Made in Maranello – der erste vollelektrische Ferrari kommt auf den Markt – der neue Ferrari Luce. Damit bricht für das italienische Traditionshaus eine neue Ära an. Der Name soll für Klarheit und Zielstrebigkeit stehen, aber auch für den Weg in die Zukunft. Laut Ferrari handelt es sich dabei nicht „nur“ um einen elektrischen Ferrari, sondern um ein langfristiges Konzept, ein völlig neues Fahrzeug mit einzigartigem Charakter, das für ein intensiveres Fahrerlebnis mit höherer Leistung entwickelt wurde.

Traditionell hat Ferrari beschlossen, die Hauptkomponenten komplett im eigenen Haus zu entwickeln und auch ausschließlich dort zu produzieren. Von den Elektromotoren bis zum Akku – jedes Element kommt aus dem italienischen Maranello, um so Qualität und Einzigartigkeit zu gewährleisten und Kontrolle zu garantieren. Insgesamt sind daraus über 60 neue Patente entstanden. Diese neuen Möglichkeiten für Leistung und Effizienz kann und will der italienische Fahrzeughersteller nun für sein gesamtes Portfolio nutzen.
Und was in Italien von großer Bedeutung ist, ist natürlich Kreativität und Design. Dies spürt man auch beim Luce. Bei seinem Anblick spalten sich allerdings die Geister, was man direkt nach der Präsentation merken konnte. Aber Geschmäcker sind einfach unterschiedlich! Für die Designsprache holte sich Ferrari Unterstützung von LoveFrom – dem Designkollektiv rund um Sir Jony Ive, der vor allem durch seine Arbeit an zahlreichen Apple-Produkten bekannt wurde, und dem renommierten Designer Marc Newson. Gemeinsam mit dem Team rund um Ferrari-Designchef Flavio Manzoni entstand so eine neue Designsprache mit frischen Perspektiven. Der elektrische Antrieb, die von Ferrari entwickelten Motoren und der fortschrittliche Antriebsstrang ermöglichen eine ganz neue „Architektur“ mit großzügigem Raumangebot. Vier Türen und fünf Sitze – das ist eine Premiere bei Ferrari. Der Mitteltunnel ist eliminiert und der Akku unter Boden und den Rücksitzen integriert.



Im Innenraum zeigt sich eine Vielzahl an Details, die durchdacht, funktional und – wie von den Italienern gewohnt – sorgfältig verarbeitet sind. Die Kombination aus mechanischen Tasten, Drehreglern, Kippschaltern und multifunktionalen Digitalanzeigen gefällt mir sehr gut. Recyceltes, eloxiertes Aluminium, Corning® Gorilla® Glas (ein besonders widerstandsfähiges Spezialglas) und Premium-Leder machen im Innenraum wirklich was her. Auch akustisch wird einiges geboten: Ein Soundsystem mit 21 Lautsprechern und 3.000 Watt Verstärkerleistung sorgt für das passende Klangerlebnis. Selbstverständlich gibt es von Ferrari die passende App – exklusiv für den Luce.
Der Ferrari Luce wird von vier Elektromotoren angetrieben, je einem pro Rad. Er verfügt über eine 122-kWh-Batterie (brutto), eine maximale Gesamtleistung von 772 kW (1.050 PS) sowie eine angegebene Reichweite von über 530 Kilometern. Er bringt 2.260 Kilogramm auf die Waage, beschleunigt in 2,5 Sekunden von 0–100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 310 km/h. Basierend auf der 800-V-Architektur wird eine DC-Ladung (Schnellladung) mit bis zu 350 kW unterstützt.



Technisch gesehen ist der Ferrari Luce auf allerhöchstem Niveau. Mit ihm erreicht das Unternehmen sein ambitioniertes Ziel, den mit Abstand niedrigsten Luftwiderstandsbeiwert in der Geschichte der Straßenfahrzeuge aus Maranello zu erzielen. Die Oberflächen wurden so verfeinert, dass sie glatt, durchgehend und ununterbrochen sind, um den Luftstrom und die Verwirbelungen zu optimieren. Die Fahrdynamik wurde gezielt darauf ausgelegt, die Vorteile der Elektroarchitektur optimal zu nutzen – vom niedrigen Schwerpunkt über die geringere Trägheit bis hin zu neuen Möglichkeiten bei der Fahrzeugabstimmung.
Zum Verbrauch gibt es noch keine offiziellen Werte. Dies dürfte aber bei der Käuferschicht sowieso nicht wirklich ins Gewicht fallen. Preislich liegt der Ferrari Luce bei rund 550.000 Euro – individuelle Anpassungen dürften die Summe Ferrari-typisch natürlich noch weiter nach oben treiben.
Nice to have: Ferrari setzt umfangreich auf recyceltes Aluminium und reduziert dadurch die CO₂e-Emissionen während der Produktion. Insgesamt betrifft der Einsatz des Materials rund 70 % des Fahrzeuggewichts.
Fazit: Geschmacklich lässt sich vielleicht über das neue Design streiten und auch der Sprung in die Elektromobilität ist für manche ein Widerspruch zur Tradition. Für mich macht der Luce einen super Eindruck und gefühlt ist er genau der richtige Schritt in die Zukunft des Traditionshauses. Beide Daumen gehen nach oben! Und ja, ich würde ihn gerne einmal Probefahren.
<alle Bilder Ferrari>

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