Hamburg im Schnee

Über schöne Dinge soll man bloggen. So ein altes Sprichwort. Deshalb halte ich hier einfach einmal unsere letzte Reise nach Hamburg und Hannover fest. Wie es dazu kam, ist eigentlich selbst schon eine kurze Geschichte wert.

Vor ein paar Wochen sah ich eine Ankündigung zum Testspiel der Handball Nationalmannschaft gegen Kroatien im Januar. Das letzte Spiel vor der Europameisterschaft in Dänemark, Schweden und Norwegen. Da das Spiel an einem Sonntag und einen Tag nach meinem Geburtstag stattfand und der Austragungsort Hannover war, entschieden wir uns für Tickets. Man konnte das ja gut mit einem verlängerten Wochenende kombinieren. Alles andere kann man dann später organisieren. Die Tickets wurden gekauft und nun stellte sich die Frage: Was machen wir? Lohnen sich mehrere Tage in Hannover? Gute Frage, nächste Frage. Die Dame des Hauses und ich waren uns relativ schnell einig, dass wir uns Hannover an einem Tag einmal anschauen, aber warum nicht in Kombination mit einem Besuch in Hamburg? Bahntechnisch gesehen liegen beide Städte – also Hannover und Hamburg – ideal. Warum also nicht gleich beides miteinander verbinden? Wir entschieden uns also für ein paar Tage vorab in Hamburg, um dann nach Hannover zu fahren, das Spiel anzuschauen und am nächsten Tag nach etwas Sightseeing wieder zurückzukehren. So stand unser Plan. Die Hannoveraner und Hannoveranerinnen werden es uns hoffentlich verzeihen. Die Züge und Hotels waren schnell gebucht. In Hamburg kann ich das Holiday Inn Hamburg HafenCity (sehr gutes Frühstück und sehr nettes Team) und in Hannover das NH Hannover (an der Christuskirche) empfehlen. Beide haben eine gute Anbindung mit den Öffis und sind relativ zentral gelegen.

In der Regel entscheiden wir uns immer vor Ort und spontan, was wir unternehmen, anschauen oder essen möchten. Trotzdem wird vorher geguckt, ob es im Zeitraum des Besuchs irgendetwas Besonders gibt, wie eine Sonderführungen oder ähnliches. So hatten wir auf Texel einmal das Glück und konnten hinter die Kulissen vom Ecomare mit Fütterung der Robben schauen. Und siehe da, auch diesmal hatten wir Glück: das Miniaturwunderland hatte ein spezielles Angebot für den Abend unter dem Motto „Nachts im Wunderland“. Das mussten wir buchen! Denn seien wir ehrlich, das Miniaturwunderland ist immer einen Besuch wert! Es verändert sich ständig, es kommt immer Neues hinzu und außerdem liegt der letzte Besuch schon wieder drei Jahre zurück. Final hatten wir im Vorfeld also Tickets für das Handball Länderspiel und das Miniaturwunderland.

Letzte Woche war es dann soweit, die Reise gen Norden konnte beginnen. Bekanntermaßen wurde auf allen Kanälen vor dem Wintersturmtief Elli gewarnt, was genau in unseren Reisezeitraum fiel. Aber wir konnten bereits früher mit der Bahn anreisen (denn die Zugbindung wurde aufgehoben) und entschieden uns, schon vormittags aufzubrechen. Das war eine gute Entscheidung, die Bahnfahrt erfolgte ohne weitere Probleme und Hamburg wurde pünktlich erreicht. In der Hansestadt lag bereits vor dem Sturmtief schon mehr Schnee als im Rest von Deutschland. So schön anzusehen!

Wir verbrachten den restlichen Tag im Freien und genossen eine kulinarische Stärkung an den Landungsbrücken bei „Brücke 10“. Dort wird das Krabbenbrötchen liebevoll „Die Königin“ genannt. Und ja, das musste einfach sein! Persönlich mag ich die Brücke 10, weil sie erstens am Ende der Landungsbrücken liegt und gefühlt hier etwas weniger Menschen unterwegs sind, zweitens weil der Fisch einfach schmeckt, und drittens liegen die Elbeschlepper ums Eck. Hat also nur Vorteile!

