbst in 2021. Auf dem Programm stand die „Hochtannerrunde – Die Sonnentour“. Gestartet wurde wieder an der Tourismus-Info. Auch hier fuhr uns der Taxibus bis nach Arzbach zum Parkplatz Hochtannerstubn. Von dort aus ging es zu Fuß über die Almstraße weiter. Vorbei an verschiedenen Almen (Probstbauern-, Brunnlocher- und Lexenalm) und hübsch versteckte Wege. Diese sind absichtlich nicht sonderlich ausgeschildert, um die Weideflächen zu schonen. Aber dafür gibt es ja die Wanderführer, wie Hans Fuchs, die genau wissen, wohin der Weg führt.

Zwischenzeitlich kamen verschiedene Bergblicke zum Vorschein: Probstwand, Achselköpfe, Kirchstein und Benediktenwand. Das Wetter passte übrigens super dazu – wir hatten Sonne pur! Unser Ziel war die Hintere Längentalalm im besagten Längental. Bei einer leckeren Brotzeit erzählte Hans etwas aus seinem Nähkästchen. In jungen Jahren half er im Sommer auf der als „Hirterbursche“ aus. Vom Zusammentreiben der Tiere bis hin zu sämtlichen Tätigkeiten auf der Alm war alles dabei. Früher mit weitaus weniger Komfort als heute. Ein Highlight des Wanderherbstes, denn die Wanderführer haben immer so einiges zu erzählen!
Zurück ging unsere Tour wieder vorbei an Jungvieh und schönen Aussichten bis zur Talstation der Bergbahn über die Isar und für mich schon ab in den Zug. Ebenfalls eine schöne, gemütliche Wanderung in der herrlichen Landschaft, die ich Euch – nicht nur im Herbst – empfehlen kann.

Aber Lenggries hat nicht nur tolle Wandertouren zu bieten. Ohne über die lokale Küche bzw. Kulinarik zu sprechen, kann ich Euch hier nicht entlassen. Wer es klassisch, deftig und gut mag, der ist beim Altwirt mitten in Lenggries genau richtig. Der Name ist Programm, denn um 1469 wurde hier bereits eine Gaststätte erwähnt und (vermutlich) durchgehend bewirtschaftet. Der Almwirt war auch meine Unterkunft während des Aufenthalts, gemütliche, individuell eingerichtete Zimmer mit alpinem Charme. Was ich mag: Wenn der Holzboden im Flur leicht knirscht – da fühlt man sich doch gleich heimisch. Des Weiteren kann ich das Arabella Brauneck Hotel ebenfalls in Lenggries empfehlen. Ein kulinarisches Gedicht! An dieser Stelle werfe ich einfach einmal „In Fichtennadeln hausgebeizter Lachs“, „Kräutercremesüppchen“, „Surf ’n‘ Turf“ und „Duett von der Callebaut Schokolade“ in den Raum:

Läuft einem da nicht gleich das Wasser im Mund zusammen? Mir hat es auf jeden Fall gut in Lenggries gefallen, da werde ich sicherlich einmal wiederkommen zum Wandern und Genießen!

Ein dickes Dankeschön geht an das ganze Team von Lenggries-Tourismus und allen Beteiligten, die diese Erlebnisse ermöglicht haben.

Genuss und Wandern im Nürnberger Land

19. Oktober 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Der Herbst hat begonnen und für mich ist er jedes Jahr unter den Top 4 der beliebtesten Jahreszeiten! Das Spiel der Farben, das morgendliche Licht, die frische Luft und die Stimmung sind einfach herrlich. Was liegt da näher, als einen schönen Ausflug zu unternehmen?
Vor zwei Jahren habe ich mir das Nürnberger Land bereits von oben und von unten angesehen und war begeistert. Man muss dazu sagen, dass ich lange Zeit in der Metropolregion Nürnberg gewohnt habe, aber mir damals das Nürnberger Land gar nicht genauer angeschaut habe. Was ich jetzt natürlich bereue, aber es ist ja nie zu spät. Vor Kurzem stand für mich also ein erneuter Besuch in der mittelfränkischen Region auf dem Programm. Im Rahmen einer Pressereise ging es um das Thema Genuss und Wandern – eine perfekte Kombi!

