Wanderung auf den Spuren der Burgherren in den Haßbergen

9. Juni 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Der Mai war ein guter Monat in Sachen Bewegung. Laut Tagebuch (also Aufzeichnungen) meiner Suunto Uhr waren wir insgesamt 73.3km und 1181 Höhenmeter unterwegs. Aufgeteilt in vier Wanderungen und 5x Laufen. Vielleicht nehmen wir uns aktuell einfach mehr Zeit dafür als vorher? Kann aber gern so weiter gehen, denn Spaß (und Fitnesssteigerung) sind garantiert.

Nachdem uns eine unserer letzten Touren auf den höchsten „Gipfel“ im Landkreis Schweinfurt führte, zog es uns dieses Mal in die benachbarten Haßberge. Unsere Kriterien an diesem Pfingstsonntag waren: Eine ruhige, nicht überlaufene Route und aufgrund der frühsommerlichen Temperaturen sollte die Strecke größtenteils im Wald verlaufen. Was außerdem immer schön ist, wenn noch ein Aussichtspunkt bzw. ein Highlight auf der Strecke liegt. Für ein Pfingstwochenende natürlich eine gewisse Herausforderung. Aber ideale Anforderungen für einen Ausflug in unseren Nachbarlandkreis. Die Landschaft in den Haßbergen ist leicht hügelig und mit viel schönem Mischwald versehen. Manche sprechen sogar von der „fränkischen Toskana“, mich hat der Ausblick von unserem Ausgangsort Altenstein ja eher an das Piemont erinnert. Über 800 Quadratkilometer machen den Naturpark Haßberge aus und man trifft auf seinen Runden nur wenig andere Wanderer. Also ein echter Geheimtipp. Noch ein Plus: Der Landkreis liegt an der Schnittstelle zwischen Bier- und Weinfranken, ideal, wenn man sich nicht entscheiden kann, denn man hat die Vorteile von beidem.

Wir entschieden uns diesmal für die Erlebnistour – „Sagenhaftes im Burgenwinkel“. Der Name ist Programm, denn die Haßberge sind ein Land der Burgen und Ruinen, die man auf vielen der dortigen Hügel finden kann. Ausgeschrieben ist die Rundtour mit 11,1km und einer Höhenmeterdifferenz von ganzen 82 m. Also eine „normale“ Tour für unsere Gegend.

Der Startpunkt:

Vom Bergort Altenstein geht es los, als Ausgangspunkt eignet sich der Parkplatz am Freibad super. Von Schweinfurt aus gesehen befindet sich dieser ca. 40km in östlicher Richtung. Obwohl wir erst um 11 Uhr vor Ort ankamen (ja, ausschlafen muss auch mal sein), war noch genügend Platz vorhanden. Wie es aussieht, wenn das Freibad geöffnet ist, kann ich leider nicht sagen. Für Familien: Ein Spielplatz befindet sich direkt am Parkplatz und laut Beschilderung gibt es auch noch einen Kiosk bzw. eine Gaststätte ganz in der Nähe.

Zur Tour:

Als Markierung der wirklich gut ausgeschilderten Runde dient ein roter Burgturm mit der Aufschrift „Erlebnistour“. Kurz nach dem Start führte uns der Weg schon rechts ab in den Wald. Immer in Richtung „Geißstein“, „Diebskeller“ und „Ruine Lichtenstein“. Nach kurzer Gehzeit auf einem schönen schmalen Pfad durch den Wald erreichten wir das erste Highlight, den „Geißstein“. Eine Ansammlung von großen Gesteinsblöcken – wunderbar zum Erkunden und evtl. auch zur Rast. Wir gingen weiter und entdeckten immer wieder größere und kleinere Felsen am Wegesrand. Hatte ich ja persönlich gar nicht auf dem Schirm für diese Gegend. Nach ca. 30 weiteren Minuten erreichten wir den „Diebskeller“ – ein markantes Sandsteinlabyrinth mit spannender Geschichte. Was davon wahr ist, müsst ihr allerdings selbst herausfinden. Dank der guten Beschilderung fanden wir den Weg durch die Felsen zügig und wanderten immer weiter Richtung Zwischenziel Ruine Lichtenstein. Schmale Wege, abwechslungsreicher Wald und zahlreiche Beerensträucher – ob man noch in Franken oder bereits in Schweden ist, ist an manchen Stellen kaum zu unterscheiden – einfach nur schön!

