Die zwei Abenteurer zu Fuß an der Lahn

25. März 2022 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Die zwei Abenteurer waren wieder einmal unterwegs. Nachdem sie im letzten Jahr bereits auf dem schönen Rheinsteig gewandert sind, wurde relativ spontan eine weitere Tour organisiert. Die Planung war schnell verabschiedet, da sich die beiden Abenteurer fast blind verstehen. Motto „Wollen wir hier lang?“ – „Ja, gerne“ – „ok. Wann?“ – „So am Wochenende xy?“ – „Geht klar“. Und so wurde ein Wochenende im November auserkoren. Wie (fast) immer erfolgten An- und Abreise mit dem Zug. Die Planung übernahm hierbei Marco aka Bahnexperte der ersten Stunde. Er kennt die Feinheiten und Optionen (Zwischenhalte usw.), die z. T. nur über die Website der Bahn, nicht über die App, buchbar sind. Die Bahnexperten unter uns kennen das sicherlich.

Einige werden es wohl schon am Titel erkannt haben. Bei unserer Tour wanderten wir drei Etappen des Lahnwanderwegs. Dieser ist mit einem roten LW auf weißem Grund gekennzeichnet (Zuwege haben einen gelben Hintergrund). Insgesamt besteht er aus 295km und ist in 19 Etappen unterteilt. Die Lahn selbst fließt in 242 Kilometern von der Quelle bis zur Mündung. So zumindest die grobe Einordnung. Warum wir uns genau diesen Weg ausgesucht hatten, ist einfach. Marco ist bereits ein paar Etappen des Lahnwanderweges gelaufen und auch die ausgewählten Etappen sollten sehr schön sein.

Von der Planung bis zum Start vergingen nur wenige Tage und schließlich war es soweit. Die Abenteurer trafen am Zielort Limburg Süd ein (wer zum Teufel baut einen ICE-Bahnhof im Niemandsland?!).
Die erste Etappe der beiden Abenteurer war mit 21,2 Kilometer von Limburg ICE-Bahnhof nach Arfurt angegeben. Das Wetter war typisch für einen November: Es war nebelig, kalt und feucht. Wenigstens kein Regen. Das machte den beiden Wanderern natürlich nichts aus, denn auch das hatten sie einkalkuliert. Sie sind schließlich nicht aus Zucker. Also gingen sie los und die Zeit verging wie im Flug. Sie hatten sich einiges zu erzählen. So kamen sie bald nach dem Start in Runkel an, einem kleinen Städtchen an der Lahn. Schon von weitem war die zugehörige Burg Runkel zu sehen. Eine hochmittelalterliche Höhenburg, welche vor 1159 erbaut wurde und in der Umgebung einiger Fachwerkhäuser oberhalb Runkels liegt. Der Weg führte uns im Anschluss über die steinerne Lahnbrücke aus dem 15. Jahrhundert. Warum diese noch für den Autoverkehr freigegeben ist, wunderte uns etwas. Aber irgendwelche Gründe wird es schon haben. Anyway, unser Weg führte uns weiter vorbei an Bahnübergängen mit sogenannter Anrufschranke (= ein wenig genutzter Bahnübergang, der nur nach Bedarf geöffnet wird) durch Flur, (Herbst-)Wald, Naturschutzgebiete und kleinere Ortschaften. Leider hatte das Lahn-Marmor-Museum in Villmar geschlossen. Da wir nämlich gut in der Zeit lagen, hätten wir einen Blick hineingeworfen. Ein anderes Mal!
Wir kamen schließlich nach 22,6km an unserem Etappenziel Arfurt an, um am dortigen Bahnhof zurück nach Limburg zu fahren. Warum das? Nun, in Arfurt gibt es weder Übernachtungsmöglichkeit noch Gaststätte.
Am Bahn-Haltepunkt selbst wurden wir vom Fahrgastsicherungs-„Beamten“ schon von weitem mit den Worten „Hier ist Maskenpflicht!“ angeraunzt. Man muss dazu sagen, dass außer uns niemand vor Ort war, wir uns draußen befanden und zu diesem Zeitpunkt laut Land Hessen „Keine Maskenpflicht an offenen ÖPNV-Haltestellen“ bestand. Aber wir wollten natürlich keinen Ärger machen und so folgten wir seinen Anweisungen. In Arfurt bzw. in der ganzen Gegend erlebten wir immer wieder leicht distanzierte Menschen. Wir vermuteten, dass zu dieser Jahreszeit nur sehr wenige Touristen unterwegs waren. Bzw. diejenigen, die unterwegs waren, müssen in den Augen der Einheimischen eher merkwürdige Gestalten sein. Wer wandert schon bei schlechtem Novemberwetter auf dem Lahnwanderweg?!
Zurück in Limburg (also in der Stadt und nicht am ICE-Bahnhof am A**** der Welt) waren die zwei Abenteurer noch nicht müde. Sie bezogen ihr Schlafquartier im Hotel Amts-Apotheke und machten sich anschließend auf den Weg durch die hübsche Altstadt. Selbstverständlich kamen wir auch am Limburger Dom vorbei, wobei wir die goldene Badewanne des Ex-Bischofs Tebartz-van Els nicht sehen konnten. Vielleicht war gerade keine Badezeit. ;)

Neuer Tag, neue Etappe. Der Körper fühlte sich gut an und nach dem Frühstück starteten wir den Tag mit einer Bahnfahrt zurück nach Arfurt. Denn von dort aus starteten wir mit unserer zweiten Etappe. Diese war mit 21,7km angegeben. Die Wetterbedingungen waren ähnlich wie am Vortag mit der Prognose auf Regen. Naja, da mussten wir durch. Als Endpunkt war die Stadt Weilburg angedacht. Der erste Part führte noch direkt oberhalb der Lahn entlang. Meistens durch schönen Herbstwald, in dem – trotz des herbstlichen Wetters – eine richtig schöne Stimmung herrschte. Vielleicht lag es auch genau an diesem Wetter. Wie dem auch sei, laut Regenradar sollte es bald anfangen zu regnen. So kam es auch, anfänglich noch ganz leicht, steigerte sich der Regen aber soweit, dass der Regenschutz hervorgeholt werden musste. Die beiden Abenteurer nahmen es stoisch hin und in den ca. 2,5 Regenstunden wurde gewandert und nicht viel geredet. War das ein Tiefpunkt auf dieser Wanderung? Natürlich nicht. Die Umgebung war zu schön und der Wald zu herbstlich, um sich die Laune vermiesen zu lassen. Und so stiefelten wir weiter durch den Regen, bis er schließlich nachließ und ganz aufhörte.

Doch dann passierte es. Vor uns war der Weg augenscheinlich gesperrt. Nichts ging mehr. Auf dem Schild war „Achtung Treibjagd!“ zu lesen. Was nun? Auf eigene Gefahr weiter gehen? Umdrehen und einen neuen Weg suchen? Fragen über Fragen. Nach einem Blick auf die Navigation kam Erleichterung auf. Der eigentliche Weg führte kurz vor der Absperrung links vorbei. Großes aufatmen bei allen Beteiligten. Und so gingen wir weiter auf der beschilderten Etappe. Zwar befanden sich auch auf unserem Weg einige Jäger, aber wir erfuhren, dass die Jagd bereits vorbei war. Diese war auch nicht sonderlich erfolgreich, so seine Aussage. Lag augenscheinlich an den erschwerten Wetterbedingungen. Wir führten unbeschadet unseren Weg fort und erreichten etwas durchnässt unseren Zielort Weilburg über den Dienstbach-Steg. In Weilburg erkundeten wir noch die ansässige Schlossanlage, allerdings nur einen kleinen Teil, denn das Schloss ist eine der bedeutendsten barocken Schlossanlagen in Hessen und dementsprechend groß. Im Nachhinein erfuhren wir, dass wir auf unserer Tour kurz vor Weilburg an einem alten Wasserreservoir vorbeikamen. Diese wurden in den Jahren 1710–1715 errichtet und dienten der Wasserversorgung für das Schloss und die zugehörige Bevölkerung. In der ganzen Umgebung waren es um die 20 Quellen. Laut Komoot (Routen sind weiter unten verlinkt) waren es an diesem Tag 25,3km, bis wir unser Hotel erreichten. Es war das Hotel am Bahnhof. Nicht nur EIN Hotel am Bahnhof, sondern DAS Hotel am/im Bahnhof. Also das Hotel war direkt im Bahnhof integriert. Oder der Bahnhof in das Hotel…das konnten wir nicht herausfinden. Auf jeden Fall ist es ein schönes Hotel mit leckerem Essen. Und natürlich auch einer super Zuganbindung!

