Die Flucht vor dem Gewitter – im Wettersteingebirge

19. März 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Letzten Sommer begaben sich zwei (mehr oder weniger) junge Menschen auf den Weg in Richtung Süden. Das Ziel der beiden heldenhaften Personen war das kleine Städtchen Garmisch-Partenkirchen im schönen weiß-blauen Bundesland. Ein bekanntes Reiseziel für Skifahrer, Wanderer oder Eisläufer. Was war ihr Plan? Was würde passieren? Was würden sie erleben?

Nun, es war im Sommer, als die beiden sich verabredeten. Genauer gesagt sollte das Abenteuer an einem Wochenende im Juli beginnen. Nicht zum Skifahren, nicht zum Eislaufen, sondern zum… Wandern! Im Voraus war bereits Vieles erledigt: Hotelzimmer ausgesucht, Übernachtung auf der Berghütte gebucht, Zugfahrt organisiert und notwendiges Material sowie Proviant abgesprochen. Wie die Profis! Was die beiden allerdings nicht beeinflussen konnten, waren zum einen die Bahn und zum anderen das Wetter. Bei ihrer Expedition sollte beides noch eine große Rolle spielen. Aber dazu kommen wir später.

Doch wer waren die beiden überhaupt? Zwei gutaussehende junge Männer. Groß, intelligent und voller Elan. Die beiden kannten sich schon geraume Zeit und waren Profis in ihrem Segment. M. beispielsweise ist eine Koryphäe im Bereich Bahnfahren und H. kennt sich bestens in Sachen Wandern aus.
So machten sich die beiden mit der Bahn auf den Weg in den Süden. Im fränkischen Würzburg trafen sie sich voller Vorfreude im Zug. Da genau am besagten Wochenende an der Strecke gebaut wurde, mussten sie das letzte Stück auf Schienenersatzverkehr umsteigen, was aber im Vorfeld bekannt war. Also wurde dies einkalkuliert und stellte kein Problem dar. Nach ca. 4 Stunden Zugfahrt kamen sie gut gelaunt am Bahnhof Garmisch an. Das Wetter war herrlich, Sonne, leichte Bewölkung und angenehme Temperaturen. Man könnte jetzt auch sagen „wenn Engel reisen“, aber wir wollen es hier mal nicht übertreiben. H. und M. machten sich auf den Weg zu ihrer Unterkunft, um ihr Hab und Gut zu verstauen. Der Hunger (und die Neugierde auf die fremde Umgebung) trieb sie allerdings schnell wieder hinaus. Im Zentrum von Garmisch fanden sie eine hübsche Gaststube mit leckeren Speisen.

Vorbereitung ist die halbe Miete. Daran können sich manche Möchtegern-Wanderer, -Camper oder -Outdoor-Experten ein Beispiel nehmen. Wenn es in die Berge geht, braucht man einfach eine gewisse Ausstattung, da gilt immer: safety first!
Das Ziel der beiden Abenteurer war die Meilerhütte der DAV-Sektion Garmisch-Partenkirchen im Wettersteingebirge. Die gewählte Route wurde weit im Voraus geplant und vor Ort nochmals verifiziert und angepasst. 5,5 Stunden im Anstieg und am nächsten Tag nochmals 5,5 Stunden im Abstieg. Was die Höhenmeter angeht, sollte sich der imaginäre Zeiger bei 1500 hm einpendeln. Rein rechnerisch und konditionell gesehen kein Problem. Somit gingen die beiden frühzeitig schlafen, um am nächsten Tag fit zu sein. <An dieser Stelle bitte einen Zeitraffer über die sternenklare Nacht vorstellen.>

Der nächste Tag! H. und M. waren früh wach, hatten aber auch einen strengen Zeitplan. Frühstück um 7:30 Uhr (nach kurzer Rücksprache konnten sie bereits 10min früher in den Genuss kommen), Bus zum Startpunkt der Wanderung, der „Großen Olympiaschanze“ um 7:55 Uhr und ab da startete kurz nach 8 das Wanderabenteuer. Doch auf dem Weg passierte es: Am Wanderschuh von H. riss der Schnürsenkel. „F*ck“ dachten sich beide. Sollte das Abenteuer schon vor dem Beginn scheitern?! War alles umsonst? Mussten sie wieder abreisen? Trotz ausgiebiger Vorbereitungen hatten sie nämlich keinen Ersatzschnürsenkel dabei.
Aufgeben war natürlich keine Option. Eine schnelle Lösung musste gefunden werden. Dank kurzer Recherche wurde schnell ein Ladengeschäft gefunden, das evtl. Ersatz bieten konnte. Nach einem kurzen Fußmarsch gab es dort aber leider keine zufriedenstellende Lösung. Zum Glück konnten die jungen Wanderer ein weiteres Geschäft ausfindig machen und dort sogar telefonisch ein Paar Schnürsenkel reservieren. Es handelte sich um das perfekte Lädchen für alle Bergsportler – das „Alpinsport Basis“. Die beiden waren zufrieden und somit konnte die Wanderung nun mit leichter Verspätung doch beginnen.

Am Skistadion Garmischs vorbei ging es mit einigen Tagesausflüglern Richtung Partnachklamm. Obwohl es etwas später war, als ursprünglich geplant, waren in der wunderschönen Klamm noch relativ wenige Tagestouristen unterwegs. Da lohnt sich das frühe Aufstehen! Das Genießen fiel den beiden aber nicht leicht, denn im Hinterkopf hatten sie den Wetterbericht und die Aussicht auf ein mögliches Gewitter gegen Mittag. Daher wollten sie rechtzeitig vorher oben ankommen.

Tiefe Schluchten, abgeschliffene Felsen und das unaufhörliche Rauschen des Wassers, das macht die Partnachklamm aus. Zunächst wurde sie übrigens nur wirtschaftlich genutzt und erst später für den Fremdenverkehr erschlossen. Heute ist sie eine bekannte Attraktion für Besucher aus aller Welt. Es ist schon sehr beeindruckend, was Wasser über einen langen Zeitraum schaffen kann.
Für die beiden Wanderer ging es von hier ab immer bergauf. Die Luftfeuchtigkeit stieg von Stunde zu Stunde, so dass sie richtig ins Schwitzen kamen. Vielleicht auch ein klein wenig aufgrund der teilweise sehr steilen Steigung. Aber nur ein klein wenig. Zusätzlich wurden sie von zahlreichen Stechmücken durch den Wald getrieben. Der Weg zog sich etwas, aber die Höhenmeter mussten gemacht werden. Wettertechnisch war soweit alles noch in Ordnung – bis auf die hohe Luftfeuchtigkeit. Als sich der Wald schließlich etwas lüftete und das Schachenhaus mit dem Schachenschloss am Horizont auftauchte, atmeten die beiden auf. Das Zwischenziel war nahe! Und von dort aus betrug der Weg zum Ziel auch „nur“ noch 500hm. Da die beiden gut in der Zeit lagen, kam eine Stärkung auf der Hütte genau richtig.