Kurz vor dem der Burgruine Lichtenstein musste noch eine Entscheidung getroffen werden. Entweder direkt zur Ruine Lichtenstein weiter laufen oder einen kleinen Abstecher über den Sagenpfad mit Walfischfelsen zur Ruine nehmen. Wir entschieden uns (natürlich) für den Wal und den Sagenpfad. Ganz ehrlich und unter uns gesagt: Macht das auch so – Ihr verpasst sonst etwas! …und dieser kleine Umweg führt ebenso zur Ruine. An mehreren Stationen findet man Schilder mit Infos zum Felsenmeer und zu Geschichten aus den vergangenen Jahrhunderten. Und erwandert sich so die Ruine Lichtenstein von unten. Dort angekommen ist ein Rundgang natürlich Pflicht! Erbaut wurde die damalige Burg im 12. Jahrhundert und im Folgenden immer wieder ausgebaut bzw. erweitert. Von den ehemals vier Teilburgen wird heute noch ein Ansitz (Südburg) privat bewohnt und ist daher nicht zugänglich – von außen dennoch sehr schön anzuschauen. Der nördliche Teil lädt aber zum Erkunden ein und man kann einen tollen Ausblick genießen.


Zurück ging es dann etwas weniger spektakulär über einen schönen Waldweg ohne viel Auf und Ab zu unserem Ausgangspunkt nach Altenstein. Auch hier lädt eine (bekanntere) Burgruine zum Entdecken ein, was wir uns aber an diesem Tag schenkten bzw. für ein anderes Mal und eine andere Wanderung aufhoben.

Eine tolle Rundtour mit vielen Sehenswürdigkeiten und Plätzen zum Verweilen. Mit der angegeben Länge, Zeit und Höhenmeterdifferenz kamen wir nicht ganz hin, haben uns aber auch für den ein oder anderen Abstecher entschieden und zum Erkunden der Burg viel Zeit gelassen.

Zum Überblick unserer Route:

Länge: 14.14km, Aufstieg: 266m, Dauer: 4:09h (mit viel (!) Zeit bei den verschiedenen Sehenswürdigkeiten.)

Auf den Spuren der Bauernregeln in Altenmarkt-Zauchensee

4. Juni 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , ,

Vor etwas mehr als einem Jahr war ich in der Region Altenmarkt-Zauchensee zum Skifahren. Damals war es mein erster Besuch in der Gegend und normalerweise wäre ich Mitte März wieder dort gewesen und hätte auf Skiern gestanden. Hätte, hätte, Fahrradkette! Denn bekanntermaßen machte ein kleiner Virus so manchen Plänen einen Strich durch die Rechnung. Das Schöne an der ganzen Geschichte: Die Berge laufen nicht weg!

Nun ist sowieso erst einmal Frühling und es geht reisetechnisch langsam wieder voran. Natürlich erst einmal unter der Voraussetzung, dass keine zweite Welle kommt. Von daher gehen wir jetzt mal davon aus, dass einer Reise in unser schönes Nachbarland Österreich im Sommer nichts im Wege steht. Und zum Wandern ist Altenmarkt-Zauchensee sicherlich eine wunderbare Ecke.
Bisher war ich im Sommer noch nicht vor Ort, das muss ich aber unbedingt einmal nachholen. Denn die Gemeinde im Pongau ist zertifiziertes Wanderdorf mit 200km markierten Wanderwegen. Sowohl von Altenmarkt, das im Tal auf 842m liegt, als auch von Zauchensee am Berg auf 1350m Höhe ausgehend gibt es verschiedene Möglichkeiten in jeder Höhenlage und mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Da reicht eine Woche Urlaub kaum! Bei meiner Recherche kam ich auf den „Bauernregelweg“, einen von zwei speziellen Erlebniswegen in der Region. Bauernregelweg? Da musste ich erstmal Schmunzeln. Das erinnert mich doch gleich an meine Oma! Eine passende Bauernregel und andere (Lebens-)Weisheiten hatte sie zu (fast) jeder Lebenssituation im Hinterkopf. Und ich entsprechend heute auch immer noch.