Tag Nummer drei und gleichzeitig der letzte Tag. Die letzte Etappe sollte es nochmal in sich haben, denn sie war mit 28km angegeben und führte von Weilburg bis nach Wetzlar. Der Wetterbericht sagte keinen Regen voraus. Nebelig war es trotzdem. Auf Grund der frühen Dunkelheit zogen wir es vor, uns früh auf den Weg zu machen. Der Körper fühlte sich „naja“ an. Will heißen, dass man die letzten Tage doch schon etwas in den Knochen spürte. Man wird halt auch nicht jünger.
Das erste Highlight befand sich gleich zu Beginn unserer Etappe. Das sogenannte „Weilburger Tunnelensemble“, drei Tunnel, die auf engstem Raum gebaut wurden. Ein Eisenbahn-, ein Straßentunnel und ein Schifffahrtstunnel. Der Weilburger Schifffahrtstunnel ist der älteste und längste heute noch befahrbare Schiffstunnel in Deutschland. Er unterquert auf einer Länge von 195 Metern von Norden nach Süden den Mühlberg. Leider bekamen wir aus nächster Nähe nur den Eisenbahntunnel (dessen Portal auch hübsch ist) zu sehen, als wir aus der Stadt wanderten. Vorbei an der staatlichen Fachschule Weilburg-Hadamar ging es wieder ein den Herbstwald. Nach ca. 14km kamen wir in der Stadt Braunfels an und mussten uns dort das Schloss Braunfels anschauen. Zumindest soweit es uns möglich war. Ein herrschaftliches Anwesen, so ungefähr stelle ich es mir in Schottland vor. Allein schon die vielen Eingangsportale – Hammer! Unser Weg führte uns wieder abwechselnd durch Wald und Wiese, bis wir in der Ferne bereits unser Ziel Wetzlar erahnen konnten. Zuvor erreichten wir den ehemaligen Standortübungsplatz Magdalenenhausen. Das war damals (1955-1992) der zweitgrößte Panzer-Standort in Deutschland. Heute ein wichtiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere und dementsprechend großflächig angelegt. Nach einem kurzen, aber knackigen Anstieg zur Burgruine Kalsmunt führte der Weg schließlich hinein nach Wetzlar. Dort trafen wir übrigens auch wieder auf die Lahn, nachdem wir sie das letzte Mal beim Start in Weilburg gesehen bzw. überquert hatten.

Als Abschluss dieser drei schönen Tage (das Wetter konnten wir eh nicht ändern), kehrten wir in Wetzlar nochmals ein. Zeit bis zur Abfahrt war schließlich noch genügend vorhanden. Wir „die zwei Abenteurer“ waren geschafft, aber gleichzeitig auch sehr zufrieden – drei Tage feuchtes Schuhwerk, drei Tage gute Gespräche, drei Tage herrliche Gegend mit viel Wald, schönen Städtchen und Burgen bzw. Schlössern – was will man mehr?!

