Grenzerfahrungen auf dem Grenzgänger – unterwegs durch die Allgäuer Alpen (Teil 1)

16. Oktober 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

Der Sommer stand bei mir ganz im Zeichen von Bergen, Wandern und Bergsteigen. Und das immer – wenn möglich – in Verbindung mit Genuss und dem ein oder anderen „Blick hinter die Kulissen“. Vielleicht hat es manch einer von Euch schon geahnt, wohin mich eines meiner Sommerhighlights führte. Denn es wurden (wieder) Grenzen überquert. Was ich in den Karawanken beim Panoramaweg Südalpen, der ja entlang der Grenze zwischen Österreich und Slowenien verläuft,  schon mal angedeutet hatte. Vor ein paar Wochen ging es also auf zum „Grenzgänger“.

Doch was ist der „Grenzgänger“ überhaupt?

„Beim »Grenzgänger« handelt es sich um eine Mehrtagestour inmitten der Allgäuer Alpen. Das Herzstück ist die ständige Überschreitung der österreichischen und deutschen Grenze zwischen Tannheimer Tal, Hintersteiner Tal und dem Lechtal.“

So die Einleitung. Berge, Wandern, herrliche Landschaft und Anstrengungen sind nie verkehrt! Die Vorfreude stieg. Der Rucksack wurde für sämtliche Gegebenheiten gepackt, aber natürlich alles in weitwanderwegtauglichem Umfang. An dieser Stelle sei gesagt, dass es noch einen eigenständigen Blogpost zu Material/Ausrüstung und Verpflegung geben wird.

Beim „Grenzgänger“ handelt es sich um ein grenzüberschreitendes Projekt, welches von der Europäischen Union gefördert wird. Wir begannen unsere Tour von der Pension Hochvogel in Hinterstein aus. Hinterstein ist ein kleines Bergsteigerdörfchen und Ortsteil von Bad Hindelang, das vielleicht dem ein oder anderen ein Begriff ist. Es ist Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen und somit auch Startpunkt für unsere Tour.  
Nach unserer Ankunft konnten wir allerdings noch in Ruhe die Gegend erkunden und den super Service der Familie Hölzl genießen. Sehr gemütliche Zimmer und ein superleckeres Frühstück – am besten einfach einmal durch die zahlreichen selbstgemachten Marmeladen probieren oder den selbstgemachten Schinken genießen – sehr zu empfehlen! Ganz unkompliziert gibt es auch eine Kaffee- und Getränkeecke, in der sogar täglich frischer Kuchen zur Verfügung steht. Die Pension Hochvogel spielt später (für uns) noch eine wichtige Rolle, doch erst einmal ein paar Daten und Fakten zum Projekt Grenzgänger und unserer Route:

Für die Statistiker unter uns: Der Grenzgänger umfasst ca. 80 km, über 6000 Höhenmeter und eine reine Gehzeit von ca. 37 Stunden. Da dies an einem Tag etwas schwierig ist, versteht sich von selbst und deshalb sind insgesamt sechs Etappen angesetzt. Wer jetzt denkt „hey, ist doch easy“ … nicht vergessen, wir sprechen hier von Gebirge: Trittsicherheit bzw. Schwindelfreiheit sollten auf jeden Fall vorhanden sein, der Grenzgänger ist schon als anspruchsvoll einzuordnen. Wenn Du also Geröllfelder, ausgesetzte Grate und steile Flanken magst, dann bist Du hier genau richtig. Und die richtige Ausrüstung versteht sich dabei natürlich von selbst.

Auf unserem Plan standen fünf der sechs Etappen, die wir in einer schönen Schleife laufen wollten. Übernachtet wird dabei auf verschiedenen Hütten oberhalb der Waldgrenze, die wir sicherheitshalber im Vorfeld reservierten. Das empfehle ich gerade zur Hauptsaison jedem, aber bitte sagt Bescheid, wenn ihr doch nicht kommen könnt. Es kann schließlich immer etwas dazwischenkommen, keine Frage.

Unsere geplanten fünf Etappen sahen so aus:

Etappe 1 – Bschießer, Ponten, Zirleseck & Willersalpe
Länge: 8,5 km
Höhe: ↑ 1.062 hm ↓ 699 hm
Dauer: 5:00 h

Etappe 2 – Geißeckjoch, Schrecksee & Landsberger Hütte
Länge: 11,5 km
Höhe: ↑ 1.007 hm ↓ 672 hm
Dauer: 6:00 h

Etappe 3 – Über den Jubiläumsweg zum Prinz-Luitpold-Haus
Länge: 12,3 km
Höhe: ↑ 724 hm ↓ 681 hm
Dauer: 6:00 h

Etappe 4 – Himmelecksattel, Hornbachjoch & Hinterhornbach
Länge: 15,4 km
Höhe: ↑ 928 hm ↓ 1.670 hm
Dauer: 7:30 h