Ein Beispiel? „Die Geranien kommen bei uns erst nach den Eisheiligen auf den Balkon“, sagt Martin Steffner, der den Bauernregelweg 2008 initiiert hat. Denn: „Servaz und Sophie müssen vorüber sein, will der Bauer vor Nachtfrost sicher sein.“ Und daran halten wir uns meist heute noch. Wir haben selbst einige Blumenkästen am Haus, die jedes Jahr aufs Neue bepflanzt werden (allerdings nicht unbedingt mit Geranien, aber das ist ein anderes Thema, über das ich gerne mal erzählen kann). Und wir halten uns immer an diese Regel: Nicht vor den Eisheiligen! Auch in diesem Jahr bewahrheitete es sich, pünktlich Anfang Mai gab es noch einmal frostige Nächte. Irgendwas muss also dran sein, an den Bauernregeln, und wie hoch der Wahrheitsgehalt ist, kann man auf dem Bauernregelweg selbst erkunden. Die Weisheiten entstammen einer Zeit, in der es zwar noch keine ausgebildeten Meteorologen gab, die Observierung des Wetters aber ziemlich wichtig war. Und was sich reimt, behält man besser.
Martin Steffner ist selbst Bio-Landwirt und plante eigentlich nur eine kleine Runde für die Gäste seines Hofes. Aus der Idee ist ein Wanderweg  mit 5km Länge und insgesamt 22 Stationen geworden, die den Wanderer durch das Bauernjahr führen sollen. Der Weg liegt auf einem bewaldeten Bergrücken auf der Sonnenseite von Altenmarkt, so hat man immer wieder Ausblicke auf den Ort und in Richtung Zauchensee. Unterwegs kann man eine Rast auf einer der Holzliegen einlegen, Waldbaden und die Aussicht genießen.

Angegeben ist die Wanderdauer  mit 2,5 Stunden. Je nachdem, wieviel Zeit man sich für die Infos nimmt und was das Wetter so spricht. Apropos Wetter: Ihr schaut einfach vorher:  „Wenn Schäfchenwolken am Himmel steh’n, kann man ohne Schirm spazieren geh’n“. Oder im Gegenzug: „Wenn die Schwalben tief fliegen, gibt es Regen.“ Also immer schön auf die Schwalben achten, wie schon meine Oma sagte. Bei so mancher Bauernregel ist der (erwachsene) Wanderer aufgerufen, selbst darüber zu entscheiden, was dran ist. Wie bei der Weisheit, mit der der Erlebnisweg endet: „Fehlt der Knecht am Morgen ständig, ist die Magd nachts zu lebendig.“

(Bilder von Altenmarkt-Zauchensee Tourismus)

Wanderung zum Laubhügel – der Geologieweg im Landkreis Schweinfurt

28. Mai 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , ,

Nach einigen Lockerungen der bestehenden Regelungen zum Umgang mit der Corona-Pandemie ist das Wandern wieder möglich. Bzw. war es das vorher in gewissem Umfang ja schon, jedenfalls im engeren Umkreis. Und natürlich unter den üblichen Bedingungen wie Abstand halten, Anzahl der Mitwanderer und gewisser Zurückhaltung bei der Tourenplanung. Letzter Punkt gilt überwiegend für den Alpenraum. Auch die Berghütten öffnen nun nach und nach wieder ihre Türen. Ab dem 29. bzw. 30. Mai sind in Deutschland und Österreich eingeschränkt sogar wieder Übernachtungen möglich.
So weit, so gut! Von daher sollte das „Training“ zur Vorbereitung einer nächsten Gipfeltour nicht vernachlässigt werden, raus in die Natur zu gehen ist quasi immer eine gute Idee. Gut, im Vergleich zu den Alpen müssen wir hier „auf dem flachen Land“ nicht von und Gipfeln reden. Das steht uns nicht zu und wir sind sowieso genügsam(er). Auf Grund der topographischen Gegebenheiten haben wir keine andere Wahl. Eine unserer letzten Touren führte uns auf den „Schweinfurter Gipfel“, den „Laubhügel“.
Hier ist der Name auch irgendwie Programm. Mit seinen 504 Metern ist der Laubhügel die höchste Erhebung in Stadt und Landkreis Schweinfurt.

Rund um den Laubhügel gibt es verschiedene Wanderwege in schöner Waldlandschaft. Wir wanderten den Geologieweg, der insgesamt knapp 11 km lang ist und sehr gut ausgeschildert.

Startpunkt:

Der Startpunkt liegt im beschaulichen Dörfchen Oberlauringen, ca. 20km von Schweinfurt entfernt in nordöstlicher Richtung gelegen. Ein ausgewiesener Parkplatz ist nicht vorhanden. Entweder direkt im Ort parken (dort beginnt auch der offizielle Weg) oder noch ein kleines Stückchen Richtung Wetzhausen fahren. Gleich nach dem Ortsausgang von Oberlauringen taucht ein kleiner Parkplatz auf. Auto abstellen und schon kann die Tour beginnen. Wir haben uns für Letzteres entschieden, um möglichst vielen Menschen aus dem Weg zu gehen.

Route:

Zu Beginn führte uns der Weg Richtung Osten. Am Anfang noch unbeschildert, aber nach ca. 200m erreichten wir auch den offiziellen „Geologieweg“ (gekennzeichnet mit einem Schneckensymbol). „Unser“ Weg zum Laubhügel.

