Design und Mobilität: „Re:Move“

24. März 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Wir sprechen die ganze Zeit von Mobilität und wie wir in Zukunft von A nach B kommen, ohne dabei auf unsere gewohnte Individualität zu verzichten und gleichzeitig ressourcenschonend zu agieren. Das Design scheint dabei nicht an erster Stelle zu stehen. Seien wir aber ehrlich, andere Länder sind uns in Sachen Nachhaltigkeit und Design bereits weit voraus. Ein Blick zu den Nachbarn genügt, um festzustellen, was alles möglich ist. Das Bosco Verticale in Mailand im Bereich von grünem Wohnen, Mode aus Schweden/Frankreich, Städteplanung aus den Niederlanden und vieles mehr. Design und Funktion lässt sich nicht immer vereinen und führt zu Diskussionen, da Geschmäcker einfach verschieden sind. Als Beispiel könnte man diverse Fahrzeugmodelle heranziehen. Stichwort: der Citroën 2CV (die kultige „Ente“) oder der Fiat Multipla. Letzterer hat es sogar in das New Yorker Museum of Modern Art geschafft.

Im Bereich der urbanen Mobilität sind wir noch lange nicht soweit, um uns über Design Gedanken zu machen. Eher das Gegenteil scheint der Fall. Egal, ob Linienbus, Straßenbahn und/oder U-Bahn, designtechnisch gesehen ist viel Luft nach oben. Eine fahrende Schrankwand hat mit Design so wenig zu tun, wie ein Baustellencontainer mit dem Bosco Verticale. Natürlich werden kleine Designänderungen und neue Elemente implementiert, aber sind wir einmal ehrlich, der große Sprung ist nicht dabei. Schaut man sich den Sektor Fahrrad an, sieht es etwas besser aus – wer Design möchte, bekommt auch das entsprechende Design.

Aktuell sind Lastenräder gefragt, besonders bei Familien. Gut, der Anschaffungspreis ist nicht ohne, dafür können sie in der Stadt durchaus einen Kleinwagen ersetzen. In diesem Bereich gibt es spannende Entwicklungen. Besonders interessant wird es bei der Vision eines Elektrolastenfahrzeugs mit dem Namen „Re:Move“. Bei dessen Entwicklung wurde ein etwas anderer Weg gewählt: Vom Designmagazin Wallpaper in Auftrag gegeben entwickelten der Industriedesigner Konstantin Grcic gemeinsam mit dem Elektroautohersteller Polestar, dem Aluminiumhersteller Hydro und dem Elektromotorradpionier CAKE diese Zukunftsidee. Ich stelle es mir in etwa so vor: „Hier, lass und mal zusammen ein schickes Lastenfahrzeug entwickeln. Das Design kommt von Hr. Grcic und ihr baut den Rest drumherum“. Klingt irgendwie nach „einfach mal machen“. Dabei herausgekommen ist ein multifunktionales Elektrolastenfahrzeug mit dem Namen: Re:Move.

Der kleine Stadt-„Schlitten“ (wie er liebevoll genannt wird) soll kompakt und mobil genug für die meisten Radwege sein, aber gleichzeitig groß genug, um eine Last von bis zu 275 Kilogramm zu transportieren. Er ist aus vollständig recycelbarem und kohlenstoffarmem Aluminium hergestellt. Umgerechnet in vollen Bierkisten (0,5 Liter Flaschen), könnte man somit etwas mehr als 15 Kisten transportieren. Wobei man im Gegenzug damit kalkulieren sollte, dass Alkohol (auch Bier) in den nördlichen Regionen, im Vergleich zu uns, sehr teuer ist. Auf die Umrechnung in Kaffeetassen habe ich bewusst verzichtet. Aber generell gesehen, ist dies natürlich ein ganz anderes Thema. ;)

Hintergrund war für die Entwickler die Notwendigkeit, Lieferungen auf der sogenannten „letzten Meile” und die Art und Weise, wie Waren innerhalb von Städten transportiert werden, neu zu denken, in Richtung sauberer, leiser und (Umwelt-)freundlicher. Unabhängig davon ist natürlich der Designaspekt nach vorne zu heben. Den Machern ist es gelungen diese Vorstellungen nachhaltig zu verbinden.