Zu viel Zeit durften M. und H. nicht verstreichen lassen, daher machten sie sich schnell wieder auf den Weg. Laut Regenradar war noch alles im grünen Bereich, doch am Horizont waren bereits Cumulonimbus-Wolken (Gewitterwolken) zu sehen. Der erfahrene Berggänger weiß, dass diese schnell vor Ort sein können und mit ihnen nicht zu spaßen ist. Dementsprechend erhöhten die zwei ihr Tempo und sie rannten fast den Berg hinauf. Donner setzte ein! In der Ferne waren Blitze zu sehen. Die Waldgrenze wurde überschritten und der Weg wurde steiler. Dann fing es auch noch an zu regnen. H. und M. wussten, das Gewitter war nicht mehr weit und es kamen ihnen bereits einige Bergsteiger entgegen.
Was ihre Ausrüstung anging, mussten sich die beiden Abenteurer keine Sorgen machen. Von den obligatorischen festen Wanderschuhen (mit neuen Schnürsenkeln) über Regenkleidung bis zum Rucksackschutz war alles dabei. Doch auch die besten Bergsteiger wissen, dass man die Natur zwar lesen kann, aber nicht beeinflussen. Und da das Gewitter immer näher kam, entschlossen sich die beiden, lieber umzukehren und zurück zum Schachenhaus zu gehen. Im Nachhinein war dies die beste Lösung, auch wenn die zwei Wanderer etwas geknickt waren. Gefühlt zog das Gewitter direkt über die Hütte hinweg. Das war es nun. Oder sollten sie nach dem heftigen Regen noch einen Anlauf wagen?
Sie machten es von einem Übernachtungsplatz auf der Hütte abhängig. Wäre keiner mehr frei gewesen, wäre eigentlich nur der Aufstieg zur Meilerhütte geblieben. Dort hatten sie schließlich einen reservierten Schlafplatz. Die Hüttenleute vom Schachenhaus fanden aber noch ein Plätzchen im Matratzenlager und somit entschieden sich H. und M. gegen den erneuten Aufstiegversuch. Das Gewitter war zwar vorübergezogen, doch die Zeit blieb derweil nicht stehen.

Die (kleine) Enttäuschung war rasch vorüber und sie genossen den restlichen Tag mit gutem Essen und  leckeren Getränken inklusive einem kleinen Schnaps. So erzählen es sich zumindest die älteren Anwesenden. Die Nacht verlief relativ entspannt – wie es auf einer Berghütte halt üblich ist. Aus einer Ecke kommen Schnarchgeräusche, ein Matratzennachbar wälzt sich und der nächste muss mitten in der Nacht aufs Klo. So ist es halt „da oben“. Dank Ohrenstöpsel aber auch kein größeres Thema. M. verbrachte übrigens seine erste Nacht auf einer Berghütte, und dann gleich im Matratzenlager – Applaus bitte!

Während des Frühstücks machten die beiden Pläne zum besten Abstieg ins Tal. Den gleichen Weg wollten sie nicht wieder gehen. Die Alternative führte über das Reintal bzw. Oberreintal „Alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich“ – so stand es auf dem Wegweiser. Im oberen Stück war die Aussicht ins Oberreintal grandios. Doch schnell wurde der Weg steiler und die Worte auf dem Schild deutlicher. Kleine ausgesetzte Passagen mit Drahtseilsicherung waren keine Seltenheit. 

Aber auch das meisterten die beiden heldenhaft und kamen nach einer ein paar Stunden unten an. Im Wald wurde der Weg flacher, dafür kamen die Stechmücken zurück, wovon sich H. und M. aber nicht stören ließen. Geschafft und zufrieden füllten sie noch ihre Wasserflaschen am Bach auf und begaben sich anschließend wieder durch die Partnachklamm. Dieses Mal mit etwas mehr Zeit und auch mit mehr Tagestouristen. Das Wetter hielt leider nicht ganz, es setzte leichter Regen ein. Machte aber nichts! Im Tal angekommen, gönnten sich die beiden noch eine Stärkung und ließen ihre Wanderung Revue passieren. Wenn sie auch nicht bis zur Meilerhütte gelaufen sind, waren sie doch zufrieden mit ihrer Tour, den schönen Ausblicken und der Nacht im Schachenhaus.
Im Anschluss machten sie sich an das Abenteuer Bahn-Rückfahrt, in dessen Verlauf sich ihre Wege wieder trennen sollten. Der ursprünglich gebuchte Zug sollte erst gegen Abend fahren, doch durch äußerst geschickte Diplomatie und Überredungskünste wurde die Zugbindung aufgehoben. Schienenersatzverkehr sei Dank! Somit konnten sie sich im Zug ein verdientes Abschlussbierchen gönnen.

Zum Abschluss bleibt die Frage, um wen, zum Henker, es sich bei den beiden heldenhaften Gestalten handelt!? Gute Frage… man munkelt, dass es sich dabei um Herrn Marco B. und seinen langjährigen Twitterkollegen Heiko K. handeln könnte. Aber vielleicht sind das auch nur Fake News.
Wie wird es weiter gehen? Gibt es eine Fortsetzung 2020? Werden sie auch in diesem Sommer wieder auf Tour gehen?

Time to Relax – Die „Wasnerin“

27. Februar 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Schnee und Skifahren waren die Themen der letzten Blogposts, also Wintersport „at its best“. Aber wie heißt es so schön: Wer Sport treibt, darf sich auch erholen. Wir hatten es damals zu meinen Handballerzeiten schon so gehandhabt. Der Körper benötigt Regenerationsphasen und wahrscheinlich je älter man wird, desto mehr – aber das steht auf einem anderen Blatt. ;) Erholung sollte natürlich das ganze Jahr über nicht zu kurz kommen, und was eignet sich dazu besser als eine kleine Auszeit in einem schönen Wellness-Hotel? Im Anschluss an meine Reise nach Cortina ging es also gleich wieder auf eine Pressereise. Dieses Mal in Richtung Steiermark. Genauer gesagt nach Bad Aussee in das „G’sund & Natur-Hotel Die Wasnerin“. Die Anreise per Bahn war relativ entspannend. Durch die leicht verschneite Landschaft zu fahren ist einfach immer wieder schön. Am Zielbahnhof (dem Kurort Bad Aussee) erwartete mich bereits ein Shuttle mit einem BMW i3 zum Hotel. Auch wenn es nur eine kurze Strecke war, aber allein das fand ich bereits sehr entschleunigend.
Das Hotel „Die Wasnerin“ ist ein 4 Sterne Superior Haus und liegt auf einem sonnigen Hochplateau zwischen Altaussee und Grundlsee mit Blick auf den Dachstein. Allein schon die Lage spricht für Ruhe, Erholung und Energie auftanken, was zu den Schwerpunkten des Hotels gehört.

Der Shuttle war für mich ja bereits ein kleiner Pluspunkt. Ein weiterer dicker Pluspunkt folgte nach dem Check-in, als ich nach meinen Lieblingszeitschriften gefragt wurde. „Auf dem Zimmer liegen bereits einige Zeitschriften und Magazine, um den Rest kümmere ich mich gleich“ waren die Worte des netten Empfangsmitarbeiters. Und so schnell konnte ich gar nicht gucken, lagen meine Wunschzeitschriften und ein mir noch unbekanntes, dazu passendes Magazin auf meinem Zimmer. Ich war mittlerweile schon in einigen Hotels, aber so einen tollen Service hatte ich noch nie!

Am ersten Abend gab es noch eine Fackelwanderung mit der Chefin des Hauses, Petra Barta. Leider klappte das bei  mir nicht auf Grund der leichten Zugverspätung. Hubert vom „travellerblog“, der ebenfalls bei der Pressereise dabei war, nahm teil und war begeistert. Die Fackelwanderung kann auch im Rahmen des wöchentlich wechselnden Auszeit-Programms der Wasnerin besucht werden. Aber dazu später mehr. Für mich ging es vor dem Abendessen noch eine Runde in den Pool. Die Entscheidung war genial, denn außer mir planschte niemand im 33 Grad warmen Wasser und so ließ es sich bestens im Wasser treiben. Und da wir schon bei Pluspunkten sind: Ein gutes Hotel bzw. eine gute Poollandschaft sollte IMMER Poolnudeln zur Verfügung stellen. Ohne Ausnahme! Jedenfalls für Poolnudel-Fans wie mich.