Etappe 5 – Hinterhornbach, Hochvogel & Hintersteiner Tal
Länge: 13,8 km
Höhe: ↑ 1.275 hm ↓ 1.317 hm
Dauer: 7:30 h

Neben der Planung von Etappen, Übernachtungen, Gepäck und sonstigen Vorbereitungen hatten wir auch ein bisschen trainiert und sind immer wieder mal mit Gepäck gewandert. Egal, ob Tagestour oder auch mal zwei, drei Tage hintereinander mit voller Ausrüstung – Füße, Beine und Schultern wussten Bescheid, was auf sie zu kommt.
Was man aber unbedingt beachten muss, wenn man in die Berge möchte, ist der Wetterbericht. Der bei uns durchaus hätte besser ausfallen können. Aber wir wissen ja, dass sich das Wetter in den Alpen schnell ändern kann. Und Regenkleidung war sowieso im Rucksack.

Da für Tag 1 unserer Wanderung allerdings ab mittags komplett Dauerregen angesagt war, entschieden wir uns, das kurze Wetterfenster (klingt fast wie am Himalaya) zu nutzen und uns auf den direkten Weg zur Willersalpe zu machen. Also ohne die beiden Gipfel Bschießer und Ponten, dafür aber mit dem Aussichtspunkt Köpfle und dem Wildfräuleinstein.  

Auf den letzten Metern zur Willersalpe wurden wir dann doch noch nass, was aber nicht auf die Stimmung drückte. Diese wurde übrigens im Laufe des Abends noch viel besser.
Nachdem wir uns aus den Regensachen gepellt und gestärkt hatten, wurde das Quartier, genauer gesagt das Matratzenlager, bezogen. Zimmer sind dort nämlich nicht vorhanden. Und auch sonst ist die Willersalpe sehr rustikal eingerichtet. Für diejenigen, die noch nie auf einer Hütte übernachtet haben: In der Regel gibt es Mehrbettzimmer und Matratzenlager. Im Matratzenlager hat man mehrere Matratzen nebeneinander und auch schon mal eine wildfremde Person neben sich. Was einem nach einer anstrengenden Bergtour aber völlig egal ist, man krabbelt in seinen Hüttenschlafsack, steckt sich eventuell ein paar Ohrstöpsel in die Ohren und schläft wie ein Stein.
Zurück zur urigen Willersalpe: Bitte unbedingt den dortigen Bergkäse probieren! Diesen stellt Hüttenwirt Markus nämlich selbst her. Seine ca. 20 Kühe und 70-80 Tiere Jungvieh geben genug Milch, um daraus täglich einen Laib Bergkäse zu produzieren. Übrigens ist die Willersalpe ca. 400 Jahre alt und wurde bis vor ein paar Jahren noch mit Pferden beliefert. Ach, Elektrizität ist auch nur sporadisch vorhanden. Bzw. nur in den notwendigen Ecken, wie Küche, Waschraum usw.

Der weitere Nachmittag verlief gemütlich: Draußen regnete es, drinnen saßen wir beisammen, quasselten und genossen die Ruhe. Einfach aus dem Fenster schauen, nachdenken und die Natur genießen. Für einen kurzen Augenblick klarte es sogar nochmal auf und wir drehten eine Runde um die Hütte. Ähnlich unseren Bleiben in Italien (Stichwort Agriturismo) gab es auf der Alpe ein Abendessen für alle, in unserem Fall leckere Spaghetti Carbonara. Wir kamen mit Sarah und Philip ins Gespräch und der Abend endete mit einer lustigen Kniffelrunde. Schnell kristallisierte sich unsere Hüttenregel heraus: Kniffel gewürfelt = Marillenschnaps. An dieser Stelle ein „Prost“ an die beiden! Nach einer sehr guten Nacht – so gut habe ich selten auf einer Hütte geschlafen – wurden wir früh von Getrampel geweckt, es waren die Kühe unter uns, die früh zum Melken hereinkamen. Das Matratzenlager befindet sich nämlich direkt über dem Kuhstall. Kein Problem, denn es wartete sowieso die nächste und erste „richtige“ Grenzgänger-Etappe auf uns. Zudem klarte es auf und laut Wetterbericht sollte es erst wieder nachmittags regnen. Also früh los zu Etappe Nummer zwei…

Ein dickes Dankeschön geht auch an das ganze Team vom Grenzgänger, die dieses Erlebnis überhaupt erst ermöglicht haben.

Wenn die USA ruft…

24. September 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , ,

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Es ist schon eine gefühlte Ewigkeit her, seit ich das letzte Mal Langstrecke geflogen bin. Was ja auch gar nicht so schlecht ist, einerseits angesichts von Nachhaltigkeit und CO2-Fußabdruck, und zum anderen, weil ich sowieso nicht ganz so gerne fliege. Von daher wird ein Flug bei mir immer sehr gut überlegt.
Einer meiner letzten Langstreckenflüge ging in die USA, in Kombination mit der Fashion Week in New York. Meine Besuche bei den Fashion Weeks dort sind definitiv Erlebnisse, an die ich immer gerne zurück denke. Das Flair vor Ort, die Kreativität der Menschen und vor allem die Teilnahme an den Fashion Shows, wie zum Beispiel von Tommy Hilfiger oder die Präsentationen von GANT, sind schon etwas Besonderes.  Bereits zu den Anfängen des Blogs wurde ich das erste Mal zur New York Fashion Week eingeladen und ohne die Zeit dort wäre ich jetzt wahrscheinlich nicht da, wo ich aktuell bin.

