Der Suzuki e VITARA - Front

Suzuki hat einen vollelektrischen Vitara auf den Markt gebracht. Gleichzeitig ist es das erste rein elektrisch betriebene Serienfahrzeug der Japaner. Bevor wir jetzt alle gratulieren, wollen wir den Neuen doch einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Grundsätzlich hat der Vitara eine recht lange Geschichte. Seit fast 40 Jahren ist der Name ein Begriff – und das auf der ganzen Welt. Er wurde als reiner Geländewagen konzipiert. Das spürt man auch in der neuen Version und als SUV. Vom 3-Türer über den 5-Türer bis hin zur Cabrio-Version ist/war alles dabei. Nun also ein elektrisches Modell.

Hier die Hardfacts vom Suzuki e VITARA Comfort+ (Testwagen)

  • Länge: 4275 mm
  • Breite: 1800 mm
  • Höhe: 1635 mm
  • Leergewicht 1935 kg
  • Allradantrieb
  • Leistung 176 kW (239 PS)
  • Batterie: 61 kWh
  • Reichweite: 395 km
  • Verbrauch (WLTP): 16,6 kWh/100 km
  • Max. Drehmoment: 307 Nm
  • Höchstgeschwindigkeit: 150 km/h
  • Ladeleistung: 11 kW AC und bis zu 70 kW DC (im Test wurden maximal 63,7 kW erreicht)
  • Preis: ab 40.380 Euro

Doch wie sah es in der Realität aus? Bevor wir diesen Punkt klären, noch ein paar grundsätzliche Dinge. Es ist das erste rein elektrische Auto von Suzuki und ja, da bin ich grundsätzlich immer etwas skeptisch. Woher sollen die Erfahrungen kommen, wenn es die allererste Version ist? Dementsprechend kritisch war ich zu Beginn meines Testzeitraums. Spoiler: Unberechtigt!

Der erste Eindruck:

Wie bei vielen anderen Dingen auch, ist die Optik eine rein persönliche Geschmackssache. Bei mir war/ist es so, dass der e VITARA auf den ersten Blick gut dasteht. Außen wie innen. Besonders gut gefiel mir die Verarbeitung. Aber nicht nur das, sondern auch die Anordnung des Cockpits, die Platzverhältnisse und das edle Interieur gefallen mir wirklich gut. Positiv ist, dass die Schalter der Lüftung auch haptisch bedienbar sind. Ich bin jemand, der diese in unregelmäßigen Abständen verstellt und ehrlicherweise möchte ich nicht immer via Touch in den Einstellungen suchen müssen. Von daher überzeugt mich das Fahrzeug beim ersten Eindruck schon mal.

Was sagt die Praxis?

Im Testzeitraum hatte ich verschiedene Termine und somit wurde das Fahrzeug ausgiebig gefahren und natürlich auch geladen. Überwiegend standen Landstraße und Autobahn auf dem Programm, aber selbstverständlich wurde der Vitara auch innerstädtisch bewegt.

Vielleicht sieht es nicht so aus, aber der e VITARA passt gut sowohl in die Stadt als auch in ländliche Gegenden. Seine Wendigkeit ist top. Was für andere Hersteller vielleicht zum Problem führt – oder zumindest für Frust beim Fahrer oder bei der Fahrerin – spielt hier keine Rolle. o ist das Navigieren in engen Parkhäusern aber auch auf schmalen (Wein-)bergstraßen oder wenden überhaupt kein Problem. Ein weiterer Pluspunkt ist die Übersichtlichkeit und die im Testwagen verbaute 360-Grad-Kamera. Also wirklich top! Über die Leistung müssen wir bei einem E-Auto erst gar nicht sprechen – um Welten besser als ein Verbrenner. Der Vitara ist hier auch recht spritzig und beschleunigt sehr gut. Das mag am Allrad liegen, aber vermutlich auch am – im Vergleich zu anderen E-Fahrzeugen in der Kategorie – etwas geringeren Gewicht. Das macht sich gerade auf dem Beschleunigungsstreifen traumhaft.

Wo wir also schon beim Thema Autobahn sind: Auch hier macht der e-Vitara genau das, was er soll. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 150 km/h. Wobei wir überwiegend zwischen 110 und 130 km/h gefahren sind. Die Assistenzsysteme sind nicht aufdringlich und erledigen ihren Job ohne Murren. Auch hier bin ich sehr zufrieden. Automatischer Spurwechsel ist nicht vorhanden. Was mir persönlich auch nicht wirklich fehlt. Der Totwinkelwarner ist auf der Autobahn und in der Stadt sehr hilfreich – aber wir wissen ja, der Schulterblick darf trotzdem nie fehlen. Dieser könnte für meinen Geschmack auch etwas früher anschlagen.

Etwas klein ausgefallen ist der Kofferraum, dafür hat man auf der Rücksitzbank ausreichend Beinfreiheit. Selbst bei größeren Personen ist genügend Platz vorhanden. Natürlich lässt sich die Rückbank umklappen und der Stauraum auf maximal 1.052 Liter vergrößern. Im Bedarfsfall wäre er für uns daher völlig ausreichend.

Kommen wir zum Laden und Verbrauch

Wir waren also recht viel unterwegs und haben sowohl das AC- als auch das DC-Laden ausprobiert. Die Ladebuchse befindet sich auf der Fahrerseite vorne und bei AC gibt es gar nichts zu beachten. Die 11 kW sind völlig ausreichend. Einstöpseln und der Strom läuft.
Bei DC sieht es etwas anders aus. Selbstverständlich nach gleichem Prinzip – Stecker rein und los geht’s. Hier hätte ich mir eine höhere Leistung gewünscht. Die maximalen 70 kW wurden bei uns nie erreicht und das könnte gerade auf längeren Strecken etwas ärgerlich sein. Für unsere Planungen und Fahrten kein Problem, da wir es eh nie eilig hatten. Aber hier muss man doch gewisse Ladezeiten einplanen. Was für den eigenen Kaffeehaushalt vielleicht auch nicht verkehrt ist. 😉

Laut Herstellerangaben liegt der Verbrauch bei 16,6 kWh/100 km. Das kann ich natürlich nicht ganz bestätigen. Unser Verbrauch lag über den gesamten Testzeitraum bei 19,2 kWh pro 100 Kilometer. Mag daran liegen, dass viel Autobahn gefahren wurde. Das Wetter spielte auf jeden Fall keine große Rolle. Es war warm, sonnig und sämtliche ungünstige Wetterbedingungen konnten ausgeschlossen werden. Gerade im Vergleich zu anderen Herstellern liegt der Verbrauch also eher im oberen Mittelfeld.

Fazit: Unterm Strich hat mich der e VITARA wirklich überzeugt. Ja, der Verbrauch dürfte etwas niedriger und die DC-Ladeleistung gerne höher sein. Im Alltag haben mich diese beiden Punkte allerdings deutlich weniger gestört, als ich zunächst erwartet hätte. Ein tolles Auto für den Alltag. Herzlichen Glückwunsch!

Wenn ich noch zwischen Stadt und Land unterscheiden müsste, dann ginge der Punkt an die ländliche Umgebung. Fahrten auf Landstraßen, Kreisstraßen, land- und forstwirtschaftlichen Wegen und gelegentliche Fahrten in die Stadt – genau hier sehe ich den e VITARA. Ein Fahrprofil, das vermutlich auf einen großen Teil der Bevölkerung hierzulande zutreffen dürfte.

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