Am Abend kam das Thema Genuss nicht zu kurz. Ein 5-Gang Wahlmenü wartete auf uns. Ich sage nur „Quinoalaibchen an Spinatcreme und Ratatouille“, „gebratenes Reinankenfilet auf Butterbrioche mit Flusskrebsen und Lauch“ oder „Johannisbrotbaum-Apfelschnitte mit Apfelsorbet und Vanillesoße“. Nicht zu vergessen die Suppe oder das Käsebuffet vom Brett – ein kleines Träumchen! Beim Thema Kulinarik wird im Hotel „Die Wasnerin“ großer Wert auf (Bio-) Produkte aus der Region gelegt und wer möchte, kann sein 5-Gang-Menü vegan wählen bzw. werden selbstverständlich Allergien und Unverträglichkeiten berücksichtigt.
Noch nicht richtig angekommen, schon eine Runde im SPA relaxt und lecker gegessen. Ein toller Start in unsere „Männer-Auszeit“. Nach einem leckeren, klaren Schnaps ging es dann in die Koje.

Ganz ohne Sport geht es bei mir nicht. Für mich ist Sport eine Möglichkeit zum Runterkommen und Erholen. Und die Lage der „Wasnerin“ bietet sich perfekt an für Aktivitäten in der Natur, egal ob im Sommer oder im Winter. Im Rahmen der täglichen Angebote hatte ich mich für eine „Schneeschuhwanderung zum lustigen Eck am Grundlsee“ entschieden. Die Schneeschuhe lagern direkt im Hotel und so ging es nach einer ganz kurzen Fahrt zum Zielort. Da es vor Ort allerdings das letzte Mal im November richtig geschneit hatte und die Temperaturen im bisherigen Winter eher an Frühling erinnerten, mussten wir unsere Tour wetterbedingt abbrechen. Was allerdings nicht weiter tragisch war, denn erstens war herrliches Wetter, wir waren mit tierischer Begleitung (einem Hund) unterwegs und machten auf dem Rückweg eine kleine Pause am Ufer des schönen Grundlsees.

Sonnenschein, Berge und Wasser – was will man(n) mehr?! (Natürlich eine rein rhetorische Frage.) Wir wollten allerdings noch das ein oder andere Entspannungsangebot des Hotels testen. Je nach Wunsch kann der Tag hier sehr gut gefüllt werden. Meine Auswahl wäre „Tai-Ji“ gewesen, was auf Grund von Krankheit leider entfallen musste. Taj-Ji hätte ich schon gerne einmal ausprobiert – vielleicht das nächste Mal. Dafür ging es nach einer kleinen Nachmittagsjause wieder zum Relaxen in den Wellnessbereich, zu dem neben Außen- und Innenpool auch noch Saunen, Dampfbad und Co. gehören. Im “Nabel.Das SPA” kann man sich übrigens verschiedene Anwendungen gönnen. Ich erhielt eine speziell auf die männliche Haut ausgelegte Gesichtsbehandlung und war danach ganz tiefenentspannt.
Mit freiem Kopf ging es an Tag 2 zum Abendessen, zu dem ich gar nicht viel sagen muss, wie erwartet war es wieder sehr, sehr lecker.  

Der nächste Tag konnte kommen und zum Start – also nach dem leckeren Frühstück (mit Kresse!) – war für uns wieder Sport angesagt. In jungen Jahren bzw. zu Beginn meiner Zeit im Ötztal war Langlaufen gerade in, aber als Alternative zur Abfahrt hatte es bisher bei mir nie so richtig eine Chance. Nachdem ich letztens erst in Fieberbrunn war und Biathlon live und in Farbe verfolgen konnte, konnte ich das Angebot zum „Langlauf Schnupperkurs“ nun nicht ausschlagen. Wie schon bei der Schneeschuhwanderung waren Skier, Stöcke und Schuhe direkt im Skikeller gelagert. Keine lange Wartezeit und bester Service. I like! Zusammen mit Mario Schober, seines Zeichens zertifizierter Bergführer und Diplomyogalehrer und einer der Auszeit-Begleiter der „Wasnerin“, ging es zum Start an der Langlaufloipe „Gössl“. Es machte schon Sinn, dass wir mit den Grundlagen begannen. Alpin fahren ist kein Problem, aber zum Langlaufski besteht doch ein „klitzekleiner“ Unterschied. In der Theorie klappte alles wunderbar. Doch vor allem bergab sieht die Sache ganz anders aus und der Boden kommt schon mal etwas schneller näher. Nach einer gewissen Zeit und mit etwas Übung klappte es aber ganz gut, auch bergab und mit bremsen.

Ein Dankeschön geht an dieser Stelle an Mario. Erstens für seine super Erklärungen und zweitens für seine ausgewählte Strecke über den zugefrorenen Toplitzsee. Wenn jetzt noch jemand sagt, dass Langlauf ein Sport für Rentner sei, dem ist nicht mehr zu helfen. Die ursprünglich angedachten 2 Stunden fühlten sich doppelt so lange an. Zufrieden chauffierte uns Mario zurück zum Hotel. Ohne lange Verschnaufpause hieß es für mich auf zum Aerial Yoga. Als neugieriger Mensch muss ich das doch einmal ausprobieren. Aerial Yoga? Dabei handelt es sich um (wer hätte es gedacht) Yoga in einem trapezförmigen Tuch. Da Mario auch Diplomyogalehrer ist, waren wir bei ihm gut aufgehoben, so dass auch wir Neulinge gut mitkamen. Zu Beginn erst einmal an das Tuch gewöhnen und der Länge nach drin verschwinden. Gemütlich! Anschließend folgten verschiedene Übungen. Unter anderem kopfüber im Tuch ausstrecken. Nun ja, aus Sicherheitsgründen muss man ja nicht alles mitmachen und schaukeln allein ist auch nie verkehrt. ;)
Zur Erholung nach dem ganz schön anstrengenden Yoga wartete im SPA-Bereich eine Massage auf mich. Vor Ort wird gefühlt alles angeboten, was das Herz begehrt. Nicht umsonst zählt das Hotel „Die Wasnerin“ zu den TOP 5 Wellnesshotels in der Steiermark und laut eigener Aussage auch zu den besten Häusern Österreichs.

Man könnte noch viel mehr erzählen zu diesem schönen Haus. Es gibt z.B. Lese- und Spielmöglichkeiten, leider war der Billardtisch immer belegt, so dass dieser von uns nicht genutzt werden konnte. Aber ich komme wieder – versprochen! Oder dass es an der zentral gelegenen Bar u.a. eine große Ginauswahl gibt, auch aus der Steiermark, neben heimischen Schnapssorten (versteht sich in Österreich ja fast von selbst). Was mir noch gut gefällt, dass rundrum viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wird, mit Strom aus der eigenen Photovoltaik-Anlage, dem weitest gehenden Verzicht auf Plastikmüll oder dem Umbau der Bädertechnik.
Die „Wasnerin“ ist perfekt geeignet für eine individuelle Auszeit, die man ganz nach persönlichen Vorlieben gestalten kann. Mit Natur-Erlebnis, SPA-Erholung oder Genuss-Zeit, da ist für jeden was dabei.

Herzlichen Dank an das ganze Team der „Wasnerin“ für die Einladung, den tollen Service und erholsame Auszeit-Momente.

Bon dì – Pistenglück in Cortina d’Ampezzo

20. Februar 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Nachdem ich der Felbertauernstraße einen Besuch abgestattet hatte, ging es für mich direkt weiter nach Italien. Genauer gesagt nach Cortina d’Ampezzo im Rahmen einer Pressereise. Cortina ist vielen bestimmt ein Begriff, zumindest den Wintersportfans unter uns, denn es ist ein renommiertes Wintersportzentrum. Die Älteren werden sich evtl. noch an die Olympischen Winterspiele 1956 erinnern. Alle anderen können sich jetzt schon das kommende Jahr vormerken, denn 2021 findet in Cortina D’Ampezzo erneut die Alpine Skiweltmeisterschaft statt. Und 2026, gemeinsam mit Mailand, die Olympischen Winterspiele, die vom  6. Februar bis 22. Februar  stattfinden werden. Also tragt die Termine ruhig schon einmal in den Kalender ein!