Die geplante horizontale Plattform und der vertikale Schutz sind im Fahrzeugdesign nicht geläufig, wie Designer Konstantin Grcic kommentiert, „in dieser Art würde man normalerweise einen Tisch oder ein Regal bauen. Ich finde die Einfachheit und Direktheit, den Pragmatismus, faszinierend. Gutes Design war schon immer nachhaltig, weil es dauerhaft ist. Dinge, die einen langen Lebenszyklus haben, sind nachhaltig.“
Außerdem ist für die Leistung der Elektromobilität das Gewicht entscheidend, da bietet sich Aluminium mit seinem geringen Gewicht, gleichzeitig aber hoher Stabilität und Recyclingfähigkeit an, wie Jonas Bjuhr, Geschäftsführer von Hydro in Schweden ergänzt.
Präsentiert wurde die Vision des Re:Move auf dem South by Southwest Film Festival (SXSW) und der erste funktionierende Prototyp wird (so der Plan) im Herbst vorgestellt.

Persönlich gefällt mir der Re:Move sehr gut, das Design ist echt gelungen. Ich bin gespannt, ob der Prototyp schlussendlich dann auch genauso aussehen wird. Bzw. was in Zukunft noch so auf den Markt kommen wird. Aber dieses Beispiel zeigt, was man voranbringen kann, wenn man einmal über die üblichen „Grenzen“ hinausdenkt und Kooperationen eingeht, an die man in erster Linie nicht unbedingt denkt. Nur so schafft man neue, zukunftsfähige Lösungen, statt immer im selben Trott zu verweilen. Mehr solche Innovationen bitte – I like!

Braucht’s des? – Groß, Größer, am Größten

25. Februar 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: ,

Sobald man sich mit Freunden unterhält, kommt man ja schnell von einem Thema auf das nächste. Egal ob offline oder online. Letztens erst wieder so geschehen. Beim Online-Treffen, welches ich aktuell im Kopf habe, ging es schlussendlich um das Thema Automobil. Wobei man bei genauerer Betrachtung (fast) jedes andere Thema genauso heranziehen könnte. Denn es ging um: Groß, größer, am größten!

Immer wieder ein Thema aktuell ist die Zukunft der Mobilität in Innenstädten, bis hin zu Diskussionen über (zu wenig bzw. zu kleinen) Parkraum. In verschiedenen (Facebook)-Gruppen lese ich häufig über fehlende und/oder zu kleine Parkplätze. Gerade der örtliche Einzelhandel begründet schlechter laufende Geschäfte lieber über reduzierte Parkplätze als über seinen Service. Dass es auch anders gehen kann, zeigt dieses – seit über 20 Jahren gut laufende – Beispiel aus „Pontevedra“ (Stadt in Spanien).
Bei der Parkplatzgröße im privaten Raum wird häufig noch ein Auge zugedrückt. Ist der Parkplatz oder das Parkhaus aber im Besitz der jeweiligen Stadt, müssten die Parkplätze möglichst gestern schon verbreitert worden sein, weil der eigene SUV nicht genug Platz findet. Autos werden einfach immer größer! Was das generelle Problem von „Groß, größer, am größten“ aufzeigt. Muss es denn immer eine Steigerung geben? Reicht es nicht auch eine Nummer kleiner?

Gehen wir einen Schritt zurück – oder auch zwei. Mein erstes Auto war ein Opel Corsa A. Ein toller Kleinwagen. Mit 45PS, vier Gängen und allem, was nötig war, um von A nach B zu kommen. Natürlich nicht zu vergleichen mit den heutigen Fahrzeugen. Über die Sicherheit und den Komfort müssen wir nicht reden, beides wurde enorm weiterentwickelt und das ist auch gut so. Was gleichzeitig aber bei manchen dazu führt, dass sie sich lieber auf die Technik verlassen, als ihre evtl. vorhandenen Fahrfähigkeiten einzusetzen. Auch Fahrgefühl bzw. die Umgebungsgeräusche zwischen „früher“ und „heute“ sind nicht zu vergleichen. Bei einem modernen Fahrzeug ist die Geschwindigkeit weniger deutlich spürbar. Überspitzt könnte man im Gegenzug sagen: Dafür wurden die Sicherheitsmaßnahmen entsprechend angepasst. Diesen Zusammenhang direkt zu ziehen ist aber schlichtweg nicht möglich. Eventuell wird hier sogar falsche Sicherheit suggeriert. Auf der einen Seite gehen die Unfälle mit Getöteten (alleine in 2019 waren es trotzdem noch 3046 Menschen) zurück, jedoch steigen die Unfälle insgesamt an (in 2019 waren es 2.685.661)*.

