Hoch auf dem gelben Wagen… im ÖPNV

5. April 2018 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , ,

Mobilität hin, Mobilität her. Wir alle wollen super flexibel von A nach B kommen. Am liebsten möglichst unabhängig und kostengünstig (nach Meinung mancher am besten gleich umsonst, schließlich ist sowieso alles zu teuer und es geht es uns enorm schlecht und überhaupt… Ihr kennt die „Ichhabanallemwasauszusetzen-Nörgler“). Wobei die Diskussion um kostenlosen bzw. vergünstigten öffentlichen Nahverkehr in Zeiten von Feinstaub, Dieselgate, überfüllten Autobahnen und Co. sicherlich berechtigt ist.

Heute möchte ich daher mal meinen persönlichen Senf zum ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) abgeben, genauer gesagt zum Busverkehr. Schließlich gehört auch dieser zur Sparte „Mobilität“. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus dieser Woche nutzten letztes Jahr so viele Personen öffentliche Verkehrsmittel wie nie zuvor, nämlich 31,5 Millionen Fahrgäste pro Tag. Beginnen wir erst einmal mit der Bahn. Auch hier meckert (fast) jeder über die Unpünktlichkeit, Zugausfälle, die Unzuverlässigkeit usw. Man könnte noch manches aufzählen und auch ich war davor nicht gefeit. Seit 2011 ist aber einiges an Wasser den Main hinuntergeflossen und bei der Bahn hat sich manches geändert. Ich finde, Bahnfahren an sich ist angenehmer geworden. Gerade als Geschäftskunde kann ich mir die Vorteile der Bahn zu Eigen machen. Arbeiten von unterwegs ist kein Problem mehr, WLAN funktioniert relativ gut und innerdeutsch sind die Verbindungen von Großstadt zu Großstadt durchaus in Ordnung. Ausnahmen gibt es natürlich immer. Meiner Meinung nach muss man innerhalb Deutschlands nicht in ein Flugzeug steigen. Viel schneller ist man nicht unterwegs (rechnet man Warte- und Zubringerzeiten mit ein), kostengünstiger meistens auch nicht und umweltschonender sowieso nicht.

Anyway, ich wollte ja eigentlich nicht über den Schienen-, sondern über den Busverkehr sprechen. Vorab sei gesagt, dass ich aus pendlerischen Gründen momentan nur über Schweinfurt sprechen kann. Keine Metropole, sondern gemütliche Mittelstadt.

eTicket Stadtwerke Schweinfurt

Bus - Schweinfurt - innen

Nach unserem kunkel&kohl Umzug vor einiger Zeit gehöre ich nun quasi auch wieder zu den Pendlern. Vorher hatte ich eine Wegstrecke von max. 7 Min Fußweg (je nach „Umweg“), jetzt mindestens 12 Min (je nach Fahrzeug und Verkehrslage). Im Vergleich zu früheren Zeiten bzw. dem, was andere pendeln müssen, ist das natürlich nichts! Nein, mich stört es auch nicht, denn die Zeit wird genutzt, z. B. um den bevorstehenden Tag bzw. vergangenen Arbeitstag gedanklich auf- bzw. abzuarbeiten. In der wärmeren Jahreszeit bzw. bei schöner Wetterlage und je nach Lust und Laune kommt die Vespa ins Spiel. Dafür habe ich sie ja! Im Winter und bei unpassendem Wetter nutze ich neuerdings aber auch sehr gerne den Bus. Ja, auch ich war zu Beginn etwas skeptisch. Wie funktioniert das? Wer fährt alles mit? Lauter komische Menschen? Klappt das mit dem Ticket? Finde ich die richtige Haltestelle? Muss ich ewig warten? Und überhaupt – all diese Fragen, wenn man neu in der Materie ist.
Außerdem komme ich aus dem digitalen Zeitalter (behaupte ich jetzt einfach mal). Tickets auf Papier ist sowas von 1995. Und Tickets per Plastikkarte dann vielleicht 2003. Gut, Papiertickets kann man natürlich immer noch lösen, muss man aber nicht. eTicket sei Dank! Gut, das „e“ ist etwas irreführend, denn „e“ ist nur der NFC-Chip auf der (Plastik-)Karte und vielleicht noch die monatliche Übersicht der getätigten Fahrten per Mail. Aber vielleicht ist es irgendwann auch in Schweinfurt möglich, per Smartphone bzw. Bahnapp zu buchen/zahlen? Das neue eTicket ist immerhin schon mal besser als nichts. Der für mich perfekte Tarif ist die sogenannte „Flexikarte“. Fahren wann ich möchte (ohne Zettelwirtschaft und grübeln „rechnet sich eine Wochenkarte? Oder diesen Monat sogar eine Monatskarte?“) und transparente Abrechnung. Es wird immer der für mich günstigste Tarif abgerechnet und wenn ich gar nicht fahre, zahle ich auch nichts. Da kommt sogar – trotz Plastikkarte – Freude auf!