Cortina d’Ampezzo gehört zur Region Venetien und neben Italienisch wird in dieser Gegend auch Ladinisch gesprochen. Dabei handelt es sich um eine eigene Sprache, die nur in ein paar Alpentälern verbreitet ist und aktuell noch von insgesamt ca. 30.000 Personen gesprochen wird. Zum ersten Mal hatte ich Ladinisch im Val Badia (Gadertal) gehört und war begeistert.  Zwar kein Wort verstanden, aber trotzdem. Ladinisch war mal die verbreitetste Sprache in der Alpenregion und es gibt unterschiedliche Dialekte. Diese sind von Tal zu Tal verschieden und so kann es durchaus sein, dass man sich nicht auf Anhieb versteht. Meistens klappt es dann aber doch und falls nicht, Ladinisch kann man sehr gut mit italienisch kombinieren – so habe ich mir sagen lassen. Wir sprachen im Rahmen unserer Pressereise mit Elsa Zardini über die Kultur, die Sprache und die Region. Elsa ist Präsidentin der „Union de i Ladis de Anpezo“ und steht für alle fünf ladinischen Täler ein. Wer sich für die Traditionen interessiert, dem kann ich das völkerkundliche Museum wärmstens empfehlen.
Leider wird Ladinisch in Cortina nicht in der Schule gelehrt, so wie z.B. in Südtirol. Deshalb ist es umso wichtiger, die Sprache weiterhin zu erhalten.

Die Region um Cortina d’Ampezzo hat eine bewegte Geschichte hinter sich. So gibt es z. B. heute noch eine Art Selbstverwaltung, die „Regole“, welche bis zum 6. Jahrhundert zurückgeht. Alm- und Forstwirtschaft wird gemeinsam zum Wohle aller betrieben und noch heute wird dort kaum Privatbesitz zugelassen. Sämtliche Bebauungswünsche, Änderungen oder was auch immer, müssen erst durch die Augen der Regole laufen. Ziel dahinter ist, die Geschichte zu erhalten, aber auch die Region zu schützen. Auch der Naturpark Ampezzaner Dolomiten wird von den Regole verwaltet, im Gegensatz zu allen anderen Naturparks, die sich in öffentlicher Hand befinden. Wir bekamen einen spannenden Einblick in die Geschichte der Region mal außerhalb des Wintersporttourismus. Für mich sehr sympathisch, denn auch im Spessart gibt es noch ein paar alte Regeln, z.B. im Bereich Holzrechte. Diese gibt es ebenfalls nur im Spessart und wehe es mischt sich München oder Berlin ein!

Da wir schon bei Besonderheiten sind, verschlug es uns gleich am Anreisetag per Lift (und Ski) zum Starlight Room Dolomites 360°. Hierbei handelt es sich nicht um eine normale Hütte, sondern um eine um 360° drehbare mobile Unterkunft aus Holz und Glas. Der Starlight-Room liegt oberhalb der Col Gallina Hütte am Passo Falzarego. Beide Hütten sind im Besitz von Raniero Campigotto. Als er bei einer seiner Skitouren an diesem herrlichen Fleckchen Erde vorbeikam, packte es ihn und er dachte sich: „Warum soll nur ich diesen wunderschönen Ausblick genießen können?“  So war seine Idee geboren, hier etwas Besonderes hinzustellen, und einige Zeit später (genauer gesagt 2017) standen die 11qm Wohnfläche auf genau diesem Platz. So ist es jetzt möglich die Rundum-Aussicht zu genießen oder auch einfach nur vom Bett aus auf seinen Lieblingsgipfel zu blicken.
Innerhalb von 28 Minuten ist alles aufgebaut (quasi Lego in groß) und auch wieder abgebaut. Auch bei schlechtem Wetter oder sogar Gewitter muss man keine Angst haben, denn die Hütte ist wie ein faradayscher Käfig gestaltet und bietet dadurch Schutz. Heizung und Toilette sind natürlich vorhanden und um die Versorgung, wie Abendessen oder Frühstück, muss man sich keine Sorgen machen. Der „Lieferservice“ ist inklusive.  Preislich liegen wir allerdings bei 650 Euro für eine Nacht inkl. Transport, abendlichem 3-Gang Menü (mit Wein) und Frühstück. Es soll ja auch schließlich etwas ganz Besonderes sein.  Die Aussicht am Abend allein auf dem Berg muss gigantisch sein. Vermutlich würde ich nur in den Himmel schauen und das Schlafen vergessen.

Aber was wäre Cortina ohne Ski fahren? Fast unmöglich! So ging es für uns am nächsten Tag auf die Piste. Wettertechnisch hatten wir Glück, Sonnenschein war angesagt. Ein Blick aus unserem Hotel bestätigte dies. Wir übernachteten im Hotel Majoni, einem typisch italienischen Hotel, aber mit ungewöhnlich großer Frühstücksauswahl und zentral gelegen. Die Piste wartete und es ging ins Skigebiet Faloria-Cristallo, welches zum Verbund Dolomiti  Superski mit insgesamt 12 verschiedenen Skigebieten gehört, die man alle mit nur einem Pass nutzen kann. Wir trafen auf die Skilehrer der Scuola Sci Cortina. Ein lustiger Haufen, aber immer mit der nötigen Ernsthaftigkeit. Profis halt! Die Skischule wurde schon 1933 gegründet und war die erste Skischule Italiens. Aktuell sind 130 Skilehrer/innen im Team und sie dürfen als einzige die Olympischen Ringe im Logo tragen – weltweit!

Blauer Himmel, etwas Neuschnee und schöne Berge – was will man mehr? Somit genossen wir unsere Abfahrten durch die verschneite Landschaft. Die Dolomiten sind schon etwas ganz Besonderes. Einen Vergleich mit einem anderen Skigebiet zu ziehen, ist schwierig, wenn nicht sogar unmöglich. Die Landschaft gepaart mit der schönen Aussicht, im Hintergrund die Cinque Torri – einfach einmalig. Es könnte sein, dass ich Sonnenbrand auf den Zähnen bzw. dem Zahnfleisch bekam. Einfach nur, weil es so herrlich war und ich dauernd über alle vier Backen grinsen musste.

Wer Sport macht, darf auch rasten. Und so machten wir einen Zwischenstopp im Rifugio Capanna Tondi. Neben dem obligatorischen Hopfenkaltgetränk musste ich die berühmten Casunziei probieren, gefüllte Nudeln in Halbmondform. Ein typisch ladinisches Gericht und äußerst lecker!

Wie es immer so ist, vergeht die Zeit wie im Flug und gerade beim Skifahren vergeht sie gefühlt noch viel schneller. An diesem Tag stand noch ein weiteres Skigebiet auf dem Programm, rund um die berühmten Cinque Torri. Was ich vergessen hatte zu erwähnen – am frühen Morgen hieß es: Pack die Badehose ein. Natürlich, man fährt immer mit einer Badehose im Gepäck Ski. ;). Nun, wir genossen zunächst ein paar Schwünge und fuhren mit einem Doppelsessellift, der gefühlt aus den 80ern ist. Entschleunigung pur! Mit dem Lift langsam nach oben zu fahren wird gerne unterschätzt. Für mich ist es schön, wenn die verschneite Landschaft langsam an einem vorbei gleitet.