Es müsste doch genauso möglich sein, mehr Sicherheit in kleine Fahrzeuge zu packen! Konkret: Airbagsysteme (z. B. Seitenairbags) für „kleinere“ Fahrzeuge verbauen etc. pp. technisch (ich bin kein Ingenieur) mag es evtl. an der ein oder anderen Stelle zu Schwierigkeiten kommen – sollte dies nicht aber gerade eine Herausforderung sein, um passende Lösungen für alle Fahrzeugklassen gleichermaßen zu generieren? Oder liegt es tatsächlich an den Kunden, die einfach keine kleinen Fahrzeuge mehr kaufen möchten?

Ähnlich sieht es bei den Reifen aus. Bleiben wir beim Opel Corsa von damals. Dieser hatte 145er Asphaltschneider drauf und ich kam mit ihnen überall hin. Und wenn ich sagen „überall“, dann meine ich auch „überall“. Mittlerweile ist es Usus, mindestens 235er „Schlappen“ aufzuziehen. Und natürlich werden auch die Felgen entsprechend immer größer. Mittlerweile sind wir ohne Probleme bei 20″ oder 21″ angekommen. Zum Vergleich: Mein Corsa hatte 13″ bzw. war zu damaligen Zeiten 15″ schon Oberklasse. Ein neuer Fiat Panda Cross besitzt aktuell eine Größe von 15″. Nein, wir reden hier nicht von Supersportwägen oder dergleichen!

Unabhängig von diesem Wunsch, dass es groß, größer, am größten sein muss, sollte meiner Meinung nach immer das Gesamtkonzept „Fahrzeug“ betrachtet werden, inklusive Antrieb und Co. Ob es „nur“ die Umstellung auf alternative Antriebe ist oder um die Lärmbelastung geht. Bleiben wir bei den Reifen und als Beispiel nehmen wir den aktuellen BMW i3. Die Felgengröße liegt hier bei 19″, dafür hat er aber eine Breite von 155mm. Stichwort: geringer Rollwiderstand und damit auch weniger Abrieb. Hat eigentlich nur Vorteile.

Aktuell sind sogar Reifen komplett aus Gummi wieder im Gespräch bzw. im Fokus der Forschung. Wer jetzt sofort an Vollgummireifen aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts denkt, den muss ich enttäuschen bzw. kann ich beruhigen. Die herkömmliche „Luftblase“ wird vielleicht durch eine Lammelen- bzw. Wabenstruktur ersetzt. Einige Vorteile von dieser Konstruktion sind: Wo keine Luft, auch kein Plattfuß. Der Reifen umschließt die Hindernisse und puffert somit die Energie ab. Ohne Klangkörper (dieser fällt schließlich weg), gibt es auch weniger Lärm. Selbstverständlich gibt es auch Nachteile bzw. relevante Punkte sind final noch ungeklärt: Wie reagiert der Reifen bei hohen Geschwindigkeiten? Die Felgen müssen angepasst werden und abschließend müssten die Zulassungsregularien angepasst werden. So ist in der EU der Einbau eines Reifendruckkontrollsystems vorgeschrieben. Doch wie soll das funktionieren, wenn kein Reifendruck bzw. Luftdruck vorhanden ist? Bis die Reifen auf die Straße kommen, ist also noch einiges an Forschung nötig.

Und vielleicht ändert sich ja bis dahin bzw. gerade in der aktuellen Situation der Drang nach immer größer, schneller, weiter wieder hin zum Wesentlichen?

* Statistisches Bundesamt

Unterfranken und sein öffentlicher Personennahverkehr

12. Februar 2021 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Die Mobilitätswende ist in aller Munde. Jedenfalls auf dem Papier bzw. in so manchem Imagebericht und Parteiprogramm. Der ÖPNV soll gestärkt, Autos möglicherweise ganz aus den Innenstädten verbannt werden oder – je nach Einstellung – dies auf gar keinen Fall und überhaupt scheint das Thema insgesamt sehr dramatisch. Die Forderungen sind verschieden, doch wie immer liegt die Lösung vermutlich in der goldenen Mitte.