Es dürften mehr als 2000 Kilometer Wanderwege sein, die es im Nürnberger Land gibt, mit dichten Wäldern, Felsformationen, Höhlen und Schluchten, Flusstälern sowie Burgen und Schlössern. Also genau das Richtige für ein verlängertes Wochenende und/oder ein paar (Urlaubs-)Tage, um den Kopf frei zu bekommen und mal wieder abzuschalten.
Was zum Outdoor-Erlebnis im Nürnberger Land dazu kommt, ist die typisch mittelfränkische
(Essens-)Kultur. A draum! Von beidem werde ich Euch im Folgenden berichten. Aber halt, auch der Durst muss zwischendurch gestillt werden. Und zu diesem Genuss ging es erst einmal nach Neuhaus an der Pegnitz, genauer gesagt in die Kommunbrauerei Hombauer. Dabei handelt es sich um keine „normale“ Gaststätte mit Ausschank, sondern im Grunde genommen um eine historische Brautradition. In Neuhaus wurde schon lange im Brauhaus gebraut – wie vermutlich in sehr vielen Städten/Gemeinden. Doch im 16. Jahrhundert wurde der Markt Eigentümer von genau diesem Brauhaus und der damalige Herrscher – Bischof Weigand von Redwitz – verschenkte das Brauhaus an seine Bürger. Damit durfte jeder Einwohner (damals waren es um die 85 Bürger) Bier brauen und dieses im eigenen Haus verkaufen. Kommunbrauhäuser gibt es wohl nur noch in Teilen Frankens und der Oberpfalz. Natürlich übten nicht alle Einwohner von Neuhaus das Recht aus, aber das Braurecht blieb über die Jahrhunderte erhalten und so waren es 1972 noch fünf aktiv-brauende Einwohner. Diese wechselten sich mit dem Verkauf ab, und sollte ein Stern sichtbar an einer Stange zu sehen sein, so wussten Einheimische und Fremde sofort, wer gerade „Kommune“ hat.

Aktuell wird das Recht nur noch von zwei Einwohnern (mit Gaststätte) ausgeübt. Aktuell von der Familie Hombauer mit dem Wirt „Pauli“ (so sein Spitzname). Er wird aber in naher Zukunft ein Haus weiterziehen und die Tradition dort weiterführen. Es wäre auch sehr schade, wenn dieses alte Recht bzw. die Tradition verschwinden würde. Grundsätzlich handelt es sich beim (Kommun-)bier um ein ungespundenes Bier aus offener Gärung. Bedeutet: Weniger Kohlensäure, kürzere Haltbarkeit, aber dafür einmalig im Geschmack! Und so ganz unter uns gesagt: Es schmeckt richtig, richtig gut!

Übrigens führt eine Bahnstrecke nach Neuhaus an der Pegnitz, welche sehr zu empfehlen ist. Sie führt durch das schöne Pegnitztal (Für die Bahnfahrer: orientiert Euch Richtung Hersbruck rechts der Pegnitz), immer wieder über Brücken und durch Tunnel. Man kommt sich teilweise vor wie in einem anderen Land, wenn sich unten im Tal die Pegnitz im einfallenden Herbstlicht spiegelt. Schön! Und so lässt sich dann natürlich auch das ein oder andere Glas Bier besser genießen.
Da wir schon beim Thema Genuss sind, kann ich Euch den Gasthof Restaurant Cafe Bauer empfehlen, mitten in Hersbruck gelegen. Unter anderem wegen dem fränkischen Nationalgericht „Schäufele“ (also die Schweineschulter). Wie die eingefleischten Schäufele-Esser wissen, werden Schäufele in Mittelfranken normalerweise mit Klößen und Salat serviert. Im Gasthof Bauer wird das klassische Schäufele jedoch ganz neu interpretiert und als Burger serviert.

Wer jetzt aber an einen klassischen Burger denkt, der liegt auch nicht richtig. Vom Brötchen bis hin zur Schäufele-Kruste – an alles wurde gedacht für ein optimales Genusserlebnis! Küchenchef Michi ist außerdem Mitglied bei „Heimat aufm Teller“. Dazu gehören 14 Gastwirte und 34 Landwirte, Teichwirte, Hühnerhalter, Gänsezüchter, Schafhirten, Ziegenhalter, Metzger, Käseproduzenten, Kräutersammler, Brotbäcker, Nudelmacher, Gemüsebauern, Spargelstecher, Streuobstwiesenbesitzer, Imker, Safthersteller und Marmeladenerfinder aus der umliegenden Gegend, die sich zu einem Verein zusammengeschlossen haben. Kurze Wege, Stärkung heimischer Betriebe, regionale und saisonale Produkte – das schmeckt man! Natürlich gibt es in der Umgebung noch weitere gute Restaurants und Gastwirte– einfach mal Augen und Ohren offenhalten.