Anyway, das Skigebiet um die fünf Türme (also die Cinque Torri) ist im Vergleich zum Gebiet vom Vormittag wieder ganz anders. Gefühlt weniger „unten“, sondern eher mit Bergpanorama. Unser Ziel war am späten Nachmittag das Rifugio Scoiattoli. Der Name „Scoiattoli“ lässt sich übrigens mit „Eichhörnchen“ übersetzen. Das Rifugio bietet einen kleinen Außenpool auf 2255m Höhe, quasi ein großes Holzfass, mit frischem Wasser gefüllt und per Holz auf Temperatur gebracht. Die Idee kam vom Chef (der die Hütte von den Regole gepachtet hat) und existiert schon seit mehr als 10 Jahren. Wir kennen es von den Finnen, die gerne draußen baden. So etwas musste auch in den Bergen möglich sein, war sein Gedanke. Und zack, da stand der Hot Tube. Und da wir in Italien sind, wo der Aperitivo einfach dazu gehört, wird hier beides kombiniert. „Der Aperitivo ist eine wunderbare Erfindung, die die endlos scheinende Zeit zwischen Feierabend und Abendessen erträglich macht.“ So sagt man. Also rein in die Badehose und ab in den Hot Tube. Draußen waren es so um die Minus 8 Grad, drinnen angenehm warm.

So genossen wir die Umgebung und unseren Aperitivo auf dem schwimmenden Holzbrett. Beim Ausstieg war es anschließend doch etwas frischer, aber was tut man nicht alles. Dieser Hot Tube kann natürlich auch gemietet werden und ist schon ein Highlight. Hey, ab sofort wird natürlich immer mit Badehose Ski gefahren! ;) Man weiß ja nie, was kommt. Nach einem Tag auf Skiern, dem warmen Wasser und anschließenden Essen hätte ich (fast) im Stehen einschlafen können, und so ging für uns ein wunderbarer Tag zu Ende.

Auch am nächsten Tag erwartete uns herrliches Wetter. Es war unser letzter Tag in Cortina d’Ampezzo – leider. Das dritte Skigebiet der Gegend stand heute auf unserem Programm, die legendäre „Olympia delle Tofane“. Und das mit keinem geringeren als mit dem sympathischen Kristian Ghedina, einem der erfolgreichsten Abfahrtsläufer Italiens. Kristian ist das Gesicht/Testimonial für die Alpine Skiweltmeisterschaft im nächsten Jahr. Und man spürt sofort, dass er Feuer und Flamme für seinen Sport, aber auch für die Region ist. Mit ihm waren wir also unterwegs auf den Abfahrtsstrecken, die z.T. auch im Rahmen der Weltmeisterschaften gefahren werden. Natürlich bei uns nicht ganz so schnell wie Kristian (und ohne seinen berühmten Grätschsprung), aber der Tofanaschuss mit seinen 70% Gefälle hat es schon in sich! Das Pistenerlebnis mit Kristian Ghedina kann man übrigens auch über die Skischule buchen, wenn man einmal ein besonderes Erlebnis haben möchte.

Zwischendurch machten wir Halt in der Berghütte Rifugio Pomedes. Auf dieser Hütte hat man einen super Überblick über Cortina und die umliegende Bergwelt. Sie hat zudem auch eine interessante Geschichte. Sie liegt auf 2340 Meter und wurde zu den Olympischen Winterspielen 1956 per Hand erbaut. Also nicht nur die Hütte, sondern das gesamte Material wurde per Hand nach oben getragen. Der Lift war zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertig, aber man wollte unbedingt ein Restaurant für die damaligen Winterspiele haben. Aktuell ist die Hütte in der Hand von Renata Ghedina (über ein paar Ecken verwandt mit Kristian). Ihr Großvater Luigi war es, der die Hütte erbaute. Er gründete auch die Eichhörnchen (Scoiattoli), die in Kletterkreisen berühmt sind. Zudem legte er den Klettersteig „Punta Anna Ferrata“ an, einen der berühmtesten Klettersteige der Dolomiten. Renata hat das Erbe angetreten und wird es in Zukunft auch an ihre Kinder weitergeben. So lebt die schöne Tradition weiter.

Seit Kurzem ist übrigens auch die neue Gondola Freccia nel Cielo in Betrieb, eine Kabinenbahn, die die bestehende alte Pendelbahn ersetzte und Cortina d´Ampezzo (1.224 m) mit dem Gipfel Cima Tofana (3.244 m) verbindet. Um die Landschaft zu erhalten und die Aussicht auf die traumhafte Bergwelt zu bewahren, wurde die Anlage schonend in den Felsen integriert.

Für mich war es das erste Mal in Cortina d’Ampezzo und ich muss sagen, es war toll! Also unabhängig vom schönen Wetter. Hier kommt jeder Skifahrer auf seine Kosten, von hellblau bis hin zu dunkelschwarz sind alle Pisten dabei. Über das leckere Essen müssen wir in Cortina sowieso nicht sprechen, das versteht sich von selbst.

Ein ganz dickes Dankeschön geht an das Team von Cortina d’Ampezzo und alle Beteiligten, die dieses Erlebnis ermöglicht haben.

Ein Blick hinter die Kulissen der Felbertauernstraße

11. Februar 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Wenn man Richtung Alpen fährt, freut man sich ja immer schon beim ersten Anblick der Berge. Für mich ist es dieses schöne Gefühl, „nach Hause“ zu kommen. Das kann ich auch gar nicht oft genug wiederholen. Verbunden mit einem gewissen Respekt vor diesen Gipfeln. Genauso wie vor den Leistungen der Menschen, die rundherum zu Hause sind. Wer mit dem Auto unterwegs Richtung Süden ist, nutzt wahrscheinlich ab und an die Felbertauernstraße. Daher passte es für mich ideal, als die Felbertauernstraße zur Pressereise lud, um einmal hinter die Kulissen zu schauen.

Eine Pressereise rund um eine Straße? Ungewöhnlich! Doch genau das machte mich neugierig. Und die Chance, hinter die Kulissen zu schauen, nutze ich ja sowieso immer sehr gerne.
Bei der Felbertauernstraße handelt sich um die Lebensader zwischen Großvenediger und Großglockner. Und den schnellen Weg Richtung Osttirol, Kärnten und Italien. Die Strecke ist insgesamt 63 Kilometer lang und führt durch den Nationalpark Hohe Tauern und den Felbertauerntunnel. In diesem Tunnel befindet sich auch der Scheitelpunkt der Alpenstraße mit einer Seehöhe von 1650m. Die Strecke ist zu mehr als der Hälfte 3-spurig ausgebaut und je nach Fahrzeug wird eine geringe Maut erhoben. Ja, es handelt sich um eine geringe Maut, wie mir nach unserem Blick hinter die Kulissen erst richtig bewusst wurde. Für PKW und Wohnmobile werden aktuell 11 Euro fällig, für ein Motorrad sind es 10 Euro. Der Unterschied zwischen zwei und vier Rädern ist übrigens deshalb nicht sonderlich groß, weil ein Motorrad normalerweise deutlich länger bei der Bezahlung benötigt als ein PKW.
Eine Durchfahrt vom Tunnel mit dem Fahrrad ist nicht erlaubt, aber ein Shuttle kann zu jeder Tages- und Nachtzeit gebucht werden. Um nur ein paar Details zu nennen, die ich im Rahmen der Pressereise lernte. Die meisten Fahrzeuge kommen erwartungsgemäß aus Österreich. Dicht gefolgt von Deutschland (60% aller ausländischen Fahrzeuge). Und wer an Mariä Himmelfahrt (15. August) unterwegs ist, kann sich auf Wartezeiten einstellen. Das ist nämlich der Tag mit der höchsten Frequenz.

