#AltesBlechAlteGrenze – der Opel Corsa A Cup

7. Juni 2021 | Ein Kommentar | Schlagwörter: , , , , ,

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Auf unserem Roadtrip #altesblechaltegrenze waren wir mit drei ganz unterschiedlichen Fahrzeugen unterwegs. Einem Opel Corsa A Cup, einem VW Golf 2 GTI und einem Ford Scorpio MK1. In der nächsten Zeit möchte ich Euch hier auf dem Blog erzählen, was wir erlebt haben, Geschichten rund um die deutsche Einheit, Highlights des Roadtrips, aber natürlich auch einen Überblick über die Fahrzeuge geben.
Ein direkter Vergleich war von Beginn an nicht vorgesehen und auf Grund der unterschiedlichen Fahrzeugkategorien sowieso nicht möglich. Auf unserem Trip wechselten wir uns mit den Youngtimern ab und gegen Ende hatte jeder „sein“ Auto gefunden.

Mein allererstes eigenes Auto war ein Opel Corsa A (City). Habe ich ja schon das ein oder andere Mal erwähnt. Damals mit 45PS, 4 Gängen und als 3-Türer. Er war immer ein zuverlässiger Begleiter, auch auf längeren Strecken. Statt des Motoremblems „1.2“ hatte mein Corsa ein „2.0“ am Heck von einem Opel Vectra und einen abgesägten Schaltknauf mit Holzaufsatz. Ja, ich schwärme noch etwas nach. Umso größer war meine Freude, als wir die Zusage von Opel bekamen, dass wir einen Corsa auf unserem Roadtrip fahren konnten. Noch dazu einen Opel Corsa A Cup aus den 80er Jahren. Dies konnten wir allerdings erst so richtig glauben, als es soweit war und wir ihn mit eigenen Augen begutachteten. Das war nicht irgendwo, sondern direkt bei Opel in Rüsselsheim.

Da stand er nun, der Opel Corsa A Cup in weiß mit verschiedenen Aufklebern. Innen ein Überrollkäfig, keine Rücksitzbank, keinen Kofferraum – quasi fast nackt. Genauer gesagt handelt es sich beim Corsa um einen „1.3 S“, der allerdings als Rallyefahrzeug etwas modifiziert wurde. Normalerweise hat der Motor eine Leistung von 70 PS. Unser Modell hatte durch diverse Umbauten eine Leistungssteigerung um 13PS. Klingt im ersten Moment nach nicht sonderlich viel, wenn man aber bedenkt, dass der Corsa nur ca. 700kg wiegt, ist es doch nicht unbedeutend. Mit nur der allernötigsten Technik ausgestattet, bringt er richtig schön klassischen Fahrspaß. Mit seiner sehr direkten Lenkung macht er genau das, was er soll. Auf unseren ersten Etappe Richtung Fichtelgebirge habe ich mich hinter das Steuer geklemmt. Geklemmt ist für mich schon der richtige Ausdruck, denn Platz war kaum vorhanden. Bzw. bin ich vielleicht doch zu groß? Anyway, der Corsa ist auch nicht für die Langstrecke gemacht – muss er ja auch nicht! Allerdings macht er, mal abgesehen vom Faktor „Bequemlichkeit“, gut Tempo. Seine beste Leistung erzielt er zwischen 3500 und 4500 Umdrehungen, wobei auch weiter oben noch „was geht“.

Vor unserem Start in Rüsselsheim durften wir aber erst noch einen Blick in die „heiligen Hallen“ der Classic-Abteilung bei Opel werfen. Ganz ehrlich: Ein Traum! Die verschiedenen Modelle bzw. Ausstellungsstücke kann man im Rahmen einer Opel-Werksbesichtigung (wenn es Corona wieder zulässt) begutachten, kann ich Euch wirklich nur empfehlen!

Das war allerdings noch nicht alles, denn neben der Classic-Abteilung ging es für uns ins Untergeschoss, wo einige Prototypen auf uns warteten. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus, und als ob das noch nicht genug war, konnten wir einen Blick in die Werkstatt der Classic-Abteilung werfen und mit Jens (seines Zeichens der zuständige Werkstattleiter) sprechen. Dort stand auch die „schwarze Witwe“! Ja, genau, ein, wenn nicht DER Rennwagen seiner Zeit. Vielleicht auch bekannt unter dem Namen „Taxi“ – ein Opel Record C, den es eigentlich gar nicht geben sollte. Jens erzählte uns, wie es dazu kam, wo seine Stärken und auch seine Schwächen lagen und startete den Wagen extra für uns – ein Sound, den man mal gehört haben muss.