Laut Komoot waren wir insgesamt 74,6km unterwegs und haben 1500hm zurückgelegt. Inkl. sonstiger Wege (z. B. zum Bahnhof usw.), die nicht getrackt wurden, kamen wir sicherlich auf über 80km. Hier die Links zu Komoot:

Wohin wird die nächste Reise gehen? Ist schon etwas geplant? Seid gespannt!

(Bilder von Marco und mir)

Die LEGO® Vespa 125

4. März 2022 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Momentan beschäftigt uns alle die weltpolitische Lage und man fragt sich, was da gerade passiert. Bevor wir zum eigentlichen Thema dieses Blogposts kommen, möchte ich daher auch ein paar Worte zum Krieg in der Ukraine loswerden. So ganz ohne Meinung dazu kann ich hier nämlich nicht starten und einfach einen „normalen“ Blogpost schreiben. Ja, auch mir war die Situation vor dem Angriff Russlands (bzw. Putins, natürlich nicht zu verwechseln mit der russischen Bevölkerung) nicht ganz bewusst, gebe ich zu. Nennt mich vielleicht naiv (obwohl ich mich selbst immer für realistisch eingeschätzt habe) aber das was gerade in der Ukraine passiert, hätte ich nicht erwartet. Mein Gefühl springt zwischen Wut, Angst und manchmal auch Hoffnung quasi im Dreieck. Positiv zu sehen (falls man daran überhaupt etwas positiv sehen kann), ist der europäische bzw. weltweite Zusammenhalt und auch der Mut der Ukrainer sowie der russischen Bevölkerung, die gegen das Regime auf die Straßen geht. Krieg ist niemals in irgendeiner Weise zu rechtfertigen und ich hoffe, dass es doch noch eine Lösung geben wird und die Verantwortlichen vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zur Rechenschaft gezogen werden.

Auch wenn es nicht so einfach ist, gerade über positive Alltagsthemen zu sprechen, so darf und soll das natürlich trotzdem sein. Deshalb kommen wir zum eigentlichen Thema: „Die LEGO® Vespa 125“. Wie jetzt? Vespa? Lego? Genau richtig gehört, seit wenigen Tagen ist der Vespa-Bausatz des bekannten Spielzeugherstellers auf dem Markt. Ratet mal, wer da gestern beim örtlichen Spielwarenhändler zuschlagen musste? Genau – es handelt sich ja quasi um die kleine Schwester von meiner Francesca.
Gut, bei der LEGO®-Variante handelt sich um eine 125er, meine Primavera ist eine 50er, aber das sehen wir mal nicht so eng. Schließlich ist die kleine Vespa in einem schicken Blau gehalten und passt damit optisch haargenau zu meiner großen Version.

Die italienische Stilikone ist ein originalgetreues Modell und eine Hommage an die Ur-Vespa aus den 60er Jahren. Der Bausatz hat insgesamt 1.106 Teile, ist fertig gebaut über 22 cm hoch, 12 cm breit und 35 cm lang und mit super vielen kleinen Details versehen. Vom einseitig befestigten Vorderrad über das Ersatzrad, die abnehmbare Motorabdeckung über dem Motor aus LEGO-Steinen bis zur funktionstüchtigen Lenkung ist alles dabei. Manches ist auf den ersten Blick gar nicht sichtbar und beim Zusammenbauen denkt man zwischendurch schon einmal „Wo soll dieses Teil überhaupt hin? Welche Bedeutung hat dieser bunte Stein?“. Das gehört zur Philosophie einfach dazu – Originalgetreu bis ins Detail. Das klassisch-italienische Kennzeichen aus den 60er-Jahren, der passende Helm mit Sonnenbrille und ein Blumenstrauß für den Gepäckkorb runden das Gesamtbild ab.