Die erste Fahrt stand an, eine leichte Aufregung vor der neuen Situation war vorhanden. Selbstverständlich wurde vorher der Fahrplan abgecheckt. Hey, alle 20min fährt ein Bus auf meiner Linie. Zum zentralen Busbahnhof benötige ich keine 3 Minuten Fußweg und ebenso von der Haltestelle im Hafen zum Schreibtisch. Ganz ehrlich, besser geht es nicht. Und dann war sie da, die erste Fahrt mit dem Bus! Völlig überraschend grüßte der Fahrer, erklärte sogar die Handhabung des eTickets und fuhr pünktlich los. Das kann doch nicht normal sein! Ich erwartete grummelige Busfahrer, umständliches Handling und nervige Mitfahrer. Aber die Zielhaltestelle wurde ohne Probleme erreicht und es klappte alles reibungslos! Fahrt Nummer eins war somit geschafft und auch die Rückfahrt stellte kein Problem dar.
Ein paar (Test-)Fahrten später war Busfahren schnell Alltag geworden, Feintuning an der eigenen Zeitplanung wurde vorgenommen und dank interaktivem Liniennetzplan und GPS der Busse wurde das Timing nun so perfektioniert, dass so gut wie keine Wartezeiten entstehen. Digitales Zeitalter sei Dank! Flexible Arbeitszeiten sind zudem großartig, um die persönlichen Präferenzen (voller, mittlerer oder (fast) leerer) Bus anzupassen. Und dann geht es auch noch darum, die Möglichkeit nutzen zu können, „aufs Smartphone zu schauen“ beim Pokemon Go zocken. Apropos Pokemon Go! Freunde, es gibt nichts Besseres, als mit dem Bus in der Stadt zu fahren. Zu Fuß gehen ist natürlich eine Option, welche aber bei der Wegstrecke eben doch keine ist. Im Vergleich zu Auto und Vespa ist der Bus dafür einfach genial. Nur da ist es möglich, Kilometer zurückzulegen, an Pokestops zu drehen und noch dazu seltenere Pokemons zu fangen – so zumindest auf meiner Route. Da auf „meiner“ Strecke verschiedene Haltestellen der Großindustrie sind, steigen ab und zu internationale Personen ein und aus. Klingt im ersten Zug ganz normal, doch für mich persönlich hat es ein gewisses Flair von Großstadt.

Fazit der ganzen Geschichte: Fahrt mehr Bus, es ist nicht schlimm! Nein, ernsthaft: Natürlich gibt es auf verschiedenen Strecken Verbesserungsbedarf, aber ich persönlich kann mich überhaupt nicht beschweren und finde Busfahren mittlerweile super praktisch, günstig(er) und noch dazu entspannt. Doch, abschließend ein Punkt, den ich mir wünsche: Liebe Stadtwerke, rüstet die Flotte auf Nachhaltigkeit (sprich Elektro-Busse) um. Lasst die großzügigen Förderungen nicht verstreichen und denkt zudem auch noch an die heimische Industrie!

Der Jeep Compass Limited im Alltagstest

28. März 2018 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Wir bleiben beim Thema Auto. Nach dem Fiat Fullback Cross war kurze Zeit später der Jeep Compass Limited mit einem Alltagstest an der Reihe. Die Marke Jeep ist jedem ein Begriff und in meinem Kopf schlummerte noch die Tour mit dem Grand Cherokee SRT, die vor fast genau einem Jahr stattfand. Damals war ich echt begeistert. Wird es mit der Neuauflage des Jeep Compass wohl auch wieder der Fall sein?!