Natürlich nicht für normale Straße gemacht – wir sprechen hier von einem legendären Rennwagen! Dort hätten wir noch den ganzen Tag verbringen können und Jens hätte sicherlich noch viel mehr Geschichten auf Lager gehabt, aber wie es immer so ist, Zeit ist knapp und auf uns warteten ca. 1500 Kilometer Roadtrip. An dieser Stelle ein dickes Dankeschön an Jens und natürlich an das ganze Opel-Team für die tollen Eindrücke!

Los ging es für uns von Rüsselsheim zunächst in Richtung Spessart. Dort machten wir einen kleinen (coronakonformen) Abstecher zum „Habbyversum“. Gerade auf den kleinen, teilweise engen, kurvigen Spessartstraßen fühlte sich der Corsa wohl. Und ich natürlich sowieso, mich hat es wieder zurück in meine ersten Fahrzeiten versetzt, wieder in einem Corsa. Irgendwie fühlt man sich da gleich 20 Jahre jünger! Nach kurzem Aufenthalt in Partenstein ging es weiter in Richtung Osten. Genauer gesagt Richtung Fichtelgebirge mit dem Ochsenkopf/Schneeberg als Ziel.
Bereift waren alle drei Fahrzeuge mit Reifen von Dunlop. Auf dem Corsa waren „Dunlop Street Response 2“ Reifen montiert. Vielleicht mit ein Grund, dass der Corsa mit ca. 6,4 Litern auf 100km doch recht sparsam unterwegs war. Definitiv ein weiterer Vorteil der Reifen: Sie haben eine sehr gute Wasserverdrängung. Zwischendurch schüttete es aus Eimern, man konnte die Hand quasi nicht vor Augen sehen, aber der Corsa verlor nie den Halt. Fahrtechnisch gesehen hatten wir eh Glück mit dem Wetter, denn es war alles dabei. Von Regen/Hagel bis hin zu fast 30 Grad gab der Wettergott alles. Und der Corsa bzw. die Reifen machten genau das, was er/sie sollte/n!

Zwischenzeitlich rätselten wir, welches Fahrzeug als erste Probleme bereiten könnte. Wir waren uns aber alle einig, dass es nicht der Corsa sein würde. Ob wir überhaupt im Fichtelgebirge ankamen, was wir genau erlebten und vieles mehr erfahrt Ihr hier in Kürze.

Mehr zum Roadtrip #altesblechaltegrenze findet Ihr natürlich auch auf den Blogs von Sebastian und Daniel.


Zwecks Transparenz: Ohne grandiose Partner wäre so ein Roadtrip nicht möglich gewesen. Deshalb ein dickes Dankeschön an: Dunlop, Opel, Volkswagen, Ford Deutschland, Tourismusregion Sachsen, Tourismusregion Fichtelgebirge, Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth, August Horch Museum in Zwickau, Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn und Gedenkstätte Point Alpha.
Bilder von Marcel Langer und mir.

#altesBlechalteGrenze – Vorfreude auf unseren Roadtrip zur deutschen Einheit – Anzeige

5. Mai 2021 | 2 Kommentare | Schlagwörter: , , , , ,

Aus einem saloppen und im ersten Moment gar nicht weiter überlegten Satz: „Wir müssten auch mal etwas zusammen machen!“, kann ein richtig cooles Projekt entstehen.
Obiger Satz fiel bereits 2019, die Ideen sprudelten, fielen auf fruchtbaren Boden, entwickelten sich weiter und wie es immer so ist, muss ein Projekt auch erst einmal reifen.
Eigentlich wollten wir schon 2020 in die Umsetzung gehen, doch Ihr wisst alle, was passierte. Richtig, ein nerviger Virus kam uns dazwischen. Corona stellte uns vor unüberwindbare Aufgaben, da unser Projekt – ein Roadtrip – auch durch das benachbarte Ausland führen sollte. Von daher verschoben wir die Idee bzw. begannen eine neue Planung: wir könnten doch auch erstmal was innerhalb Deutschlands machen? Die grundsätzliche Bereitschaft zum gemeinsamen Projekt war ungebremst vorhanden und so entschieden wir uns zu einem Trip, der ebenso Spaß gepaart mit der dazugehörigen Geschichte verspricht:

#altesBlechalteGrenze

Da wir uns aktuell im 30. Jahr der deutschen Einheit befinden, war uns schnell klar: wir begeben uns zum Jubiläum auf die Spuren dieses Stücks deutscher Geschichte. Und besuchen Orte der deutsch-deutschen Teilung, erfahren mehr über Trennung, Mauerfall und Grenzöffnung.

Mit viel Vorlauf hofften wir, dass es jetzt im Frühjahr bezüglich der Pandemie etwas besser aussieht, was leider (noch) nicht der Fall ist. Aber unsere ausführliche Planung ermöglicht es, dass wir das Projekt trotzdem starten können. Natürlich nur im kleinen Team, vorab und zwischendrin getestet, z.T. bereits geimpft, coronakonform gemäß aller Regeln, Vorgaben und Hygienebestimmungen und mit entsprechender Vorsicht.

Wer steckt hinter dem Projekt #altesBlechalteGrenze ?

–  Daniel Przygoda – auch bekannt als Blogger von 3ve-Blog. In der Automobilbranche ein alter Hase.

– Sebastian Bauer – auch bekannt als Blogger von passion:driving. Erfahrener Auto-Blogger, freier Journalist und Podcaster in „Die Hupe“.

– und ich – neugierig, offen für Neues und ebenfalls Technik- und Autobegeistert. Meinen Blog kennt ihr sicherlich. ;)

In der doch etwas längeren Vorbereitungszeit haben wir festgestellt, dass wir sehr gut harmonieren und jeder ein anderes Stück zum großen „Kuchen“ beitragen kann. So konnten wir unsere Stärken gut vereinen. Auch wenn es leicht den Anschein nach einem Vorstellungsgespräch haben könnte, aber Ihr sollt ja wissen, mit wem Ihr es zu tun habt.

Was steckt hinter dem Projekt #altesBlechalteGrenze ?

Deutsche Geschichte und deutsche Autokultur – wir begeben uns auf eine Zeitreise. Die Uhr wird 30 Jahre zurückgedreht! Was hat Deutschland zur Zeit der deutschen Einheit bewegt, was hat die Menschen bewegt? Aus Geschichte werden Geschichten, die wir in Begleitung großartiger Automobile dieser Epoche erzählen wollen. Ihr dürft also gespannt sein, was wir erleben werden.

Wie sieht die Route von #altesBlechalteGrenze aus?

Unsere Route führt uns vom 06. bis zum 10. Mai an verschiedenen Orten vorbei, welche zur damaligen Zeit eine bedeutende Rolle spielten. Insgesamt haben wir mit ca. 1500km kalkuliert und möchten neben den geplanten Zielen vielleicht noch zusätzliche spannende Geschichten entdecken.

Wie Ihr erahnen könnt, haben wir ein paar interessante Punkte eingebaut. Leider müssen wir uns auf Grund der aktuellen Lage davon verabschieden, jemanden von Euch live und in Farbe zu treffen. Sonst hätten wir uns nämlich sehr gerne über spontane Nachrichten zwecks Begleitung/Treffen usw. entlang der Route gefreut. Also schreiben könnt Ihr uns natürlich trotzdem, aber mit „live und in Farbe“ wird es diesmal leider nichts.

Hier könnt Ihr unsere Route übrigens live verfolgen:

Auf welchen Kanälen gibt es Updates zu #altesBlechalteGrenze ?

Das sind einige – hier die von Daniel:

https://www.instagram.com/daniel.przygoda/ (Instagram)       

https://www.facebook.com/3veBlog/ (Facebook)

Hier von Sebastian:                    

https://twitter.com/passiondriving (Twitter)    

https://instagram.com/passiondriving (Instagram)

https://facebook.com/passiondriving (Facebook)

…und hier meine:          

https://twitter.com/olschok (Twitter)

https://instagram.com/olschok (Instagram)      

https://facebook.com/olschisworld (Facebook)

Selbstverständlich kann es zu Dopplungen kommen, aber unser Motto auch hier: je größer die Auswahl, desto freundlicher für den Nutzer, also für Euch! :)

Oder ihr folgt einfach dem übergeordneten Roadtrip-Hashtag: #altesblechaltegrenze

Mit welchen Fahrzeugen sind wir unterwegs?