Auf einer meiner New York Reisen bin ich mit dem A380 geflogen. Wer jetzt denkt, dass das bestimmt ein Vermögen gekostet hat, der irrt. Der Preis lag bei ca. 350 Euro, was selbstverständlich nicht gerade wenig ist, doch wenn man die Flugpreise nach NYC über die Jahre beobachtet und vergleicht, wird man wissen, dass es auch schon einiges teurer war. Wer etwas flexibel ist, der hat bei der Suche nach einem guten Preis auf jeden Fall gute Karten. Wenn man z.B. aktuell nach Verbindungen in die Vereinigten Staaten bzw. nach NYC schaut, ist es relativ günstig. Die Preise variieren zum Beispiel im November von 286,62 Euro (KLM bzw. DELTA) bis hin zu 380 Euro (Singapore Airlines). Letzteres übrigens auch wieder mit einem A380. Beide Airlines (also KLM und Singapore Airlines) bieten sogar einen Direktflug an. Lufthansa liegt preislich im Mittelfeld, dafür mit einem Zwischenstopp in Amsterdam. Und auch zu Jahresbeginn 2020 liegen die Preise um den Dreh, also zumindest nach jetzigem Stand.
Ich bin bereits mit verschiedenen Airlines geflogen und kann sagen, dass (für mich) momentan Singapore eine der besten ist.Erstens ist der A380 ein Erlebnis, zweitens der Service und drittens auch der Komfort. Aber die Auswahl bleibt natürlich jedem selbst überlassen.

Bei der Planung eines USA-Trips ist es mit Flügen allein selbstverständlich nicht getan. In Gesprächen und auch hier auf dem Blog kommt immer wieder die Frage nach der Einreise auf. Auch wer in Erdkunde die meiste Zeit geschlafen hat, der weiß, dass die USA nicht in der EU sind und somit auch nicht das Schengener Abkommen unterzeichnet haben.  Von daher gibt es bestimmte Einreisemodalitäten und Kriterien, die zu beachten sind. Wie in nahezu jedem Land auf diesem Planeten.
In den Vereinigten Staaten wären das auf der einen Seite der ESTA Antrag, auf der anderen Seite  kann aber auch ein Visum für die USA Pflicht werden. Beides bitte nicht verwechseln! Ein  Visum muss nicht immer beantragt werden, kann aber. Normalerweise wird es benötigt, wenn man länger als 90 Tage in den USA bleiben möchte. Dabei spielt es (fast) keine Rolle, ob der Aufenthalt beruflicher oder privater Natur ist. Ein Visum wird in den meisten Fällen benötigt, wenn z. B. ein Studium innerhalb der USA begonnen wird oder wenn man auch für einen amerikanischen Arbeitgeber (in den USA) tätig ist.
Beim USA-Visum gibt es zwei Klassen: Nicht-Einwanderungsvisa (für einen vorübergehenden Aufenthalt in den Vereinigten Staaten) und Einwanderungsvisa (für einen quasi ständigen Aufenthalt in den USA). Das „quasi“ habe ich extra angemerkt, denn die Dauer des Aufenthaltes ist im Visum hinterlegt. Nicht dass jemand behauptet, dass es einer „GreenCard“ gleichkommt. Das Visum ist, im Gegensatz zur GreenCard niemals unbegrenzt gültig. Auch bei den Arbeitsbeschränkungen bestehen Unterschiede. Bei einem Visum sind diese fest hinterlegt, wohingegen die GreenCard „frei“ ist. Das sind natürlich nur ein paar Unterschiede von Visum und GreenCard.

In der Regel benötigen die meisten von uns aber kein Visum, sondern es reicht ein ESTA Antrag. Denn wer hat schon mehr als 90 Tage Urlaub am Stück? Für eine Urlaubsreise in die USA sind es dann wohl eher zwei bis drei Wochen, von denen wir sprechen. Und wie läuft das? Antrag ausfüllen und schon kann die Reise beginnen? Ganz so einfach ist es dann doch nicht, denn es gibt noch die ein oder andere Voraussetzung für die Einreise mit ESTA. Zwischenaufenthalte in z.B. Kanada, Mexiko oder vergleichbaren Staaten zählen mit zu den 90 Tagen. Also aufgepasst, wenn doch einmal eine längere Reise geplant sein sollte. Was zudem eigentlich selbstverständlich ist, ist die Gültigkeit vom Reisepass, aber das gilt ja nicht nur bei einer geplanten USA-Reise. Für Details klickt einfach auf die Links und die meisten Fragen werden sich fast von allein beantworten.

