Frühling lässt sein blaues Band… das Gedicht „Er ist’s“ von Eduard Mörike ist eines seiner bekanntesten Werke und vielleicht DAS Frühlingsgedicht schlechthin. Es bringt für mich den Start des Frühlings einfach auf den Punkt. (auch wenn mir das beim Auswendiglernen damals in Schulzeiten noch nicht so vorkam)
Und was macht man in dieser Jahreszeit üblicherweise, wenn die Temperaturen steigen, die Sonne scheint und es einen nach draußen zieht? Genau, raus an die frische Luft! Ein Pluspunkt von Wanderungen im Frühling ist, dass Strecken gelaufen werden können, die für den Hochsommer aufgrund von zu viel Sonne nicht (oder wenig) geeignet sind. So haben wir rund um das Osterwochenende gleich zwei kleinere Wanderungen in unserer schönen Region ausgesucht. Natürlich auch um wieder in den Wandertrott zu kommen nach dem Winter. Für mich persönlich stehen dieses Jahr ein paar längere Wanderungen an und der Körper soll sich langsam wieder an die bevorstehenden Anstrengungen gewöhnen. Konkret eher an das Tragen eines Rucksacks. Und bei meiner Frau ist es das verheilte (Ende des Jahres gerissene) Außenband, das wieder ins Wandern kommen soll. Also konnte es losgehen.
Erlebnistour – Durch die Toskana der Haßberge
Im benachbarten Landkreis Haßberge sind die sogenannten „Erlebnistouren“ zu Hause. Schöne Rundwege mit überwiegend um die 10 Km, die recht einfach zu laufen sind. Einige davon haben wir schon gemacht, manche waren uns eher zu kurz. Normalerweise bevorzuge ich Strecken, die etwas länger und anspruchsvoller sind. Für den „Wiedereinstieg“ war die Tour „Durch die Toskana der Haßberge“ perfekt. Nicht zu weit zu fahren, eine angeschriebene Länge von 7,2 Km und mit einer Höhendifferenz von 150 Hm.
Der Startpunkt liegt im kleinen Örtchen Birnfeld in der Nähe des Marktes Stadtlauringen. Genauer gesagt am Wanderparkplatz / Grillplatz am östlichen Ortsausgang. Die Route ist nur mit dem PKW zu erreichen – wir sind hier schließlich noch in Bayern – allerdings sind ausreichend Parkplätze vorhanden. Von dort aus führt der Weg teilweise am Waldrand und teilweise im Wald entlang. Nach kurzer Zeit erreicht man den höchsten Punkt und hat eine schöne Aussicht auf die umliegenden Streuobstfelder. Nach dem Aussichtspunkt führt der Weg in Richtung des Örtchens Nassach. Dieser führt an Säulen-Pappeln vorbei und jetzt wird es klar: Der Weg hat den Namen „Toskana der Haßberge“ verdient. Hier ist es wahrscheinlich im Spätsommer oder Herbst besonders schön. Kurz darauf geht es durch das historische Torhaus und schon ist man in Nassach angekommen. Eine kleine Runde durch den hübschen Fachwerkort lohnt sich genauso wie der Abstecher zur Nassachquelle. Und vielleicht ist gleich nebenan auch noch ein Rudel Damwild zu sehen.






Über Wiesen und Felder geht es wieder zurück nach Birnfeld. Auch hier lohnt sich noch ein Abstecher durch das Örtchen. Der Weg führt zwar eigentlich entlang der Hauptstraße, doch ein Blick nach rechts und links lohnt sich. Das Schloss Birnfeld (heute Seniorenheim mit Pflegeeinrichtung) und die umliegenden Gebäude sind sehr sehenswert. Ebenso die alte Gerichtslinde im Dorfzentrum. Insgesamt sind einige Hinweistafeln im Ort verteilt, die Infos liefern. Und nach dem kurzen Abstecher erreicht man wieder den Wanderparkplatz und die kleine Runde ist auch schon wieder zu Ende. Insgesamt waren es bei uns 8,46 Km mit 190 Hm.
Hier der Link zu meiner Aufzeichnung in Komoot.
Panoramaweg rund um Wipfeld und Schwanfeld
Die zweite Ostertour führte uns in die südlich gelegene Ecke des Landkreis Schweinfurt. Genauer gesagt nach Wipfeld direkt am Main. Beschrieben ist der Panoramaweg mit 13 Km und 309 Hm. Ein möglicher Startpunkt ist der Marktplatz im kleinen Winzerdorf. Geparkt haben wir direkt an der Mainfähre, bei schönem Wetter kann der Platz allerdings recht schnell voll sein. Keine Ahnung, ob es in der Nähe noch Alternativen gibt. Wie dem auch sei, von dort zum Marktplatz und dann weiter nach oben zur Kirche St. Johannes. Auf der dortigen Aussichtsplattform hat man einen super Blick auf den Main, die umliegenden Weinberge und natürlich auch auf die Fähre. Direkt nebenan ist ein kleiner historische Weinberg. Von hier aus geht es noch etwas parallel zum Main weiter, um anschließend abzubiegen. Das nächste Ziel ist der Speiersberg (316 m) mit einer wirklich grandiosen (fast 360 Grad) Aussicht. Der Steigerwald, die Rhön mit Kreuzberg, Ausläufer vom Spessart und die Haßberge sind zu sehen. Ebenfalls das Schweinfurter Becken mit der Stadt Schweinfurt. Wir hatten wirklich Glück und eine super Sicht. Vom Speiersberg aus ist bereits das nächste Zwischenziel, die Luisenhöhe mit ihrem Kreuz auszumachen. An manchen Stellen könnte die Beschilderung besser sein, aber ehrlichweise bin ich es von den Routen der hiesigen Tourismus Information gewohnt. Die drei Symbole der Beschilderung auf dem Panoramaweg wechseln sich übrigens ab, von Weinrebe zum Schwan, je nach Abschnitt.
Von der Luisenhöhe führt der Weg weiter über Wiesen und Felder Richtung Schwanfeld. Schwanfeld zählt zu einem der ältesten Dörfer in Deutschland. Vor rund 7500 Jahren wurden Bandkeramiker sesshaft, betrieben Ackerbau und lebten in den ersten Häusern. Im Ort selbst gibt es dazu ein Bandkeramik-Museum. Leider hatte dieses geschlossen. Somit ging es weiter, durch Schwanfeld hindurch zum jüdischen Friedhof. Dieser entstand im Jahr 1579. Da hier auch jüdische Familien aus den Nachbargemeinden beigesetzt wurden, enthält der Friedhof mehr als 2000 Grabsteine. Beeindruckend.









Vorbei am Friedhof führt der Weg in das einzige Waldstück auf der Strecke, um in der Nähe vom Schloss Klingenberg (in Privatbesitz) abzuzweigen. Vorbei an Streuobstwiesen und oberhalb des Mains geht es wieder zurück zum Ausgangspunkt Wipfeld. Durch die Südlage und den Sonnenschein war es richtig warm und der Duft von blühenden Hecken/Sträuchern und Bäumen roch genial. In Wipfeld selbst sollte man auch nach rechts und links schauen, um die alten Häuser und besonderen Dachfomen zu entdecken. Im Hochsommer ist die Tour vielleicht weniger zu empfehlen, dafür ist sie im Herbst bestimmt auch superschön zu laufen. Unterwegs waren wir insgesamt 15 Km und 300 Hm. Durch die Abzweigungen also etwas mehr als angeschrieben, aber eine schöne Runde.
Hier der Link zu meiner Aufzeichnung in Komoot.

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