Noch befanden wir uns auf einem Schotterweg, welcher allerdings bald in einen Feldweg überging. Dieser führte uns durch eine Obstbaumallee am Waldrand entlang. Wir sind die Tour jetzt vor Kurzem gelaufen und somit summte und brummte es an jeder Ecke, ein Paradies für Bienen und Co. Anschließend führte uns der Weg an einem kleinen „Hexenhäuschen“ vorbei immer leicht bergauf. Ab dem Haus ging es in den Wald und der Weg führte weiter zu einem Hohlweg. Hier ging es nun etwas steiler bergauf, bis wir schließlich oben am Ende des Weges am Laubhügel angekommen sind. Bitte jetzt nicht wundern, denn die höchste Erhebung im Landkreis Schweinfurt ist nicht sonderlich gekennzeichnet und relativ unspektakulär. Ohne Höhenmesser und GPS Daten ist dieser „Gipfel“ leicht zu übersehen.  Und da von Bäumen umgeben auch ohne Aussicht in die Landschaft. Die hat man auf dem Weg aber immer wieder an anderen Stellen. Wie auch immer, die höchste Erhebung wurde „erklommen“. Der Geologieweg heißt auch nicht umsonst Geologieweg, hier bekommt man auf Hinweisschildern immer wieder Infos zur Bodenbeschaffenheit, so auch am Laubhügel.
Wir folgten nun immer weiter den bekannten Markierungen und erreichten nach kurzer Zeit eines der nächsten Highlights der Tour. Den Grenzstein zu den drei Landkreisen Schweinfurt, Haßberge und Rhön-Grabfeld.

Der Weg führt uns weiter und weiter, vorbei an schönen, alten Buchen. Nach ca. 2/3 der Wegstrecke führte unser Weg langsam aus dem Wald heraus und im Tal waren die Spitzen des Örtchens Birnfeld zu sehen. Wir gingen allerdings immer weiter der Kennzeichnung Richtung Westen am Waldrand entlang. Nicht erschrecken, wenn zufälligerweise ein Feldhase den Weg kreuzt. Wir sahen sogar gleich mehrere bei unserer Wanderung. Nun waren wir schon fast am Ziel und kreuzten wieder die Obstbaumallee vom Beginn. Dort verließen wir den Geologieweg und gingen auf dem Schotterweg zurück zu unserem Ausgangspunkt. Insgesamt ein sehr schöner, ruhiger Weg und überhaupt nicht überlaufen.

Zum Überblick unserer Route:

Länge: 10.81km, Aufstieg: 235m, Dauer: 2:45h

Vorfreude auf Texel

15. Mai 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , , ,

Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude. Und das gerade in der aktuellen Situation. Im Lauf der Woche wurden Grenzöffnungen zu unseren europäischen Nachbarn verkündet, auch wenn noch nicht ganz klar ist, wie es sich mit Reisen und Urlaub verhalten wird. Wir freuen uns jedenfalls trotzdem schon mal auf den September, denn da haben wir einen Besuch auf der schönen Insel Texel geplant. Und bis dahin werden sich die neuen Rahmenbedingungen bestimmt schon etwas eingespielt haben.
Vor zwei Jahren waren wir im Rahmen einer Pressereise das erste Mal auf der Insel. Und es hat uns dort so gut gefallen, dass wir unbedingt wieder mal hinfahren wollten. Zumal wir noch nicht alle Ecken erkundet hatten.

Anfang des Jahres, als Corona bei uns noch nicht in aller Munde war, geschweige denn jemand an Reisebeschränkungen dachte, planten wir das Jahr grob durch. Natürlich mit Platz für spontane Termine, Reisen und Situationen. Und entschieden uns für einen Trip an die Nordsee im September. Aus jetziger Sicht steht (höchstwahrscheinlich) unserer Reise nichts im Wege. Es sei denn, eine zweite Covid-19 Welle würde kommen und die Lockerungen müssten wieder aufgehoben werden. Aber wir sind mal guter Dinge.