Irgendwann war es also soweit und der „kleine Bruder“ des Cherokee stand auf dem Hof und wollte ausgiebig gefahren werden. So ganz in schwarz, mit schicken Felgen (19“), auf den ersten Blick ein schöner kompakter SUV.

Jeep Compas Limited in den Wehranlagen in Schweinfurt

Jeep Compas Limited - Felgen

…und ab geht die wilde Fahrt. Nein, zuerst kommen gewohnheitsmäßig die Hardfacts vom Testfahrzeug:

– 103 kW (140 PS) 1.4 MULTIAIR
– max. Drehmoment bei 103 Nm bei 5000 U/min
– Frontantrieb (!)
– Höchstgeschwindigkeit 192 km/h
– 6-Gang-Schaltgetriebe
– Leergewicht: ca. 1,5 Tonnen
– Maße: 4,40m (Länge) x 1,81m (Breite) x 1,62m (Höhe)
– Navigations- und Soundpaket (Uconnect 8.4, Beats Audio Sound System)
– Preis des Testwagens: 34.450,00 Euro

Optisch, also von außen gesehen, ein sehr schickes Modell. Nicht zu groß und nicht zu klein. Vor der ersten Fahrt werden natürlich die verschiedenen Einstellungen angepasst. Als erstes war der Sitz dran. Nun ja, der Anfang war schon fast ein kleines Drama. Wer baut denn bitteschön „Kindersitze“ im Fahrzeug ein? Sorry, aber das geht nicht! Also grundsätzlich bequem, aber für meine 1, 86 m einfach viel zu klein. On top kam beim Testmodell noch dazu: Ein Jeep mit Frontantrieb?! Der erste Gedanke war: Das kann die nächsten zwei Wochen ja heiter werden.

Aber der Compass fuhr sich gleich auf den ersten Metern ziemlich gut und auch der Anzug im höheren Drehzahlbereich war völlig ausreichend. Also positiv denken, die zwei Wochen haben ja erst begonnen und schließlich hat jeder eine zweite Chance verdient.

Jeep Compas Limited - innen

Jeep Compas Limited - innen

Auf der Fahrbahn macht der Jeep Compass genau das, was er soll, er fährt wirklich ruhig und sicher und von der Geschwindigkeit her kann ich bei seinen 140 PS nichts bemängeln. Sogar der integrierte Spurhalteassistent und ich wurden Freunde. Richtig, in der Vergangenheit hatte ich das bei anderen Fahrzeugen bemängelt, aber hier passt die Abstimmung gut.

Positiv aufgefallen ist mir zudem die Inneneinrichtung und vor allem das Infotainment System, denn die Bedienung des großen Touchscreens (z. B. von (Sitz-)Heizung, Radio, Navi…) geht intuitiv super leicht. Ganz unter uns, da können sich viele Hersteller etwas abschauen! Wenn ich die bisher getesteten Autos Revue passieren lassen, muss ich ungelogen sagen, dass die Handhabung der Bedienelemente in diesem Test-Jeep einfach perfekt ist.
So Dinge wie genügend Stauraum und Handhabung muss ich nicht extra erwähnen, denn das stimmt bei Jeep ebenfalls. Trotz der 1,5 Tonnen, der Abmessungen und der 103 KW ist der Verbrauch bei dem getesteten Modell relativ gering.

Jeep Compas Limited - Front

Jeep Compas Limited

Jeep Compas Limited

Jeep Compas Limited - back

Jeep Compas Limited - Spiegel

Wie schon beim SRT, gilt auch beim Jeep Compass das Motto: Preis-Leistung ist ausgeglichen und stimmig. Optional bietet Jeep für den Compass ja auch die Allrad-Variante an, für den, der die Offroad-Möglichkeiten nicht missen mag, das wäre dann wahrscheinlich auch meine Wahl.

Fazit: Wie in einer Beziehung – am Anfang sind noch leichte Anfangsschwierigkeiten vorhanden und später hält es dann ein Leben lang. Ja, wir beide haben uns angefreundet und als die Zeit um war, war ich schon etwas traurig, dass ich den Jeep wieder abgeben musste. Definitiv ein moderner und alltagstauglicher SUV.