Die Felbertauernstraße ist – im Gegensatz zu einigen anderen Alpenstraßen – ganzjährig befahrbar.  Und wie das funktionieren kann, schauten wir uns mit dem Betriebsleiter der Felbertauern AG und seinen Mitarbeitern genauer an. Früh um 6:00 Uhr ging es für uns los ins Kontrollzentrum, für das Team vor Ort je nach Witterung natürlich schon einiges früher bzw. rund um die Uhr.
Die Felbertauernstraße wird „Schwarz“ geräumt. Das bedeutet natürlich nicht, dass für die Mitarbeiter (von denen es ca. 50 gibt) keine Sozialabgaben gezahlt werden. Schwarz-Räumung heißt, dass bis auf den Asphalt geräumt wird. Also weder Schnee noch Eis zu sehen sind. Eine besondere Herausforderung für Mensch und Material. Die Arbeit findet im Schichtsystem statt und bei schlechter Witterung stehen die insgesamt vier Streu- und Räumfahrzeuge nie still. Apropos Räumfahrzeuge: Wir durften sogar selbst Platz nehmen und eine Tour mitfahren. Der Schneepflug hat ca. 500PS und soweit möglich fahren sie ohne Schneeketten. Denn diese haben verschiedene Nachteile. Was allerdings super wichtig ist, sind gute Reifen. Daher werden diese in regelmäßigen Abständen überprüft.
Das Gesamtgewicht eines Schneepflugs liegt bei ca. 22 Tonnen und er kostet  (inkl. Streuer und Schaufel) so um die 250.000 Euro. Also falls jemand von Euch mit dem Gedanken spielen sollte, seinen Fuhrpark zu erweitern, es wird nicht ganz so günstig. Vielleicht hat aber auch nicht jeder eine Ein- bzw. Ausfahrt von 4 Metern zu Hause. Denn so breit ist das Fahrzeug und seine Räumbreite beträgt 3,5m.
Alternativ kann es vielleicht auch gerne eine Schneefräse sein? Dazu benötigt man nur einen passenden LKW (Unimog o.ä.), die Fräse und schon kann es losgehen.

Mega interessant! Um noch eine Zahl in den Raum zu werfen: Insgesamt werden ca. 100.000 Euro pro Saison für Salz ausgegeben. Das entspricht ca. 500-700 Tonnen. Jedes Jahr. Um die Sicherheit für den Verkehr zu gewährleisten. Und die Räumflotte legt in einem durchschnittlichen Winter 55.000 km zurück.
In den meisten Fällen nimmt man ja vor allem die Mitarbeiter vor Ort, also direkt auf der Straße, wahr. Selbstverständlich stecken noch viel mehr dahinter. Ein Blick in die Leitzentrale (die am Südportal des Felbertauerntunnels liegt) verrät deutlich, was alles zu tun ist. Der Tunnel spielt dabei eine zentrale Rolle. Auch hier heißt es „Savety first“. So befindet sich im Tunnel neben den üblichen Sicherheitsmaßnahmen, wie Notwege und Beleuchtung, auch eine Hochdrucknebelanlage. Ebenso sind Sensoren angebracht, die ein langsam fahrendes Fahrzeug bzw. einen Stillstand erkennen. Die Zentrale ist ständig besetzt und redundant ausgelegt. Sollte also irgendetwas schief gehen (was wir natürlich nicht hoffen), muss vorher schon ziemlich viel passiert sein. Vor Ort ist zusätzlich ein Löschfahrzeug vorhanden und einige Mitarbeiter (oder waren es sogar alle?) besitzen eine spezielle (Feuerwehr-)Ausbildung.
Natürlich dürfen kuriose Geschichten nicht fehlen: Einmal musste z.B. jemand im Tunnel auf die Toilette und konnte scheinbar überhaupt nicht mehr warten, jemand anderes stoppte und breitete seinen Gebetsteppich aus, weil gerade Gebetszeit war. Der nächste fröstelte anscheinend etwas und machte deshalb ein kleines Feuer im Tunnel. Da sind die Radfahrer, die trotz Verbot durch den Tunnel wollen, noch recht harmlos. Also langweilig wird es dem Team vor Ort sicherlich nicht!

Wer in den Bergen unterwegs ist, dem ist die Lawinengefahr nicht unbekannt. Auch hier gibt es viel zu beachten. Wusstet Ihr z.B., dass es bei den Galerien sogenannte Rückfangvorrichtungen gibt? Hintergrund ist, dass die Lawine bei einem Rückstau nicht in den Tunnel drückt. Soweit soll es allerdings erst gar nicht kommen. Um dies zu verhindern, wird (bei Neuschnee) immer ein Schneeprofil erstellt, mit den weiteren Wetterdaten abgeglichen und mit der hauseigenen Lawinenkommission besprochen. Bekanntermaßen ist Schnee aber nicht gleich Schnee. Was so viel heißt, dass dieser unten im Tal eine ganz andere Beschaffenheit haben kann, als oben auf dem Berg. Zur Beurteilung der Lawinengefahr werden die Hänge rund um die Felbertauernstraße per Helikopter abgeflogen und notfalls wird gesprengt. Also die potenziellen Lawinen. Auch das durften wir uns live und in Farbe anschauen. So flogen wir mit einem Mitglied der Lawinenkommission einmal über den Pass und schauten uns die Gegebenheiten von oben an.

Die Perspektive zu wechseln schadet nie. Was nämlich von unten so einfach und groß aussieht, sieht mit etwas Abstand betrachtet noch ganz anders aus. Und es ist schon bemerkenswert, was der Mensch leisten kann. Der Tunnel hat „nur“ eine Länge von knapp 5,5km. Doch durch welches Bergmassiv er gebaut wurde, erkennt man erst so richtig von oben.  Sollte es einmal einen Bergsturz geben (wie im Jahr 2013) werden sofort die Landesgeologen mit ins Boot geholt, um die weitere Vorgehensweise abzustimmen.
Ihr seht, es steckt ziemlich viel Arbeit dahinter, um auf solch einer Alpenstraße die Verkehrssicherheit zu jeder Jahreszeit zu gewährleisten. Es geht nicht nur um „räumen“ und „Geld kassieren“.
So wie ich die Jungs und Mädels nun kennenlernen durfte, ist es bestimmt auch für eine Gruppe möglich, einmal hinter die Kulissen zu schauen. Fragen kostet nichts!

Aber auch abseits der Straße gibt es einiges zu entdecken. Zum Beispiel das Gschlößtal mit herrlichem Blick auf die Venedigergruppe bzw. den Aufstieg (Ostanstieg) zum Großvenediger.
Das abgeschiedene Defereggental in Mitte der Hohen Tauern ist vermutlich manchen von Euch ein Begriff. Das Tal liegt unweit von der Felbertauernstraße, also ein Urlaubsziel, das super von dort zu erreichen ist. Das Hochgebirgstal gilt besonders im Winter als Kältepol. Trotz nicht so viel Schnee bekamen wir dies auf einem Spaziergang durch die winterliche Landschaft zu spüren. Ziel unserer Wanderung war das Heilwasserhaus in St. Jakob, wo aus ca. 1850m Tiefe äußerst mineralien- und jodhaltiges Heilwasser mit einem Alter von ca. 1 Million Jahren kommt. Damit ist das Deferegger Heilwasser eines der ältesten der Welt. Damals wurde es dort durch Plattenverschiebung eingeschlossen und heute werden ca. 400 Liter des Salzwassers pro Tag gefördert.

