Der Kia EV3 schräg Front

Im ersten Halbjahr 2025 mussten wir uns Gedanken machen: das alte Auto eventuell nochmal durch den TÜV bringen oder aufgrund erwarteter Reparaturen doch gleich nach einem neuen umschauen? Als ich auf den verschiedenen Social Media Plattformen das Thema Elektromobilität angesprochen habe, war die positive Resonanz doch unerwartet. Und deshalb hier nun der passende Blogpost: Darf ich vorstellen, der neue Kia EV3. Unser Fahrzeug für die nächsten drei Jahre.

Wie kam es dazu?

In der Vergangenheit hatten wir einen treuen Begleiter, einen Skoda Fabia II aus dem Jahr 2010. Dieser hätte eigentlich im Mai zum TÜV gemusst. So einfach wäre er allerdings nicht mehr durchgekommen, denn es hätten vermutlich der Endtopf und auch die Bremsen erneuert werden müssen, dazu Öl- und diverse Filterwechsel und wer weiß, was noch. Was grundsätzlich kein Thema wäre, wenn er nicht schon über 320.000km auf dem Buckel gehabt hätte. Und das bei einem Benziner! Optisch sah er noch top aus und fuhr sich auch noch sehr gut. Kurzum, wirtschaftlich kam eine Reparatur höchstwahrscheinlich nicht mehr in Frage. Also hieß es umschauen. Der Skoda wurde noch – innerhalb von 10 Minuten – verkauft. Vorher ganze vier Euro in eine Wäsche und das Aussaugen des Innenraums investiert, schöne Bilder gemacht und ein kurzer, ehrlicher Text verfasst. Zack, erledigt! Man munkelt, dass ich fast alles zu einem guten Preis verkaufen könne.

Wir waren zufrieden und laut seinem neuen Besitzer wird er ein zweites Leben voraussichtlich in Bosnien und Herzegowina haben. Wir wünschen ihm eine schöne Rente und falls dort jemand einmal einen roten Skoda II sehen sollte, bitte von uns grüßen.

Verbrenner oder elektrisch fahren?

Wie vermutlich einige Autokäufer stellten wir uns auch die Frage: Verbrenner oder elektrisch fahren? Ein hybrides Fahrzeug schlossen wir aus verschiedenen Gründen von vornerein aus. Unser persönlicher Bedarf an Fahrten wurde den Antriebstechniken gegenübergestellt und wir kamen relativ schnell zu dem Entschluss, dass es ein reines E-Fahrzeug werden sollte. Obwohl wir privat nicht laden können, weil es keine direkte Möglichkeit zum Parken vor unserem Haus gibt, da dort ein Bürgersteig anschließt. Aber das ist eine andere Geschichte. Beruflich konnte ich schon mehrfach diverse Autos (sowohl Verbrenner als auch E-Autos) fahren und die reinen E-Fahrzeuge hatten schlichtweg immer die Nase vorn. Da meine Frau das ähnlich sieht, war die Entscheidung gefallen.

Welches Fahrzeug sollte es werden?

Gute Frage. Wir hatten grobe Vorstellungen. Nicht zu groß, moderne Technik und alltagstauglich. Alltagstauglich heißt für uns, zum Einkaufen, also oft relativ kurze Strecken fahren, gleichzeitig aber auch einmal längere Strecken (z. B. zur Familie) zurücklegen. Außerdem abgestimmt auf unsere Ladesituation. Einige Hersteller fielen von vornerein aus unserem Raster. Ein paar Autohändler wurden abgeklappert, aber schlussendlich lag unser erster Fokus auf dem Hyundai IONIQ 5. Auch das lokale Autohaus begeisterte uns. Eine Probefahrt wurde schnell vereinbart und wir hatten ein gutes Gefühl. Nummer zwei auf unserer Testliste war der Volvo EX30. Auch hier konnten wir ein paar Tage später eine Probefahrt machen, aber das Fahrzeug überzeugte uns nicht wirklich. Zwar klein, wendig, minimalistisch im Design, doch beispielsweise ein fehlendes Display im Fahrersichtfeld muss nicht sein. Sorry, aber ich möchte die Hauptinstrumente zentral im Blickfeld haben. Unser Gedanke war anschließend: Ach, lass uns doch nochmal zum befreundeten Kia-Händler gehen und schauen. Gesagt, getan. Dort fiel uns der EV3 auf und wir vereinbarten eine Probefahrt. Und ja, er gefiel uns. Ehrlicherweise hatten wir den EV3 überhaupt nicht auf dem Schirm. Wenn jetzt noch das Leasingangebot passte, könnte es unser neuer werden. Und so war es dann auch, der EV3 überzeugte uns auf ganzer Linie.