Gebucht haben wir ein Zimmer in einem kleinen Hotel mitten in Den Burg, um von dort aus zentral die Insel zu erkunden. Wir mussten keine Vorkasse leisten und könnten notfalls noch ein paar Tage vorher kostenlos stornieren. Aber selbst wenn wir damals eine Anzahlung getätigt hätten, wären wir sicherlich nicht jetzt schon in Panik verfallen. Wie sagt man denn so schön: Bis dahin fließt noch viel Wasser den Main hinunter! Somit zurück ins Sendestudio – ähm, zurück zur Vorfreude.
Urlaub am Meer bedeutet für uns immer Ruhe, Ausspannen, Meeresluft und Strand genießen, gutes Essen und vieles mehr. Wir haben bereits eine imaginäre Liste angelegt, was wir auf Texel alles erleben möchten. Traditionell werden wir nach Ankunft erstmal ein frisches Fischbrötchen essen. Wobei die Ankunftszeit noch in den Sternen steht, weil wir noch nicht wissen, ob wir mit Zug oder Auto anreisen. Die Zugverbindung soll gut sein und ob wir jetzt sieben Stunden mit dem Auto fahren oder einen kleinen Tick länger mit der Bahn, dafür aber entspannter, überlegen wir noch.  

Alternativ zum Fischbrötchen kann es natürlich auch ein Krabbenbrötchen sein. Gibt es einen besseren Start in den Urlaub? Dazu Möwengeschrei, ein bisschen Wind um die Nase und Wellenrauschen – perfekt! Was steht noch auf unserer imaginären Texel- Liste? Die obligatorischen Strandspaziergänge müssen nicht explizit erwähnt werden, oder? Strand geht immer! Selbst wenn das Wasser nicht nur von vorne kommt, sondern auch von oben käme. Und an Strand hat Texel so einiges zu bieten – nämlich mehr als 30 km herrlichen Sandstrand und Naturschutzgebiet, wo man sicherlich viele ruhige Eckchen finden kann.

Sollte es dann doch etwas zu nass werden, hilft im Anschluss ein heißes Getränk (notfalls mit einem Schuss Hochprozentigem) und/oder eine warme Dusche. Für mich getrennt voneinander, wie ihr das handhaben werdet, ist mir relativ egal. ;) Bei Sonnenschein gibt es das Getränk natürlich lieber bei einer Pause am Strand in einem der netten Strandpavillons. Als Franke darf es da natürlich gern mal ein Bierchen sein.
Bereits 2018 durften wir die kleine Brauerei De Boei auf dem Landgut De Bonte Belevenis kennenlernen und ihr Sortiment verköstigen. Lecker! Mir war aber gar nicht bekannt, dass es insgesamt drei weitere Brauereien auf der Insel gibt. Die vermutlich größte Brauerei vor Ort ist „Texels“. Kleine Spezialbiere werden hier gebraut, aber natürlich auch das bekannte „Skuumkoppe“. Nummer drei ist die Brauerei TX. Sie haben Ende 2017 mit der Bierproduktion begonnen und bieten diese nun auch für den Endverbraucher an. Ich bin gespannt auf das doppelt gehopfte, obergärige Spezialbier „TX Hopblond“. Falls ich in den Genuss komme, man weiß es ja noch nicht. Als Viertes gibt es noch die Familienbrauerei Texelaar. Wie der Name schon sagt, braut hier die ganze Familie. Maurice und Helma Diks brauen mit ihren Kindern aktuell vier Biere, die zwar (bisher) ausschließlich an Supermärkte, Spirituosenläden und Restaurants angeboten werden, nichtsdestotrotz können die Sorten in der „Probierstube“ in Den Burg verköstigt werden. Wo haben wir unser Hotel? Genau, in Den Burg! Da ist ein Besuch im September doch ein Muss. Biertechnisch tut sich also einiges auf Texel.

Wir möchten gerne die Insel mit dem Fahrrad erkunden. Wie genial das ist, durften wir letztes Jahr auf Juist erst so richtig kennenlernen. Wir freuen uns also jetzt schon aufs Radeln. Einfach irgendwo stehen bleiben, ganz ohne Suche nach einem Parkplatz und entweder die Landschaft genießen, bummeln oder etwas besichtigen. Für die Dame des Hauses ist Deko shoppen angesagt und evtl. finde ich auch etwas Nützliches. Ich möchte ja eigentlich schon immer ein Schaffell haben. Also nicht so ein Billig-Import-was-auch-immer Ding, sondern ein „richtiges“. Und da Texel schließlich bekannt für seine Schafe ist… Bingo! Entweder schlagen wir in Den Burg bei Kees de Waal zu, ein Mega-Dekoladen über 3 Etagen, den man gesehen haben muss! Letztes Mal waren wir noch keinen halben Tag auf der Insel und hatten schon die ersten Dekoteile dort geshoppt, nachdem wir ganz zufällig drauf gestoßen sind. Die Niederländer haben einfach ein Händchen für Einrichtung und Deko!
Alternativ radeln wir nach Oudeschild zu TexelWool oder zum Hofladen der Schapenboerderij. Hier kann man die Schafe sogar streicheln und knuddeln. – Webcam zu den Schafen