Viel mehr haben wir an diesem Tag nicht unternommen, wir sind durch den Schnee zurückgebummelt, vorbei an Schiffen, Elbphilharmonie und Schlitten fahrenden Kindern mitten in der Hafencity. Egal ob Speicherstadt oder Außenalster – Hamburg in Schnee ist einfach wunderbar. Und es sollte noch mehr Schnee kommen. Selbstverständlich ging es am nächsten Tag trotzdem an die frische Luft. Ja, es war stürmisch und schneereich. Und für mich einfach nur wunderschön! Selbst die Aussichtsplattform der Elbphilharmonie war zu dem Zeitpunkt noch geöffnet. Allerdings zog es schon recht ordentlich und so ging es erst in die Speicherstadt, Richtung Rathaus und zur Alster, um anschließend noch auf einen Kaffee mit Freunden nach Altona zu fahren. Wie es immer so ist, vergeht die Zeit doch viel zu schnell und wir hatten an diesem Abend noch unsere Verabredung mit dem Miniaturwunderland.

Unser Besuch im Miniaturwunderland

Wie erwähnt hatten wir die Sonderveranstaltung „Nachts im Wunderland“ gebucht. Der Eintritt bzw. Beginn ist offiziell um 20:15 Uhr. Eintreten ist bereits 30 Minuten früher möglich. Ab ca. 20:30 Uhr verlassen die Tagesbesucher die Ausstellung und somit hat man das Miniaturwunderland quasi den ganzen Abend für sich (+ noch wenige andere Besucher) allein. Ein weiteres Highlight im Rahmen der Veranstaltung sind kurze Führungen hinter die Kulissen. So konnten wir die noch nicht fertige Atacama-Wüste bewundern, an der in der Werkstatt noch gebaut wird, die aber im Laufe des Jahres eröffnet werden soll. Ebenso ging es mit Helm unter die Schweiz mit vielen Infos zur Anlage. Begleitet von Guides erfährt man so viele neue und sehr spannende Dinge. Bewundernswert fand ich auch Monaco inkl. der Rennstrecke mit spannenden Manövern. Dieses Land war für uns neu, ebenso wie Patagonien mit dem Nationalpark Los Glaciares und den Pinguinen.

Es gibt einfach viel zu entdecken und trotz später Stunde – es ging dem Ende um 1 Uhr entgegen – hätten wir uns noch weiter aufhalten und staunen können. Aber wie heißt es so schön: Nach dem Miniaturwunderland ist vor dem Miniaturwunderland. Vielleicht wird beim nächsten Besuch endlich einmal jemand vom Mars vor Ort gewesen sein – der Besucher-Counter steht nämlich noch immer bei null.