New York City von oben

Was mir noch einfällt und ich super genial finde: Der ESTA-Antrag lässt sich ganz leicht online ausfüllen. Und das schon seit einigen Jahren. Da können sich einige Behörden eine Scheibe abschneiden – aber das nur am Rande.
Wer von Euch also gerade eine Reise über den großen Teich plant, dem wünsche ich eine gute Zeit. Und falls Fragen/Wünsche usw. auftauchen sollten, lasst es mich gerne wissen.

Ankommen und sich zu Hause fühlen – Salzburger Lungau (Teil 2)

19. September 2019 | 2 Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Im Biosphärenpark Lungau gibt es unzählige Möglichkeiten für Wandertouren, ob für Genießer, Sportler, Familien, mit Hunden oder ganz allein – alles ist möglich. Die 5-Seen-Tour habe ich Euch ja schon etwas ausführlicher vorgestellt. Weitere schöne Wanderungen führen z.B. durch den Naturpark Riedingtal, einer herrlichen Landschaft mit Almwiesen, Bergwäldern und hohen Gipfeln.
Nachdem man auf der (harmlosen) Bergstraße die Mautstelle passiert hat, kommt man zu einem großen Parkplatz, an dem man sein Auto am besten gleich stehen lässt. Dann muss man sich entscheiden, geht es den schönen Almenwanderweg entlang, einen der umliegenden Gipfel hinauf oder mit dem Tälerbus noch weiter hinein ins Tal? Für jede gewünschte Schwierigkeitsstufe ist etwas dabei. Gleich am Eingang ins Riedingtal erwartet einen der Schlierersee mit herrlichem Grün, Startpunkt für den Almenwanderweg. Für diesen entschieden wir uns und wanderten bei bestem Wetter entlang des Riedingbachs. Die Wanderung ist sehr einfach zu laufen und für alle Altersklassen geeignet.

Vorbei an Kühen, Waldstücken, bewirtschafteten Almen und schönen Lichtungen geht es leicht bergauf, bis man schließlich an der Zaunerhütte ankommt. Hier sollte man unbedingt etwas mehr Zeit einplanen. Besonders, wenn die Wirtin Heidi um die Ecke geflitzt kommt und ein bisschen Zeit hat, zu erzählen. Am besten bestellt man erst einmal eine selbstgemachte Kräuterlimonade, die gerade nach einer Wanderung total erfrischend ist. Kräuter sind das Steckenpferd der Hüttenwirtin, die nicht nur leckere Kräuterlimo, -suppe oder –knödel serviert, sondern auch Cremes gegen viele Wehwehchen herstellt, für die sie nicht nur im Lungau bekannt ist. Man kann bei ihr einfach megaviel über Alpenkräuter erfahren und was Heidi alles weiß, ist schon beeindruckend. Mein neuer Favorit: der Quendel!
Hauptaufgabe im Sommer ist auf der Zauneralm aber die Erzeugung von (Bio-) Milchprodukten, von daher sollte man sich auch eine leckere Jause mit Käse, Buttermilch und Almbutter nicht entgehen lassen. Wir kamen in den Genuss einer ganz besonderen Lungauer Spezialität, dem Rahmkoch. Rahmkoch ist eine traditionelle Süßigkeit in der Gegend und war früher quasi „Kuchenersatz“, wie Heidi uns erklärte. Hauptbestandteile sind Butter, Mehl und Rahm, aber jede Familie hat ihr eigenes Rahmkochrezept. Im Sommer gibt es das noch auf vielen Almen in der Region, also unbedingt probieren!

Auf der Zaunerhütte ist es übrigens auch möglich, zu nächtigen. Wer es also etwas rustikaler, dafür aber umso herzlicher mag, ist gern gesehener Gast und mit großer Sicherheit wird es ein unvergessener Hüttenabend mit allem, was dazugehört. Und wer mag, kann am nächsten Tag von der Hütte aus, die bereits auf ca. 1700 m liegt, noch ein Gipfel besteigen.

Falls Ihr auf der Suche nach weiteren unvergesslichen Momenten seid, dann habe ich noch einen Tipp. Zumindest für die Frühaufsteher unter Euch. Es handelt sich dabei um die Sonnenaufgangsfahrt mit der Sonnenbahn am Speiereck. Diese Sonderfahrten finden im Sommer immer mittwochs (und manchmal auch sonntags) statt. DAS konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Gerade weil es am Vortag gewittert hatte, verhieß das Chancen auf herrliche Aussicht. Und so war es auch. Bei etwas frischen Temperaturen fuhren wir gegen 5 Uhr mit der Bahn nach oben und gingen noch ein Stückchen zu Fuß weiter Richtung Aussichtsplattform „Peterbauerkreuz“ (oberhalb der Bergstation). Dann hieß es noch kurz warten bis zum Sonnenaufgang.