„Verbietet doch endlich die Autos!“ habe ich sogar schon gelesen. Mit Verlaub, was ein Nonsens! Natürlich bin ich auch für eine zukunftsweisende Mobilitätswende und für Fortschritt, keine Frage. Um es vorwegzunehmen, da, wo es auch Sinn ergibt! Die Städte sind voll mit Fahrzeugen und auch hier in Schweinfurt wünsche ich mir weniger davon. Leider sieht das die konservative Verwaltung nicht ganz so und muss immer wieder zu mehr „Grün“ gedrängt werden. Zwar ist aktuell eine Koalition aus CSU und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN am Werk, aber von den Grünen hört/liest man leider recht wenig.
Auch vertreten einige (nicht alle) Einzelhändler die Meinung, dass mehr Parkplätze zu mehr Umsatz führen. Keine Ahnung, was das für ein Schluss ist, aber zu meckern geht insgesamt einfacher, als nach passenden Lösungen zu suchen.

Auf dem Land sieht die Lage mit Autos und Parkplätzen natürlich anders aus. Es ist genügend Platz für ein oder gleich mehrere Fahrzeuge vorhanden. Wenn ich an meine Zeit im Spessart zurückdenke, hatten wir teilweise vier Autos zu Hause. Lag daran, dass jeder zu einer anderen Zeit mobil sein musste – es war einfach normal. Der ÖPNV war damals schon unterirdisch. Als Beispiel: Am Vormittag gab es nur eine Verbindung in die 16 km entfernte (Klein-)Stadt und der Rückweg war schon schwierig(er), da es auch nur eine einzige Verbindung gab – allerdings um 15 Uhr rum. Am Wochenende war es schlichtweg unmöglich aus dem Dorf zu kommen. Dies ist heute ähnlich und es hat sich nicht wirklich viel geändert. Also ergibt die pauschale Aussage „Weg mit den Autos“ keinen Sinn. Weiter ausgeholt könnte man bei dieser Forderung im übertragenen Sinn sogar von einer Wettbewerbsverzerrung sprechen, da schließlich einige Dinge auf dem Land ohne Auto schlichtweg unmöglich wären bzw. sehr viel Zeit investiert werden müsste, um von A nach B zu kommen.

Jetzt könnte man sagen „Ausbau der Öffis!“. Als Gegenargument kommt dann wieder „Warum, wenn keiner die Öffis nutzt?“ – da sind wir wieder beim klassischen Henne-Ei-Problem. Die Kommunen sollen auf der einen Seite wirtschaftlich handeln, aber auf der anderen Seite müsste ohne Ende investiert werden. Die Meinungen gehen bei diesem Thema weit auseinander. Sorry, eine Lösung wird es von mir auch nicht geben. Ich denke, ein besserer Mobilitäts-Mix müsste angegangen werden, mehr ÖPVN, mehr Sharing-Angebote, Ladekapazitäten für Elektro, Fahrradwege-Ausbau in den Städten etc. pp.

Schauen wir uns einmal an, was der Regierungsbezirk Unterfranken im Jahr 2020 an finanziellen Mitteln in den Öffentlichen Personennahverkehr gesteckt hat. Das wohlgemerkt NUR in Unterfranken mit ca. 1,3 Millionen Einwohnern. Insgesamt wurde der ÖPNV hier mit 56,307 Millionen Euro gefördert (Quelle: Regierung von Unterfranken 2021). Zum Vergleich, im Vorjahr 2019 waren es rund 35 Millionen Euro. Also ein deutlicher Anstieg.
Gut, man muss bedenken, dass auch beim ÖPNV Corona eine Rolle gespielt hat bzw. spielt. Die Fahrgastzahlen gingen aus den unterschiedlichsten Gründen (keine Freizeitangebote, Homeoffice, Schulschließungen usw.) drastisch zurück. Nichtsdestotrotz wurde neben dieser Subvention in neue Fahrzeuge investiert. Insgesamt mussten die Zuständigen (dazu zählen auch die Stadtwerke usw.) gut 21,5 Millionen Euro netto ausgeben. Selbstverständlich gibt es Förderungen in diesem Bereich, aber wie bei Förderprogrammen üblich, werden die Kosten niemals zu 100% kompensiert <- sollte eigentlich klar sein, aber ich sage es sicherheitshalber nochmals dazu.
Mit einer Förderung von 6,816 Millionen Euro leistete die Regierung von Unterfranken ihren Teil dazu, insgesamt 90 Niederflurbusse anzuschaffen. 19 davon werden mit Hybridtechnologie betrieben und 2 weitere Fahrzeuge rein elektrisch. Dies ist Teil der Erneuerung der Fahrzeugflotte, die zukünftig emissionsärmer sein soll als „die alten“. Davon profitieren wiederum auch Fahrgäste mit behinderungs- oder altersbedingten Einschränkungen der Mobilität und Fahrgästen mit Kinderwagen.