Wir bekamen von diesem Sturmtag also nur die positiven Dinge mit. Und so sollte es auch weitergehen. Nach einer kleinen Geburtstagsüberraschung (Danke <3) wollte Hamburg weiter erkundet werden. Geplant war vorab nicht viel, aber wir hatten Lust auf eine winterliche Hafenrundfahrt. Selbstverständlich mit einer Barkasse von Kapitän Prüsse. Vermutlich sind die anderen Anbieter ähnlich gut, doch für uns muss es aus Tradition einfach Kapitän Prüsse sein. Und seien wir doch mal ehrlich – eine Hafenrundfahrt geht immer. Der Sturm hatte sich gelegt, die Temperaturen waren nicht mehr ganz so kalt und somit ging es raus auf die Elbe! Es ist schon etwas Besonderes, wenn das Boot durch die Eisschollen fährt. Vorbei an riesigen Containerschiffen (z. B. Cosco Indonesia mit einer Länge von 334 und Breite von 43 Metern), Marineschiffen und einem der größten Docks in Europa tuckerten wir – natürlich außen sitzend – zurück zum Anlegeplatz. Um nach einem warmen Getränk an den Landungsbrücken zum nahegelegen U-Boot 434 zu gelangen. Bei dem U-Boot handelt es sich um ein ehemaliges russisches Boot der Tango-Klasse. Gebaut 1976 liegt es seit 2010 an seiner jetzigen Position am Fischmarkt. Wir hatten es uns noch nicht angeschaut und es ist immer wieder spannend, wie man sich so ein Leben im U-Boot vorstellen kann.
Gemütlich ging es für uns anschließend weiter und wir warfen vom Altonaer Balkon einen Blick auf die Elbe und die gegenüberliegenden Hafenanlagen. Hier waren einige Menschen unterwegs, um Schneemänner zu bauen, Schlitten zu fahren oder einfach nur den Winter zu genießen. Auch Altona zeigte sich von seiner schönsten Winterseite und durch die Straßen zu stapfen machte einfach Laune. Hier müsst ihr unbedingt einmal das Cafe Ribatejo besuchen. Den Tipp bekamen wir vor ein paar Jahren von Freunden und mittlerweile versuchen wir in Hamburg dort vorbeizuschauen und uns die leckeren portugiesischen Tapas schmecken zu lassen. Super freundlich, sehr lecker und einfach urig.

Auf dem Rückweg machten wir noch einen kleinen Abstecher auf die Reeperbahn. Den ganzen Tag durch den Schnee laufen strengt aber doch an und deshalb ging es dann wieder zurück in das Hotel. Ein sehr schöner Tag ging zu Ende.

Ab nach Hannover

Die Sturmlage hatte sich am Sonntag erstmal soweit beruhigt. Der Bahnverkehr angeblich noch nicht. Davon bekamen wir allerdings nichts mit. Unsere Züge fuhren wie gewohnt und so ging es nach Hannover. In Hannover selbst war ich persönlich noch nie. Ursprünglich war geplant, dass wir uns auch an dem Tag die Stadt noch etwas anschauen, aber daraus wurde leider nichts. Unser Hotel war zentral gelegen und das Handballspiel der Nationalmannschaft fand in der ZAG Arena statt. Normalerweise kein Problem, die Bahn fährt direkt hin. Komplett ohne fahrenden ÖPNV – wie an dem Tag leider in Hannover der Fall – war es aber entweder ein Fußmarsch von 2,5 Stunden oder eine 20-minütige Fahrt mit Taxi/Uber. Wie Ihr bereits erahnen könnt, entschieden wir uns für die zweite Option und mit genug Vorlauf. In der Halle selbst war die Stimmung grandios. Bei dem Spiel handelte es sich um das letzte Vorbereitungsspiel vor der anstehenden Europameisterschaft und der Gegner war Kroatien. Die Generalprobe glückte und die DHB-Auswahl schlug Vize-Weltmeister Kroatien in Hannover mit 33:27.

Meine handballerische Vorfreude ist übrigens bereits im Jahr 2027 angekommen. Vom 13. bis 31. Januar 2027 findet nämlich die 30. Handball-Weltmeisterschaft in Deutschland statt. Die Vorrunde werden wir in München und die Hauptrunde in Köln bestreiten. Also ich gehe jetzt einmal fest davon aus, dass wir bei der Weltmeisterschaft die Hauptrunde sicher erreichen werden. Das ein oder andere Ticket konnten wir ergattern, das wird sicher großartig! Aber nun widmen wir uns zunächst doch der Europameisterschaft.

Übrigens ein Lob auf die Bahn. Auch von Hannover ging es ohne Verspätung trotz angekündigtem Eisregen wieder zurück in die Heimat. Bis auf den ÖPNV in Hannover fuhr also alles, wie erwartet.
Fazit: Es war einfach ein richtig schöner Geburtstags-Veranstaltungs-Kurzurlaub.

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