Einfach nur herrlich! Für mich ist es eines der besten Gefühle, in den Bergen zu stehen bzw. sitzen und die Natur zu genießen. Je ruhiger, desto besser, aber wir wollten ja mal nicht so sein. Nachdem sich die Sonne gezeigt hat, wartete für uns noch ein Frühstück auf der Peterbaueralm (an der Bergstation), welches zur Sonnenaufgangstour dazu gehört. Es war ja noch früh am Morgen, also bot sich nach diesem Highlight eine weitere Wanderung an. Wenn man schon auf dem Berg ist?! Von der Peterbaueralm geht eine schöne Rundtour über einen kleinen Gipfel, das Speiereck. Die Tour ist von der Schwierigkeit als „mittel“ zu beschrieben und ebenfalls zu empfehlen. Zu Beginn geht es ein Stück etwas steiler bergauf, nach dem Gipfel wird es aber schön abwechslungsreich. Mit etwas Glück sind Murmeltiere zu sehen und vielleicht kreuzt sogar ein Alpensalamander den Weg. Es könnte auch sein, dass man unterwegs auch Philipp, den jungen Wirt der Speiereckhütte trifft. Er hat vielleicht noch den ein oder anderen Tipp für den nächsten Gipfel parat. So jedenfalls war es bei uns und man kam gleich ins Gespräch.

Da das Frühstück dann doch schon eine Weile her war, bot sich die Speiereckhütte ideal an für eine kleine Mittagspause. Eine junge und nicht typisch traditionelle Hütte, leckeres Essen und ein super Ausblick. Außerdem gibt es eine super Enzian-Limonade, die im Lungau hergestellt wird. Die Hütte liegt übrigens an der Bergstation der Bahn und ist daher auch für die Nicht-Wanderer gut erreichbar.

Natürlich gibt es im Lungau noch viel mehr Routen zu entdecken und die besten Tipps haben die Gastgeber vor Ort. Eine außergewöhnliche Wanderung konnten wir mit Bernhard, unserem Gastgeber vom Häuserl im Wald unternehmen. Bernhard ist, wie bereits erwähnt, Jäger und kennt die Gegend wahrscheinlich in- und auswendig. Für uns ging es gleich am ersten Tag in Richtung Ramingstein und dort auf eine Runde mit herrlicher Aussicht, sowohl auf schroffe Gipfel als auch auf die „sanfteren“ Nockberge (natürlich konnte ich mir die Namen der Gipfel nicht alle merken, die Bernhard uns genannt hat…).

Am Ende der Wanderung durften wir noch an einer privaten Feier auf der kleinen, aber sehr feinen Niggeialm teilnehmen. Es wurde lecker gegessen, gesungen, getrunken, Musik gespielt und gelacht. Auch als „Fremder“ wurde man gleich mit eingeschlossen und aufgenommen, etwas, das man im Salzburger Lungau öfter erleben kann. Genau das macht es aus, dieses „zu Hause-Gefühl“, was man sonst eher selten erlebt.

Im Lungau kann man neben Wanderungen, Entschleunigen und lecker Essen natürlich noch viel mehr erleben, zum Beispiel traditionelle Brauchtümer, wie den Samson-Umzug, den es in verschiedenen Gemeinden gibt. Die Region versteht es, Tradition und Moderne (nachhaltige) Entwicklung zu verbinden.  Beim Samson-Umzug läuft eine bis zu sechs Meter hohe Figur des biblischen Riesen Samson durch sie Straßen, eine Tradition, die in das UNESCO-Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen wurde.
Kultur erlebt man übrigens auch in Mauterndorf, einem kleinen, hübschen Markt mit langer Geschichte als Zollstation. Die Burg diente zu Zeiten der Römer als Kastell und auf dem Weg somit als Mautstelle. Ein Besuch lohnt sich, neben der Geschichte gibt es auch einige interaktive Stationen, die (nicht nur) für Kinder toll sind. So kann man sich zum Beispiel im Stil der alten Burgherren und –damen kleiden. In der Burg befindet sich auch das Lungauer Landschaftsmuseum, indem die Geschichte sehr gut verdeutlicht wird.

Irgendwann ist aber auch die schönste Reise wieder vorbei, auch wenn der Abschied schwer fällt. Auf die Frage, welches die beste Reisezeit für den Lungau ist, erhielten wir von vier befragten Einheimischen vier unterschiedliche Antworten. Vom Frühjahr mit bunter Alpenrosenblüte über den Sommer bis zum farbenfrohen Herbst und natürlich dem schneereichen Winter hat jeder seinen Favoriten. Von daher sollte man am besten alles selbst einmal ausprobieren.
Für uns es ging heimwärts, aber wir kommen wieder. Vielen Dank an die Tourismusregion Salzburger Lungau und alle, die unseren Aufenthalt so schön gemacht haben!