In Würzburg, Sitz der unterfränkischen Regierung, gibt es zudem eine Straßenbahn, die in den nächsten Jahren verstärkt gefördert wird. Als Schweinfurter mag man Würzburg offiziell nicht. Das ist quasi wie die Rivalität zwischen Düsseldorf und Köln, Mainz und Wiesbaden oder Nürnberg und Fürth. Also sehen wir die Förderung natürlich skeptisch, können es aber leider nicht ändern. ;) In den kommenden Jahren werden in dieser Stadt mit dem amtlichen Kennzeichen WÜ (= „wir üben“) die Straßenbahngelenktriebwägen in barrierefreie Varianten getauscht. Dies wird insgesamt mit 19,25 Millionen Euro gefördert. Im Jahre 2020 wurden bereits 5,5 Millionen Euro ausgezahlt.

Und nicht zu vergessen, muss die Schülerbeförderung in Unterfranken finanziert werden. Für den Verkauf vergünstigter Zeitfahrkarten an Schüler, Studenten und Auszubildende entstehen den Verkehrsunternehmen regelmäßig Mindereinnahmen. Diese werden teilweise vom Freistaat Bayern ausgeglichen. In Summe erhielten die Unternehmen dafür 11,994 Millionen Euro. Hier stellt sich die Frage, ob die Förderung auch den Schülern bzw. Fahrgästen zugutekommt. Es könnte theoretisch sein, dass die Busunternehmen die Förderung einstecken, aber dennoch wenig(er) Busse einsetzen, um dadurch den Gewinn zu erhöhen. Auf dem Papier finden mit Sicherheit Kontrollen statt, aber wie sieht es in der Praxis aus?

Dies sind nur ein paar konkrete Beispiele zur finanziellen Förderung des ÖPNV in unserem Regierungsbezirk und spiegelt nicht die ganze Fördersumme wider. Natürlich ist Luft nach oben, versteht sich von selbst. Doch es ist zumindest ein Schritt, um den ÖPNV zu stabilisieren. Wünschenswert ist ein stetiger Ausbau. Sei es auf den einzelnen Strecken, aber zugleich auch mit attraktiveren Möglichkeiten wie automatische oder flexiblere Abrechnung, weitere Zusammenführung der Verkehrsverbünde etc. Als Kunde würde ich z. B. gerne mit meinem e-Ticket in Schweinfurt mit dem Bus fahren, aber zu einem anderen Zeitpunkt vielleicht auch mal in Aschaffenburg (um einmal in Unterfranken zu bleiben). Es gibt einen Verkehrsverbund Mainfranken, aber leider sind hier (noch) nicht alle Landkreise mit im Boot.

Anyway, 56,307 Millionen Euro sind eine Menge Geld, keine Frage. Leider ist diese Summe auch so hoch, weil in der Vergangenheit vielleicht nicht ausreichend investiert wurde. Aber das steht wieder auf einem anderen Blatt und persönlich bin ich froh, dass überhaupt in einem so großen Umfang gefördert wird.

Wie schaut es bei Euch aus? Seid Ihr mit „Eurem“ ÖPNV zufrieden?