Im internen Ranking war der Volvo EX30 auf dem letzten Platz. Aus den bereits erwähnten Gründen. Die goldene Mitte hatte der IONIQ 5. Die Technik ist ähnlich zum Kia, nur ist der IONIQ 5 etwas schwerfälliger. Sprich der Wendekreis hat mich nicht überzeugt. Optisch findet ihn die Frau des Hauses ansprechender. Wie dem auch sei, schlussendlich wurde es der Kia EV3.

Konkret- welchen EV3 haben wir?

Wir haben uns für den Kia EV3 in der Earth Edition entschieden mit der großen 81,4 kWh Batterie in der Farbe „Ivory Silber Metallic“, dem „Winter-Connect-Paket (P3)“, dem „Business-Paket (P4)“ und dem „Upgrade-Paket (P5)“. Er hat eine Leistung von 150 kW (204 PS), Frontantrieb und eine Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h. Die Abmessungen liegen bei:

  • Länge: 4 300 mm
  • Breite: 1 850 mm (ohne Außenspiegel)
  • Höhe: 1 560 mm
  • Leergewicht: 1885 kg

Optional könnte man noch eine Anhängerkupplung mit abnehmbarer Kugelstange hinzufügen. Dann hätte man eine zulässige Anhängelast (bei 12 % Steigung) gebremst von 1000 kg. Für uns allerdings nicht nötig und fiel daher weg.

Wie zu sehen, ist eine Dachreling, ein Dachheckspoiler und Türgriffe mit automatischer Flush-Funktion vorhanden. Diese Griffe sind somit versenkbar, was sich wiederum auf den Verbrauch auswirkt.

Die Ausstattung bzw. passenden Pakete

Der EV3 hat bereits super viele Ausstattungsmerkmale integriert. Alle aufzulisten wäre fast zu viel verlangt und deshalb kommen hier die für uns wichtigsten Features. Digital Key (es ist also kein Schlüssel mehr nötig) – einfach das eigene Smartphone nutzen und losfahren. Funktioniert bisher super! Ebenso gefällt uns das durchgehende Display sehr gut. Man könnte vermuten, dass die Klimaanzeige durch das Lenkrad etwas verdeckt wird, aber auch hier wurde mitgedacht. Wie in wirklich vielen Bereichen. Die Einstellung der Klimaanlage kann zusätzlich via klassischen Knöpfen verändert werden. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist die beleuchtete Ladebuchse vorne rechts. Sollte in meinen Augen mittlerweile jedes Fahrzeug haben. Eine Rückfahrkamera ist selbstverständlich ebenso dabei wie Parksensoren vorne. Soweit mir bekannt, ist in der GT-Version (alternativ im „DriveWise-Park-Paket (P6)“) eine 360 Grad Kamera verbaut. Ebenso gibt es nahezu unendliche Lademöglichkeiten für Smartphone und Co. Jeweils eine an den Seiten der Vordersitze und vorne (in der Ex-Mittelkonsole) sind neben der induktiven Ladestation noch weitere zu finden. Falls das nicht genug ist, kann man außerdem in der verbauten 220 Volt Steckdose in der Rückbank laden. So viele Geräte zum potenziellen Laden besitze ich wahrscheinlich nicht einmal.

Die gewählten Pakete:

  • Winter-Connect-Paket: Wo wir beim Thema Laden sind, eine Wärmepumpe zur Verbesserung der realen Reichweite wollten wir haben, was in unserem Falle im „Winter-Connect-Paket“ inkludiert ist. Ebenso ist dort das „Vehicle-to-Load“ dabei, um externe Geräte mit max. 3,6 kW laden zu können. Theoretisch könnten wir damit ein anderes Fahrzeug, einen Grill oder was auch immer laden. Ob wir es jemals benötigen werden, ist fraglich.
  • Business-Paket: Getönte Scheiben ab der B-Säule, elektrische Sitzverstellung vom Fahrersitz und ausziehbare Ablagefläche sind ein paar Punkte. Wäre mir grundsätzlich nicht so wichtig, aber im Händlerfahrzeug war dies enthalten. Und die Privacy-Verglasung schadet nichts.
  • Upgrade-Paket: Auch dieses hatte das Händlerfahrzeug – dazu gehört eine elektrische Heckklappe, was wirklich äußerst praktisch ist, ebenso wie die Ambientebeleuchtung und ein Upgrade der Scheinwerfer. Ich hätte hier gerne noch die Option zur digitalen Anpassung via App. Leider sind wir dafür noch nicht soweit, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Wie sieht es in der Praxis aus?