Die Anleitung ist super, so lässt sie sich gut zusammenbauen, aber auch nicht zu leicht, so dass man schon ein bisschen länger Spaß beim Bauen hat.
Chapeau für diese gelungene Leistung! Was nun noch in meiner persönlichen LEGO® Sammlung fehlt, ist der Dom in Mailand. Leider bisher noch nicht entworfen, kommt aber vielleicht noch – hoffe ich zumindest. LEGO®: You have a new job! ;)

Unterwegs in Bad Kleinkirchheim mit der Abfahrtslegende Franz Klammer

16. Februar 2022 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Starten wir heute mit einer gedanklichen Zeitreise in das Jahr 1976, genauer gesagt zum 05. Februar 1976 an den Patscherkofel ganz in der Nähe von Innsbruck. Es war ein Donnerstag, es war trocken und an manchen Stellen etwas diesig – doch das spielte in den Augen von Franz Klammer keine Rolle. Er wollte schließlich einfach nur Skifahren. Doch wir reden nicht von irgendeiner Skipiste, es handelte sich um die Skipiste der olympischen Spiele. Als er endlich an der Reihe war, fuhr Franz Klammer sein (vermutlich) bestes Rennen und gewann olympisches Gold in der Abfahrt. Ein Highlight in jeder Sportlerkarriere.

Insgesamt gewann Franz 26 Weltcups (25× Abfahrt, 1× Kombination) und errang unzählige weitere Podestplätze. Um nur eine Auswahl seiner Siege zu nennen, denn auch vorher in seinen jugendlichen Jahren gewann er bereits verschiedene Meisterschaften. Man darf es ruhig sagen: Franz Klammer ist eine Legende! Und für mich war es eine Ehre, mit ihm – im Rahmen einer Pressereise – in Bad Kleinkirchheim im schönen Kärnten Skifahren zu dürfen. Dort gewann Franz im Alter von 18 Jahren seine Europacup-Abfahrt, hier startete seine Karriere und irgendwie war ein ganz besonderer Spirit (auf und neben der Piste) zu spüren. Im kleinen Kreis erklärte er uns „seine“ Piste und erzählte viele kleine Anekdoten aus seiner aktiven Laufbahn.

Damals herrschten andere Bedingungen: Der Schnee wurde aus Südtirol importiert, denn Schnee aus der Maschine gab es noch nicht bzw. kaum. An eine Präparation der Piste, wie wir sie heute kennen, war nicht zu denken und auch das Equipment ist nicht vergleichbar. So wurden die Pisten noch per Hand bzw. per Ski durch Freiwillige „festgetreten“ – um nur ein Beispiel zu nennen. Und trotzdem ging es damals für die Fahrer mit über 100km/h den Berg hinunter. „Damals und heute – das kann man gar nicht vergleichen“ so erklärte mir Franz im Sessellift.

Wir waren schon früh unterwegs – „Ski vor 9“ lautet nämlich das Programm für Skibegeisterte Frühaufsteher. Und der Name ist auch Programm. Franz Klammer erscheint und ist bestens gelaunt. Von „Morgenmuffel“ keine Spur und nach einem kurzen Kaffee (ohne geht es nicht), ging es schon in die Gondel. Nur unsere kleine Gruppe – noch kein Mensch weit und breit. An der Bergstation „Kaiserburg“ folgten selbstverständlich erst einmal Aufwärmübungen. Ohne Übungen geht es bei Franz nicht auf die Piste und wir fühlten uns wie richtige Skirennfahrer. Mittlerweile hatte sich die Nacht verabschiedet und die ersten Sonnenstrahlen kamen zum Vorschein. Und schon ging es auf die Pisten. Franz fuhr selbstverständlich an erster Stelle und fuhr uns fast davon. Nein, zwischendurch hielten wir immer wieder an und er erklärte uns seine Piste bzw. die ein oder andere Skitechnik. Die Zeit verging wie im Flug und es machte richtig viel Spaß, mit ihm Ski zu fahren! Nach gut zwei Stunden ging es zum Einkehrschwung in die Klammerstub’n im Bergrestaurant Kaiserburg. Nach leckerem Essen verabschiedete sich Franz (leider) und für uns ging es nochmals auf die Piste. Diese waren übrigens noch immer bestens zu fahren – Kompliment an die Jungs und Mädels in den Pistenraupen bzw. hinter den Kulissen! Bad Kleinkirchheim bietet über 100 Pistenkilometer in den schönen Nockbergen und dazu urige Hütten zum Einkehren.
„Ski vor 9“ mit Franz Klammer kann ich jedem nur wärmstens empfehlen! Dazu ein Bergbrunch mit regionalen Köstlichkeiten, Warm-up Coffee-Snack, 2 Stunden-Skipass und exklusives Skifahren mit Franz Klammer – alles zusammen für 155,00 Euro pro Nase. Lohnt sich definitiv, denn wann kann man schon mal mit einer Skilegende auf die Piste?

Wer so schnell nicht nach Bad Kleinkirchheim und mit Franz Klammer Skifahren kann (was natürlich sehr schade ist), dem lege ich den Kinofilm „Klammer – Chasing the Line“ ans Herz.
Der Film handelt vom legendären Abfahrtslauf Franz Klammers in Innsbruck 1976. Von der Beziehung zu seiner Ehefrau Eva, dem enormen Leistungsdruck der Gesellschaft und einem Skihersteller. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber der Film lohnt sich sehr. Auch für Nicht-Abfahrts-Ski-Schnee-Fans. Der Zuschauer wird in die Zeit zurückversetzt und geht quasi mit auf die Reise von seiner Kärntner Heimat hin zur großen Bühne in Innsbruck. Sportlich, romantisch und mit gewissem Witz – der Film überzeugt! In Österreich hat „Klammer – Chasing the Line“ bereits gepunktet und konnte einen Marktanteil von 32% erreichen. Ab dem 08. Februar 2022 ist der Film nun auch außerhalb Österreichs auf Netflix zusehen. Mit einem Budget von 5,5 Millionen Euro übrigens Österreichs teuerste Kinoproduktion! Der Film entstand erst aus dem 3. Drehbuch, die ersten zwei passten nicht zu 100% zu Franz und Eva Klammer und wurden deshalb abgelehnt. Schließlich soll der Film authentisch sein. Franz meinte, dass die Szenen zu 95% der Wahrheit entsprächen. Skifahrergrößen wie Daron Rahlves wurden als Double eingesetzt. Auch die beiden Hauptdarsteller Julian Waldner und Valerie Huber verdienen ein Lob – authentisch und tolle schauspielerische Leistung!

Wir hatten den Film im Thermenhotel Pulverer anschauen dürfen, inkl. Popcorn und Getränken versteht sich. Aber nicht nur das, sondern mit Originalrequisiten aus dem Film (inkl. Lochski von Fischer). Wir übernachteten ebenfalls hier im Pulverer und genossen Wellness, Entspannung nach dem Skifahren und leckeres Essen.
Das Essen muss man unbedingt erwähnen, und zwar in ganz Bad Kleinkirchheim. Das Dorf ist ein zertifiziertes „Slow Food Village“. „Heimische Bauern und Lebensmittelhandwerker erzeugen ihre Produkte gut, sauber und fair. Es wird auf die biologische Vielfalt geachtet. Traditionell und nachhaltig angebaut“ und natürlich auch verarbeitet. Genau das spürt und schmeckt man auf dem Gaumen. Egal ob im Pulverer oder auch im benachbarten Trattlerhof – Genuss wird hier groß geschrieben. Einer der Punkte, weshalb ich so gerne in die Region komme. Zum einen wegen dem Essen, aber auch um die Gesichter dahinter kennenzulernen. Es handelt sich nämlich nicht nur um ausgewählte Zutaten aus der Region, sondern die Menschen verkörpern auch dieses Lebensgefühl. Noch dazu kommt ein etwas mediterranes Lebensgefühl von Leichtigkeit und Geselligkeit auf. Stichwort „Dreiländereck“ zwischen Österreich, Italien und Slowenien. Eine herrliche Gegend!

