Fortsetzung zu „Hausbau: Die wichtigsten Fragen und Antworten für Bauherren“

20. November 2019 | Schlagwörter: ,

Vor ein paar Tagen kam der Blogpost von Frank „ins Haus geflattert“. Erfahrungsberichte rund um Hausbau bzw. –renovierung interessieren mich ja grundsätzlich. Daher: gelesen und für gut befunden! Nun möchte ich gerne meine Sichtweise ergänzen. Aber wie Frank schon schilderte, dabei handelt es sich ausschließlich um meine bzw. unsere Sicht auf die Dinge, auf keinen Fall um offizielle Empfehlungen, Ratschläge oder Ähnliches. Auch ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man eine Frage in einem (Bau-)Forum stellt bzw. eine Antwort sucht, reichen die möglichen Varianten von A bis Z. Inklusive missionarischem Eifer in alle Richtungen. Lieber erst gar nicht zu viel schauen, es ist echt unglaublich, was da alles vorgeschlagen wird, und hinterher ist man manchmal verwirrter als vorher. Lieber selbst beim Experten informieren, vielleicht Bekannte und Freunde fragen und – wenn man eine gewisse handwerkliche Grundbegabung hat – auch mal auf sein Bauchgefühl hören.

Wir wohnen nun schon drei Jahre in unserem sanierten Haus mitten in Schweinfurt. Und es gibt noch immer etwas zu tun. Kennt wohl jeder, der schon einmal kernsaniert hat.
Aber heute geht’s mal nicht um Renovierungsfortschritte, sondern um ein paar grundsätzliche Entscheidungen, die man treffen muss. In Anlehnung an die Fragen von Frank, nur in etwas abgewandelter Form.

Eigentumswohnung oder Haus?

Obwohl wir nicht auf Haussuche waren, ging es bei dem potenziellen Gedanken an einen Kauf nie um eine Eigentumswohnung. Für uns war schnell klar, dass es – falls doch mal irgendwann – ein Haus sein sollte. Sorry, aber ich möchte nicht mit anderen Menschen entscheiden müssen, ob das Treppenhaus neu gestrichen wird. Wenn ich mein zugehöriges Treppenhaus streichen will, dann möchte ich es streichen. Und wenn nicht, dann nicht. Zudem kommen bei einer Eigentumswohnung noch die lästigen Eigentümerversammlungen dazu. Wenn bei einer Planung oder einem Problem auch nur eine Partei quer schießt, kann der Hausfrieden recht schnell schief hängen. Auch da spreche ich aus gewisser Erfahrung. Im Haus bleibt natürlich alles an einem selbst hängen. Keine Frage, aber das ist mir persönlich 10x lieber, als mich mit anderen rumzuärgern. Mein Wunsch, Dinge selbst zu entscheiden, steht da an erster Stelle. Vor allem bei so einer großen finanziellen Entscheidung, die man ja auch mit einer Eigentumswohnung trifft. Aber für andere hat natürlich auch eine Eigentumswohnung Vorteile.
Grundsätzlich wollte ich mir auch nie ein Fertighaus zulegen. Meine Punkte Pro-Massivhaus  hat Frank bereits deutlich herausgearbeitet, daher verweise ich an dieser Stelle. Aber auch vom Bauchgefühl her: „wenn ein Haus, dann ein „Richtiges“. Daher war ich sehr froh, dass unser Haus eine massive Bauweise hat. Auch wenn das während der Umbauphase zu einigen Flüchen kommen kann – Stichwort: Stahlträger an unerwarteter Stelle o. ä.

Dämmung bzw. Wärmedämmverbundsystem?