Spoiler: Super! Nachdem das Fahrzeug, die zugehörige App und alles Weitere eingerichtet worden waren, ging es ans Fahren. Die Einrichtung selbst ist intuitiv und – wie bei einem gewöhnlichen Smartphone – kein Problem, inklusive des Digital Key.

Wer einmal rein elektrisch gefahren ist, wird das Fahrgefühl kennen (und lieben). Auf Kurzstrecke macht er genau das, was ein modernes Fahrzeug machen soll. Im Stadtverkehr liegt der Verbrauch um die 13-14 kWh/100 km (im Sommer) und ich liebe die Rekuperation. Noch dazu bietet der EV3 ein sogenanntes „i-PEDAL“ (One-Pedal-Drive) an. Tatsächlich bis zum völligen Stillstand! Love it!
Die verschiedenen Drive-Modi „Eco“, „Normal“, „Sport“ und „Winter“ sind selbsterklärend. Es würde zudem noch einen individuellen Modus geben, der aber noch nicht verwendet wurde. Unterwegs sind wir meistens im Eco-Modus. Für Überholmanöver (natürlich nicht in der Stadt) nutze ich gerne den Sport-Modus und auch der macht genau das, was er verspricht. Zudem funktioniert die Frontkollisionswarnung einwandfrei. Einmal lag ein kleinerer Ast auf der Fahrbahn, und das System hat ihn automatisch erkannt – genau im richtigen Moment, obwohl keine echte Gefahrensituation bestand.

Ein weiterer Pluspunkt im städtischen Verkehr ist die Agilität und das trotz Frontantrieb. Bis auf ein paar Pressefahrzeuge bin ich im Alltag bisher nur Frontantriebler gefahren und kenne somit die Schwächen und Stärken. Insgesamt macht der EV3 im städtischen Umfeld einen soliden Eindruck und gefällt.

Da wir die größere Batterie im Einsatz haben, sind längere Strecken auch kein Thema. Selbst zu den über 220 km entfernt wohnenden Schwiegereltern würden wir es mit einer Ladung hin- und wieder zurückschaffen. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 90 km/h (also überwiegend Autobahn) lag der Verbrauch bei knapp unter 15,78 kWh (bei einer Temperatur von ca. 18 Grad). Zurück, es waren 12 Grad, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 96 km/h lag der Verbrauch bei 17,20 kWh. Auch das finde ich recht gut. Gespannt bin ich auf die kältere Jahreszeit.

Die typischen Assistenzsysteme, wie die Verkehrszeichenerkennung, arbeiten im Vergleich zu anderen Fahrzeugherstellern hervorragend. Sollte ein Schild visuell nicht erkannt werden, erfolgt kurze Zeit später ein Update über GPS. Abstandsregeltempomat bzw. adaptiver Tempomat (Adaptive Cruise Control) sind in Ordnung – noch nicht perfekt, liegen aber auch hier im Vergleich zu vielen anderen Herstellern eher vorne.

Was nervt ist der Aufmerksamkeitsassistent. Dieser meldet sich bereits nach kurzem Blick Richtung Navi. Im Stadtverkehr noch in Ordnung, auf längeren Strecken wird er deaktiviert. Ebenso ist das teil- bzw. hochautomatisiertes Fahren (Level 2/3) noch ausbaufähig. Level 4 oder sogar Level 5 sind hierzulande noch undenkbar – bei jedem Hersteller. Somit ist es beim EV3 schon ok. Ein- und Ausschalten ist per Knopfdruck am Multifunktionslenkrad (oder Betätigung der Bremse) easy möglich. Gefühlt könnte der Übergang zwischen Cruise Control und eingeschaltetem One-Pedal-Drive etwas ruckelfreier ablaufen. Die Sitze sind auch auf längeren Fahrten bequem, der Kofferraum bietet genügend Platz für zwei Personen und mehr.

Auch bei Regen, Wind und/oder schlechteren Bedingungen agieren die Systeme wie gewünscht. Bei regennasser Fahrbahn wird das Spitzwasser aufgewirbelt und die Heckscheibe ziemlich schnell blickundurchlässig. Doch dafür gibt es schließlich den Heckscheibenwischer. Zudem liegt das Fahrzeug auch bei starkem Wind sicher auf der Straße. Fazit der längeren Strecken: Auch hier macht der EV3 einen sehr guten Eindruck.