Große Liebe – der neue (LEGO® Technic™) Jeep Wrangler

18. Dezember 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Auch wenn wir aktuell noch nicht wissen können, was das kommende Jahr bringen wird, gehen wir einfach mal davon aus: Neues Jahr, neues Glück!
Was wir aber heute schon wissen: 2021 ist das Jahr des legendären Geländewagens der Marke Jeep. Das Unternehmen begeht im kommenden Jahr seinen 80. Geburtstag und feiert dies mit verschiedenen Highlights. Eines davon ist die allererste Kooperation zwischen den beiden Marken Lego und Jeep. Ich bin ja schon von klein auf ein Fan von LEGO® Technic™. Und als Mann ist meine nach wie vor bestehende Leidenschaft ja sicher verständlich, denn in jedem von uns steckt schließlich ein Kind! Außerdem zeigen Studien, dass spielerische Tätigkeiten gut sind, um fit zu altern. Man wird ja nicht jünger…!
Aber wovon rede ich hier eigentlich? Pünktlich zum 80jährigen Jubiläum gibt es einen LEGO® Technic™ Bausatz vom Jeep Wrangler Rubicon. Natürlich mit allem, was dazugehört, 4×4-System, robuste Reifen, umklappbare Rücksitze und dem klassischen Seven Slot Kühlergrill. Open-Air-Design UND funktionale Seilwinde sind ebenfalls integriert. Man weiß schließlich nie, ob man – trotz der Offroadbereifung – mal in einem Schlammloch stecken bleibt. Das kann natürlich auch im „Kleinen“ passieren, je nach Untergrund bzw. Offroad-Abenteuer.

Sehr schön finde ich die ganzen Details bis hin zur Beleuchtung und dem Ersatzrad. Die Lenkung erfolgt über ein griffsicheres Zahnrad und mit der gewohnt guten Achsverschränkung lassen sich Haus, Wohnung oder Garten ganz neu erkunden! Der Bausatz enthält 665 Teile (und aktuell ist er im Shop für 48,73 Euro hinterlegt). Alles in allem eine super umgesetzte Version des großen Offroad-Klassikers, die sich ganz individuell neu konfigurieren und zusammensetzen lässt.
Die Farbkombi des LEGO® Technic™ Jeep Wrangler ist gelb/schwarz. Aber in einschlägigen Lego-Shops (quasi im „Lego-Darknet“) gibt es sicherlich verschiedene Mods zur Verzierung, wer noch mehr Abwechslung möchte.

Wer den Jeep Wrangler Rubicon einmal live in Farbe und vor allem in Groß fahren möchte, der könnte sich den Wrangler Rubicon 392 anschauen. Eine weitere Weltpremiere, die es 2021 geben wird.

Der Rubicon besitzt einen 6,4-Liter-Hemi-V8 Motor und leistet ganze 470PS. Damit ist er in knapp 4,6 Sekunden von 0 auf 100. (Im Vergleich hat der Lego Rubicon wahrscheinlich noch knapp die Nase vorne.) Der „große“ besitzt eine noch bessere Geländegängigkeit als die anderen Modelle der Wrangler-Baureihe mit größeren Böschungswinkeln und einer Wat-Tiefe von bis zu 825 Millimetern. Gut, auch hier punktet der LEGO Rubicon. Dieser kann – je nach Armlänge – sogar tauchen und übertrifft den „großen“ wahrscheinlich um Längen! ;)
Sollte übrigens doch einmal das Wasser über die Motorhaube schwappen, so bekommt der 392er dennoch, dank eines ausgeklügelten Systems, genügend „Luft zum Atmen“. Ein weiterer Pluspunkt ist das Achtgang-Automatikgetriebe mit Schaltwippen am Lenkrad hat. Erstmals in einem Wrangler! Und es ist auch das erste Mal, dass der Achtzylindermotor als Werksoption für den Wrangler bestellbar ist. Sein Drehmoment liegt bei 637 Newtonmetern und fast 75% davon sind bereits knapp oberhalb der Leerlaufdrehzahl verfügbar. Nur so am Rande erwähnt… Laut Pressemitteilung handelt es sich beim Jeep Wrangler Rubicon 392 um den leistungsfähigsten Jeep der bisherigen Markengeschichte – passend zum anstehenden Jubiläum!

Allerdings wird es den 392er zunächst nur in Nordamerika zu kaufen geben. Wann und ob er überhaupt nach Europa kommen wird, ist fraglich. Deshalb begnügen wir uns vielleicht doch erst mit dem kleinen Modell?