Was haben wir noch im Kopf? Ein Besuch der Käserei muss sein, denn da haben wir letztes Mal so leckeren Käse mitgenommen, vor allem der mit Bockshornklee steht schon auf der Shoppingliste. Das Strandgutmuseum wollen wir uns nochmal in Ruhe anschauen und eine Tour zum Robben beobachten wäre sicherlich auch spannend.  Ob alles davon umgesetzt wird, entscheiden wir einfach spontan, schließlich ist es Urlaub! Auf jeden Fall freuen wir uns schon sehr auf die Insel, wie Ihr merkt, und können es kaum erwarten. Nun heißt es weiterhin Daumen drücken, dass es im September auch klappt.
Apropos Corona – ganz aktuell kam noch eine Info, dass es nämlich eine neue App mit dem Namen „TexelMap“ gibt, die zur besseren Planung herangezogen werden kann. Also zum einen für uns als Besucher, aber auch für die Gastgeber. Mit der App sollen ab 20. Mai Besucherströme intelligent verteilt werden bzw. Ansammlungen an beliebten Orten vermieden. Es gibt schließlich keine Probleme, sondern nur Lösungen! Wie eine Art Reservierungssystem zeigt die App die Kapazität einzelner Standorte und gibt an, wo noch Platz verfügbar ist. Eine gute Planungshilfe für entspannte Besuche!

Wir lassen es auf uns zukommen und freuen uns auf die immer unkomplizierte Atmosphäre bei unseren niederländischen Nachbarn.

Die Flucht vor dem Gewitter – im Wettersteingebirge

19. März 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Letzten Sommer begaben sich zwei (mehr oder weniger) junge Menschen auf den Weg in Richtung Süden. Das Ziel der beiden heldenhaften Personen war das kleine Städtchen Garmisch-Partenkirchen im schönen weiß-blauen Bundesland. Ein bekanntes Reiseziel für Skifahrer, Wanderer oder Eisläufer. Was war ihr Plan? Was würde passieren? Was würden sie erleben?

Nun, es war im Sommer, als die beiden sich verabredeten. Genauer gesagt sollte das Abenteuer an einem Wochenende im Juli beginnen. Nicht zum Skifahren, nicht zum Eislaufen, sondern zum… Wandern! Im Voraus war bereits Vieles erledigt: Hotelzimmer ausgesucht, Übernachtung auf der Berghütte gebucht, Zugfahrt organisiert und notwendiges Material sowie Proviant abgesprochen. Wie die Profis! Was die beiden allerdings nicht beeinflussen konnten, waren zum einen die Bahn und zum anderen das Wetter. Bei ihrer Expedition sollte beides noch eine große Rolle spielen. Aber dazu kommen wir später.

Doch wer waren die beiden überhaupt? Zwei gutaussehende junge Männer. Groß, intelligent und voller Elan. Die beiden kannten sich schon geraume Zeit und waren Profis in ihrem Segment. M. beispielsweise ist eine Koryphäe im Bereich Bahnfahren und H. kennt sich bestens in Sachen Wandern aus.
So machten sich die beiden mit der Bahn auf den Weg in den Süden. Im fränkischen Würzburg trafen sie sich voller Vorfreude im Zug. Da genau am besagten Wochenende an der Strecke gebaut wurde, mussten sie das letzte Stück auf Schienenersatzverkehr umsteigen, was aber im Vorfeld bekannt war. Also wurde dies einkalkuliert und stellte kein Problem dar. Nach ca. 4 Stunden Zugfahrt kamen sie gut gelaunt am Bahnhof Garmisch an. Das Wetter war herrlich, Sonne, leichte Bewölkung und angenehme Temperaturen. Man könnte jetzt auch sagen „wenn Engel reisen“, aber wir wollen es hier mal nicht übertreiben. H. und M. machten sich auf den Weg zu ihrer Unterkunft, um ihr Hab und Gut zu verstauen. Der Hunger (und die Neugierde auf die fremde Umgebung) trieb sie allerdings schnell wieder hinaus. Im Zentrum von Garmisch fanden sie eine hübsche Gaststube mit leckeren Speisen.