Ankommen und sich zu Hause fühlen – Salzburger Lungau (Teil 1)

1. September 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , ,

Ankommen und sich zu Hause fühlen -genau dieses Gefühl kommt auf, wenn man im Salzburger Lungau zu Besuch ist. Es gibt einfach Gegenden, wo man sich gleich wohl fühlt und den Alltagsstress ziemlich schnell hinter sich lässt. Und genauso ging es uns, als wir vor Kurzem ein paar Tage den Lungau im Rahmen einer Pressereise besuchten. Nach 2017 war es erst mein zweiter Besuch in der schönen Region und definitiv nicht mein letzter!
Geografisch lässt sich der Lungau dem Salzburger Land zuordnen, genauer gesagt liegt er zwischen den hohen und niederen Tauern und den Nockbergen. Per Bahn oder natürlich auch per Auto über die Tauernautobahn sehr gut zu erreichen. Die 15 Orte liegen alle auf über 1000m Seehöhe, gelten als eine der sonnenreichsten Regionen Österreichs und bilden den UNESCO Biosphärenpark Lungau.
Eine herrliche und abwechslungsreiche Landschaft, und das sage ich nicht nur als eingeschworener Bergfan! Im Lungau findet man zum Beispiel um die 60 Bergseen, die entweder idyllisch in den Tälern, oder halt etwas weiter oben auf den Bergen zu finden sind.
Bis man alle Seen erwandert hat, dauert es wohl eine Weile. Aber um einen Anfang zu machen, bietet sich eine von vielen tollen Wanderungen in der Region an, nämlich die 5-Seen-Wanderung in den Niederen Tauern. Dabei kann man in ca. 5 Stunden (je nach Anzahl der Fotostopps, Aussicht genießen  und Pause auf den gemütlichen Almhütten einlegen vielleicht auch etwas länger). Wer eine ähnliche Tour machen möchte, findet übrigens hier ein paar Beispiele. Wetter und Laune spielten mit und es ging gemütlich, aber schon mit gewissem Anstieg los.

Wir „schraubten“ uns langsam immer etwas höher und genossen die herrliche Aussicht. Trotz bestem Sommerwetters trifft man unterwegs nur wenige Menschen, so dass es noch mehr Spaß macht. Ein Kennzeichen des Lungau ist, dass es hier nicht überlaufen ist und man wirklich noch in Ruhe genießen kann. Die erste Alm auf der Strecke ist die Twenger Alm, mit eigener Käserei und natürlich leckeren Milchprodukten zur Verköstigung. Wir waren leider noch zu früh dran und hatten schließlich noch eine gewisse Strecke vor uns. Deshalb machten wir nur einen kurzen Abstecher, um kurz „Hallo“ zu sagen. Allerdings steht ein Besuch fest auf dem Programm für eins der nächsten Male.

Unser Pfad führte uns weiter nach oben, wir ließen die Baumgrenze hinter uns und erkundeten die Umgebung auf herrlichen Almböden. Nach einem weiteren Anstieg und hinter der nächsten Kurve erschien der erste See unserer Tour, der Twenger Almsee. Blaugrün in die Bergwelt eingebettet und sogar noch mit einigen Schneefeldern am Rand. Mehr als Hände und Füße abkühlen war nicht – A***kalt!

Eine kleine Pause gönnten wir uns, um die herrliche Aussicht, egal ob auf den See oder in die Weite, zu genießen. Dann ging es weiter um den See herum und hinauf zur Gollitsch-Scharte, dem höchsten Punkt unserer Tour. Oben angekommen hat man einen herrlichen Blick ins Tal.

Nun ging es hinab ins Weißpriachtal, zunächst vorbei am Oberen und am Unteren Schönalmsee. Typische Bergseen mit klarem (und kaltem) Wasser. Und Lebensraum von Murmeltieren, deren „Wachposten“ uns scheinbar gelangweilt in Augenschein nahm.
Der weitere Abstieg ist auch zu empfehlen, denn es geht sehr abwechslungsreich weiter. Zu Beginn noch über ausgedehnte Grasflächen, immer am Bach entlang und später an einem alten Zirbenbestand vorbei. Dort bitte unbedingt ein wenig Zeit einplanen und schauen, wie die Zirben auf den Felsblöcken wachsen, eine eindrucksvolle Kulisse.

Nach einem etwas steileren Stück hinunter sieht man schon See Nummer 4, den Wirpitschsee, und die nebenan gelegene Tonimörtlhütte. Uns hat der Hunger quasi eingeholt und deshalb machten wir eine Rast. Was übrigens eine sehr gute Wahl war. Almmilch, Kräuterlimo, eine leckere Jause und danach musste der „beste Kaiserschmarrn der Region“ probiert werden. Man schmeckt einfach raus, dass die Produkte natürlich und regional hergestellt sind. Saulecker!