Wer Essen kann, kann auch wandern. So ein altes Sprichwort (also vielleicht ist es ein Sprichwort und vielleicht ist es alt). Für alle 2000 km Wanderwege war die Zeit einfach zu kurz, daher entschied ich mich für einen Teil des Frankenalb Panoramaweges. Dieser hat insgesamt zwischen 50 und 60km und ist gekennzeichnet durch einen besonders hohen Anteil an naturbelassenen Wegen, die u.a. an einigen Ruinen vorbeiführen. Persönlich bin ich von Hersbruck (links der Pegnitz) nach Hartmannshof, meinem Ausgangspunkt, mit der S-Bahn gefahren und dort dann in den Panoramaweg eingestiegen. Mein Weg führte mich Richtung Haunritz (grobe Richtung entlang des Högenbaches) und war zu Beginn noch recht unspektakulär. Als kleines Highlight und völlig unerwartet erschien dann im Wald eine kleine Quelle. Aber das war nicht das einzige Highlight. Kurz darauf führte der Weg vorbei an Felspyramiden, durch Dschungelpfade schlussendlich zur Burgruine Lichtenegg, einer hochmittelalterlichen Adelsburg. Erbaut vermutlich um 1200, aber Ausgrabungsspuren etwas außerhalb der Ruine deuten auf eine deutlich ältere Siedlung zurück. Scherben weisen auf eine Zeit um 3000 v. Chr. hin. An der Ruine sind Schaukästen mit verschiedenen Utensilien aufgebaut, die dort gefunden wurden. Das Wetter spielte nur semi mit, dafür hatte ich die Ruine für mich allein.

Da es sich von Hartmannshof um einen Zustieg zum eigentlichen Frankenalb Panoramaweg handelt, am besten zunächst immer dem Zeichen des „Erzweges“ (rotes Kreuz auf weißem Untergrund) folgen. Irgendwann wird daraus dann eine rote Linie auf gelbem Untergrund und man durchquert schöne auf Felsen gelegene Buchenwälder. Eine tolle und gleichzeitig auch mystische Kulisse. Ein weiterer Wanderhöhepunkt bietet sich schon fast gegen Ende der Wanderung – der „Hohle Fels“ bei Happurg. Eine Höhle, aber auf einem Hochplateau gelegen. Geht man ein paar Meter weiter, so hat man einen super Ausblick auf den Happurger Stausee und die angrenzende Umgebung. Es soll sich dabei auch um ein sehr schönes Klettergebiet handeln, so für die Kletterer unter Euch.

Von dort auf geht es dann nur noch bergab Richtung Happurg und wieder zurück nach Hersbruck mit der S-Bahn. Insgesamt war ich fast 20km mit ca. 550hm unterwegs. Die Dauer der Wanderung betrug 5 Stunden und 30 Minuten (reine Gehzeit lag bei 4h und 18min) – mit einigen Pausen, Fotostopps und Aussichtspunkten dazwischen. Die Tour habe ich auf Komoot getrackt.
Mein persönliches Fazit: Eine schöne Wanderung, mit vielen Highlights und schönen Wegen. Macht auf jeden Fall Lust auf weitere Strecken des Frankenalb-Panoramawegs!

Zurück in Hersbruck wollte ich ursprünglich noch das deutsche Hirtenmuseum besuchen, was auf Grund der vorangeschrittenen Zeit auf den nächsten Tag verschoben werden musste. Das Hirtenmuseum ist einmalig in Deutschland und veranschaulicht nicht nur die fränkische bzw. deutsche Hirtenkultur, sondern gibt Einblicke in das weltweite Hirtentum. Exponate aus Sardinien, Afrika oder auch Nepal kann man hier finden. In der Region selbst wurden bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Hirten von den Gemeinden angestellt, um das Vieh der einzelnen Dorf-, Markt- und Stadtbewohner zu hüten. Im Nürnberger Land gab es solche angestellten Hirten noch bis in die 60er Jahre. Und neben der Hirtenkultur wird auch die Kultur der Glocken und Schellen betrachtet, was ja irgendwie dazu gehört. Sehr interessant!

Natürlich ist von dieser Tradition in unserer Gegend heute nicht mehr viel übriggeblieben, doch gerade im Alpenraum ist sie noch ein fester Bestandteil – siehe u.a. die Almauf – und -abtriebe. Als weitere Punkte der Dauerausstellung sind u.a. das historische Feuer-Löschwesen und weitere Ausstellungsstücke (Biedermeierzimmer) zu sehen. Auch hier verweilte ich länger als ursprünglich geplant bzw. die Zeit verging einfach zu schnell.
Nach einem kurzen Rundgang durch das schöne Hersbruck ging es für mich wieder Richtung Heimat. Aber, ich komme definitiv bald wieder – es gibt noch viel zu entdecken!

Ein Dankeschön geht an das ganze Team vom Nürnberger Land Tourismus, die dieses Erlebnis ermöglicht haben.

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