Vorbereitung ist die halbe Miete. Daran können sich manche Möchtegern-Wanderer, -Camper oder -Outdoor-Experten ein Beispiel nehmen. Wenn es in die Berge geht, braucht man einfach eine gewisse Ausstattung, da gilt immer: safety first!
Das Ziel der beiden Abenteurer war die Meilerhütte der DAV-Sektion Garmisch-Partenkirchen im Wettersteingebirge. Die gewählte Route wurde weit im Voraus geplant und vor Ort nochmals verifiziert und angepasst. 5,5 Stunden im Anstieg und am nächsten Tag nochmals 5,5 Stunden im Abstieg. Was die Höhenmeter angeht, sollte sich der imaginäre Zeiger bei 1500 hm einpendeln. Rein rechnerisch und konditionell gesehen kein Problem. Somit gingen die beiden frühzeitig schlafen, um am nächsten Tag fit zu sein. <An dieser Stelle bitte einen Zeitraffer über die sternenklare Nacht vorstellen.>

Der nächste Tag! H. und M. waren früh wach, hatten aber auch einen strengen Zeitplan. Frühstück um 7:30 Uhr (nach kurzer Rücksprache konnten sie bereits 10min früher in den Genuss kommen), Bus zum Startpunkt der Wanderung, der „Großen Olympiaschanze“ um 7:55 Uhr und ab da startete kurz nach 8 das Wanderabenteuer. Doch auf dem Weg passierte es: Am Wanderschuh von H. riss der Schnürsenkel. „F*ck“ dachten sich beide. Sollte das Abenteuer schon vor dem Beginn scheitern?! War alles umsonst? Mussten sie wieder abreisen? Trotz ausgiebiger Vorbereitungen hatten sie nämlich keinen Ersatzschnürsenkel dabei.
Aufgeben war natürlich keine Option. Eine schnelle Lösung musste gefunden werden. Dank kurzer Recherche wurde schnell ein Ladengeschäft gefunden, das evtl. Ersatz bieten konnte. Nach einem kurzen Fußmarsch gab es dort aber leider keine zufriedenstellende Lösung. Zum Glück konnten die jungen Wanderer ein weiteres Geschäft ausfindig machen und dort sogar telefonisch ein Paar Schnürsenkel reservieren. Es handelte sich um das perfekte Lädchen für alle Bergsportler – das „Alpinsport Basis“. Die beiden waren zufrieden und somit konnte die Wanderung nun mit leichter Verspätung doch beginnen.

Am Skistadion Garmischs vorbei ging es mit einigen Tagesausflüglern Richtung Partnachklamm. Obwohl es etwas später war, als ursprünglich geplant, waren in der wunderschönen Klamm noch relativ wenige Tagestouristen unterwegs. Da lohnt sich das frühe Aufstehen! Das Genießen fiel den beiden aber nicht leicht, denn im Hinterkopf hatten sie den Wetterbericht und die Aussicht auf ein mögliches Gewitter gegen Mittag. Daher wollten sie rechtzeitig vorher oben ankommen.

Tiefe Schluchten, abgeschliffene Felsen und das unaufhörliche Rauschen des Wassers, das macht die Partnachklamm aus. Zunächst wurde sie übrigens nur wirtschaftlich genutzt und erst später für den Fremdenverkehr erschlossen. Heute ist sie eine bekannte Attraktion für Besucher aus aller Welt. Es ist schon sehr beeindruckend, was Wasser über einen langen Zeitraum schaffen kann.
Für die beiden Wanderer ging es von hier ab immer bergauf. Die Luftfeuchtigkeit stieg von Stunde zu Stunde, so dass sie richtig ins Schwitzen kamen. Vielleicht auch ein klein wenig aufgrund der teilweise sehr steilen Steigung. Aber nur ein klein wenig. Zusätzlich wurden sie von zahlreichen Stechmücken durch den Wald getrieben. Der Weg zog sich etwas, aber die Höhenmeter mussten gemacht werden. Wettertechnisch war soweit alles noch in Ordnung – bis auf die hohe Luftfeuchtigkeit. Als sich der Wald schließlich etwas lüftete und das Schachenhaus mit dem Schachenschloss am Horizont auftauchte, atmeten die beiden auf. Das Zwischenziel war nahe! Und von dort aus betrug der Weg zum Ziel auch „nur“ noch 500hm. Da die beiden gut in der Zeit lagen, kam eine Stärkung auf der Hütte genau richtig.