Wie vielleicht einige schon entdeckt haben, werden wir mit drei Fahrzeugen fahren, die damals das Straßenbild geprägt haben. Konkret sind das:
der Opel Corsa A Cup, der Ford Scorpio MK1 und der VW Golf 2 GTI. Ihr seht also, nicht irgendwelche Fahrzeuge. Mehr Details dazu erhaltet Ihr im Laufe unseres Roadtrips.

Wer wird uns noch begleiten?

Zwar ohne eigenes Fahrzeug, dafür aber mit seiner ganzen Kompetenz als Fotograf, haben wir Marcel (aka Markus) Langer für unser Projekt gewinnen können. Auf Grund von Corona mussten wir nämlich äußerst kurzfristig einen Ersatz finden und er war sofort begeistert – herzlichen Dank!

Welche Partner unterstützen uns?

Ohne geeignete Partner wäre ein solcher Roadtrip mit Sicherheit schwieriger zu gestalten. Deshalb an dieser Stelle schon vorab ein dickes Dankeschön an alle Beteiligten. Besonders an die Automobilhersteller, die uns die Fahrzeuge zur Verfügung stellen, an unseren Reifenpartner Dunlop und an die Tourismusregion Sachsen. Unser Start wird morgen in Rüsselsheim sein und wir freuen uns auf einen interessanten Trip. Seid gerne digital mit dabei und falls Fragen/Wünsche usw. aufkommen, einfach auf den bekannten Kanälen melden. Wir freuen uns auf Euch!

Der Jeep Renegade 4xe Plug-in-Hybrid im Test

28. April 2021 | Ein Kommentar | Schlagwörter: , , , ,

Es war mal wieder an der Zeit für einen Fahrbericht bzw. Fahrzeugtest, denn der letzte liegt doch schon wieder etwas länger zurück. Oder vergeht die Zeit einfach zu schnell?! Wie dem auch sei, vor kurzem stand bei uns der Jeep Renegade 4xe auf dem Hof. Ich mag ja die Marke Jeep, und das nicht erst seit der Winter-Experience-Tour oder unserer Tour in die Berge mit dem Grand Cherokee SRT. Es handelt sich einfach um klassisch schöne Geländewagen.

Entsprechend gespannt war ich auf den Hybrid. Denn natürlich spielt auch bei Jeep das Thema Elektrifizierung eine Rolle. Auch wenn es etwas länger gedauert hat, aber kein Thema, denn aktuell ist so gut wie überall noch Luft nach oben.
Der Jeep Renegade 4xe ist ein Plug‑in‑Hybrid und Allradgetrieben. Vorausgesetzt, der Akku ist geladen. Ist dies nicht der Fall, wird er „nur“ über die Vorderachse angetrieben. Im Test war es aber fast unmöglich, den Akku leer zu fahren, da das Rekuperationssystem sehr gut greift. Dieses ist von Hause aus verbaut, doch eine stärkere Nutzung ist per Tastendruck möglich. Leider wird die Einstellung nicht gespeichert und muss nach jedem Start bzw. nach Änderung des Fahrmodus neu gewählt werden.
Die Wahl zwischen einer Fahrt elektrisch, batterieschonend oder hybrid lässt sich manuell mit einer Taste festlegen. Im Hybridmodus regelt das die Bordelektronik und nutzt in der Stadt überwiegend den elektrischen Antrieb. Damit kommt man zügig voran. Für die Fahrt in der Stadt noch etwas Positives: Der Renegade ist nicht zu groß, aber auch nicht zu klein. Natürlich nicht mit einem Kleinwagen zu vergleichen, aber das ist bei dem Fahrzeugtyp von vorneherein klar.


Die Maße des Renegade 4xe lauten:
– Länge: 4236 mm
– Breite: 1805 mm
– Höhe: 1697 mm

Was mir besonders gut gefällt, ist die Rekuperation. Also quasi die Rückgewinnung der kinetischen Energie und dadurch Erzeugung von Strom bzw. Wiederaufladung des Akkus. Zwischenzeitlich stellte sich mir die Frage, warum das System nicht schon viel früher generell in Fahrzeugen verbaut wurde, denn eine sinnvolle Option müsste es doch schon immer gewesen sein, die entstehende Energie zu nutzen. Mit vorausschauendem Fahren lässt sich so tatsächlich ein guter Teil der Energie generieren.
Wie dem auch sei, ich finde das Prinzip super und gucke dann auch gerne beim Fahren in der Stadt, wie sich der Akku Stück für Stück wieder auflädt. Im Gegensatz zur Fahrt auf der Autobahn bzw. über eine weitere Distanz. Hier sieht das schon wieder anders aus und der Energieverbrauch ist eher hoch. Die Rekuperation fällt kaum ins Gewicht und somit ist die insgesamte Reichweite gering. Angegeben wird sie mit bis zu 50 km rein elektrisch bei der 11,4 Kilowattstunden großen Batterie. Dazu kommt der relativ kleine Tank mit einer Füllmenge von 36,5 Litern. Auch nicht unbedingt ideal für die Langstrecke. Das mag aber evtl. auch an meiner persönlichen Fahrweise im Test liegen – der Renegade 4xe musste schließlich zwischendurch auch einmal zeigen, was er überhaupt kann.

Und ja, er kann was: Mit seinen insgesamt 240PS Systemleistung (ein 1,3-Liter-Turbo mit 180 PS und einem 60-PS-Elektromotor) bietet er genügend Vortrieb. Auch mit Tempomat auf einer relativ freien Strecke ein Genuss! Was mir übrigens noch positiv aufgefallen ist, ist das Spurhaltesystem. Für mich persönlich genau richtig eingestellt, also nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Denn ein zu stark eingestelltes Spurhaltesystem kann ja ganz schön nerven, da verzichte ich lieber ganz darauf.
Wie sieht es auf der Landstraße aus? Auch dort verhält sich der Jeep sehr gut. Sein Fahrverhalten in den Kurven ist für einen kleineren SUV richtig gut – er macht genau das, was er soll. Gut, man muss sich ähnlich wie bei der Fahrt auf der Autobahn auf den Verbrennungsmotor verlassen, weil man rein elektrisch nicht allzu weit kommt. Auf der Landstraße spürt man etwas deutlicher den Übergang von Elektromotor zum Verbrenner bzw. das Zu- oder Abschalten. Dieses etwas ruckelige Verhalten könnte für meinen Geschmack noch ein bisschen geschmeidiger laufen.

Jeep ist aber bekanntermaßen im Gelände zu Hause. Was bietet sich dann besser an, um ihn dort auch etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Sobald er die geteerte Straße verlässt, stellt sich das Fahrwerk (fast) automatisch auf die Umgebung ein. Wir haben Offroad den Modus „Sand/Mud“ genutzt. Dementsprechend wird die Übersetzung so geregelt, dass er langsam, aber bestimmt, seinen Weg nach vorne sucht. Natürlich mit dem nötigen Gefühl im rechten Fuß <- versteht sich aber von selbst. Egal ob Schotter oder Feld/Wiese bzw. durch den Wald, im Innenraum ist vom Bequemlichkeitsfaktor her (fast) kein Unterschied zur Straße bemerkbar.

Jeep verspricht in meinen Augen auch hier nicht zu viel. Denn er mag es abseits der Straße. Übrigens kommt der Fahrspaß auf Grund des Elektroantriebs nicht zu kurz. Es ist genügend Drehmoment (genauer gesagt 250 Nm) vorhanden. Ganz getreu dem Motto: In der Ruhe liegt die Kraft (Offroad besonders wichtig)! Neben den „Sand/Mud“-Modus könnte die Einstellung „Snow“ auch noch sehr interessant sein. Das wird aber vielleicht ein anderes Mal ausprobiert. Neben diesen beiden Fahreinstellungen verfügt der Renegade 4xe noch über die Fahrmodi „Auto“ und „Sport“. Bei letzterem vereint er beide Motoren und schöpft somit seine gesamte Leistung aus, schnell und kraftvoll.