Alle Bilder von Jeep®

Der „Follow-Me-Roboter“ GITA von Piaggio Fast Forward

20. November 2020 | Ein Kommentar | Schlagwörter: , ,

Roboter gehören mittlerweile immer häufiger zu unserem Leben dazu. Entweder im privaten Haushalt, wie z. B. mit den beliebten Staubsaugerrobotern, oder in der Industrie, wo sie ja schon seit langem im Einsatz sind. So wurde ich bereits vor über 25 Jahren an Industrieroboter herangeführt, als ich bei einem Automobilzulieferer tätig war. Dort schweißten Roboter die Rahmen für verschiedene Fahrzeuge zusammen und diese Schweißnähte mussten im Anschluss auf verschiedene Kriterien (wie z.B. Lufteinschlüsse) geprüft werden. Vermutlich war dies mein erster bewusster Kontakt zu Robotern. Heute gibt es immer mehr Anwendungen, die von Robotern übernommen werden können. Gut, in unserem Haus (5 Stockwerke) macht so ein Reinigungsroboter aktuell weniger Sinn. Treppensteigen gehört (noch) nicht zu den Kernkompetenzen eines Staubsaugerroboters. Wird aber sicherlich auch zukünftig ausgebaut werden.

Eine andere mögliche Art der Roboter-Anwendung bietet der von Piaggio Fast Forward entwickelte „GITA“, ein „Follow-Me-Transportroboter“. Dieser kann zum Beispiel kleine Einkäufe transportieren. Konkret stelle ich mir vor, wie genial ein GITA im persönlichen Einsatz wäre: Lästiges Schleppen der samstäglichen (coronabedingt aktuell nun freitags) Markteinkäufe entfällt, „GITA“ rollt einfach nebenher und übernimmt das. Alternativ könnte man z.B. Sportsachen verstauen oder die Weihnachtspäckchen auf dem Weg zur Post. Neben dem Einsatz Outdoor kann der Transportroboter natürlich auch Inhouse genutzt werden. Und könnte z.B. zukünftig eine Erleichterung für Senioren darstellen – die Möglichkeiten lassen sich sicherlich vielfältig ausbauen. Aktuell wird der kleine Helfer mit verschiedenen Partnern aus Tourismus, Einzelhandel und Gastronomie weiter erprobt. Und obwohl GITA momentan (leider) erst in den USA erhältlich ist, bin ich jetzt schon begeistert.
Warum startete der Vertrieb in der USA? Ganz einfach – dort ist der Einsatz von Robotern im öffentlichen Verkehrsraum bereits geregelt, bei uns in Europa bisher noch nicht.

In die ersten Pilotprogramme, die jetzt gestartet wurden, sind verschiedene Partner involviert. Zum Beispiel setzt der internationale Flughafen von Cincinnati „GITA“ ein, um Reisenden einen kontaktlosen, digitalen Concierge-Service zu bieten. Außerdem wird Gita bei anderen Prozessabläufen, wie beim Gepäck- und Frachtguttransport, ausprobiert. Oder „Delivery Co-op“, ein Unternehmen mit Sitz in Kentucky, welches sich auf die lokale Auslieferung von Lebensmitteln spezialisiert hat. Hier übernimmt Gita kontaktlose und damit gesundheitlich unbedenkliche Lieferungen im Nahbereich.

Die technischen Details: Mit einer Batteriekapazität für eine Nutzungsdauer von vier Stunden folgt Gita seinem Nutzer mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 10 km/h automatisch. Insgesamt hat der kleine Roboter eine Nutzlast von 20 kg, er selbst wiegt ca. 22kg. GITA ist mit einem Lithium-Ionen-Akku ausgestattet, der in unter 2 Stunden aufgeladen ist. Bluetooth und Wi-Fi sind auch kein Thema und wurden in der aktuellen Version verbaut. Der Preis liegt aktuell in den USA bei 3.250 Dollar (Umgerechnet ca. 2.740 Euro).

Kleinere Bordsteine sollen kein Hindernis darstellen. Da stellt sich die Frage, wie GITA auf verschiedene Untergründe, wie z.B. Pflastersteinen und/oder geschotterten Wegen reagiert. Sicherlich ist dies erst der Anfang der Entwicklung. Eine weitere Idee wäre, auf dem Deckel einen Photovoltaikkollektor zu installieren, um die Reichweite etwas zu steigern. Ob dies technisch umsetzbar ist, kann ich persönlich natürlich nicht beurteilen.
Auf jeden Fall eine Innovation, die den Alltag etwas einfacher machen könnte und evtl. auch dazu motivieren kann, häufiger kleinere Wege zu Fuß zu erledigen.

Bilder von Piaggio Fast Forward

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