Der Fiat Fullback Cross im Test

4. März 2018 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Die letzten Tage hatte ich die Möglichkeit, den Fiat Fullback einem ausgiebigen Alltagstest zu unterziehen. Ein Pickup in Zeiten von Diskussionen rund um Diesel, Fahrverbote und Co? Ihr wisst, dass ich ein Fan von zukunftsweisender Mobilität bin. Und trotzdem sage ich Ja.

Vor ein paar Tagen war es also soweit. Ein Anruf kam mit den Worten „Wir würden dann morgen zwischen 10 und 12 Uhr kommen und den Fiat Fullback bringen“. Gesagt – Getan. Welcher Fullback es genau werden sollte, sah ich erst bei der Ankunft. Denn es gibt drei verschiedene Varianten: Der „Fullback Extended Cab“, der „Fullback Double Cab“ und der „Fullback Cross“. Es wurde der neue Fiat Fullback Cross, ein robuster Allrad-Pickup.

Bei Fiat denken viele zuerst an Kleinwagen; der Fiat Panda bzw. Fiat 500 ist jedem ein Begriff, doch „Fullback“ und „Cross“? Was ist das denn? So war die Resonanz von vielen, mit denen ich über den Wagen sprach. „Bauen die Italiener etwa noch andere Autos, als die kleinen Flitzer?“ Ja, sie bauen! Der Fullback Cross (Sondermodell) ist der erste Pickup von Fiat überhaupt.

Fiat Fullback Cross

Fiat Fullback Cross - Front

Wie gewohnt erst einmal die Hardfacts vom Fiat Fullback Cross-Modell:

– 133 kW (181 PS) 2,4-l-Turbodiesel Motor (aus Aluminium gefertigt)
– max. Drehmoment bei 430 Nm bei 2500 U/min
– zuschaltbarer Allradantrieb
– Höchstgeschwindigkeit 177km/h
– 5-Gang-Automatikgetriebe (mit Schaltwippen)
– Elektronische Differenzialsperre
– Stoßfänger und Unterfahrschutz
– Gewicht: ca. 1,9 Tonnen
– Maße: 5,30m (Länge) x 1,81m (Breite) x 1,77m (Höhe)
– Nutzlast: knapp 1 Tonne
– Rückfahrkamera
– 7“-Touchscreen CD-Radio mit Navigation, digitalem Radioempfang, DAB und USB-Anschluss

Fiat Fullback Cross

Fiat Fullback Cross

 

Gut, da stand er nun und wollte entsprechend bewegt werden. Zu Beginn ging es erst einmal durch die Stadt. Wobei man da ganz klar sagen muss: Sorry, aber in den städtischen Straßen bzw. für den städtischen Verkehr ist er eher semi geeignet. Was aber überhaupt nicht schlimm ist, denn sein Schwerpunkt liegt einfach außerhalb. Wobei ich dazu sagen muss, ich hätte es sogar unpraktischer erwartet. Will heißen, dass ich z. B. vom Wendekreis und der Rückfahrkamera positiv überrascht wurde. Aber enge Parkplätze und schmale Straßen sind einfach nicht sein optimales Umfeld, dazu kommt sein dann doch knapp zweistelliger Verbrauch. Fazit: Stadt kann er schon auch, zumindest wenn es sein muss.

Seine Bestimmung liegt halt einfach Outdoor. Konzipiert für Draußen, für Offroad und für Lasten. Quasi ein perfektes Arbeitstier. Und ja, das kann er gut! Unebenheiten sind für ihn kein Problem. Schotterpisten, gefrorene (und vermutlich auch matschige, was ich aber in der diesjährigen eisigen Winterdrama-Februarzeit nicht testen konnte) Waldwege sind für ihn auch kein Problem. Genau da fühlt er sich wohl. Langsam – was Offroad einfach DIE Fahrweise ist – bewegt er sich an fast jeden Ort. Ein „geht nicht“ gibt es nicht. Das ist genau das, was der Fullback braucht.

Fiat Fullback Cross - Offroad im Schnee

Fiat Fullback Cross - Offroad im Wald

Fiat Fullback Cross - Offroad

Fiat Fullback Cross - Offroad

Egal welches Terrain, er bewegt sich unaufhaltsam vorwärts, ohne dass die Reifen durchdrehen und ohne quasi mit der Wimper zu zucken. Sichere Fahrt auf allen Untergründen. I like!