Unser Testwagen hatte die Ausstattungslinie „S“ in der Farbe „Blue Shade“. Mit 19″ Leichtmetallrädern und innen mit Lederausstattung. Selbstverständlich auch mit zusätzlichen Komfort-Funktionen, wie z.B. Keyless Enter-N-Go (schlüsselloses Öffnen/Verriegeln des Fahrzeugs und Start-Stopp-Knopf-Automatik), Rückfahrkamera und dem Kenwood Audiosystem. Um nur ein paar Möglichkeiten zu nennen. Abschließend noch der Preis – dieser liegt bei unserem Testfahrzeug bei 45.570 Euro.

Design und Mobilität: „Re:Move“

24. März 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Wir sprechen die ganze Zeit von Mobilität und wie wir in Zukunft von A nach B kommen, ohne dabei auf unsere gewohnte Individualität zu verzichten und gleichzeitig ressourcenschonend zu agieren. Das Design scheint dabei nicht an erster Stelle zu stehen. Seien wir aber ehrlich, andere Länder sind uns in Sachen Nachhaltigkeit und Design bereits weit voraus. Ein Blick zu den Nachbarn genügt, um festzustellen, was alles möglich ist. Das Bosco Verticale in Mailand im Bereich von grünem Wohnen, Mode aus Schweden/Frankreich, Städteplanung aus den Niederlanden und vieles mehr. Design und Funktion lässt sich nicht immer vereinen und führt zu Diskussionen, da Geschmäcker einfach verschieden sind. Als Beispiel könnte man diverse Fahrzeugmodelle heranziehen. Stichwort: der Citroën 2CV (die kultige „Ente“) oder der Fiat Multipla. Letzterer hat es sogar in das New Yorker Museum of Modern Art geschafft.

Im Bereich der urbanen Mobilität sind wir noch lange nicht soweit, um uns über Design Gedanken zu machen. Eher das Gegenteil scheint der Fall. Egal, ob Linienbus, Straßenbahn und/oder U-Bahn, designtechnisch gesehen ist viel Luft nach oben. Eine fahrende Schrankwand hat mit Design so wenig zu tun, wie ein Baustellencontainer mit dem Bosco Verticale. Natürlich werden kleine Designänderungen und neue Elemente implementiert, aber sind wir einmal ehrlich, der große Sprung ist nicht dabei. Schaut man sich den Sektor Fahrrad an, sieht es etwas besser aus – wer Design möchte, bekommt auch das entsprechende Design.

Aktuell sind Lastenräder gefragt, besonders bei Familien. Gut, der Anschaffungspreis ist nicht ohne, dafür können sie in der Stadt durchaus einen Kleinwagen ersetzen. In diesem Bereich gibt es spannende Entwicklungen. Besonders interessant wird es bei der Vision eines Elektrolastenfahrzeugs mit dem Namen „Re:Move“. Bei dessen Entwicklung wurde ein etwas anderer Weg gewählt: Vom Designmagazin Wallpaper in Auftrag gegeben entwickelten der Industriedesigner Konstantin Grcic gemeinsam mit dem Elektroautohersteller Polestar, dem Aluminiumhersteller Hydro und dem Elektromotorradpionier CAKE diese Zukunftsidee. Ich stelle es mir in etwa so vor: „Hier, lass und mal zusammen ein schickes Lastenfahrzeug entwickeln. Das Design kommt von Hr. Grcic und ihr baut den Rest drumherum“. Klingt irgendwie nach „einfach mal machen“. Dabei herausgekommen ist ein multifunktionales Elektrolastenfahrzeug mit dem Namen: Re:Move.

Der kleine Stadt-„Schlitten“ (wie er liebevoll genannt wird) soll kompakt und mobil genug für die meisten Radwege sein, aber gleichzeitig groß genug, um eine Last von bis zu 275 Kilogramm zu transportieren. Er ist aus vollständig recycelbarem und kohlenstoffarmem Aluminium hergestellt. Umgerechnet in vollen Bierkisten (0,5 Liter Flaschen), könnte man somit etwas mehr als 15 Kisten transportieren. Wobei man im Gegenzug damit kalkulieren sollte, dass Alkohol (auch Bier) in den nördlichen Regionen, im Vergleich zu uns, sehr teuer ist. Auf die Umrechnung in Kaffeetassen habe ich bewusst verzichtet. Aber generell gesehen, ist dies natürlich ein ganz anderes Thema. ;)

Hintergrund war für die Entwickler die Notwendigkeit, Lieferungen auf der sogenannten „letzten Meile” und die Art und Weise, wie Waren innerhalb von Städten transportiert werden, neu zu denken, in Richtung sauberer, leiser und (Umwelt-)freundlicher. Unabhängig davon ist natürlich der Designaspekt nach vorne zu heben. Den Machern ist es gelungen diese Vorstellungen nachhaltig zu verbinden.