Laden? Laden!

Die Ladebuchse ist standardmäßig beleuchtet. Was in der Praxis natürlich von Vorteil ist. Technisch kann der EV3 11 kW (AC) laden. Realistisch gesehen reicht dies (für uns) völlig aus. Da wir die große Batterie haben, kann er (angeblich) bis zu 128 kW (DC) schnell laden. Getestet habe ich dies noch nicht und wird hier ergänzt, sobald es der Fall wird. Da bin ich persönlich auch sehr auf die Ladekurve gespannt. Hier könnte man die Kia-App noch etwas erweitern, damit die Ladevorgänge mit allen Daten angezeigt werden. Vielleicht kommt dies mit einem Update?

Grundsätzlich habe ich zwecks Laden keine Bedenken. Die Infrastruktur ist soweit vorhanden – könnte natürlich immer besser sein – und für unsere Zwecke total ausreichend. Das Typ 2 Ladekabel ist beim Kauf bzw. Leasing inkludiert und wir haben uns zusätzlich ein Kabel mit CEE- und Schukostecker besorgt.

Sonstiges und Fazit:

Zum Entertainment-System kann ich nicht wirklich etwas sagen, außer dass es etwas kostet und wir es momentan nicht brauchen. Die Sprachsteuerung wurde kaum genutzt, da ich kein großer Fan davon bin. Deshalb kann ich dazu nur wenig sagen.

Ausgeliefert wurde der EV3 mit Sommerreifen. Im Oktober wurden allerdings Allwetterreifen (konkret: Goodyear Vector 4Seasons Gen-3) mit dem Rollwiderstand A montiert, was den Verbrauch um zusätzlich 1 kWh reduziert. Dies war auch eine Empfehlung des lokalen Reifenhändlers, den ich generell uneingeschränkt empfehlen kann!

Ansonsten sind wir sehr zufrieden und würden den EV3 auf jeden Fall weiterempfehlen. Gefühlt hat Kia mit dem Modell alles richtig gemacht!

Falls spezielle Fragen/Wünsche zum Kia EV3 aufkommen, gerne einen Kommentar hinterlassen und/oder über die verschiedenen Social Plattformen ansprechen, ich werde sicherlich zukünftig noch das ein oder andere ergänzen.

Link zum Datenblatt – Oktober 2025


Update Februar 2026

Mittlerweile sind einige Monate ins Land gegangen und wir sind noch immer von „Evi“ (so wird sie mittlerweile genannt) begeistert. Da wir zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Blogposts keinen wirklichen Winter hatten, möchte ich diese Erfahrung noch ergänzen. Wie bei allen Fahrzeugen steigt der Verbrauch im Winter ganz automatisch – ja, auch bei den Verbrennern. Bei durchgehenden Minustemperaturen und kürzeren Strecken kann er schon einmal auf 25 kWh oder noch mehr hochschnellen. Alles kein Problem, denn unser Durchschnitt liegt bisher bei 18,1 kWh – was sehr gut ist.

Ansonsten hatten wir im Winter nur einmal den Fall, dass die Sensoren an der Front aufgrund von Nassschnee nicht funktionierten. Das war allerdings nur beim Losfahren der Fall und regelte sich während der Fahrt automatisch. Also auch kein wirkliches Drama. Auch der Fahrmodus „Winter“ macht genau das, was er soll: Anfahren bei geschlossener Schneedecke, Beschleunigen und Abbremsen – alles top.

Wenn jemand mitdenkt, mag ich das. So auch beim Betätigen der Scheibenwischanlage. Im Display erscheint ein kurzer Hinweis, dass die Lüftung kurz umgestellt wird, sodass keine Gerüche in den Innenraum eindringen.

Der Kia EV3 musste bisher (ungeplant) in die Werkstatt, da vermutlich ein Softwareupdate nicht richtig installiert wurde. Nach dem Update erschien im Display die Meldung „Elektrisches System prüfen“. Laut Werkstatt hatte die 12-V-Batterie einen Fehler und die FIN wurde nicht mehr gespeichert. Da dies ein Garantiefall war, kann ich auch hier getrost behaupten, dass das überhaupt kein Problem war. „Meine“ Werkstatt ist sehr serviceorientiert und hat alles sehr unkompliziert gelöst.


Update April 2026: Kia legt beim EV3 nach – Allrad und 22-kW-AC-Laden angekündigt

Spannend für alle, die den Kia EV3 auf dem Schirm haben (oder wie wir schon fahren): Kia hat jetzt für das Modelljahr 2027 einige interessante Neuerungen angekündigt.