Von der Tonimörtlhütte kann man noch einen Abstecher zum 5. See der Runde machen, dem Tiefenbachsee. Faszinierend ist, dass jeder der Seen irgendwie anders ist.
Wer aber bereits genug gelaufen ist, der kann von der Almhütte auch den direkten Abstieg in Richtung Granglerhütte nehmen („Mei liabste Hütt’n 2012“). Achtung: Der Abstieg von der Tonimörtlhütte zur Granglerhütte dauert ca. 45 bis 60 Minuten, in manchen Beschreibungen ist er mit 15 Minuten falsch angegeben. Und wer den Tälerbus erwischen möchte, der von der Granglerhütte wieder zurück fährt, der könnte sich evtl. verkalkulieren.
Insgesamt ist die Tour verhältnismäßig einfach zu gehen. Wanderschuhe, regenfeste und warme Kleidung mitzuführen versteht sich in den Bergen von selbst.

Für uns ging es zurück zu unserem Hotel, dem „Häuserl im Wald“. Das liegt ruhig am Waldrand von Mariapfarr und ist definitiv sehr zu empfehlen! Gemütliche Zimmer mit duftendem Zirbenholz lassen hervorragend schlafen und das Küchenteam zaubert megaleckere Gerichte. Was will man mehr? Im Rahmen der Halbpension gibt es ein fantastisches 4-Gänge-Menü, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Ihr seht, schon beim Erinnern komme ich wieder ins Schwärmen. Passend zur Saison gab es z.B. frische Schwammerl und da der Chef des Hauses selbst Jäger ist (dazu komme ich in Teil 2 noch einmal), stehen auch immer wieder mal frische Wildgerichte auf der Karte. Barbara und Bernhard Miedl, die Besitzer des Häuserl im Wald, sorgen für ein „zu-Hause-Gefühl“ und man merkt ihnen einfach an, dass sie mit vollem Herzen Gastgeber sind.

Im Lungau gibt es natürlich noch viel mehr zu entdecken, weitere kulinarische Highlights, Traditionen und Wandertipps verrate ich Euch in Kürze hier. Seid gespannt! Vielen Dank an die Tourismusregion Salzburger Lungau.

Hoch hinaus und tief hinab im Nürnberger Land (Teil 2)

22. August 2019 | Keine Kommentare | Schlagwörter: , , , , ,

Von „hoch hinaus“ bis „tief hinab“ kann man im Nürnberger Land einiges erleben. Ein paar Möglichkeiten habe ich Euch in Teil 1 bereits vorgestellt. Aber auch hübsche Städtchen hat das Nürnberger Land zu bieten.

Für uns ging es an Tag 2 der Pressereise nach Lauf an der Pegnitz, wo wir am Wenzelschloss bzw. der Laufer Kaiserburg mit unserer Tour begannen. Diese wurde von Kaiser Karl IV (nicht zu verwechseln mit Karl dem Großen) von 1356-1360 (neu) erbaut. Zwar wurde bereits 1275 eine Burg erwähnt, doch die Namensgebung kam dann von Karl IV, der auf den böhmischen Nationalheiligen Wenzel getauft war. Damals gehörte Lauf zu Böhmen und diente quasi als Münzstätte, Geleit- und Zollstation an der „Goldenen Straße“ von Nürnberg nach Böhmen. Im Inneren des Wenzelschlosses befinden sich viele Gänge und Säle, wie es in solch einer Burg üblich ist. Ein ganz besonderer Saal ist der sogenannte „Wappensaal“, in den 112 Wappen in Sandstein gehauen sind und noch mit den Originalfarben erhalten,  einmalig in ganz Europa. Im Rahmen einer Führung ist dieser Saal übrigens zu besichtigen.

Im Anschluss ging es weiter mit einer Stadtführung durch Lauf. Als ich selbst noch im Raum Nürnberg gewohnt hatte, kannte man Lauf zwar vom Durchfahren, viel mehr aber auch nicht. Nach dieser Stadtführung ärgerte ich mich etwas, dass ich nicht früher schon mal Halt gemacht hatte. Mir war nämlich nicht bekannt, dass Lauf ein richtig schickes Städtchen ist! Lauf wurde im zweiten Weltkrieg kaum zerstört und von alten Fachwerkhäusern über Mühlen bis hin zu Kirchen und schönen Eckchen an der Pegnitz ist quasi alles vorhanden.

Bei einem kurzen Blick in die Schleifmühle erfuhren wir, dass man zweimal im Monat samstags seine eigenen Sachen zum Schleifen vorbeibringen kann. Hier hätte ich ja durchaus noch etwas länger bleiben können, beim Schleifen zuschauen und bei den alten Werkzeugen stöbern.
Aber Lauf hat auch sonst so einiges zu bieten. Die Pegnitzstadt ist ausgezeichnet als fahrradfreundliche Stadt und Mitglied im Netzwerk „Citta del Bio“ als eine der ersten europäischen Städte überhaupt. (Wir konnten uns ein leckeres „Weg-Eis“ bei „Citta del Gelato“ nicht entgehen lassen) Lauf liegt an der Burgenstraße (deren Route dafür extra ein bisschen verschoben wurde) und der 5-Flüsse-Radweg kommt ebenso vorbei wie der Paneuroparadweg oder der Radweg Industriekultur. Definitiv einen Besuch wert!