Trinken ist nicht zu empfehlen, das Wasser wird gesprüht, gewickelt oder als Badezusatz verwendet. Es ist absolut keimfrei, desinfiziert, regt die Zellerneuerung an und soll besonders gut bei Hautproblemen sein. Wie gut, dass ich keine habe. Aber auch bei Atemwegserkrankungen oder zur Entspannung für die Gelenke. Zur Vorsorge ging es im Anschluss in die Badewanne. Mit einem „Schuss“ Heilwasser. Vorbeugung ist alles und etwas Genuss schadet ja auch nicht.
Apropos Genuss. Wenn Ihr einmal im Defereggental seid und Euch äußerlich mit dem Heilwasser verwöhnt habt, solltet ihr unbedingt in der Schnapsbrennerei von Heimo Macher in St. Jakob vorbeischauen. Insgesamt ist Heimo schon seit 25 Jahren am Brennen. Erst als Hobby und später wurde daraus mehr. Er ist der einzige Brenner im ganzen Tal und verarbeitet ca. 20 Tonnen Früchte im Jahr. Die Qualität steht bei ihm ganz oben und genau das schmeckt man in seinen Bränden. Neben den Edelbränden setzt er verschiedene Liköre an, so dass für jede Geschmacksrichtung etwas dabei ist. Und zudem kommen noch immer neue Geschmacksrichtungen dazu, da Heimo gerne etwas Neues ausprobiert. Da konnte ich mir gleich ein paar Ideen holen! In Macher‘s Landhotel kann man übrigens auch lecker essen, so hat man gleich den kompletten Genuss.

Im Winter gehört zum Thema Genuss ja auch der Wintersport. Ausgehend von der Felbertauernstraße hat man ideale Möglichkeiten zum Skifahren, Schneeschuhwandern und mehr. Ebenfalls im Defereggental, genauer gesagt im Skizentrum St. Jakob. Ein kleines, aber sehr feines Skigebiet mit 7 Liften und 23,7km Pisten. Perfekt für Familien, denn von den Pisten her ist alles Nötige vorhanden, ob Blau, Rot oder Schwarz. Abseits vom Trubel ein echter Geheimtipp für alle, die es ruhiger und natürlich mögen. Skifahren kann ich ja nie genug, so war es ein schöner Abschluss meiner Reise um die Felbertrauernstraße.

Was ich gehört und gesehen habe, muss es in der Gegend auch im Sommer richtig schön sein. Zum „normalen“ wandern oder auch für Hochgebirgstouren. Dies gilt es das nächste Mal auszutesten. Und evtl. gibt es auch eine Baustelle auf der Straße, die es zu besichtigen gibt?!
Falls Ihr nach einer schönen Übernachtungsmöglichkeit im Tal sucht, kann ich euch das Alpinhotel Jesacherhof empfehlen. Direkt an der Piste, hübsche Zimmer, leckeres Essen, zudem noch ein schicker Wellnessbereich und die Gastgeber sind einfach nur klasse. Gastgeber aus Leidenschaft- so wie es sein sollte!

Ein ganz dickes Dankeschön geht an das Team der Felbertauernstraße und alle Beteiligten, die dieses Erlebnis ermöglicht haben. Die Jungs und Mädels sind einfach klasse und mit Herzblut bei ihrer Arbeit!

Biathlon, Advent und Skifahren – das Pillerseetal

14. Januar 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Endlich wieder Berge und endlich wieder Schnee! So freute ich mich, als für mich im Dezember quasi die Wintersaison startete. Genauer gesagt wartete eine Pressereise ins Pillerseetal auf mich. Wer Biathlon verfolgt, dem wird das kleine Örtchen Hochfilzen im Pillerseetal ein Begriff sein. Schon früh war der schneesichere Ort als Biathlon-Metropole bekannt. Die erste Weltmeisterschaft wurde hier 1978 (ein sehr guter Jahrgang!) ausgetragen und seit ca. 2003 findet hier jährlich ein Großevent statt, entweder ein Weltcup oder die Biathlon-Weltmeisterschaften. 2017 wurden nochmals ca. 30 Millionen Euro in die Anlage investiert, um erneut bestens für die Austragung der Biathlon-Weltmeisterschaften gerüstet zu sein. Zum Biathlonsport kommen wir im Laufe dieses Blogposts aber noch genauer.
Das Pillerseetal hat selbstverständlich noch viel mehr zu bieten. Grundsätzlich gilt das Tal als schneereichste Region Tirols, was die durchschnittliche Neuschneemenge von 6,71 Metern pro Jahr deutlich zeigt. Perfekt für alle Wintersportfans! Daraus resultiert auch, dass bereits Mitte Dezember Biathlon Wettkämpfe ausgetragen werden können. Und Schneefans bis Ostern auf ihre Kosten kommen. Skifahren, Winterwandern, Langlauf, Schneeschuh oder Freeriden – alles ist möglich, genauso wie gemütliches Ausspannen mit Wellness und Genuss.

Ich war das erste Mal in dieser Ecke und entsprechend gespannt auf die Landschaft, die Menschen und die Region an sich. Die Anreise erfolgte ganz unkompliziert mit der Bahn bis Fieberbrunn. Trotz knapper Umstiegszeit verlief alles ohne Probleme. Zwar ist im Winter das Gepäck etwas sperriger, aber das funktioniert auch – Schwierigkeiten hatte ich noch nie. Beim Umstieg in München erkennt man übrigens sofort, dass der Zug in Richtung Italien (Bologna und/oder Verona) weiterfährt. Ein kurzer Blick zu den einsteigenden (eleganten) Passagieren genügt.
Mir geht ja immer das Herz auf, sobald Berge in Sicht kommen. Und gerade, wenn es das erste Mal in der Wintersaison ist, schlägt es noch ein kleines bisschen höher. Die Vorfreude stieg!

Im Pillerseetal gibt es, je nach eigenem Gusto, verschiedene Unterkünfte. Ob es die ruhige Ferienwohnung, die gemütliche Pension oder doch das Sterne-Hotel direkt an der Piste sein soll, jeder wird hier fündig. Wir verbrachten die Nächte im TUI BLUE Fieberbrunn. Ein neu hergerichtetes 4- Sterne Hotel, das direkt an der Piste liegt, nur wenige Meter von der Talstation entfernt. Je nach Ausrichtung des Zimmers könnte man also theoretisch vom Balkon aus gleich auf die Piste hüpfen. Also natürlich nur rein theoretisch.

Denn vorerst stand Biathlon auf dem Programm. Von Fieberbrunn ging es in das nahegelegene Hochfilzen. Tatsächlich wurde es fast mit jedem Meter kälter und es lag immer mehr Schnee.
Wir spürten auch gleich dieses gewisse Kribbeln einer Wettkampfstätte, als wir immer näher Richtung Stadion kamen. Normalerweise ist das Gebiet rund um das Stadion nicht zugänglich. Es handelt sich nämlich um militärisches Sperrgebiet, da sich die Loipe, das Stadion und alles was dazu gehört, auf einem Truppenübungsplatz des österreichischen Bundesheeres befinden. Für den BMW IBU Weltcup Biathlon wird allerdings immer eine Ausnahme gemacht. Trotz unserer frühen Ankunft wuselten die Athleten, Betreuer und alle drumherum bereits fleißig umher.

Das Sprintrennen der Damen begann um 11:30 Uhr und der Sprint der Herren folgte um 14:20 Uhr. Somit blieb uns genügend Zeit für einen Rundgang mit unserem Guide Manfred Neumayer. Biathlon ist seine Welt. Als Kampfrichter war er in sämtlichen Biathlon-Stadien der Welt unterwegs und kennt (vermutlich) alle Sportler mit Vor- und Nachnamen inkl. ihrer Bestzeiten. Genau deshalb kamen wir in verschiedene Ecken, in die man wahrscheinlich sonst kaum kommt und erfuhren viele Infos aus erster Hand. Zum Beispiel, dass die großen Biathlonnationen immer einen ganzen Truck mit Ausrüstung dabei haben. Oder jeder Athlet ca. 30 Paar Skier hat und insgesamt 30 Nationen gemeldet sind. Auch das Trainingszentrum selbst konnten wir begutachten. Schon beeindruckend, das alles mal zu sehen! In diesem Raum können die Bedingungen aller Wettkampfstätten simuliert werden. Inklusive Steigungen und Schneeverhältnisse. Ebenso ist nebenan ein Schießstand. Apropos schießen: Das Gewehr wird vor jedem Wettkampf gewogen. Es darf minimal 3,5kg wiegen und der Abzug muss einen Widerstand von 0,5kg besitzen. Der Wind ist übrigens nicht für die austretende Kugel problematisch, sondern er drückt eher auf das Gewehr.