Besonders spannend finde ich zwei Punkte: Erstmals kommt der EV3 auch mit Allradantrieb (195 kW / 265 PS), bis zu 572 Kilometer Reichweite und sogar 1,5 Tonnen Anhängelast – ein echtes Statement in dieser Klasse. Fast noch interessanter im Alltag: Optional soll künftig ein 22-kW-On-Board-Charger verfügbar sein. Wer regelmäßig AC lädt, dürfte sich über deutlich kürzere Ladezeiten freuen – ein Punkt, den ich persönlich sehr spannend finde.
Dazu kommen kleinere, aber praktische Upgrades wie neigungsverstellbare Rückbanklehnen, stärkere 100-Watt-USB-C-Ladeports und optional sogar zwei induktive Ladeflächen.

Mein Eindruck: Kia entwickelt den EV3 konsequent weiter – und einige der neuen Features hätte ich ehrlich gesagt auch beim aktuellen Modell schon gerne gesehen. Gerade das 22-kW-Laden wäre im Alltag ein echtes Komfort-Plus.

Persönlicher Nachtrag: Mit meinem Kia EV3 bin ich nach wie vor rundum zufrieden – ein echtes Wohlfühlauto. Beim neuen 22-kW-AC-Laden musste ich aber kurz schlucken: Das hätte ich natürlich auch gerne schon an Bord. Gerade im Alltag wäre das ein echtes Plus.


Update Juli 2026: Der Kia EV3 GT ist jetzt bestellbar

Nachdem Kia für das Modelljahr 2027 bereits einige spannende Neuerungen angekündigt hatte, ist nun auch der Kia EV3 GT offiziell bestellbar.

Mit 215 kW (292 PS), Allradantrieb und einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 5,7 Sekunden richtet sich die GT-Version vor allem an alle, die noch mehr Fahrspaß aus dem EV3 herausholen möchten. Dazu kommen ein elektronisch geregeltes Fahrwerk, ein virtueller Gangwechsel inklusive Motorsound sowie zahlreiche GT-spezifische Design- und Ausstattungsmerkmale.

Trotz der sportlichen Ausrichtung bleibt der EV3 GT alltagstauglich: Bis zu 501 Kilometer Reichweite, ein großer Kofferraum und eine Anhängelast von bis zu 1,5 Tonnen sprechen dafür, dass Kia den Spagat zwischen Performance und Alltag gelungen ist.

Mein persönlicher Eindruck: Der GT wäre für mich wahrscheinlich etwas überdimensioniert, da ich meinen EV3 überwiegend im Alltag nutze. Trotzdem finde ich es klasse, dass Kia die Modellpalette weiter ausbaut und für unterschiedliche Ansprüche passende Varianten anbietet. Mit meinem EV3 bin ich nach wie vor rundum zufrieden – und daran hat sich auch nach vielen Monaten nichts geändert.

16 Responses

  1. Glückwunsch! Wir fahren noch einen Ford Kuga PHEV, das Leasing läuft im Dezember ab. Wir haben uns bereits im Juni für einen EV3 in der GT-Line entschieden, der ist gerade in der Zulieferung. Bis Mitte November fahren wir dann auch vollelektrisch.

    Mit dem Plugin-Hybriden fahren wir rund 50 Prozent mit Batterieladung, der Rest auf weiteren Strecken geht ähnlich wie bei Dir für Familienbesuche und Ausflüge/Urlaube drauf. Glücklicherweise haben wir eine Wallbox (trotz Mietwohnung). Das elektrische Fahrerlebnis ist einfach gigantisch, und daher freuen wir uns schon sehr auf unseren EV3. Natürlich gibt es auch einen Blogartikel.

    • Klingt richtig gut, Glückwunsch euch! 😄 Der EV3 GT-Line ist echt ein schickes Teil – da könnt ihr euch drauf freuen. Cool auch, dass ihr mit dem Kuga schon so viel elektrisch fahrt, das macht den Umstieg sicher easy. Und Wallbox in der Mietwohnung – Respekt! Das elektrische Fahren ist einfach ein ganz anderes Feeling, oder? Bin gespannt auf euren Blogartikel, den schau ich mir auf jeden Fall an! ⚡🚗

      • Wir hatten Glück mit der Mietwohnung. Der Vermieter wollte eh den Vorplatz mit den Stellplätzen neu machen, da habe ich gefragt. Selbst mit einem fixen Stromtarif mit um die 30 – 33 ct/kWh ist elektrisch wesentlich günstiger als verbrennen. Und Spaßfaktor und Komfort sind eh viel besser.

        • Perfekt! Und fragen kostet ja schließlich nichts. 😉 Außerdem super vom Vermieter.
          Wir zahlen hier 39 ct/kWh (öffentliche Sonderkonditionen für Bestandskunden der Stadtwerke), was absolut in Ordnung ist und auch damit deutlich günstiger als bei einem Verbrenner.

          Du wirst den EV3 lieben. 🙂

  2. Thank you for your comprehensive report
    Here in the UK I bought a KIA EV3 Air long range to replace a 14 year old Skoda Roomster Scout.
    I had been a windsurfer and cyclist for many years and had looked at EV cars that could easily take my road sports bicycle inside complete with the bicycles wheels fixed.
    My Skoda could do that but only after removing the rear seats. So quite an effort.

    I first looked at the KIA EV3 Air long range and my bicycle fitted easily with the car’s rear seats down and I had a trial drive that II found very easy.
    Its specifications were impressive with a maximum range of 375miles and acceleration of 7.7 seconds from 0 to 62 mph and the new price was OK.

    I had had a Vauxhall Astra Estate many years ago and first looked at their Astra Sports Tourer EV.
    My bicycle fitted OK but the specifications of the Astra were poor especially the 256 miles battery maximum range and acceleration of 9.2 seconds from 0 to 60 mph. Also I than read that Stellantis the manufacturer had had a reputation of production problems.

    I also looked at the Skoda Elroq EV, max 360 miles range (good), price OK but I did not like the way it drove.

    So now having driven my KIA EV3 for nearly 7 months I’m very pleased with it, its 7 year parts and labour warranty. but find its loud noisy safety bings and bongs annoying that I will soon sort out.

    • Very happy to read your detailed report – thank you!

      Some friends of ours drive a Škoda Elroq EV and are very satisfied as well. But as you said, in the end it all comes down to personal driving feel. We didn’t really consider the Elroq, as our local dealer isn’t particularly service-oriented. So, good for the Kia EV3! 😄

      And finally, someone who understands me when it comes to the seatbelts – that’s something that annoys me in (almost) every car. Unfortunately, I have to get used to it with the EV3 too. Let me know if you find a good solution for it!

  3. Hallo Heiko,
    Kannst du etwas zu den Assistenssystemen sagen? Also wie es mit dem Spurhalten und Abstandsradar oder gar Autobahnassistens ausschaut und wie gut bzw. störfrei funktioniert?
    Und, welche Allwetterreifen hast du raufgezogen?

    Grüße Daniel

    • Hallo Daniel,
      na klar. 😊 Spurhalteassistenten finde ich ok. Er ist spürbar, greift aber nicht zu sehr ein. Theoretisch könnte man bei normaler Autobahnfahrt (also nicht in Baustellen) die Hände vom Lenkrad nehmen – der Assistent regelt alles. Praktisch bleiben die Hände natürlich am Steuer.
      Auf Landstraßen passt es in meinen Augen auch: leichtes Gegenlenken, aber nichts Dramatisches.

      Das Abstandsradar ist mir etwas „zu weit“ eingestellt, lässt sich aber per Knopfdruck am Steuer easy regulieren. Abbremsen (bei einem vorausfahrenden Fahrzeug) und auch Beschleunigen (beim Überholen) macht er automatisch. Beide Systeme (Spurhalte- und Abstandsassistent) nutze ich überwiegend auf der Autobahn – allerdings nur, wenn weniger Verkehr ist, da es mich persönlich sonst eher nervt als nützt.

      Als Allwetterreifen haben wir den Goodyear Vector 4Seasons Gen-3 drauf.

      Falls weitere Fragen sind, einfach melden.
      Herzliche Grüße
      Heiko

  4. Vielen Dank für diesen sehr informativen und angenehm geschriebenen Bericht zum Kia EV3. Ich darf am 1. Mai meinen EV3 GT-Line abholen und habe hier viele wertvolle Informationen gefunden.

    Der Bericht hat mir nicht nur sachlich weitergeholfen, sondern auch das gute Gefühl gegeben, mit dem EV3 die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Nach 14 Jahren mit einem Diesel-Fahrzeug wird der Umstieg auf ein Elektroauto sicher eine fundamentale Veränderung – aber genau darauf freue ich mich sehr.

    Nochmals herzlichen Dank für die vielen hilfreichen Eindrücke und Informationen!