Nach dem Essen soll man ruhen oder die Kalorien abtrainieren. Ihr kennt den Spruch! Damit man später wieder leckeres Essen genießen kann, versteht sich. Das Abtrainieren gelingt nicht nur beim Skifahren, sondern auch beim Schneeschuhwandern über bzw. durch die Nockberge.
Wer sich vor Ort nicht auskennt, sollte bei der Skischule Bad Kleinkirchheim anfragen. Wir waren mit dem Chef Wolfgang Krainer höchstpersönlich unterwegs. Sowohl auf der Piste als auch mit Schneeschuhen. Er kennt seine Gegend, egal welcher Gipfel zu sehen war, Wolfgang nennt den Namen, die Höhenmeter und dazu noch eine kleine Geschichte. Selbst unterwegs mit den Schneeschuhen gibt es zwischendurch Lawinenkunde und/oder Spurenlesen von verschiedenen Wildtieren. Es geht aber noch weiter: Auf der Skipiste erklärt er, ganz nebenbei, wie man sich noch etwas verbessern könnte.

Apropos Schneeschuhwandern. Unterwegs waren wir ca. 4,4km, hatten Ausblick auf die Nockberge und teilweise waren sogar die Spitzen der Karawanken zu sehen. Die Route führte gefühlt querfeldein, wobei Wolfgang sicherlich einen Plan hatte. Das Ziel war nämlich die Feldpannalm (Wichtig: Diese ist im Winter und nur im Rahmen der „Gourmet im Schnee„-Runde geöffnet). Eine kleine, aber sehr feine idyllische Alm mit leckeren Produkten aus der Region. Hier wird Tradition noch großgeschrieben! Sehr zu empfehlen!

Kärnten kennt Ihr ja sicherlich, Bad Kleinkirchheim evtl. noch nicht. Dabei handelt es sich um eine kleine Gemeinde bzw. Kurstadt im Landkreis Spittal an der Drau. Diesen Fluss konnte man von weiter oben auch erahnen. Mitten in den Nockbergen gelegen ist Bad Kleinkirchheim bekannt für sein Thermalwasser und den Wintersport. 185km befahrbare Pisten sowie 16km Langlaufloipen sind vorhanden und somit ist für den (sportlichen) Gast einiges geboten. Der Ort ist über die Autobahn (oder natürlich auch per Zug) gut zu erreichen. Vorbei am Millstätter See mit seinem schönen Panorama geht es weiter auf der Landstraße in das Tal. Eine schöne Strecke.
So wie es aussieht muss ich auch einmal im Sommer vorbeischauen, denn die Gegend ist berühmt für verschiedene Bike-Trails und ein Insider-Tipp bei vielen Bikern! Ein Erlebnis also zu jeder Jahreszeit!

Ein herzliches Dankeschön geht an das ganze Team vom Kärnten Tourismus und Bad Kleinkirchheim, die dieses Erlebnis ermöglicht haben.

Brioni und Brunello Cucinelli auf der Milano Moda Uomo – Herbst/Winter 2022

9. Februar 2022 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Ihr wisst, dass ich ein Fan schicker, italienischer Herrenmode bin. Wer für mich da nicht fehlen darf, sind Brioni und Brunello Cucinelli. Denn wenn es um klassische Herrenmode aus Italien geht, muss man die zwei Modehäuser nennen. Beide zeigten im Rahmen der Milano Moda Uomo ihre Kollektionen für den kommenden Herbst/Winter 2022 im Rahmen einer Präsentation.

Beginnen möchte ich mit der Kollektion von Brioni. Wenn ich an Brioni denke, denke ich unter anderem an die grandiose Show im Castello Sforzesco 2015. Traumhaft! Für die Herbst/Winter 2022 Kollektion bleibt das Kernziel von Brioni im Vordergrund: Hochwertige (zeitlose) und gleichzeitig komfortable Kleidung zu schaffen. Natürlich mit handwerklichem Know-how und dem gewissen Etwas – das versteht sich aber von selbst. Design Director Norbert Stumpfl ließ sich von der italienischen Hauptstadt Rom, der Geburtsstadt von Brioni, inspirieren. Genauer gesagt vom Gemälde „Allegory of Air“ (von Brueghel dem Älteren), welches sich in der Galleria Doria Pamphilj in Rom befindet.