Dämmung ist wichtig, keine Frage. Ein Wärmedämmverbundsystem könnte auch bei einem Altbau Sinn machen. Also abhängig von Möglichkeiten, Investitionskosten und Sinnhaftigkeit, da bleibt mir nur die Antwort „Es kommt darauf an“.
Wir haben ein Stadtreihenhaus mit kleinerem Anteil an „freier“ Außenfassade (im Verhältnis zur gesamten begrenzenden Wandfläche), an die längeren „Außenwandflächen“ grenzen jeweils die Nachbarhäuser.  Von daher ergab ein Wärmedämmverbundsystem bei uns keinen Sinn. Noch dazu, dass nach vorne und hinten relativ große Fensterfronten sind, und wenig Wandfläche. Was aber immer Sinn macht, ist das Dach zu dämmen! IMMER! Im Neubau ist dies vermutlich sowieso gar keine Frage, sondern Standard. Bei einer Sanierung (wie wir sie hatten) stellt sich die Frage, ob die alten Ziegel sowieso demnächst ausgetauscht werden müssten, oder nicht. Falls ja, dann ist die Aufsparrendämmung von Vorteil. Eine Untersparrendämmung würde den Verlust von Platz bedeuten, eine Zwischensparrendämmung evtl. Wärmebrücken lassen. Da wir eher kurz- als langfristig sowieso neue Ziegel benötigt hätten, haben wir also gleich die Kombi aus Dach neu decken und Wärmedämmung genutzt.  

Was würdest Du jetzt besser machen?

Ganz klar: Eine Photovoltaikanlage sofort aufs Dach! Es tut etwas in der Seele weh, denn die Kosten der Baustelleneinrichtung (Gerüst…) waren ja sowieso eingeplant. Und im Vergleich der Gesamtkosten für die Sanierung hätten die zusätzlichen Kosten für eine Photovoltaikanlage doch nur einen Bruchteil ausgemacht. Aber immerhin so viel, dass wir uns nicht gleich dafür entschieden (aber Vorkehrungen auf dem Dach getroffen haben). Wenn ich mir jetzt noch anschaue, dass sich mein Vater mit fast 70 Jahren überlegt, eine PV-Anlage aufs Dach zu installieren, ärgert es mich im Nachhinein noch mehr, dass wir es aufgeschoben haben. Denn klar ist, eine PV-Anlage (mit Batteriespeicher) kommt in naher Zukunft aufs Dach. Punkt!

Warum überhaupt eine Photovoltaikanlage?

Darüber müssen wir wahrscheinlich gar nicht mehr diskutieren. Strom vom Netz wird immer teurer, fast jedes Haushaltsgerät benötigt Strom etc. pp. Und vor allem natürlich der Vorteil erneuerbarer Energieversorgung. Die Vorteile sehe ich auch hier wie Frank. In unserer Region scheint die Sonne recht häufig, ein weiterer Pluspunkt. Mein Traum ist ja eine komplett autarke Energieversorgung, aber ohne auf irgendwelche Dinge verzichten zu müssen. Ein kleiner Schritt dahin wäre mit einer Photovoltaikanlage ja schon getan.

Wie sieht es bei Euch mit der Heimnetzwerk-Installation aus?

Eine vernünftige Heimnetzwerk-Installation in einem Haus im Jahr 2019 ist schon fast so elementar, wie Strom und fließend Wasser. Genau aus dem Grund, dass die Wände nach dem Verputzen so schnell nicht wieder geöffnet werden sollen, haben wir z.B. in jedem Zimmer (bis auf die Bäder) Netzwerkdosen liegen. Ob wir es wirklich überall benötigen, spielte keine Rolle. Gebündelt wird alles zentral im Keller.

WLan ist natürlich ein Muss. Hier haben wir Geräte von AVM im Einsatz. Wobei ich sagen muss, dass ich mit dem Repeater nicht zu 100% zufrieden bin und es sicherlich besser Lösungen gibt. Aber aktuell stört es nicht so stark, dass ich es angehen möchte, daher ist dieser Punkt auf meiner Prioritätenliste weiter unten zu finden.

Smart Home? Ja oder nein?

Über eine Smart-Home-Ausstattung  habe ich hier schon mal einen Blogpost verfasst. Auch drei Jahre später bin ich noch immer begeistert von dieser Lösung mit Homematic IP. Ich muss mich um nichts kümmern und alles funktioniert, wie gewünscht. Zwischendurch haben wir das System noch erweitert und in unterschiedlichen Abständen kommen immer mal Updates mit zusätzlichen Optionen vom Hersteller. Läuft!
Der Preis-Leistungs-Faktor war und ist uns wichtig. Wie Frank erwähnt hat, ist die klassische Elektroinstallation noch immer das A und O. Wir hatten kein Budget eingeplant für eine größere Anlage vom Anbieter direkt, aber so nach und nach werden wir sicherlich weiter aufrüsten.

Soviel zum allgemeinen Rückblick. Ihr habt weitere Fragen? Dann gerne her damit!

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