    • Vielen Dank dir für deinen tollen Kommentar – darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut!

      Und Glückwunsch schon mal zur EV3 GT-Line und zur Abholung am 1. Mai – schöner kann man eigentlich kaum in die E-Mobilität starten. 😊

      Nach 14 Jahren Diesel ist das natürlich ein echter Wechsel, aber ich bin mir sicher, dass du dich schnell einfinden wirst. Vieles fühlt sich am Anfang neu an, aber gerade das elektrische Fahren möchte man oft sehr schnell nicht mehr missen.

      Besonders freut mich, dass dir mein Bericht nicht nur sachlich geholfen hat, sondern dir auch ein gutes Gefühl bei deiner Entscheidung gegeben hat – genau dafür schreibe ich solche Erfahrungsberichte.

      Ich wünsche dir ganz viel Freude mit deinem EV3 und allzeit gute Fahrt! Berichte gerne mal nach den ersten Wochen, wie deine ersten Eindrücke sind – das würde mich wirklich interessieren.

      Viele Grüße
      Heiko

  5. Vom Diesel-Fahrer zum Elektronen-Surfer: Mein Weg zum Kia EV3
    Manchmal schreibt das Leben die besten Geschichten – und manchmal ändert man seine Meinung radikaler, als man es je für möglich gehalten hätte. Wenn mir vor fünf Jahren jemand gesagt hätte, dass ich meinen geliebten Diesel gegen ein reines Elektroauto eintauschen würde, hätte ich wohl nur mitleidig gelächelt.
    Doch genau das ist passiert. Hier ist meine Geschichte, wie aus einem überzeugten E-Mobilitäts-Kritiker ein begeisterter EV3-Fahrer wurde.

    Der „Little Lord“ und meine eisernen Vorbehalte
    Mein treuer Begleiter über viele Jahre war ein Land Rover Range Rover Evoque SD4 Dynamic. Ein 4×4-Prachtkerl: 2.2-Liter-Diesel mit 190 PS, Erstzulassung Juni 2012. Ich taufte ihn liebevoll „Little Lord“. Er brachte mich absolut zuverlässig überallhin, und die (Neben-)Strasse war sein Revier.
    Auf der anderen Seite stand die Elektromobilität. Und ich? Ich war skeptisch. Sehr skeptisch sogar. Meine Argumente waren die Klassiker der EV-Kritik:
    • Die Ökobilanz: Was ist mit der grauen Energie bei der Herstellung?
    • Ressourcen & Entsorgung: Woher kommen die Rohstoffe für die Batterien, und was passiert am Ende ihres Lebenszyklus damit?
    • Die Praxis: Reichweitenangst und das vermeintliche Chaos an den Ladesäulen.
    Kurz gesagt: Für mich war das Thema schlichtweg noch nicht reif für den Alltag.

    Wenn das Getriebe blinkt und die Weltpolitik mitredet
    Mit der Zeit nagte jedoch der Zahn der Zeit am „Little Lord“. Bei rund 180’000 Kilometern häuften sich die Wehwehchen. Hier eine Reparatur hier, dort ein durchgerostetes Blech am Unterboden – und dann waren da noch diese wiederkehrenden, nervösen Warnmeldungen des 6-Stufen-Automatikgetriebes. Der Turbo sei auch bald dran meinte die Garage. Mit Blick auf die bevorstehende Inspektion wurde ich etwas nervös.
    Ich begann, mir Fragen zu stellen: Wie hoch ist meine wirtschaftliche Schmerzgrenze? Wann wird die alte Liebe zum Fass ohne Boden?
    Gleichzeitig veränderte sich die Welt um uns herum. Die geopolitischen Krisen – erst der Ukrainekrieg, dann die Spannungen im Iran – trieben die Treibstoffpreise in schwindelerregende Höhen. Da ich für meinen täglichen Arbeitsweg viele Kilometer zurücklege, taten die Besuche an der Tankstelle richtig weh.
    Ich hatte mich im Haus bereits durch eine Wärmepumpe vom Öl unabhängig gemacht. Warum also beim Auto weiterhin am Tropf des Diesels hängen?