Wir gingen anschließend auf die Strecke und Richtung Schießstand. Dort waren bereits einige Trainer anzutreffen. Unter anderem Siegfried Mazet (Trainer der Norweger). Ein sehr sympathischer Typ, der auf meine Frage, wann er denn ins deutsche Team wechselt, nur locker mit den Schultern zuckte und grinste. Danke nochmals an die tolle Führung und den Blick hinter die Kulissen!
Für uns hieß es nun aber ab auf die Tribüne und pünktlich zum Start bei den Damen Daumen drücken.

Wie bei den meisten Großereignissen, muss man einfach mitfiebern. Man wird von der Stimmung total angesteckt und da spielt es auch keine Rolle, welcher Läufer gerade an einem vorbei huscht. Geklatscht und angefeuert wird immer! Am besten ist allerdings die Stimmung während des Schießens. Erst völlige Stille im Stadion und nach jedem Treffer ein Aufschrei! Herrlich! Nicht umsonst ist Biathlon so ein beliebter Sport. Und ich kann Euch versichern, live und in Farbe ist es noch eine ganz andere Hausnummer, die Stimmung ist einfach genial! Gewonnen hatte übrigens die Italienerin Dorothea Wierer.
Zur Pause gab es dann für uns eine Stärkung im VIP-Zelt, wir hatten nämlich VIP-Karten bekommen. Auch wenn diese zwar teurer sind, muss ich sagen, es lohnt sich. Zum einen kann man sich im Zelt immer wieder aufwärmen und des Weiteren wird die lokale Gastronomieschule unterstützt. Warum? Die dortigen Lehrlinge sind für das Essen und den Ablauf verantwortlich, alleine deshalb ist es eine super Sache. Und das Essen war ein Traum mit regionalen Spezialitäten und mehr. Im Zelt schaut evtl. auch der ein oder andere Athlet um die Ecke. In Summe also Top! Aber auch mit den anderen Kartenkategorien kann man, glaube ich, nicht viel falsch machen.
Im Anschluss folgte das Rennen der Männer Also, wieder raus an die frische Luft (es war deutlich wärmer, als noch am Vormittag) und die Männer anfeuern. Leider ist ja Ole Einar Bjørndalen nicht mehr mit von der Partie, denn ihn hätte ich gerne einmal live gesehen. Anyway, natürlich war es auch so super und  die Stimmung genauso gut wie beim Damenrennen – einfach fabelhaft! Gewonnen hatte bei den Herren übrigens Johannes Thingnes Boe, unser Team stand diesmal leider nicht auf dem Treppchen (obwohl sie wirklich stark angefeuert wurden).

Nach dem Rennen wärmten wir uns erstmal im Hotel auf und wer wollte, nutzte das dortige BLUE-SPA-mit Sauna und Schwimmbad.
Natürlich hat das schneesichere Pillerseetal neben Biathlon noch viel mehr zu bieten. Skifahren zum Beispiel. Auf den ersten Blick wirkt das Skigebiet vielleicht gar nicht so groß, aber bei genauerer Betrachtung gehört der ganze „Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn“ dazu. Und damit 69 Liftanlagen, davon 27 Gondelbahnen, 21 Sessellifte und 21 Schlepp- beziehungsweise Übungslifte mit insgesamt 270 Kilometern Länge bestens präparierter Piste. Das Skigebiet liegt übrigens gleich in zwei österreichischen Bundesländern, Tirol und Salzburg.  Wir waren sowohl auf weniger stark sowie stärker frequentierten Pisten unterwegs. Wettertechnisch gesehen war es ok. Hauptsache kein Nebel und starker Schneefall, um die Mittagszeit ließ sich sogar die Sonne blicken.

Zu einem Skitag gehört selbstverständlich die Einkehr in einer Hütte. Wenn ihr schon „da oben“ seid, unbedingt einen Blick in den Berggasthof Wildalpgatterl werfen. Also nicht nur hinein werfen, sondern auch gerne hinein gehen. Und sich dann kulinarisch verwöhnen lassen. Kann ich Euch nur empfehlen! Familie Fürhapter ist mit Leib und Seele Gastgeber. Bei den Speisen schmeckt man die Qualität und auch die Liebe heraus. So etwas ist auf einer Hütte schon etwas Besonderes. Wer es noch gemütlicher möchte: Eine Übernachtung hier ist ebenfalls möglich (vermutlich aber bereits weit im Vorfeld zu buchen). So könnte man am Morgen als erster Schwünge auf der neu präparierten Piste ziehen. 

Wir besuchten das Pillerseetal in der gemütlichen Adventszeit. Für mich gehören zur Adventszeit ja  Plätzchen (am besten die selbstgemachten Heinerle bzw. Schokladinchen von Papa), Glühwein und/oder Punsch, Freunde und natürlich ein Besuch auf den Weihnachtsmarkt dazu. Und letzteres konnten wir auch am Pillersee erleben. Für uns ging es am Abend Richtung St. Ulrich am Pillersee, wo das Christkindldorf heimisch ist. Ein kleines Winterdorf bzw. Weihnachtsmarkt mit toller lokaler Handwerkskunst. Um die Bühne (direkt auf dem Pillersee) reihen sich Glasbläser, Holzschuhmacher, Drechsler, Federkielsticker oder auch Schnapsbrenner. Als Holzwurm musste ich natürlich bei den Schuhmachern vorbeischauen, die Holzschuhe/Clogs ganz nach Wunsch und mit edlem Finish – also mit Leder und/oder Fell – herstellen.
Selbstverständlich durfte der Genuss nicht zu kurz kommen. Und wenn schon ein Schnapsbrenner vor Ort ist, kann ich mir das nicht entgehen lassen. Keine Ahnung, wie viele Sorten Norbert Gidi Treffer (so sein Name) vor Ort dabei hatte, aber alle durchzutesten wäre einfach unmöglich gewesen. Laut seiner Aussage „macht er einfach“ und probiert viele Sorten aus. „Entweder schmeckt es, oder halt nicht“. Wenn in Tirol, muss ich Zirbe probieren. Lecker! Und ein Weihnachtsgeschenk (für mich selbst) wurde dann gleich mitgenommen.

Ich glaube, wenn wir nicht hätten gehen müssen, hätte ich mich noch lange mit Norbert bei einem guten Brand unterhalten. Aber mit einem letzten Blick zurück zum Christkindldorf ging es für uns wieder Richtung Hotel.
Und am nächsten Tag leider schon wieder nach Hause. Nicht ohne vorher zumindest noch kurz Magdalena Neuner zu grüßen, die an diesem Wochenende, wie viele andere, ebenfalls in unserem Hotel wohnte. Was ich beim nächsten Mal im schönen Pillerseetal ausprobieren möchte, ist selbst einmal die Kombination aus Langlauf und Schießen, denn in der Region kann man die Basics vom Biathlon testen. Leider ist die Zeit immer zu kurz, aber ich freue mich auf ein nächstes Mal!

Ein ganz dickes Dankeschön geht an das Team vom Tourismusverband Pillerseetal, die dieses Erlebnis ermöglicht haben.

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