Auch einem Langstreckentest habe ich den Fullback unterzogen. Unterwegs auf der Autobahn ist es eher ein gemütliches Reisen. Und dann entweder mit kleinem Gepäck für die Rückbank oder gleich die richtig große Montur auf der Ladefläche. Wer auf das Klopfen eines Dieselmotors steht, wird begeistert sein. Denn er ist schon etwas lauter. Ich persönlich erwarte bei so einem Auto auch keine perfekt gedämmte Fahrerkabine. Im Gegensatz dazu sind die Sitze wieder genau das Gegenteil. Ob es der Seitenhalt ist oder die elektrischen Verstellmöglichkeiten sind, die Sitze sind super bequem und unerwartet hochwertig. Und das auch auf längeren Strecken. Ein leicht rustikales, aber stimmiges Innenleben.

Fiat Fullback Cross - innen

Fiat Fullback Cross - Ladefläche

Fiat Fullback Cross

Das Innenleben gepaart mit dem Drang nach schweren Tätigkeiten, Offroadstrecken und Natur -> dafür wurde er geschaffen. Ein ideales Nutzfahrzeug also, was mich positiv überrascht hat.

Der Kia Stinger im Kurz- und Schneetest

13. Dezember 2017 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , , ,

Noch gar nicht lange her, dass wir ihn auf der IAA gesehen haben und schon finden wir uns gemeinsam im Schnee wieder. Aber fangen wir vorne an. Und dazu muss ich etwas ausholen.
Seit einigen Jahren bin ich Mitglied bei den Wirtschaftsjunioren (JCI), dem größten Verband junger Unternehmer und Führungskräfte in Deutschland. Auf lokaler Ebene ist es der WJ Kreis Schweinfurt. Man kennt sich, hilft sich gegenseitig und es entstehen sogar Freundschaften. Auf diesem Weg habe ich Daniel und Sina von der Beständig Autowelt kennengelernt. Mit beiden tausche ich mich gerne aus, nicht nur über die (Auto-)Welt.
Selbstverständlich war auch die diesjährige IAA bei uns ein Thema, z.B. verschiedene Modelle, die ich mir vor Ort angeschaut habe. Bei KIA habe ich u.a. den Soul EV begutachtet, den ich schon kurz getestet habe. Und zack, im Augenwinkel tauchte noch ein neuer auf. „Ist das wirklich ein KIA?“ waren so die ersten Reaktionen, die man hörte. „Vielleicht ein Konzeptfahrzeug?“ Die Neugierde war geweckt und das Fahrzeug musste genauer unter die Lupe genommen werden. Es hört auf den Namen „Stinger“. Ohne die genauen Details zu kennen, schoss der Gedanke „den muss ich einmal testen“ durch den Kopf.

Kia Stinger auf der IAA 2017 - Front

Kia Stinger auf der IAA 2017 - back

Die Zeit verging mal wieder schneller als gedacht (ihr kennt das), den Stinger hatte ich noch dunkel im Hinterkopf, als vor ein paar Tagen Sina eine Nachricht schickte „Wir haben einen Stinger da, möchtest Du ihn übers Wochenende testen?“. Trotz des angekündigten Schneefalls war ein „Nein“ natürlich überhaupt keine Option. Logisch!

Der Kia Stinger von Beständig Autowelt

Wie gewohnt, erst einmal die Hardfacts vom Kia Stinger:
– 3 Liter V6 Motor mit Twin-Turbolader und 370 PS (510Nm)
– In 4,9 Sekunden von 0 auf 100km/h
– Allradantrieb
– Höchstgeschwindigkeit von 270km/h
– 8-Stufen-Automatik mit Schaltwippen
– 4 Fahrmodi – ECO, Comfort, Sport, Sport+
– Head-up-Farbdisplay
– Harman/Kardon® Premium-Soundsystem
– BREMBO Bremsen
– Gewicht: ca. 1,9 Tonnen
– Maße: 4,83m (Länge) x 1,87m (Breite) x 1,4m (Höhe)