Eine schöne, zeitlose Kollektion für den Mann, die Tradition und Moderne gut vereint. Persönlich gefallen mir die Farben sehr, die vom oben genannten Gemälde aufgegriffen wurden, und – auch wenn man nicht vor Ort war – kann man das hochwertige Material doch fast fühlen.
Seit Kurzem sind übrigens Jude Law und sein Sohn Raff Botschafter des Hauses Brioni, die meiner Meinung nach super zum Flair des Unternehmens passen.

Bei Brunello Cucinelli verhält es sich ähnlich. Bei der Präsentation in Mailand wurde unter dem Motto „Crossroads“ gleichfalls sehr hochwertige und zeitlose Mode gezeigt. Bei den Mustern spielen Tweed, Hahnentritt und Prince of Wales eine Rolle. Daneben kommt man im Winter um Strick nicht herum. Passend dazu klassische Schnürschuhe, aber auch einiges in Richtung Outdoor. Bei den Farben gibt es neben den Klassikern Hingucker, wie Orange, Rot oder Eukalyptusgrün.
Viele schöne Teile für den kommenden Herbst/Winter, mit dem typischen Fokus auf Qualität, Bequemlichkeit und Eleganz mit einer gewissen sportlichen Leichtigkeit.

Viel muss man auch zur Kollektion von Brunello Cucinelli nicht sagen, denn sie spricht – in meinen Augen – für sich. Hochwertig, elegant und zeitlos – der nächste Winter kann kommen!

(Bilder von Brioni bzw. Brunello Cucinelli)

ETRO auf der Milano Moda Uomo – Herbst/Winter 2022

27. Januar 2022 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Vor einigen Tagen präsentierte ETRO auf der Milano Moda Uomo die neue Herren-Kollektion für die Herbst-/Wintersaison 2022/2023. Ort der Fashion Show war Mailands Bocconi Universität mit ihrer ganz besonderen Uni-Atmosphäre. Hier kommen erst einmal Bilder von der Show:

Die Kollektion zeigt eine Reise des Wissens. Kean Etro hat sich unter anderem inspirieren lassen von Büchern, Bibliotheken und dem (unerforschten) Weg auf zu neuem Wissen. Das zieht sich durch die Show, vom Laufsteg, wo sich die Models quasi ihren eigenen Weg suchen konnten bis hin zu Büchern in der Hand der Models oder in deren Hosentasche.

Eine klare Kollektion mit charakteristischen Symbolen: der Wolf, der Nordstern und die Rose, aber auch Anker, Berge und Wintermeer, die die Vision von Kean Etro ausmachen. Eher nordisch angehaucht und umgesetzt in winterlichen Strickpullis und Cordhosen, aber auch mit Samtanzügen oder Seidenkaftan. So lassen sich auch hier verschiedene Wege beschreiten.

Umgesetzt in verschiedenen geometrischen Formen und soften Silhouetten. Und farblich auch eher in die Winterrichtung einzuordnen. Mit Kobaltblau, eisigem Grau und Grün, auf der anderen Seite aber auch kräftigerem Rot und Orange (vielleicht ein Sonnenuntergang im hohen Norden?).
Apropos Wolf, ETRO setzt sich bereits seit 2020 für den Wolf ein und arbeitet in diesem Bereich eng mit dem WWF zusammen. Um die Looks zu komplettieren, wählte Kean u. a Cartoon Sneaker (als spielerische Komponente) und klassische Schnürschuhe. Quasi um Jung und Alt unter einen Hut zu bringen.
Typisch ETRO: Klassisches Paisley darf nicht fehlen und doch immer wieder mit einem gewissen, neuen Etwas! Auf zu neuen Horizonten!

(Bilder/Video von ETRO)

Aufwärts