Die geplante horizontale Plattform und der vertikale Schutz sind im Fahrzeugdesign nicht geläufig, wie Designer Konstantin Grcic kommentiert, „in dieser Art würde man normalerweise einen Tisch oder ein Regal bauen. Ich finde die Einfachheit und Direktheit, den Pragmatismus, faszinierend. Gutes Design war schon immer nachhaltig, weil es dauerhaft ist. Dinge, die einen langen Lebenszyklus haben, sind nachhaltig.“
Außerdem ist für die Leistung der Elektromobilität das Gewicht entscheidend, da bietet sich Aluminium mit seinem geringen Gewicht, gleichzeitig aber hoher Stabilität und Recyclingfähigkeit an, wie Jonas Bjuhr, Geschäftsführer von Hydro in Schweden ergänzt.
Präsentiert wurde die Vision des Re:Move auf dem South by Southwest Film Festival (SXSW) und der erste funktionierende Prototyp wird (so der Plan) im Herbst vorgestellt.

Persönlich gefällt mir der Re:Move sehr gut, das Design ist echt gelungen. Ich bin gespannt, ob der Prototyp schlussendlich dann auch genauso aussehen wird. Bzw. was in Zukunft noch so auf den Markt kommen wird. Aber dieses Beispiel zeigt, was man voranbringen kann, wenn man einmal über die üblichen „Grenzen“ hinausdenkt und Kooperationen eingeht, an die man in erster Linie nicht unbedingt denkt. Nur so schafft man neue, zukunftsfähige Lösungen, statt immer im selben Trott zu verweilen. Mehr solche Innovationen bitte – I like!

Braucht’s des? – Groß, Größer, am Größten

25. Februar 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: ,

Sobald man sich mit Freunden unterhält, kommt man ja schnell von einem Thema auf das nächste. Egal ob offline oder online. Letztens erst wieder so geschehen. Beim Online-Treffen, welches ich aktuell im Kopf habe, ging es schlussendlich um das Thema Automobil. Wobei man bei genauerer Betrachtung (fast) jedes andere Thema genauso heranziehen könnte. Denn es ging um: Groß, größer, am größten!

Immer wieder ein Thema aktuell ist die Zukunft der Mobilität in Innenstädten, bis hin zu Diskussionen über (zu wenig bzw. zu kleinen) Parkraum. In verschiedenen (Facebook)-Gruppen lese ich häufig über fehlende und/oder zu kleine Parkplätze. Gerade der örtliche Einzelhandel begründet schlechter laufende Geschäfte lieber über reduzierte Parkplätze als über seinen Service. Dass es auch anders gehen kann, zeigt dieses – seit über 20 Jahren gut laufende – Beispiel aus „Pontevedra“ (Stadt in Spanien).
Bei der Parkplatzgröße im privaten Raum wird häufig noch ein Auge zugedrückt. Ist der Parkplatz oder das Parkhaus aber im Besitz der jeweiligen Stadt, müssten die Parkplätze möglichst gestern schon verbreitert worden sein, weil der eigene SUV nicht genug Platz findet. Autos werden einfach immer größer! Was das generelle Problem von „Groß, größer, am größten“ aufzeigt. Muss es denn immer eine Steigerung geben? Reicht es nicht auch eine Nummer kleiner?