Und nicht nur an der Erdoberfläche gibt es viel zu entdecken, sondern es ging wieder tief hinab in die Unterwelt von Lauf. Die Kellergewölbe unter dem Marktplatz warteten auf uns. Dieses Mal ganz ohne abseilen und unter fachkundiger Führung von Stadtführer Herbert Höfel. Der ganze Marktplatz von Lauf ist nämlich unterkellert bis zur Pegnitz und (wie bei uns in Schweinfurt) diese Felsenkeller dienten als Lager und zum Schutz in den verschiedenen Kriegen. Bei 76 Häusern mit Braurecht am Laufer Marktplatz natürlich vorrangig als Bierlager. Damals gab es nämlich noch keine maschinelle Kühlung und man behalf sich mit Natureis aus den benachbarten Seen und Flüssen. Mit der Zeit wurden die Keller mit allerlei Schutt zugeschüttet und konnten erst im Lauf der Zeit mit viel Schweiß und Geld wieder freigelegt werden. Warum sind die Keller miteinander verbunden? Ganz einfach: Im Falle eines Kriegs benötigt man einen Ausgang und je mehr Ausgänge, desto höher die Überlebenschancen. Da spielte es auch keine Rolle, dass sich die Keller in privater Hand befanden bzw. noch immer befinden. Von daher an dieser Stelle einmal danke an die Eigentümer, dass sie dies ermöglichen.

Wissenswert vielleicht auch noch, dass die Kellerräume eine Höhe von 1,60m bis 2,00m haben und ca. 10m unter der Erdoberfläche liegen. Tiefer hinunter ging wegen dem Grundwasserspiegel nicht. Wenn die Pegnitz viel Wasser führt, kann es durchaus vorkommen, dass man in den Kellern nasse Füße bekommt. Des Weiteren sind in den Kellern auch Brunnen vorhanden. Dennoch könnte man jetzt sagen „Ganz schön trocken da unten“. Dann gehen wir einfach einen Keller weiter und kommen unter einem Gebäude der Brauerei Dreykorn raus. Und was macht man dann? Richtig, ein leckeres Bierchen trinken und einen Imbiss (mit Nürnberger Würsten) genießen.

Nicht allzu weit von Lauf an der Pegnitz entfernt liegen der Ludwig-Donau-Main-Kanal und die Schwarzachklamm. Beides ideale Ziele für einen Sonntagsausflug. Der Weg durch die Klamm führt an der Schwarzach entlang, immer wieder vorbei an schönen Felsformationen und kleineren Höhlen. Sehr hübsch anzusehen!

Zu Beginn der Klamm befindet sich die alte Kanalbrücke, welche den Ludwig-Donau-Main-Kanal über die Schwarzachklamm führt. Diese gewaltige Bogenkonstruktion (erbaut um 1840) kann ebenfalls besichtigt werden und ist Station des wasserwirtschaftlichen Lehrpfads am Kanal. Der Ludwig-Donau-Main-Kanal wurde von 1836-1845 erbaut und war mit der Erfindung der Eisenbahn quasi fast von Beginn an nutzlos. Böse Zungen könnten jetzt behaupten „Ja klar, die Idee kam wieder aus München“ und/oder „Hat sich nichts geändert – typisch Politik“. Aber wir wollen mal nicht so sein. Heute ist der Kanal ein schönes Naturdenkmal und „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst“. Außerdem perfekt zum Flanieren und mit ein bisschen Fantasie erinnert er an unsere niederländischen Nachbarn und deren Grachten. Ein großer Teil des Ludwig-Donau-Main-Kanals wurde übrigens unter die A73 verlegt. Wer von Erlangen in Richtung Forchheim unterwegs ist, der hat auf der rechten Seite vielleicht schon ein großes Gebilde gesehen. Genau dies zeigt den ursprünglichen Verlauf des Kanals.

Im Sommer kann man auf dem LDM-Kanal übrigens etwas Besonderes erleben. Und zwar eine Fahrt mit dem Treidelschiff „Elfriede“. Auf dem Schiff finden ca. 100 Personen Platz und Kaltblüter ziehen es durch den Kanal wie vor 160 Jahren. Früher wurde es für den Warentransport eingesetzt und vermutlich ist es eines der letzten seiner Art. Die Fahrt dauert ca. 45 Minuten und man kann herrlich entschleunigen. Der Ein- und Ausstieg befindet sich in Schwarzenbach an der Gaststätte „Zum Ludwigskanal“. Die Bratwürste vor Ort sind megalecker und sehr zu empfehlen.

Man könnte noch so viel mehr erzählen vom Nürnberger Land, vom letzten Hopfenrecht in Franken, von den Eppelein-Festspielen auf der Burg Thann, die 2020 wieder stattfinden, von „Heimat auf dem Teller“ und, und und…
Aber dazu ein anderes Mal mehr. Das war definitiv nicht mein letzter Besuch in der schönen Gegend. Abschließend ein dickes Dankeschön an alle Beteiligten vom Nürnberger Land für die tollen und erlebnisreichen Tage.

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