Zu viel Zeit durften M. und H. nicht verstreichen lassen, daher machten sie sich schnell wieder auf den Weg. Laut Regenradar war noch alles im grünen Bereich, doch am Horizont waren bereits Cumulonimbus-Wolken (Gewitterwolken) zu sehen. Der erfahrene Berggänger weiß, dass diese schnell vor Ort sein können und mit ihnen nicht zu spaßen ist. Dementsprechend erhöhten die zwei ihr Tempo und sie rannten fast den Berg hinauf. Donner setzte ein! In der Ferne waren Blitze zu sehen. Die Waldgrenze wurde überschritten und der Weg wurde steiler. Dann fing es auch noch an zu regnen. H. und M. wussten, das Gewitter war nicht mehr weit und es kamen ihnen bereits einige Bergsteiger entgegen.
Was ihre Ausrüstung anging, mussten sich die beiden Abenteurer keine Sorgen machen. Von den obligatorischen festen Wanderschuhen (mit neuen Schnürsenkeln) über Regenkleidung bis zum Rucksackschutz war alles dabei. Doch auch die besten Bergsteiger wissen, dass man die Natur zwar lesen kann, aber nicht beeinflussen. Und da das Gewitter immer näher kam, entschlossen sich die beiden, lieber umzukehren und zurück zum Schachenhaus zu gehen. Im Nachhinein war dies die beste Lösung, auch wenn die zwei Wanderer etwas geknickt waren. Gefühlt zog das Gewitter direkt über die Hütte hinweg. Das war es nun. Oder sollten sie nach dem heftigen Regen noch einen Anlauf wagen?
Sie machten es von einem Übernachtungsplatz auf der Hütte abhängig. Wäre keiner mehr frei gewesen, wäre eigentlich nur der Aufstieg zur Meilerhütte geblieben. Dort hatten sie schließlich einen reservierten Schlafplatz. Die Hüttenleute vom Schachenhaus fanden aber noch ein Plätzchen im Matratzenlager und somit entschieden sich H. und M. gegen den erneuten Aufstiegversuch. Das Gewitter war zwar vorübergezogen, doch die Zeit blieb derweil nicht stehen.

Die (kleine) Enttäuschung war rasch vorüber und sie genossen den restlichen Tag mit gutem Essen und  leckeren Getränken inklusive einem kleinen Schnaps. So erzählen es sich zumindest die älteren Anwesenden. Die Nacht verlief relativ entspannt – wie es auf einer Berghütte halt üblich ist. Aus einer Ecke kommen Schnarchgeräusche, ein Matratzennachbar wälzt sich und der nächste muss mitten in der Nacht aufs Klo. So ist es halt „da oben“. Dank Ohrenstöpsel aber auch kein größeres Thema. M. verbrachte übrigens seine erste Nacht auf einer Berghütte, und dann gleich im Matratzenlager – Applaus bitte!

Während des Frühstücks machten die beiden Pläne zum besten Abstieg ins Tal. Den gleichen Weg wollten sie nicht wieder gehen. Die Alternative führte über das Reintal bzw. Oberreintal „Alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich“ – so stand es auf dem Wegweiser. Im oberen Stück war die Aussicht ins Oberreintal grandios. Doch schnell wurde der Weg steiler und die Worte auf dem Schild deutlicher. Kleine ausgesetzte Passagen mit Drahtseilsicherung waren keine Seltenheit. 

Aber auch das meisterten die beiden heldenhaft und kamen nach einer ein paar Stunden unten an. Im Wald wurde der Weg flacher, dafür kamen die Stechmücken zurück, wovon sich H. und M. aber nicht stören ließen. Geschafft und zufrieden füllten sie noch ihre Wasserflaschen am Bach auf und begaben sich anschließend wieder durch die Partnachklamm. Dieses Mal mit etwas mehr Zeit und auch mit mehr Tagestouristen. Das Wetter hielt leider nicht ganz, es setzte leichter Regen ein. Machte aber nichts! Im Tal angekommen, gönnten sich die beiden noch eine Stärkung und ließen ihre Wanderung Revue passieren. Wenn sie auch nicht bis zur Meilerhütte gelaufen sind, waren sie doch zufrieden mit ihrer Tour, den schönen Ausblicken und der Nacht im Schachenhaus.
Im Anschluss machten sie sich an das Abenteuer Bahn-Rückfahrt, in dessen Verlauf sich ihre Wege wieder trennen sollten. Der ursprünglich gebuchte Zug sollte erst gegen Abend fahren, doch durch äußerst geschickte Diplomatie und Überredungskünste wurde die Zugbindung aufgehoben. Schienenersatzverkehr sei Dank! Somit konnten sie sich im Zug ein verdientes Abschlussbierchen gönnen.

Zum Abschluss bleibt die Frage, um wen, zum Henker, es sich bei den beiden heldenhaften Gestalten handelt!? Gute Frage… man munkelt, dass es sich dabei um Herrn Marco B. und seinen langjährigen Twitterkollegen Heiko K. handeln könnte. Aber vielleicht sind das auch nur Fake News.
Wie wird es weiter gehen? Gibt es eine Fortsetzung 2020? Werden sie auch in diesem Sommer wieder auf Tour gehen?

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