Gehen wir einen Schritt zurück – oder auch zwei. Mein erstes Auto war ein Opel Corsa A. Ein toller Kleinwagen. Mit 45PS, vier Gängen und allem, was nötig war, um von A nach B zu kommen. Natürlich nicht zu vergleichen mit den heutigen Fahrzeugen. Über die Sicherheit und den Komfort müssen wir nicht reden, beides wurde enorm weiterentwickelt und das ist auch gut so. Was gleichzeitig aber bei manchen dazu führt, dass sie sich lieber auf die Technik verlassen, als ihre evtl. vorhandenen Fahrfähigkeiten einzusetzen. Auch Fahrgefühl bzw. die Umgebungsgeräusche zwischen „früher“ und „heute“ sind nicht zu vergleichen. Bei einem modernen Fahrzeug ist die Geschwindigkeit weniger deutlich spürbar. Überspitzt könnte man im Gegenzug sagen: Dafür wurden die Sicherheitsmaßnahmen entsprechend angepasst. Diesen Zusammenhang direkt zu ziehen ist aber schlichtweg nicht möglich. Eventuell wird hier sogar falsche Sicherheit suggeriert. Auf der einen Seite gehen die Unfälle mit Getöteten (alleine in 2019 waren es trotzdem noch 3046 Menschen) zurück, jedoch steigen die Unfälle insgesamt an (in 2019 waren es 2.685.661)*.

Es müsste doch genauso möglich sein, mehr Sicherheit in kleine Fahrzeuge zu packen! Konkret: Airbagsysteme (z. B. Seitenairbags) für „kleinere“ Fahrzeuge verbauen etc. pp. technisch (ich bin kein Ingenieur) mag es evtl. an der ein oder anderen Stelle zu Schwierigkeiten kommen – sollte dies nicht aber gerade eine Herausforderung sein, um passende Lösungen für alle Fahrzeugklassen gleichermaßen zu generieren? Oder liegt es tatsächlich an den Kunden, die einfach keine kleinen Fahrzeuge mehr kaufen möchten?

Ähnlich sieht es bei den Reifen aus. Bleiben wir beim Opel Corsa von damals. Dieser hatte 145er Asphaltschneider drauf und ich kam mit ihnen überall hin. Und wenn ich sagen „überall“, dann meine ich auch „überall“. Mittlerweile ist es Usus, mindestens 235er „Schlappen“ aufzuziehen. Und natürlich werden auch die Felgen entsprechend immer größer. Mittlerweile sind wir ohne Probleme bei 20″ oder 21″ angekommen. Zum Vergleich: Mein Corsa hatte 13″ bzw. war zu damaligen Zeiten 15″ schon Oberklasse. Ein neuer Fiat Panda Cross besitzt aktuell eine Größe von 15″. Nein, wir reden hier nicht von Supersportwägen oder dergleichen!

Unabhängig von diesem Wunsch, dass es groß, größer, am größten sein muss, sollte meiner Meinung nach immer das Gesamtkonzept „Fahrzeug“ betrachtet werden, inklusive Antrieb und Co. Ob es „nur“ die Umstellung auf alternative Antriebe ist oder um die Lärmbelastung geht. Bleiben wir bei den Reifen und als Beispiel nehmen wir den aktuellen BMW i3. Die Felgengröße liegt hier bei 19″, dafür hat er aber eine Breite von 155mm. Stichwort: geringer Rollwiderstand und damit auch weniger Abrieb. Hat eigentlich nur Vorteile.

Aktuell sind sogar Reifen komplett aus Gummi wieder im Gespräch bzw. im Fokus der Forschung. Wer jetzt sofort an Vollgummireifen aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts denkt, den muss ich enttäuschen bzw. kann ich beruhigen. Die herkömmliche „Luftblase“ wird vielleicht durch eine Lammelen- bzw. Wabenstruktur ersetzt. Einige Vorteile von dieser Konstruktion sind: Wo keine Luft, auch kein Plattfuß. Der Reifen umschließt die Hindernisse und puffert somit die Energie ab. Ohne Klangkörper (dieser fällt schließlich weg), gibt es auch weniger Lärm. Selbstverständlich gibt es auch Nachteile bzw. relevante Punkte sind final noch ungeklärt: Wie reagiert der Reifen bei hohen Geschwindigkeiten? Die Felgen müssen angepasst werden und abschließend müssten die Zulassungsregularien angepasst werden. So ist in der EU der Einbau eines Reifendruckkontrollsystems vorgeschrieben. Doch wie soll das funktionieren, wenn kein Reifendruck bzw. Luftdruck vorhanden ist? Bis die Reifen auf die Straße kommen, ist also noch einiges an Forschung nötig.

Und vielleicht ändert sich ja bis dahin bzw. gerade in der aktuellen Situation der Drang nach immer größer, schneller, weiter wieder hin zum Wesentlichen?

* Statistisches Bundesamt

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