    Der Aha-Moment auf dem Beifahrersitz
    Der Wendepunkt kam unverhofft. Ich durfte bei einem Kollegen mitfahren, der bereits elektrisch unterwegs war. Kein Ruckeln, kein Nageln – nur lautloses, kraftvolles Dahingleiten. Das weckte meinen Ehrgeiz.
    Ich tat, was ich immer tue in solchen Situationen: Wenn mich ein Thema packt, dann analysiere ich es gründlich. Ich stürzte mich in eine intensive Recherche:
    • Ich verglich die realen Betriebskosten des Evoque mit potenziellen Elektrofahrzeugen.
    • Ich las Studien zu Akku-Technologien, Recyclingfortschritten und CO₂-Bilanzen.
    • Ich musste feststellen: Die Technologie hat in den letzten Jahren einen gigantischen Sprung gemacht.
    Meine alten Vorbehalte waren zwar nicht völlig unberechtigt gewesen, aber sie waren inzwischen grösstenteils überholt oder liessen sich signifikant relativieren. Plötzlich gab es rational kaum noch Argumente, die gegen ein E-Fahrzeug sprachen.

    Keine Lust auf „Liefer-Lotto“
    Nach ein paar Probefahrten – inklusive eines genialen Test-Wochenendes – war es um mich geschehen. Ich war angefixt. Jetzt musste es schnell gehen, aber bitte ohne das übliche Bestellung-Liefer-Drama.
    Ich hatte absolut keine Lust auf monatelange Wartezeiten, verschobene Liefertermine und das logistische Chaos auf den globalen Transportwegen. Eine Werkbestellung kam für mich nicht infrage. Ich wollte ein Auto direkt aus dem Showroom.
    Das Glück war auf meiner Seite: Mein Händler hatte genau das passende Vorführfahrzeug bereitstehen – einen brandneuen Kia EV3 GT-Line mit der Long-Range-Batterie und gerade einmal 2’000 Kilometern auf dem Tacho. Der Deal stand schnell: Der Evoque wurde zu einem wirklich fairen Preis verkauft, das Angebot für den EV3 war gut.

    Wehmut beim Abschied, Wow-Effekt beim Start
    Der Tag der Übergabe war emotional ein Wechselbad. Als ich den „Little Lord“ beim Händler auf dem Hof stehen liess, schwang definitiv eine Portion Wehmut mit. Wir hatten schliesslich eine lange, treue gemeinsame Zeit hinter uns.
    Doch kaum sass ich im EV3, war die Wehmut verflogen. Was für ein Quantensprung! Der EV3 ist ein Technik-Highlight und das Fahrgefühl ist einfach fantastisch.
    Besonders die kleinen Dinge des Alltags begeistern mich schon jetzt. Features, die mir mein alter Diesel nie bieten konnte:
    • Vorkühlen im Sommer: Per App das Auto schon vor dem Einsteigen auf angenehme Temperaturen bringen, während es draussen kocht.
    • Vorheizen im Winter: Kein Eiskratzen mehr und ein wohlig warmes Cockpit am frühen Morgen.

    Der Winter-Härtetest steht noch aus
    Natürlich bin ich realistisch geblieben. Der wahre Härtetest für den EV3 kommt erst noch, wenn die Temperaturen fallen.
    • Wie weit schrumpft die Reichweite der Long-Range-Batterie bei eisiger Kälte?
    • Und wie schlägt sich der Frontantrieb auf unserer steilen Hauseinfahrt, wenn der erste Schnee liegt? Der Allradantrieb des Evoque war da natürlich eine Bank. Ich bin gespannt, wie sich der Kia hier schlagen wird.

    Das Fazit: Wenn sich der Kreis schliesst
    Mein Weg von der tiefen Skepsis zur Begeisterung hat mich eines gelehrt: Man darf seine Meinung ändern, wenn sich die Fakten ändern.
    Diese Erkenntnis hat übrigens noch eine ganz andere Nebenwirkung gezeigt: Inspiriert durch den Wechsel zum E-Auto habe ich mich vor kurzem auch für die Installation einer eigenen PV-Anlage entschieden. Auch hier hatte ich anfangs dieselben technologischen Vorbehalte wie beim Auto – und ging denselben Weg von der Skepsis zur Begeisterung durch die rasante technische Entwicklung.

    Jetzt tanke ich den EV3 – und Heize die Wärmepumpe – bald mit meinem eigenen Sonnenstrom vom Dach. Wenn das mal kein perfektes Happy End ist!

    • WOW – vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar! 😊

      Deinen Satz *„Man darf seine Meinung ändern, wenn sich die Fakten ändern.“* finde ich besonders stark. Im Grunde ist dem nichts mehr hinzuzufügen. 😄

      Nochmals vielen Dank und ich wünsche dir allzeit knitterfreie Fahrt mit deinem EV3! ⚡🚗

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