Die Burgruine Aura auf dem Rundweg von Kissingen zur Burgruine Aura inkl. Dinos

Der Winter lief in unserer Gegend ziemlich ruhig ab, gefühlt überwiegend trüb mit Hochnebel. Schnee gab es kaum. Aber so ist das und lässt sich nicht ändern. Wir nutzten trotzdem das eine oder andere Wochenende – vor allem, wenn sich die Sonne mal blicken ließ – für eine kleine Wanderung in der Region.

So auch an einem der vergangenen Wochenenden. Der Wetterbericht versprach das Maximum an Sonnenstunden und wir entschieden uns nach dem Frühstück zu einer Winterwanderung. Der erste Gedanke, in die Hochrhön zu fahren und dort zu laufen, wurde wieder ad acta gelegt. Vermutlich sind bei dem Wetter dort zu viele Menschen unterwegs und ehrlicherweise für eine spontane Wanderung auch etwas zu lange zu fahren. Außerdem gibt es hier in der näheren Umgebung auch viel zu entdecken. Wir packten den Rucksack mit dem Nötigsten und etwas mehr (ich will schließlich etwas trainieren) und machten uns auf den Weg nach Bad Kissingen. Das Auto wurde am Ausgangspunkt, der KissSalis Therme geparkt und das Tracking zu unserer Rundtour gestartet.

Einmal um die Therme herum, vorbei an einem kleinen Selbstbedienungsladen für regionalen Honig (falls man seinen Brotaufstrich zu Hause hat liegen lassen) wanderten wir in Richtung des gegenüberliegenden Waldstücks. Falls man gerne ein Glas Honig kaufen möchte, man kommt die Strecke auch wieder zurück. Will heißen, man kann sich auf den letzten Metern mit Honig eindecken und muss das Glas nicht die ganze Strecke tragen. Das Wetter war herrlich, der Boden noch leicht gefroren und nach ca. 1,5km ging es auf den sogenannten „Weg der Besinnung“, auf dem es einige Skulpturen und Hinweisschilder gibt. An der kleinen Kapelle ging es gegen den Uhrzeigersinn weiter. Erst auf dem Besinnungsweg, um nach 2,5km einen Linksknick zu machen. Die Ruine Aura bzw. der Rundwanderweg „Ruine Aura“ ist ausgeschrieben und wir folgten der Kennzeichnung „RA“ (weiße Schrift auf gelbem Untergrund) durch den Wald. Auch im Winter heißt es „Augen offenhalten“, es gibt immer etwas zu entdecken. So war das Wetter perfekt, um ein seltenes und bizarres Naturphänomen zu sehen: Haareis.

Die genaue Ursache für Haareis ist noch nicht ganz geklärt. Man geht davon aus, dass ein winteraktiver Pilz (Exidiopsis effusa) die Ursache ist. Laienhaft würde ich sagen, dass der Pilz pupst und somit das im Totholz vorhandene Wasser verdrängt. Dieses dringt nach außen und gefriert zu Haareis. Ergänzung von mir: Vermutlich muss die Temperatur stimmen (nicht zu kalt sein), damit der Pilz pupsen und trotzdem das Wasser gefrieren kann. Ist nur eine Vermutung, denn ich habe die zugehörige Studie nicht gelesen.
Wie dem auch sei, unsere Wanderungen ging weiter und nach ca. 5,5km kam erst eine Lichtung, dann offenes Feld und die Burgruine Aura zum Vorschein. Dabei handelt es sich um eine Kirchenruine, sie gilt als eine der ältesten Bauruinen Deutschlands. 1618 wurde der Auftrag zum Bau einer Wallfahrtskirche erteilt. Der Bau wurde begonnen, doch aufgrund von Geldmangel und dem Tod des Auftraggebers, Fürstbischof Johann Gottfried I., nie fertiggestellt. Die Ruine selbst darf nicht betreten werden, ist aber auch von außen imposant anzuschauen.

Gleichzeitig war die Hälfte der Rundtour erreicht und somit ging es wieder zurück in den Wald. Dort ging es auf einem schönen Waldweg und über zugefrorene Pfützen weiter, bis der Hurlacher See (ca. bei Kilometer 9) zu sehen ist. An diesem führt der Weg rechts vorbei und gleich danach wieder links auf einen Forstweg. Vorbei an einem Sühnekreuz bis man auf den Geologischen Lehrpfad „Weg durch die Zeit“ stößt. Dieser Weg gehört zum Museum „Terra Triassica“ in Euerdorf und an insgesamt 11 Stationen wird über die Flora und Fauna der jeweiligen Erdzeitalter der vergangenen 477 Millionen Jahre informiert. Wir stießen im Erdmittelalter, genauer gesagt der Kreidezeit, auf den ursprünglichen Weg. Bekanntermaßen ist das die Zeit der Dinosaurier und somit passte das natürlich ideal. Auf dem Weg gibt es z.B. die Abbildung eines Argentinosaurus zu sehen. Nicht komplett, sondern eine Darstellung von drei Wirbeln (aus einem Baum gesägt), um die Größe bildlich darzustellen. Genauso wie die Längenabmessung eines Dinos. Wir konnten leider keine weiteren, noch unentdeckten Dinospuren finden. Vielleicht das nächste Mal, wer weiß. Der spannende Weg führte vorbei an der sogenannten Wichtelhöhlenhütte und von dort aus oberhalb der Fränkischen Saale weiter. Die Hütte hat ihren Namen von den dortigen Wichtelhöhlen. Dabei handelt es sich um etwa 20 unterschiedlich große Buntsandstein-Felsformationen mit Kleinsthöhlen, die Heimat der Trolle und Wichtel. Den größten Teil der Strecke hatten wir hinter uns und wir trafen bald (12,2km) wieder auf den Weg der Besinnung mit weiteren Kunstwerken.

Vorbei an der Kapelle vom Beginn der Wanderung führte der Weg wieder zurück zum Ausgangspunkt. Insgesamt waren es lockere 14,4 Kilometer mit 250 Höhenmetern. Fazit: Eine schöne und spannende Tour, welche zu jeder Jahreszeit möglich ist.

Hier noch mein Link zur Komoot-Aufzeichnung.

Categories:

No responses yet

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert