Wanderung auf den Spuren der Burgherren in den Haßbergen

9. Juni 2020 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Der Mai war ein guter Monat in Sachen Bewegung. Laut Tagebuch (also Aufzeichnungen) meiner Suunto Uhr waren wir insgesamt 73.3km und 1181 Höhenmeter unterwegs. Aufgeteilt in vier Wanderungen und 5x Laufen. Vielleicht nehmen wir uns aktuell einfach mehr Zeit dafür als vorher? Kann aber gern so weiter gehen, denn Spaß (und Fitnesssteigerung) sind garantiert.

Nachdem uns eine unserer letzten Touren auf den höchsten „Gipfel“ im Landkreis Schweinfurt führte, zog es uns dieses Mal in die benachbarten Haßberge. Unsere Kriterien an diesem Pfingstsonntag waren: Eine ruhige, nicht überlaufene Route und aufgrund der frühsommerlichen Temperaturen sollte die Strecke größtenteils im Wald verlaufen. Was außerdem immer schön ist, wenn noch ein Aussichtspunkt bzw. ein Highlight auf der Strecke liegt. Für ein Pfingstwochenende natürlich eine gewisse Herausforderung. Aber ideale Anforderungen für einen Ausflug in unseren Nachbarlandkreis. Die Landschaft in den Haßbergen ist leicht hügelig und mit viel schönem Mischwald versehen. Manche sprechen sogar von der „fränkischen Toskana“, mich hat der Ausblick von unserem Ausgangsort Altenstein ja eher an das Piemont erinnert. Über 800 Quadratkilometer machen den Naturpark Haßberge aus und man trifft auf seinen Runden nur wenig andere Wanderer. Also ein echter Geheimtipp. Noch ein Plus: Der Landkreis liegt an der Schnittstelle zwischen Bier- und Weinfranken, ideal, wenn man sich nicht entscheiden kann, denn man hat die Vorteile von beidem.

Wir entschieden uns diesmal für die Erlebnistour – „Sagenhaftes im Burgenwinkel“. Der Name ist Programm, denn die Haßberge sind ein Land der Burgen und Ruinen, die man auf vielen der dortigen Hügel finden kann. Ausgeschrieben ist die Rundtour mit 11,1km und einer Höhenmeterdifferenz von ganzen 82 m. Also eine „normale“ Tour für unsere Gegend.

Der Startpunkt:

Vom Bergort Altenstein geht es los, als Ausgangspunkt eignet sich der Parkplatz am Freibad super. Von Schweinfurt aus gesehen befindet sich dieser ca. 40km in östlicher Richtung. Obwohl wir erst um 11 Uhr vor Ort ankamen (ja, ausschlafen muss auch mal sein), war noch genügend Platz vorhanden. Wie es aussieht, wenn das Freibad geöffnet ist, kann ich leider nicht sagen. Für Familien: Ein Spielplatz befindet sich direkt am Parkplatz und laut Beschilderung gibt es auch noch einen Kiosk bzw. eine Gaststätte ganz in der Nähe.

Zur Tour:

Als Markierung der wirklich gut ausgeschilderten Runde dient ein roter Burgturm mit der Aufschrift „Erlebnistour“. Kurz nach dem Start führte uns der Weg schon rechts ab in den Wald. Immer in Richtung „Geißstein“, „Diebskeller“ und „Ruine Lichtenstein“. Nach kurzer Gehzeit auf einem schönen schmalen Pfad durch den Wald erreichten wir das erste Highlight, den „Geißstein“. Eine Ansammlung von großen Gesteinsblöcken – wunderbar zum Erkunden und evtl. auch zur Rast. Wir gingen weiter und entdeckten immer wieder größere und kleinere Felsen am Wegesrand. Hatte ich ja persönlich gar nicht auf dem Schirm für diese Gegend. Nach ca. 30 weiteren Minuten erreichten wir den „Diebskeller“ – ein markantes Sandsteinlabyrinth mit spannender Geschichte. Was davon wahr ist, müsst ihr allerdings selbst herausfinden. Dank der guten Beschilderung fanden wir den Weg durch die Felsen zügig und wanderten immer weiter Richtung Zwischenziel Ruine Lichtenstein. Schmale Wege, abwechslungsreicher Wald und zahlreiche Beerensträucher – ob man noch in Franken oder bereits in Schweden ist, ist an manchen Stellen kaum zu unterscheiden – einfach nur schön!

Kurz vor dem der Burgruine Lichtenstein musste noch eine Entscheidung getroffen werden. Entweder direkt zur Ruine Lichtenstein weiter laufen oder einen kleinen Abstecher über den Sagenpfad mit Walfischfelsen zur Ruine nehmen. Wir entschieden uns (natürlich) für den Wal und den Sagenpfad. Ganz ehrlich und unter uns gesagt: Macht das auch so – Ihr verpasst sonst etwas! …und dieser kleine Umweg führt ebenso zur Ruine. An mehreren Stationen findet man Schilder mit Infos zum Felsenmeer und zu Geschichten aus den vergangenen Jahrhunderten. Und erwandert sich so die Ruine Lichtenstein von unten. Dort angekommen ist ein Rundgang natürlich Pflicht! Erbaut wurde die damalige Burg im 12. Jahrhundert und im Folgenden immer wieder ausgebaut bzw. erweitert. Von den ehemals vier Teilburgen wird heute noch ein Ansitz (Südburg) privat bewohnt und ist daher nicht zugänglich – von außen dennoch sehr schön anzuschauen. Der nördliche Teil lädt aber zum Erkunden ein und man kann einen tollen Ausblick genießen.


Zurück ging es dann etwas weniger spektakulär über einen schönen Waldweg ohne viel Auf und Ab zu unserem Ausgangspunkt nach Altenstein. Auch hier lädt eine (bekanntere) Burgruine zum Entdecken ein, was wir uns aber an diesem Tag schenkten bzw. für ein anderes Mal und eine andere Wanderung aufhoben.

Eine tolle Rundtour mit vielen Sehenswürdigkeiten und Plätzen zum Verweilen. Mit der angegeben Länge, Zeit und Höhenmeterdifferenz kamen wir nicht ganz hin, haben uns aber auch für den ein oder anderen Abstecher entschieden und zum Erkunden der Burg viel Zeit gelassen.

Zum Überblick unserer Route:

Länge: 14.14km, Aufstieg: 266m, Dauer: 4:09h (mit viel (!) Zeit bei den verschiedenen Sehenswürdigkeiten.)

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