Der Kia Stinger von Beständig Autowelt

Der Kia Stinger von Beständig Autowelt - Innen

Dann wollen wir mal. Zu Beginn ging es auf die Autobahn, Beschleunigung testen – das Gewicht des Stingers wurde recht ordentlich beschleunigt. Doch bei höheren Geschwindigkeiten fing er an zu schwimmen. Mein erster Gedanke war „Das kann ja was werden!“. Aber wir geben ja jedem eine zweite Chance und der Fahrtest hatte gerade erst begonnen. Nachdem der Spurhalteassistent (LKA) aufs Minimum (nur Töne) reduziert wurde, war das Problem gelöst. Liebe Autobauer, ich kann es nicht leiden, wenn mir jemand ins Lenkrad greift. Ob menschlich, tierisch, außerirdisch oder elektronisch. Wenn ich am Lenkrad sitze, möchte ich auch selbst bestimmen, wo es lang geht! Nach dem Abschalten passte das Fahren auf der Autobahn für mich also auch wieder.

Wie bereits erwähnt war Schnee angesagt und die Vorhersage traf zu. Schnee im Winter, das ist ja sowieso unglaublich! In den Spessart sollte die Testtour gehen und bei Abfahrt war vom Schnee noch nichts zu erkennen. Später allerdings waren die Straßen weiß und schneebedeckt. Tempo drosseln ist angesagt, denn die Physik lässt sich nun mal nicht austricksen. Da kann das Fahrzeug noch so neu und mit noch so vielen technischen Aspekten ausgerüstet sein, die Zentrifugalkraft ist bei zu hoher Geschwindigkeit immer der Gewinner. Trotzdem spürt man das adaptive Fahrwerk, welches sich an die Umgebungen anpasst. Wer Neuhütten kennt, weiß, dass es etwas hügeliger ist.

Der Kia Stinger von Beständig Autowelt

Der Kia Stinger von Beständig Autowelt

Der Kia Stinger von Beständig Autowelt

Der Kia Stinger von Beständig Autowelt

Dank Allradantrieb kein Problem. Schnee hin oder her, es geht ohne Probleme vorwärts. I like! Daran könnte ich mich echt gewöhnen. Auf ebener Strecke schiebt er etwas über die Vorderachse. Aber hey… Kleinigkeiten. Ein weiteres Highlight war für mich das adaptive Kurvenlicht. Gerade bei schlechten Wetterbedingungen sehr hilfreich! Was mir bisher noch nicht untergekommen ist, ist das automatische Abschalten (wenn nötig) vom Fernlicht. Gerade bei kurvigen Strecken eine echte Erleichterung. Beide Hände am Lenkrad und nicht mehr dauernd wechseln zwischen Abblend- und Fernlicht. Toll!

Gegenüber anfänglicher Zweifel hat mich der Stinger fahrtechnisch doch überzeugt. Gleiches gilt für die Ausstattung, die Sitze sind bequem, die Sitzheizung schnell schön warm und die hochwertige Verarbeitung sticht ins Auge. Ganz ehrlich, damit hätte ich bei KIA nicht sofort gerechnet! Des Weiteren sind die Instrumente gut lesbar und das induktive Ladesystem hat es mir angetan. Bin ich ja sowieso ein Fan von. Tschüss Kabelsalat – Hallo Ordnung!

Der Kia Stinger von Beständig Autowelt - Induktives Laden

Der Kia Stinger von Beständig Autowelt - 360Grad Cam

Ja, ich bin positiv überrascht, was KIA mit dem Stinger rausgebracht hat! Und das sehe nicht nur ich so. Ich konnte einige Personen beobachten, die ihn genauer unter die Lupe nahmen oder sich nochmal extra nach dem Stinger umdrehten. Auch O-Töne wie „Das ist doch kein Kia!“ oder „Ich wusste gar nicht, dass KIA jetzt auch italienische Sportwagen herstellt!“ sprechen für sich. Das Verhältnis zu Preis-Leistung passt ebenfalls, wirklich eine runde Sache! Danke nochmal an die Beständig Autowelt für ein Wochenende voller Fahrspaß!

Neuigkeiten aus dem Hause Piaggio – die Vespa Elettrica

10. November 2017 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , , , ,

Seit Mitte Mai bin ich mit der neuen Vespa Primavera unterwegs. Es handelt sich dabei um das Sondermodel „Settantesimo“ (70 Jahre Vespa) in schönem Azurblau. Mittlerweile kann ich ein Resümee ziehen, denn der Kilometerstand hat die ersten 1.000 km überschritten. Die „Kleine“ ist somit eingefahren, die erste Inspektion erledigt und ich bin noch immer sehr begeistert! Zum Glück habe ich einen Vespa-Dealer quasi um die Ecke vom Office und Mirko, der Geschäftsführer, macht fast alles möglich. Also falls Ihr Euch, egal woher Ihr seid, eine Vespa zulegen wollt – ich gebe den Kontakt gerne weiter!

Vespa Primavera 70 Jahre

Vespa Primavera 70 Jahre - Display

Vespa Primavera 70 Jahre - olschi

Vespa Primavera 70 Jahre

Momentan findet in Mailand die EICMA (die weltweit größte Motorradmesse) statt und natürlich ist auch Piaggio mit der Kultmarke Vespa vor Ort. Wie es sich für eine solche Messe gehört, wird dort die ein oder andere Neuigkeit präsentiert. Vor einem Jahr wurde bereits das Konzept der „Vespa Elettrica“ vorgestellt. Damals hieß es, dass die Elettrica Mitte dieses Jahres auf den Markt kommen sollte. Nun ja, Verzögerungen gibt es immer und wer mit Italienern zusammenarbeitet, weiß, dass das durchaus im Rahmen ist. Völlig wertfrei, es ist einfach so und man muss sich daran gewöhnen.
Anyway, die Elettrica kann im Frühling 2018 online vorbestellt werden, im Laufe des Jahres werden dann die Händler beliefert. Auf der EICMA wurden nun weitere Details bekanntgegeben:

Die erste Version der Vespa Elettrica besitzt einen reinen E-Motor mit einer durchschnittlichen Leistung von 2KW bis hin zur Spitzenleistung von 4KW. Typisch für die Technologie ist, dass die Kraftübertragung direkt geschieht und die Vespa somit einem klassischen 50ccm Roller überlegen ist. Die maximale Reichweite wird mit 100 km angegeben, was für die übliche Fahrweise völlig ausreichend ist. Möglich machen dies eine Lithium-Ionen-Batterie und ein Energierückgewinnungssystem. Reicht für mich persönlich dicke, denn in der Regel fahre ich 14km täglich und komme aktuell mit einer Tankfüllung ca. 150-170 km weit. Was zudem auch genial sein soll, ist der Ladevorgang: Kabel aus dem Sitzfach herausziehen (wo sich bisher der Tankdeckel befindet), anschließen an eine ganz normale Steckdose anschließen und maximal 4 Stunden warten, bis der Akku wieder voll ist. Laut Piaggio benötigt die Batterie keine Wartung und hält bis zu 1.000 Ladezyklen (das entspricht einer Reichweite von 50.000 bis 70.000 km und ca. 10 Jahren).
Was noch? Nun, es gibt zwei Fahrmodi: ECO und Power, zusätzlich zum Reverse-Modus zur leichteren Handhabung der Vespa Elettrica beim Manövrieren. Der ECO-Modus mit dem Ziel, Energie zu sparen, erhöht natürlich die Batterielebensdauer. Allerdings ist die Geschwindigkeit dabei auf 30 km/h begrenzt und die Beschleunigung ist gemäßigter. Power ist jedoch der grundlegende Fahrmodus, der die gesamte Leistung des Motors ausnutzt. Somit: Power on!

Es wird noch eine zweite Version geben, die Elettrica X, ein Hybrid, mit kleinerer Batterie und einer Reichweite von 50km/h. Zusätzlich hat sie einen benzinbetriebenen Generator mit einem Tankvolumen von 3 Litern. Zusammen ergibt das eine Reichweite von ca. 200km. Also perfekt für Fahrten außerhalb der Stadt. Entweder schaltet sich der Generator automatisch ein, oder er kann vom Fahrer manuell gewählt werden.

Vespa Elettrica Display

Vespa Elettrica - Side

Vespa Elettrica - Front

Vespa Elettrica - Back

Zum Preis kann ich Euch leider noch keine Infos geben, denn Piaggio hält sich noch etwas bedeckt. Was ich aber sicher sagen kann, sie zu fahren wird sicherlich eine Menge Spaß machen! Eine Vespa, direkte Kraftübertragung, leise und noch dazu umweltschonender! Großartig und einfach Kult!

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